Christian Church (Disciples of Christ)

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Christian Church (engl.; zu dt.: Kirche Christi - Disciples of Christ) ist eine christlich-protestantische Konfession.

Entstehung

Die "Disciples of Christ" sind aus den protestantisch-pietistischen Erweckungsbewegungen der USA hervorgegangen. Sie wurden von den Presbyterianern Barton W. Stone (1772–1844) eine Bewegung sowie Thomas Campbell (1763–1844) und seinem Sohn Alexander (1788–1866) gegründet. 1832 erfolgte die Vereinigung der beiden Bewegungen. Im Hinblick auf die Zukunft der Kirche und die Bekehrung der Welt, sollten die Strukturen der gegenwärtigen Kirchen "aufgelöst und im umfassenden Leib Christi aufgehen" (Stone, 1804). Die »Disciples of Christ« , denen die Einheit der Christen ein vorrangiges Anliegen ist, sind außer in den englischsprachigen Ländern auch in Lateinamerika um das Jahr 2000 stark vertreten. Die Einheit werde u.a. erreicht durch das Wiederherstellen des Glaubens und der Ordnung der neutestamentlichen Kirche und durch das Zurückweisen aller lehramtlichen Glaubenssätze, sofern diese als Vorbedingung der Gemeinschaft angesehen würden.[1]

Der ökumenische Dialog mit den »Disciples of Christ«

Eine internationale Kommission für den Dialog zwischen den »Disciples of Christ« und der katholischen Kirche begann 1977, »um die Beziehungen (…) im Sinne der Verwirklichung und Sichtbarmachung der von Christus gewollten Einheit zu entwickeln«.

Die Ersten Phase des Dialogs war von 1977 bis 1981 und hatte das Thema: »Apostolizität und Katholizität in der sichtbaren Einheit der Kirche«.

Eine Gemeinsame Erklärung über die zweite Phase wurde 1993 unter dem Titel »Die Kirche als Gemeinschaft in Christus« (vgl. Information Service, 84 [1993/III–IV], S. 162–169) veröffentlicht.»Disciples« und Katholiken haben verschiedene Auffassungen von Kontinuität und apostolischer Sukzession. Die »Disciples« hängen einem protestantischen Ethos an, das die Kirche in einem diskontinuierlichen Verhältnis zur Geschichte sieht, während für die Katholiken die Kirche die ganze Geschichte hindurch besteht - kraft der Gabe des Heiligen Geistes, die es der Kirche ermöglicht hat, die Jahrhunderte hindurch in der Kontinuität der Apostolischen Tradition zu bleiben.

Eine dritte Phase des Dialogs (1993-2002), wurde mit einer "Gemeinsamen Erklärung mit dem Titel »Den Glauben empfangen und weitergeben: Sendung und Verantwortung der Kirche« abgeschlossen. Sie formuliert drei wesentliche Punkte, über die man sich verständigt hat:

  • Über die notwendige Verbindung zwischen Wort und Sakrament sagt die Kommission, dass in den beiden Traditionen »die Sakramente die vom Evangelium verkündete Gemeinschaft verwirklichen. Ihrer Natur nach sind die Sakramente integrierender Bestandteil des Lebens und Wesens der Kirche. Sie führen einen neuen Gläubigen in die Gemeinschaft ein, indem sie eine Verbindung zwischen dem Gläubigen und allen anderen Christen jeder Zeit und an jedem Ort herstellen. Auf diese Weise empfängt jeder Gläubige die lebendige Überlieferung, wird Teil von ihr und nimmt an ihrer Weitergabe teil«.
  • Ein zweiter wichtiger Punkt der Verständigung betrifft den Schriftenkanon, die Konzilien der Kirche und die Glaubensbekenntnisse als sichere Werkzeuge, um den Glauben in der ganzen Geschichte zu erkennen und weiterzugeben. Vor diesem Hintergrund anerkennt die Kommission, dass »zwischen dem Schriftenkanon und der Einheit der Kirche ein enger Zusammenhang besteht«. Die Tatsache, dass sich die Zahl der Bücher des Alten Testaments zwischen den Katholiken (und Orthodoxen) und den »Disciples« (die den Kanon von den Reformierten übernommen haben) unterscheidet, muss jedoch »nicht notwendigerweise ein Grund zur Spaltung in der Kirche sein«.
  • In einem weiteren Punkt erklärt die Kommission, dass Katholiken und »Disciples« in der Anerkennung der theologischen Definitionen der ersten sieben ökumenischen Konzilien als Teil des gemeinsamen Erbes der Kirche übereinstimmen. Somit anerkennen die beiden Gemeinschaften, dass jene beispielgebenden Kirchenversammlungen im Namen der ganzen Kirche gesprochen haben, wenn sie die wichtigsten Aussagen der Schrift verdeutlichten und erklärten. Die »Disciples« erklären ihrerseits, dass sie »niemals die von den ersten ökumenischen Konzilien verurteilten theologischen Positionen vertreten haben... In dem Maße, wie sie die Entscheidungen jener Konzilien angenommen haben, haben sie deren Autorität anerkannt«. Diese Aussage ist im Hinblick auf einen künftigen Gedankenaustausch, zum Beispiel über Maria, von großer Bedeutung.
  • Die Beauftragung der Kommission wurde um weitere fünf Jahre, von 2003 bis 2008, verlängert, um das Thema, das methodische Vorgehen und den Zeitplan für die vierte Phase des Dialogs festzulegen.[2]

Anmerkungen

  1. Osservatore Romano 9. Mai 2003, S. 5.
  2. Osservatore Romano 9. Mai 2003, S. 5, stark gekürzt; von: Msgr. John Mutiso-Mbinda, Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen (Orig. engl.; ital. in O.R. 22.1.2003).
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