Theotonius

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Statue des heiligen Theotonius in Valença, Portugal

Theotonius , port.: Teotnio, (* 1082 in Ganfei Valença in Nordportugal; † 18. Februar 1162) war Priester, Ordensgründer der Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz und Prior in Coimbra. Er wurde als erster Portugiese heiliggesprochen. Sein liturgischer Gedenktag ist der 18. Februar. Der Name bedeutet auf griechisch der auf Gott hin Gespannte.

Biografie

Theotonius wurde als Sohn von Oveco und seiner Frau Eugenia geboren. Er besuchte die Kathedralschule von Coimbra, die von seinem Onkel Dom Tello geleitet wurde und empfing um das Jahr 1105 die Priesterweihe. Später wirkte er als Prior und Apostolischer Administrator an der Kathedralkirche von Viseu. 1116 pilgerte er für zwei Jahre ins Heilige Land. Nach seiner Rückkehr wurde ihm das Priorat erneut angeboten, was er allerdings ablehnte. In den Jahren 1125 bis 1130 wirkte er seelsorglich, unternahm erneut eine Reise ins Heilige Land und lebte einige Zeit bei den Regularkanonikern vom Heiligen Grab in Jerusalem, wo er einzutreten gedachte.

Nach der Rückkehr nach Portugal konnte ihn sein Onkel Dom Tello, Archidiakon der Diözese, für die Gründung des Klosters Santa Cruz (vom Heiligen Kreuz) als zwölftes Mitglied des Konventes gewinnen. Zusammen mit Dom Tello, gründete er nun das Regularkanonikerstift in Coimbra im Jahre 1131 - am 28. Juni wurde feierlich der Grundstein gelegt. Von seinen 11 Mibtrüdern wurde Theotonius zum Prior gewählt. Am Aschermittwoch, dem Fest des heiligen Matthias, am 24. Februar 1132 empfingen sie aus den Händen des Bischofs von Coimbra das Ordensgewand. Die zwölf Priester (vgl. Mk 3,14 EU) begannen nach der Regel des heiligen Augustinus von Hippo in Gemeinschaft zu leben. Sie nannten sich Regularkanoniker vom Heiligen Kreuz. Schon im Jahre 1135 gewährte Papst Innozenz II. dieser Gemeinschaft die päpstliche Anerkennung als Orden.

Von Papst Anastasius IV. erhielt Theotonius das Privileg, die bischöflichen Insignien, Mitra, Stab, Ring zu tragen. In seiner Demut, wollte er die Mitra jedoch nicht tragen, weswegen er oft mit der Mitra zu seinen Füßen dargestellt wird. Bei Papst Hadrian IV. konnte er Privilegien für sein Kloster erwirken. Er übte dieses Amt mit großer Demut und Milde aus und ging seinen Mitbrüdern in der Übung der Tugenden voran. Trotz seiner Aufgabe als Prior führte er ein sehr kontemplatives Leben.

Nach 20 Jahren trat er vom Amt des Priors zurück, um sich ganz dem Gebet und der Kontemplation in der Mitte seiner Brüder zu widmen. Er erwartete immer sehnsüchtiger den Heimgang zu Gott. Dom Teotonio sah plötzlich, wie sich der Himmel auftat. Eine unermeßliche Sternenschar schwebte auf Sancta Cruz herab. Das Antlitz des Sterbenden war von überirdischen Glück verklärt. Theotonius starb am 18. Februar 1162. In der Heilig-Geist-Kirche im Kloster - die seither als Kapitelsaal dient- wurde er begraben.

Kanonisation

Auf die Fürbitte des Theotonios geschahen schon zu Lebzeiten viele Wunder. Aufgrund der großen Verehrung des Volkes wurde Theotonius schon am 18. Februar 1163 auf einem Provinzialkonzil in Coimbra heiliggesprochen. Papst Alexander III. bestätigte die Verehrung des ersten portugiesischen Heiligen.

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