Liturgische Kleidung

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Die liturgische Kleidung wird während gottesdienstlicher Feiern getragen.

Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Bedeutung

Anfangs gab es keine besondere liturgische Kleidung. Wer zum Gottesdienst kam, legte bessere Kleidung an als im Alltag, Bischöfe und Priester bemühten sich um kostbarere Kleidung. Somit geht die Art der liturgischen Kleidung auf spätantike Festkleidung zurück, bei Bischöfen entsprach sie der Kleidung höherer Staatsbeamter. Beim Entstehen einer anderen, kürzeren Tracht im Alltag wurde die stilisierte Festkleidung der ausgehenden römischen Kaiserzeit als liturgische Kleidung beibehalten.[1]

Mit dem Tragen der liturgischen Gewänder beim Gottesdienst wird der sakrale Bereich von der Profaneität des Alltags abgehoben, und der Gottesdienst wird als öffentliches Tun der Kirche gekennzeichnet: "Das liturgische Gewand mit seinen weiten Formen lässt die Individualität seines Trägers gleichsam verschwinden, um seine Würde und sein Amt um so klarer hervortreten zu lassen." Die langen Gewänder erinnern "an das königliche und priesterliche Gewand des verherrlichten Herrn, der Engel und der Auserwählten in der himmlischen Liturgie" (Offb 7,9-17 EU).[2]

Liturgische Kleidung

Stola, Messgewand und Chormantel sind, dem kirchlichen Festtag oder Festkreis entsprechend, in liturgischer Farbe.

Priester und Diakone

Zur liturgischen Kleidung gehören u.a.

gehalten durch das Zingulum

Die Stola wird auch getragen, wenn bei gottesdienstlichen Handlungen andere Gewänder nicht vorgeschrieben sind, sowie bei Andachten, wenn anstelle des Messgewandes ein Superpelliceum getragen wird.

Bischöfe und Äbte

Zusätzlich tragen diese:

Liturgische Dienste

Ministranten tragen einen Talar als Untergewand, darüber ein Rochett. Eine Mozetta kann die Kleidung komplettieren. Regional findet dabei die liturgische Farbe Verwendung. Mancherorts haben die Ministrantengewänder auch Albenform.

Auch Kantoren, Choralschola, Lektoren, Kommunionhelfer, Zeremoniare und Küster können bei ihrem liturgischen Dienst liturgische Kleidung tragen.

Päpstliche Schreiben

Literatur

  • Joseph Braun SJ: Die Liturgischen Paramente in Gegenwart und Vergangenheit. Reprographischer Nachdruck der zweiten, verbesserten Auflage, verlag nova & vetera, Bonn 2005, ISBN 3-936741-07-7 (1. Auflage: 1911, 2. Auflage: 1924).
  • Robert Lesage: Liturgische Gewänder und Geräte. Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg 1959 (131 Seiten).

Anmerkungen

  1. Josef Andreas Jungmann S.J.: Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe. Bd. 1, 5. verbesserte Aufl., Herder Verlag Wien-Freiburg-Basel 1962, S. 360.
  2. Aimé-Georges Martimort (Hrsg.): Handbuch der Liturgiewissenschaft. Bd. I, Herder Verlag, Freiburg/Basel/Wien 1963, S. 118.
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