Heiligste Dreifaltigkeit

Aus Kathpedia
(Weitergeleitet von Dreieinigkeit)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Die Heiligste DREIFALTIGKEIT
Die Heiligste DREIEINIGKEIT
In-Festo-Ssmae-Trinitatis.JPG
Der göttliche Vater mit seinem Sohn, darüber schwebend der Heilige Geist in Form einer Taube
Die Heiligste Dreifaltigkeit und die Heilige Familie

Die Heiligste Dreifaltigkeit (Dreieinigkeit, Trinität - lat. trinitas) ist das zentrale Glaubensgeheimnis des christlichen Glaubens und Lebens (KKK-K 44).

Gott ist gleichzeitig der eine Gott, der sich Israel offenbart hat und bis zum heutigen Tag im zentralen jüdischen Glaubensbekenntnis Schema Israel ("Höre, Israel") bekannt wird. Er ist ein Wesen in drei Personen, die alle drei gleich Gott sind: des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Der eingeborene Sohn (unigenitum, einzig geborenes "Wort Gottes") ist von Ewigkeit her vom Vater "gezeugt, nicht geschaffen" (Großes Glaubensbekenntnis). Es handelt sich hier um eine Aussage der Wesensgleichheit mit dem Vater (homo-ousios). Der Heilige Geist (der "Geist Gottes") geht aus dem Vater und dem Sohn hervor; procedenti ab utroque (wie es im Tantum ergo heißt).

Das erste Konzil, das sich mit der theologischen Ausarbeitung des Begriffes Trinität beschäftigte, war das Erste Konzil von Nizäa.

Inhaltsverzeichnis

Beweis für die Trinität

Die Bibel und die Dreifaltigkeit

Der Prolog des Johannesevangeliums ist einer der ersten Versuche, dieses Geheimnis (mysterium) sprachlich zu fassen:

Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden / und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. (...)
Und das Wort ist Fleisch geworden / und hat unter uns gewohnt
und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, / die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, / voll Gnade und Wahrheit. (Joh 1,1-3.14)

Die Heilige Schrift gibt an vielen Stellen ein deutliches Zeugnis von der Dreifaltigkeit; sie ist erfüllt vom Mysterium der Trinität Bereits im Alten Testament wird dieses Mysterium klar. Schon im ersten Kapitel der Bibel findet man ein Zeugnis für die Trinität. In Gen.1:26 sprich Gott „lasst uns“ den Menschen machen als „unser“ Abbild. Gott spricht hier im Plural. Redet er hier im Pluralis Majestatis, so wie auch der Papst tut? Das ist keineswegs der Fall, da der Pluralis Majestatis im Hebräischen gar nicht bekannt ist.

An vielen weiteren Stellen wird dieses Dogma deutlich bekannt. So wird in Jes. 9:5 die Geburt Jesu Christi mit den Worten „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens“ verheißen.

Der hl. Athanasius erkannte besonders die Konsequenzen des Antitrinitarismus. Ist Jesus Christus nämlich nicht wirklicher Gott und wirklicher Mensch, dann ist unsere Erlösung dahin; das Christentum wäre folglich sinnentleert. Denn nur Gott kann erlösen (vgl. Jes. 43:11). Der Grund hierfür liegt in dem Ziel der Erlösung. Das letzte Ziel der Erlösung ist die Vergöttlichung (griech. Theosis) des Menschen. Daher schreibt Athanasius: „Denn er wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden“ (Über die Menschwerdung des Logos, 54). Zudem muss man sich über den Stand des Menschen klar sein: der Mensch ist entfernt von Gott – er ist tot (vgl. Röm.5:14ff.). Worin besteht nun das Leben? Gott ist das Leben und Gemeinschaft mit ihm ist leben. Die Erlösung besteht in der Vereinigung des toten Menschens mit dem Leben (also Gott). Durch die Vereinigung wird die gefallene menschliche Natur ins Leben erhoben. Nun sagt Christus selbst, dass er das Leben ist (Joh.11:25). Damit sagt er nichts anderes, als dass er Gott ist. Wäre Jesus Christus nicht Gott, dann wäre er nicht das Leben und sein Werk brächte keine Erlösung. Für Athanasius war daher Christologie immer Soteriologie. Bei christologischen Streitigkeiten ging es daher nicht um abstrakte Begriffe wie wesensgleich, wesensähnlich, sondern um den Kern des christlichen Glaubens. Das gleiche Prinzip trifft auch auf die Erfüllung des Gesetzes zu. Nur der Gesetzgeber kann das Gesetz erfüllen. Da Jesus das Gesetz erfüllt, muss er Gott sein.

Ein weiterer Schriftbeweis ist der Taufbefehl in Mt.28:19. Der Taufbefehl ist aber, sofern man die Trinität leugnet, sinnlos. Denn warum sollte man sich auf Gott und zwei Nichtgötter taufen lassen? Wenn zur Leugnung der Gottheit Christi auch die Leugnung der Personalität des Heiligen Geistes kommt (wie es z.B. die Zeugen Jehovas tun) wird der Taufbefehl ad absurdum geführt. Man würde auf Gott, ein Geschöpf und Gottes unpersönliche Kraft getauft. Daher ist es nicht verwunderlich, dass diese Organisation nicht den biblischen Taufbefehl benutzt.

Zudem stellen wir fest, dass in der Schrift erwähnt ist, dass Jesus angebetet wird. (Mt.2:2+1; Joh.9:38; Lk.24:52). Gleichzeitig gebietet die Bibel deutlich die alleinige Anbetung Gottes. Im Alten Testament heißt es klar und deutlich: „Ich bin Jahwe, das ist mein Name; ich überlasse die Ehre, die mir gebührt, keinem andern, meinen Ruhm nicht den Götzen.“ (Jes.42:8)

Die Heilige Schrift nennt an einigen Stellen Jesus direkt Gott (Joh.1:18; Hebr.1:8; Joh.20:28, Joh.1:1,14; 2.Petr.1:1; 2.Thess.1.12; Joh.5:18, Tit.2:13) Der Kirchenväter Irenäus macht deutlich, dass „weder der Herr, noch der Heilige Geist, noch die Apostel hätten den, der nicht Gott war, jemals Gott ohne Vorbehalt und Einschränkung genannt, wenn er nicht Gott in Wahrheit wäre.“ (Gegen die Häresien, 3, 3, 1)

Der Philosoph Robert Spaemann stellte zu dem fest, dass sich die Einpersonalität Gottes gar nicht denke lasse. Denn Personsein kann man nur in Gemeinschaft. Ähnlich argumentiert Augustinus und dieser Tradition auch andere, (z.B. C.S. Lewis), wenn Gott die Liebe ist, dann muss er aus mehren Personen bestehen, da man für Liebe immer einen Gegenüber braucht.

Auch das Sakrament der Eucharistie zwingt uns zum Glauben an die Gottheit Jesu Christi. Wäre Jesus nicht Gott, dann könnte er nicht real in den Gaben gegenwärtig sein. Nur wenn Jesus Gott ist, kann er überhaupt in den Gaben präsent und an hunderten Orten gleichzeitig gegenwärtig sein.

Auch den Titeln Jesu kann seine Gottheit abgeleitet werden. So wird Jesus oft „Herr“ genannt (griech. Kyrios) was in direkter Beziehung zum alttestamentlichen „adonai“ (hebr. Herr) als Synonym für den Gottesnahmen steht. Auch der Name Jesus selbst (übersetzt Gott ist Rettung) gibt Auskunft über seine Gottheit. Es existieren zudem viele Identifikationen der Titel für Christus und Gott im Alten Testament: Jahwe ist der Hirte (Psalm 23:1), Jesus ist der Hirte (Joh.10:11). Jahwe ist der Erste und der Letzte (Jes.44:6), Jesus ist der Erste und der Letzte (Off.1.17). Jahwe ist der „Ich bin“ (Ex.3:14), Jesus ist der „Ich bin“ (Joh.8:53). In der Wüste verkündet eine Stimme das Kommen Gottes (Jes.40:3), eine Stimme in der Wüste verkündet das Kommen Christi (Mk.1:2). Gott ist ewig derselbe (Jes.41:4, 46:4), Jesus ist ewig derselbe (Hebr.13:8)

Der anglikanische Autor C.S. Lewis widerlegt zudem die These Jesus sei ein einfacher Morallehrer wesen, in einer Tradition mit Buddha und Sokrates: "Ich möchte damit jedermann vor dem wirklich dummen Einwand bewahren, er sei zwar bereit, Jesus als großen Morallehrer anzuerkennen, nicht aber seinen Anspruch Gott zu sein. Ein bloßer Mensch, der solche Dinge sagen würde, wie Jesus sie gesagt hat, wäre kein großer Morallehrer. Er wäre entweder ein Irrer - oder der Satan in Person. Wir müssen deshalb entscheiden: Entweder war - und ist - dieser Mensch Gottes Sohn, oder er ist ein Narr oder Schlimmeres. Wir können ihn als Geisteskranken einsperren, oder können ihn als Dämon töten. Oder wir können ihm zu Füßen fallen und ihn Herr und Gott nennen. Aber wir können ihn nicht mit grönnerhafter Herablassung als einen großen Lehrer der Menschheit bezeichnen. Das war nie seine Absicht; diese Möglichkeit hat er uns nicht offengelassen." (Pardon ich bin Christ, S.57)

Die Schrift bestätigt auch die Gottheit und Personalität des Heiligen Geistes. So bestätigt schon der Taufbefehl diese beiden Glaubensinhalte. Aber auch an anderer Stelle in der Schrift tritt dies deutlich zu Tage: Der Heilige Geist gibt Zeugnis ab (Joh.15:26), er redet nicht aus sich selbst und verkündet nur das, was er hört (Joh.16:13f.), der Geist schwebt über dem Wasser (Gen. 1:2), Sünde wider den Heiligen Geist (Mt.12:31, Eph.4:30), der Geist ergründet die Tiefen Gottes (1.Kor.2:10), Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist (2.Kor.13:13) der Geist befiehlt (Apg.8:29). All diese Dinge sind nur dann möglich wenn der Heilige eine Person ist, die vom Vater zu unterscheiden ist. Auch die Gottheit des Heiligen Geistes ist klar und deutlich der Schrift: der Geist ergründet alles (1.Kor.2:10), der Geist ist ewig (Hebr.9:14). Auch müssen wir auf den Heiligen Geist das Argument von Athanasius beziehen. Wie kann ein wesensähnliches Etwas uns zum Tempel Gottes machen und uns erlösen, heiligen und uns stärken?

Trinität und Tradition

Auch die heilige Tradition bestätigt die Wahrheit der Dreifaltigkeit: Ignatius von Antiochien bezeugt uns klar in seinen Briefen die Göttlichkeit Jesu Christi: "da Gott in Menschengestalt sich offenbarte zur Neuschaffung der Welt" (Brief an die Epheser, 19) und "unser Gott Jesus Christus." (Brief an die Römer, 3) Das gleiche gilt für viele andere Väter: „dass der Vater des Alls einen Sohn hat, der als Gottes Logos und Erstgeborener auch Gott ist.“ Justin der Märtyrer (Erste Apologie 66); „Wir sind ja keine Narren, ihr Anhänger der Griechenehre, und wir reden keine Possen, wenn wir verkündigen, dass Gott in Menschengestalt erschienen ist.“ Tatian (Rede an die Bekenner des Griechentums); „So führt das Verbundensein des Vaters im Sohne und des Sohnes im Paraklet auf drei Personen, die eine mit der andern zusammenhängen. Diese drei sind eins, nicht „einer” in der Weise wie es hiess: „Ich und der Vater sind eins”, nicht der Einzahl nach, sondern in Einheit der Substanz.“ Tertullian (Gegen Prax. 25); „Indem aber der Sohn gleich ewig mit dem Vater ist, offenbart er immer und von Anbeginn den Vater den Engeln und den Erzengeln und den Mächten und Kräften und allen, denen Gott es offenbaren will.“ Irenäus († 202), Gegen die Häresien II, 30,9

Eigenschaften der Personen der Heiligsten Dreifaltigkeit

  • Statisches Prinzip - VATER, der Schöpfer.
  • Dynamisches Prinzip - SOHN, der Erlöser.
  • "Labiles" Prinzip (vgl. Joh 3,8) - Heiliger GEIST, der Vollender.

Eigenschaften der Dreifaltigkeit

Man kann die Eigenschaften der Dreifaltigkeit nach folgenden drei Kriterien unterscheiden:

  • Ruhende Eigenschaften: ewig, allgegenwärtig, unveränderlich und einfach.
  • Aktive Eigenschaften: allwissend und allmächtig.
  • Bezogene Eigenschaften: heilig, königlich, gerecht, barmherzig.

Systematische Erwägungen zum Geheimnis der Trinität

Zu den ältesten trinitarischen Glaubensbekenntnissen gehört das Quicumque (4. Jh.).

Vgl. Systematische Erwägungen zum Geheimnis der Trinität

Bedeutung der Dreifaltigkeit für den christlichen Glauben

"Gott ist Liebe, (1 Joh 4,8) und lebt in sich selbst ein Geheimnis personaler Liebesgemeinschaft" (Familiaris Consortio Nr. 11). Der Vater liebt den Sohn, er schenkt ihm sein ganzes Wesen. Der Sohn liebt den Vater, er schenkt ihm seine ganze Person zurück. Dieses gegenseitige sich schenken ist so real und so vollständig, dass die Liebe zwischen Vater und Sohn wieder eine Person ist, der Heilige Geist. Jedoch darf diese prozedurale Vorstellung nicht dazu führen, sich das Geheimnis der Trinität allzu geschichtlich oder nur immanent zu denken.

Als Abbild des dreifaltigen Gottes ist der Mensch geschaffen, nicht als einsame Monade, sondern als Person, die dazu berufen ist zu lieben. Das ist der Grund für die Aussage des zweiten Vatikanischen Konzils, dass der Mensch "sich selbst nur durch die aufrichtige Hingabe seiner selbst vollkommen finden kann." (Gaudium et spes 24)

Präfation von der Heiligsten Dreifaltigkeit

In Wahrheit ist es würdig und recht, Dir Heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Mit Deinem Eingeborenen Sohn und dem Heiligen Geist bist Du der eine Gott und der eine Herr, nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens. Was wir auf Deine Offenbarung hin von Deiner Herrlichkeit glauben, das bekennen wir ohne Unterschied von Deinem Sohn, das bekennen wir vom Heiligen Geiste. So beten wir an im Lobpreis des wahren und ewigen Gottes die Sonderheit in den Personen, die Einheit im Wesen und die gleiche Fülle in der Herrlichkeit. Dich loben die Engel und Erzengel, die Kerubim und Serafim. Wie aus einem Mund preisen sie Dich Tag um Tag und singen auf ewig das Lob Deiner Herlichkeit: Heilig, Heilig, Heilig ...

Literatur

Päpstliche Schreiben

  • 21. Februar 1972 Erklärung Mysterium filii dei zu einigen Irrtümern bezüglich des Geheimnisses der Fleischwerdung und der heiligsten Dreifaltigkeit.

Siehe auch: Gott, Anbetung, Antitrinitarismus.

Weblinks