Kosmos

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Kosmos, Universum oder Weltall, bedeutet Ordnung, Harmonie oder Zierde der sichtbaren und materiellen Schöpfung,[1] der vier Elemente, die Gott „nach Maß, Zahl und Gewicht geordnet“ hat (Weish 11,20 EU). Gott allein hat das Universum frei, direkt und ohne irgendeine Hilfe erschaffen (KKK 317) und wird vom verherrlichten Christus geführt und geleitet.[2]

Der Kosmos bietet sich dem Verstand des Menschen dar, damit er in ihm die Spuren Gott seines Schöpfers wahrnehme.[3] Licht und Nacht, Wind und Feuer, Wasser und Erde, Bäume und Früchte sprechen von Gott und versinnbildlichen zugleich seine Größe und seine Nähe (KKK 1147).

Die Schönheit des Universums: Ordnung und Harmonie der erschaffenen Welt ergeben sich aus der Verschiedenheit der Seinsformen und der Beziehungen unter diesen. Der Mensch entdeckt sie nach und nach als Naturgesetze. Sie rufen die Bewunderung der Wissenschaftler hervor. Die Schönheit der Schöpfung widerspiegelt die unendliche Schönheit des Schöpfers. Sie soll Ehrfurcht wecken und den Menschen dazu anregen, seinen Verstand und seinen Willen dem Schöpfer unterzuordnen (KKK 347).

Der Schöpfer des Sichtbaren

Inhaltsverzeichnis

Bekenntnis zum Sichtbaren in den Glaubensbekenntnissen

Im Nizänisches Glaubensbekenntnis bekennen wir: "Wir glauben an den einen Gott, den allmächtigen Vater, Schöpfer aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge, ...". Das Nizäno-Konstantinopolitanisches Glaubensbekenntnis sagt: "Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt." Auch im Tridentinischen Glaubensbekenntnis wird das Sichtbare mit dem Unsichtbaren benannt: "Ich glaube an Einen Gott, den Allmächtigen Vater, Schöpfer Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren".

Makrokosmos und Mikrokosmos

Der Mensch, die Mitte des Kosmos

Die Kirchenlehrerin Hildegard von Bingen vergleicht in ihren Schriften sehr oft den Makrokosmos (das Universum-Welt) und den Mikrokosmos, den Menschen zur Erlangung eines richtigen Verständnisses der kosmischen Abläufe. Auch Papst Pius XII. spricht von beiden, wobei er mit Mikrokosmos die Atome meint.[4]

Kosmos, Elementarmächte und die Herrschaft Gottes[5]

Der Apostel Paulus schildert die wesentliche Problematik der römischen Religion, wenn er dem "Leben gemäß Christus" ein Leben "unter der Herrschaft der Elemente des Kosmos" entgegenstellt (vgl. Kol 2,8 EU; 2,20 EU); Gal 4,3 EU). In diesem Zusammenhang kann ein Text des heiligen Gregor von Nazianz erhellend sein. Er sagt, dass in dem Augenblick, in dem die vom Stern geführten Magier den neuen König Christus anbeteten, das Ende der Astrologie gekommen war, da die Sterne jetzt die von Christus bestimmte Bahn laufen.[6] In der Tat ist in dieser Szene das Weltbild von damals umgekehrt, das auf andere Weise auch heute wieder bestimmend ist. Nicht die Elemente des Kosmos, die Gesetze der Materie, herrschen letztlich über die Welt und über den Menschen, sondern ein persönlicher Gott herrscht über die Sterne, das heißt über das All; nicht die Gesetze der Materie und der Evolution sind die letzte Instanz, sondern Verstand, Wille, Liebe – eine Person. Und wenn wir diese Person kennen, sie uns kennt, dann ist wirklich die unerbittliche Macht der materiellen Ordnungen nicht mehr das Letzte; dann sind wir nicht Sklaven des Alls und seiner Gesetze, dann sind wir frei.

„Der "Kosmos" selbst, dessen Mitte und Gipfel der Mensch ist, wartet darauf, "von der Sklaverei und Verlorenheit befreit zu werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes" (Röm 8,21 EU).[7]

Ursprung der Naturordnung und der Heilsordnung

Die Erschaffung des Menschen und die Menschwerdung Gottes haben denselben Ursprung im Geiste Gottes als der Quelle aller Einheit, Ordnung und Harmonie. Wenn man den Ursprung des Menschen aus dem Geist mit der sich daraus ergebenden Ebenbildlichkeit zwischen dem Menschen und dem ewigen göttlichen Sein sowie die Spur Gottes in der vernunftlosen Kreatur leugnet, dann ist auch die Harmonie im Verhältnis zwischen Mensch und Welt beseitigt.[8]

Der Kosmos ist geschaffen zum Ziel der Umwandlung in Christus

Die heiligste EUCHARISTIE

Das sichtbare Universum ist dazu bestimmt, umgewandelt zu werden, „damit die Welt, in ihren anfänglichen Zustand zurückversetzt, nunmehr unbehindert im Dienst der Gerechten stehe“ (Irenäus von Lyon, hær. 5,32,1) und so an deren Verherrlichung im auferstandenen Jesus Christus teilhabe (vgl. 1 Kor 15,28 EU), der Mitte des Kosmos und der Geschichte ist.[9] „Den Zeitpunkt der Vollendung der Erde und der Menschheit kennen wir nicht, und auch die Weise wissen wir nicht, wie das Universum umgestaltet werden soll. Es vergeht zwar die Gestalt dieser Welt, die durch die Sünde missgestaltet ist, aber wir werden belehrt, dass Gott eine neue Wohnstätte und eine neue Erde bereitet, auf der die Gerechtigkeit wohnt und deren Seligkeit alle Friedenssehnsüchte, die in den Herzen der Menschen emporsteigen, erfüllen und übertreffen wird“ (GS 39,1) (KKK 1047+1048).

In der Eucharistie vollzieht sich die Verwandlung der Gaben dieser Erde – Brot und Wein – mit dem Ziel, das Leben des Menschen zu verwandeln und auf diese Weise den Anfang der Verwandlung der Welt zu machen... Deshalb „will Gott fortfahren, die Menschheit, die Geschichte und den Kosmos durch diese Kette von Verwandlungen zu erneuern, deren Sakrament die Eucharistie ist. Durch das konsekrierte Brot und den konsekrierten Wein, in denen sein Leib und sein Blut wirklich gegenwärtig sind, verwandelt uns Christus, indem er uns ihm ähnlich macht: er schließt uns in sein Erlösungswerk ein und macht uns durch die Gnade des Heiligen Geistes fähig, entsprechend seiner Logik des Schenkens zu leben, als Weizenkörner, die mit ihm vereint und in ihm sind“. [10]

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. vgl. KKK 347; Pius XII., Weihnachtsansprache Leva ierusalem über Christus und die Harmonie des Kosmos vom 22. Dezember 1957; KKK 1147.
  2. vgl. Johannes Paul II. Apostolisches Schreiben Dies domini, Nr. 75 über die Heiligung des Sonntags vom 31. Mai 1998.
  3. Vgl. Weish 13,1 EU; Röm 1,19–20 EU; Apg 14,17 EU; KKK 32.
  4. in der Ansprache Nous vous souhaitons über Atomphysik und thomistischer Philosophie vom 14. September 1955 und in der Weihnachtsansprache Leva ierusalem über Christus und die Harmonie des Kosmos vom 22. Dezember 1957.
  5. Benedikt XVI.: Enzyklika Spe salvi, über die christliche Hoffnung, Nr. 5 vom 30. November 2007.
  6. Vgl. Poem. dogm., V, 53-64: PG 37, 428-429.
  7. Kongregation für die Glaubenslehre: Instruktion Libertatis conscientia, Nr. 52 über die christliche Freiheit und Befreiung vom 22. März 1986.
  8. vgl. Pius XII., Weihnachtsansprache Leva ierusalem über Christus und die Harmonie des Kosmos vom 22. Dezember 1957.
  9. vgl. Päpstlicher Rat für die Kultur für eine Kulturpastoral, Nr. 5 vom 23. Mai 1999
  10. Papst Benedikt XVI. am Fronleichnamsfest, dem 23. Juni 2011 in der Lateranbasilika - Die Eucharistie – Weg der Erneuerung der Welt
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