New Age

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New Age bezeichnet ein neues Zeitalter der Menschheit, ein Zeitalter des Weltfriedens und der Welteinheit, wo das Christentum überwunden sein wird. Das Zeitalter des Wassermanns soll das Zeitalter der Fische (das christliche Zeitalter!) überwinden. Der Übergang soll in den 70-er bzw. 80-Jahren des vergangenen Jahrhunderts stattgefunden haben. Es sollen die Lehren der Esoterik, die über Jahrhunderte schon im Geheimen da waren, nun in aller Öffentlichkeit verbreitet werden und sollen das Denken und Tun der Gesellschaft prägen und damit die ehemals christliche Prägung im Abendland überwinden, transformieren (= Paradigmenwechsel ). Aus dem unfreien Zeitalter des Christentums werden wir in ein Zeitalter der "Mündigkeit und Freiheit" geführt.

Die Bezeichnung Wassermann-Zeitalter bezieht sich auf die astronomische Tatsache des „Weltenjahrs“, das durch die Torkelbewegung der Erdachse zustande kommt (Präzessionszyklus der Erdachase). Dadurch steht die Sonne nach jeweils ca.2100 Jahren in einem anderen Sternbild – nun eben trete sie aus dem Zeitalter der Fische in das des Wassermanns.

Dass die Gestirne bzw. Sternzeichen das Geschick des einzelnen Menschen und der Menschheit bestimmen, ist Gedankengut aus der altorientalischen Astrologie. Als Christen wissen wir, dass Astrologie niemals in die Freiheit führt… Die Freiheit des Christen ist ein von Gott geschenktes Freisein für Gott und für den Nächsten. Der Mensch ist auf Gott hin geschaffen, und nicht auf die Gestirne.

Das Erkennungszeichen des New Age ist der Regenbogen.

Inhaltsverzeichnis

New Age und Naturwissenschaft

Führende Vertreter des New Age sind Naturwissenschafter – und wenn sie sich vom rein materialistischen Denken hin zur Esoterik bzw. einem Materio-Spiritismus wenden, wird ihnen uneingeschränkt Glauben geschenkt. Da sie ja auf ihrem Gebiet wahre Autoritäten sind, wird angenommen, dass sie auch auf dem geistlichen Gebiet richtungsweisend sind.

Eine wertfreie Forschung, die Gott ausklammert, trennt zwischen Glaube und Wissenschaft, und ist daher ein Weg in die Sackgasse. Leben ist aber weder mess- noch machbar. Von daher ist es an sich eine Rückbesinnung auf die Werte des Glaubens wünschenswert - spätestens seit der Atombombe und der Gentechnik. Es gibt Dimensionen, die der rationalen Vernunft einfach nicht erfassbar sind. Leider aber geht die erforderliche Umkehr oft nicht in Richtung auf Jesus Christus zu, sondern zu Gnosis, Okkultismus und Esoterik.

Die Naturwissenschaftler des New Age lehnen Gott als Person ab: Der mündige Mensch habe ihn nicht mehr nötig, weil der Mensch selbst Anteil habe an der göttlichen Kraft, ja sogar selbst Gott SEI. Alles ist Gott, alles enthält und ist Geist. Hier ist die Vergöttlichung des Menschen nicht Geschenk Gottes durch Jesus Christus, sondern sie liegt im Menschen selbst begründet. Jeder kann von sich selbst sagen er sei der „Ich bin der ich bin“.

Teilhard de Chardin als Ideologe des New Age

Teilhard de Chardin ist einer der führenden Ideologen des New Age. Durch seinen Anspruch auf Naturwissenschaftlichkeit führte er diverse Zirkelschlüsse in die Philosophie des New Age ein. Dietrich von Hildebrand hat sich mit diesen Werken kritisch auseinandergesetzt. Trotz biblisch-christlicher Ansätze hat sich Teilhard, selbst Jesuit und Priester, immer mehr der Ideologie des New Age und einer neuen Weltreligion zugewandt. Er klammert Gott zwar nicht von vornherein aus, aber er sympathisiert mit einem neuen Gottesbegriff, dem „kosmischen Christus“, den er zum Alpha und Omega eines Natur- und Entwicklungsprozesses macht – beginnend bei dem Punkt Alpha, der in der Natur schlummernden Urenergie, und endend beim vollendeten Menschen und der neuen Erde. Der persönliche Gott wird abgelöst von der Weltseele. Evolution tritt an die Stelle des Gottesbegriffes – ist also für Teilhard eine Glaubens- und keine Wissenschaftsfrage. Der Evolutionsbegriff wird sogar auf Christus angewendet. Er ist nicht mehr der durch einen freien Entscheid Gottes in der Zeit menschgewordene Erlöser, sondern der Anfang und das Ende eines kosmischen Entwicklungsprozesses. Das Person-Sein Jesu Christi wird denkerisch bei Teihard komplett zerstört bzw. aufgelöst. Mit dem Abschied von Jesus Christus als Person wird aber auch der persönliche Widersacher, Satan, hinfällig – eine auffällige Tendenz der letzten Jahrzehnte in Welt und Kirche.

Laut Teilhard gibt es auch keine Sünde, vor allem keine Erbsünde mehr. Daher ist Erlösung nicht mehr nötig. Für das Kreuz ist kein Platz mehr. Anstelle der Auferstehung Jesu tritt die Evolution. Anstelle des christlichen Glaubens treten bei Teilhards Nachfolgern nach und nach fernöstliche Religionen, die keinen persönlichen Gott kennen. Ohne persönlichen Gott gibt es auch keine Rechenschaft mehr für das eigene Leben, und der Primat des Gewissens als letzte Entscheidungsinstanz ist frei von Bindung an Gott und von Bindung an den Nächsten (daher keine Ehe, keine Familie mehr, stattdessen Rassenzüchtung und freie Liebe).

Anstatt der visio beatifica, der beseligenden Gottesschau, wird das Eintauchen des individuellen Bewusstseins in ein Allbewusstsein erwartet.

Haltung zu Leiden und Tod im New Age

Stark betont werden Nahtod-Erlebnisse, bei denen die Menschen dann von überwältigenden Gefühlen, von Liebe und Verständnis, Wärme, Licht berichten. Erlebnisse, die anderes aussagen, werden verschwiegen. Die Haltung ist hier sehr einseitig. Weiters wird der Mensch als Herr über Leben und Tod gesehen, dessen Freiheit bis zum Freitod gehen kann.

Die Bewegung spricht viel von Liebe, aber sie will eine Liebe ohne Leiden. Es soll Leiden um jeden Preis umgangen werden. Leid ist auf alle Fälle abzuschaffen - schlimmstenfalls durch Abschaffung des Leidenden (Euthanasie, „humanes Sterben“)

New Age und Nationalsozialismus

Die New Age-Bewegung hat auch starke Parallelen zum Nationalsozialismus unter Hitler. Beide haben ihre Wurzeln in okkulten Praktiken ( damit verbunden der Hass auf die Juden!) Beide glauben an das Gesetz von Karma und Reinkarnation – das Schicksal der Juden sei Ergebnis ihres schlechten Karmas. Antisemitismus ist bis heute eine starke Linie in etlichen Zweigen des New Age.

Beide Bewegungen sind dem Christentum und dem Kreuz feindlich gesinnt. Der Nationalsozialismus wollte das Kreuz durch das Hakenkreuz, New Age durch den Regenbogen ersetzen. Liebe, die sich im Leiden äußert, ist ein inakzeptables Ärgernis. Beide Bewegungen unterscheiden auch qualitativ zwischen lebenswertem und lebensunwertem Leben (Behinderte, Kranke, ungeborenes Leben) – als Konsequenz: Eugenik, Euthanasie, Abtreibung.

Gebet im New Age

Man nennt im New Age das Gebet „Meditation“, die Gebete „Sprüche“ oder „Mantren“.

Das Gebet der Gebete, ein Weltgebet, ist die „Große Invokation“, die große Anrufung – ein Gebet zur Göttlichkeit unseres Inneren Selbst. 1945 soll A. Bailey diese von einer „hohen spirituellen Autorität“ empfangen haben. Es ist eine Bitte, ein Appell an höhere Energien und Intelligenzen. Die Organisation „Weltweiter guter Wille“ fördert besonders die Verbreitung der „Großen Invokation“ unter Christen und in Kirche und Klerus.

David Spencel der 2.Direktor des New Agen Zentrums der Findhorn Foundation in Schottland, schrieb 1978 in einem seiner Bücher ganz unumwunden von einer „luziferischen Initiation“ – für die Ideologen des New Age ist Luzifer nicht der Böse, sondern der Engel des Lichts, der die Erleuchtung bringt….

Position der New-Age-Ideologie zur Kirche

Die Lehre des New Age ist geeignet, jegliche Autorität zu untergraben – auch die Autorität der Kirche. Persönliche Erfahrung tritt an die Stelle des kirchlichen Lehramtes und der Wahrheit der Bibel. Der Mensch wird zum Ungehorsam ermutigt (wir denken an „non serviam“) und aus allen Bindungen „befreit“, bis er alleine dasteht.

Dieser falsch verstandene Freiheitsbegriff, der selbst die Verantwortung ablehnt, führt dazu, dass der Mensch aufhört ein soziales Wesen zu sein; dies wirkt sich zerstörerisch auf den Einzelnen und auf die Gesellschaft aus.

Zitate

Max Thürkauf: Das Fischernetz Petri ist gerissen. Es hat erschreckend große Löcher erhalten. Und jene, die durch das Fischernetz Petri fallen, werden von den fein gesponnenen Maschen des Netzwerks des New Age aufgefangen, das für alles eine Masche hat – außer für das Kreuz Christi.

Was sagt die Kirche zu New Age

New Age stellt ein synkretistisches Gebilde dar, das viele verschiedene Elemente umfasst und Menschen erlaubt, Interessen oder Verbindungen in sehr unterschiedlichen Graden und mit unterschiedlichem Engagement zu teilen. Viele haben organisierte Religion abgelehnt, weil diese ihrer Meinung nach nicht auf ihre persönlichen Bedürfnisse geantwortet hat und sie aus genau diesem Grund anderswo nach "Spiritualität" gesucht haben. Darüber hinaus gehört zum Kern des New Age die Überzeugung, dass die Zeit besonderer Religionen vorüber ist, so dass es dem Selbstverständnis des New Age widerspräche, würde man von ihm wie von einer Religion sprechen. Dennoch ist es völlig richtig, New Age im weiteren Kontext esoterischer Religiosität zu platzieren, deren Anziehungskraft wächst.

Untersucht man viele Traditionendes New Age, wird bald klar, dass sich darin wenig findet, was tatsächlich neu ist. Der Name scheint während der französischen und amerikanischen Revolutionen über das Rosenkreuzertum und die Freimaurerei Verbreitung gefunden zu haben, doch die damit bezeichnete Wirklichkeit ist eine zeitgenössische Variante der westlichen Esoterik. (vgl.: 3. Februar 2003 Päpstlicher Rat für die Kultur und Päpstlicher Rat für den interreligiösen Dialog: "Jesus Christus, der Spender lebendigen Wassers." Überlegungen zu New Age aus christlicher Sicht)

Literatur

  • New Age – die falschen Propheten Inge Thürkauf
  • Esoterik und Christlicher Glaube – Hilfen zur Unterscheidung P. Dr. Clemens Pilar COp
  • Herbert Felbermayr: Ein bisschen moderner, Herr Lehrer. Ein Lesebuch über Esoterik, New Age und christliches Gebet für Jugendliche, Jugendleiter, Eltern und Lehrer, Priester und Erwachsenenbildner 1. Aufl., Miriam Verlag 1989 (ISBN 9783874492010; 174 S.).
  • Basilea Schlink: New Age aus biblischer Sicht, Verlag Evangelische Marienschesternschaft, Darmstadt-Eberstadt 1992 (7. Auflage; 32 Seiten; ISBN 3-87209-441-6).

Siehe auch: Josef Stocker