Karl Leisner

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Karl Leisner

Karl Leisner (* 28. Februar 1915 in Rees am Niederrhein (Bistum Münster); † 12. August 1945 in Planegg bei München) ist Märtyrer und erster Seliger der Schönstatt-Bewegung. Karl Leisner wird als „Engel des Trostes“ bezeichnet und als „Der Prophet eines neuen Jahrtausends“ (Biograph René Lejeune).

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Karl Leisner studierte Theologie in Münster und Freiburg im Breisgau und engagierte sich in der katholischen Jugendarbeit. Seine Kraft schöpfte er aus der Schönstatt-Bewegung, deren Spiritualität er 1933 bei Schülerexerzitien in Vallendar-Schönstatt kennengelernt hatte. Karl engagierte sich im Bistum Münster in der katholischen »Jungschar«, machte Gruppenstunden, organisierte Zeltlager im ganzen Bistum. Von Galen wurde auf ihn aufmerksam und setzte ihn zum »Diözesanjungscharführer« ein. Die Gestapo bespitzelte ihn und legte eine Akte an. In seiner Freiburger Studienzeit reifte in ihm der Entschluss, Priester zu werden. Am 25. März 1939 wurde er vom Münsteraner Bischof Clemens Graf von Galen zum Diakon geweiht.

Aufgrund einer Lungenerkrankung verbrachte Leisner anschließend mehrere Monate im Schwarzwald zur Kur. Als das Radio am 8. November 1939 meldete, dass Hitler das versuchte Bürgerbräu-Attentat von Georg Elser überlebt hatte, rutschte dem Theologen ein leises »Schade« heraus – eine Äußerung, die nicht ungehört blieb. Ein Mitpatient denunzierte ihn. Einen Tag später wurde Leisner wegen staatsfeindlicher Äußerungen inhaftiert. Nach seiner Inhaftierung kam Leisner 1939 nach einer »Schutzhaft« zunächst ins KZ Sachsenhausen, im Dezember 1940 als politischer Häftling nach Dachau, wo auch seine Tuberkulose ausbrach. Obwohl er selbst gesundheitlich angeschlagen war, begegnete er Mitgefangenen fröhlich, fand aufmunternde Worte und teilte seine Essensrationen.

Der Jesuit Otto Pies war es, der die geheime Priesterweihe des Häftlings 22356 in die Wege leitete. Karls gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich zunehmend, und seine Mithäftlinge wollten ihm noch diesen Wunsch erfüllen. In größter Geheimhaltung wurden die Bischofsgewänder für den kurz zuvor ins KZ gebrachten Bischof von Clermont-Ferrand, Gabriel Emmanuel Joseph Piguet, erstellt. Die Weihe am Gaudete-Sonntag in Block 26 brachte alle Beteiligten in große Gefahr, doch das Vorhaben blieb unentdeckt (In Kevelaer am Niederrhein erinnert ein Bronzeportal an dieses sakrale Ereignis). Für den todkranken, von den Entbehrungen der Gefangenschaft schwer gezeichneten 29-Jährigen erfüllte sich an diesem dritten Adventssonntag ein Herzenswunsch. Leisners Primiz war die einzige Heilige Messe seines Lebens.

Anfang Mai 1945 wurde Leisner aus dem KZ befreit und ins Lungensanatorium Planegg bei München gebracht. Doch seine Lungenkrankheit und die Jahre der grausamen KZ-Haft hatten Spuren hinterlassen. Er starb wenige Monate später am 12. August 1945 in Planegg. Wohl wissend um sein nahendes Ende, hatte er zuletzt in seinem Tagebuch vermerkt: »Segne auch, Höchster, meine Feinde!« Sein Grab ist im Viktor-Dom in Xanten, wo auch die Gebeine von Märtyrern der Christenverfolgung im Römischen Reich sowie die katholischen NS-Opfer Gerhard Storm und Heinz Bello begraben liegen (OR 1. Juni 2018, S. 6).

Seligsprechung

Papst Johannes Paul II. sprach Karl Leisner und Bernhard Lichtenberg am 23. Juni 1996 bei seinem Deutschlandbesuch in Berlin selig (vgl.).

„Netzwerk Karl Leisner“

Vertreter unterschiedlicher Gemeinschaften haben am 17. September 2010 im niederrheinischen Kalkar das „Netzwerk Karl Leisner“ gegründet. Dieser Zusammenschluss will Aktivitäten zur Erinnerung an den Seligen und Märtyrer besser verknüpfen. „Der Internationale Karl-Leisner-Kreis möchte einerseits die Person des Seligen in Erinnerung halten und andererseits gerade junge Menschen mit Hilfe Karl Leisners zu Christus führen“ (Präsident des Internationalen Karl-Leisner-Kreises (IKLK): Pfarrer Benedikt Elshoff).

Literatur

Siehe auch: Karl-Leisner-Jugend

Weblinks

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