Arme Seelen

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Die Verstorbenen im Angesicht Christi
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Arme Seelen nennt man Menschen im Fegfeuer. Sie können sich selbst nicht mehr helfen und nichts zur Linderung ihrer Pein tun und sind deshalb "arm". Auch wenn sie in der Heiligmachenden Gnade gestorben sind, haben sie für ihre Sünden oft zeitliche Strafen abzubüßen. Solche Seelen weist Gott in das Fegefeuer. Dort werden sie gereinigt, denn ins Ewige Leben können nur reine Seelen eingehen.<ref>Katechismus der katholischen Religion#36. LEHRSTÜCK: IN DIE HERRLICHKEIT GOTTES KÖNNEN NUR REINE SEELEN EINGEHEN.</ref> In diesem Zustand wird der Verstorbene geheilt, bis die Seele für die Gemeinschaft mit Gott reif macht.<ref> Papst Benedikt XVI. Enzyklika Spe salvi, 2007, Nr. 45.</ref> Der liturgische Gedächtnistag aller Armen Seelen im Fegefeuer ist Allerseelen am 2. November.<ref>Katechismus der katholischen Religion#36. LEHRSTÜCK: IN DIE HERRLICHKEIT GOTTES KÖNNEN NUR REINE SEELEN EINGEHEN.</ref>

Erklärend

Die Armen Seelen haben große Sehnsucht nach Gott, sind aber noch von ihm getrennt. Sie erkennen, dass sie erst dann zur Anschauung Gottes gelangen können, wenn ihre Sündenstrafen getilgt sind. Je weniger sie auf Erden von ihren Sündenstrafen abgebüßt haben, desto mehr leiden sie im Fegefeuer. Die Armen Seelen müssen im Fegefeuer leiden, bis sie die Sündenstrafen abgebüßt haben oder bis unsere Gebete, Fürbitten, Ablässe, Almosen und guten Werke für sie Genugtuung geleistet haben. Durch unsere solidarischen Werke erhalten "Erholung und Erfrischung" geschenkt, denn die Liebe reicht bis ins Jenseits. Der größte Trost der Armen Seelen ist die Gewissheit oder sichere Hoffnung, dass sie nicht für immer von Gott getrennt sein werden, sondern nach der Tilgung ihrer Strafen in den Himmel kommen.<ref>Katechismus der katholischen Religion#36. LEHRSTÜCK: IN DIE HERRLICHKEIT GOTTES KöNNEN NUR REINE SEELEN EINGEHEN; Papst Benedikt XVI. Enzyklika Spe salvi, 2007, Nr. 48.</ref>

Einige neuere Theologen, sagt Papst Benedikt XVI. sind der Meinung, dass das verbrennende und zugleich rettende Feuer Christus ist, der Richter und Retter. Das Begegnen mit ihm ist der entscheidende Akt des Gerichts. Vor seinem Anblick schmilzt alle Unwahrheit. Die Begegnung mit ihm ist es, die uns umbrennt und freibrennt zum Eigentlichen unserer selbst. in dem Schmerz dieser Begegnung, in der uns das Unreine und Kranke unseres Daseins offenbar wird, ist Rettung. Sein Blick, die Berührung seines Herzens heilt uns in einer gewiß schmerzlichen Verwandlung "wie durch Feuer hindurch". Aber es ist ein seliger Schmerz, in dem die heilige Macht seiner Liebe uns brennend durchdringt, so dass wir endlich ganz wir selber und dadurch ganz Gottes werden. So wird auch das Ineinander von Gerechtigkeit und Gnade sichtbar: Unser Leben ist nicht gleichgültig, aber unser Schmutz befleckt uns nicht auf ewig, wenn wir wenigstens auf Christus, auf die Wahrheit und auf die Liebe hin ausgestreckt geblieben sind. Er ist im Leiden Christi letztlich schon verbrannt. Im Augenblick des Gerichts erfahren und empfangen wir dieses Übergewicht seiner Liebe über alles Böse in der Welt und in uns. Der Schmerz der Liebe wird unsere Rettung und unsere Freude. Es ist klar, dass wir die "Dauer" dieses Umbrennens nicht mit Zeitmaßen unserer Weltzeit messen können. Der verwandelnde "Augenblick" dieser Begegnung entzieht sich irdischen Zeitmaßen – ist Zeit des Herzens, Zeit des "Übergangs" in die Gemeinschaft mit Gott im Leibe Christi.[39] Das Gericht Gottes ist Hoffnung, sowohl weil es Gerechtigkeit wiewohl weil es Gnade ist. Wäre es bloß Gnade, die alles Irdische vergleichgültigt, würde uns Gott die Frage nach der Gerechtigkeit schuldig bleiben – die für uns entscheidende Frage an die Geschichte und an Gott selbst. Wäre es bloße Gerechtigkeit, würde es für uns alle am Ende nur Furcht sein können. Die Menschwerdung Gottes in Christus hat beides – Gericht und Gnade – so ineinandergefügt, dass Gerechtigkeit hergestellt wird: Wir alle wirken unser Heil "mit Furcht und Zittern" (Phil 2, 12). Dennoch läßt die Gnade uns alle hoffen und zuversichtlich auf den Richter zugehen, den wir als unseren "Advokaten", parakletos, kennen (vgl. 1 Joh 2, 1).<ref>Papst Benedikt XVI. Enzyklika Spe salvi, 2007, Nr. 47.</ref>

Biblisches Zitat

Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden (2 Makk 12, 46).

Päpstliche Schreiben

Sixtus IV.

  • 3. August 1746: Bulle "Salvator noster". Erstmaliger vollkommener Ablass, den "Armen Seelen" im Fegfeuer zuwendbar (DS 1398).

Pius X.

Pius XI.

  • 21. Oktober 1923: Schreiben Prope adsunt dies an Kardinal Pompilj. Anordnung von besonderen Gebeten für die Armen Seelen im Fegfeuer. (AAS 1923, p. 541-542).

Benedikt XVI.

Literatur

Siehe auch: Litanei für die Verstorbenen

Weblinks

Anmerkungen

<references />