Roswitha Bitterlich

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Roswitha Bitterlich, Roswitha Brink-Bitterlich, Roswitha Wingen-Bitterlich (* 24. April 1920 in Bregenz, Österreich; † 10. Dezember 2015 in Porto Alegre, Brasilien) war Malerin, Grafikerin und Dichterin. Sie war verheiratet. Ein Sohn wurde Priester.

Inhaltsverzeichnis

Biografie und Werk

Roswitha Bitterlich wurde als erstes von drei Kindern der Eltern Hans und Gabriele Bitterlich geboren. Sie wurde am 1. Mai 1920 auf die Namen Roswitha, Maria und Walburga getauft. 1921 übersiedelte sie mit ihren Eltern nach Schluckenau in Böhmen. Mit drei Jahren malte Roswitha die ersten Bilder, mit fünf Jahren große Scherenschnitte und mit sechs Jahren einen sechzehn Meter langen Fries für das Kinderzimmer. Roswitha zog 1928 mit der Familie nach Innsbruck, wo sie das Untergymnasium und die Frauenschule der Innsbrucker Ursulinen besuchte. Zu Weihnachten 1932 malte sie für ihren kleinen Bruder Hannsjörg ein Zwergenbuch mit zwanzig Aquarellen und fügt Selbstdichtungen hinzu. Im Frühjahr 1932 wurden die Bilder Roswithas erstmals öffentlich in Innsbruck gezeigt, welches starkes Interesse hervorrief. Im Jahr darauf erfolgte eine zweite Ausstellung in Innsbruck und im August des gleichen Jahres in Lienz in Osttirol, mit stets wachsendem Interesse der Besucher. 1935 stellte Roswitha in Wien aus, wo sie als „Wunderkind“ galt. 1936 gab ihr Vater Hans Bitterlich ein Katalog mit 359 Werken heraus. Ebenfalls 1936 stellte sie in Prag aus, ein Jahr später in Amsterdam, Rotterdam und Anfang Mai 1937 im kopenhagener Kunstmuseum Charlottenburg. 1938 zeigte eine Londoner, Züricher und Den Haager Galerie ihre Werke. 1938 studierte sie einige Monate in Rom Sgraffito und Fresko, später besuchte sie in Stuttgart die „Akademie der Künste“. Es folgten 1939 Ausstellungen in den Städten München und Stuttgart. Im Jahre 1941 erscheint ein graphischer Zyklus mit dem Titel "Till Eulenspiegel" mit Texten von Hans Leip. Roswitha studierte bis 1943 an der Berliner „Akademie der Künste“. Sie heiratete an Allerheiligen 1945 den Publizisten Michael Brink (Emil Piepke[1]). Aus der Ehe ging 1946 die Tochter Mechthild Maria hervor. 1947 starb Brink an Spätfolgen seiner KZ-Gefangenschaft. Selbst in den USA beeindruckte Roswitha das New Yorker Publikum nach dem Zweiten Weltkrieg. Ölbilder, Aquarelle und graphische Arbeiten, die in der Zeit zwischen 1945 und 1950 entstanden sind, wurden 1951 in der Galerie St. Etienne gezeigt. Um die gemalten Bilder erklären zu können, lernte ihre Mutter Gabriele Bitterlich die Sprachen Englisch, Tscheslowakisch, Französisch, Dänisch, Holländisch, Italienisch und Latein. Roswitha widmete sich in den folgenden Jahrzehnten mit ihrem ganzen Talent der malerischen Nachgestaltung vor allem dessen, was ihre Mutter (mutmaßlich) visionär über die heiligen Engel niederschrieb.1955 wanderte Roswitha mit ihrer kleinen Tochter nach Brasilien aus und heiratete Professor Hubert Wingen mit dem sie drei Kinder hatte. Sie wohnte bis zur ihrem Tod in Porto Alegre.

Das talentierte Schaffen der Künstlerin entwickelte sich zu solcher Reife, sodass ihre Bilder ein westliches Spiegelbild zu den ostkirchlichen Ikonen gezählt werden können, welche die Übernatürlichkeit in die Zeit einstrahlen lassen ohne surreal zu sein. Sie malte Apsiden von Kirchen, Bilder die Altäre schmücken und gestaltete bemalte Glasfenster von Kirchen in Brasilien, Portugal und Österreich.

Werke

  • Ave Maria. Die fünfzehn Geheimnisse des heiligen Rosenkranzes.[2] Text: Gabriele Bitterlich. Verlag Alois Gartner Rosenheim o. J. (32 Seiten; Mit kirchlicher Druckerlaubnis).
  • Bilderbuch nach Originalen der 14jährigen Künstlerin Roswitha Bitterlich Peter Kölln Elmshorn.
  • Hallelui-nein! Die Geschichte vom bösen Engelein ...
  • Kindergedichte mit Zeichnungen von Roswitha Bitterlich selber. Selbstverlag, Innsbruck 1935.
  • Licht im Schnee. Ein Weihnachtsgang. Tyrolia Verlag, Innsbruck / Wien / München 1935
  • Schwarz-Weiß-Kunst. Rauch, Innsbruck / Leipzig 1936.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Bild: Michael Brink: Don Quichotte: Bild und Wirklichkeit. Lambert Schneider, Berlin 1942. 2. Auflage: Lambert Schneider, Heidelberg 1946. 3. Auflage mit einem Nachwort von Mondrian von Lüttichau im Verlag Autonomie und Chaos, Berlin 2013 (Auf Seite 56 befindet sich Roswitha Bitterlich-Brinks Bild „Engel mit der Gabe des Starkmutes“; PDF; 2 MB)
  2. Bilder: Roswitha Bitterlich[1].
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