Skapulier

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Ein Skapulier (von lat. scapulae, Schultern) ist ein Teil einer Ordenstracht oder ein Sakramentale für Laien.

Inhaltsverzeichnis

Skapuliere als Teil des Ordensgewands (Grosse Skapuliere)

Ein grosses Skapulier ist ein Überwurf über die Tunika einer Ordenstracht. Es besteht aus zwei bis fast zum Boden reichenden Tüchern auf Rücken und Brust und hat anstelle von Ärmeln mehrere Armschlitze, welche durch die Verknüpfung der Tücher entstehen.

Diese Skapuliere gehören zur vollständigen Ordenstracht der meisten Ordensgemeinschaften, insbesondere der Benediktiner, Karmeliten, Franziskaner, Serviten und Dominikaner. Seit dem Spätmittelalter gehört das Skapulier auch zu der Ordenstracht der weiblichen Zweige.

Skapuliere für Drittorden und Laien (Kleine Skapuliere)

Ein kleines Skapulier besteht aus zwei Stückchen Wollstoff, die durch zwei Tragebändchen miteinander verbunden sind. Ein kleines Skapulier wird über beide Schultern hängend getragen. Es ist eine Art "Ordensgewand", für Drittorden oder auch für Laien.

Braunes Skapulier: ULF vom Berg Karmel

Das braune Skapulier ist wohl das bekannteste und am weitesten verbreitete der kleinen Skapuliere. Es deutet das braune Schulterkleid des Ordensgewandes der Karmeliten an. Eines der Wollstückchen trägt ein Bildnis der Muttergottes mit ihrem göttlichen Kinde auf dem Arm. Auf dem anderen Wollstückchen befindet sich das Bild des Gekreuzigten oder des Heiligsten Herzens Jesu.

Nach der Überlieferung des Skapulierfestes überreichte die Muttergottes, die von den Mönchen des auf dem Berge Karmel gegründeten Bettelordens besonders verehrt wurde, am 16. Juli 1251 in Cambridge (UK) dem englischen Ordensgeneral Simon Stock ein Skapulier mit den Worten: "Mein Sohn, empfange dieses Skapulier deines Ordens; es ist das Zeichen der besonderen Vergünstigungen, die ich für dich und die Kinder des Karmel erlangt habe. Wer in diesem Gnadenkleide sterben wird, wird vor dem ewigen Feuer bewahrt bleiben. Es ist ein Zeichen des Heiles, ein Schutzkleid in Gefahren, das Unterpfand eines besonderen Friedens und besonderen Schutzes." Sobald dieses Versprechen den Gläubigen bekannt wurde, wollten auch sie dieses kostbare Unterpfand für ein gutes Leben und einen guten Tod besitzen. Päpste und Kardinäle, Kaiser und Könige, Bischöfe und Priester und Abermillionen von Gläubigen haben sich in der Folge mit diesem Schutzkleid Mariens bekleiden lassen. Das "Skapulierfest" wird jedes Jahr am 16. Juli, dem Fest "Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel", gefeiert.

Samstagsprivileg

Papst Johannes XXII. verkündete am 3. März 1322 durch die "Bulle Sabbatina", die Gottesmutter habe ihm versprochen, wer

  • das Skapulier trage
  • die standesgemäße Keuschheit beobachte
  • jeden Tag die kleinen marianischen Tageszeiten bete
  • und am Mittwoch, Freitag und Samstag faste (kein Fleisch esse)

den werde sie am Samstag nach seinem Tode aus dem Fegefeuer befreien.

Papst Pius X. hat am 16. Dezember 1910 das Samstagsprivileg anerkannt und durch ein neues Dekret bekräftigt, dass alle Ablässe und ausdrücklich das Samstagsprivileg auch jener gewinne, der an Stelle des Stoffskapuliers eine geweihte Medaille trage.

Für die Verpflichtungen der Tagzeiten und der drei Fasttage pro Woche, welche für Leute ausserhalb von Klöstern schwer einzuhalten sind, hat der Papst erlaubt, dass der einkleidende Priester an deren Stelle eine leichtere, täglich mögliche Frömmigkeitsübung auferlege (z.B. täglicher Rosenkranz oder Engel des Herrn oder Glaubensbekenntnis ...). Das Fasten sollte nicht vergessen und nach Möglichkeit geübt werden.

Auflegung des braunen Skapuliers

Das Skapulier wird nur einmal von einem Priester oder einer beauftragten Person überreicht. Das Skapulier ermutigt uns und erinnert uns daran, den Anforderungen des Evangeliums gerecht zu werden, die Sakramente zu empfangen und eine besondere Verehrung der Jungfrau Maria zu pflegen, welche sich durch das tägliche Rosenkranzgebet, die tägliche Andacht der drei "Ave Maria" oder aber auch durch das Gebet des "Angelus" ausdrückt.

Kurzformel zur Überreichung des Skapuliers

"Empfange dieses Skapulier als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit Maria, der Mutter Jesu, der Du versprichst, sie nachzuahmen. Dieses Skapulier soll Dich an Deine Würde als Christ, Deine Hingabe im Dienst am Nächsten und die Nachahmung Mariens erinnern. Trage es als Zeichen ihres Schutzes und als Zeichen der Zugehörigkeit zur Familie des Karmels in der Bereitschaft, Gottes Willen zu befolgen und im Einsatz im Dienst am Aufbau einer Welt, die seinem Plan der Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und des Friedens entspricht."

Weblink

Weisses Skapulier der Trinitarier

seit 1200

Rotes Skapulier der Passion Jesu

der Lazaristen seit 1847

Schwarzes Skapulier von den Sieben Schmerzen Mariä

der Serviten seit 1255

Blaues Skapulier von der Unbefleckten Empfängnis Mariä

der Theatiner seit 1691

Fünffaches Skapulier

Das fünffache Skapulier enthält fünf verschiedene Skapuliere:

  • das braune Skapulier ULF vom Berg Karmel
  • das weisse Skapulier der Trinitarier
  • das rote Skapulier der Passion Jesu
  • das schware Skapulier von den sieben Schmerzen Mariä
  • das blaue Skapulier der Unbefleckten Empfängnis Mariä

Grünes Skapulier vom Unbefleckten Herzen Mariä

Das grüne Skapulier besteht aus einem Bild der Muttergottes und einem Bild ihres Unbefleckten Herzens. Das Stoffstückchen, welche die beiden Bilder verbindet, versinnbildlicht den Schutzmantel Marias, als Schutz und Hilfe in jeglicher Not, im Leben und im Tod. Die grüne Farbe ist das Symbol für das hoffnungsvolle Vertrauen auf die fürbittende Allmacht der Jungfrau und Gottesmutter Maria vor Gottes Thron.

Ab 1840 erschien die Jungfrau Maria insgesamt sechsmal der Vinzentinerin Justine Bisqueyburu. Sie trug in den Händen ihr flammendes Herz und forderte die Schwester auf, das grüne Skapulier zu Ehren des Unbefleckten Herzens Mariä einzuführen. Am 8. September 1846 sagte Maria zu Schwester Justine in Versailles: "Wenn das Skapulier mit Vertrauen getragen wird, wird es eine grosse Anzahl von Bekehrungen erwirken."

Papst Pius IX. approbierte das Skapulier im Jahr 1870. Das Tragen des grünen Skapuliers setzt keine Zugehörigkeit zu einem Orden oder einer Bruderschaft voraus, nicht einmal die Zugehörigkeit zum Christentum.

Jeder Träger dieses Skapuliers soll täglich das folgende Gebet verrichten: "Unbeflecktes Herz Mariä, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen." Dazu: drei Ave Maria und drei Ehre sei dem Vater.

Skapulier vom brennenden hl. Herzen

Im Jahre 1876 erschien Maria im Dorf Pellevoisin einer armen, unheilbaren, sterbenskranken Magd, der 31 jährigen Estelle Faguette. Es gab insgesamt 15 Erscheinungen. Bei der fünften wurde Estelle Faguette geheilt. Im Rahmen dieser Erscheinungen offenbarte Maria das Skapulier vom brennenden Heiligen Herzen.

Das Skapulier wurde schon im darauf folgenden Jahr kirchlich gut geheissen. Am 30. Januar 1900 überbrachte Estelle Papst Leo XIII. ein Skapulier und berichtete ihm die Geheimnisse, welche Maria ihr anvertraut hatte. Daraufhin wurde das Skapulier am 4. April 1900 durch ein päpstliches Dekret anerkannt.

Weisses Skapulier ULF von der Barmherzigkeit

der Mercedarier

Weisses Skapulier des Heiligsten Herzens Jesu

seit 1900

Weisses Skapulier der Mutter des guten Rates

der Augustiner seit 1893

Violett-gelbes Skapulier des hl. Josef

der Kapuziner seit 1893, der Dominikaner, des Camillo von Lellis und der Passionisten

Skapuliermedaillen

Literatur

Weblinks