Katholische Kirche in Deutschland

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Ikone Königin von Deutschland
Der heilige Erzengel Michael, der Patron Deutschlands

Die katholische Kirche in der Bundesrepublik Deutschland besteht aus 7 Kirchenprovinzen mit 7 Erzbistümern und 20 dazugehörigen Bistümern. In Deutschland gibt es ca. 12.500 Pfarreien und sonstige Seelsorgestellen.

Inhaltsverzeichnis

Zahlen und Fakten

Die Bundesrepublik Deutschland hat eine Fläche von 357.167,94 km² mit 81,1 Mio. Einwohnern. 92,3 % von ihnen (74 Millionen) haben die deutsche und 7,7 % (6,2 Millionen) eine ausländische Staatsangehörigkeit; unter diesen sind 2,6 Millionen Christen.[1] 23,9 Mio. Menschen (29,5 % der Bevölkerung) sind katholisch. Der katholische Bevölkerungsanteil schwankt zwischen 6 % in Schleswig-Holstein, 18 % in Niedersachsen, 53 % in Bayern und 61 % im Saarland. Mit 2,7 Millionen macht die Zahl der Gottesdienstteilnehmer rund 11% der Gläubigen oder etwa 3,5 % der Gesamtbevölkerung aus. 53 % der Katholiken sind weiblich, 47 % männlich.[2]

Erzbistümer und ihre Suffraganbistümer

Das grösste Bistum ist das Erzbistum Köln mit knapp 2,2 Millionen Katholiken, das kleinste das Bistum Görlitz mit 32.000 Katholiken.[3]

Weiteres

  • Apostolische Exarchie für katholische Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien (München)
  • Militärordinariat

Die Apostolische Nuntiatur befindet sich in Berlin. Apostolischer Nuntius ist Erzbischof Dr. Nikola Eterovic.

Patrone

  • Erzengel Michael
  • Bonifatius, Apostel der Deutschen
  • Petrus Canisius, Schutzpatron der katholischen Schulorganisation in Deutschland
  • Orthodoxe Christen verehren Maria als "Königin von Deutschland" sowie die gleichnamige Ikone in besonderer Weise. [4]

Theologische Fakultäten

Katholische Theologische Fakultäten bestehen an folgenden Orten:

  • Augsburg: Universität [1]
  • Bamberg: Otto-Friedrich-Universität [2]
  • Benediktbeuern: Philosophisch-Theologische Hochschule der Salesianer [3]
  • Bochum: Ruhr-Universität [4]
  • Bonn: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität [5]
  • Eichstätt: Katholische Universität [6]
  • Erfurt: Universität [7]
  • Frankfurt/Main: Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen [8]
  • Freiburg: Albert-Ludwigs-Universität [9]
  • Fulda: Theologische Fakultät [10]
  • Mainz: Johannes Gutenberg-Universität [11]
  • München: Ludwig-Maximilians-Universität [12]
  • Münster: Philosophisch-Theologische Hochschule Münster (Träger:Kapuziner) [13]
  • Münster: Westfälische-Wilhelms-Universität [14]
  • Paderborn: Theologische Fakultät [15]
  • Passau: Universität [16]
  • Regensburg: Universität [17]
  • St. Augustin: Philosophisch-Theologische Hochschule der Steyler Missionare [18]
  • Trier: Theologische Fakultät [19]
  • Tübingen: Eberhard-Karls-Universität [20]
  • Vallendar: Philosophisch-Theologische Hochschule (PTHV) der Pallottiner [21]
  • Würzburg: Bayerische Julius-Maximilians-Universität [22]

Schule, Erziehung, Jugendarbeit

  • In 9.331 Kindertageseinrichtungen in katholischer Trägerschaft wurden im Jahr 2014 592.300 Kinder von 86.424 Mitarbeitern betreut; 27 % der Kinder hatten einen Migrationshintergrund.
  • Etwa 300 kirchliche Träger unterhielten 905 katholische Schulen aller Schulformen (Grundschulen, Gymasien, Berufsschulen und Internate), die von etwa 370.000 Kindern und Jugendlichen besucht wurden.
  • Im Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sind 17 katholische Jugendverbände und -organisationen mit rund 660.000 Mitgliedern zwischen 7 und 28 Jahren zusammengeschlossen.

Geschichte

Antike

Das Christentum erreichte Germanien schon zu römischer Zeit, vor allem verbreitet durch Soldaten aus anderen Teilen des römischen Reiches. In den Städten Trier, Mainz und Köln entstanden ab dem 3. Jahrhundert Bistümer.

Auch zu Zeiten der Völkerwanderung überlebte das Christentum - anders als früher angenommen - in den ehemals römischen Teilen Germaniens, wie durch archäologische Grabfunde belegt ist. Freilich blieb der Osten Germaniens heidnisch. Im Westen Germaniens, in der Provinz Germania Inferior, siedelten die Römer das Volk der Franken an - in der Hoffnung, diese würden die Reichsgrenze verteidigen. Beim Zusammenbruch des Imperiums übernahmen die Franken das Erbe Roms am Rhein. Im Südwesten, in der Provinz Germania Superior, bildeten sich die Alemannen. Beide Stämme bildeten Herrschaften, jedoch besiegte König Chlodwig I. im Jahr 496 die Alemannen bei der Schlacht von Zülpich. Bei dieser Schlacht gelobte der Überlieferung nach Chlodwig seine Taufe, was ausschlaggebend für die Christianisierung des sich bildenden Frankenreiches wurde. Entscheidend war auch der Entschluss Chlodwigs, sich nicht arianisch, sondern trinitarisch taufen zu lassen.

Mittelalter

Im Frankenreich bildete sich eine von Rom recht unabhängige Reichskirche. Der König (bzw. sein Hausmeier) nahm großen Einfluss auf die Bischofsernennungen. Eine Wende brachte jedoch die Mission des Bonifatius, der vom Papst zur Mission beauftragt wurde und von ihm auch das Pallium empfing. Bonifatius gründete in seinem Missionsgebiet zahlreiche Klöster und Bistümer (739: Bistum Passau und Bistum Regensburg, 741: Bistum Würzburg und Bistum Büraburg, 742: Bistum Erfurt, 743/751: Kloster in Fulda, ebenso das Bistum Eichstätt). Karl der Große reformierte die Kirche, vor allem Liturgie und Bildungswesen, was zu einer großen Blüte des religiösen Lebens führte. Als unrühmliche Episode gilt die von ihm in die Wege geleitete gewaltsame Sachsenmission.

Nach Karl dem Großen spaltete sich das Frankenreich: Aus dem Ostteil entstand das Heilige Römische Reich (der Zusatz deutscher Nation kam erst im ausgehenden Mittelalter auf). Unter Otto dem Großen kam es zu weiteren Bistumsgründungen (Erzbistum Magdeburg, Bistum Meißen, Bistum Merseburg und Bistum Zeitz).

Im 11. Jahrhundert kam es zum Investiturstreit, in dem sich Papst und Kaiser in der Frage der Laieninvestitur (Einsetzung von Bischöfe durch den Herrscher) entzweien. Der Streit kulminierte im Gang nach Canossa (Januar 1077) durch Kaiser Heinrich IV. Erst mit dem Wormser Konkordat (23. September 1122) wurdeder Konflikt gelöst, indem zwischen weltlicher Einsetzung der Bischöfe als Landesherren und geistlicher Weihe unterschieden wurde. Erstere blieb nach wie vor im Kompetenzbereich des Kaisers, letztere ist Sache der Kirche.

Auch deutsche Ritter und Herrscher beteiligten sich an den Kreuzzügen. Beim zweiten Kreuzzug begleitete Kaiser Konrad III. das Heer, den dritten Kreuzzug führte Kaiser Friedrich I. Barbarossa an; dieser ertrank jedoch 1190 nach einer siegreichen Schlacht. 1198 wurde der Ordo Teutonicus (Deutscher Orden) als dritter Ritterorden, nach den Templern und Johannitern, gegründet, der sich überwiegend aus Rittern aus den deutschsprachigen Teilen des Reiches rekrutierte. Der Deutsche Orden führt nach dem Ende der Kreuzzüge ins Heilige Land den Kreuzzugsgedanken im Land der Prußen weiter. An der Weichselmündung entstand der Deutschordensstaat, aus dem sich später Preußen entwickeln wird.

Im 12. Jahrhundert wurden auf dem Reichsgebiet zahlreiche Klöster des Prämonstratenser- und Zisterzienserordens gegründet, die sich der Mission und der Urbarmachung der jüngeren, östlichen Teile des Reiches widmeten. Im 13. Jahrhundert kamen die Bettelorden hinzu, die Franziskaner und die Dominikaner, die sich vor allem in den Städten niederließen und auch die mittelalterliche Philosophie und Theologie (Scholastik) ausarbeiteten.

Eine Zäsur stellte das Auftreten der Pest um das Jahr 1350 dar, die in vielen Landstrichen weite Teile der Bevölkerung dahinraffte. Die Gläubigen gründeten Pestbruderschaften, in denen die Mitglieder sich gegenseitig Gebet und Unterstützung bei Begräbnissen zusicherten. Auch auf Frömmigkeit und religiöse Kunst hatte die Pest große Auswirkungen: Das Antlitz des leidenden Christus am Kreuz wurde in den Mittelpunkt gestellt und in der Devotio Moderna kames zu einer verstärkten Auseinandersetzung des Individuums mit seinem Schöpfer.

In beginnenden fünfzehnten Jahrhundert fand ein Konzil auf deutschem Boden statt: Im Konzil von Konstanz (1414-1418) rangen die Bischöfe um die Zukunft der Kirche angesichts des Gegenpapsttums.

Neuzeit

Die Reformation nimmt in Mitteldeutschland ihren Ursprung. Martin Luther ist ein Augustiner-Eremit aus Wittenberg. Seine Veröffentlichung von 95 Thesen sorgen für einen theologischen Eklat und in der Folge stellte sich die kirchliche Hierarchie, allen voren Albrecht von Brandenburg, und Kaiser Karl V. gegen ihn. Zu den Auslösern der Reformation gehörte der Ablasshandel. Auch der große weltliche Besitz kirchlicher Institutionen sorgte dafür, dass sich zahlreiche Fürsten und freie Städte auf die Seite Luthers stellten. Es kam zu religiösen Konflikten, die im Augsburger Religionsfrieden 1550 gipfelten. Diese Übereinkunft legte fest, dass künftig der Landesherr entschied, welcher Konfession - erlaubt sind neben dem katholischen und lutherischen auch das reformierte Bekenntnis - sein Territorium angehörte. Davon ausgenommen waren die reichsunmittelbaren Städte, in denen die verschiedenen Konfessionen oft gleichberechtigt koexistierten.

Katholische Landesherren bemühten sich um die Zurückdrängung der neuen Lehren und auch oft um eine Reform des kirchlichen Lebens. Wichtige Unterstützung leisteten dabei vor allem die Jesuiten, die mit ihren Bildunseinrichtungen segensreich wirkten.

Die bewaffneten Konflikte flammten immer wieder auf, speziell in der Geschichte der Kurpfalz, die als Zünglein an der Waage den katholischen Habsburgern die Macht im Reich sicherte. Im dreißigjährigen Krieg fanden die Konfessionskriege ihren blutigen Abschluss. Der Krieg verheerte ganze Landstriche und ausländische Mächte mischten sich ein. Religiöse Gründe wurden dabei immer unwichtiger und Machtinteressen der Herrscher gerieten in den Vordergrund. Der Westfälische Frieden 1648 griff den Religionsfrieden von 1550 wieder auf, legte jedoch fest, dass die Landesherren die Konfession ihres Territoriums nicht mehr wechseln durften. Dies hatte zur Folge, dass die konfessionellen Grenzen von 1624 als Normaljahr dienten und Deutschland bis ins 19. Jahrhundert unveränderliche konfessionelle Grenzen hatte, die die Gesellschaft prägten und zur Milieubildung beitrugen.

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Bedeutende Kirchen (Auswahl)

Klöster (Auswahl)

Siehe auch: Liste der Klöster in Deutschland

Wallfahrtsorte

Menschen

Heilige und Selige

Nachfolgend eine Auswahl besonders verehrter heiliger und seliger Deutscher:

Persönlichkeiten

Persönlichkeiten der deutschen Öffentlichkeit sind gesammelt in der Liste katholischer Persönlichkeiten in Deutschland.

Adressen

Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (DBK)

Pater Dr. Hans Langendörfer SJ
Kaiserstraße 161
53113 Bonn

Telefon: +49 (0)228 103-0
Telefax: +49 (0)228 103-299
E-Mail: sekretariat@dbk.de

Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Hochkreuzallee 246
53175 Bonn
Telefon: +49 (0)228 38297-28

Apostolische Nuntiatur

Apostolischer Nuntius: Erzbischof Dr. Nikola Eterovic
E-Mail: info@zdk.de Lilienthalstraße 3a
10965 Berlin

Telefon: +49 (0)30 616240
Telefax: +49 (0)30 61624300
E-Mail: apostolische-Nuntiatur@t-online.de
Internet: www.nuntiatur.de

Päpstliche Verlautbarungen

Leo XIII.

Pius XI.

Pius XII.

Johannes Paul II.

  • 1980 Papst Johannes Paul II.: Brief an die Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz, [VAS 17]
  • 1980 Predigten und Ansprachen während des Besuchs in Deutschland [VAS 25]
  • 30. April bis 4. Mai 1987 Papst Johannes Paul II.: Predigten und Ansprachen beim zweiten Pastoralbesuch in Deutschland, VAS 77
  • 1988 Papst Johannes Paul II.: Drei Ansprachen beim Rombesuch der deutschen Bischöfe, [VAS 80]
  • 1992 Ansprachen aus Anlass der Ad-limina-Besuche der deutschen Bischöfe, [VAS 108]
  • 21. - 23. Juni 1996 Predigten, Ansprachen usw. bei der dritten Pastoralreise von Papst Johannes Paul II. nach Deutschland. VAS 126.
  • 22. Februar 2001 Brief Johannes Pauls II. an alle deutschen Kardinäle.

Benedikt XVI.

  • 18. bis 21. August 2005 Predigten, Ansprachen und Grußworte im Rahmen der Apostolischen Reise von Papst Benedikt XVI. nach Köln anlässlich des XX. Weltjugendtages, VAS Nr. 169.
  • 9. bis 14. September 2006 Apostolische Reise Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. nach München, Altötting und Regensburg, VAS 174.
  • November 2006 Ansprachen von Papst Benedikt XVI. und Grußworte aus Anlass der Ad-limina-Besuche der deutschen Bischöfe, VAS 176.
  • 22. bis 25. September 2011 Apostolische Reise Seiner Heiligkeit Papst Benedikt XVI. nach Berlin, Erfurt und Freiburg. Predigten, Ansprachen und Grußworte VAS 189.

Literatur

  • Maria-Christine Zauzich: Unsere Bischöfe. Die Bischöfe der Bundesrepublik Deutschland und Berlins und ihre Bistümer. Herausgegeben von P. Gerhard Eberts. Pattloch Verlag Augsburg 1990 (168 Seiten; 2., überarbeitete Auflage).

Weblinks

Anmerkungen

  1. Zensus 2011
  2. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hrsg.): Katholische Kirche in Deutschland. Zahlen und Fakten 2014/15 (Arbeitshilfen 275), S. 6/7.
  3. dbk.de
  4. Vgl. Orthpedia: Königin von Deutschland.