Jesus Christus

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Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch

Jesus Christus ist der vor aller Ewigkeit aus Gott Vater gezeugte (genitus, vgl.: gr. Glaubensbekenntnis) und menschgewordene Sohn Gottes, geboren aus der Jungfrau Maria (incarnatus est de Spiritu Sancto ex Maria Virgine (...); vgl. gr. Glaubensbekenntnis) in Bethlehem. Von Johannes dem Täufer im Jordan getauft, lehrte Er die Menschen in Israel zur Zeit des Statthalters Pontius Pilatus (um das Jahr 30) die frohe Botschaft vom Reich Gottes. Seine göttliche Sendung erwies Er durch zahllose Wundertaten. Zahlreiche Menschen folgten ihm zunächst. Sein Wirken erregte bei den Mächtigen allerdings auch Aufsehen und Feindschaft, weswegen Er nach dem Letzten Abendmahl der Gotteslästerung angeklagt wurde und von allen außer seinen Treuesten verlassen in Jerusalem ans Kreuz geschlagen wurde. Drei Tage nach seinem Tod erstand Er von den Toten, so berichten glaubwürdige Zeugen, denen er in leiblicher Gestalt erschien. Sein irdisches Wirken beschloß Er mit der Himmelfahrt zum Vater im Dabeisein all seiner Apostel und vieler Jünger.

Er ist aufgrund der göttlichen Stiftung der Gründer und das Haupt der hl. Kirche, er berief die Apostel und stiftete die hl. 7 Sakramente. Sein Kreuzestod ist das Opfer, mit dem Gott die Welt mit sich versöhnt hat, und dessen Heilsfrüchte einem jeden Menschen aller Zeiten infolge der Annahme Jesu Christi als Erlöser, Retter und Herren offen stehen. Die Apostel und ihre Nachfolger bewahren seine Botschaft und das Gedächtnis an seine Person. Sie verkünden, bestärkt und geleitet durch den von Jesus Christus vor Seiner Himmelfahrt verheißenen Heiligen Geist, das hl. Evangelium in der ganzen Welt bis zur Wiederkunft Jesu Christi am Ende der Zeit.

Inhaltsverzeichnis

Jesus Christus - Ankündigungen im Alten Testament

Das gesamte Alte Testament ist eine Vorbereitung des jüdischen Volkes auf die Ankunft des "Messias" (griech.: "Christus", dt.: "Gesalbter"). Diese Salbung bedeutet die besondere Weihe einer Person durch Gott im Hinblick auf eine Mission (vgl. Psalm 44,8). Der Messias sollte Israel befreien, die Herrschaft des wahren Gottes bis an die Enden der Welt aufrichten und in Ewigkeit herrschen. Im Laufe der Zeit kündigte Gott, der allein den Menschen die Zukunft offenbaren kann, durch seine Propheten immer mehr Ereignisse aus dem Leben des Messias an; diese Ereignisse wurden in den heiligen Büchern der Juden über Jahrhunderte in Erinnerung gehalten. Das Leben von Jesus entspricht den prophetischen Vorgaben des Alten Testaments.

Jesus selber sagt zu den Schriftgelehrten: "Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab." (Joh 5, 39).


Vorhersagen über die Epoche der Ankunft des Messias

  1. Voraussage Jakobs in Gen 49,10: "Nie weicht von Juda das Zepter, der Herrscherstab von seinen Füssen, bis der kommt, dem er gehört, dem der Gehorsam der Völker gebührt."

    Jesus Christus, der Messias, ist ein Nachkomme Judas, wie dies die zwei Stammbäume im Neuen Testament (Mt 1,2-16; Lk 3,23-38) bezeugen. Er kommt in die Welt zu einer Zeit, als das jüdische Volk durch die römische Besetzung seine politische Unabhängigkeit verloren hat.

  2. Der Prophet Maleachi kündigt nach der Zerstörung des ersten Tempels an, dass der Messias zur Zeit des zweiten Tempels auftreten werde: "Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen. Dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht." (Mal 3, 1).

    Der erste, von Salomon erbaute, Tempel wurde 587 v. Chr. durch die Babylonier zerstört; der Tempel wurde ab dem 5.Jh. v. Chr. wieder aufgebaut. Jesus wendete den ersten Teil der Prophetie auf den Heiligen Johannes den Täufer an und liess dadurch erahnen, dass er selbst der vom Boten Angekündigte ist (Mt 11, 10).

  3. Der Prophet Daniel kündet an (Dan 9,24-27), der Messias werde in der siebzigsten Jahrwoche (siebenjährige Periode) sterben, d. h. zwischen 483 und 490 Jahren nach dem Edikt zum Wiederaufbau Jerusalems. Dieses Edikt wurde von Artaxerxes dem Perserkönig im Jahr 454 v.Chr. erlassen. Er starb sehr wahrscheinlich im Jahr 30 als das Paschafest auf den Sabbat fiel, wie es die Evangelien berichten. Man kommt also auf 484 Jahre seit dem Edikt des Artaxerxes, eine Zahl die in die von Daniel vorhergesagte siebzigste Jahrwoche fällt.

Vorhersagen über Familie und Herkunftsort des Messias

  1. Der Prophet Jesaja sagt voraus: "Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht." (Jes 11,1) Isai, der Enkel von Rut, war der Vater von David. Jesus stammte aus dem Haus David, aus dem der Messias gemäss alter jüdischer Überlieferung hervorgehen sollte. (vgl. Mt 1 und Lk 3).
  2. Jesaja kündigt das grosse Zeichen einer jungfräulichen Geburt an: "Seht, die Jungfrau wird ein Kind empfangen, sie wird einen Sohn gebären und sie wird ihm den Namen Immanuel (Gott mit uns) geben." (Jes 7,14) Dieses grosse Wunder wird verwirklicht in Maria, der Mutter von Jesus.
  3. Der Prophet Micha deutet den Geburtsort des Messias an: "Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll." (Mi 5,1) Die Hohenpriester erinnerten Herodes an diesen Text (Mt 2,6). Jesus wurde in Betlehem geboren, indem Gott den Erlass zur Volkszählung des Kaisers Augustus benützte, um die Prophetie zu erfüllen. (Lk 2,1-7)


Vorhersagen über das Öffentliche Leben des Messias

  1. Der Prophet Jesaja kündigt den Auftrag des Vorläufers von Jesus Christus an:
    "Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Strasse für unseren Gott!" (Jes 40, 3). Der Heilige Johannes der Täufer hat diese Prophetie erfüllt, indem er in der Wüste Juda die Umkehr predigte. (vgl. Joh 1,23).
  2. Jesaja kündigt die Wunder an, welche der Messias wirken werde:
    "Der Herr selbst wird kommen und euch erretten. Dann werden die Augen der Blinden geöffnet, auch die Ohren der Tauben sind wieder offen. Dann springt der Lahme wie ein Hirsch, die Zunge des Stummen jauchzt auf." (Jes 35,4 ff.). Jesus machte all dies in seinem öffentlichen Leben: er machte Blinde sehend (vgl. z.B. Joh 9), Taube hörend (Mk 7,32), Lahme gehend (Mt 9,2 ff.) und Stumme redeten wieder (Mt 12, 22). Er liess dem Heiligen Johannes dem Täufer ausrichten, dass er durch seine Taten diese Prophetie erfüllt hatte (Mt 11,5).
  3. Sacharja prophezeit den Einzug des Retters in Jerusalem:
    "Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin." (Sach 9, 9).
    Diese Details findet man in den Evangelien wieder: Christus zieht am Palmsonntag in die Stadt ein, auf einem Esel sitzend, gefolgt von seinem Jungen (Mt 21,7); die Juden jubeln ihm zu und nennen ihn König Israels (Joh 12, 13).


Vorhersagen über das Leiden und Sterben des Messias

Leiden und Sühnetod des Messias wurden in den Psalmen und prophetischen Schriften vorhergesagt. Noch am Abend seiner Auferstehung tadelt Jesus die Emmausjünger wegen ihrer Langsamkeit, das zu glauben, was die Propheten angekündigt haben; er erklärt ihnen den Sinn der Schriften über den Messias, die er auf sich selber bezieht (Lk 24,26-27).

  1. Das Lied vom "leidenden Gottesknecht". Vier poetische Einschübe im Buch Jesaja stellen einen vollkommenen Diener Gottes vor. Dieser sammelt das Volk Gottes, erleuchtet die Nationen, verkündigt den wahren Glauben, tilgt durch seinen Tod die Sünden des Volkes und wird schliesslich von Gott verherrlicht. Jesus hat die Texte über den leidenden Gottesknecht und seinen stellvertretenden Sühnetod auf sich selber gedeutet, d.h. das "vierte Lied vom Gottesknecht" (Jes 52,13 - 53,12; vgl. Lk 22,37; Mk 10,45), und die erste christliche Verkündigung hat in ihm den perfekten Gottesknecht erkannt, wie er von Jesaja angekündigt worden war (vgl. Apg 8,29-35, vgl. KKK 601 ff.)
  2. Sacharja 11,12: "Sie wogen mir meinen Lohn ab, dreissig Silberstücke." Der Heilige Matthäus berichtet, dass die Hohenpriester Judas 30 Silberstücke abzählten als Belohnung für seinen Verrat.(Mt 26, 15).
  3. Jesaja 53,7: "Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das man zum Schlachten führt, und wie ein Schaf angesichts seiner Scherer, so tat auch er seinen Mund nicht auf." Jesus wird sagen: "Niemand entreisst es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen." (Joh 10, 18); und die Evangelisten berichten über sein Schweigen gegenüber der Anklagen und Beleidigungen.
  4. Jesaja 50, 5-7: "Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiss, dass ich nicht in Schande gerate." Der Heilige Matthäus berichtet: "Dann spuckten sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn. Andere ohrfeigten ihn." (Mt 26, 67).
  5. Psalm 22,17: "Sie durchbohren mir Hände und Füsse. Man kann all meine Knochen zählen." Und Jesaja sagt vom leidenden Gottesknecht: "Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. […] Doch wen kümmerte sein Geschick? Er wurde vom Land der Lebenden abgeschnitten und wegen der Verbrechen seines Volkes zu Tode getroffen." (Jes 53,5;8), und der Heilige Johannes bemerkt, dass Christus die Sühne ist für unsere Sünden, (d. h. dass er durch sein Leiden unsere Schulden beglichen hat) aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt. (1 Joh 2, 2).
  6. Psalm 21,7-9: "Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet. Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: Er wälze die Last auf den Herrn, der soll ihn befreien! Der reisse ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat." Die Evangelien berichten über die Verspottungen, die der gekreuzigte Jesus über sich ergehen lassen musste: "Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf und riefen: […] Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz! […] Er hat auf Gott vertraut: der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat." (Mt 27, 39-43).
  7. Psalm 22,19: "Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand." Tatsächlich, nachdem die Soldaten Jesus ans Kreuz geschlagen hatten, "nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen. Sie nahmen auch sein Untergewand, das von oben her ganz durchgewebt und ohne Naht war. Sie sagten zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll." (Joh 19, 23-24).
  8. Psalm 69,22: "Sie gaben mir Gift zu essen, für den Durst reichten sie mir Essig." Der Heilige Matthäus berichtet: "Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war." (Mt 27, 34), und der Heilige Johannes: "Jesus sagte: Mich dürstet. Ein Gefäss mit Essig stand da. Sie steckten einen Schwamm mit Essig auf einen Ysopzweig und hielten ihn an seinen Mund." (Joh 19, 28-29).
  9. Jesaja 53,9 (Elberfelder): "Bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod." Der Heilige Matthäus berichtet: "Gegen Abend kam ein reicher Mann aus Arimathäa namens Josef. […] Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. […] Dann legte er ihn in ein neues Grab, das er für sich selbst in einen Felsen hatte hauen lassen." (Mt 27, 57-60).
  10. Sacharja 12,10: "Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben." Der Heilige Johannes erinnert an diese Prophetie, nachdem er berichtet hat, einer der Soldaten habe ihn mit der Lanze in seine Seite gestossen, und sogleich seien Blut und Wasser herausgeflossen. (Joh 19,34).

Vorhersagen über Auferstehung und ewige Herrschaft des Messias

  1. Die Auferstehung des Messias am dritten Tag wird nicht explizit vorhergesagt, aber sie wird durch zahlreiche Texte des Alten Testaments angedeutet (z.B. Ps 138,16; Hos 6,3; Jonas 2,1 (ein Text, den Jesus auf sich selber bezieht: sh. Mt 12,40), Jes 53,10), so dass Paulus sagen kann: "Der Christus ist am dritten Tag auferweckt worden gemäss der Schrift" (1 Kor 15,4).
  2. Daniel berichtet in seinen Visionen: "Da kam mit den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte bis zu dem Hochbetagten (Gott Vater) und wurde vor ihn geführt. Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter." (Dan 7,13-14).

Jesus Christus als Person der Geschichte

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Die geschichtliche Existenz von Jesus Christus wird durch christliche, jüdische und heidnische Schriftsteller bezeugt.

Heidnische Schriftsteller

Der Schrifsteller Tacitus berichtet im Jahre 116 in den Annalen und Christenverfolgung durch den grausamen Kaiser Nero. Zum Urheber des Christentum schreibt Tacitus: "Der Urheber dieses Namens, Christus, war unter Kaiser Tiberius durch den Landpfleger Pontius Pilatus hingerichtet worden. Für einen Augenblick unterdrückt breitete sich dieser Aberglauben wieder heftig aus, nicht nur in Juda, woher er stammte, sondern sogar in Rom." (Annales XV 44) Anderswo berichtet Tacitus von einer "ingens multitudo" (ungeheuren Menge) von Christen in Rom seit 64, nur dreissig Jahre nach dem Tod von Jesus Christus.

Der Schriftsteller Sueton berichtet im Jahre 120, dass Kaiser Claudius (10 v. Chr.-54 n. Chr.) die Juden, die Anstiften eines Chrestus beständig Unruhe stifteten, aus Rom vertrieb. (Vita Claudii, 25,4). Die repressive Haltung von Claudius wird auch durch die Apostelgeschichte bezeugt: der heilige Paulus trifft im Jahre 52 in Korinth auf einen jüdischen Haushalt, der aus Rom vertrieben worden war (vgl. Apg 18,2).

Auch Plinius der Jüngere (Statthalter von Bithynien und Pontus, Kleinasien) schickt im Jahr 111 dem Kaiser Trajan einen Brief, worin er berichtet, dass die Christen "an einem festgesetzten Tag vor Tagesanbruch zusammenkommen und Christus wie einem Gott ein Loblied singen"; er fügt hinzu, dass sie so zahlreich geworden sind, dass sich die heidnischen Priester beunruhigen. (Epist. 10, 96)

Schließlich schreibt nach dem Jahre 70 der syrische Schriftsteller Mara Bar Seraphion an seinen Sohn über Jesu: "Oder (was hatten) die Juden von der Hinrichtung ihres weisen Königs, da ihnen von jener Zeit an das Reich wegenommen war?... Die Juden wurden umgebracht und aus ihrem Reiche vertrieben, leben allenthalben in der Zerstörung. ... Der weise König ist nicht tot: wegen der neuen Gesetze, die er gegeben hat."

Jüdische Schriftsteller

Der bekannteste jüdische Schriftsteller, der über Christus berichtet, ist Josephus Flavius. In seinen Antiquitates, die er im Jahre 93 oder 94 in Rom verfasste, schreibt er: "Zu jener Zeit lebte Jesus, ein weiser Mann. […] Die Verantwortlichen unseres Volkes hatten ihn vor Pilatus angeklagt, der ihn kreuzigen liess." (Ant. Iud., 5, 1-7). Weiter schreibt er, dass der Hohepriester Ananaus "den Bruder Jesu, der Christus genannt wird, mit Namen Jakobus, und einige andere der Gesetze anklagte und steinigen ließ."

Auch im Talmud wird die Person Jesu gelegentlich erwähnt.

Die zwei Naturen in Christus

Die Katholische Kirche lehrt seit jeher die Zwei Naturen Christi. Demnach ist er wahrer Gott und wahrer Mensch. Die beiden Naturen sind in einer einen Person (Hypostatische Union) vereint, aber nicht vermischt. Zudem hat Jesus zwei Willen, nämlich den menschlichen und den göttlichen. Es ist natürlich abwegig zu glauben diese beiden Willen seien gegeneinander. Schließlich sind ja auch die beiden Naturen gegen nicht einander. Auf dem Konzil von Chacedon (451) wurde diese Lehre zum Dogma erhoben.

Die wahre Gottheit Christi

Beweise aus der Schrift

Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Er wird auf Ewigkeit vom Vater gezeugt (die Kirchenväter verglichen dies mit einer Kerze. Von der Flamme geht das Licht ewig aus) und ist daher wahrer Gott; was Gott zeugt ist Gott.

Die Bibel bestätigt an vielen Stellen die Göttlichkeit Jesu Christi:

Jesus erfüllt das Gesetz (Mt.5:17). Logischerweise kann das Gesetz nur vom Gesetzgeber erfüllt werden. Denn schließlich darf kein Mensch einfach das Gesetz ändern. Jesus wird angebetet (Mt.2:2,11; Joh.9:38; Lk.24:52). Nun ist es klar, dass nur Gott Anbetung verdient. Vor allem die Juden wussten das. Hätte irgendeiner der Jünger Jesus angebetet, wenn er nicht geglaubt hätte, er wäre göttlich? Der Taufbefehl in Mt.28:19 zeugt ebenfalls von der Gottheit Jesu. Warum sollte man sich auf ein nicht-göttliches Wesen und Gott taufen lassen? In der Bibel wird Jesus an einigen Stellen direkt Gott genannt (Joh.1:18; Hebr.1:8; Joh.20:28, Joh.1:1,14; 2.Petr.1:1; 2.Thess.1.12; Joh.5:18, Tit.2:13). Nun stellte schon Irenäus klar, dass „weder der Herr, noch der Heilige Geist, noch die Apostel hätten den, der nicht Gott war, jemals Gott ohne Vorbehalt und Einschränkung genannt, wenn er nicht Gott in Wahrheit wäre.“ (Gegen die Häresien, 3, 3, 1) Zudem gibt das Altarsakrament Auskunft über die Gottheit Christi. Denn Jesus ist wirklich in den Gaben gegenwärtig (Joh.6:55). Wäre er nicht Gott wäre dies unmöglich, vor allem wenn man gedenkt, dass die Eucharistie an hunderten Orten gleichzeitig gefeiert wird. Phil. 2:5-11 macht auch die Gottheit Christi. Dort heißt es: „Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein.“ Diese Bibelstelle gibt zugleich Auskunft darüber warum Jesus sich unter den Willen des Vaters stellt. Dies wird oft so interpretiert als ob der Sohn weniger wäre, als der Vater (Subordinatianismus). Aber der springende Punkt, den auch der Kirchenvater Augustinus erkannte, ist die freiwillige Unterordnung. In Phil.2:7f. heißt es: „er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.“ Jesus ordnet sich freiwillig dem Vater unter und tut dies für uns. Er zeigt uns den wahren Gehorsam. Auch den Titeln Jesu kann seine Gottheit abgeleitet werden. So wird Jesus oft „Herr“ genannt (griech. Kyrios) was in direkter Beziehung zum alttestamentlichen „adonai“ (hebr. Herr) als Synonym für den Gottesnahmen steht. Auch der Name Jesus selbst (übersetzt Gott ist Rettung) gibt Auskunft über seine Gottheit. Es existieren zudem viele Identifikationen der Titel für Christus und Gott im Alten Testament: Jahwe ist der Hirte (Psalm 23:1), Jesus ist der Hirte (Joh.10:11). Jahwe ist der Erste und der Letzte (Jes.44:6), Jesus ist der Erste und der Letzte (Off.1.17). Jahwe ist der „Ich bin“ (Ex.3:14), Jesus ist der „Ich bin“ (Joh.8:53). In der Wüste verkündet eine Stimme das Kommen Gottes (Jes.40:3), eine Stimme in der Wüste verkündet das Kommen Christi (Mk.1:2). Gott ist ewig derselbe (Jes.41:4, 46:4), Jesus ist ewig derselbe (Hebr.13:8)

Die Idee Jesus sei nur ein Mensch und großer Morallehrer ist widersinnig. Denn das besondere an Jesus ist, dass er Gott ist, d.h. das er neu ist (vgl. Benedikt XVI – Jesus von Nazareth, I). Auch der anglikanische Autor C.S. Lewis erkannte dies in seinem Werk „Pardon, ich bin Christ“: „"Ich möchte damit jedermann vor dem wirklich dummen Einwand bewahren, er sei zwar bereit, Jesus als großen Morallehrer anzuerkennen, nicht aber seinen Anspruch Gott zu sein. Ein bloßer Mensch, der solche Dinge sagen würde, wie Jesus sie gesagt hat, wäre kein großer Morallehrer. Er wäre entweder ein Irrer - oder der Satan in Person. Wir müssen deshalb entscheiden: Entweder war - und ist - dieser Mensch Gottes Sohn, oder er ist ein Narr oder Schlimmeres. Wir können ihn als Geisteskranken einsperren, oder können ihn als Dämon töten. Oder wir können ihm zu Füßen fallen und ihn Herr und Gott nennen. Aber wir können ihn nicht mit grönnerhafter Herablassung als einen großen Lehrer der Menschheit bezeichnen. Das war nie seine Absicht; diese Möglichkeit hat er uns nicht offengelassen.“

Beweise aus der Tradition

Entgegen der These der Glaube an die Gottheit Jesu sei erst 325 auf dem Konzil von Nicäa erfunden werden, bestätigt die gesamte Tradition seit 2000 Jahren den Glauben an die Göttlichkeit des Herrn:

In seinen Briefen gibt Ignatius von Antiochien († frühes 2. Jhdt.) ein deutliches Zeugnis von der Gottheit Jesu Christi:

„Einer ist der Arzt, fleischlich sowohl als geistig, geboren und ungeboren, im Fleische wandelnd ein Gott, im Tode wahrhaftiges Leben, sowohl aus Maria als aus Gott, zuerst leidensfähig, dann leidensunfähig, Jesus Christus unser Herr.“ - Brief an die Epheser, Kapitel 7

„Denn unser Gott, Jesus der Christus, wurde von Maria empfangen, nach dem Heilsplan Gottes zwar aus dem Samen Davids, aber vom Heiligen Geiste ; er wurde geboren und getauft, damit er durch das Leiden das Wasser reinige.“ - Brief an die Epheser, Kapitel 18

„da Gott in Menschengestalt sich offenbarte zur Neuschaffung“ - Brief an die Epheser, Kapitel 19

„Sage ich herzlichen, vollkommenen Gruß in Jesus Christus, unserem Gott.“ - Brief an die Römer, Kapitel 1

„Denn unser Gott Jesus Christus“ - Brief an die Römer, Kapitel 3

Beweise aus der Vernunft

Der Hl. Athanasius war einer der eifrigsten Streiter gegen den Arianismus. Denn er erkannte die Konsequenz dieser Lehre. Ist Jesus Christus nicht wirklicher Mensch und wirklicher Gott, dann ist unsere Erlösung ist dahin. Denn nur Gott kann erlösen, so wie nur ein Staat verstaatlichen kann. Schließlich besteht die Erlösung darin, dass Gott, der das Leben ist (Jesus ist das Leben, Joh.11:25), die menschliche Natur mit sich verbindet und dadurch die Menschheit aus dem Tod errettet. Auch Anselm von Canterbury liefert einen im Grunde rationalen Beweis für die Gottheit Christi. In seiner, Satisfaktionslehre genannten, Doktrin sagt er folgendes: die Menschheit ist gefallen in Sünde. Gott kann steht nur mehren Alternativen. Er kann die Menschen verdammen. Entweder direkt (durch Gericht) oder indirekt (indem er nichts tut und sie fern von ihm sterben). Das widerspricht aber seiner Güte. Er könnte auch einfach vergeben. Das widerspricht aber seiner Strenge und zudem, auf Grund der menschliches Sündenhaftigkeit, nicht möglich. Damit also beide Seinseigenschaften Gottes, Strenge und Güte (vgl. Röm.11:22), gewahrt bleiben, gibt es nur eine Alternative: er muss die Last der Sünde tragen und dadurch sowohl Gnade, als auch Strenge befriedigen.

C.S. Lewis stellt in „Pardon, ich bin Christ“, wie schon die Kirchenväter, fest, dass „die vollkommene Unterwerfung, dass vollkommene Leiden, der vollkommene Tod […] für Jesus nicht nur einfacher [waren], weil er Gott war; sie waren überhaupt nur dadurch möglich, dass er Gott war.“ Weiter schreibt über die Notwendigkeit beider Naturen: „Christus hat die vollkommene Unterwerfung und Demütigung auf sich genommen: vollkommen, weil er Gott war, Unterwerfung und Demütigung, weil er Mensch war.“".

Die wahre Menschheit Christi

Die Menschheit Jesu Christi war ein wichtiges Diskussionsthema in der Antike. Die Gnosis leugnete das Menschsein Christi. Er habe nur einen Scheinleib angenommen und seine Leiden seien nicht wahrhaftig gewesen. Die Heilige Schrift lehrt klar und deutlich, dass Jesus ein wirklicher Mensch ist:

Jesus weint (Lk.19:41; Hebr.5:7), er hat Hunger (Mt.4:3), er ist ermüdet (Joh.4:6), Christi Seele ist erschüttert (Joh.12:27), er isst und trinkt (Mt.11:19) er wird Menschensohn genannt (u.a. Mt.12:40), er nahm Knechtsgestalt an und wurde den Menschen gleich (Phil.2:7)..

Vereinigung der beiden Naturen in Christus

Das Dogma von der Vereinigung der beiden Naturen in Christus bedeutet, dass in Christus die göttliche und die menschliche Natur hypostatisch, das heißt in der Einheit der Person verbunden ist. In Christus sind daher zwei Naturen (die menschliche und die göttliche) in einer Person vereint.

Jesus Christus, der Erlöser

Begriffsdefinition

Man unterscheidet bei der Erlösung zwischen Erlösung im objektiven und Erlösung im subjektiven Sinn. Beim ersteren handelt es sich um das Werk des Erlösers. Bei Erlösung im subjektiven Sinn geht es um die Verwirklichung der Erlösung beim einzelnen Menschen. Dies bezeichnet man auch als Rechtfertigung.

Erlösung als Zweck des Kommens Christi

Der Zweck der Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus besteht darin, dass er gekommen ist, um die Menschen zu erlösen. Dies bekennen wir im Credo, wo wir beten: "Zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden"

Die Notwendigkeit der Erlösung

Es ist ein Dogma der Kirche, dass sich der Mensch nicht selbst erlösen kann. Der Grund liegt darin, dass alle Menschen seit der Erbsünde Knechte der Sünde sind. Der Heilige Paulus schreibt im Römerbrief 3,23 f: " Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren. Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus."

Die Freiheit Gottes bei der Erlösung

Die Erlösung durch Gott geschieht frei und aufgrund Gottes Erbarmens. Der hl. Thomas von Aquin und der hl. Augustinus haben gelehrt, dass Gott die Menschen aufgrund seiner Allmacht auch auf vielerlei andere Arten hätte erlösen können. Daher bestand auch keine absolute Notwendigkeit für die Inkarnation. Allerdings bestand eine bedingte Notwendigkeit für die Inkarnation dahingehend, dass die Beleidigungen Gottes, die durch die schweren Sünden ausgelöst wurden, nur durch einen unendlichen Sühneakt vollkommen aufgewogen werden. Dies war nur durch eine göttliche Person möglich.

Verwirklichung der Erlösung durch die drei Ämter Christi

Bei den drei Ämtern Christi handelt es sich um das Lehramt, das Hirtenamt und das Priesteramt. Die drei Ämter werden aus dem 14. Kapitel des Johannes-Evangelium hergeleitet, wo es heißt: "Ich bin der Weg (Hirtenamt)) und die Wahrheit (Lehramt) und das Leben (Priesteramt)."

Die Erhöhung Christi

Die Wiederkunft Christi

Titel, unter denen Christus angerufen wird

In den O-Antiphonen:

Siehe auch:

Literatur

Weblinks

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