Fritz Gerlich

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''' Fritz Michael Gerlich '''  (Dr.; *[[15. Februar]] [[1883]] [[1. Juli]] [[1934]] ) war katholischer Publizist und Widerstandskämpfer gegen den [[Nationalsozialismus]]. Dr. Gerlich wurde im Konzentrationslager Dachau ermordet, die genaueren Umstände des Geschehens sind bis heute nicht aufgeklärt. Er ist einer der ersten Personen, die im Dritten Reich wegen ihres Eintretens für Wahrheit und Recht sterben mussten.
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''' Fritz Michael Gerlich '''  (Dr.; * [[15. Februar]] [[1883]] in Stettin/Vorpommern; † [[1. Juli]] [[1934]] im Konzentrationslager Dachau) war katholischer Journalist, Publizist und Widerstandskämpfer gegen den [[Nationalsozialismus]]. Dr. Gerlich wurde im Konzentrationslager Dachau ermordet, die genaueren Umstände des Geschehens sind bis heute nicht aufgeklärt. Er ist einer der ersten Personen, die im Dritten Reich wegen ihres Eintretens für Wahrheit und Recht sterben mussten.
  
 
==Biografie==
 
==Biografie==
[[Fritz]] [[Michael]] Gerlich ist in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie in Stettin  hineingeboren. Nach dem frühen Tod des Vaters verarmte die Familie. Im Jahre 1901 legte Fritz Gerlich das Abitur ab und ging gegen den Willen seiner Mutter zum Studium der Naturwissenschaften in das damals katholische München. Der streng calvinischen Mutter erschien das [[ultramontan]]e München verdächtig, sie konnte sich jedoch gegen ihren Sohn nicht durchsetzen. In der Tat ist dem jungen Studenten die Lebensart in München und die südliche Atmosphäre der Stadt rasch ans Herz gewachsen. Nach dem Studium der Geschichte und der geschichtlichen Hilfswissenschaften trat er in den bayerischen Staatsdienst ein und wurde Archivrat. 1920 wurde er Chefredakteur der "Münchner Neuesten Nachrichten". In der Zeit der Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen vertrat er die nationalen Interessen Deutschlands.  
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[[Fritz]] [[Michael]] Gerlich ist in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie in Stettin  hineingeboren. Nach dem frühen Tod des Vaters verarmte die Familie. Im Jahre [[1901]] legte Fritz Gerlich das Abitur ab und ging gegen den Willen seiner Mutter zum Studium der Naturwissenschaften in das damals katholische München. Der streng calvinischen Mutter erschien das [[ultramontan]]e München verdächtig, sie konnte sich jedoch gegen ihren Sohn nicht durchsetzen. In der Tat ist dem jungen Studenten die Lebensart in München und die südliche Atmosphäre der Stadt rasch ans Herz gewachsen. Nach dem Studium der Naturwissenschaften, Mathematik, Geschichte, der geschichtlichen Hilfswissenschaften wurde er [[1907]] in München zum Dr. phil. promoviert, trat er in den bayerischen Staatsdienst ein und wurde Archivrat. [[1920]] wurde er Chefredakteur der "Münchner Neuesten Nachrichten", des Vorgängers der heutigen Süddeutschen Zeitung.
  
Als der Einfluss des nationalistisch eingestellten Hugenberg –Konzerns im Verlag der "Münchner Neuesten Nachrichten" immer stärker wurde, bekam Gerlich mit seiner Stresemannschen Verständigungspolitik ernste Schwierigkeiten. Eine zusätzliche Herausforderung für Gerlich wurde bald der berühmte Fall der [[Therese Neumann]]. Er fuhr im September 1927 nach Konnersreuth, um den "Schwindel um die unerklärliche Heilung und Stigmatisierung der Neumann Resl aufzudecken." Doch das Ergebnis war anders. Gerlich kehrte nach München zurück und war von der Echtheit der Wundmale Christi am Leib der Neumann Resl überzeugt. Seine Beobachtungen und Erkenntnisse publizierte er in zahlreichen Zeitungsbeiträgen und in zwei Büchern. So sehr er die Neumann Resl darin verteidigte, brauchte er noch Jahre bis zur Konversion in die katholische Kirche. 1928 musste er aus politischen Gründen seinen Posten als Chefredakteur niederlegen.  
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Im Sommer 1927 geschieht etwas, das Gerlichs Leben gravierend verändert. Er fuhr im September [[1927]] nach Konnersreuth, um den "Schwindel um die unerklärliche Heilung und Stigmatisierung der [[Therese Neumann|Resl]] aufzudecken." Doch das Ergebnis war anders. Gerlich kehrte nach München zurück und war von der Echtheit der Wundmale Christi am Leib der Neumann Resl überzeugt. Seine Beobachtungen und Erkenntnisse publizierte er in zahlreichen Zeitungsbeiträgen und in zwei Büchern. So sehr er die Neumann Resl darin verteidigte, brauchte er noch Jahre bis zur Konversion in die katholische Kirche. [[1928]] musste er aus politischen Gründen seinen Posten als Chefredakteur niederlegen. Am [[29. September]] [[1931]] lässt er sich auf den Zusatznamen ''Michael'' katholisch taufen.
  
 
Inzwischen haben ihn Pater [[Ingbert Naab]] und Fürst zu Waldburg Zeil dazu gebracht, eine katholische Zeitung zu gründen, um Deutschland und vor allem die Katholische Kirche vor dem [[Nationalsozialismus]] zu bewahren.
 
Inzwischen haben ihn Pater [[Ingbert Naab]] und Fürst zu Waldburg Zeil dazu gebracht, eine katholische Zeitung zu gründen, um Deutschland und vor allem die Katholische Kirche vor dem [[Nationalsozialismus]] zu bewahren.
  
Diese Zeitung nannte sich ''Der gerade Weg. Deutsche Zeitung für Wahrheit und Recht.'' Gerlich konnte zwar die Machtübernahme Hitlers nicht verhindern. Aber in München und Bayern bekam Hitler nie eine Mehrheit. Gerlichs Wortwahl im Kampf gegen Hitler war überaus scharf, so dass sich [[Bischof]] [[Johannes Baptista Sproll]] darüber beklagte. Doch [[Kardinal]] [[Michael von Faulhaber]] verteidigte die harte Form des publizistischen Kampfes und unterstützte Gerlich. Dieser war in den Konnersreuther - Eichstätter Widerstandskreis inzwischen so verankert, dass er zum wichtigsten Gegenspieler Hitlers wurde. Gut gemeinte Warnungen, Gerlich solle ins Ausland fliehen, lehnte dieser ab. Er sagte: "Für die Werte, für die ich kämpfe, muss ich notfalls auch mit dem Leben einstehen. Ich will meine Mitarbeiter nicht als Geiseln im Stich lassen." Sechs Wochen nach der Machtübernahme Hitlers in Berlin haben die Nazis auch in München ihre Diktatur durchgesetzt. Am nächsten Tag wurde Gerlich in seiner Redaktion überfallen, blutig geschlagen und verhaftet. In der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1934 wurde er im KZ Dachau ermordet.
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Diese Zeitung nannte sich ''Der gerade Weg. Deutsche Zeitung für Wahrheit und Recht.'' Gerlich konnte zwar die Machtübernahme Hitlers nicht verhindern. Aber in München und Bayern bekam Hitler nie eine Mehrheit. Gerlichs Wortwahl im Kampf gegen Hitler war überaus scharf, so dass sich [[Bischof]] [[Johannes Baptista Sproll]] darüber beklagte. Doch [[Kardinal]] [[Michael von Faulhaber]] verteidigte die harte Form des publizistischen Kampfes und unterstützte Gerlich. Dieser war in den Konnersreuther - Eichstätter Widerstandskreis inzwischen so verankert, dass er zum wichtigsten Gegenspieler Hitlers wurde. Gut gemeinte Warnungen, Gerlich solle ins Ausland fliehen, lehnte dieser ab. Er sagte: "Für die Werte, für die ich kämpfe, muss ich notfalls auch mit dem Leben einstehen. Ich will meine Mitarbeiter nicht als Geiseln im Stich lassen." Sechs Wochen nach der Machtübernahme Hitlers in Berlin haben die Nazis auch in München ihre Diktatur durchgesetzt. Am nächsten Tag wurde Gerlich in seiner Redaktion überfallen, blutig geschlagen und verhaftet. In der Nacht vom [[30. Juni]] zum 1. Juli 1934 wurde er im KZ Dachau ermordet.
  
 
==Literatur==
 
==Literatur==

Version vom 20. Juni 2013, 19:56 Uhr

Dr. Fritz Michael Gerlich

Fritz Michael Gerlich (Dr.; * 15. Februar 1883 in Stettin/Vorpommern; † 1. Juli 1934 im Konzentrationslager Dachau) war katholischer Journalist, Publizist und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Dr. Gerlich wurde im Konzentrationslager Dachau ermordet, die genaueren Umstände des Geschehens sind bis heute nicht aufgeklärt. Er ist einer der ersten Personen, die im Dritten Reich wegen ihres Eintretens für Wahrheit und Recht sterben mussten.

Biografie

Fritz Michael Gerlich ist in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie in Stettin hineingeboren. Nach dem frühen Tod des Vaters verarmte die Familie. Im Jahre 1901 legte Fritz Gerlich das Abitur ab und ging gegen den Willen seiner Mutter zum Studium der Naturwissenschaften in das damals katholische München. Der streng calvinischen Mutter erschien das ultramontane München verdächtig, sie konnte sich jedoch gegen ihren Sohn nicht durchsetzen. In der Tat ist dem jungen Studenten die Lebensart in München und die südliche Atmosphäre der Stadt rasch ans Herz gewachsen. Nach dem Studium der Naturwissenschaften, Mathematik, Geschichte, der geschichtlichen Hilfswissenschaften wurde er 1907 in München zum Dr. phil. promoviert, trat er in den bayerischen Staatsdienst ein und wurde Archivrat. 1920 wurde er Chefredakteur der "Münchner Neuesten Nachrichten", des Vorgängers der heutigen Süddeutschen Zeitung.

Im Sommer 1927 geschieht etwas, das Gerlichs Leben gravierend verändert. Er fuhr im September 1927 nach Konnersreuth, um den "Schwindel um die unerklärliche Heilung und Stigmatisierung der Resl aufzudecken." Doch das Ergebnis war anders. Gerlich kehrte nach München zurück und war von der Echtheit der Wundmale Christi am Leib der Neumann Resl überzeugt. Seine Beobachtungen und Erkenntnisse publizierte er in zahlreichen Zeitungsbeiträgen und in zwei Büchern. So sehr er die Neumann Resl darin verteidigte, brauchte er noch Jahre bis zur Konversion in die katholische Kirche. 1928 musste er aus politischen Gründen seinen Posten als Chefredakteur niederlegen. Am 29. September 1931 lässt er sich auf den Zusatznamen Michael katholisch taufen.

Inzwischen haben ihn Pater Ingbert Naab und Fürst zu Waldburg Zeil dazu gebracht, eine katholische Zeitung zu gründen, um Deutschland und vor allem die Katholische Kirche vor dem Nationalsozialismus zu bewahren.

Diese Zeitung nannte sich Der gerade Weg. Deutsche Zeitung für Wahrheit und Recht. Gerlich konnte zwar die Machtübernahme Hitlers nicht verhindern. Aber in München und Bayern bekam Hitler nie eine Mehrheit. Gerlichs Wortwahl im Kampf gegen Hitler war überaus scharf, so dass sich Bischof Johannes Baptista Sproll darüber beklagte. Doch Kardinal Michael von Faulhaber verteidigte die harte Form des publizistischen Kampfes und unterstützte Gerlich. Dieser war in den Konnersreuther - Eichstätter Widerstandskreis inzwischen so verankert, dass er zum wichtigsten Gegenspieler Hitlers wurde. Gut gemeinte Warnungen, Gerlich solle ins Ausland fliehen, lehnte dieser ab. Er sagte: "Für die Werte, für die ich kämpfe, muss ich notfalls auch mit dem Leben einstehen. Ich will meine Mitarbeiter nicht als Geiseln im Stich lassen." Sechs Wochen nach der Machtübernahme Hitlers in Berlin haben die Nazis auch in München ihre Diktatur durchgesetzt. Am nächsten Tag wurde Gerlich in seiner Redaktion überfallen, blutig geschlagen und verhaftet. In der Nacht vom 30. Juni zum 1. Juli 1934 wurde er im KZ Dachau ermordet.

Literatur

  • Aretin Erwein Frhr. von, Fritz Michael Gerlich, Ein Märtyrer unserer Zeit München 1949 (1. Auflage)
  • Aretin Erwein Frhr. von, Fritz Michael Gerlich, Prophet und Märtyrer, Sein Kraftquell, München-Zürich (2. Auflage)

Weblinks

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