Melle

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Stadt Melle
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Melle ist eine Stadt im Bistum Osnabrück und mit etwa 46.000 Einwohnern die größte Stadt im Landkreis Osnabrück. Sie liegt im südwestlichen Niedersachsen, zwischen Osnabrück und Bielefeld, zwischen dem Wiehengebirge und dem Teutoburger Wald. Südöstlich grenzt Melle an das Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Frühe Zeugnisse Melles erwähnen um das Jahr 800 den Bau einer Urkirche und den Meyerhof, die erste urkundliche Nennung erfogte 1169. Die ehemalige Burgmanns- und Hansestadt diente seit dem 12. Jahrhundert mit dem Schloss Gesmold und der Burg Grönenburg dem Hochstift Osnabrück als Sicherung.

Bereits zu ihrer Gründungszeit wurde die Stadt Melle umgebende Landschaft als Grönegau Region im Grünen bezeichnet. Auch heute ist Melle mit seinen Park- und Waldflächen eine Stadt im Grünen. Seit der Auflösung des Landkreises Melle 1972 ist Melle die flächenmäßig drittgrößte Stadt in Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Verkehrsanbindung und Geographische Lage

Melle liegt in einem Tal 76 m ü. NN, zwischen dem Wiehengebirge im Norden und dem Teutoburger Wald im Süden, auf der Mitte zwischen den Großstädten Osnabrück (Niedersachsen) und Bielefeld (Nordrhein-Westfalen) an der Bundesautobahn 30 (Amsterdam–Berlin). Der Flughafen Münster-Osnabrück ist etwa 60 km entfernt. Der Meller Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Ems-Leine-Express (Rheine–Osnabrück–Minden–Hannover) und der Wiehengebirgsbahn (Bad Bentheim–Osnabrück–Herford–Bielefeld).

Im Meller Ortsteil Wellingholzhausen entspringt der Fluss Hase. Gespeist wird er neben der Hasequelle von der Almaquelle und der Rehquelle. Bei einer von nur zwei Fluss-Bifurkationen in Deutschland zweigt der Fluss Else im Stadtteil Gesmold von der Hase ab. Die Else fließt östlich durch Melle-Mitte Richtung Weser. Die Hase verlässt die Stadt Melle nordwestlich nach Osnabrück und weiter Richtung Nordsee.

In der Nähe des Stadtteils Oldendorf befindet sich mit dem Moselerberg (235 m) im Wiehengebirge die höchste Erhebung im Stadtgebiet von Melle. Der Diedrichsberg (220 m) mit der Diedrichsburg ist die höchste Erhebung der Meller Berge, einem Nebenhöhenzug des Wiehengebirges. Im Stadtteil Wellingholzhausen liegt der Berg Beutling (220 m), dessen Fläche von rund 43 Hektar seit 1937 unter Naturschutz steht.

Die Stadt umfasst eine Fläche von 254 km². Der größte Teil besteht aus landwirtschaftlich genutzter Fläche und aus Waldfläche, zusammen etwa 83 %, gefolgt von Gebäude-, Frei- und Verkehrsflächen mit etwa 15%. Die größte Ausdehnung in Nordsüdrichtung beträgt rund 20,4 km, in Ostwestrichtung etwa 21,6 km.

Geschichte

Stadtgeschichte

Um 800 wurde auf fränkischem Königsgut, dem Meyerhof auf einer Erhöhung im Elseflusstal, dem Kohlbrink, im Zuge der Sachsenmission eine Taufkirche errichtet. Von der südlich gelegenen altsächsischen Bauerschaft mit einer Gerichtslinde, erhielt der Ort seinen Namen. Er wird von lateinisch Mallum (Gerichtsstätte) abgeleitet. Der Meyerhof gehörte zum bischöflichen Tafelgut. Eine erhaltene Urkunde erwähnt Melle erstmalig im Jahre 1169. Um 1200 verfügte der Ort über eine Wallanlage mit Mauern von einem Meter Breite und vorspringenden Türmen.

1250 wurde die Wasserburg Gröneburg, besetzt mit 65 gewappneten Rittern, vom Osnabrücker Bischof Engelbert zum Schutz des Bistums errichtet. Am St. Martinstags, dem 11. November, versammelte der Bischof jährlich seine Burgmänner auf der Grönenburg und trank mit ihnen den Burgmannswein, der aus der Stiftskasse gezahlt wurde. Die Burg wurde zum Verwaltungsmittelpunkt, als die Ämterordnung von 1553 eine Neuregelung der Zuständigkeiten brachte. Ihre militärische Bedeutung war infolge der politischen Veränderungen, besonders nach dem Dreißigjährigen Krieg geschwunden. Die Gebäude verfielen im Laufe der Zeit und der Grafenturm wurde 1771 gesprengt. Die Befestigung der bei der Burg gelegenen Stadt Melle war bereits Mitte des 12. Jahrhunderts stark ausgebaut. Sie bestand aus dicken Mauern, vorspringenden Türmen und einem Graben. Die befestigte Wallanlage ermöglichte es, 1299 die Belagerung von Simon von der Lippe erfolgreich abzuwehren. Als Dank für die treue Gefolgschaft wurde dem Ort Melle schon 1316 eine Verfassung verliehen.

Kupferstich: Melle um 1700

1359 wird Melle als Oppidum (kleine Stadt) bezeichnet, im selben Jahr ist auch erstmals die Besetzung des Richteramtes bezeugt. 1443 verlieh der Osnabrücker Bischof Heinrich II. von Moers dem Ort die Rechte eines Wigbolds (Stadtrechte). Über Osnabrück gehörte Melle zur Westfälischen Hanse. Im Zuge des Dreißigjährigen Krieges herrschten die Schweden für zehn Jahre (zwischen 1633 und 1644) über Melle. Zwei große Brandkatastrophen 1649 und 1720 ereilten die Stadt mit zum Teil erheblichen Zerstörungen.

Nach der Aufhebung des selbständigen Hochstiftes Osnabrück durch Napoleon Bonaparte 1803 wurde Melle in das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg eingegliedert und 1806 in das Königreich Westphalen. Nach dem Wiener Kongress gelangte die Stadt bis 1866 an das Königreich Hannover. 1855 erfolgte der Bau der Eisenbahnlinie, die den Beginn eines wirtschaftlichen Aufschwungs (Gründerjahre) mit sich brachte. Nach der Annexion des Königreichs Hannover im Jahr 1866 fiel das Amt Grönenberg und damit auch die Stadt Melle an das Königreich Preußen. 1885 wurden die ehemaligen hannoverschen Ämter aufgelöst. Aus dem Amt Grönenberg und der Stadt Melle wurde der preußische Kreis Melle gebildet. 1945 besetzten englische Truppen die Stadt und Bernard Montgomery, Feldmarschall und Chef des Empire-Generalstabs schlug in Melle eine Zeitlang sein Hauptquartier auf. Die Stadtverfassung wurde nach englischem Vorbild geändert. 1966 zeichnete Bundespräsident Heinrich Lübke Melle mit der Goldplakette aus.

Wappen (1532)

Das Wappen der Stadt Melle zeigt ein vierspeichiges rotes Rad mit schräger Speichenstellung auf einem silbernen Schild. Das älteste bekannte Siegel aus dem Jahre 1532 diente als Grundlage bei der Gestaltung des heutigen Wappens. Das Rad wird als „Wagen Gottes“ (currus dei) gedeutet, ein Zeichen der Kirche und des Evangeliums. Die Fahne der Stadt Melle zeigt als Hissflagge von oben nach unten und als Banner von links nach rechts die Farben der Flagge „weiß-blau-rot“ und das Stadtwappen.

Das Meller Vierspeichenrad ist im Gewölbeabschlussstein des ersten Joches im Hauptschiff der St.-Matthäus-Kirche zu finden. Wann es erstmals benutzt wurde, ist nicht belegt. Vermutlich ist es etwa 200 Jahre nach dem Osnabrücker Bischofswappen, dem stehenden Sechsspeichenrad von 1321, entstanden. Es war zunächst Zeichen der Verbindung der Meller Kirche mit der Domkirche in Osnabrück und ging in der Folge auf die Stadt über. Während des Stadtbrandes von 1649 war auch das Meller Amtssiegel verbrannt. Bei der Neuanfertigung fügte man dem bis dahin einfachen Rad ein Schild als Umrahmung hinzu.

Kirchengeschichte

Mit der Gründung des Bistums Osnabrück um 780 entstanden in der Region zwischen Friesland und dem Teutoburger Wald zehn Gau- oder Kaplaneikirchen, die dem Osnabrücker Bischof unterstellt waren. Für den Graingau „grüner Gau“ war dies die Kirche in Melle, zunächst mit dem Patronzinium von St. Petrus. Sie entstand auf dem zum bischöflichen Besitz gehörenden Meyerhof. Einer Legende nach soll die hl. Mathilde auf der Meller Diedrichsburg 895 geboren worden sein. Die älteste urkundliche Erwähnung der Meller Kirche, die bis heute erhalten ist, stammt aus dem Jahr 1169. In ihr wird sie als Parochia Menele (Pfarrkirche zu Melle) bezeichnet. Vermutlich im 12. Jahrhundert wurde die Kirche unter das Patronat des Apostels Matthäus gestellt. Zum Schutz umgab eine viereckige Kirchenburg aus Wohnhäusern mit hohen Speichern, die heute noch gut zu erkennen ist, das Gotteshaus.

Nach der Reformation, in Melle am 1. August 1545 eingeführt, wurde die St.-Matthäus-Kirche als Simultankirche von beiden Konfessionen genutzt, bis 1651 die evangelische Petrikirche entstand. Zu dieser Zeit übten Jesuiten die seelsorgliche Tätigkeit in der katholischen Pfarrei aus. Mit dem Recessus Mellensis 1651 teilte man das Kirchenvermögen auf. Die Kirche mit all ihren Wertgegenständen sowie die Häuser des Vikars und des Küsters verblieben den Katholiken. Die evangelische St.-Petri-Kirche wurde beim großen Meller Stadtbrand von 1720 vollständig zerstört und von 1721 bis 1724 wieder neu errichtet.

Durch stetigen Zuwachs der katholischen Gemeinde wurde die St.-Matthäus-Kirche im 20. Jahrhundert zu klein. Nach zehnjähriger Planungsphase begann im Frühjahr 1973, angrenzend an die südliche alte Außenwand, ein Erweiterungsbau. Die Grundsteinlegung fand am 4. Oktober desselben Jahres statt. Es entstand eine moderne Kirche in Zeltdachform, die den Erfordernissen des II. Vatikanischen Konzils Rechnung trug.

Melle besitzt mit der Hinrich-Klausing-Orgel von 1713 in der katholischen St.-Matthäus-Kirche (2008/9 durch Fa. Ahrend restauriert) und der Christian-Vater-Orgel von 1724 in der evangelischen St.-Petri-Kirche (2000 durch Fa. Edskes restauriert) zwei wertvolle Barockorgeln.

Siehe auch: St.-Matthäus-Kirche im Meller Stadtzentrum und St.-Petrus-Kirche im Stadtteil Gesmold.

Bauwerke

Rathaus

Meller Rathaus

Sitz der Verwaltung ist das Rathaus am Marktplatz nahe der katholischen und evangelischen Kirche. Schmuckstück des Hauses ist der Sitzungssaal mit großen bleiverglasten Buntglasfenstern auf denen neben Wappen und reichem Zierrat ein Spruch eingearbeitet wurde: Das Wohl der Gemeinde - das höchste Gesetz. 1910 als repräsentatives Gebäude errichtet, wurden in den 1960er und 70er Jahren einzelne Teilbereiche in neue Gebäude an der Gesmolder Straße, der Grönenberger Straße und dem Schürenkamp ausgelagert. Das älteste Rathhaus wurde im Jahr 1649 durch einen Brand zerstört. Im Jahr des großen Meller Stadtbrandes 1720 fiel auch das zweite Rathaus den Flammen zum Opfer. Das daraufhin 1733 in einfacher funktionaler Bauweise erbaute dritte Rathaus wurde 1908 abgerissen, um für das heutige Platz zu schaffen.

Neben den Türmen der beiden Kirchen wirkt der Rathausturm zierlich. Für die Bürgerinnen und Bürger ist er jedoch bedeutsam. In ihm ist ein Glockenspiel untergebracht, das täglich morgens um 8:00 Uhr einen Choral, mittags um 12:00 Uhr ein Volkslied und abends um 18:00 Uhr ein Abendlied erklingen lässt. Das Glockenspiel stiftete der nach Amerika ausgewanderte Meller Bürger John Kruse. Es erklang erstmals am 4. Advent 1924.

Kirchen

St. Matthäus-Kirche

Katholisch

  • Die St.-Matthäus-Kirche im Meller Zentrum wurde um 800 gegründet.
  • Die St.-Johannes-Kirche im Stadtteil Riemsloh wurde 1462 errichtet.
  • Die St.-Anna-Kirche im Stadtteil Schiplage-St. Annen stammt aus der Spätrenaissance.
  • Die St.-Bartholomäus-Kirche, im Volksmund auch Grönenberger Dom genannt, steht im Stadtteil Wellingholzhausen und stammt aus dem 18. Jahrhundert
  • Die St.-Petrus-Kirche im Stadtteil Gesmold wurde 1835 vom königlichen Baumeister Bruno Emanuel Quaet-Faslem erbaut.
  • Die St.-Marien-Kirche im Stadtteil Sondermühlen stammt aus dem 19. Jahrhundert.
  • Die St.-Marien-Kirche im Stadtteil Buer wurde nach dem 2. Weltkrieg erbaut.

Evangelisch

  • Die Marienkirche im Stadtteil Oldendorf stammt aus dem 16. Jahrhundert.
  • Die Antoniuskirche im Stadtteil Hoyel stammt aus dem 16. Jahrhundert.
  • Die Kapelle im Stadtteil Groß-Aschen wurde 1697 erbaut.
  • Die Petrikirche im Meller Zentrum wurde von 1721 bis 1724 erbaut.
  • Die Martinikirche im Stadtteil Buer wurde 1855 erbaut.
  • Die Christophoruskirche im Stadtteil Neuenkirchen stammt aus dem 19. Jahrhundert.
  • Die Pauluskirche im Meller Zentrum wurde nach dem 2. Weltkrieg erbaut.

Schlösser und Burgen

Diedrichsburg
  • Diedrichsburg

Am Standort der heutigen Burg befand sich, wie Fundamentreste, ein 30 m tiefer Brunnen und weitere archäologische Funde bei Ausgrabungen rund um die neue Burg bestätigen, am selben Ort bereits früher eine Fluchtburg. Der Legende nach hatte am Ort der jetzigen Burg bereits vor mehr als 1000 Jahren eine Teutoburg, namensgebend für den Teutoburger Wald gestanden. Der Name Diedrichsburg soll auf den sächsisch-westfälischen Grafen Diedrich von Ringelheim zurückgehen, der aus dem Hause der Immedinger stammte und ein Urenkel des Sachsenherzogs Wittekind war. Dieser soll die Burg gegründet haben oder hier gewohnt haben. Diedrichs Tochter, die heilige Mathilde, Gemahlin Heinrichs I. und Mutter des Kaisers Otto des Großen, soll möglicherweise um das Jahr 892 in dieser Burg geboren worden sein und hier ihre Kindheit verlebt haben.

Die heutige Diedrichsburg wurde in den Jahren 1844 bis 1860 im Zuge des Historismus im Auftrag von General Ernst Freiherr von Vincke errichtet. Vollendet wurde der Bau unter Ernst von Vinckes Schwiegersohn Graf Werner von der Schulenburg-Wolfsburg. Baumeister war der königlich-hannoversche Baurat Emanuel Quaet-Faslem, gebürtig aus Belgien stammend.

Bereits im 19. Jahrhundert war die Burg ein beliebtes Ausflugsziel. Am 16. Mai 1909 wurde das Gebälk und die Treppe des Turmes durch Feuer vernichtet. Erst ab dem Jahre 1954 wurde sie wieder bewohnt und bewirtschaftet. 1963 wurde von der Familie von Vincke rund um die Burg ein Naturpark angelegt.

  • Wasserschloss Gesmold

Um das Jahr 1000 legten Franken an der alten west-östlichen Heerstraße entlang dem Wiehengebirge einen Meyerhof an, der zur Beaufsichtigung und zum Schutz der Wege von Osnabrück über Gesmold und Melle nach Herford diente. Die Ansiedlung erhielt den Namen „Gesmelle“, frei übersetzt „Hof vor Melle“. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1160. Mit ihr erhielt Bernhard von Gesmel vom Osnabrücker Bischof zur Abwehr von Gefahren das Recht, eine Burg zu errichten. Im Sumpfgelände an der Else wurde auf Eichenstämmen eine Wehrburg errichtet und mit breiten Gräben gesichert. Das Schloss ist im 13. Jahrhundert erbaut worden und erfuhr in den Jahren 1544 bis 1559 eine Erweiterung. Die Schlossanlage hatte zwei Vorburgen und war von drei Befestigungsgräben umgeben. Über diese führte jeweils eine Zugbrücke zum Hauptgebäude. In der Barockzeit entstand ein französischer Garten mit Freitreppe und eine Orangerie. Später wurden Garten und Park im englischen Stil umgestaltet.

Von 1100 bis 1400 waren die Herren von Gesmel Schlossherren; von 1400 bis 1540 die Herren von dem Bussche; von 1540 bis 1608 die Droste von Amelunxen; von 1608 bis 1664 die Bischöfe von Osnabrück (u. a. Kardinal Franz Wilhelm Reichsgraf von Wartenberg); seit 1664 bis heute die Freiherren von Hammerstein.

Gut Ostenwalde
  • Gut Ostenwalde

Das Gut Ostenwalde ist eine Schlossanlage zwischen den Stadtteilen Oldendorf und Buer. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1343. Besitzer war schon zu dieser Zeit die Familie von Vincke. Das Gut besteht aus einem dreiflügeligen Herrenhaus. Die Bauabschnitte stammen aus den Jahren 1698, 1780 und 1908. Auf dem Gelände befindet sich auch eine Ölmühle von 1681. Am Eingang an der Straße steht ein Brunnen mit wasserspeiendem Widderkopf. Ostenwalde war nach dem Zweiten Weltkrieg für einige Jahre Hauptquartier von Feldmarschall Bernard Montgomery. Auf dem Gelände der alten Orangerie finden heute regelmäßig Vernisagen statt.

  • Gut Sondermühlen

Das Gut Sondermühlen ist eine von Gräben umgebene Burganlage. Das Herrenhaus wurde bereits in den Jahren 1841/42 abgerissen. Bis heute erhalten sind die Kapelle von 1587, der wahrscheinlich im 16. Jahrhundert erbaute Wirtschaftsflügel und das Torhaus mit Brücke von 1682. Im südöstlichen Teil des Gutes befindet sich eine Wassermühle mit Mühlenteich. Das Gut wurde im Jahr 1350 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Besizter waren u. a. die Familie von Vincke und die Familie von Nehem sowie der Bischof von Osnabrück. Nach der Säkularisation fiel das Schloss zunächst an das Königreich Hannover. Der Großteil des Gutes befindet sich seitdem im Staatsbesitz. Ländereien und Wälder sind verpachtet, die Gebäude sind heute im Besitz der Familie von Richthofen.

  • Stiftsburg Grönenburg, gegründet um 1241, wurde 1838 eingeebnet. Auf dem 5 m hohen Burghügel ist heute eine Gedenkstätte.
  • Die Schlossanlage Gut Bruche befindet sich östlich von der Innenstadt.
  • Das Schloss Königsbrück, im Stadtteil Neuenkirchen, ist eine vormals als dreigeschossige Wasserburg erbaute Vierflügelanlage im Stil der Weserrenaissance, die von einem Doppelgrabensystem umgeben war.
  • Das Schloss Brincke, gegründet im 13. Jahrhundert, mit neoromanischer Kapelle ist im Besitz der Familie von Kerssenbrock.
  • Das Gut Rabingen ist ein Herrschaftsgebäude nahe am Grönenbergpark in der Meller Innenstadt.
  • Das Gut Warmenau ist ein ehemaliges Rittergut im Stadtteil St. Annen, unmittelbar an der Grenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
  • Im Haus vor Melle lebte Justus Mösers Tochter Jenny von Voigts, eine Brieffreundin Goethes und Luise Herzogin von Anhalt-Sachsens.

Alte Posthalterei

Alte Posthalterei

Die ehemalige Meller Posthalterei wurde 1644 als Bürgerhaus errichtet. Es überstand als eines der wenigen Häuser den großen Stadtbrand von 1720. Im 18. und 19. Jahrhundert diente das Gebäude als Posthalterei. Von etwa 1750 an bestand regelmäßiger Postverkehr für Personen und Güter nach Osnabrück und Bielefeld. Etwa 20 bis 25 Pferde standen in der Posthalterei für einen Wechsel bereit. Durchreisende Gäste konnten hier ein Quartier für die Nacht erhalten. Später wurde das Gebäude als Geschäftshaus mit dem Namen Haus Prior genutzt. 1987/88 wurde es von der Stadt Melle restauriert und in Alte Posthalterei umbenannt. Heute finden hier öffentliche Veranstaltungen statt.

Söhne und Töchter (Auswahl)

  • Hl. Mathilde (895–968), vermutlich geboren auf der Teutoburg (Diedrichsburg).
  • Johannes von Kersebroke (um 1250), Ritter und Graf.
  • Hermann von dem Bussche (um 1400), Ritter und Schlossherr.
  • Jodokus Meyering (gest. 1634), Jesuit, Rektor in Hagenau im Elsass.
  • Johannes Heringsdorf (1606–1665), Jesuit und Kirchenlieddichter.
  • Johann Lucas Pestorf (1638–1693), Theologe und Abt.
  • Hermann von der Hardt (1660–1746), Historiker und Orientalist.
  • Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg (1750-1819), Jurist, Diplomat, Dichter und Schriftsteller. Lebte auf dem Gut Sondermühlen.
  • Eduard Niemann (1804–1884), Theologe, Mitglied des Konsistoriums in Hannover und Generalsuperintendent der Generaldiözese Calenberg.
  • Karl Wedekind (1809–1881), Unternehmer und Mäzen.
  • Ludwig von Hammerstein (1832–1905), Jesuitenpater und geistlicher Schriftsteller.
  • Albert Bitter (1848–1926), apostolischer Vikar von Schweden, Erzbischof in Stockholm.
  • Otto von Pestel (1848–1919), preußischer Politiker.
  • Auguste van Pels, geb. Röttgen (1890–1945), Opfer des Nationalsozialismus. Sie war eine der acht Untergetauchten im Hinterhaus, die durch das Tagebuch der Anne Frank weltbekannt wurden.
  • Heinrich Stühlmeyer (1907–1978), Custos, Kantor, Stiller Held des Widerstands.
  • Ilse Losa (1913–2006), Schriftstellerin und Verlagslektorin, Jüdin die kritisch gegen Adolf Hitler Stellung bezog.
  • Willy Potthoff (1925–2006), Pädagoge, Professor und Rektor der Pädagogischen Hochschule Freiburg.
  • Leo Kreis (1932–2008) , Seemannspastor in Hamburg und Nationaldirektor des Apostolates des Meeres in Deutschland.
  • Hans-Joachim Kluczka (* 1935), Missionar in Paraguay, Leiter des Priesterseminares in Asuncion.
  • Franz Stühlmeyer (* 1936), Kantor an der St.-Matthäus-Kirche.
  • Josef Stock (* 1938), ehemaliger Innenminister von Niedersachsen und Bürgermeister in Melle.
  • Konrad Hubert Dreyer (* 1938), Missionar in Ghana, Pfarrer in Accra.
  • Karl-Dieter Möller (* 1945), ehemaliger Fernsehjournalist, bis 2010 justizpolitischer Korrespondent der ARD.
  • Christoph Büttner (* 1949), Admiralstabsarzt der Bundeswehr.
  • Ulrich Schröder (* 1952), Bankmanager, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe.
  • Christine Eichel (* 1959), Journalistin, Schriftstellerin, Leiterin des Kulturressorts des Magazins Focus.
  • Ludger Stühlmeyer (* 1961), Musikdirektor ACV, Musikwissenschaftler und Komponist.
  • Thomas Stühlmeyer (* 1964), Pfarrer und Pastoraltheologe.
  • Axel Bulthaupt (* 1966), Fernsehmoderator der ARD.

Literatur

  • Maria Heilmann, Geschichte der St. Matthäus Pfarre zu Melle. Dargestellt nach Urkunden und Regesten. Phil. Diss. Münster 1938.
  • Heimatverein Melle (Hrsg.), Grönenberger Heimathefte. 27 Ausgaben fortlaufend seit 1957.
  • Landkreis Melle (Hrsg.), Der Grönegau in Vergangenheit und Gegenwart. Heimatbuch des Landkreises Melle. Fromm, Osnabrück 1968.
  • Edgar Schroeder (Hrsg.), Melle in acht Jahrhunderten. Ernst Knoth, Melle 1969.
  • William und Ulrike Sheldon, Im Geist der Empfindsamkeit. Freundschaftsbriefe der Mösertochter Jenny von Voigts. Heimatverein Melle und Verein für Geschichts und Landeskunde Osnabrück (Hrsg.), Wenner Osnabrück 1971.
  • Ludger Stühlmeyer, Die Orgeln der St.-Matthäuskirche und der St.-Petrikirche Melle. In: Uwe Pape: Orgelatlas. Pape, Berlin 1980, ISBN 3-921140-22-6.
  • Fritz-Gerd Mittelstädt (Hrsg.), Meller Jahrbuch. 21 Ausgaben fortlaufend seit 1983.
  • Paul Burhoff, St. Matthäus Melle. Aus dem Leben einer Kirchengemeinde. Verlag Sutmöller/Scholten, Melle 1983.
  • Hartmut Wippermann (Hrsg.), Melle. Bilder aus der Vergangenheit (6 Bd.). Verlagshaus Fromm, Osnabrück 1983 - 2007.
  • Wilhelm Knigge, Meller Geschichte – Rückblicke. Verlag Sutmöller/Scholten, Melle 2002. ISBN 978-3-9807651-4-5
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