Weihnachten

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Jesu Geburt
Die Menschwerdung in der Heilsgeschichte
Bethlehem, Geburtskirche
Gloria in excelsis Deo

An Weihnachten feiern die Christen die Geburt Jesu Christi. Das Hochfest wird am 25. Dezember begangen, beginnend am Vorabend, auch "Heiliger Abend" genannt.

Die Weihnachtszeit beginnt im Anschluss an den Advent mit der Vesper am Abend des 24. Dezember und dauert in den katholischen Kirchen bis zum Fest der Taufe des Herrn am Sonntag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanie, 6. Januar). In den Kirchen der Reformation endet sie mit Epiphanias (6. Januar). Der Ort, mit dem Weihnachten am unmittelbarsten in Verbindung gebracht wird, ist Bethlehem, der Geburtsort Jesu.

Inhaltsverzeichnis

Biblische Grundlagen

Dass Jesus geboren wurde und als Mensch in seiner Zeit gelebt hat, wird von der Forschung nicht ernsthaft bestritten. Seine Geburt in Bethlehem wird in zwei der vier Evangelien erzählt: Matthäus und Lukas stellen ihrem Evangelium jeweils unabhängig voneinander Kindheitsgeschichten voran, die sich im Ablauf stark unterscheiden. Das Markusevangelium beginnt seine Darstellung sofort mit der Taufe Jesu durch Johannes den Täufer und dem öffentlichen Wirken Jesu, ebenfalls das Johannesevangelium, das dem aber einen Prolog voranstellt.

Synoptische Evangelien

Die Kindheitserzählungen wollen aus nachösterlicher Sicht deutlich machen, dass Jesus Christus von Anfang an, bereits als neugeborenes Kind, der Sohn Gottes und der verheißene Messias war.[1]

Lukas

Die heute geläufigere Darstellung stammt aus dem Lukasevangelium:

„In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“

Lk 2,1–7 EU

Es folgt bei Lukas die Verkündigung an die Hirten (Lk 2,8–20 EU) und die Darstellung Jesu im Tempel entsprechend jüdischer Vorschrift (Lk 2,21–40 EU). Vorausgegangen war die Verkündigung Jesu an Maria und parallel dazu die Verkündigung und die Geburt von Johannes dem Täufer (Lk 1,3–80 EU).

Matthäus

Das Matthäusevangelium spricht nach dem Stammbaum Jesu eher beiläufig von der Geburt Jesu in Zusammenhang mit dem Zweifel Josefs an seiner Vaterschaft, dem ein Engel im Traum den Hinweis auf die Bedeutung des Kindes der Maria gab (Mt 1,18–25 EU), und der Verehrung des Neugeborenen durch die Sterndeuter (Mt 2,1–12 EU). Daran schließen sich die Flucht nach Ägypten, der Kindermord des Herodes und die Rückkehr von Josef mit Maria und dem Kind nach Nazaret an (Mt 2,13–23 EU).

Johannesevangelium und Paulus

Das Johannesevangelium deutet in theologisch-dichterischer Redeweise die Menschwerdung des Gottessohnes:

„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“

Joh 1,9–14 EU

Auch Johannes der Täufer bezeugt und bekräftigt als „Vorläufer Jesu“ diese Aussage in Joh 1,6–8 EU und 1,15 EU.

In den Briefen des Paulus wird der Glaube an Jesus Christus nicht in erzählerischer Form dargestellt, sondern theologisch verdichtet. Die Menschwerdung des Gottessohnes wird als Kenosis, als „Entäußerung“ und „Erniedrigung“ gepredigt, so im Brief an die Philipper:

„Seid untereinander so gesinnt, wie es dem Leben in Christus Jesus entspricht:
Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein,
sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.
Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.
Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,
damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu
und jeder Mund bekennt: ‚Jesus Christus ist der Herr‘ – zur Ehre Gottes, des Vaters.“

Phil 2,5–11 EU

Theologische Aussage

Das populäre „Maria legte das Kind in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war“ (Lk 2,7 EU) entspricht somit dem Satz des Johannesevangeliums „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,11 EU) und der „Inkarnation“ und „Entäußerung“, dem „Den-Menschen-gleich-Werden“ der paulinischen Theologie (Phil 2,7 EU). Die Aussagen der Evangelien zur Geburt kennzeichnen die gesamte Sendung Jesu Christi als Gottes Heilstat zur Erlösung der Menschen durch seinen Sohn, von Jesu Geburt bis zu seiner Hinrichtung am Kreuz: „Schon in der Geburt ist (oder: wird) hier Jesus der Sohn Gottes“, betonen Matthäus und Lukas, indem sie ihrem Evangelium die weihnachtliche Vorgeschichte voranstellen.[2]

"Jesus kam in der Armseligkeit eines Stalles zur Welt, in einer unbegüterten Familie (vgl. Lk 2,6-7 EU). Schlichte Hirten sind die ersten Zeugen des Ereignisses. In dieser Armut erstrahlt die Herrlichkeit des Himmels (vgl. Lk 2,8-20 EU). [...] Vor Gott 'Kind zu werden' ist die Voraussetzung, um in das Gottesreich einzutreten (vgl. Mt 18,3-4 EU). Dazu muss man sich erniedrigen (vgl. Mt 23,12 EU), kleinwerden; mehr noch: man muss 'von neuem geboren werden' (Joh 3,7 EU), 'aus Gott geboren' werden (Joh 1,13 EU), um 'Kind Gottes zu werden' (Joh 1,12 EU). Das Weihnachtsgeheimnis vollzieht sich in uns, wenn Christus in uns 'Gestalt annimmt' (Gal 4,19 EU). Weihnachten ist das Mysterium des 'wundersamen Tausches':

O wunderbarer Tausch!
Der den Menschen erschuf,
nimmt menschliches Leben an
und wird aus der Jungfrau geboren.
Von keinem Mann gezeugt’
kommt er in die Welt
und schenkt uns göttliches Leben."
(Liturgia Horarum, Stundengebet: Antiphon der Vespern vom 1. Januar)[3]

Geschichte

Weihnachten gehört nicht zu den ältesten Kirchenfesten. Irenäus und Tertullian führen das Fest nicht auf ihren Listen; Origenes hält fest, dass in der Schrift nur Sünder Geburtstag feiern, keine Heiligen.

Ursprünglich wurde nur das Fest der Erscheinung (Epiphanie) am 6. Januar gefeiert. Ab dem 2. Jahrhundert kam die Feier der Geburt Jesu dazu. Die Feier von Weihnachten am 25. Dezember als Geburtsfest Jesu geht auf das Jahr 336 zurück. Bereits damals wurde in Rom das eigentliche heidnische Staatsfest des „Unbesiegten Sonnengottes“, mit dem die Wintersonnenwende gefeiert wurde, in ein christliches Fest umgedeutet.

Im 5. Jahrhundert wurde der Advent als Vorbereitungszeit auf Weihnachten eingeführt. Im 5. und 6. Jahrhundert wurde Weihnachten zum dritten Hochfest der Kirche, nach Ostern und Pfingsten. Die Synode von Mainz legte 813 die Dauer des Weihnachtsfests für Deutschland auf vier Tage fest.

Unter dem Einfluss Martin Luthers wurde Weihnachten nach der Reformation zum Kinderbeschenktag. Als Ersatz für das beliebte Nikolausfest, zu dem im christlichen Mittelalter das Schenken üblich war, propagierte der Reformator die Bescherung durch den „Heiligen Christ“. Dieser Brauch wurde im Laufe der Zeit auch ins katholische Brauchtum übernommen.

Liturgie

Höhepunkt der Weihnachtsfeier war anfangs das Hochamt am 25. Dezember. Seit Papst Gregor I. (dem Großen) entwickelte sich im 6. Jahrhundert im Westen die Tradition, an Weihnachten drei Heilige Messen zu feiern. Vorbild war Rom, wo der Papst in drei verschiedene Kirchen zu unterschiedlichen Zeiten eine Weihnachtsmesse feierte: die Messe in der Heiligen Nacht in Verbindung mit einer Nachtwache, die die Matutin einschloss (Missa in nocte, heute Christmette - von Matuti - genannt), die zweite Messe in der Morgendämmerung (Missa in aurora, heute "Hirtenmesse" genannt) und die dritte Messe am Tag (Missa in die), das Hochamt.

Mancherorts ist es Brauch, dass vor der Christmette das Martyrologium vorgetragen wird, in dem die Geburt Jesu im Rahmen der Heilsgeschichte datiert wird; ursprünglicher Ort für das Martyrologium in der Liturgie war die Prim des Stundengebets. Dieser Brauch weist auf den Charakter der Christmette als Vigilfeier ähnlich der Osternacht hin, in der die nächtliche Eucharistiefeier mit den nächtlichen Horen des Stundengebetes - Matutin, Laudes und Prim - verbunden werden.

Das Weihnachtsfest hat als kirchliches Hochfest eine Oktav; die Kirche feiert – liturgisch gesehen – acht Tage lang Weihnachten bis zum Neujahrstag. Der Oktavtag von Weihnachten, der 1. Januar, war bis 1970 das Fest der Beschneidung des Herrn, seit der Liturgiereform durch das Zweite Vatikanische Konzil wird er als Hochfest der Gottesmutter Maria begangen. Im Gegensatz zur Osteroktav haben die Tage der Weihnachtsoktav keine eigene Tagesliturgie, so dass die Feste und Gedenktage der Tagesheiligen begangen werden: der Stephanustag am 26. Dezember, das Fest des Apostels Johannes am 27. und das Fest der Unschuldigen Kinder am 28. Dezember. Am Sonntag in der Weihnachtsoktav wird das Fest der Heiligen Familie gefeiert.

Im Kirchenjahr sind auf den Termin des Weihnachtsfestes hingeordnet das Fest der Verkündigung des Herrn am 25. März, neun Monate vor Weihnachten, und das Fest der Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni, sechs Monate vor Weihnachten und drei Monate nach der Ankündigung der Geburt Jesu; damit wird die Datierung aus Lk 1,26 EU aufgegriffen, wonach Maria "im sechsten Monat" der Schwangerschaft ihrer Verwandten Elisabeth mit Jesus schwanger wurde. Auch der Martinstag am 11. November hat Bezug zu Weihnachten: Jetzt begann die ursprünglich sechswöchige mittelalterliche Fastenzeit zur Vorbereitung auf das Weihnachtsfest, die später auf die vier Wochen des Advents beschränkt wurde.[4]

Präfationen von Weihnachten

I. Christus, das Licht
In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn Fleisch geworden ist das Wort und in diesem Geheimnis erstrahlt dem Auge unseres Geistes das neue Licht Deiner Herrlichkeit. In der sichtbaren Gestalt des Erlösers lässt Du uns den unsichtbaren Gott erkennen, um in uns die Liebe zu entflammen zu dem, was kein Auge geschaut hat. Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres den Hochgesang von Deiner göttlichen Herrlichkeit: Heilig, heilig, heilig.

II. Die Erneuerung der Welt durch den menschgewordenen Sohn Gottes
In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, Vater im Himmel zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Denn groß ist das Geheimnis seiner Geburt: Er, der unsichtbare Gott, ist (heute) sichtbar als Mensch erschienen. Vor aller Zeit aus Dir geboren, hat er sich den Gesetzen der Zeit unterworfen. In ihm ist alles neu geschaffen. Er heilt die Wunden der ganzen Schöpfung, richtet auf, was darniederliegt, und ruft den verlorenen Menschen ins Reich Deines Friedens. Darum rühmen Dich Himmel und Erde, Engel und Menschen und singen das Lob Deiner Herrlichkeit: Heilig, heilig, heilig.

III. Der wunderbare Tausch[5]
In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir, allmächtiger Vater, zu danken und Dein Erbarmen zu rühmen durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn schaffst Du den Menschen neu und schenkst ihm ewige Ehre. Denn einen wunderbaren Tausch hast Du vollzogen: Dein göttliches Wort wurde ein sterblicher Mensch, und wir sterbliche Menschen empfangen in Christus Dein göttliches Leben. Darum preisen wir Dich mit allen Chören der Engel und singen vereint mit ihnen das Lob Deiner Herrlichkeit: Heilig, heilig, heilig.

Urbi et orbi und Weihnachts-Ablass

Weihnachtlicher Petersplatz
Gott wird Mensch

Am 25. Dezember spendet der Papst nach dem Angelus-Gebet am Mittag den traditionellen Segen Urbi et Orbi ("Der Stadt [Rom] und dem Erdkreis"), mit dem ein Ablass unter den gewöhnlichen Bedingungen verbunden ist.

Der Ablass des Päpstlichen Segens gilt auch dann, wenn der Gläubige, der aus einem vernünftigen Grund während der Feier nicht persönlich anwesend sein kann, über Rundfunk (seit 1939),[6] Fernsehen (seit 1985)[7] sowie über das Internet (seit 1995)[8] in frommer Gesinnung an der Segensspendung teilnimmt (vgl. Enchiridion indulgentiarum 1999).

Brauchtum

Krippe auf dem Petersplatz in Rom

Krippen

Papst Liberius soll schon in der Mitte des 4. Jh. in Rom eine Basilika mit Krippenkapelle errichtet haben. 420 wurde an dieser Stelle die Basilika Santa Maria Maggiore errichtet, wo Krippenreliquien verehrt werden. Dies führte zum Brauch, neben dem Altar eine Nachbildung der Geburtsszene Jesu aufzustellen. Im Mittelalter bildeten sich die Krippendarstellungen heraus, wie sie heute verbreitet sind.

Franz von Assisi organisierte 1223 im Wald von Greccio eine Krippenfeier mit Ochs und Esel. Krippendarstellungen wurden vorerst nur in Kirchen aufgestellt, ab dem 18. Jh. auch in Privatwohnungen.

Die wohl grösste Weihnachtskrippe der Welt ist das Diorama Bethlehem in Einsiedeln, eine naturgetreue Nachbildung der Gegend von Bethlehem mit über 450 Figuren auf 80 m².

Gedanken über Weihnachten

  • „Die Jungfrau bringt heute den Ewigen zur Welt,
    und die Erde bietet dem Unzugänglichen eine Höhle.
    Die Engel und die Hirten preisen ihn
    und die Weisen nahen sich mit dem Stern,
    denn du bist für uns geboren’ du kleines Kind,
    du ewiger Gott!"
    (Kontakion von Romanos Melodos, * um 485)[9]
  • „Das Kindlein in der Krippe ist wirklich Gottes Sohn. Gott ist nicht ewige Einsamkeit, sondern ein Kreis der Liebe in Hingabe und Zurückschenken: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Mehr noch: In Jesus Christus ist Gottes Sohn, Gott selbst ein Mensch geworden. Zu ihm sagt der Vater:„Mein Sohn bist du. ”Das ewige Heute Gottes ist in das vergängliche Heute dieser Welt herabgestiegen und zieht unser vergehendes Heute in Gottes immerwährendes Heute hinein. Gott ist so groß, dass er klein werden kann. Gott ist so mächtig, dass er sich wehrlos machen kann und als wehrloses Kindlein auf uns zugeht, damit wir ihn lieben können. Gott ist so gut, dass er auf seinen göttlichen Glanz verzichtet und in den Stall herabsteigt, damit wir ihn finden können und so seine Güte auch uns berührt, uns ansteckt, durch uns weiterwirkt.“
    (Papst Benedikt XVI. in seiner ersten Heiligabend-Predigt als Papst am 24. Dezember 2005)
  • „In dieser Nacht ist mein Herz von den Anfangsworten des bekannten eucharistischen Hymnus erfüllt, der mich in diesem Jahr, das auf besondere Weise der Eucharistie gewidmet ist, Tag für Tag begleitet. Im Sohn der Jungfrau, der, ,in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt‘ (Lk 2,12), erkennen wir und beten an ,das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist‘ (Joh 6,41.51), den Erlöser, der auf die Erde gekommen ist, um der Welt das Leben zu geben. Betlehem! Die Stadt, in der Jesus Christus gemäß der Schrift geboren wurde, bedeutet auf hebräisch ,Haus des Brotes‘. Dort also sollte der Messias geboren werden, der von sich gesagt hat: ,Ich bin das Brot des Lebens‘ (Joh 6,35.48). In Betlehem ist der geboren, der unter dem Zeichen des gebrochenen Brotes sein Pascha-Gedächtnis hinterlassen hat. Die Anbetung des Jesuskindes wird in dieser Heiligen Nacht zur eucharistischen Anbetung.“
    (Papst Johannes Paul II. in seiner letzten Heiligabend-Predigt am 24. Dezember 2004)
  • „Deshalb müssen wir an Weihnachten nicht einfach alles, was uns in Angst versetzt, für ein paar Stunden an die Seite schieben und verdrängen! Auch ins Weihnachtsfest hinein darf das Dunkel unseres Lebens reichen, auch an Weihnachten darf es Schmerz geben. Die Ankunft dessen aber, der ,für uns Menschen und zu unsererem Heil vom Himmel gekommen ist‘, hat unser Dasein grundsätzlich erhellt: Gott würdigt den Menschen, weil sein ,machtvolles Wort‘ Fleisch wurde. Diese Wahrheit ist der Angelpunkt der Menschenwürde.“
    (Heinz Josef Algermissen in Morgenstern in finst’rer Nacht)
  • "Gott sagt uns und der ganzen Welt durch seine Geburt:

Ich bin da; Ich bin bei dir. Ich bin dein Leben; ich bin deine Zeit. Ich weine deine Tränen – weine deine mit mir, mein Kind. Ich bin deine Freude; fürchte nicht, froh zu sein, denn seit ich geweint habe, ist die Freude lebenswahrer als die Angst und die Trauer derer, die meinen, keine Hoffnung zu haben. Ich bin die Ausweglosigkeit deiner Wege, denn wo du nicht mehr weiter weißt, da bist du, törichtes Kind, schon bei mir angelangt und merkst es nicht.
Ich habe mich selbst, wirklich ganz selbst und ganz persönlich, auf das fürchterliche Abenteuer eingelassen, das mit eurer Geburt beginnt; ich sage euch, meines war nicht leichter und gefahrenloser als eures; ich versichere euch, es hat einen seligen Ausgang. Seit ich euer Bruder wurde, seid ihr mir so nahe, wie ich mir selber bin. Ich habe euch angenommen, als ich mein Menschenleben auf mich nahm, als euresgleichen.
Wenn ihr die Zukunft nach euch allein beurteilt, könnt ihr nicht pessimistisch genug sein. Aber vergesst nicht: Eure wahre Zukunft ist meine Gegenwart, die heute begonnen hat und nie mehr Vergangenheit wird. (Karl Rahner)

Literatur

Theologie und Exegese

  • Aurelius Augustinus: Betrachte nur, was Gott für uns geworden ist. Vom Geheimnis der Weihnacht Verlag Neue Stadt (96 Seiten; ISBN: 978-3-87996-566-3).
  • Johannes Riedl: Die Vorgeschichte Jesu. Die Heilsbotschaft von Mt 1–2 und Lk 1–2. Verlag Katholisches Bibelwerk: Stuttgart, Stuttgart 1968.
  • Leonardo Boff. Mensch geworden: das Evangelium von Weihnachten; 2. Aufl.; Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 1987
  • Franz Georg Untergaßmair: Weihnachten - Wiege des Christentums. Eine exegetisch-homiletische Handreichung, Butzon & Bercker, Kevelaer 2001 (127 S.)
  • Joseph Ratzinger-Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth. Prolog. Die Kindheitsgeschichten. Herder, Freiburg im Breisgau 2012; ISBN 978-3-451-34999-7.
  • Karl Josef Kuschel: Weihnachten und der Koran, Patmos Verkag, 2. Aufl., Ostfildern 2012 (158 S.; ISBN 978-3-8436-0250-1).

Meditation, Brauchtum und erbauliche Schriften

  • Papst Franziskus: Zeit der Gnade - Zeit der Freude. Meditationen zum Weihnachtsfest, Benno Verlag, Leipzig 2015 (77 S.; ISBN 978-3-7462-4417-4).
  • Benedikt XVI.: Berührt von seiner Freude. Die Weihnachtsgeschichte gedeutet, Benno Verlag, Leipzig 2015 (169 S.; ISBN 978-3-7462-4405-1).
  • Karl Lehmann: Die Stille suchen. Gedanken zu Advent und Weihnachten, Benno Verlag, Leipzig 2004 (28 S.)
  • Karl Lehmann: "Mensch, Gott!" Geistliche Impulse für die Advents- und Weihnachtszeit, Benno Verlag, Leipzig 2004 (114 S.)
  • Joseph Ratzinger: Du bist das Licht der Welt. Gedanken zum Weihnachtsfest, Benno Verlag, Leipzig 2004 (28 S.)
  • Reinhard Abeln: Das christliche Hausbuch für die Advents- und Weihnachtszeit. Spiele, Lieder, Geschichten, Bastelideen, Dekorationen, Benno Verlag, Leipzig 2009 (119 S.; ISBN 978-3-7462-2805-1).
  • Herbert Winklehner: "Seht, Christus kommt uns suchen!" Mit Franz von Sales durch die Advents- und Weihnachtszeit Franz Sales Verlag (96 Seiten; ISBN 978-3-7721-0248-6).
  • Ein Geschenk des Himmels. Dem Weihnachtsgeheimnis auf der Spur. Von Martin Ramm und Michael & Dorothea Hageböck. Thalwil 2011 (Mit kirchlicher Druckerlaubnis des Bischöflichen Ordinarius von Chur vom 11. November 2011; Download).
  • Chrysostomus Ripplinger: Und das Wort ist Mensch geworden. Andachten zur Advents- und Weihnachtszeit, Benno Verlag, Leipzig 2001, (101 S.; ISBN 3-7462-1469-6).
  • Christamaria Krahl: Neue Advents- und Krippenspiele: St. Martin, St. Nikolaus, Advent, Weihnachten, Dreikönige [für Kinder und Jugendliche], Benno Verlag, Leipzig 2001, (135 S.; ISBN 3-7462-1457-2).
  • Fritz Summer/Gertraude Vymetal: Das Baby im Stall. Ein Vorlesebuch zu Weihnachten für Kinder bis 6 Jahre Benedetto Verlag (ISBN 978-3-9523-314-0-8).
  • Peter Paul Kaspar: Wohl zu der halben Nacht. Zeichen und Symbole um Advent und Weihnachten, Tyrolia Verlag, Innsbruck 1994 (84 S.; ISBN 3-7022-1941-2).
  • Georg Schwikart: Materialbuch Advent und Weihnachten [für Gemeindearbeit, Liturgie und Unterricht], Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz 1994 (139 S.; ISBN 3-7867-1778-8).
  • Kartellverband deutscher Krippenfreunde (versch. Hsgr.): Jahrbuch: Die Weihnachstkrippe Josef Habbel Verlag 1924-1940 (ca. 70-80 Seiten).
  • Albert Maria Lehr: Zu Bethlehem geboren. Gedanken für die Weihnachtszeit. Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1990 (108 Seiten).
  • Abeln / Kner: Unsere Weihnacht : Gedanken und Erzählungen rund um Weihnachten. Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1998 (32 Seiten; ISBN 3857644885).
  • Reinhard Abeln/Giudo Kolb: Ein Licht im Dunkeln: Geschichten zur Advents- und Weihnachtszeit : Zum Selberlesen oder Vorlesen in Gruppen - Schulen. Steyler Nettetal Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1999 (123 Seiten; ISBN 3805003773).
  • Sigrid Undset: Das Weihnachtswunder. Verlag Ars Sacra München 1930.
  • Hildegard Stein: Maria und ihr Kind. Gedichte.Verlag Ars Sacra München 1932.
  • Ruth Schaumann: Drei Legenden zur Weihnacht. Verlag Ars Sacra München 1965 (31 Seiten).
  • Müller, Marga (Text): Das Wunderstädtlein. Ein Buch für weihnachtsfrohe Stuben. Mit ganzseitigen Farbtafeln u. Textabb. nach Josef Madlener. Verlag Ars Sacra München 1958 (86 Seiten).

Quiz-Spiel

Päpstliches

Weihnachtsansprache an die Römische Kurie

Weblinks

Anmerkungen

  1. Johannes Riedl: Die Vorgeschichte Jesu. Die Heilsbotschaft von Mt 1–2 und Lk 1–2. Verlag Katholisches Bibelwerk: Stuttgart, Stuttgart 1968, S. 7–13; Dietrich Wiederkehr: Entwurf einer systematischen Christologie. in: Johannes Feiner, Magnus Löhrer (Hrsg.): Mysterium Salutis. Grundriss heilsgeschichtlicher Dogmatik, Band III/I, Benziger Verlag: Einsiedeln-Zürich-Köln 1970, S. 477–648, hier S. 533.
  2. Dietrich Wiederkehr: Entwurf einer systematischen Christologie. In: Johannes Feiner, Magnus Löhrer (Hrsg.): Mysterium Salutis. Grundriss heilsgeschichtlicher Dogmatik. Band III/I, Benziger Verlag Einsiedeln-Zürich-Köln 1970, S. 477–648, hier S. 533. Das gesamte Zitat lautet: „Die Inkarnationschristologie des NT hat nun, vor allem in den «Kindheitsgeschichten» von Mt und Lk, die Erhellung des vorösterlichen Weges Jesu noch weiter zurückgetrieben bis auf die Geburt Jesu: Schon in der Geburt ist (oder: wird) hier Jesus der Sohn Gottes. Wir haben damit noch einen weitern Schritt vor die einzelnen Akte Jesu als Gottessohn zurückgetan, dadurch erlangt die Existenz und Wirklichkeit Jesu als solche noch mehr eigenes Gewicht. Noch bevor er als Sohn handelt, ist er es schon von seiner Geburt an.“
  3. Katechismus der Katholischen Kirche 525f.
  4. Werner Mezger: „Brenne auf, mein Licht…“ Zur Entwicklung, Funktion und Bedeutung der Brauchformen des Martinstages. In: Werner Groß, Wolfgang Urban (Hrsg.): Martin von Tours. Ostfildern 1997, S. 273-350, hier S. 277, zitiert nach: Martin Happ: Alte und neue Bilder vom heiligen Martin. Brauchtum und Gebrauch seit dem 19. Jahrhundert. Köln-Weimar-Berlin 2006, S. 237.
  5. Martin Luther: "Der fröhliche Wechsel"
  6. 15. Juni 1939 Apostolische Pönitentiarie: Dekret Iam aridem multisque Der Päpstliche Segen kann hinfort am Radio empfangen werden (AAS XXXI [1939] 277)
  7. 14. Dezember 1985 Apostolische Pönitentiarie: Dekret Diversis ex locis über die Gewinnung von Ablässen am Fernsehen und Radio (AAS 78 [1986] 293 f)
  8. 1995 war der Beginn des vatikanischen Internetauftritts. Ob es ein Schreiben gibt oder reichen Diversis ex locis für Fernsehen (Video) und Radio (Audio) aus?
  9. zitiert nach KKK 525

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