Materialismus

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Materialismus ist, im Gegensatz zum Idealismus, ein philosophischer Monismus, der die Gesamtheit der Dinge auf einen einzigen Begriff, nämlich den der Materie (anstatt dessen bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel ursprünglich: der Geist) zurückführen will. Da Materie auch ein "Begriff" ist, wirft schon diese simple Feststellung allerdings die Frage auf nach der Berechtigung dieser totalen Aufladung des Begriffs "Materie": In ihn wird alles Geistige mit hinein interpretiert.

Wie alle uns bekannten philosophischen Leitbegriffe ist auch der des Materialismus bereits von den "alten Griechen" geprägt worden. Eine genauere Begriffsgeschichte zu entfalten würde hier zu weit führen. Eine bedeutende praktische Anwendung des Materialismus ist im Kommunismus zu finden.

Papst Pius XII. beschreibt in der Enzyklika Le pelerinage de Lourdes den Materialismus in seinen verschiedensten Erscheinungsformen:

Die Welt, die in unseren Tagen so viel berechtigten Anlass zu Stolz und Hoffnung gibt, kennt auch eine gefährliche Versuchung zum Materialismus; Unsere Vorgänger und Wir selber haben oft genug darauf hingewiesen. Dieser Materialismus lebt nicht nur in der verurteilten Philosophie, die der Politik und Wirtschaft eines Teils der Menschheit zugrunde liegt; er herrscht auch in der Geldgier, deren Verheerungen sich im Maße der modernen Unternehmen ausdehnen und die leider so viele Zwangsabläufe bestimmt, die auf dem Leben der Völker lasten; er äußert sich im Kult des Leibes, in dem maßlosen Streben nach Komfort und der Flucht vor jeder Strenge der Lebensführung; er führt zur Verachtung des menschlichen Lebens, selbst dessen, das vor seinem Eintritt in die Welt vernichtet wird; er äußert sich in der zügellosen Jagd nach Vergnügen, das sich schamlos zeigt und durch Lektüre und Schauspiele auch die noch reinen Seelen zu verführen sucht; er liegt der Achtlosigkeit gegenüber dem Bruder, dem Egoismus, der ihn vernichtet, der Ungerechtigkeit, die ihn seiner Rechte beraubt, kurz einer Lebensauffassung zugrunde, die alles ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der materiellen Blüte und der irdischen Befriedigungen sieht. "Meine Seele, du hast viele Güter daliegen auf viele Jahre, ruhe aus, iß und trink und laß es dir wohl sein", sagte ein Reicher. "Gott aber sprach zu ihm: Du Tor, in dieser Nacht wird man dein Leben von dir fordern." (Lk 12,19-20.).

Literatur

  • Theo Weber-Arm: Falschen Propheten auf der Spur : Der Materialismus und sein Einfluss auf das Christentum. (Reihe: Edition Pierre Chanel) Josef Kral Verlag Abensberg 1994 (265 Seiten; ISBN 3980401618 (ISBN-10) / 9783980401616).

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