Alfons Maria von Liguori

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Alfons Maria von Liguori

Alfons Maria von Liguori, auch "Alfons von Ligurien" (* 27. September 1696 in Marianella nahe Neapel, † 1. August 1787 in Pagani) ist ein Kirchenlehrer, Theologe, Jurist (Dr. iur. utr.) und der Gründer der Kongregation des heiligsten Erlösers (Redemptoristen = Congregatio Sanctissimi Redemptoris).

Er ist der Patron der Beichtväter und Moraltheologen.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Alfons wurde in einer adeligen Familie in der Nähe von Neapel geboren. Er empfängt als Erbe einer adeligen Familie eine vollständige und sorgfältige Ausbildung als Humanist und Jurist. Bereits mit 16 Jahren erwarb er das Doktorat der Rechtswissenschaften, und sein Ruf als hervorragender Jurist verbreitete sich schnell. Diese Ausbildung wird in seinem Jünglings- und Jugendalter von einer aufmerksamen und eifrigen christlichen Praxis begleitet: einer tiefen eucharistischen und marianischen Frömmigkeit, Besuchen bei den Kranken und Gefangenen, Mitleid mit den Armen und ernsthaftem Einsatz im Laienapostolat.

Eines Tages verlor er einen Prozess. Dieses Ereignis und vor allem auch die grundsätzliche Frage, ob er in seinem Beruf der Gerechtigkeit wirklich dienen könne, erschütterte ihn so sehr, dass er sich zurückzog und sich ganz dem Gebet widmete. Am 21. Dezember 1726 wurde er für das Bistum Neapel zum Priester geweiht. Er widmet sich sofort mit äußerster Kraft einem intensiven Apostolat in den ärmsten Stadtvierteln von Neapel und lässt die sogenannten "Abendkapellen" erstarken, die zu einer Schule bürgerlicher und moralischer Weiterbildung werden. Zum Dienst in der Stadt fügt er den der Predigt in den Randgebieten des Königreiches als Mitglied der "Apostolischen Missionen" der Diözese Neapel hinzu. Diese Erfahrung, die ihn mit einer anderen, kulturell vernachlässigten und geistlich darbenden Welt in Verbindung bringt, lässt ihn die entscheidende Wahl treffen für "die verlassensten Menschen in den ländlichen Gebieten und ihren Dörfern auf dem Land". Für die Evangelisierung der Armen gründet er am 9. November 1732 in Scala (Salerno) ein missionarisches Institut: die Kongregation des heiligsten Erlösers, deren Besonderheiten vor allem die Wanderpredigt bei den Volksmissionen, das Angebot geistlicher Exerzitien und katechetische Tätigkeit sind. 30 Jahre hindurch (1732-1762) führt das Missionsapostolat Alfons dann in die verschiedensten Richtungen, wobei sich seine Entscheidung für die Armen und Kleinen noch vertieft. Da seine Gesundheit angeschlagen war, beendete er seine Missionen im Volk und widmete sich der Niederschrift seiner „Moraltheologie“.

Im Jahre 1762 wird er trotz seiner Krankheit er von Papst Clemens XIII. zum Bischof von S. Agata dei Goti (in der Nähe von Neapel ) ernannt und entfaltet in diesem neuen pastoralen Amt eine fast unglaubliche Tätigkeit in der doppelten Richtung des direkten Dienstes und des Apostolates der Feder. Geschwächt und behindert durch eine schmerzhafte deformierende Arthritis, verläßt er 1779 die Diözese und zieht sich nach Pagano (Salerno) in das Haus seines Institutes zurück, wo er unter vielen physischen und geistigen Leiden, die er in Gottes Willen ergeben erträgt, bis zu seinem Tod am 1. August 1787 im Alter von 91 Jahren bleibt.

Selig- und Heiligsprechung, Kirchenlehrer und Schutzpatron

Er wurde von Papst Pius VII. am 15. September 1816 selig- und am 26. Mai 1839 von Papst Gregor XVI. heiliggesprochen. Papst Pius IX. ernannte ihn am 23. März 1871 zum Kirchenlehrer und Papst Pius XII. am 26. April 1950 mit dem Apostolischen Schreiben Cosueverunt omni tempore zum Schutzpatron aller Moraltheologen und Beichtväter (AAS, 42 [1950] 595-597).
Pius XII. zitiert ihn in der Bulle Munificentissimus Deus und in der Enzyklika Ad caeli reginam. Papst Johannes Paul II. schreibt aus Anlass des 200. Todestages des hl. Alfons das Apostolisches Schreiben Spiritus Domini super me (dt.: Spiritus Domini super) vom 1. August 1987.

Werke

Papst Pius IX. erläuterte am 7. Juli 1871 in dem Apostolischen Schreiben "Qui ecclesiae suae" den dem Heiligen verliehenen Titel eines Kirchenlehrers und sagte: "Man kann ohne weiteres in aller Wahrheit feststellen, dass es auch in unserer Zeit keinen Irrtum gibt, den nicht wenigstens größtenteils bereits Alfons zurückgewiesen hat."

Als Schriftsteller sah er immer und einzig auf den Nutzen für die Leute. Seine Werke, auch die über Moral, sind durch seine Nähe zum Volk geprägt. Kardinal Albino Luciani schrieb als Patriarch von Venedig: "Alfons ist Theologe angesichts praktischer Probleme, die einer schnellen Lösung bedürfen, und er greift auf Lebenserfahrung zurück. Sollte in den Herzen die Liebe neu erweckt werden, so schrieb er aszetische Werke. Wollte er Glauben und Hoffnung im Volke stärken, dann schrieb er dogmatische und moraltheologische Werke."

Alfons beginnt seine literarische Tätigkeit mit den "Massime eterne" (Ewige Grundsätze) und den "Canzoncine spirituali" (Geistliche Lieder).

A) Erste Abteilung: Ascetische Werke

Die Struktur der Spiritualität des hl. Alfons läßt sich auf die beiden folgenden Elemente zurückführen: Gebet und Gnade. Das Gebet ist für den hl. Alfons nicht vorwiegend eine aszetische Übung, es ist ein radikales Bedürfnis der Natur im Zusammenhang mit der Dynamik des Heiles. Selbstverständlich läßt eine solche Sicht das Gebet in der Praxis des christlichen Lebens als "das große Heilsmittel" in seiner ganzen Wichtigkeit erscheinen. Wie die Moralwerke und die dogmatischen Schriften, ja in noch höherem Maße, kommen die geistlichen Schriften des hl. Alfons von seinem Apostolat her und ergänzen es.

Fragt man weiter nach den Eigenheiten seiner Spiritualität, kann man zusammenfassend sagen: sie ist eine Spiritualität des Volkes. Kurz: Alle sind zur Heiligkeit berufen, jeder in seinem eigenen Stand. Heiligkeit und Vollkommenheit bestehen wesentlich in der Gottesliebe, die ihren Höhepunkt und ihre Vollkommenheit in der Gleichförmigkeit mit dem Willen Gottes findet: nicht mit dem eines abstrakten Gottes, sondern Gottes, der Vater der Menschen ist, dem Gott des Heiles, der sich in Jesus Christus offenbart. Die christologische Dimension ist eine wesentliche Eigenart der Spiritualität des hl. Alfons, da Menschwerdung, Leiden und Eucharistie die größten Zeichen der Liebe Gottes sind.

Alfons spricht dem sakramentalen Leben eine grundlegende Bedeutung zu, zumal der Eucharistie und dem eucharistischen Kult, bei dem die Besuchungen den typischsten Ausdruck bilden. Einen ganz besonderen Platz in der Vermittlung des Heiles nimmt die Marienverehrung ein: Maria ist Mittlerin der Gnade, Gefährtin bei der Erlösung und daher Mutter, Helferin und Königin. Tatsächlich stand Alfons immer ganz auf der Seite Mariens, vom Anfang seines Lebens an bis zum Ende.

  • Die Herrlichkeiten Mariä Theresia Verlag ("Glorie di Maria")
  • Vorbereitung zu einem seligen Tode, Betrachtungen über die ewigen Wahrheiten ("Apparecchio alla Morte")
  • Das große Heilmittel des Gebetes ("Dei grande mezzo della preghiera")
  • Die wahre Braut Jesu Christi, die durch Übung der klösterlichen Tugenden geheiligte Ordensperson ("La vera sposa die Gesu Christo")
  • Besuchungen des Allerheiligsten Sakraments des Altares und der allzeit Unbefleckten Jungfrau Maria (Online) ("Le visite al SS. Sacramento e a Maia SS.ma")
  • Der ständige und vertrauliche Umgang mit Gott ("Il modo di conversare continuamente e alla familiare con Dio")
  • Praxis der Liebe Jesu Christi ("Pratica di amar Gesu Cristo": aszetisches Hauptwerk und die Zusammenfassung seiner Gedanken)
  • Der vollkommene Christ – Anleitung zur christlichen Vollkommenheit.
  • Der Priester am Altare.
  • Der Priester in der Einsamkeit.
  • Psalmen und Lobgesänge nach der Ordnung des Römischen Breviers

Die Werke wurden in deutscher Sprache von P. Markus Andreas Hugues im Georg Joseph Manz Verlag, im Verlag Kremer und vom Verlag Kösel und Friedrich Pustet Verlag (jeweils in Fraktur) herausgegeben.

B) Zweite Abteilung: Dogmatische Werke

Auf dogmatischem Gebiet hat Alfons eine Gnadenlehre ausgearbeitet, die mit dem Gebet verbunden war und den Seelen wieder Vertrauen und Heilsoptimismus schenkte. Er schrieb unter anderem: "Gott verweigert niemandem die Gnade des Gebetes, durch das man Hilfe zur Überwindung jeder Begierde und jeder Versuchung erlangt. Ich sage und wiederhole und ich werde es immer wiederholen, solange ich lebe, dass unser ganzes Heil im Gebet liegt." Daher das berühmte Sprichwort: "Wer betet, rettet sich selbst, und wer nicht betet, verurteilt sich selbst."

C) Dritte Abteilung: Moraltheologische Werke

S. Alfonso de Liguori

Alfons war der Erneuerer der Moral: im Kontakt mit den Menschen, denen er im Beichtstuhl begegnete, zumal im Verlauf der Missionspredigt, revidierte er schrittweise und nicht ohne Mühe seine Denkweise und erreichte in steigendem Maße das rechte Gleichgewicht zwischen Strenge und Freiheit. Angesichts des Rigorismus, wie er oft im Sakrament der Buße, das er "Dienst der Gnade und des Verzeihens" nannte, praktiziert wurde, pflegte er zu wiederholen: "So wie der Laxismus beim Beichthören die Seele verdirbt, so schadet ihnen sehr die harte Strenge. Ich lehne gewisse Strengheiten, die nicht der Wissenschaft entsprechen, ab, weil sie zerstören und nicht aufbauen. Sündern gegenüber braucht es Liebe und Freundlichkeit, denn so war es bei Jesus Christus. Wenn wir aber Seelen zu Gott führen und retten wollen, müssen wir Jesus Christus und nicht Jansenius nachahmen, denn Christus ist das Haupt aller Missionare."

Zweifelsohne haben die "Praxis Confessarii", der "Homo Apostolicus" und sein Haupstwerk "Moraltheologie" ihn zum Meister der katholischen Moral gemacht und waren für seine Ernennung zum Kirchenlehrer ausschlaggebend.

  • Der Beichtvater: 1 Band: Christliche Morallehre, 2 Band: Behandlung des Beichtenden.
  • Der Katechet – zehn Gebote und Sakramentenempfang.

Deutsche Ausgaben

  • A. Hülsmann, Vorbereitung auf einen seligen Tode, Regensburg 1923 (2. Auflage)
  • N. Brühl, Die wahre Braut Jesu Christi, Regensburg 1923 (12. Auflage)
  • Alfons Maria von Liguori, Hsgr. Engelbert Recktenwald: Die Liebe zu Jesus Christus, Köln 1998 (zu beziehen bei Engelbert Recktenwald - kostenlos-Spende erwünscht)
  • Das große Mittel des Gebetes, übersetzt durch P. Paul Suso Holdener CSSR, Nika-Verlag 1998 (1. Auflage; ISBN 3-00-003671-7
  • Der Wille Gottes : Von der Vereinigung unseres Willens mit dem Willen Gottes Miriam Verlag 1985/2009 (3./4. Auflage; ISBN 3874491609; 46 Seiten).
  • Die Macht des Gebetes Lins Verlag (80 Seiten)

Papsturteile zu seinen Schriften

Pius VII.

  • Papst Pius VII. approbierte durch die Ritenkongregation vom 18. Mai 1803 sämtliche Schriften des heiligen Alphons Maria von Liguori. → Druckerlaubnis).

Gregor XVI.

  • Kardinal Louis François Auguste de Rohan-Charbot, dem Erzbischof von Besançon richtete die Frage an die Pönitentiarie am 5. Juli 1831: "Kann ein Professor der heilige Theologie die auffassungen, die der selige Alfons von Liguori in seiner Moraltheologie lehrt, sicher vertreten und lehren?" Die Pönitentiarie antwortete: "Ja, ohnedass deswegen jedoch für tadelnswert erachtet würden, die von anderen gebilligten Autoren überlieferte Aufassungen vertreten. Papst Gregor XVI. bestätigt dies am 22. Juli 1831.

Leo XII.

  • Papst Leo XII. „Unter allen großen Schriftstellern unserer Zeit ist Alfons von Liguori der heiligste und bedeutendste, einzigartig in seiner geistlichen Ausstrahlung.”

Leo XIII.

  • Papst Leo XIII. Erlässt ein eigenes Schreiben vom 28. August 1879 zum Lobe der Schriften des heiligen Alfonus Maria Liguori anlässlich der französischen Übersetzung an die Redemptoristenpriester Leopold Dujardin und Julius Jaques: ... Wenngleich die Schriften des heiligen Kirchenlehrers Alfonsus Maria von Liguori (Dogmatische, moralische und Asketische Werke) bereits in die ganze Welt und nicht ohne den höchsten Nutzen des Christentums bekannt geworden sind, so ist es doch zu wünschen, geliebte Söhne, dass sich noch mehr und mehr verbreitet und in die Hände Aller gebracht würden. Dieser Heilige nämlich verstand es aufs Vorzüglichste, die katholischen Wahrheiten der Fassungskraft Aller anzupassen, trug Sorge für die moralische Pflege Aller, weckte wunderbar in Allen die Frömmigkeit und zeigte „in Mitte der Nacht der Welt den Irrenden den Weg, auf welchem sie, der Gewalt der Finsternisse entrissen, zum Lichte Gottes und in dessen Reich gelangen können.“ Mit den festesten Beweisen stützte er die göttliche Offenbarung den Deisten gegenüber, verteidigte wacker die Wahrheit unseres Glaubens, behauptete aufs wirksamste die Unbefleckte Empfängnis der Gottesgebärerin, trat nachdrücklich für den Primat und das unfehlbare Lehramt des römischen Papstes, beleuchtete in gelehrter und frommer Weise die Ratschlüsse der göttlichen Vorsehung bei Hinansetzung der Menschen zu dem durch Jesus Christus erreichten Heile, er bot den Klerikern zur Nahrung der Frömmigkeit eine höchst nützliche Erläuterung der Psalmen und biblischen Gesänge (cantica); ... so hat er die erkaltende Liebe, indem er durch die zahlreiche und gelehrte asketische Abhandlungen gleichsam neuen Zündstoff darbot, wieder erwärmt, genährt und gefördert; und namentlich gegen unsern Herrn Jesum Christum und dessen süßeste Mutter die erstarrten Herzen der Gläubigen zu deren höchsten Nutzen wieder entflammt.

Johannes Paul II.

  • Papst Johannes Paul II. richtete vom 24. September 1996 an die Redemptoristen, in welchem er unter anderem Schreibt: "Man muß sich außerdem der anderen modernen Mittel bedienen, die es ermöglichen, die Wahrheit zu den Männern und Frauen der heutigen Zeit zu bringen. Unter den besonders beeindruckenden Aspekten des Werks des hl. Alfons ist auch sein Einsatz als Schriftsteller zu erwähnen: Die Zahl seiner Schriften, die rasche Folge von Ausgaben und Übersetzungen, die Fähigkeit, in einer einfachen und allen zugänglichen Sprache auch die anspruchvollsten Wahrheiten des Glaubens und der Moral auszudrücken, haben seine Lehre in allen Schichten des Christenvolkes verbreitet."

Literatur

  • Martin Leitgöb CSSR: Alfons von Liguori. Lehrer des Gebetes und der Barmherzigkeit, Verlag Tyrolia (ISBN: 978-3-7022-3097-5).
  • Karl Keusch: Die Aszetik des Hl. Alfons Maria von Liguori im Lichte der Lehre vom geistlichen Leben in alter und neuer Zeit, Paderborn und Freiburg/Schweiz 1924; 1926.
  • Josef Heinzmann: Unruhe der Liebe: Alfons Maria von Liguori (1696 - 1787) Kanisius Verlag Freiburg/Schweiz 1983 (128 Seiten; ISBN 3857641592).
  • Hrsg: bischöflicher Stuhl Regensburg Directorium Spirituale. August 1975. Hl. Alfons Maria Liguori (1696 - 1787) Josef Kral Verlag Abensberg 1975 (48 Seiten).

Weblinks

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