Konfession

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Konfession (lat. confessio, von confiteor) bedeutet Geständnis, Bekenntnis. Gemeint ist eine Aussage, die Persönliches offenbart und mit einem Risiko verbunden ist.

Der hl. Augustinus nannte seine geistliche Autobiografie Confessiones, da er darin öffentliche Rechenschaft über seinen Weg einschließlich der Verirrungen geben wollte und so auch "Privates" dem allgemeinen Urteil aussetzte. Später folgten ihm darin viele säkulare Schriftsteller, oft unter gleichem oder ähnlichem Titel, mit mehr oder weniger großer Tiefe der Selbstprüfung.

In der katholischen Kirche ist confessio der lateinische Name der Beichte im Zusammenhang des Bußsakraments. Hier besteht das "Risiko" im solidarischen, aber auch kritischen Rat des Priesters.

In der Hauptbedeutung ist das deutsche Wort Konfession heute Oberbegriff für die verschiedenen (in der Regel) christlichen Kirchen und Religionsgemeinschaften, die Konfessionen.

Ursprung dieser Bedeutung ist das verbale Christusbekenntnis, das ohne Rücksicht auf Gunst oder Ungunst der Umstände dem Namen des Herrn die Ehre gibt: Wenn du mit deinem Mund bekennst (griech. homologeseis, lat. confitearis):'Jesus ist der Herr' und in deinem Herzen glaubst: 'Gott hat ihn von den Toten auferweckt', so wirst du gerettet werden (Röm 10, 9).

In den theologischen Auseinandersetzungen des 16. Jahrhunderts wurde dieses Christusbekenntnis mit theologischen Darlegungen gleichgesetzt, die um Christi willen dem kirchlichen Lehramt widersprachen und/oder von diesem explizit zurückgewiesen wurden. Das Risiko war dabei real und betraf die gesellschaftliche Stellung und sogar Leib und Leben.

Als die neuen nichtkatholischen Landeskirchen sich konsolidierten, ging die Bezeichnung Konfession von den theologischen Grundsatzdokumenten der Kampfzeit auf die Kirchen selbst über, die sich gemeinsam durch Berufung auf eines oder mehrere dieser Grundsatzdokumente definierten. Nun gab es die lutherische und reformierte, analog dann die katholische und später auch die "mosaische" Konfession sowie den Konfessionsstand von Territorien, Gemeinden und Personen. Es gab anerkannte und nicht anerkannte Konfessionen (zu letzteren gehörten zB die Baptisten), und es gab die Prägung des öffentlichen Lebens durch den Konfessionalismus.

Das Prinzip der gemeinsamen formulierten Konfession als Grundlage und Voraussetzung von Kirchengemeinschaft wurde seit dem 18. Jahrhundert im Protestantismus in Frage gestellt. Es kam zu einer Reihe von Unionen und Konkordien sowie zum ökumenischen Grundsatz der versöhnten Verschiedenheit, der das formulierte Bekennen mehr und mehr dahingestellt sein lässt.

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