Sviluppi

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Sviluppi

Päpstliches Werk für geistliche Berufe
unseres Heiligen Vaters
Johannes Paul II.
über die Entwicklung der Pastoral der Berufe in den Einzelkirchen

6. Januar 1992

(Quelle: Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 104, hg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. Bonn: 1992: siehe auch: DAS 1992, S. 1321.1362)

Allgemeiner Hinweis: Die in der Kathpedia veröffentlichen Lehramtstexte dürfen nicht als offizielle Übersetzungen betrachtet werden, selbst wenn die Quellangaben dies vermuten ließen. Nur die Texte auf der Vatikanseite können als offiziell angesehen werden (Schreiben der Libreria Editrice Vaticana vom 21. Januar 2008).


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Der Zweite Internationale Kongress für kirchliche Berufe ist nach vierjähriger fleißiger und konkreter Forschung und Beratung in allen Teilen der Welt im Mai 1981 in Rom zusammengetreten, um unter den Experten, den Vertretern der Bischofskonferenzen und den Generalobern und Generaloberinnen anhand der in den "Diözesanen Plänen für Berufspastoral" zusammengefaßten, breitangelegten Untersuchungen und unterschiedlichsten Erfahrungen das ernste Problem der geistlichen Berufe zu studieren. Am Ende des Kongresses wurde das Schlussdokument als zusammenfassendes Ergebnis veröffentlicht.

Nach zehnjähriger Erfahrung seit der Anwendung dieses Dokumentes haben die Kongregation für das katholische Bildungswesen und die Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens eine neue Beratung anberaumt, um den bis heute in der Berufspastoral zurückgelegten Weg zu überprüfen.

Die Anregung dieser beiden Kongregationen entspringt dem Bewußtsein, daß die Frage der kirchlichen Berufe, die Grund zu so viel Hoffnung und Sorge geben, aufs engste mit dem Leben der Kirche selbst und mit der Sache der Evangelisierung der Welt verbunden ist.

Die Kirche, die, wie der Heilige Vater alljährlich in seiner Botschaft zum Weltgebetstag der geistlichen Berufe erinnert, von der Verheißung des "Herrn der Ernte" getragen ist, beabsichtigt keineswegs in Untätigkeit zu resignieren, sondern sie weist im Gegenteil jedes resignative Verhalten zurück. Geleitet von der Kraft des Heiligen Geistes und im Licht der heutigen Wirklichkeit wie auch der Erfahrungen der letzten Jahre, sucht und weist sie Wege, auch solche, die sich von früheren unterscheiden, um neue und heilige Berufe ersprießen zu lassen und zur Blüte zu bringen.

Ausgehend vom Schlussdokument und in Berücksichtigung dessen, was in der Befragung von den Bischöfen und Ordensleuten gesagt wurde, können nützliche Elemente für ein neues Programm und für eine Neubelebung der Berufswerbung gefunden werden mit dem Ziel, der Kirche eine einheitliche Pastoral zu sichern, die fähig ist, all ihre Möglichkeiten in den Dienst der Berufe zu stellen.

Die hier angebotene Synthese stellt ein wertvolles Werkzeug dar zur Bewertung der Beiträge, die von den Einzelkirchen für die internationale Beratung über die "Entwicklung der Berufspastoral" bereitgestellt wurden.

Einleitung: Gegenstand und Absicht

1. Die Umfrage des Apostolischen Stuhles

Die vorliegende Dokumentation behandelt die "Entwicklungen der Berufspastoral in den Einzelkirchen". Sie will eine Zusammenfassung jener Antworten und Berichte sein, die beim Hl. Stuhl auf eine doppelte Umfrage hin eingegangen sind:

1) die Umfrage der Kongregation für das katholische Bildungswesen (Prot. n. 520/88 vom 3. Mai 1988) bei den Bischofskonferenzen;

2) die Umfrage der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens (Prot. n. SpR 611/85 vom 25. Januar 1990) bei den Nationalkonferenzen der Höheren Ordensobern und Ordensoberinnen.

2. Das Grundproblem der Kirche

Die durch den Apostolischen Stuhl durchgeführte umfangreiche Befragung wollte vor allem eine Antwort sein auf die wiederholten Bitten des Hl. Vaters an alle Gläubigen, durch ihr Gebet und ihre Unterstützung an der Vermehrung der Berufungen zu den hl. Weihen und zu den verschiedenen Formen des geweihten Lebens mitzuwirken. Der Hl. Vater hat die Frage der geistlichen Berufe oft als das "Grundproblem der Kirche" bezeichnet, als Grundproblem jeder Einzelkirche, jeder christlichen Gemeinschaft und jeder Ordensfamilie; als eine Frage von stetigem, lebendigem Interesse und von drängender Aktualität.

3. Der Internationale Kongress von 1981

Es ist bekannt, daß der Apostolische Stuhl, in Ausführung der Richtlinien des II. Vatikanischen Konzils, auf internationaler, nationaler und diözesaner Ebene verschiedene Initiativen ergriffen hat, um den Einzelkirchen in der Aufnahme, Auswahl und Bewertung aller Berufe behilflich zu sein. Wir erinnern besonders an den Zweiten Internationalen Kongress der Bischöfe und anderer für die kirchlichen Berufe Verantwortlichen, der vom 10. bis 16. Mai 1981 im Vatikan stattfand und in Zusammenarbeit der Kongregationen für das katholische Bildungswesen, für die Ordensleute und Säkularinstitute, für die Orientalischen Kirchen und für die Evangelisierung der Völker veranstaltet wurde und zum Thema hatte: "Entwicklung der Pastoral der Berufe in den Ortskirchen: Erfahrungen aus der Vergangenheit und Pläne für die Zukunft".[1]

4. Das Schlussdokument

10 Jahre nach dem Zweiten Internationalen Kongress hat die Umfrage gleichzeitig einen doppelten Zweck: einmal die Früchte und die positiven Entwicklungen zu bewerten, die in den einzelnen Ländern durch die Anwendung des Schlussdokumentes besagten Kongresses herangereift sind; dann aber auch, die Meinung der Bischofskonferenzen und der Konferenzen der höheren Ordensobern und -oberinnen über diese Anregungen und über empfehlenswerte Erfahrungen zu hören, um so der Berufspastoral einen weiteren Impuls geben zu können.

5. Gültigkeit und Aktualität des Dokumentes

Das Schlussdokument wurde allen Bischöfen, Generalobern und Nationalkonferenzen der höheren Ordensobern und -oberinnen zugesandt. Auch nach 10 Jahren noch behält das Dokument seine volle Gültigkeit und stellt einen zuverlässigen Führer für Lehre und Pastoral dar. Die direkt betroffenen Dikasterien tun ihr Möglichstes, daß dieses Dokument in jedem Bereich der Kirche gekannt und angewendet werde, entsprechend dem lebhaften Wunsch von Papst Johannes Paul II.: "Die im Dokument enthaltenen Anregungen und Vorschläge mögen Gegenstand aufmerksamer Erörterung und umsichtiger Anwendung sein, damit aus ihnen für die gesamte Kirche in der Berufspastoral ein tatsächliches Wachstum und eine größere Wirksamkeit erzielt werden" (Brief des Staatssekretariates, Nr. 84.906 vom 29. März 1982).

6. Grenzen der Umfrage

Die vorliegende Dokumentation berücksichtigt nur einige Gesichtspunkte des pastoralen Wirkens für geistliche Berufe. Sie behandelt also nicht den gesamten Fragenkomplex der geistlichen Berufe unter theologischem, soziologischem und psychologischem Gesichtspunkt; auch wiederholt sie nicht die Hinweise und Richtlinien des Schlussdokumentes in seiner Gesamtheit, selbst wenn dieses der ganzen hier vorgelegten Analyse als Orientierung dient. In diesem Zusammenhang werden auch keine Fragen der Ausbildung der Kandidaten in den Seminarien, in den Noviziaten oder in vergleichbaren Einrichtungen erörtert.

7. Der Nach-Kongress

Nach Versand des Schlussdokumentes fand in der Kirche ein intensives Nachdenken, Betrachten und Beten statt, begleitet von Konferenzen, Disputen, Zusammenkünften und kulturellen Begegnungen. Auch die Fülle von Veröffentlichungen, Schriften und wissenschaftlichen Untersuchungen über die Berufe und über die diesbezüglichen pastoralen Aspekte war festzustellen. Das Lehramt der Bischöfe in allen Teilen der Erde hat erheblich zum Heranreifen eines neuen Bewußtseins beigetragen, selbst wenn der Weg der Gemeinschaften noch immer anstrengend und beschwerlich ist.

8. Autoritative Beiträge

Während des vergangenen Jahrzehnts gab es namhafte Beiträge besonderen Gewichtes, von denen einige direkten Bezug zur Pastoral der Berufe haben, während andere, wenngleich sie dieses Problem nicht direkt betreffen, es unter dem einen oder anderen Gesichtspunkt dennoch berühren. Außer den päpstlichen Botschaften zum Weltgebetstag für die Berufe wollen wir vor allem die nachstehenden Dokumente Papst Johannes Pauls II. in Erinnerung rufen: die Promulgation des Codex Iuris Canonici (25. Januar 1983; das Apostolische Schreiben Redemptionis donum (25. März 1984); Schreiben an die Jugendlichen im Internationalen Jahr der Jugend (31. März 1985); das Apostolische Schreiben Christifideles laici (30. Dezember 1988); die Enzyklika Redemptoris missio über die bleibende Gültigkeit des missionarischen Auftrages (7. Dezember 1990). Wir erwähnen ferner die Instruktion der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens: Richtlinien für die Ausbildung in den Ordensinstituten; die VIII. ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode im Vatikan vom 30. September bis 28. Oktober 1990; den von der UCESM (Union der europäischen Konferenzen der höheren Ordensobern und -oberinnen) vom 8. bis 12. Oktober 1989 in Wien veranstalteten Kongress mit dem Thema: "Inhalte und Methoden der Berufspastoral der Ordensmänner und Ordensfrauen in Europa".

9. Die Antworten der Konferenzen

Die verhältnismäßig zahlreich beim Hl. Stuhl eingetroffenen Berichte der verschiedenen Konferenzen können als repräsentativ für die Gesamtheit der Kirche wie auch für die unterschiedlichen Bereiche und Erwartungen angesehen werden.[2] Eine geordnete Synthese aller Berichte der verschiedenen Konferenzen kann als ein verläßlicher und repräsentativer Text angesehen werden, der für weitere Erörterungen der für die Pastoral Verantwortlichen auf allen kirchlichen Ebenen nützlich ist. Nach einer ersten Durchsicht der Berichte wurde eine Auswahl der Themen vorgenommen; es folgte deren Gegenüberstellung, die dann in einen einheitlichen und durchgängigen Text einmündete. Um das Lesen der Ergebnisse dieser Umfrage zu erleichtern, war man bemüht, soweit als möglich der organischen Ordnung des Schlussdokumentes zu folgen.

10. Unterschiedliche Ausgangslagen und gemeinsame Elemente

Ausdrücklich sei hier auf die in den einzelnen Ländern bestehenden Unterschiede hingewiesen, die nicht nur durch deren besondere kirchliche, sondern auch durch die soziologischen Verhältnisse bedingt sind. Diese Unterschiede haben deutlichen Einfluß auf die gemachten Erfahrungen, auf die verwendeten Mittel, auf die in der Berufspastoral angewendeten Strukturen, so daß es manchmal unmöglich scheint, überhaupt noch gemeinsame Elemente zu erkennen.

Um Wesentliches von Unwesentlichem klarer zu unterscheiden und um einen lesbaren, einheitlichen Text zu erhalten, wurde in der Regel auf eine detaillierte Aufzählung der einzelnen Beiträge der christlichen Gemeinschaften verzichtet. Wo dies jedoch notwendig erschien, bemühte man sich, auch die Besonderheiten einzelner Konferenzen wiederzugeben, wenn deren Angaben gleichzeitig auch in anderen Ländern eine Entsprechung und ein Echo fanden.

11. Gliederung des Textes

Der hier vorgelegte Text gliedert sich in 6 Kapitel und eine Schlussbemerkung. Das erste Kapitel behandelt die allgemeinen Gesichtspunkte und bringt einen Bericht über die Rezeption des Schlussdokumentes, über die quantitativen und qualitativen Aspekte der Berufe im letzten Jahrzehnt sowie über die Glaubwürdigkeit und das Zeugnis der Gott geweihten Personen. Das zweite Kapitel befaßt sich mit lehrmäßigen Gesichtspunkten in den Einzelkirchen und bei den verschiedenen Verantwortlichen. Das dritte Kapitel prüft die vorrangigen Entscheidungen, auf denen die Berufspastoral gründet. Das vierte Kapitel erinnert an die Verantwortung der Bischöfe, der Pfarrer und Priester, der Ordensleute, der Pfarrgemeinden und anderer kirchlicher Organe. Das fünfte Kapitel bildet den Hauptteil dieses Dokumentes und ist der Jugendpastoral gewidmet in ihrer Hinordnung auf die Berufspastoral: es greift die einzelnen Problemkreise der Jugendlichen heraus sowie die von den verschiedenen Konferenzen mitgeteilten bedeutsamen Erfahrungen. Das sechste und letzte Kapitel untersucht kurz die organisatorischen Aspekte: die Zentren für die Förderung geistlicher Berufe, die Vorbereitung und Anpassung der Planungen hinsichtlich der Berufe, die Zusammenarbeit von Welt- und Ordensklerus, die Nutzung der Massenmedien. Eine kurze Schlussbemerkung weist auf Hoffnungszeichen für die Zukunft hin.

I. Kapitel: Allgemeine Aspekte und Situationsbeschreibung

A. Aufnahme und Anwendung des Schlussdokumentes

12. Die Auswirkungen des Schlussdokumentes

Vor allem muß man sich fragen, welche Wirkungen das Schlussdokument des Kongresses in den Einzelkirchen gehabt hat und heute noch hat. Anders ausgedrückt: man möchte wissen, ob das, was vor nunmehr 10 Jahren als eine gültige Antwort auf die pastoralen Notwendigkeiten in bezug auf die Berufe angesehen wurde, auf angemessene Weise bekannt und angenommen und in die Tat umgesetzt worden ist.

Aus den eingegangenen Berichten ergibt sich folgendes Bild:

1) Es gibt Länder, in denen das Dokument weite Verbreitung und eine sehr wohlwollende Aufnahme gefunden hat, wenigstens auf der Ebene der Verantwortlichen.[3]

2) In anderen Ländern fand das Dokument zwar Verbreitung, doch wurde es nicht hinreichend assimiliert und verwirklicht.[4]

3) Es fehlen auch nicht Länder, in denen nur spärliche Kenntnis oder auch völlige Unkenntnis des Dokumentes festzustellen ist.[5]

4) Einige Konferenzen erklärten, das Dokument nie gesehen oder erhalten zu haben.[6]

13. Verbindung mit dem II. Vatikanum

Um das Schlussdokument bekannt zu machen und zur Anwendung zu bringen hat es nicht an geeigneten Initiativen gefehlt wie: Kongresse, Symposien, Studienkonferenzen, kulturelle Begegnungen, Seminarien, Studium und Forschung.[7]

Unabhängig von den erzielten Ergebnissen bringen die eingegangenen Antworten fast durchweg eine Wertschätzung der im Schlussdokument enthaltenen Richtlinien zum Ausdruck. Dieses war Grundlage für viele Planungen der Berufspastoral und wurde in den Einzelkirchen oder Ordensfamilien überarbeitet.

Das Dokument beschreibt mit Klarheit das Wesen der Berufspastoral und beseitigt einige Zweifel, die in den Jahren nach dem Vatikanischen Konzil aufkamen, besonders hinsichtlich dreier Punkte: nämlich bezüglich der Wechselbeziehungen von Jugendpastoral und Berufspastoral; bezüglich der Einheitlichkeit und Besonderheit dieser Pastoral (Zusammenarbeit von Weltklerus sowie Ordensmännern und Ordensfrauen usw.); bezüglich der Notwendigkeit lebendiger Institutionen, die die verschiedenen Initiativen der Einzelkirche unterstützen und koordinieren.[8]

B. Ein Blick auf die allgemeine Lage der Berufe

14. Weltweite Bewertung

Die Lage der Berufungen zu den Weiheämtern und zu den anderen Formen des geweihten Lebens[9] kann weltweit sowohl unter dem numerisch-quantitativen Gesichtspunkt betrachtet werden, als auch rein unter dem qualitativen Gesichtspunkt. Die Bewertungen können also je nach dem einen oder anderen Aspekt unterschiedlich sein.

Viele Konferenzen haben sich sehr bemüht, über die statistische Entwicklung in ihrem Land während des letzten Jahrzehnts zu berichten. Aus praktischen Gründen hielten wir es für angebracht, eher einige zusammenfassende Informationen weiterzugeben, als ausführlich über die numerische Entwicklung der Berufe zu berichten, über die das Statistische Jahrbuch der Kirche nützliche Auskunft gibt. Es empfiehlt sich, hier daran zu erinnern, daß gerade auf diesem Sektor Verallgemeinerungen vermieden werden müssen, welche die nicht meßbare Realität verkennen, wie es geistliche Berufe sind, die ihrem Wesen nach mit dem Wirken der Gnade Gottes zusammenhängen.

Dennoch bleibt für eine globale Bewertung die Aussage gültig, die der Papst vor einiger Zeit gemacht hat: "Es gibt eine Menge Länder, in denen die Zunahme der geistlichen Berufe anhält. In anderen Ländern ist ein hoffnungsvolles Neuerwachen festzustellen. Glücklicherweise sind es nur wenige Länder, in denen man mit einem Neubeginn Schwierigkeiten hat; doch auch in letzteren gibt es Anzeichen, die zu Hoffnung für die Zukunft berechtigen".[10]

15. Die Priesterberufe

Während im letzten Jahrzehnt ein allgemeiner Rückgang der Schüler der niederen Diözesan- und Ordensseminare zu verzeichnen war, so war andererseits ein anhaltender Zugang zu den höheren Seminarien (Philosophie und Theologie) in Orden und Diözesen festzustellen, ebenso wie eine Zunahme der Priesterweihen. Es ist deshalb, mit einigem Vorbehalt, eine Tendenzwende im Vergleich zur unmittelbar nachkonziliaren Zeit zu beobachten. In manchen Diözesen wurden die höheren Seminare wiedereröffnet, die einige Zeit lang geschlossen waren.[11]

Diese Zunahme der Priesterberufe indessen relativiert sich, wenn man bedenkt, daß in manchen Ländern die neuen Priesterweihen die durch Todesfälle und Abfall vom Priestertum verursachten Lücken nicht zu schließen vermögen. Dies ist auch die Ursache, weshalb sich die Zahl der Priester insgesamt verringert und das bestehende Gefälle zwischen der Zahl des Klerus und jener der Bevölkerung nicht ausgeglichener wird.

16. Die Berufe in den Instituten des geweihten Lebens und in den Gesellschaften des apostolischen Lebens

Positive Anzeichen gibt es auch im Bereich der Ordensberufe. Im verflossenen Jahrzehnt hat die Zahl der Novizen und Novizinnen gut zugenommen. Trotzdem reichte auch hier die Zunahme der neuen Berufe nicht aus, die durch unterschiedliche Gründe verursachten Ausfälle zu ersetzen. Der größte Rückgang ist bei den Ordensbrüdern und besonders bei den Ordensschwestern zu verzeichnen.

17. Neue Geographie der Berufe

Die Berichte der Konferenzen machen deutlich, daß die geistlichen Berufe zwar tatsächlich zunehmen, jedoch nicht in ausreichendem Maße. Das anhaltende Wachstum der Berufe ist am deutlichsten in den verschiedenen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas. Rückläufig ist es in einigen Ländern Australiens, Europas und Nordamerikas. Das Gesamterscheinungsbild verändert die Geographie der Berufe: Es gibt zahlenmäßige Verschiebungen von der nördlichen Hemisphäre nach der südlichen Hemisphäre, besonders zu den Ländern der neuen Evangelisierung.[12]

18. Tendenzen

Die Berichte zeigen, daß auch in jenen Ländern, in denen die zahlenmäßige Abnahme der Berufe immer noch evident ist, ein günstigeres Klima und bessere Tendenzen vorhanden sind im Vergleich zum vorausgegangenen Zeitabschnitt.[13] Dennoch fehlt es nicht an Konferenzen, die erklären, wenigstens im Augenblick keine überzeugenden Anzeichen für eine Zunahme der Berufe in ihren Gemeinschaften festzustellen.[14]

19. Einige Schwankungen

Es mag von Nutzen sein festzuhalten, daß einige Konferenzen Schwankungen feststellen bezüglich der Arten von Berufung. Einige stellen ein Wachsen der männlichen Berufe gegenüber den weiblichen Berufungen fest, vor allem in den Diözesen;[15] andere wieder stellen eine Zunahme der Ordenspriester gegenüber den Weltpriestern fest.[16]

C. Qualitative Aspekte

20. Der Beitrag des Lehramtes

Für eine exakte Beurteilung der Lage sind die positiven Anzeichen qualitativer Natur nicht weniger wichtig als jene statistischer Natur. Nicht immer ist es einfach, diese festzustellen. Vereinfachend wollen wir einige anführen, die in den Berichten der Konferenzen wiederkehren.

Besonders muß die Tatsache hervorgehoben werden, daß in der Weltkirche ein umfangreiches, nachkonziliares Lehrgut erarbeitet wurde, das nicht unerheblich zu einer Vertiefung der Lehre und der Pastoral der Berufe beigetragen hat. Man denke an die päpstlichen Lehräußerungen dieser Jahre, an die Verlautbarungen der Bischöfe auf allen Ebenen, an die nationalen und diözesanen Planungen, an die internationalen und nationalen Kongresse.

21. Wachsendes Interesse in den christlichen Gemeinschaften

Fast alle Konferenzen stellen mit Genugtuung fest, wie das Interesse für die Berufspastoral in den christlichen Gemeinschaften beständig gewachsen ist, auch wenn es noch nicht den optimalen Stand erreicht hat. Unverkennbar ist jedoch ein verstärktes Bemühen in den Diözesen und in den Ordensfamilien, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen für die Werbung und Ausbildung der Berufe freizustellen. Auch strengt man sich allenthalben an, sämtliche pastoralen Tätigkeiten unter dem Gesichtspunkt der "Berufe" wirksam zu gestalten. Außerdem ist eine ernsthaftere Berufsbegleitung vor der Aufnahme der Kandidaten in ein Ausbildungshaus zu bemerken.[17]

22. Der Mut zur Anregung

Die an die Jugendlichen gerichtete Einladung zu einem geistlichen Beruf gestaltet sich immer herzhafter, während die Berufspastoral sich fortschreitend in die ordentliche Pastoral integriert.[18] An vielen Orten wächst die Praxis der geistlichen Führung als eines Mittels der Anregung und Klärung der Berufung. Die neue Katechismen in einigen Ländern versäumen es nicht, das Thema der geistlichen Berufe wachzuhalten.

23. Öffnung auf die Weltkirche hin

In den Entwicklungsländern zeigen sich junge Menschen besonders empfänglich für die Werte des geweihten Lebens. Diese Zunahme ist sehr oft einer großen Aufmerksamkeit gegenüber den Bedürfnissen der Kirche zu verdanken.[19] Insgesamt ist eine echte Bereitschaft für die Interessen der Weltkirche und der "Heiden-Mission" wahrzunehmen, wenngleich in einigen Ländern nur geringe Offenheit dafür besteht, was "auf die drängenden Probleme vor Ort" zurückzuführen ist.[20]

24. Die Erneuerung des Ordenslebens

Die Erneuerung des Ordenslebens, die nach dem Konzil zur Überarbeitung der Ordenssatzungen und anderer Regelwerke geführt hat, ist nun dabei, in den Ordensmitgliedern eine radikale und umfassende Umkehr gemäß dem Evangelium herbeizuführen. Auf dieser Linie hilft die Berufspastoral den Ordensinstituten und den Gesellschaften des apostolischen Lebens nicht nur, die Zahl der Mitglieder zu vermehren, um Lücken zu schließen, sondern sie fordert diese heraus, mit aller Kraft jene Gaben zu entfalten, die der Heilige Geist in sie eingepflanzt hat. Letztlich sind nur diese Geistesgaben imstande, dem Ruf Gottes in den Herzen der Jugendlichen Stimme zu verleihen.[21]

25. Spätberufe

Die sogenannten "Spätberufe" haben in den letzten Jahren beständig zugenommen. Diese Menschen kommen vor allem aus kirchlichen Gruppen und Bewegungen. Für die Ausbildungsverantwortlichen bringt dies die Schwierigkeit mit sich, geeignete Kriterien für deren Beurteilung und Begleitung zu finden, die der menschlichen, beruflichen und geistlichen Lebenserfahrung dieses Personenkreises Rechnung tragen.[22]

Zahlreiche Kandidaten für das Priestertum haben bereits ein Studium hinter sich oder hatten einen Arbeitsplatz oder Beruf in der Gesellschaft. Für gewöhnlich können sie die erste Zeit der Ausbildung in Häusern verbringen, die eigens für Spätberufene eingerichtet sind.[23]

D. Eine Frage der Glaubwürdigkeit

26. Hinweise auf einige negative Einstellungen

Viele Konferenzen weisen auf Bedingungen hin, die einer wirksamen Berufspastoral abträglich sind. In vielen Personen und Gemeinschaften gibt es immer noch Haltungen von Müdigkeit, Gleichgültigkeit, Haltungen des Delegierens, der Entmutigung und des Pessimismus. Zum Glück sind dies nicht die häufigsten Einstellungen.

27. Gegen-Zeugnisse

Die Gegenzeugnisse, der Abfall und die Identitätskrisen mancher Priester und Ordenspersonen, auch wenn sie weniger werden, erzeugen im Bewußtsein vieler Jugendlicher Unsicherheit bezüglich des Sinnes einer Berufung zu einem auf besondere Weise gottgeweihten Leben. Auch in unseren Tagen, wo es viele glaubwürdige, mit Eifer betende und arbeitende Personen und Gemeinschaften gibt, werden auf jeder Ebene noch beste Ergebnisse erzielt. Es ist kein Zufall, daß vielerorts eine Präferenz der Jugendlichen für das strenge Leben in kontemplativen Klöstern zu beobachten ist.[24]

28. Gewisse Unstimmigkeiten zwischen Glaube und Leben

Es ist bekannt, daß die Jugendlichen überzeugende Lebensmodelle und dauerhafte Werte suchen. Sie klagen darüber, daß so wenige Impulse von den Trägern einer Berufung ausgehen. Das zunehmende Interesse der Jugend für das Geistige sowie die gleichzeitige Interessenlosigkeit für Institutionen lassen sich zum Teil erklären durch das Bild des Priester- und Ordenslebens, wie es von Personen und Gemeinschaften vermittelt wird. Diese Tatsache ist eine starke Herausforderung an die christlichen Gemeinschaften: Welches Bild einer gelebten Berufung wird angeboten und empfangen? Viele Konferenzen betonen diese Beobachtung auf unterschiedliche Weise.[25]

Während in einigen Ländern eine Abnahme der Ordensberufe festzustellen ist, begegnet man dort gleichzeitig einer wachsenden Bereitschaft für die kirchlichen Dienste im Laienstand.[26]

29. Vertrauen in die Jugendlichen

Trotz der eben angedeuteten Mängel und Unzulänglichkeiten bleibt es erforderlich, daß vor allem die Erzieher ein großes Vertrauen in die geistlichen und beruflichen Möglichkeiten der heutigen Jugend zum Ausdruck bringen. "Die Antwort der Jugendlichen wird um so großmütiger sein, wenn sie sich als mitverantwortliche Glieder der Kirche wissen, ja, als bevorzugte Glieder, und wenn sie von der Kirche zu einem stärkeren Einsatz für den Aufbau einer Gesellschaft der Liebe aufgerufen werden".[27]

II. Kapitel: Lehrmäßige Notwendigkeiten

A. Ein dringlicher Anruf an die Ortskirchen

30. Korrekter Ansatz

Die Gesamtheit der Bischofs- und Obernkonferenzen bejaht übereinstimmend die Notwendigkeit, die bestehenden lehrmäßigen Mängel zu überwinden und betont die Wegweisung des Schlussdokumentes, das in seinem ganzen ersten Teil einige lehrmäßige Themen beleuchtet, damit "sie in den Einzelkirchen vertieft und verbreitet würden".

Ein korrekter Ansatz dieses Vorschlags muß sich notwendigerweise auf eine verläßliche Theologie der Berufung und der Berufe gründen, in Übereinstimmung mit der Ekklesiologie des II. Vatikanischen Konzils. "Will man die Berufung des Christen und die Berufungen zum gottgeweihten Leben verstehen und würdigen, muß man diese Berufungen im Lichte des Geheimnisses der Kirche betrachten".[28]

31. Das Geheimnis der Kirche

Oft sind die Schwierigkeiten hinsichtlich der Berufung mit einer ungenügenden Kenntnis der Kirche verbunden. Folglich ist die Kirche, die Leib Christi, Volk Gottes und Gemeinschaft ist, im Leben vieler Christen, in deren bewußter Glaubenserfahrung wie auch in deren religiösem Sprachgebrauch fast nicht gegenwärtig. Dies paßt zum Bild einer westlichen, individualistischen Kultur, die lieber von der Verwirklichung der Person als von der Verwirklichung der Berufung der Kirche spricht.[29]

In dieser Hinsicht ist das Bemühen um eine angemessene biblische und theologische Begründung der Berufung zu verstärken, um dadurch die Gefahr einer rein funktionalistischen Betrachtungsweise der Berufspastoral zu vermeiden.

32. Die Berufung der Laien

In einigen Einzelkirchen zeigten die für die Berufsweckung Verantwortlichen im Vergleich zu früher eine größere Öffnung gegenüber den Berufungen der Laien. Sie wollten diese Berufungen fördern, indem sie diese neben das Priestertum und das Ordensleben stellten und darauf bestanden, daß die auf solche Weise verbreitete, berufsorientierte Verkündigung sich gleichzeitig und bei jeder Gelegenheit an alle richte. Andere dagegen sind der Meinung, die Wiederentdeckung der Berufung des Laien und deren zu starke Betonung sei in der Kirche zu einem Faktor geworden, der die Abnahme der Priester- und Ordensberufe beeinflußt habe. Eine Wertung solcher Meinungen ist schwierig. Dennoch ist es dringlich, das besondere Wesen und die Notwendigkeit des geweihten Dienstes und des Ordenslebens zu betonen, ohne Vorurteil gegenüber der Berufung des Laien.[30]

33. Einem jeden seine Gabe

Der Mangel an Berufen der besonderen Weihe ist für alle ein Ansporn, noch entschiedener die Förderung dieser Berufe voranzutreiben. Andererseits müssen jedoch den geweihten Dienern, den Ordensleuten und den Laien ihre je eigenen Wirkungsmöglichkeiten wieder zuerkannt werden, ohne dabei die Grenzen der unterschiedlichen und jeder Berufung eigenen Sendung zu überschreiten, indem ein jeder seine eigene Verantwortung trägt. Demzufolge wird, wenn die Priester sich mit Aufgaben befassen, die von Laien erfüllt werden können, eine recht angesetzte Pastoral zu einer besseren Verteilung der Dienste beitragen, die ein jeder innerhalb der christlichen Gemeinschaft zu erfüllen hat.[31]

34. Notwendige Vertiefungen

Die meisten der Konferenzen, die an der Umfrage teilgenommen haben, schätzen den im Schlussdokument behandelten trinitarischen Aspekt der Berufung sowie die Verbindung von Berufung, Gebet und Umkehr. Gleichzeitig sehen sie, daß die Ausarbeitung der Theologie der Berufung und der Berufe einer weiteren Vertiefung bedarf.

Sehr angebracht waren die Anstrengungen, die Berufung der Laien in der Kirche zu klären. Nun scheint es wichtig zu sein, die Theologie des Priestertums und des Ordenslebens im Geheimnis und im Leben der Kirche weiterzuentfalten, um mögliche Verwirrungen zu vermeiden.[32]

35. Der Mangel an Spezialisten

Spürbar ist auch ein Mangel an Spezialisten, die mit theologischer Kompetenz diese berufsbezogene Thematik behandeln. Für gewöhnlich sind es die sogenannten "Pastoralisten", die diese Thematik in der Vorbereitung der Verantwortlichen und in den Begegnungen mit den "Animatoren" behandeln. Dies alles spielt sich fast immer in den Randbezirken der ordentlichen theologischen Bildungsgänge der katholischen Fakultäten ab.[33]

36. Anwendung der Themen des Schlussdokumentes

Die im Schlussdokument behandelten Themen finden ihre Anwendung in der Predigt, in Veröffentlichungen und in Studienkonventen und stellen die Prinzipien dar für die Vorgehensweise in der Berufspastoral.[34]

In vereinfachter Form kann das folgende lehrmäßige Argumentations- und Begründungs-Schema im Lichte des Schlussdokumentes von Nutzen sein:

a) Gott ist die Quelle der Berufung: "Will man die Berufung des Christen und die Berufungen zum gottgeweihten Leben verstehen und würdigen, ... muß man notwendig auf das Geheimnis Gottes zurückkommen. Jede Berufung ist daher eingefügt in den Heilsplan des Vaters, verbunden mit der Sendung des Sohnes und dem Wirken des Geistes."[35]

Gott beruft alle Menschen zu seinen Jüngern und Zeugen. Die Kirche ist das erste Subjekt der Berufung: "Die ganze Kirche findet sich als Berufene und Gesendete vor". Gott ruft einige zu einer Berufung besonderer Weihe.[36]

b) Die Gnade des Rufes ist eingebettet in die menschliche Bedingtheit: die Familie, der Alltag (Schule, Beruf, Gefühlsleben), die aus Anruf und Antwort bestehende Lebensgeschichte jedes Getauften innerhalb der Kirche, die kulturellen Faktoren im Umfeld der Jugendlichen.

c) Die Kirche ist das Instrument für den Anruf Gottes. Die Berufspastoral wird durch eine ausgeprägte Kirchlichkeit gekennzeichnet. Die Kirche, die selbst unter einem Anruf steht, ist ihrerseits wieder selbst eine Rufende. Berufung ist Gnade, wird jedoch durch die Einzelkirche vermittelt.[37] Die Berufungen sind auf die Kirche hingeordnet.[38]

B. Die Vorbereitung der Verantwortlichen

37. Der theologische Bildungsstand

Allgemein wird der theologische Ausbildungsstand der Priester, der Ordensleute und der übrigen, von Bischöfen und Obern für diese pastorale Aufgabe ernannten Verantwortlichen als unzureichend angesehen. Dies bedeutet, verallgemeinernd gesagt, daß die Berufspastoral bestenfalls eher eine pädagogische Wurzel hat als ein theologisches Fundament, weshalb diese Pastoral sich häufig auf einige in guter Absicht geplante Initiativen beschränkt, jedoch mit viel Improvisation verbunden ist.[39]

38. Die Unverzichtbarkeit einer spezifischen Vorbereitung

Die unvollständige Vorbereitung der Animatoren und der Ausbilder stellt eines der Probleme dar, auf deren Lösung nicht verzichtet werden kann.[40]

"Die für die Berufe Verantwortlichen müssen es verstehen, zu Jugendlichen von heute zu sprechen. Sie müssen auch wirksam das christliche Leben als Berufung darstellen sowie Sinn und Wert der verschiedenen Berufungen zum gottgeweihten Leben erläutern können".[41] Vordringlich ist vor allem die Sorge für eine spezifische Ausbildung der geistlichen Führer und der übrigen begleitenden Verantwortlichen.[42] Viele Berufe gelangen nicht zu ihrer Reife, weil sie keine Animatoren und geeignete Ausbilder gefunden haben, die ihnen hätten helfen können.

39. Ernsthafte Verpflichtung der theologischen Schulen

Fast alle stimmen darin überein, daß der Raum, der in den theologischen Schulen diesem Thema gewidmet wird, gänzlich ungenügend ist, nicht nur hinsichtlich der allgemeinen Lehre über die Berufung des Christen, sondern auch in bezug auf das, was die besondere Berufung anbelangt. Dies sind Mängel, die früher oder später ihre negativen Auswirkungen auf den künftigen priesterlichen Dienst haben werden. Es mangelt an einem systematischen Studium.[43]

C. Spezielle Erwägungen zum Ordensleben

40. Eine unbekannte Berufung

Eine der häufigsten Klagen, besonders in den Antworten der höheren Ordensobern und -oberinnen, betrifft die mangelhafte Kenntnis des Ordenslebens.[44] Das Schlussdokument stellt fest: "Das Ordensleben muß in seinem Wesen und in der Verschiedenheit seiner Formen von den Hirten und den Gemeinschaften der Gläubigen immer mehr verstanden und geschätzt werden. Besser verstanden und geschätzt werden muß auch die Sendung der Ordensbrüder und -schwestern, denn diese steht heute vor neuen und schweren Problemen".[45]

41. Schwierige Praxis

Diese das verstärkte Bemühen um Förderung der Berufe betreffenden Erkenntnisse finden nur schwerlich Eingang in die Praxis, besonders in der Gemeindekatechese. Die Katecheten selbst, vor allem die jüngeren unter ihnen, weisen eine große Unkenntnis des Ordenslebens auf, weshalb nur wenige von ihnen zu einer Darstellung des Ordenslebens vor ihren Schülern fähig sind.[46]

42. Die Säkularinstitute

Trotz der vielen Anstrengungen zur Förderung der Säkularinstitute ist eine nur geringe Auswirkung auf die Jugendlichen zu spüren. Es wäre aufschlußreich, die Gründe dafür zu kennen, schon deshalb, weil diese Form der Berufung einen Lebensstil beinhaltet, der den Ansprüchen der Zeit entgegenkommt und eine direkte Erfahrung des Dienstes an der modernen Welt mit sich bringt.[47]

43. Notwendigkeit der Klärung des Charismas des Institutes

Kann es nicht auch ein Zeichen für mangelnde Klarheit hinsichtlich der Identität eines Institutes sein, wenn das Ordensleben von den Jugendlichen nicht gekannt zu sein scheint? Die gegenwärtigen Schwierigkeiten können auch als eine Aufforderung verstanden werden zu der vom Konzil gewollten Rückkehr zu den Quellen des Charismas.

Dieses Thema findet sich häufig in den Antworten auf die Umfrage. Die Jugendlichen fühlen sich angezogen, wenn sie Ordensmännern und -frauen begegnen, die freudig die Nachfolge Christi leben, herzlich untereinander verbunden sind, dem Charisma des Gründers treu sind und sich wirklich in die Sendung der Kirche einbringen.[48]

III. Kapitel: Schwerpunkte der Berufspastoral

A. Organische Einbindung in die ordentliche Pastoral

44. Eine Dimension für die gesamte Pastoral

Es wächst die Überzeugung, daß die Berufspastoral in das gesamte Heilswirken der Kirche tief eingebunden ist. Dennoch gibt es einzelne, die die Berufspastoral als ein Spezialgebiet betrachten und nicht als eine Dimension für jede pastorale Tätigkeit. Hier gibt es noch viel zu tun, um dahin zu gelangen, daß die Gesamtpastoral sich auf die Fragen der Berufe hin öffnet und daß sämtliche berufspastoralen Unternehmungen voll in den Gesamtplan einer Diözese integriert werden.[49]

45. Ganzheitliche Pastoral

Einigen Bischofskonferenzen zufolge besteht immer noch ein gewisser Vorbehalt, die Berufspastoral organisch in die Gesamtpastoral einzubeziehen, besonders in die Katechese und die Jugend- und Familienarbeit. Diese Einbindung verwirklicht sich manchmal eher auf der Ebene der Koordination, da an der Basis oft die Voraussetzungen fehlen, um eine wirkliche Durchdringung zu erreichen. Es zeigt sich auch, daß die Berufspastoral oft eher Teil einer Menge von Einzelpastoralen als einer Gesamtpastoral ist.[50]

46. Die missionarischen Berufe

Die Einbindung in die ordentliche Pastoral der Einzelkirche darf die Nöte der Universalkirche nicht vergessen lassen. Der Mangel an Glaubensboten, der heute vielerorts die Kirche prägt, darf auf keinen Fall die missionarische Begeisterung beeinträchtigen, sondern muß eher ein weiterer Grund dafür sein, die Räume der Nächstenliebe zu weiten. Sie ist eine Folge aus der missionarischen Natur der Kirche und ist pastorale Verpflichtung für jede Gemeinde.

Selbst wenn eine Einzelkirche ausreichend mit Personal für die Pastoral ausgestattet wäre, so bestünde dennoch der Bedarf an missionarischen Berufen, und es bliebe weiterhin notwendig, daß Priester, Ordensleute und Laien ihre Gemeinschaft verlassen, um das Evangelium den Nichtchristen zu verkünden. Ihre Anwesenheit in der "Heidenmission" ist Zeichen für Leben und bringt Erneuerung hervor. Ihre Abwesenheit wäre dagegen ein besorgniserregendes Anzeichen von Unfruchtbarkeit und kirchlicher Verkalkung. Nicht vergessen werden dürfen auch die Bedürfnisse einer Neuevangelisierung der Länder der "alten Christenheit", die diesen lebendigen Sinn für den Glauben verloren haben.[51]

B. Beständiges Gebet und Berufe

47. Ein wesentlicher Ort

Das Gebet ist das allgemeinste und beständigste Merkmal des Berufsapostolates. Allmählich nimmt es den Ort ein, der seinem Wesen entspricht. Das Gebet um Berufe ist - über die Fürbitte hinaus - gleichzeitig auch ein Ansporn, daß Jugendliche und junge Erwachsene sich selbst befragen, um die eigene Berufung zu erkennen und die heilsnotwendigen Dienste der Kirche auf sich zu nehmen.

In diesem Anliegen führen die Einzelkirchen die christlichen Gemeinden zu einem inständigen Gebet um Berufe hin, das auch dem Beten der Kranken und Alten im Anliegen der Berufe seinen besonderen Wert zumißt.[52]

48. Welttag der geistlichen Berufe und neues Bewußtsein

In der Durchführung des Weltgebetstages um geistliche Berufe kann man von Jahr zu Jahr ein wachsendes Bemühen feststellen, damit die Feier "eines" Tages nicht Selbstzweck bleibe, sondern seiner Absicht entsprechend immer mehr eine Zeit der Besinnung und des Betens sei und deshalb ein Höhepunkt in der Arbeit der berufsorientierten Evangelisierung einer Einzelkirche.[53]

Der jährliche Weltgebetstag, begleitet von einer päpstlichen Botschaft, trägt nicht wenig dazu bei, daß sich in den christlichen Gemeinschaften ein neues Bewußtsein in bezug auf die geistlichen Berufe entwickelt. In manchen Gegenden ist jedoch die Antwort der einzelnen Pfarrgemeinden minimal oder für die erstrebten Ziele ungeeignet.[54]

Wenn der Weltgebetstag seine Aktivitäten auch beständig erweitert hat, so hat er doch den Geist bewahrt, der ihn beseelt: das Gebet. Viele Jahresprogramme haben das Gebet als ihren Mittelpunkt.[55]

49. Die marianische Dimension der Berufspastoral

Das Schlussdokument weist hin auf Maria als der "Mittlerin der Berufe", dem "Vorbild für jeden Berufenen", der "Mutter aller Berufe". Die Gegenwart, die Fürsprache und das Beispiel der Jungfrau sind eine grundlegende Wirklichkeit für jede Berufung. Das Gebet und jede berufsorientierte Tätigkeit müssen ständig die marianische Dimension vor Augen haben, die sie auszeichnet. Die Jugendlichen werden in Maria eine innere Quelle der Hochherzigkeit und Kraft finden, um auf den Ruf Gottes zu antworten.

50. Die Zönakel

Wo immer Gebetsgruppen oder die Berufszönakel bestehen, sind sie ein wichtiges Mittel zur Bitte an den Herrn der Ernte, er möge Arbeiter in seinen Weinberg senden, und zur Unterstützung aller, die hierin ihren verantwortlichen Dienst leisten. Gleichzeitig helfen sie den Jugendlichen, damit deren Berufsentscheidung heranreife nach dem Plan, den Gott mit jedem von ihnen vorhat.[56]

51. Die Liturgie

Was die Liturgie betrifft, so ist man zunehmend darauf bedacht, daß das liturgische Jahr eine beständige Schule für den Berufsweg werde und daß vor allem die Sakramente der christlichen Initiation immer mehr als Sakramente der Initiation des Gott und der Kirche geweihten Lebens verstanden werden.[57]

C. Die Bedeutung der Katechese in der Berufspastoral

52. Die neuen Katechismen

Die neuen Katechismen für die verschiedenen Altersgruppen bieten gewöhnlich verschiedene Gelegenheiten, die christliche Berufung und die Berufungen zu besonderer Lebensweihe darzustellen. Dasselbe ist für die Texte des Religionsunterrichts in jenen Länder zu sagen, wo dieser zugelassen ist. Neben dieser Verwendung sollten sämtliche Katechismen, vom Kinder- bis zum Erwachsenenkatechismus, spürbar und deutlich von der Berufsfrage durchdrungen und ein echter Wegbegleiter für die geistliche Berufung sein.

53. Vorbereitung der Katecheten

Die Katecheten und Religionslehrer haben nur selten eine spezifische Ausbildung in der Pädagogik der Anregung und Begleitung, die zu einer Weckung und Förderung der Berufe fähig wäre. Es ist auch festzustellen, daß die Theologie der Berufung für gewöhnlich in den diözesanen Schulen für Katechese nicht gelehrt wird. Man erkennt jedoch die Notwendigkeit, in der Katechese eine entsprechende Vorbereitung betreffs der einzelnen Berufungen zu intensivieren, nicht nur allgemein und theoretisch, sondern persönlich und individualisiert, die den Jugendlichen bei der Unterscheidung der göttlichen Zeichen der Berufung hilft.

Es scheint nicht verfehlt zu sein, daran zu erinnern, daß die Katecheten unmittelbare und langdauernde Kontakte zu Kindern, Heranwachsenden und Jugendlichen unterhalten, und dies besonders während des so wichtigen Zeitpunktes der Vorbereitung auf die Firmung.[58]

54. Vordringliches Programm

Aus einigen Diözesen wird von einem vordringlichen Programm für die Ausbildung von Katecheten berichtet. Durch diese Programme werden die Katecheten darauf vorbereitet, Animatoren von Berufen zu sein. Wenngleich diese Ausbildung die Besonderheiten und Verhältnisse der einzelnen Diözesen berücksichtigt, so ist man doch davon überzeugt, daß für die in der Katechese stehenden Laien eine Behandlung allgemeiner kirchlicher Themen von Nutzen sei.[59]

55. Die Berufung des Katecheten

Folgende Bemerkung ist bedeutsam: Die Einzelkirchen müßten in der Vorbereitung und Unterstützung der Erzieher zum Glauben, die besonders im Dienst an den jungen Generationen stehen, besondere Sorgfalt anwenden. Die Katecheten sollen sich dessen bewußt sein, daß ihr eigener Dienst bereits eine Berufung darstellt und daß die ganze Katechese wirklich berufsorientiert ist.[60]

IV. Kapitel: Die Verantwortung des einzelnen und der Gemeinschaft

A. Der Bischof als Rufender

56. Vielfältige Äußerungen des bischöflichen Dienstes

Um den Wert und die Notwendigkeit der Berufungen zum geweihten Dienst und zu den verschiedenen Formen des gottgeweihten Lebens bekannt zu machen, können die Bischöfe, wie es einige bereits tun, jede Gelegenheit ihres Dienstes wahrnehmen: Weihen, Übertragungen von Ämtern, Ordensprofessen, Firmungen in den Pfarreien, Gebetstreffen besonders mit Jugendlichen, die monatlichen geistlichen Treffen mit dem Klerus, Hirtenbriefe, Rundschreiben, Besuche, Gebetseinladungen, Versammlungen und Räte, Predigt. Alle sind davon überzeugt, daß die Lösung des Problems der Berufe überwiegend von der Art und Weise abhängt, wie die Bischöfe ihre Sendung und ihr bischöfliches Amt ausüben.

57. Aufmerksamkeit für alle Berufe

Das II. Vatikanische Konzil hat mit Nachdruck die Pflicht und Verantwortung betont, die der Bischof allen kirchlichen Berufen gegenüber hat.[61] Von mehreren Seiten wird bemerkt, daß die Aufmerksamkeit der Bischöfe nicht selten vorwiegend auf die diözesanen Berufe ausgerichtet ist und weniger auf die Ordensberufe. Das Dokument Mutuae relationes erinnert daran, daß den Bischöfen auch "die Aufgabe, sich der Ordens-Charismen anzunehmen", anvertraut ist. "Durch Förderung und Schutz des Ordenslebens, in Wahrung seiner fest umschriebenen Besonderheit, erfüllen die Bischöfe eine zutiefst pastorale Pflicht".[62]

B. Die Aufgabe der Priester und der christlichen Gemeinschaften

58. Die Krise der "Rufer"

Es wird festgestellt, daß einige Priester und Ordensleute lustlos sind und die Berufenen oft durch ihr mangelndes Vertrauen in die Zukunft sowie durch den geringen Wert, den sie ihrem priesterlichen Dienst und der Ausbildung im Seminar beimessen, entmutigen.

Oft geht die sogenannte Krise der Berufe mit einer Krise der "Rufer" einher. So vielen Priestern und Ordensleuten ist an einem Apostolat der Berufe nichts gelegen, sondern sie überlassen dies allein den damit Beauftragten. Es ist nicht zu leugnen, daß heute diesbezüglich ein empfindsameres Bewußtsein heranwächst. Nicht wenige Priester wollen auch gerne in der Berufspastoral besser arbeiten, aber sie fühlen sich nicht ausreichend vorbereitet, und es fehlt ihnen der Mut, die Berufe zu begleiten, die mit Sicherheit zahlreicher erwachen würden, wenn sie einen christlichen, geistlichen Weg gehen könnten.[63]

59. Die Pfarrei als Bezugspunkt

Während man sich über die wichtige Rolle der Pfarrgemeinde als dem gegebenen Ort für die Berufsorientierung einig ist, wird gleichzeitig festgestellt, daß die größten Schwierigkeiten oft gerade in den Pfarreien zu finden sind, in denen die notwendigen Dienste für die Berufe nicht gefördert werden. Wer in diesem Bereich arbeitet, muß sich des Gesamtprozesses bewußt sein, der zur Entdeckung der allgemeinen christlichen Berufung und in deren Umfeld auch zu Entdeckung der besonderen Berufung führt.[64]

Daß der Dienst an der Berufen möglichst selbstverständlich in der ordentlichen Pastoral einer Pfarrgemeinde gegenwärtig sein sollte, wird von manchen Pfarrern eher als eine Zutat empfunden denn als Seele der gesamten Evangelisierung, die eine Pfarrei darstellt.[65]

60. Ein Problem, das alle betrifft

Solange die Diözesen und die Pfarrgemeinden, die Familien und die Verbände das Berufsproblem nicht als ihr eigenes Anliegen empfinden, wird eine befriedigende Lösung nur schwer zu erreichen sein. In der Mehrheit der Pfarreien ist die Berufspastoral an besonders prägnante Momente der Welt- oder Nationalkirche gebunden. Die Beziehung von Pfarrei und Seminar läßt sehr zu wünschen übrig.[66]

61. Die Einbeziehung der Laien

In nur wenigen Diözesen und Pfarreien sind Laien ernsthaft in die Berufspastoral eingebunden, noch sind sie direkt an dieser für die Kirche lebenswichtigen Aufgabe beteiligt. Dies geschieht nicht aus schlechtem Willen, sondern aus mangelnder Vorbereitung. Es gibt auch Laien, die den zahlenmäßigen Rückgang der Priester und der Ordensleute nicht angemessen zu bewerten wissen.[67] Mit dieser Feststellung soll keineswegs der Einsatz zahlreicher Vereinigungen und Laienverbände verkannt werden, die eben dazu gegründet wurden, um für die Ordensberufe zu beten und zu arbeiten.

62. Eine erwünschte Anwesenheit

Es werden Klagen geäußert über die mangelnde Anwesenheit der Ordensleute in vielen kirchlichen Bewegungen und Pfarreien. Die notwendigen pastoralen Hilfen zur Beurteilung und Begleitung der Berufe werden nicht ausreichend angeboten.[68] Es ist auch überraschend, daß in jenen Pfarreien, die Ordensleuten anvertraut sind, nur selten Berufe für jene Institute erwachsen, denen der Pfarrer und seine priesterlichen Mitarbeiter angehören.

63. Die kirchlichen Basisgemeinschaften

Die Bildung von kirchlichen Basisgemeinschaften ist ein Ansporn für die Berufspastoral. Die meisten Initiativen, wie Begegnungen, Feiern, Katechese, Schriftlesung, Berufsweckung usw. werden innerhalb dieser Gemeinschaften verwirklicht. Sie sind ein Zeichen der Vitalität der Kirche und ein Instrument für die Ausbildung und die Evangelisierung.[69]

C. Animation in den Ordensfamilien und in den Gesellschaften des apostolischen Lebens

64. Verbreitete Vorurteile

Auch in den Ordensgemeinschaften, besonders in bestimmten Ländern, sind die negativen Einstellungen gegenüber dem Dienst an den Berufen noch nicht gänzlich überwunden. Es geht darum, Interesse zu wecken, und Menschen, Gemeinschaften und Apostolatswerke zu einem neuen Bewußtsein hinzuführen (Schulen, Kollegien, Vereinigungen usw.).

Eine nur emotional bedingte Sorge ist wenig hilfreich. Verlangt ist die tatkräftige Beteiligung aller. Ohne die in diesen letzten Jahren erreichten Fortschritte zu leugnen, ist die Krise der Berufe doch wohl zum großen Teil auch den Ordensleuten selbst zuzuschreiben, ihrer Gleichgültigkeit und Untätigkeit. Aus diesen Gründen strebt man innerhalb der Ordensfamilien eine Mitverantwortung und eine Teilhabe aller an der Förderung der Berufe an durch eine beständige und nicht auf isolierte und sporadische Initiativen reduzierte Animation.[70]

65. Hilfen zur Sensibilisierung

Die Wege und Möglichkeiten zur Erreichung dieser Ziele wechseln von einer Ordensgemeinschaft zur anderen. Viel hängt vom Einfallsreichtum der Verantwortlichen ab: Ausbildungstreffen, Kapitel, Konvente, Presseorgane, Kurse der ständigen Weiterbildung usw. Oft wird eine Gruppe von Ordensleuten eingerichtet, die die Aufgabe übernimmt, die Provinz, eine Region oder eine bestimmte Anzahl von Gemeinschaften zu sensibilisieren. In einigen Instituten wurde diese Aufgabe in erster Linie von den höheren Obern und Oberinnen selbst übernommen.

Die Förderung der Berufe zum gottgeweihten Leben kannte in diesen Jahren vielerlei Erfahrungen und Wege, jedoch sind allen einige Mittel oder Grundzüge gemeinsam. Unter Berücksichtigung dessen, daß die Berufspastoral sehr von der allgemeinen Lebendigkeit des Ordenslebens und von seinem Zeugnis und seiner Anwesenheit inmitten der Welt abhängt, haben einige Konferenzen, über die Animation hinaus, vor allem die Ausbildung der Mitglieder betont und eine gelassene und tiefe Zwiesprache mit Gott sowie eine volle Verwirklichung der aus der Ordensweihe entspringenden Werte empfohlen.[71]

66. Die Bejahung des eigenen Charismas

Einzelne Institute haben Schwierigkeiten, ihr besonderes Charisma den Jugendlichen zu vermitteln, die ihre unterschiedlichen Lebensstile leben. Von hierher rührt die Notwendigkeit zu einer Anstrengung, sich untereinander abzustimmen, um die berufsbezogene Botschaft vermitteln zu können.[72]

Ein jedes Institut hat seine eigene Geschichte, seine Sprache und seine eigene Spiritualität, und diese Eigenheiten bestimmen den Rahmen für die eigene Berufspastoral. Die Besonderheiten des Instituts müssen dem eigenen Charisma entsprechen. Es wäre interessant, die größten Übereinstimmungen festzustellen, selbst wenn diese sich auf unterschiedliche Weise aktualisieren. Diese Übereinstimmungen sind bezeichnend für die eigene Identität gegenüber den verschiedenen Instituten und Kongregationen.[73]

V. Kapitel: Jugendpastoral und Berufspastoral

A. Eine enge Verbindung

67. Begleitende Maßnahmen

Während der nachkonziliaren Zeit hat sich die Berufspastoral bis heute weiterentwickelt. Die biblischen, theologischen und pastoralen Vertiefungen haben ihre Funktion und ihr Umfeld abgeklärt. Unter anderem versuchte man, die Beziehung zwischen Berufspastoral und Jugendpastoral zu verdeutlichen. Das Schlussdokument hat diesen Punkt hinreichend geklärt und festgestellt: "Jugendpastoral und Berufspastoral ergänzen sich".[74]

68. Die Jugendzeit, ein bevorzugtes Alter

Jugendpastoral und Berufspastoral sind also keine getrennten, aneinandergereihten und gelegentlichen Aktivitäten. "Die Jahre der Jugend sind die bevorzugte Periode, wenngleich nicht die einzige, für die Berufswahl. Darum muß die gesamte Jugendpastoral stets eine Berufspastoral sein. "Eine intensive pastorale Aktivität ist wiederzuerwecken, die von der allgemeinen christlichen Berufung und von einer begeisterungsfähigen Jugendpastoral ausgehend der Kirche jene Diener schenkt, derer sie notwendig bedarf" (Johannes Paul II., Eröffnungsrede, IV, b, AAS, p. 204).[75]

69. Notwendige Aufmerksamkeit für geistliche Berufe

Im Grundsatz stimmen alle Konferenzen darin überein, daß in den verschiedenen Erziehungswegen in den Schulen, den Pfarrgemeinden, den Verbänden und den Familien das konkrete Thema der Berufung nicht fehlen darf, ja, daß dieses geradezu deren Höhepunkt darstellt. Auch darf man sich nicht auf die christliche Berufung im allgemeinen beschränken, sondern man muß auch die Berufungen zu den unterschiedlichen Weihediensten und zu den verschiedenen Formen des gottgeweihten Lebens darstellen: "Die Grundlagen der Jugendpastoral wären unvollkommen, wenn sie sich nicht auch auf die geistlichen Berufe hin öffnen würden".[76]

70. Den Plan Gottes entdecken und verwirklichen

Der größte Dienst, der den Jugendlichen erwiesen werden kann, besteht darin, ihnen zu helfen, den Plan Gottes mit jedem einzelnen zu entdecken und zu verwirklichen. "Die Jugendpastoral wird vollständig und wirksam, wenn sie sich für das Anliegen der Berufe öffnet".[77]

Bestätigt wird dies durch eine selbstverständliche Feststellung: Die Berufe wachsen dort, wo eine gut organisierte und von einer spezifischen Berufspastoral geprägte Jugendpastoral besteht, denn die eine wie die andere ermöglichen den Jugendlichen eine lebendige und persönliche Erfahrung mit Christus, ein starkes Erlebnis christlicher Gemeinschaft sowie Berufsanregung und -begleitung, seien sie persönlicher oder gemeinschaftlicher Art.[78]

B. Schwierigkeiten der heutigen Jugend

71. Kulturelle Einflüsse

Die Kandidaten zum Priestertum und zum Ordensleben sind Kinder ihrer Zeit mit den Vorzügen und den Mängeln der neuen Generationen. Es gibt allgemeine Erscheinungen, die Einfluß auf die Berufe haben, besonders in der westlichen Welt. In diesem Zusammenhang kann gesagt werden, daß die Berufskrise der vergangenen Jahrzehnte Anzeichen für eine tiefere Krise der religiösen und menschlichen Werte ist.

Die Zeit, in der wir leben, wird als Übergangszeit angesehen, die deshalb durch ambivalente und widersprüchliche Verhaltensweisen gekennzeichnet ist. Die tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft verraten einerseits die Unzulänglichkeit der traditionellen Kulturen, andererseits den so bitternötigen Bedarf an neuen Entwürfen für eine menschenwürdige Existenz.

Die herrschenden Anthropologien haben die Aufmerksamkeit auf die Autonomie der Person konzentriert mit all ihren Möglichkeiten, Freiheiten, Spontaneitäten, Wünschen und Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. Die jungen Menschen erfahren auch unbewußt tagtäglich deren Faszination. Unter diesem Gesichtspunkt erscheint das Anliegen der Berufe als ein fremdes, sinnloses Element. Die in den neuen Generationen verwurzelte Kultur der Freiheit verlangt eine grundlegende Anstrengung, für die so anspruchsvolle Entscheidung zu einem gottgeweihten Leben große Motivationen zu vermitteln.

Die sozialen Kommunikationsmittel fördern nicht nur Werte und Anti-Werte, die der geistlichen Berufung fremd sind, sondern sie vermitteln diesbezüglich oft ein Bild des Priesters und des Ordenslebens, das aus früheren Zeiten stammt, diese Berufe lächerlich macht und sie der modernen Jugend unrealistisch darstellt.[79]

Die wachsende Schwierigkeit, den heutigen Tendenzen der Kultur und der Gesellschaft zu widerstehen, stellt eine beständige Herausforderung für die Berufspastoral dar. Auf keinen Fall dürfen diese Schwierigkeiten zu Mutlosigkeit, Regression und schuldhaften Versäumnissen führen.

72. Soziale und kirchliche Faktoren

In der Berufsarbeit haben die uns allen bekannten sozialen Faktoren großen Einfluß wie: Säkularismus, Permissivität, Konsumismus, Laisierung der Schule, Geburtenbeschränkung u.a.; bekannt sind auch die mehr kirchlichen Faktoren wie: Glaubensabfall, Mangel an theologischer Klarheit, die Gegenzeugnisse der Gottgeweihten, der Verlust der geistlichen Führung, die Pastoral des Zuwartens, die Unverbindlichkeit der Berufswerbung, der Mangel an Ausbildern usw.[80]

In einigen Entwicklungsländern bringt das Wachsen der Berufe, ob es sich um Jugendliche oder Erwachsene handelt, große finanzielle Schwierigkeiten mit sich. Vielen der Kandidaten fehlen die Mittel zum Unterhalt während der Ausbildungsjahre. Nicht einmal die Diözesen verfügen über Rücklagen, um die Verantwortung dafür übernehmen zu können.[81]

Einigen Kongregationen und Orden gelingt es nicht, die Jugend durch die Zeichen, die von ihrer Ordensfamilie ausgehen, zu beeinflussen. Es ist schwierig geworden, die Sprache zu verstehen, in der sich das Wesen der Ordensleute mitteilen und verständlich machen will. Ja, die Animatoren selbst reden oft in einer Sprache, die die Jugendlichen nicht mehr verstehen können, weil sie sich außerhalb ihrer Denkschemata bewegt.[82]

73. Problematische Einstellungen in den Familien

Die eingegangenen Berichte halten fest, wie in den westlichen Ländern die Familien oft Einstellungen des Besitzanspruchs und der Lebensplanung in bezug auf ihre Kinder zeigen. Der Geburtenrückgang und die Tatsache des Einzelkindes erschweren die Situation. Nur wenige Eltern ermutigen ihre Kinder zu einem geistlichen Beruf. Diese wenigen Eltern entmutigen dann später dieselben Kinder auf ihrem Weg und erschweren ihnen die Beharrlichkeit.[83]

74. Psychische Unbelastbarkeit

Oftmals zeigen die Jugendlichen eine emotionale Unbeständigkeit gegenüber den Anreizen einer konsumorientierten und materialistischen Kultur; sie erweisen sich als nur wenig entscheidungsfähig und fühlen das Bedürfnis, sich in den zu übernehmenden Aufgaben von jemandem bestätigt zu sehen. Sie fürchten auch um den Verlust ihrer Freiheit und wollen ihre Lebensform erst im Experiment erproben, bevor sie wichtige Berufsentscheidungen treffen.

Man kann beobachten, daß die Jugend heutzutage wenig vom Priester- und Ordensberuf angezogen wird. Manche anerkennen den positiven Wert und die Bedeutung dieser Berufe und hegen im allgemeinen auch große Bewunderung und Achtung für jene Menschen, die sich aus Berufung einer vorbehaltlos verpflichteten Lebensweise weihen, doch aus den verschiedensten Gründen entschließen sie sich später nicht zu solch einem Schritt.[84]

Andererseits ist nicht zu verkennen, wie bei verschiedenen Gelegenheiten das ganze Interesse auf das Eheleben ausgerichtet und nur wenig von den geistlichen Berufen gesprochen wird.[85]

75. Scheu vor endgültiger Verpflichtung

Für viele Jugendliche ist es schwierig, längerdauernde Verpflichtungen auf sich zu nehmen und zu erfüllen; viele von ihnen äußern Angst und Zaghaftigkeit angesichts einer endgültigen Verpflichtung auf Lebenszeit. Dies ist ein Grund, weshalb sie nur teilweise oder befristete Erfahrungen bevorzugen. Dieses Verhalten zeigt sich im Hinblick auf eine Eheschließung, aber auch im Hinblick auf den Zölibat und die Ordensgelübde; letzteren gegenüber stärker angesichts der Lebensverpflichtungen, die Priestertum und Ordensgelübde mit sich bringen. Ein Leben, das langfristige Verpflichtungen eingeht, scheint die Vorstellungskraft der meisten heutigen Jugendlichen zu übersteigen; einige Konferenzen erblicken darin einen Hauptgrund für den Rückgang der Berufe.[86]

76. Verlängerung der Jugendzeit und damit verbundene Probleme

Es ist offenkundig: von Ausnahmen abgesehen ist bei der heutigen Jugend eine Verlängerung des Jugendalters festzustellen und eine Tendenz, die Berufsentscheidung hinauszuschieben.

Nicht alle bewerten diese Erscheinung auf gleiche Weise. Für einige stellt sie einen weiteren Beweis für die psychische Unbelastbarkeit der heutigen Jugendlichen dar. Andere wiederum - besonders unter den Verantwortlichen für die Seminare und Ausbildungsinstitute - erblicken in der Tendenz vieler Jugendlicher, die den Weg zum Priester- und Ordensberuf erst in reiferem Alter und bereits mit einem akademischen Grad beschreiten, ein positives Zeichen.[87]

Dazu kommen noch die zahlreichen Probleme, die dem raschen Generationswechsel zuzuschreiben sind. Die Berufsanimatoren stellen fest, daß sie in ihrer Arbeitsweise ständig zur Änderung gezwungen sind.[88]

77. Das vorgerückte Alter vieler Gemeinschaften

Der Alterungsprozeß der Kommunitäten ist eine ausreichend betonte Schwierigkeit. Angesichts des angehobenen Durchschnittsalters der Ordensleute sind viele Werke von alten Menschen getragen, die keine realen Möglichkeiten für ihre Ablösung sehen. Das höhere Durchschnittsalter erschwert nicht nur den Unterhalt der Werke, sondern auch jenen der Gemeinschaften selbst. Diese Tatsache erzeugt in den Gemeinschaften Müdigkeit, Mißtrauen und Vernachlässigung der Berufsfrage; die Jugendlichen haben geringes Interesse für Institute, die ihnen kaum offenstehen und weit von ihrer Lebenswelt entfernt sind.[89]

78. Entwicklung und Verhältnisse in Osteuropa

Nach den Veränderungen in den osteuropäischen Ländern möchte es scheinen, daß in einigen von ihnen die Jugend dem Gedanken an ein Ordensleben mit ständig wachsenden Vorbehalten gegenübersteht und somit ihre Orientierungslosigkeit, ihre Enttäuschung, ihre Unfähigkeit zu selbständigen Entscheidungen, ihre Tendenzen zur Gleichgültigkeit und Abgeschlossenheit, ihre Schwierigkeiten in der Überwindung der augenblicklichen Verhältnisse deutlich macht. Ein Teil der katholischen Jugend, der durch seine Hinwendung zum Nächsten gekennzeichnet ist, richtet seine Interessen und seinen persönlichen Einsatz öfter auf die sozialen, politischen und kulturellen Probleme außerhalb des kirchlichen Tätigkeitsbereiches aus.[90]

C. Grundwerte einer konstruktiven Pädagogik

79. Die Begeisterung für Jesus Christus

Ungeachtet der verschiedenartigen Schwierigkeiten werden positive Faktoren und von den heutigen Jugendlichen besonders wahrgenommene Werte aufgezeigt, von denen die Impulse für eine echte Berufspastoral genommen werden können. Nach den Bischofskonferenzen und den Konferenzen der höheren Obern und Oberinnen können diese Werte wie folgt zusammengefaßt werden: An erster Stelle steht stets die Faszination, die von der Person Christi auf die Jugendlichen ausgeht, von seinem Lebensstil, von der radikalen Nachfolge, vom Beispiel Marias.

Weitere vorrangige Werte sind: das Gebet und die starke Gotteserfahrung, das Gemeinschaftsleben, der Dienst für Unterdrückte und Randgruppen, der Stil der Armut, Uneigennützigkeit, universale Solidarität, das Charisma eines Instituts, die Lebensweihe als solche. Es versteht sich, daß diese Werte eine ideale Einheit darstellen und sich gegenseitig durchdringen. Wenn man, bei der gegebenen Sensibilität, auf einen einzelnen Wert abzielt, ist es wichtig, die wesentlichen Elemente auf dem Weg der Anregung und der Begleitung nicht zu vernachlässigen.

80. Das charismatische Verständnis des Ordenslebens

Einzelne Konferenzen weisen darauf hin, daß die Weihe an Gott im Ordensleben als solche wie auch in ihrer charismatischen Dimension als letzter Wert empfunden wird und daß zuweilen diese Wahrnehmung erst nach einem direkten Kontakt mit der Gemeinschaft der Gottgeweihten eintritt.[91]

Viele Jugendliche wollen sich als verantwortliche Personen in der Kirche verstanden wissen. Die gegenwärtige ideologische Zersplitterung kann vielen Jugendlichen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens eine große Hilfe sein.

D. Spezielle Probleme der weiblichen Berufe

81. Ein allgemeiner Überblick

Alle Konferenzen betonen den Ernst der Krise der weiblichen Berufe. Auch wenn man jede Panik vermeidet, die auf der Ebene des Glaubens unzulässig ist, so scheint es doch nützlich zu sein, einige Überlegungen wiederzugeben, die das Verantwortungsbewusstsein aller anregen können. Wenn die Krise des männlichen Ordensberufes sich oft als Krise des Priesterberufs darstellt, so offenbart jene der weiblichen Berufe ihren ganzen Ernst. Der Lebensstil des weiblichen Ordenslebens wirkt weniger attraktiv als jener der Ordensmänner.[92] Es gibt Ordensfamilien, die in den vergangenen Jahren keinerlei Neuzugänge zu verzeichnen hatten, einige nur einen oder zweijährlich.[93]


Die jungen Mädchen, anders als ihre männlichen Altersgenossen, befinden sich immer noch in einer offenkundigen Situation der sozio-kulturellen und kirchlichen Unsicherheit mit all ihren Auswirkungen auf Berufswahl und Berufsentscheidung.[94]

82. Die Frauenfrage

Das in der modernen Welt vorherrschende Frauenbild erzeugt in den jungen Mädchen große Schwierigkeiten für die Annahme des Ordenslebens. Dennoch muß gesagt werden, daß das kontemplative Leben eine große Anziehungskraft auf die Mädchen ausübt.[95] Für die jungen Frauen hat die Frauenfrage bisher noch keine wirkliche Lösung gefunden, besonders in unserem kirchlichen Umfeld; außerdem kommt ein Mangel an Beweglichkeit hinzu, den viele unserer Strukturen - wenigstens auf den ersten Blick hin - aufweisen. Dies steht eindeutig den innersten Erwartungen entgegen, die die Mädchen nicht nur in bezug auf Unabhängigkeit und Selbstverwirklichung in sich tragen, sondern auch in bezug auf Unkompliziertheit und Geschwisterlichkeit im Umgang miteinander, weshalb es nur wenigen gelingt, hinter den Äußerlichkeiten die wahren Werte zu entdecken. Der Problemkreis "Frau und Kirche" macht einen Teil der Mädchen unansprechbar.[96]

Nun, da die traditionellen Formen des Apostolates in vielem von den Laien übernommen wurden, ist es für die Frauen nicht mehr eindeutig, weshalb sie die Pflichten des gottgeweihten Lebens auf sich nehmen sollen, um bestimmte Dienste für die Kirche auszuüben. Die Empfindlichkeit gegenüber dem Vorrang der Männer in der Kirche, die durch eine radikalisierte und konfuse Suche nach der weiblichen Identität erschwert wird, stellt eine weitere Schwierigkeit für diesen Beruf dar. Die wiedergefundene Freiheit, derer sich die Frauen von heute im Gegensatz zu früher erfreuen, kann sie - noch mehr als die Männer - verwundbar machen durch die Zwänge unserer materialistischen und säkularisierten Gesellschaft.[97]

Manchmal verlegen die weiblichen Kongregationen ihre Aktivitäten und Einrichtungen in ihren Innenbereich ohne eine deutliche Anwesenheit in der Welt und der Kirche. Viele Schwestern überstürzen sich in der Aufnahme von Kandidatinnen ohne Rücksicht auf die für eine bewußtere Berufsentscheidung erforderlichen Stufen der Glaubensreife. Eine Folge davon sind dann die zahlreichen Austritte.[98]

Zahlreiche Priester kümmern sich nicht darum, junge Mädchen zu einem geistlichen Prozeß hinzuführen, der in eine Ordensberufung einmünden könnte.[99]

83. Künftige Möglichkeiten

Die Aussichten für die Zukunft sind schwer einzuschätzen. Einige sehen eine weitere zahlenmäßige Abnahme, hoffen jedoch auf eine stärkere Zeugniskraft. Dies ist eine Tatsache, die heute viele anzunehmen bereit sind. Es ist wichtig, mit größerer Intensität und Aufmerksamkeit die Ausbildung der Berufs-Animatorinnen und der Gemeinschaften voranzutreiben, damit ihre Anwesenheit besonders in der Welt der Jugend deutlicher und deshalb glaubwürdiger und wirksamer sei hinsichtlich der Anregung zu einem Beruf.[100]

Es wird auch geraten, solche Strukturen, die der Übermittlung eines eindeutigen und leuchtenden Zeugnisses entgegenstehen, umzuwandeln und zu beseitigen. Man muß sich anstrengen, den jungen Mädchen Leitbilder von Frauen vorzustellen, die in ihrer Berufung stark sind. Es besteht ein Bedarf an Frauen, die ganz in der Nachfolge Christi aufgehen.[101]

Dort, wo die Gemeinschaften offener sind und Jugendliche zulassen, sind auch die Ergebnisse besser. Es ist zu hoffen, daß künftig jede Ordensgemeinschaft in der Lage ist, eines ihrer Mitglieder für den vollzeitlichen Einsatz in der Berufsarbeit freizustellen. So werden sicherlich bessere Ergebnisse zu erzielen sein.[102]

84. Schwierigkeiten weiblicher Berufe in den Entwicklungsländern

In den Entwicklungsländern bestehen besondere Schwierigkeiten. Das sind: die Armut vieler Familien; das niedrige Ausbildungsniveau in den Schulen; das tiefe Verständnis der Mutterschaft als einer unverzichtbaren Eigenschaft der Frau; die Bewertung der Jungfräulichkeit als dem Willen Gottes entgegenstehend; die von den Eltern erzwungene frühe Verheiratung ihrer Töchter, auch ohne deren Wissen; die Kinderarbeit zum Unterhalt der Familie, auch mit Unterbrechung der Schulzeit; der Mangel an Selbstbestimmung in den eigenen Entscheidungen; die nur sehr rudimentäre christliche Ausbildung.[103]

Zahlreiche Institute, besonders Europas, haben versucht, ihre Krise durch Berufe aus asiatischen Ländern und aus Afrika zu lösen, die reicher an Nachwuchs sind. Nicht in jedem Falle jedoch waren die Methoden vom Schlussdokument und von anderen kirchlichen Dokumenten inspiriert. Manchmal handelte es sich dabei um eine unkritische "Anwerbung" mit nachteiligen Folgen für die Einzelkirchen, die Betroffenen und die Kongregationen selbst.[104]

85. Anregungen und Richtlinien

Es empfiehlt sich mehr denn je, auf junge Mädchen zuzugehen, sie auszubilden und sie zu einem besseren Verständnis des weiblichen Ordensberufes hinzuführen. Dies ist möglich, wenn man von einer pädagogischen Einstellung ausgeht, die auf dem kirchlichen Verständnis von Wesen und Sendung der Frau aufbaut. Dabei ist es unverzichtbar, einen engen Kontakt zu den Jugendlichen zu halten, ihre Erwartungen, ihre Sprache, ihre Welt, ihr Verständnis des Lebenssinnes und die Erfahrungen ihres Glaubens zu kennen. Dies alles verwirklicht sich mit unterschiedlichen Mitteln im Bereich der Schule, der Bewegungen, der Katechese und der Erziehung.

Die Gemeinschaften sind zu unterstützen bei der Verwirklichung berufsfördernder Maßnahmen, die auf die Kirche hin offen sind; die Ordensfrauen, die zum Dienst in der Berufsarbeit bestimmt sind, sind insoweit auszubilden und zu unterstützen, als man einzelne hauptamtlich damit beauftragt und sie durch eine gewisse Erfahrung in der Jugendbegleitung vorbereitet, sei es in Gruppen, sei es personenbezogen; im weitesten Sinn gilt es, die Gesamtheit der Ordensfrauen für die Berufspastoral zu sensibilisieren.[105]

E. Geglückte Erfahrungen in der Berufsarbeit

86. Vielfältige Initiativen

Zahlreich und unterschiedlich sind die bedeutendsten und verbreitetsten Erfahrungen in der berufsorientierten Arbeit mit Jugendlichen in den vergangenen Jahren. Im folgenden werden einige vereinfacht wiedergegeben, bevorzugt jene, die sich am häufigsten in den Antworten der Konferenzen wiederfinden.

1) Sehr gute Erfahrungen in der Berufsförderung scheint man dort zu machen, wo ein enger Kontakt der Jugendlichen zu Priestern oder Ordensleuten besteht, die in ihrem Beruf und in ihrem Stand glücklich sind.[106]

2) Gebetsschulen und Augenblicke starker geistlicher Ausstrahlung; Exerzitien und Einkehrtage, Wüstentage und -wochen, Jugendwallfahrten, Besinnungszeiten, berufsbezogene Zönakel, Jugendtreffen unter dem Thema eines Gründers oder Heiligen, geschwisterliche Gebets-Wochenenden.[107]

3) Geistliche Führung und Berufsbegleitung mittels persönlicher Kontakte. Dieser Punkt wird in allen eingegangenen Antworten betont. Geistliche Führung und Begleitung sind eine conditio sine qua non der Berufspastoral.[108] Es ist jedoch festzustellen, daß nur wenige Priester bereit sind, sich dieser Aufgabe zu widmen, während jene Jugendlichen zunehmen, die heute, im Vergleich zu früher, das Bedürfnis nach einer längeren Reifungszeit verspüren. Ein vermehrtes Angebot an geistlicher Führung könnte zu einem Anwachsen an Zahl und Qualität der zu einer besonderen Lebensweihe Berufenen führen. Die Einzelbegleitung bleibt dabei das Wichtigste. Die Ordensleute müssen Zeit dafür aufbringen, die Jugendlichen anzuhören, sie schrittweise zum persönlichen Gebet hinzuführen, zum Hören auf das Wort Gottes, zur aktiven Teilnahme an der Eucharistiefeier, zur geistlichen Führung als einem Mittel zur Erkenntnis des Willens Gottes.[109]

4) Klares und ausdrückliches Ansprechen der Jugendlichen, die Eignung und Bereitschaft signalisieren. Der Papst hat wiederholt dazu aufgefordert, ohne Scheu die Jugendlichen und Heranwachsenden direkt anzusprechen und ihnen den Ruf des Herrn zu vermitteln.[110] Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, ist es nie zu früh zu einer solchen Aufforderung. Wichtig ist, daß sie nicht zu spät erfolge.

5) Freie berufsorientierte Gemeinschaften und Seminare. Jugendliche und Heranwachsende, die kein Seminar besuchen können, werden extern begleitet. Sie treten ins Seminar erst dann ein, wenn die persönlichen, familiären oder milieubedingten Voraussetzungen es erlauben.

6) Firmvorbereitung. Während dieser Zeitspanne wird die Möglichkeit eines besonders geeigneten katechetischen Weges angeboten, um sich der Berufung zu einem Dienst in der Kirche bewußt zu werden.

7) "Woche der Berufe" in den Pfarreien: Der entscheidende Auslöser für die Entwicklung eines Berufes ist die Pfarrgemeinde. Die im Sakramentenempfang, im Gottesdienst, im Glauben, in der Nächstenliebe lebendigen Gemeinschaften sind auch durch geistliche Berufe fruchtbar. Die "Woche der Berufe" in der Pfarrei, wie sie von mehreren Diözesen mit Ernst durchgeführt wird, bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, Zeugen zu sehen und zu verstehen und anschließend an Kursen oder berufsorientierten Treffen teilzunehmen.[111]

8) Die Jugend für die Jugend. Berufsanregung, die von Seminaristen und von den Jugendlichen, die in der Ausbildung stehen, an ihre Altersgenossen gerichtet ist: "Niemand ist für die Evangelisierung von Jugendlichen besser geeignet als Jugendliche. Junge Studenten also, die sich auf das Priestertum vorbereiten, sind unter den übrigen Jugendlichen persönlich und als Gemeinschaft die ersten und unmittelbaren Apostel und Zeugen für den Beruf".[112]

9) Gezielte Besuche in den Diözesanseminarien, in Klöstern, Ordenshäusern, in denen die Jugendlichen beten und sich mit Menschen treffen können, die in der Verwirklichung ihrer Lebensweihe stehen oder sich darauf vorbereiten.[113]

10) Vereine und Jugendgruppen, Volontariat und sozialer Dienst. Diese "besitzen ihrer Natur nach eine geeignetere Pädagogik, um Berufe zum Priestertum, zum Ordensstand, für die Missionen und zum gottgeweihten Leben als Laien zu fördern, eben weil sie direkt am Dienst der Seelsorge beteiligt sind und damit am Leben und an der Sendung der Kirche".[114] Manche verlangen vor dem Eintritt ins Seminar ein wenigstens zweijähriges Leben in einer Jugendgruppe.[115]

Die Gruppen eines Glaubensweges, die Jugendbewegungen und berufsorientierte Gruppen bieten den Jugendlichen die Gelegenheit, den eigenen Glauben aus seiner Tiefe heraus zu leben, und sie gestatten ihnen gleichzeitig die Entdeckung, nicht allein dazustehen mit ihren Fragen nach dem christlichen Sinn des Lebens und nach ihrer Berufung. Die vielen ernstzunehmenden Erfahrungen auf pfarrlicher Ebene wie auch auf der Ebene der Ärmsten und Verlassensten fordern die Jugendlichen heraus, auf ihre Art die radikale Nachfolge Christi zu leben.[116]

Alle diese Erfahrungen oder Initiativen und weitere mehr werden von den Erziehern zum Glauben immer mehr als starke Momente eines Berufsweges im lebendigen Bezug zur christlichen Gemeinschaft angesehen, wohl wissend, daß eine Berufsentscheidung nicht nur in gelegentlichen Augenblicken einer Glaubenserfahrung heranreift, sondern durch einen geduldigen geistlichen Weg.

87. Neue Formen der Berufsbegleitung

Neben den kleinen Seminaren und den entsprechenden Institutionen für die verschiedenen Formen des gottgeweihten Lebens mit eigener Prägung weisen zahlreiche Konferenzen auf andere Formen der Begleitung hin, die sich entsprechend den Gegebenheiten der Einzelkirche verbreiten.

1) Berufsbezogene Wohngemeinschaften: In einigen Diözesen bestehen Orientierungszentren, in denen mögliche Kandidaten zusammenleben. Diese bemühen sich, ihre Berufung abzuklären, folgen dabei jedoch ihrem Studium an der Universität oder anderen Schulen. Es ist dies eine positive Erfahrung, der schon viele Berufe für das höhere Seminar oder für das Ordensleben zu verdanken sind.[117]

Ähnlich wirken die Informationszentren für geistliche Berufe, die den Kandidaten offenstehen, um ihnen ihren Berufsweg vorzustellen.[118]

2) Das Vorbereitungsjahr vor dem Eintritt ins höhere Seminar. Die Zahl jener Jugendlichen wächst, die direkt ins höhere Seminar eintreten. In vielen Diözesen gibt es bereits die Einrichtung einer Probezeit, einer Zeit der Katechese und der Einführung ins christliche Leben.[119] ‚ 3) Das Vor-Seminar, in das diejenigen Jugendlichen aufgenommen werden, die ihre Berufung suchen. Die Kandidaten, die ohne höhere Schulbildung eingetreten sind, holen diese in anderen Einrichtungen außerhalb des Seminars nach.[120]

4) Die berufsbezogenen Gast-Gemeinschaften. Es handelt sich dabei um Gemeinschaften, "unter Leitung von Priestern oder Ordensleuten, in enger Verbindung mit der Einzelkirche, die ausdrücklich auf eine vorbehaltslose Weihe des Lebens für das Reich Gottes hinarbeiten".[121] Angesichts der Eigenheit des Ordenslebens und der Ansprüche der heutigen Jugend werden diese Formen der Berufsbegleitung von den Ordensfamilien bevorzugt. Es gibt jedoch auch viele Diözesanseminare, die mögliche Bewerber für längere oder kürzere Zeit aufnehmen. Zum rechten Zeitpunkt treten die Jugendlichen in die Seminarien oder andere Institute des gottgeweihten Lebens ein. Diese Gemeinschaften machen sich die Aufforderung Jesu zum Ziel: "Komm und sieh!", "Kommt und seht!"; sie bieten den Jugendlichen Gelegenheit, konkrete Erfahrungen im Ordensleben zu machen, um ihre Berufung für das Institut zu prüfen; sie geben Zeugnis von der Erfahrung der restlosen Hingabe an Gott, des Gebetes, der Brüderlichkeit, der Sendung entsprechend dem Charisma des Institutes. Es sind jedoch keine Seminare oder Probandate im eigentlichen Sinn.

Das Gelingen solcher Erfahrungen ist an die Erneuerung der Gemeinschaften gebunden. "Den Ordensinstituten ist bekannt, daß die neuen Berufe erneuerte Gemeinschaften erfordern, die sich ihrer Identität sicher sind und frohen Herzens das eigene Charisma in neuer Frische im Dienst Gottes, der Kirche und der Menschheit zum Ausdruck bringen".[122] Die Jugendlichen antworten positiv, wo sie Gemeinschaften begegnen, die das Evangelium leben, die beten, die ihre Freude zum Ausdruck bringen, die für die Armen da sind und die dem Charisma des Institutes treu sind.[123] Diese Gemeinschaften sind entstanden, und sie breiten sich aus, weil sie eine konkrete Antwort auf die Fragen vieler heutiger Jugendlicher darstellen.

Die von einigen Konferenzen mitgeteilten statistischen Daten zeigen sehr gute Ergebnisse hinsichtlich Prüfung und Durchhaltevermögen jener Kandidaten, die aus Gastgemeinschaften kommen.

88. Der Beitrag der katholischen Schulen

Die Bischofskonferenzen vieler Länder bestätigen, daß die katholischen Schulen, wenn sie mit Klarheit den Wert des Weiheamtes und der übrigen Berufungen darstellen, tatsächlich zu einer Quelle geistlicher Berufe werden.

In anderen Ländern gibt es nur wenige katholische Schulen, die ein Projekt für geistliche Berufungen ausarbeiten, und der Anteil der Berufe, die aus ihnen hervorgehen, ist sehr gering.

In den katholischen Schulen geschieht die Förderung der Berufungen zu den Weiheämtern und zum Ordensleben heute diskreter, im Vergleich zu früher, da noch mehr Ordensleute zur Verfügung standen. Für die Laienkräfte, die heute in der Mehrzahl sind, ist diese Aufgabe nicht einfach. Es ist festzustellen, daß dort, wo Ordensleute in der Schulleitung oder im Lehrkörper arbeiten, eine größere Sorge um die Berufe vorhanden ist.[124]

Angesichts der so geringen Zahl der Ordensleute in den katholischen Schulen haben die Jugendlichen eigentlich nur eine geringe Kenntnis und wenig Erfahrung oder Kontakt mit dem Ordensleben. Für sie bleibt das Ordensleben eine unverständliche Wirklichkeit.[125]

Mit Schmerz ist zu vermerken, daß jene Gemeinschaften, die sich traditionsgemäß der Erziehung widmeten, keinen Nachwuchs haben. Infolgedessen verfügen die katholischen Schulen weder über ausreichendes Ordenspersonal, das von dieser Berufung Zeugnis gibt, noch gelingt es ihnen, eine Berufsförderung zu entfalten.[126]

VI. Kapitel: Organisatorische Aspekte

A. Einheitliche Zentren für die Berufsarbeit

89. Organe der Kommunikation

Die gemeinsame Anstrengung der christlichen Gemeinschaft für die Berufe wird von einigen Organen auf diözesaner und nationaler Ebene gestützt, genährt und koordiniert.

Die einheitlichen Zentren wollen die Koordination der pastoralen Bemühungen unter den Verantwortlichen erleichtern, die Reflexion und Forschung über die Berufspastoral anregen, erzielte Resultate bekannt machen, mit den Bischöfen bei der Formulierung der notwendigen Richtlinien zusammenarbeiten und schließlich ein bevorzugter Ort der Beratung in diesem empfindlichen Bereich sein.[127]

Unter den Gründen für die Verzögerung der Einrichtung eines effektiven diözesanen Dienstes für die Berufe, wird die Tatsache genannt, daß die dafür verantwortlichen Personen vollständig mit anderen pastoralen Aufgaben befaßt sind. Der häufige Wechsel der Verantwortlichen für die Berufe behindert die Kontinuität dieses Dienstes.[128]

Es ist jedoch auch festzustellen, daß bei Vermeidung der Nachteile eines häufigen Wechsels, gerade der Austausch der Verantwortlichen oft neue Formen des Dienstes und neue Erfahrungen hervorbringt.[129]

90. Das Diözesanzentrum

Das Diözesanzentrum für Berufe arbeitet bereits in allen Diözesen, wenngleich es auch in nur wenigen zu einer befriedigenden einheitlichen Struktur gefunden hat. Die nur kurzfristigen Erfahrungen mit ihm müssen sich in der Zukunft wohl noch bewähren.

Vor allem um eine "einheitliche Berufspastoral zu fördern", behandelt das II. Vatikanische Konzil Zweck und Aufgabe dieses diözesanen Organs sowie anderer nationaler und regionaler Organe: "... die Werke zur Förderung von Berufen, die nach einschlägigen päpstlichen Dokumenten auf diözesaner, regionaler und nationaler Ebene schon errichtet sind oder errichtet werden sollen, müssen ihre ganze der Berufsförderung dienende Arbeit ... methodisch und systematisch planen".[130] "Jede Verzögerung beim Aufbau oder beim Sicherstellen seiner Wirksamkeit bedeutet einen Schaden für die Kirche."[131]

Wichtig ist nicht nur, daß es ein solches Zentrum gibt, sondern daß es arbeitet, daß verfügbare Kräfte möglichst hauptamtlich vorhanden sind, die zusammenwirken und alle Bereiche der diözesanen Pastoral einheitlich verbinden, ohne sich gegenseitig zu übergehen oder gar einander entgegenzuarbeiten.

Das Schlussdokument nennt folgende konkrete Dienste eines Diözesanzentrums für geistliche Berufe: "Eine kräftige Glaubenshaltung verbreiten; geistliches Leben und Gebet pflegen; die Berufspastoral in die Gemeindepastoral der Einzelkirchen einfügen; die Berufswerbung in die Pastoral der Pfarrgemeinde einbauen und dabei Bewegungen, Gruppen, Dienstangebote und andere Gemeinschaften einspannen, die in der Gemeinde tätig sind; die Berufswerbung in die Jugendpastoral einfügen; die verschiedenen Initiativen der Begleitung stützen, zumal die Knabenseminare und ähnliche Institute für andere Formen gottgeweihten Lebens; Publikationen schaffen und verbreiten, die den verschiedenen Bedürfnissen der Berufspastoral gerecht werden; für die Vorbereitung von Personen sorgen, die von den Bischöfen, den Ordensobern und -oberinnen oder anderen Verantwortlichen für das gottgeweihte Leben den besonderen Auftrag erhalten haben, Berufene zu betreuen und zu begleiten".[132]

Es gibt auch noch Episkopate, die erklären, bis zum heutigen Tag kein nationales Berufszentrum errichtet zu haben.[133]

91. Unerschwingliche Kosten der Massenmedien

Obwohl die Bedeutung der Massenmedien anerkannt wird, so werden sie doch wegen der unverantwortlich hohen Kosten nur wenig eingesetzt.[134] Dennoch steht eine beachtliche Menge alternativer Mittel zur Verfügung wie: kleine Radioprogramme, audiovisuelle Mittel, Videokassetten usw.

B. Vorbereitung und Anpassung der Pastoralpläne

92. Operative Programme

Nach der Veröffentlichung des Schlussdokumentes haben viele Kirchen ihre Planung der Berufsarbeit auf der Grundlage des vom Kongress verabschiedeten Textes erarbeitet oder erneuert.

Die Tätigkeit des Diözesanzentrums für Berufe wird effektiv, wenn kurz- und langfristige Pläne oder Arbeitsprogramme für die Berufspastoral vorhanden sind. "Das Problem der Berufe - so bemerkt Papst Paul VI. - ist sicherlich ein ständiges Problem der Kirche, heute jedoch ist es spürbarer und drängender denn je und ruft deshalb nach einem Zusammenschluß der Kräfte, um die verschiedenen Erfahrungen zusammenzutragen und um in diesem empfindlichen Bereich der Pastoral konkreten Plänen zu folgen".[135]

Der Hl. Vater Papst Johannes Paul II. fügt noch an: "Die wunderbaren pastoralen Programme der einzelnen Kirchen, die Berufswerke, die dem Konzil entsprechend die gesamte Aktivität der Berufspastoral umfassen und fördern sollen, eröffnen den Weg und bereiten den Boden für die Gnade des Herrn".[136]

Ferner ist zu betonen, daß ein Arbeitsplan eine andauernde, beständige und nicht nur gelegentliche Anregung ausübt und die Mitverantwortung und Arbeitsteilung von Personen und Gemeinschaften verwirklicht.

93. Ein Plan auch für die Ordensfamilien

Vom Hl. Stuhl angeregt, sind die nationalen Pläne ursprünglich großenteils von den Einzelkirchen auf nationaler und diözesaner Ebene erarbeitet worden. Die kirchliche Erfahrung dieser Jahre ließ immer stärker die Überzeugung heranreifen, daß für eine erfolgreiche Berufspastoral ein organisches Projekt von großem Nutzen ist (und dies nicht nur für Diözesen, Nationalkirchen, sondern auch für die Ordensfamilien), das Inhalte und Methoden, Strukturen und Initiativen, Aktionsprogramme und pastorale Entscheidungen aufweist mit dem Ziel, alle Gemeinschaften dauernd miteinzubeziehen. Auf diese Weise haben viele Ordensinstitute erfolgreich ihren Plan erarbeitet, der als ein nützliches Werkzeug angesehen wird, wo es darum geht, eine geordnete und wirksame Berufspastoral innerhalb und außerhalb des Institutes auszuüben.[137]

Es versteht sich von selbst, daß kein Plan die übernatürlichen Mittel ersetzen kann. Der Erst-Wirkende in jeder Berufung ist Gott, selbst wenn er sich unserer Mitarbeit bedient. Ein Arbeitsplan bleibt stets ein wertvolles Hilfsmittel dann, wenn er die Natur der Berufung achtet.

C. Zusammenarbeit von Welt- und Ordensklerus

94. Widerstände und Schwierigkeiten

Wenngleich die beachtlichen Fortschritte der letzten Jahre in der Zusammenarbeit unter den verschiedenen Verantwortlichen für die Berufe in Diözesen und Orden anerkennenswert sind, so ist doch noch ein gewisser Widerstand festzustellen gegen eine einheitliche und entschlossene Berufspastoral als einer gemeinsamen Verpflichtung in unterschiedlicher Verantwortung.[138]


95. Gegenseitige Unkenntnis

In schwierigeren Fällen besteht eine gegenseitige Unkenntnis zwischen Diözesen, Ordens- und Säkularinstituten, was in vielen Fällen zu einer falschen Bewertung der "kirchlichen Berufung" als einer Grundlage für die Berufsarbeit und zu einer gegenseitigen Unkenntnis des Wertes der unterschiedlichen Berufe in der Kirche führt.[139]

96. Mutuae Relationes

Das Dokument Mutuae Relationes wollte mißliche Situationen, die seit langer Zeit andauern, vermeiden, wenn es sagt: "Es ist klar, daß solchem göttlichen Tun kein Hindernis entgegengestellt werden darf; im Gegenteil ist dafür zu sorgen, daß jeder in größter Freiheit der eigenen Berufung entspricht. Im übrigen beweist die Geschichte selbst deutlich genug, daß die Verschiedenheit der Berufungen und vor allem die Koexistenz und die Zusammenarbeit des Diözesan- und Ordensklerus nicht zu Lasten der Diözese gehen, vielmehr diese mit neuen geistlichen Schätzen bereichern und ihre apostolische Lebenskraft spürbar stärken".[140] In diesem Punkt bleibt noch viel zu tun.

97. Bleibende Hindernisse

Es ist müßig, sich gegenseitig Vorwürfe zu machen, selbst wenn sie für Weltpriester wie für Ordensleute tatsächlich begründet sind.

Viele Ordensleute weisen darauf hin, daß im allgemeinen die Berufspastoral fast ausschließlich auf die Priesterberufe abzielt und nicht so sehr auf die anderen Berufe.[141] In den Antworten finden sich häufig die Klagen der männlichen und weiblichen Ordensfamilien, seitens des Diözesanklerus wenig Zusammenarbeit bei der Förderung der Ordensberufe zu finden.[142] Einzelne Konferenzen betrachten die mangelnde Zusammenarbeit in diesem Bereich als eines der größten Ärgernisse ihrer Gemeinschaft.[143]

Eine weitere Bemerkung: Es ist leichter, Ordensleute zu finden, die sich der diözesanen Berufsarbeit zur Verfügung stellen, als Diözesanpriester zu finden, die eine Förderung des Ordenslebens gestatten, dessen Sinn sie nicht immer verstehen; es ist viel leichter zu sehen, daß Diözesanpriester und Schwestern auf persönlicher Ebene in der Berufsförderung zusammenarbeiten, als im Bereich einer berufsorientierten Einrichtung auf diözesaner oder interdiözesaner Ebene. Demzufolge erscheint diese Art der Zusammenarbeit eher als ein privater Austausch guter Hilfeleistung, und nicht als ein Eingehen auf ein theologisches und kirchliches Erfordernis.[144]

Trotz der Fortschritte dieser Jahre wird seitens des Diözesanklerus auf Formen eines übertriebenen Proselytismus einiger Kongregationen und Orden hingewiesen, mit "Quasi-Pfarreien" und Ordensleuten außerhalb der Berufspastoral der Diözesen.[145]

Viele Diözesanpriester gestatten in ihren Pfarreien keine Berufswerbung oder, wenn sie zugelassen wird, dann nur durch die einheimischen (lokalen) Kongregationen und nicht durch internationale Missionsorden.[146] So finden sich auch Klagen über einige Bischöfe, die keine Förderung der Ordensberufe in ihren Diözesen zulassen.[147]

98. Die Notwendigkeit vermehrter Koordination

Den Gemischten Kommissionen der Bischöfe und Konferenzen der höheren Ordensobern gelingt eine bessere Koordinierung unter den verschiedenen Äußerungen, eine Koordinierung und Förderung, die oftmals im Bereich eben dieser Kommissionen entsteht, dann aber stagniert.[148]

Es wird der Wunsch geäußert, Bischöfe und Ordensleute mögen untereinander immer brüderlichere Beziehungen herstellen, damit beide sich unterstützt und angenommen fühlen und Ermutigung und Zusammenarbeit erfahren im Aufbau des Reiches Gottes. Die Pfarrer sollen dazu ausgebildet, in der christlichen Gemeinde die gemeinsame Verantwortung für die Förderung und das Wachsen der Berufe zum geweihten Dienst und zum Ordensleben anregen zu können.[149]

Schlussbemerkung

99. Hoffnungszeichen und Erwartungen

Das Ziel dieser erneuten Intervention des Apostolischen Stuhles kann so zusammengefaßt werden: allen die Überlegungen der Bischofskonferenzen und der Konferenzen der höheren Ordensobern und -oberinnen zur Kenntnis zu bringen, um die Einzelkirchen sensibel zu machen für das Problem der Berufe und um die Erneuerung und Anpassung der Berufspastoral durch eine weitere Verwirklichung des Schlussdokumentes des Kongresses von 1981 zu fördern. Die Anwendung dieses Textes hat für die ganze Kirche viele Früchte gezeitigt, doch können diese noch vermehrt werden.

Viele Konferenzen wollten der Kongregation für das katholische Bildungswesen und der Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens danken, daß ihnen durch die Umfrage die Möglichkeit geboten war, noch einmal über das "Grundproblem" der Kirche nachzudenken. Sie geben auch der Überzeugung Ausdruck, daß diese Aufmerksamkeit, unabhängig von all den aufgeführten berechtigten Motivationen, ein positives Zeichen für eine weitere Entwicklung der Berufe in den verschiedenen Einzelkirchen und in der Weltkirche darstellt. In diesem Zusammenhang seien Hoffnungszeichen und ermutigende Ansätze angeführt.

1) Ohne Zweifel gewinnt die Berufspastoral jenen Rang, der ihr in den christlichen Gemeinden zukommt. Der Auftrag Christi, "den Herrn der Ernte zu bitten, er möge Arbeiter in seinen Weinberg senden", wird als "erster und wesentlicher Wert angesehen in allem, was eine Berufung berührt". In den Beziehungen von Bischofskonferenzen und den höheren Obernkonferenzen gibt es sicherlich Licht- und Schattenseiten. Dennoch wird es immer möglich sein, im Glauben auch das Licht der Hoffnung wahrzunehmen. Der Hl. Vater hat oft von einem neuen Frühling der Berufe gesprochen.

2) Unter den Früchten, die sich in vielen Einzelkirchen zeigen, werden öfters die nachstehenden genannt: das immer klarer werdende Bewusstsein von der Bedeutung der Berufspastoral; die systematischere Theologie der Berufe; ein größeres Bemühen um spezifische Ausbildung der Kandidaten; die wachsende Zahl der Mitarbeiter in der Jugend- und Berufspastoral; die Schaffung geeigneterer Strukturen für die Berufswerbung; das Bewusstsein einer gemeinsamen Mitverantwortung für die Weckung und Begleitung neuer Berufe; die bessere Qualität der Berufe in den Ländern mit rückläufiger Berufszahl; die zunehmende Zahl und die bessere Entsprechung der Gastgemeinschaften für Jugendliche in ihrer Suche nach Berufsklärung. 3) In den vergangenen Jahren wurden vermehrte Anstrengungen in den Diözesen und Ordensgemeinschaften festgestellt, Priester und Ordensleute für die Berufsarbeit hauptamtlich freizustellen. Gleichzeitig zeigte sich auch das Bemühen um Bildung von Diözesanzentren und Pfarrgruppen für die Arbeit für die Berufe.

4) Im Vergleich zur Vergangenheit scheint die Scheu, um Berufe zu werben und über die Berufung zu sprechen, überwunden zu sein. Die Zurückhaltung in der Berufswerbung wird geringer, auch wenn es noch Priester und Ordensleute und andere Verantwortliche gibt, die es vermeiden, zu den Jugendlichen offen darüber zu sprechen.

5) Die Diözesan-Pläne, sei es nun in jenen Diözesen, die einen speziellen Pastoralplan für Berufe haben, sei es in jenen, die ihren allgemeinen Pastoralplan als berufsorientiert ansehen, haben sich allmählich dem Schlussdokument angeglichen.

6) Es wächst die Zahl jener Jugendlichen, die, aus den Glaubenswegen der christlichen Gemeinschaften kommend, im Verlauf der höheren Schulausbildung oder des Universitätsstudiums direkt in die höheren Seminare oder in die Noviziate gelangen.

7) Der anhaltenden und statistisch noch nicht beruhigten Krise steht seit einigen Jahren ein neuer und stärkerer Einsatz in der Berufspastoral gegenüber, sei es in Diözesen oder Ordensgemeinschaften. Dieses Bemühen ist auch durch die Erneuerung der Berufspastoral selbst geprägt.

8) Im Rahmen einer allgemeinen Anstrengung jeder Einzelkirche wächst auch das Bewusstsein, daß die Berufspastoral nicht nur einen Bereich oder Ausschnitt der christlichen Gemeindepastoral, sondern vielmehr das verbindende Leitmotiv jeglicher von ihrem Ursprung her berufsorientierten Pastoral darstellt und daß die Berufspastoral deshalb auch kein isolierter Teil der allgemeinen Pastoral sein kann.

9) Der Glaube und die Sendung der Einzelkirche sind die Quellen der Berufspastoral. Diese Pastoral gehört in den Bereich einer vom Papst immer wieder betonten Pastoral der Neuevangelisierung in einer Kirche, die nicht aus Furcht vor Schwund ängstlich auf sich selbst bezogen ist, sondern in einer lebendigen und freudvollen Kirche, die für das immer neue Wehen des Pfingsttages offen ist und auf die Bedürfnisse der Menschen von heute hört.

10) Es wächst auch das Bewusstsein, daß Berufspastoral unwirksam bleiben wird, wenn sie nicht vom Gebet gestützt und durch das Zeugnis des Lebens begleitet wird. Der Schwung, der der Kirche durch das II. Vatikanische Konzil gegeben wurde, braucht einen neuen Anstoß, und das Schlussdokument erweist sich als nützlich für diesen neuen Impuls für die Berufspastoral.

Rom, am 6. Januar 1992, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn

PIO Kard. LAGHI,
Präsident
JOSE SARAIVA MARTINS,
Titularerzbischof von Tuburnica,

Vize-Präsident

Anmerkungen

  1. Unter demselben Titel wurde das Schlussdokument in Verantwortung der vier Kongregationen: für die Orientalischen Kirchen, für die Institute des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens, für die Evangelisierung der Völker, für das katholische Bildungswesen, in englischer, spanischer, deutscher, italienischer und portugisischer Sprache veröffentlicht.
  2. Von den Bischofskonferenzen folgender Länder gingen Berichte ein: Argentinien, Australien, Belgien, Bolivien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Deutschland, Ecuador, England, Philippinen, Frankreich, Guatemala, Irland, Italien, Jugoslawien, Kanada, Kolumbien, Malta, Niederlande, Österreich, Paraguay, Portugal, Schottland, Schweiz, Skandinavien, Spanien, Uruguay, Vereinigte Staaten von Amerika. Von den Konferenzen der höheren Ordensobern und Ordensoberinnen folgender Länder gingen Berichte ein: Ägypten, Äthiopien, Angola, Antillen, Argentinien, Australien, Bangladesch, Belgien, Benin, Burundi, China, Costa Rica, Deutschland, Ecuador, Elfenbeinküste, England, Frankreich, Ghana, Griechenland, Guatemala, Haiti, Indonesien, Irland, Italien, Japan, Jugoslawien, Kamerun, Kenia, Korea, Kuba, Malesien, Malta, Niederlande, Nigeria, Pakistan, Peru, Polen, Ruanda, Sambia, Schweden, Schweiz, Senegal, Simbabwe, Spanien, Südafrika, Tansania, Tirol, Togo, Venezuela, Vereinigte Staaten von Amerika. Von einigen dieser Nationen kamen die Antworten getrennt für Ordensmänner und Ordensfrauen (z. B. Argentinien, Belgien, Jugoslawien, Kenia, Senegal, Togo, Vereinigte Staaten von Amerika). Zu all diesen Berichten kommen noch jene von einzelnen Diözesen und von der Internationalen Vereinigung der Generalobern hinzu. Von letzterer besonders der Beitrag über die "Gewinnung von Berufen in Ländern der Dritten Welt" (21. April 1991).
  3. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Argentinien, Brasilien, Ecuador, Italien, Kanada, Paraguay, Portugal, Puerto Rico, Schottland, Spanien.
  4. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Niederlande, Schweiz; vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Antillen, Malta, Polen, Tansania.
  5. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Chile, Deutschland, Jugoslawien, Österreich.
  6. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Bangladesch, Belgien, Benin, Burundi, Costa Rica, Ecuador, Elfenbeinküste, Haiti, Indonesien, Japan, Kamerun, Kenia, Kuba, Nigeria, Sambia, Schweiz, Senegal, Simbabwe Togo u.a.
  7. Der brasilianische Episkopat hatte z. B. beschlossen, das Jahr 1983 als das "Jahr der geistlichen Berufe" zu proklamieren, währenddessen auf der Grundlage des eben erschienenen Schlussdokumentes viele Unternehmungen auf nationaler, diözesaner und pfarrlicher Ebene durchgeführt wurden; die gleiche Sensibilisierung wird jedes Jahr im August fortgeführt, der für das ganze Land als "Monat der geistlichen Berufe" gilt.
  8. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Australien, Italien, Spanien.
  9. Wann immer dieser Bericht von "Berufen zu den Weiheämtern und zu den anderen Formen des geweihten Lebens", von "geistlichen Berufen", von "Berufen besonderer Weihe" oder einfach von "Berufen" spricht, so möchte er im jeweiligen Textzusammenhang sich an das angleichen, was im Codex Iuris Canonici und in der Anmerkung zum Schlussdokument gesagt wird. Er bezeichnet also die Berufungen: zu Weiheämtern, zum geweihten Leben in all seinen Formen, die Gesellschaften des apostolischen Lebens nach can. 731 CIC, die Säkularinstutute in all ihren verschiedenen Funktionen, das missionarische Leben im Sinne der "Heidenmission". Wenn einfach von "Ordensleben" die Rede ist, sind auch die "Gesellschaften des apostolischen Lebens" einbezogen, immer unter Berücksichtigung der Eigenart einer jeden Berufung.
  10. JOHANNES PAUL II., Ansprache an die Plenaria der Kongregation für das katholische Bildungswesen: L'Osservatore Romano, 6.4.1984.
  11. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Kolumbien.
  12. Vgl. Annuarium statisticum Ecclesiae, das jährlich statistische Daten der Kirche veröffentlicht.
  13. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Niederlande, Vereinigte Staaten von Amerika.
  14. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Australien, Schweiz.
  15. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Brasilien, Niederlande.
  16. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Polen.
  17. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Brasilien.
  18. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz der Niederlande.
  19. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Angola.
  20. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Brasilien.
  21. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Italien.
  22. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von Kanada; vgl. höhere Obernkonferenz Malaysia.
  23. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz der Niederlande.
  24. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Österreich, Togo.
  25. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Argentinien, Belgien, Bolivien, Chile, Deutschland, Frankreich, Holland, Irland, Italien, Mexiko, Österreich, Paraguay, Peru, Portugal, Puerto Rico, Schweiz, Spanien, Venezuela, Vereinigte Staaten von Amerika.
  26. Dies ist eine Feststellung der Deutschen Bischofskonferenz in deren eigenem Bericht.
  27. Documento Conclusivo (= DC/Schlussdokument), 4. Das Dokument fügt an dieser Stelle an: "Bieten wir den jungen Menschen das wahre Antlitz der Kirche dar, ihre Sendung in der Welt als Dienst der Gemeinschaftlichkeit, als Teilhabe, Heil und Leben, werden sie darin eine Hilfe finden, um mitzumachen und sich einzusetzen. Lassen wir sie in der Freundschaft Jesu für sich den Leitfaden ihres Lebens entdecken, werden sie ihm in Treue Freundschaft halten und bereit sein, sich auch zu einem gänzlich seinem Dienst geweihten Leben rufen zu lassen".
  28. DC, 7.
  29. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Belgien.
  30. Vgl. Berichte der Bischofskonferenz von Australien. In bezug auf Berufung und Sendung der Laien vgl. JOHANNES PAUL II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Christifideles laici, 30.12.1988.
  31. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  32. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Ecuador, Kanada, Niederlande.
  33. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  34. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz der Niederlande.
  35. DC, 7.
  36. DC, 8-9.
  37. DC, 13.
  38. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Frankreich.
  39. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweiz, Spanien.
  40. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Bolivien.
  41. DC, 28.
  42. DC, 56.
  43. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Australien, Brasilien.
  44. Auch der oben erwähnte Kongress in Wien, der im Oktober 1989 von der Vereinigung der Europäischen Konferenzen der höheren Obern organisiert wurde, hat festgestellt, "daß das Ordensleben - von Ausnahmen abgesehen - von den christlichen Gemeinden entweder nicht oder nur unzureichend gekannt wird. Manchmal sind die Ordensleute mehr durch das bekannt, was sie tun (Schulen, Krankenhäuser usw.), als durch das, was sie in der Kirche sind".
  45. DC, 10.
  46. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Italien.
  47. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  48. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Ägypten.
  49. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  50. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Bolivien, Brasilien, Kanada.
  51. Im Zusammenhang mit dieser Nr. vgl. JOHANNES PAUL II., Enzyklika Redemptoris missio über die bleibende Gültigkeit des Missionsauftrages, besonders Nr. 32-38.
  52. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Italien.
  53. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Italien; vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz der Schweiz.
  54. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Australien.
  55. Vgl. DC, 17; vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  56. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Kanada.
  57. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Italien.
  58. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  59. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Puerto Rico.
  60. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Italien.
  61. Vgl. Christus Dominus, 15.
  62. MR, 9. - Die Konferenz der höheren Ordensobern Jugoslawiens hält fest, daß die Bischöfe an dieser Frage interessiert sind, daß sie jedoch "den einzelnen Ordensgemeinschaften die Initiative und die Pflicht bezüglich der eigenen Berufsförderung überlassen."
  63. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  64. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Bolivien.
  65. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Italien.
  66. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Brasilien.
  67. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Australien.
  68. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  69. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von Brasilien. Weitere Stichworte zu kirchlichen Basisgemeinschaften: vgl. JOHANNES PAUL II., Redemptoris missio, Nr. 51.
  70. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von Italien.
  71. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Ecuador, Italien.
  72. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  73. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Frankreich.
  74. DC, 42.
  75. Documenti di Puebla, 865.
  76. JOHANNES PAUL II., Botschaft zum XXII. Weltgebetstag für geistliche Berufe, 25.1.1985.
  77. DC, 42.
  78. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Spanien.
  79. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Australien.
  80. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Kanada, Portugal, Puerto Rico, Schottland.
  81. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz der Philippinen.
  82. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Österreich.
  83. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Australien.
  84. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Australien, Niederlande, Puerto Rico; vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Argentinien.
  85. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Argentinien, Belgien, Brasilien, Österreich, Portugal, Schottland.
  86. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Australien, Belgien; vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Japan, Malta, Singapur.
  87. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Australien.
  88. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Schottland.
  89. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Frankreich, Italien.
  90. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Polen.
  91. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Portugal.
  92. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Italien, Spanien.
  93. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Malta.
  94. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Italien.
  95. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Österreich; vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Japan.
  96. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Italien, Schweiz.
  97. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Australien.
  98. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Brasilien, Philippinen.
  99. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Spanien.
  100. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Malta.
  101. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Spanien.
  102. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Malta.
  103. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Benin, Burundi, Elfenbeinküste, Indonesien, Kamerun, Peru.
  104. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz der Philippinen. Angesichts der Verbreitung dieses Phänomens hat die Internationale Union der Generalobern (U.I.S.G.) am 29. April 1991 die Ergebnisse einer Umfrage bekanntgemacht, die bei 48 weiblichen Ordenskongregationen durchgeführt wurde und zum Ziel hatte, deren Einstellung zur "Anwerbung von Berufen aus Ländern der Dritten Welt" kennenzulernen. Grundsätzlich wird diese "Anwerbung" (in der negativen Bedeutung des Wortes) als unannehmbar abgelehnt, als schädlich für das Ordensleben, als oft verheerend für die jungen Mädchen. Die Beurteilung einer Berufung wird als schwierig angesehen, solange kein direkter und entsprechend langdauernder Kontakt zum Leben und Werk der Ordensfamilie besteht. Man möchte, daß die Berufsbegleitung und erste Ausbildung im Heimatland stattfindet; falls dies unmöglich ist, sei man bestrebt, den Grunderfordernissen der Berufung zu genügen und baldmöglichst für diesen Zweck geeignete Bedingungen zu schaffen.
  105. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Frankreich.
  106. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Argentinien, Australien, Vereinigte Staaten von Amerika.
  107. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Brasilien; vgl. Bericht der höheren Obernkonferenzen von Italien.
  108. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Deutschland, Philippinen.
  109. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Ägypten, Ghana.
  110. Vgl . JOHANNES PAUL II., Botschaft zum XVI. Weltgebetstag für geistliche Berufe, 6.1.1979.
  111. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Kanada, Österreich.
  112. DC, 41; vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Jugoslawien.
  113. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Costa Rica, Jugoslawien, Polen.
  114. DC, 40.
  115. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Bolivien.
  116. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Kanada; vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Ägypten.
  117. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Costa Rica, Jugoslawien, Kuba, Spanien.
  118. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Australien; vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Ägypten, Kenia.
  119. Zahlreiche Diözesen und Ordensfamilien, besonders in Lateinamerika, konnten so die Beharrlichkeit der Kandidaten erhöhen.
  120. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Argentinien.
  121. DC, 52.
  122. DC, 10.
  123. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Japan.
  124. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Kanada.
  125. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Australien.
  126. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Ecuador.
  127. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Kanada.
  128. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Kanada.
  129. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Kolumbien.
  130. Optatam totius, Nr. 2.
  131. DC, 57.
  132. DC, 59.
  133. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Australien, Costa Rica, Kanada.
  134. Vgl. Berichte der Bischofskonferenzen von: Australien, Brasilien.
  135. Ansprache an die Teilnehmer des Kongresses für die kirchlichen Berufe, 11.2.1970, Insegnamenti di Paolo VI; Poliglotta Vaticana, VIII (1970), pp. 130-131.
  136. Botschaft zum XVI. Weltgebetstag für geistliche Berufe, 6.1.1979.
  137. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Costa Rica, Malta, Spanien.
  138. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Italien.
  139. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Argentinien; vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Costa Rica, Kuba, Schweiz, Senegal, Spanien.
  140. MR, 39.
  141. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Argentinien.
  142. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Costa Rica.
  143. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Äthiopien.
  144. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Haiti.
  145. Vgl. Bericht der Bischofskonferenz von Brasilien.
  146. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Bangladesch, Burundi, Kuba.
  147. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Elfenbeinküste, Jugoslawien.
  148. Vgl. Berichte der höheren Obernkonferenzen von: Ecuador, Irland, Österreich, Polen.
  149. Vgl. Bericht der höheren Obernkonferenz von Portugal.
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