Zeremoniale für die Bischöfe 1998

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ZEREMONIALE FÜR DIE BISCHÖFE
IN DEN KATHOLISCHEN BISTÜMERN DES DEUTSCHEN SPRACHGEBIETES

Herausgegeben im Auftrag der Bischofskonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie der (Erz-)Bischöfe von Bozen-Brixen, Lüttich, Luxemburg und Straßburg

Benziger Verlag Solothurn und Düsseldorf ISBN 3-545-50859-5
Herder Verlag Freiburg-Basel-Wien ISBN 3-451-26734-9
Friedrich Pustet Verlag Regensburg ISBN 3-7917-1607-7
Veritas Verlag Linz ISBN 3-7058-5387-2

Das Zeremoniale als Worddokument bei Kathtube.
Allgemeiner Hinweis: Die in der Kathpedia veröffentlichen Lehramtstexte dürfen nicht als offizielle Übersetzungen betrachtet werden, selbst wenn die Quellangaben dies vermuten ließen. Nur die Texte auf der Vatikanseite können als offiziell angesehen werden (Schreiben der Libreria Editrice Vaticana vom 21. Januar 2008).


Das Zeremoniale für die Bischöfe in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes wurde gemäß "Caeremoniale Episcoporum" vom 14. September 1984 (mit den Variationes) sowie den geltenden liturgischen Büchern in den katholischen Bistümern des deutschen Sprachgebietes von der “Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Liturgischen Kommissionen im deutschen Sprachgebiet" (lAG) erarbeitet und von den Bischofskonferenzen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie den (Erz-)Bischöfen von Bozen-Brixen, Lüttich, Luxemburg und Straßburg als Auctoritates territoriales approbiert.

Inhaltsverzeichnis

APPROBATUM IMPRIMATUR

Fulda, 26. September 1996 † KARL LEHMANN Bischof von Mainz
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
Vorau, 6. November 1996 † JOHANN WEBER Bischof von Graz-Seckau
Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz
Freiburg, 2. Dezember 1996 † HENRI SALINA Abt- Bischof von Saint- Maurice
Vorsitzender der Schweizerischen Bischofskonferenz
Bozen, 26. August 1996 † WILHELM EGGER Bischof von Bozen-Brixen
Lüttich. 6. September 1996 † ALBERT HOUSSIAU Bischof von Lüttich
Luxemburg, 30. August 1996 † FERNAND FRANCK Erzbischof von Luxemburg Straßburg, 30. August 1996 † CHARLES-AMARIN BRAND Erzbischof von Straßburg

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS FÜR DIE MUSIKALISCHEN QUELLENWERKE

AM Antiphonale monasticum, Solesmes 1934
AS Antiphonale zum Stundengebet, Freiburg 1979
BN De benedictionibus, Rom 1984
CI Ordo coronandi imaginem BMV, Rom 1981
CS Cantus selecti, Solesmes 1949
CV Ordo consecrationis virginum, Rom 1978
GL Gesang- und Gebetbuch "Gotteslob", 1975
GT Graduale Triplex, Solesmes 1979
LU Liber usualis, Solesmes (viele Auflagen)
ODE Ordo dedicationis ecclesiae et altaris, Rom 1977
PM Psalterium monasticum, Solesmes 1981
PO Pontifikale I-IV (deutsch), Trier 1994
POH Pontifikale I-IV. Handausgabe, Freiburg i. Br. u. a. 1994
PR Pontificale Romanum, Regensburg 1888
PR 1962 Pontificale Romanum. Pars tertia et Appendix, Editio typica, Typis Polyglottis Vaticanis 1962
RS Rituale Solesmense, Solesmes 1990

Dekret Recognitis ex decreto

Vorwort

I. Geschichte des Zeremoniale für die Bischöfe

II. Die Bedeutung des Zeremoniale für die (deutschsprachigen) Bischöfe

TEIL I: DIE BISCHÖFLICHE LITURGIE IM ALLGEMEINEN

1. Kapitel: EIGENART UND BEDEUTUNG DER BISCHÖFLICHEN LITURGIE

I. Die Würde der Ortskirche

1. "Die Diözese ist der Teil des Gottesvolkes, der dem Bischof in Zusammenarbeit mit dem Presbyterium zu weiden anvertraut wird. Indem sie ihrem Hirten anhängt und von ihm durch das Evangelium und die Eucharistie im Heiligen Geist zusammengeführt wird, bildet sie eine Teilkirche, in der die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche Christi wahrhaft wirkt und gegenwärtig ist."[1] Mehr noch, in ihr ist Christus gegenwärtig, durch dessen Kraft die Kirche geeint wird.[2] Mit Recht hat der heilige Ignatius gesagt: "Wo der Bischof erscheint, dort soll die Gemeinde sein, wie da, wo Christus Jesus ist, sich die katholische Kirche befindet."[3]

2. Der Ortskirche kommt folglich die Würde der Kirche Christi zu. Denn sie ist keine Ansammlung irgendwelcher Menschen, die von sich aus zu einem gemeinsamen Tun zusammenkommen, sondern ein Geschenk, das von oben kommt, vom Vater der Lichter. Sie darf auch nicht als eine rein verwaltungsmäfßige Einheit des Volkes Gottes betrachtet werden, weil sie ja auf ihre Weise das Wesen der Gesamtkirche umfafßt und darstellt, die aus der Seite des gekreuzigten Christus hervorgeht, durch die Eucharistie fortwährend lebt und wächst und Christus verbunden, die Mutter der Gläubigen ist; sie ist ,je an ihrem Ort, im Heiligen Geist und mit großer Zuversicht, das von Gott gerufene neue Volk".[4]

3. Es gibt aber keine rechtmäßige Versammlung von Gläubigen und keine Altargemeinschaft, außer unter dem heiligen Dienstamt des Bischofs.[5] Diese Gemeinschaft der Ortskirchen aber breitet sich aus und lebt in den einzelnen Versammlungen der Gläubigen, denen der Bischof seine Priester an die Spitze stellt, damit sie unter seiner Vollmacht den ihnen anvertrauten Teil der Herde des Herrn heiligen und leiten.[6]

4. Und wie die Gesamtkirche in der Ortskirche gegenwärtig ist und sich darstellt,[7] so fügen die Ortskirchen ihre eigenen Gaben den übrigen Teilen und der ganzen Kirche hinzu, "so dass das Ganze und die einzelnen Teile zunehmen aus allen, die Gemeinschaft miteinander halten und zur Fülle in Einheit zusammenwirken".[8]

II. Der Bischof als das Fundament und Zeichen der Gemeinschaft in der Ortskirche

5. Der Bischof leitet die Ortskirche als Stellvertreter und Gesandter Christi, ausgezeichnet mit der Fülle des Weihesakramentes, in Gemeinschaft und unter der Autorität des Papstes.[9]

Denn die Bischöfe "sind vom Heiligen Geist eingesetzt und treten an die Stelle der Apostel als Hirten der Seelen ... Christus hat nämlich den Aposteln und ihren Nachfolgern den Auftrag und die Vollmacht gegeben, alle Völker zu lehren, die Menschen in der Wahrheit zu heiligen und sie zu weiden. Daher sind die Bischöfe durch den Heiligen Geist, der ihnen mitgeteilt worden ist, wahre und authentische Lehrer des Glaubens, Priester und Hirten geworden."[10]

6. Durch die Verkündigung des Evangeliums ruft der Bischof die Menschen in der Kraft des Heiligen Geistes zum Glauben oder stärkt sie im lebendigen Glauben und legt ihnen das Geheimnis Christi unverkürzt vor.[11]

7. Durch die Sakramente, deren geregelte und fruchtbringende Feier der Bischof mit seiner Autorität ordnet, heiligt er die Gläubigen. Er leitet die Taufspendung, die Anteil am königlichen Priestertum Christi gewährt. Er ist der erstberufene Firmspender, er erteilt die heiligen Weihen und regelt die Bußdisziplin. Unter seiner Leitung steht jede rechtmäßige Feier der Eucharistie, durch die die Kirche fortwährend lebt und wächst. Er ermahnt und unterweist sein Volk eifrig, dass es in der Liturgie und vorzüglich im heiligen Messopfer seinen Anteil gläubig und ehrfürchtig erfülle.[12]

8. Im Bischof, dem Priester zur Seite stehen, ist inmitten der Gläubigen der Herr Jesus Christus, der Hohepriester, anwesend. Zur Rechten des Vaters sitzend, ist er nicht fern von der Versammlung seiner Bischöfe, die, ausgewählt, die Herde des Herrn zu weiden, Diener Christi sind und Ausspender der Mysterien Gottes.[13] Also sehe man im Bischof "den Hohenpriester seiner Herde, von dem das Leben seiner Gläubigen in Christus gewissermaßen ausgeht und abhängt".[14]

9. Der Bischof ist nämlich "der Verwalter der Gnade des höchsten Priestertums",[15] und von ihm hängen bei der Ausübung ihrer Gewalt sowohl die Priester ab, die ja, um sorgsame Mitarbeiter des Bischofsstandes zu sein, selbst zu wahren Priestern des Neuen Bundes geweiht sind, als auch die Diakone, die, zum Dienst geweiht, dem Gottesvolk in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium dienen. Deshalb ist der Bischof selbst der hauptsächliche Ausspender der Mysterien Gottes, wie er auch die Leitung, Förderung und Aufsicht des gesamten liturgischen Lebens in der ihm anvertrauten Kirche innehat.[16] Denn ihm ist "die Pflicht übertragen, den christlichen Gottesdienst der göttlichen Majestät darzubringen und zu betreuen gemäß den Geboten des Herrn und den Gesetzen der Kirche, die durch seine besondere Verfügung für die Diözese näher bestimmt werden".[17]

10. Der Bischof leitet die ihm anvertraute Ortskirche durch Rat, Zuspruch und Beispiel, aber auch in Autorität und heiliger Vollmacht, die er durch die Bischofsweihe empfangen hat und zum Aufbau seiner Herde in Wahrheit und Heiligkeit gebraucht.[18] "Die Gläubigen aber müssen dem Bischof anhangen wie die Kirche Jesus Christus und wie Jesus Christus dem Vater, damit alles in Einigkeit übereinstimme und überströme zur Verherrlichung Gottes."[19]

III. Die Bedeutung der bischöflichen Liturgie

11. Das Amt des Bischofs als Lehrer, Priester und Hirt seiner Kirche strahlt besonders in der Feier der heiligen Liturgie auf, die er mit der versammelten Gemeinde feiert.

"Daher sollen alle das liturgische Leben des Bistums, in dessen Mittelpunkt der Bischof steht, besonders in der Kathedralkirche, aufs höchste wertschätzen: sie sollen überzeugt sein, dass die Kirche auf eine vorzügliche Weise dann sichtbar wird, wenn das ganze heilige Gottesvolk voll und tätig an denselben liturgischen Feiern, besonders an derselben Eucharistiefeier, teilnimmt: in der Einheit des Gebets und an dem einen Altar und unter dem Vorsitz des Bischofs, der umgeben ist von seinem Presbyterium und den Dienern des Altars."[20]

12. Also stellen die liturgischen Feiern, denen der Bischof vorsteht, das Mysterium der Kirche dar, der Christus mit seiner Gegenwart innewohnt; sie sind deshalb nicht ein bloßes Gefüge von Zeremonien.

Außerdem sollen diese Feiern Vorbild für die ganze Diözese sein und sich durch die tätige Teilnahme der Gläubigen auszeichnen. Daher soll die versammelte Gemeinde durch Gesang, durch ihre Antworten, durch heiliges Schweigen, innere Aufmerksamkeit und sakramentale Teilnahme an ihnen teilhaben.

13. Zu bestimmten Zeiten und an besonderen Tagen des Kirchenjahres soll die Ortskirche voll in Erscheinung treten, wozu das Volk aus den verschiedenen Teilen der Diözese und nach Möglichkeit auch die Priester eingeladen werden sollen. Damit aber Gläubige und Priester um so leichter von überall her zusammenkommen können, soll eine solche Zusammenkunft von Zeit zu Zeit in verschiedenen Teilen der Diözese stattfinden.

14. Bei solchen Zusammenkünften soll die Liebe der Gläubigen zur Gesamtkirche vertieft und der Eifer im Dienst am Evangelium und an den Menschen in ihnen verstärkt werden.

IV. Der Predigtdienst des Bischofs

15. Unter den hauptsächlichen Ämtern des Bischofs ragt die Verkündigung des Evangeliums hervor. Denn der Bischof ist der Glaubensbote, der Christus neue Jünger zuführt; er ist der eigentliche, das heisst mit der Autorität Christi ausgerüstete Lehrer. Er verkündigt dem ihm anvertrauten Volk den Glauben, den es bekennen und im Handeln verwirklichen soll; er erklärt ihn im Licht des Heiligen Geistes, indem er aus dem Schatz der Offenbarung Neues und Altes hervorholt. So lässt er den Glauben fruchtbar werden und hält wachsam Irrtümer fern, die seiner Herde drohen könnten.[21]

Dieses Amt übt der Bischof auch in der heiligen Liturgie aus: bei der Homilie in der Messe, in Wortgottesdiensten und gegebenenfalls in Laudes und Vesper, bei der Katechese und bei Ansprachen in der Feier der Sakramente und Sakramentalien.

16. Diese Verkündigung soll vor allem schöpfen "aus dem Quell der Heiligen Schrift und der Liturgie, ist sie doch die Botschaft von den Wundertaten Gottes in der Geschichte des Heils, das heisst im Mysterium Christi, das allezeit in uns zugegen und am Werk ist, vor allem bei der liturgischen Feier".[22]

17. Da die Verkündigung so sehr Aufgabe des Bischofs selbst ist, dass die anderen Amtsträger sie nur an seiner Stelle ausüben, ist es Sache des Bischofs, der eine liturgische Feier leitet, selbst die Homilie zu halten. Gelegentlich kann diese Aufgabe dadurch hervorgehoben werden, dass der Bischof dies, mit Mitra und Stab, auf der Kathedra sitzend tut.

2. Kapitel: AUFGABEN UND DIENSTE IN DER BISCHÖFLICHEN LITURGIE

18. "In jedweder unter dem heiligen Dienstamt des Bischofs" versammelten Altargemeinschaft "erscheint das Symbol jener Liebe und jener Einheit des mystischen Leibes, ohne die es kein Heil geben kann".[23]

Darum ziemt es sich ganz besonders, dass der Bischof, wenn er bei einer liturgischen Feier anwesend ist, zu der eine Gemeinde sich versammelt hat, selbst die Feier leitet, da er mit der Fülle des Weihesakramentes ausgezeichnet ist. Daher geschieht dies nicht, um die äußere Festlichkeit der Feier zu steigern, sondern um das Mysterium der Kirche in einem helleren Licht erscheinen zu lassen.

Es ist ferner angebracht, dass der Bischof in der Feier auch Presbyter um sich versammelt.

Wenn aber der Bischof in der Eucharistiefeier den Vorsitz führt, ohne selbst zu zelebrieren, kann er den Wortgottesdienst leiten und die Messe mit der Entlassung beschließen,[24] entsprechend den unter Nr. 176-185 angegebenen Bestimmungen.

19. In der zur Feier der Liturgie versammelten Gemeinde haben alle das Recht und die Pflicht, ihren Teil auf verschiedene Weise je nach Stand und Aufgabe beizutragen, besonders dann, wenn der Bischof der Feier vorsteht. Deshalb sollen alle, ob sie nun einen besonderen liturgischen Dienst ausüben oder nicht, in der Erfüllung ihrer Aufgabe nur das und all das tun, was ihnen zukommt.[25] Auf diese Weise wird die Kirche in ihren verschiedenen Ständen und Diensten als Leib sichtbar, dessen einzelne Glieder eine Einheit bilden.[26]


Die Priester

20. Wenn auch die Presbyter nicht die höchste Stufe der priesterlichen Weihe haben und in der Ausübung ihrer Vollmacht vom Bischof abhängen, sind sie dennoch mit ihm in der priesterlichen Würde verbunden.

Als sorgsame Mitarbeiter des bischöflichen Ordo, als dessen Hilfe und Werkzeug, bilden die Presbyter, die zum Dienst am Volke Gottes gerufen sind, in Einheit mit ihrem Bischof ein einziges Presbyterium und heiligen und leiten unter der Vollmacht des Bischofs den ihnen anvertrauten Teil der Herde des Herrn.[27]

21. Es wird daher sehr empfohlen, dass in den liturgischen Feiern, denen der Bischof vorsteht, Presbyter mitwirken. Insbesondere in der unter Leitung des Bischofs gefeierten Eucharistie sollen Presbyter mit ihm konzelebrieren, damit das Geheimnis der Einheit der Kirche durch die Eucharistie sichtbar wird und damit die Priester als Presbyterium des Bischofs vor der Gemeinschaft in Erscheinung treten.

Bischöfe und Priester verschiedener (katholischer) Kirchen eigenen Rechts können mit Erlaubnis des Diözesanbischofs konzelebrieren. Dabei richten sich alle nach den liturgischen Büchern des Hauptzelebranten. Es ist wünschenswert, dass die einzelnen die liturgischen Gewänder und Insignien der eigenen Kirche beibehalten.[28]

22. Priester, die an bischöflichen Feiern teilnehmen, sollten nur das tun, was ihnen als Presbytern zukommt;[29] wenn aber Diakone fehlen, sollen sie einige Dienste der Diakone ersatzweise übernehmen, dabei jedoch niemals Diakonengewänder tragen.


Die Diakone

23. Unter denen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, nehmen die Diakone den ersten Platz ein. Ihr Ordo stand in der Kirche von Anfang an in hohem Ansehen. Die Diakone, Männer von gutem Ruf und voll Weisheit,[30] müssen mit Gottes Hilfe so handeln, dass sie wahrhaft als seine Jünger erkannt werden,[31] der nicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen,[32] und der unter seinen Jüngern war als einer, der dient.[33]

24. Gestärkt mit der Gabe des Heiligen Geistes, unterstützen sie den Bischof und sein Presbyterium im Dienst des Wortes, des Altares und der Liebe. Als Diener des Altares verkünden sie das Evangelium, assistieren bei der Feier des Opfers und teilen Leib und Blut des Herrn aus.

Die Diakone sollen also den Bischof wie einen Vater achten und ihn wie den Herrn Jesus Christus selbst, den ewigen Hohenpriester, der inmitten seines Volkes gegenwärtig ist, unterstützen.

25. Aufgabe des Diakons bei liturgischen Feiern ist es: dem Zelebranten zu assistieren; am Altar, sowohl am Buch als auch am Kelch, zu dienen; die Versammlung der Gläubigen durch geeignete Hinweise zu leiten; gegebenenfalls die Gebetsanliegen bei den Fürbitten (dem Allgemeinen Gebet) vorzutragen.

Wenn aber sonst niemand für andere liturgische Dienste zur Verfügung steht. übernimmt der Diakon auch diese Aufgaben soweit als notwendig.[34]

Wenn der Bischof am Altar nicht zur Gemeinde hingewendet stehen kann, soll sich der Diakon bei seinen Hinweisen immer der Gemeinde zuwenden.

26. In einer liturgischen Feier unter dem Vorsitz des Bischofs sollen in der Regel wenigstens drei Diakone Dienst tun: einer, der das Evangelium verkündet; zwei, die dem Bischof assistieren und am Altar dienen. Wenn es noch mehr sind, sollen sie die Dienste unter sich aufteilen, und wenigstens einer soll der Gemeinde auf geeignete Weise bei der tätigen Teilnahme helfen.[35]


Die Akolythen, Kommunionhelfer und Ministranten

27. Der Akolyth hat beim Altardienst eigene Aufgaben, die er auch dann ausüben soll, wenn Diakone und Presbyter anwesend sind.

28. Der Akolyth ist nämlich beauftragt, den Diakon zu unterstützen und dem Priester zu dienen. Seine Aufgabe ist es also, den Altardienst zu versehen und dem Diakon und dem Priester bei den liturgischen Feiern, vor allem bei der Messe, behilflich zu sein. Ferner haben Akolythen und Kommunionhelfer die Aufgabe, gemäß den geltenden Bestimmungen als außerordentliche Spender die heilige Kommunion auszuteilen.

Ministranten[36] haben die Aufgabe, Buch, Kreuz, Kerzen, Fackeln und Rauchfaß zu tragen oder ähnliche Dienste auszuüben. Wenn keine Akolythen zur Verfügung stehen, übernehmen sie, von der Kommunionspendung abgesehen, auch deren Aufgaben. Der Akolyth soll, falls notwendig, auch für Unterweisung der Ministranten sorgen.[37]

29. Damit Akolythen und Kommunionhelfer ihre Aufgaben um so würdiger vollziehen, sollen sie die heilige Eucharistie mit ständig wachsender Frömmigkeit mitfeiern, sich von ihr nähren und sie immer tiefer erfassen. Sie sollen sich mühen, den inneren und geistlichen Sinn dessen, was sie tun, zu begreifen, so daß sie sich täglich Gott ganz darbringen und dazu gelangen, dem mystischen Leib Christi, dem Volk Gottes, vor allem den Schwachen und Kranken, ihre aufrichtige Liebe zu schenken.


Die Lektoren

30. Die Lektoren haben eine eigene Aufgabe in der liturgischen Feier, die sie auch dann wahrnehmen sollen, wenn Mitwirkende eines höheren Ranges anwesend sind.[38]

31. Lektoren tragen in der Messe und in anderen liturgischen Feiern die Lesungen mit Ausnahme des Evangeliums vor. Fehlen Psalmisten, so übernehmen sie den Psalm zwischen den Lesungen; sie können auch die Gebetsanliegen der Fürbitten übernehmen.

Der vom Bischof beauftragte Lektor erscheint geschichtlich als erster der niederen Dienste; er ist in allen Kirchen anzutreffen und wurde immer beibehalten. Aufgrund einer eigenen Beauftragung trägt er in der liturgischen Versammlung das Wort Gottes vor. Soweit es nötig ist. kann er auch andere Gläubige darauf vorbereiten, in den liturgischen Feiern die Heilige Schrift vorzulesen.[39]

32. Eingedenk der Würde des Gotteswortes und der Bedeutung des Lektorendienstes soll sich der Lektor beständig um eine gute Aussprache und Vortragsweise bemühen, damit das Wort Gottes von den Teilnehmenden deutlich verstanden wird.

Wenn er aber anderen das Gotteswort verkündigt, dann soll er es auch selber bereitwillig in sich aufnehmen und eifrig meditieren, um es durch sein Leben zu bezeugen.

Der Kantor (Psalmist)

33. Da die Gesänge zwischen den Lesungen einen hohen liturgischen und seelsorglichen Stellenwert haben, ist es gut, wenn in den Feiern, denen der Bischof vorsteht, vor allem in der Kathedralkirche, Kantoren zur Verfügung stehen, die in der Kunst des Psalmenvortrages geschult sind und die geistliche Voraussetzung dafür besitzen. Sie sollen den Antwortpsalm oder einen anderen biblischen Gesang mit oder ohne Kehrvers vortragen, den Gradual-Vers, den Alleluia-Vers, den Tractus und den Ruf vor dem Evangelium singen, so dass die Gläubigen zur Meditation des Gesanges und der Texte eine angemessene Unterstützung erhalten.[40]


Der Zeremoniar

34. Damit die Feier, vor allem wenn der Bischof ihr vorsteht, sich durch Würde, Schlichtheit und Ordnung auszeichnet, bedarf es des Zeremoniars, der die Feier vorbereitet und ihren Ablauf ordnet. Dabei arbeitet er eng mit dem Bischof und den anderen zusammen, die einen Teil der Feier zu gestalten haben; pastorale Gesichtspunkte sind hierbei besonders zu berücksichtigen.

Der Zeremoniar muss sich in der Liturgie, ihrer Geschichte und ihrem Wesen, ihren Regeln und Vorschriften wirklich auskennen. Aber ebenso muss er in seelsorglichen Belangen bewandert sein, um die heiligen Feiern so zu gestalten, dass die fruchtbare Teilnahme der Gemeinde gefördert und die Schönheit der Feiern gehoben wird.

Er soll dafür Sorge tragen, dass die liturgischen Regeln entsprechend ihrem wahren Geist eingehalten werden und ebenso die rechtmäßigen Überlieferungen der Ortskirche, die von seelsorglichem Nutzen sind.

Der Zeremoniar trägt Talar und Chorrock oder Albe. Falls er Diakon ist, kann er während der Feier über der Albe auch Stola und Dalmatik tragen.

35. Mit allen, die einen besonderen Dienst in der Feier ausüben, soll er rechtzeitig absprechen, was sie zu tun und vorzutragen haben. Während der Feier aber soll er sich größter Zurückhaltung befleißigen. Er soll nichts Unnötiges sprechen; er darf auch nicht den Platz der Diakone bzw. der Konzelebranten neben dem Bischof einnehmen; er soll seinen Dienst mit Ehrfurcht, Geduld und diskreter Aufmerksamkeit tun.

Der Sakristan

36. Gemeinsam mit dem Zeremoniar bereitet der Sakristan die Feiern des Bischofs vor. Er sorgt für die Bücher zur Verkündigung des Wortes Gottes und zum Vortrag der Gebete, ferner für die Paramente und alles andere, was für die Feier benötigt wird. Er trägt die Verantwortung für das Läuten der Glocken zu den Gottesdiensten. Er soll für Stille und Sammlung in den Sakristeien sorgen.

Vorhandene historische liturgische Geräte und Gewänder sollen nicht geringgeschätzt. sondern in bestem Zustand erhalten werden. Neuanschaffungen sollen heutigen künstlerischen Ansprüchen genügen.

37. Es soll auf die Sauberkeit des liturgischen Raumes und seiner Einrichtung geachtet werden. Bei Anschaffungen für den Gottesdienst soll sowohl jeder übertriebene Aufwand als auch Geiz vermieden werden; man achte auf edle Schlichtheit, guten Geschmack und künstlerischen Wert. Für den Gebrauch und die Ordnung der Dinge mögen örtliche Gewohnheiten maßgebend sein, sofern sie den Grundsätzen der Liturgie entsprechen.[41]

Der Schmuck der Kirche soll so sein, dass er als ein Zeichen der Liebe und Ehrfurcht gegenüber Gott erscheint. Dem Volk Gottes aber soll er den besonderen Charakter der Feste, innere Freude und Andacht vermitteln.


Kirchenchor, Schola und Kirchenmusiker

38. Alle, die in besonderer Weise an der Ausführung des Gesangs und der gottesdienstlichen Musik beteiligt sind (Chorleiter, Organist, Instrumentalisten, Vorsänger, Sänger), sollen bezüglich ihrer Aufgaben gewissenhaft die Vorschriften einhalten, die sich in den liturgischen Büchern und anderen Dokumenten des Apostolischen Stuhls oder der Bischofskonferenzen und Diözesen finden.[42]

39. Die Kirchenmusiker sollen sich vor allem an die Bestimmungen hinsichtlich der Teilnahme der Gemeinde am Gesang halten. Außerdem ist darauf zu achten, dass auch der Gesang den universalen Charakter der vom Bischof geleiteten Feiern zum Ausdruck bringt. Deshalb sollen die Gläubigen Meßgesänge, die ihnen zukommen, nicht nur in der Volkssprache, sondern auch in Latein sprechen und singen können.

40. Gesang und Musik sollen dem Charakter der liturgischen Zeit bzw. dem Anlass entsprechend ausgewählt werden.

Gemäß römischem Brauch können folgende Regelungen eingehalten werden:

Von Aschermittwoch bis zum Gloria in der Osternacht sowie in den Feiern für Verstorbene sollen Orgel und andere Instrumente nur zur Begleitung des Gesangs eingesetzt werden,[43] außer am Sonntag Laetare (4. Sonntag der österlichen Bußzeit) sowie an Hochfesten und Festen.

Nach dem Gloria der Abendmahlsmesse des Gründonnerstags bis zum Gloria der Osternacht sollte vollständig auf Instrumentalmusik verzichtet werden, falls es sich nicht empfiehlt, Orgel und andere Musikinstrumente nur zur Begleitung des Gesangs einzusetzen.

In der Adventszeit sollen Musikinstrumente nur in dem Maße verwendet werden, wie es der freudigen Erwartung dieser Zeit entspricht, ohne jedoch die volle Weihnachtsfreude vorwegzunehmen.

Ältere und neuere örtliche Gewohnheiten sollen erhalten bleiben, soweit sie dem Charakter der einzelnen liturgischen Feiern entsprechen.

3. Kapitel: DIE KATHEDRALKIRCHEN

41. Die Kathedralkirche ist die Kirche, in der die Kathedra des Bischofs steht, das Zeichen des Lehr- und Hirtenamtes in der Ortskirche, sowie das Zeichen der Einheit der Gläubigen in jenem Glauben, den der Bischof als Hirt der Herde verkündet.

In dieser Kirche leitet der Bischof an besonderen Feiertagen die Liturgie; hier weiht er, wenn nicht pastorale Gründe etwas anderes nahelegen, die Öle und erteilt die Ordinationen.

42. Die Kathedralkirche ist "ein Bild jenes geistlichen Tempels, der in den Herzen aufgebaut wird und im Glanz der göttlichen Gnade leuchtet, nach dem Wort des Apostels Paulus: ,Wir sind doch der Tempel des lebendigen Gottes' (2 Kor 6,16). Deshalb muss die Kathedralkirche ein eindrucksvolles Bild der Kirche Christi darstellen, die auf dem ganzen Erdkreis bittet und singt und anbetet. Sie ist wahrhaftig das Bild des mystischen Leibes Christi."[44]

43. Deshalb gilt die Kathedralkirche mit Recht als Mittelpunkt des liturgischen Lebens der Diözese.

44. Die Wertschätzung der Kathedralkirche soll den Gläubigen in geeigneter Weise nahegelegt werden. Dazu trägt die Feier des Jahrestages ihrer Weihe bei, ferner Wallfahrten aus Pfarreien oder Regionen der Diözese.

45. Was in liturgischen Dokumenten und Büchern über Einrichtung und Schmuck der Kirchen vorgeschrieben ist, soll in der Kathedralkirche beispielhaft für die übrigen Kirchen der Diözese verwirklicht sein.[45]

46. Es darf nur eine einzige, feststehende Kathedra geben (vgl. Nr. 42); diese soll so aufgestellt sein, dass der Bischof wirklich als Vorsteher der ganzen Gemeinde der Gläubigen erkennbar ist.

Die Anzahl der Stufen zur Kathedra soll entsprechend der Anlage jeder einzelnen Kirche so bemessen sein, dass der Bischof von den Gläubigen gut gesehen werden kann.

Die Kathedra soll keinen Baldachin haben; jedoch sollen mit gewissenhafter Sorgfalt jahrhundertealte Kunstwerke erhalten bleiben.

47. Außer den vom Recht vorgesehenen Fällen sitzt nur der Diözesanbischof oder der Bischof, dem der Diözesanbischof es gestattet, auf der Kathedra (vgl. Nr. 174, 1186 und 1191).[46] Für andere gegebenenfalls anwesende Bischöfe und Prälaten möge man an geeigneter Stelle Sitze bereithalten, die jedoch nicht nach Art einer Kathedra gestaltet sein dürfen.[47]

Der Sitz für einen zelebrierenden Priester soll an einem anderen Platz aufgestellt werden.

48. Der Altar soll entsprechend den rechtlichen Bestimmungen errichtet und gestaltet sein. Vor allem soll er einen Platz einnehmen, der wirklich den Mittelpunkt des Raumes bildet, dem sich die Aufmerksamkeit der ganzen Gemeinde von selbst zuwendet.[48]

Der Altar der Kathedralkirche soll in der Regel feststehend und geweiht sein; er soll frei stehen, damit man ihn ohne Schwierigkeiten umschreiten und an ihm, der Gemeinde zugewandt, die Messe feiern kann.[49] Wenn aber ein bereits vorhandener Altar so errichtet ist, dass die Teilnahme der Gemeinde am Gottesdienst erschwert ist, und eine Umstellung dieses Altares ohne Beeinträchtigung seines künstlerischen Wertes nicht möglich ist, soll ein anderer künstlerisch wertvoller feststehender Altar errichtet und geweiht werden; nur an ihm soll Gottesdienst gefeiert werden.

Von Aschermittwoch bis zur Osternacht soll der Altar nicht mit Blumen geschmückt werden, außer am Sonntag Laetare (4. Sonntag der österlichen Bußzeit) sowie an Hochfesten und Festen.

49. Es wird sehr empfohlen, den Tabernakel gemäß der für Kathedralkirchen geltenden uralten Tradition in einer Kapelle, getrennt vom Hauptraum, aufzustellen.[50]

Die Eucharistie soll nicht an jenem Altar aufbewahrt werden, an dem der Bischof die Messe feiert.

50. Der Altarraum ist der Ort, wo der Bischof, die Priester und alle anderen, die einen liturgischen Dienst ausüben, ihre Aufgaben wahrnehmen. Dieser Raum soll sich vom Hauptraum der Kirche in geeigneter Weise abheben, entweder durch eine gewisse Erhöhung oder durch eine eigene Gestaltung und Ausschmückung. So wird schon durch diese Raumgestalt der kirchliche Verkündigungs- und Leitungsdienst verdeutlicht. Der Altarraum soll so weiträumig sein, dass die liturgischen Feiern ungehindert vollzogen und von allen gut gesehen werden können.

Sitze, Bänke und Kniebänke sollen im Altarraum so aufgestellt sein, dass die Konzelebranten sowie gegebenenfalls die Kanoniker und andere Priester, die nicht konzelebrieren, aber in Chorkleidung anwesend sind, und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, ihren entsprechenden Platz finden und ungehindert ihre Aufgaben wahrnehmen können.[51]

51. Die Kathedralkirche soll einen Ambo haben, der nach den bestehenden Vorschriften errichtet sein muss.[52] Der Bischof soll jedoch von seiner Kathedra aus zum Volk Gottes sprechen, wenn nicht die Raumverhältnisse etwas anderes nahelegen.

Alle, die nicht mit der Verkündigung des Wortes Gottes beauftragt sind (Vorsänger, Kommentator sowie der Leiter des Gemeindegesangs), sollen in der Regel nicht zum Ambo treten, sondern an einem anderen geeigneten Ort ihren Dienst ausüben.

52. Die Kathedralkirche soll eine Taufkapelle haben, auch wenn sie keine Pfarrkirche ist. Dort soll wenigstens in der Osternacht die Taufe gefeiert werden. Dieser Taufort soll nach den Vorschriften des Rituale Romanum eingerichtet sein.[53]

Wenn es die räumlichen Gegebenheiten jedoch nicht anders erlauben, kann die Taufe auch an einem anderen Ort gefeiert werden, an dem die Teilnahme der versammelten Gemeinde möglich ist.

53. Wenn möglich, soll die Kathedralkirche in der Nähe des Eingangs einen eigenen Raum (Secretarium) haben, in dem der Bischof, die Konzelebranten und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, die liturgischen Gewänder anlegen; von hier aus soll die Einzugsprozession ihren Anfang nehmen.

In der Regel soll dieser Raum von der Sakristei getrennt sein. In dieser werden die liturgischen Geräte und Gewänder aufbewahrt, und hier können sich an den gewöhnlichen Tagen der Zelebrant und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, auf die Feier vorbereiten.

54. Damit man eine Statio halten kann, bei der die Segnung der Kerzen, der Zweige, des Feuers und andere vorbereitende Feiern stattfinden, sollte in der Nähe der Kathedrale nach Möglichkeit eine andere Kirche, ein geeigneter Saal, ein freier Platz oder ein Kreuzgang vorhanden sein. Von hier aus sollen die Prozessionen zur Kathedrale ziehen.

4. Kapitel: EINIGE ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN

Vorbemerkungen

55. Nach den Weisungen des Zweiten Vatikanischen Konzils soll dafür gesorgt werden, dass die Riten den Glanz edler Einfachheit an sich tragen.[54] Das gilt gewiss auch für die bischöfliche Liturgie, in der jedoch die dem Bischof geschuldete Ehrfurcht und Achtung nicht fehlen dürfen. Im Bischof ist ja Jesus, der Herr, inmitten der Gläubigen gegenwärtig; vom Bischof als dem Hohenpriester geht das Leben der Gläubigen gewissermaßen aus, und von ihm hängt es ab.[55]

Da außerdem an den liturgischen Feiern des Bischofs gewöhnlich die verschiedenen Stände der Kirche teilnehmen, wodurch sich das Mysterium der Kirche deutlicher kundtut, soll in diesen Feiern die Liebe und die gegenseitige Hochachtung der Glieder des mystischen Leibes Jesu Christi in Erscheinung treten: so soll auch in der Liturgie das Gebot des Apostels verwirklicht werden: "Übertrefft euch in gegenseitiger Achtung" (Röm 12, 10).

Bevor hier also die einzelnen Feiern beschrieben werden, erscheint es erforderlich, gewisse Bestimmungen vorauszuschicken, die sich in der Tradition bewährt haben und beachtet werden müssen.

I. Gewänder und Insignien

Die Gewänder und Insignien des Bischofs

56. Die Gewänder des Bischofs in der liturgischen Feier sind dieselben wie die des Priesters. Bei einem Festgottesdienst ist es jedoch angebracht, dass der Bischof nach alter Tradition unter der Kasel die Dalmatik, die immer weiß sein kann, trägt, besonders bei den Ordinationen, bei der Weihe eines Abtes und einer Äbtissin sowie bei der Weihe einer Kirche und eines Altares.

57. Die Pontifikal- Insignien des Bischofs sind: Ring, Stab (Hirtenstab), Mitra und Brustkreuz sowie das Pallium, wenn es ihm zusteht.

58. Den Ring, das Zeichen der Treue und der Verbundenheit mit der Kirche, seiner Braut, soll der Bischof, abgesehen vom Karfreitag, immer tragen.

59. Den Stab, das Zeichen des Hirtenamtes, trägt der Bischof in seiner Diözese; es kann ihn aber auch jeder Bischof verwenden, der mit Einverständnis des Ortsbischofs einen feierlichen Gottesdienst hält.[56] Wenn mehrere Bischöfe an derselben Feier teilnehmen, trägt nur jener den Stab, der der Feier vorsteht.

Den Stab, mit der Krümme zur Gemeinde, d.h. von sich weg gewandt, benutzt der Bischof gewöhnlich bei Prozessionen, wenn er das Evangelium hört und die Homilie hält, wenn er Gelübde, Versprechen und ein Glaubensbekenntnis entgegennimmt; schließlich bei Segnungen von Personen, sofern er dabei nicht die Hände auflegen muss.

60. Bei ein und derselben liturgischen Feier verwendet der Bischof eine einzige Mitra, die entsprechend dem Rang der Feier einfach oder verziert sein kann.[57] Der Bischof trägt die Mitra gewöhnlich, wenn er sitzt, wenn er die Homilie hält (vgl. Nr. 142), bei Begrüßungen, Ansprachen und Hinweisen, falls er sie nicht unmittelbar danach ablegen muss; ferner wenn er den feierlichen Segen erteilt; wenn er die sakramentalen Gesten vollzieht und wenn er an Prozessionen teilnimmt.

Der Bischof trägt keine Mitra: wenn er einen Gottesdienst eröffnet, wenn er Orationen vorträgt, bei den Fürbitten, beim Eucharistischen Hochgebet, beim Evangelium; ebenfalls nicht, wenn Hymnen stehend gesungen werden, bei Prozessionen, bei denen das Allerheiligste oder Kreuzreliquien mitgetragen werden; auch nicht vor dem ausgesetzten Allerheiligsten. Der Bischof braucht Mitra und Stab nicht zu verwenden, wenn es sich beim Ortswechsel um einen kurzen Weg handelt.[58]

Für die Verwendung der Mitra bei der Feier von Sakramenten und Sakramentalien gelten die an entsprechender Stelle angegebenen Regeln.

61. Das Brustkreuz wird über der Kasel und über der Mozzetta, aber unter dem Pluviale getragen. Der Brauch, das Brustkreuz unter der Kasel und der Dalmatik zu tragen, kann jedoch beibehalten werden.[59]

62. Ein residierender Erzbischof, der vom Papst das Pallium bereits erhalten hat, trägt dieses in seinem Jurisdiktionsbereich über der Kasel, wenn er eine feierliche Bischofsmesse hält oder wenigstens mit großer Festlichkeit zelebriert, ferner bei den Ordinationen, bei der Weihe eines Abtes und einer Äbtissin, bei einer Jungfrauenweihe, bei der Weihe einer Kirche und eines Altares.

Das erzbischöfliche Kreuz wird verwendet, wenn ein Erzbischof. der das Pallium erhalten hat, in eine Kirche zum Gottesdienst einzieht.[60]

63. Die Chorkleidung des Bischofs sowohl innerhalb als auch außerhalb seiner Diözese besteht aus einem violetten Talar, einem violetten, seidenen Zingulum, dessen herabhängende Enden mit seidenen Fransen verziert sind (jedoch nicht mit Quasten), einem Rochett aus Leinen oder einem ähnlichen Stoff und einer violetten Mozzetta (allerdings ohne die kleine Kapuze), dem Brustkreuz, das über der Mozzetta an einer grünen, mit Goldfäden durchwirkten Schnur befestigt ist, dem Pileolus, ebenfalls in violetter Farbe, und einem gleichfarbigen Birett mit Quaste.

Wenn der violette Talar getragen wird, können dazu auch violette Strümpfe verwendet werden. Der Gebrauch violetter Strümpfe ist auch beim Tragen eines schwarzen Talars mit violetten Knöpfen möglich.[61]

64. Die violette Cappa magna ohne Hermelin darf nur in der eigenen Diözese und an höchsten Festen verwendet werden.


Die Kleidung der Priester und der anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben

65. Das liturgische Gewand für alle, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, ist die Albe, die mit dem Zingulum gegürtet wird, es sei denn, sie ist so angefertigt, dass sie sich auch ohne Zingulum tragen läßt. Falls die Albe die Alltagskleidung am Hals nicht ganz bedeckt, soll man ein Schultertuch anlegen. Die Albe darf nicht durch den Chorrock ersetzt werden, wenn die Kasel oder die Dalmatik zu tragen ist oder wenn die Stola anstelle der Kasel oder Dalmatik getragen wird.[62] Der Chorrock ist nur über dem Talar anzuziehen.

Die Akolythen, Lektoren und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, können anstelle der erwähnten auch andere zugelassene liturgische Gewänder tragen.

66. Das dem Priester eigene Gewand bei der Messfeier und bei anderen gottesdienstlichen Feiern, die mit ihr unmittelbar verbunden sind, ist die Kasel, die - wenn nichts anderes vorgesehen ist - über Albe und Stola getragen wird.

Die Stola trägt der Priester um den Hals und vor der Brust herabhängend.

Das Pluviale trägt er bei festlichen Gottesdiensten außerhalb der Messfeier, bei Prozessionen und anderen Liturgiefeiern gemäß den Rubriken zu den einzelnen Feiern.[63]

Die Priester, die an einer liturgischen Feier teilnehmen, ohne zu konzelebrieren, sollen, wenn sie Prälaten oder Kanoniker sind, Chorkleidung tragen (vgl. Nr. 1222-1225), andernfalls Talar und Chorrock.

67. Das liturgische Gewand des Diakons ist, wenn er assistiert, die Dalmatik, die über Albe und Stola getragen wird. Die Dalmatik kann aber notfalls oder bei rangniedrigeren Feiern weggelassen werden. Die Stola trägt der Diakon von der linken Schulter quer über die Brust zur rechten Körperseite hin, wo sie befestigt wird.[64]

Wenn der Diakon einen Gottesdienst leitet, trägt er entweder das Pluviale oder nur die Stola über der Albe.


II. Ehrfurchtsbezeigungen

68. Durch eine Verneigung werden Ehrfurcht und Hochachtung bekundet, die einer Person oder bestimmten Zeichen erwiesen werden.

Es gibt zwei verschiedene Verneigungen: Kopf- und Körperverneigung.

a) Kopfverneigung : beim Namen Jesu, Mariens und des Heiligen, zu dessen Gedächtnis die Messe oder das Stundengebet gefeiert wird.

b) Körperverneigung oder tiefe Verneigung: vor dem Altar, wenn sich der Tabernakel mit dem Allerheiligsten nicht auf ihm befindet; vor dem Bischof; vor und nach der Beräucherung (lnzensation) (Nr. 91); ferner sooft sie ausdrücklich in den liturgischen Büchern vorgesehen ist.[65]

69. Die Kniebeuge, bei der nur das rechte Knie bis zum Boden gebeugt wird, ist Zeichen der Anbetung. Sie ist deshalb dem Allerheiligsten vorbehalten, ob es ausgesetzt ist oder sich im Tabernakel befindet, sowie dem Kreuz von der feierlichen Verehrung während der Karfreitagsliturgie bis zum Beginn der Ostervigil.

70. Jene, die etwas tragen, was bei einer Feier gebraucht wird, z. B. Kreuz, Leuchter oder Evangelienbuch, machen weder Kniebeuge noch tiefe Verneigung.


Die Verehrung des Allerheiligsten

71. Alle, die eine Kirche betreten, sollen nicht versäumen, das Allerheiligste zu verehren, und zwar durch einen Besuch der Sakramentskapelle oder wenigstens durch eine Kniebeuge.

Ebenso sollen alle beim Vorbeigehen am Tabernakel eine Kniebeuge machen, es sei denn, sie ziehen in Prozession vorbei.


Die Verehrung des Altares

72. Der Altar wird von allen, die den Altarraum betreten, verlassen oder am Altar vorbeigehen, durch eine tiefe Verneigung verehrt.

73. Der Bischof und die Konzelebranten küssen zum Zeichen der Verehrung den Altar am Beginn der Messfeier. Der Hauptzelebrant verehrt in der Regel beim Auszug den Altar durch einen Kuss, die übrigen, zumal wenn es mehrere sind, mit der erforderlichen Reverenz.[66]

In den feierlichen Laudes und in der feierlichen Vesper, denen der Bischof vorsteht, wird der Altar vor der Beräucherung während des Canticums aus dem Evangelium geküßt.


Die Verehrung des Evangeliums

74. Wenn in der Messfeier, in einem Wortgottesdienst und in einer Vigilfeier das Evangelium verkündet wird, stehen alle und wenden sich dem, der es vorträgt, zu.

Der Diakon, der das Evangelienbuch feierlich zum Ambo trägt, geht zwischen den Akolythen, die Leuchter mit brennenden Kerzen tragen;[67] der Rauchfaßträger mit dem Rauchfaß geht voraus.[68]

Der Diakon steht am Ambo dem Volk zugewandt und grüßt - die Hände gefaltet - die Gemeinde. Dann bezeichnet er mit dem Daumen der rechten Hand zunächst das Buch am Anfang des zu verlesenden Evangeliums mit dem Kreuzzeichen und danach sich selbst auf Stirn, Mund und Brust, wobei er singt oder spricht: "Aus dem (heiligen) Evangelium nach N." oder "Aus dem Evangelium Jesu Christi nach N." Auch alle anderen bezeichnen sich in derselben Weise auf Stirn, Mund und Brust mit dem Kreuzzeichen. Danach beräuchert der Diakon - wenigstens in der feierlichen Bischofsmesse - dreimal das Buch, und zwar in der Mitte, dann links und dann rechts. Anschließend verkündet er das Evangelium.

Nach der Verkündigung küsst der Diakon das Buch;[69] er kann es auch dem Bischof zum Kuss bringen.

Ist kein Diakon anwesend, so trägt ein Priester das Evangelium vor. Er kann dazu vom Bischof den Segen erbitten.

75. Alle stehen, wenn die Cantica aus dem Evangelium "Benedictus", "Magnificat" und "Nunc dimittis" gesungen oder gesprochen werden; dabei bezeichnen sie sich zu Beginn mit dem Kreuzzeichen.[70]


Die Ehrenbezeigung gegenüber dem Bischof und anderen Personen

76. Der Bischof wird von denen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und von allen, die zu einem Dienst vor ihn treten, nach einem Dienst zurücktreten oder auch an ihm vorbeigehen, mit einer tiefen Verneigung gegrüßt.[71]

77. Wenn sich die Kathedra des Bischofs hinter dem Altar befindet, sollen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, den Altar oder den Bischof grüßen, je nachdem, ob sie zum Altar oder zum Bischof hintreten; doch sollen sie aus Respekt vor dem Bischof und dem Altar nach Möglichkeit vermeiden, zwischen beiden hindurchzugehen.

78. Sind mehrere Bischöfe im Altarraum, so macht man die Reverenz nur vor dem Bischof, der den Vorsitz führt.

79. Wenn der Bischof in Chorkleidung (vgl. Nr. 63) zu einer Gottesdienstfeier einzieht, so kann er, gemäß den örtlichen Gewohnheiten, öffentlich von den Kanonikern oder von anderen Priestern und Diakonen in Chorkleidung oder in Talar und Chorrock empfangen werden; er kann aber auch in einfacher Form zur Kirche kommen und am Portal vom Klerus abgeholt werden.

In beiden Fällen geht der Bischof voraus; ist er Erzbischof, geht vor ihm ein Akolyth mit dem erzbischöflichen Kreuz, bei dem das Bild des Gekreuzigten nach vorne gerichtet ist. Dem Bischof folgen die Kanoniker, die Priester, die Diakone und alle, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, je zwei und zwei. Am Portal reicht der ranghöchste Priester dem Bischof das Aspergill, sofern nicht das sonntägliche Taufgedächtnis an die Stelle des Allgemeinen Schuldbekenntnisses tritt. Ohne Kopfbedeckung besprengt der Bischof sich selbst und die Umstehenden; dann gibt er das Aspergill zurück. Er geht mit seiner Begleitung sogleich an den Ort, wo das Allerheiligste aufbewahrt wird, und hält dort eine kurze Anbetung; danach begibt er sich zur Sakristei.

Der Bischof kann aber auch direkt zur Sakristei gehen und dort vom Klerus empfangen werden.

80. In einer Prozession geht der Bischof, der den Gottesdienst leitet, angetan mit den liturgischen Gewändern, immer allein hinter den Priestern, aber vor denen, die ihm assistieren; diese halten hinter ihm etwas Abstand.

81. Dem Bischof, der nur in Chorkleidung bei einer Feier den Vorsitz führt oder an ihr teilnimmt, assistieren zwei Kanoniker in Chorkleidung oder auch zwei Priester oder Diakone in Talar und Chorrock.

82. Wenn das Staatsoberhaupt von Amts wegen zum Gottesdienst kommt, empfängt es der Bischof bereits in voller liturgischer Kleidung am Kirchenportal. Ist das Staatsoberhaupt katholisch, so kann ihm der Bischof das Weihwasser reichen; er begrüsst es nach allgemeinem Brauch und begleitet es zu seiner Linken an den außerhalb des Altarraums vorgesehenen Platz. Nach dem Gottesdienst grüsst es der Bischof beim Auszug.

Wo Empfang und Begrüßung des Staatsoberhauptes am Kirchenportal nicht durch den Bischof geschehen, kann das Staatsoberhaupt am Kirchenportal auch von einem anderen angesehenen kirchlichen Vertreter empfangen und begrüsst werden (vgl. Nr. 83).

83. Andere Vertreter der weltlichen Obrigkeit, die an der Spitze der Regierung einer Nation, einer Region oder einer Stadt an erster Stelle stehen, werden, wo es Brauch ist, entsprechend den örtlichen Gewohnheiten am Kirchenportal von einem angesehenen kirchlichen Vertreter begrüsst und zu den ihnen reservierten Plätzen geleitet. Der Bischof kann sie bei der Einzugsprozession zum Altar und beim Auszug grüßen.

III. Beräucherung (Inzensation)

84. Beräucherung ist gemäß Ps 141 (140),2 und Offb 8, 3 Ausdruck der Ehrfurcht und des Gebetes.

85. Nur reiner Weihrauch von angenehmem Duft darf in das Rauchfass eingelegt werden; wenn irgend etwas anderes beigemischt wird, achte man darauf, dass der Anteil des Weihrauchs bei weitem überwiegt.

86. In der feierlichen Bischofsmesse soll Weihrauch verwendet werden:

a) während der Einzugsprozession;

b) am Beginn zur Beräucherung des Altares;

c) zur Prozession und zur Verkündigung des Evangeliums;

d) bei der Gabenbereitung zur Beräucherung der Gaben, des Altares, des Kreuzes, des Bischofs, der Konzelebranten und der Gemeinde;

e) gegebenenfalls zur Erhebung der Hostie und des Kelches nach den Einsetzungsworten.

Auch in anderen Messfeiern kann Weihrauch verwendet werden.[72]

87. Ferner soll Weihrauch gemäß den liturgischen Büchern verwendet werden:

a) bei der Kirchweihe und der Altarweihe;

b) bei der Chrisam-Messe, wenn die geweihten Öle weggetragen werden;

c) bei der Aussetzung des Allerheiligsten in der Monstranz;

d) bei Beerdigungen;

e) bei bestimmten Segnungen.

88. Außerdem soll in der Regel Weihrauch benutzt werden: bei den Prozessionen am Fest der Darstellung des Herrn, am Palmsonntag, in der Abendmahlsmesse, in der Ostervigil, an Fronleichnam, bei einer feierlichen Reliquienübertragung und allgemein bei feierlichen Prozessionen.

89. Wenn Laudes und Vesper feierlich begangen werden, sollen Altar, Bischof und Gemeinde während des Canticums aus dem Evangelium beräuchert werden.

90. Wenn der Bischof sich an der Kathedra oder an einem anderen Sitz befindet, legt er den Weihrauch im Sitzen ein, sonst im Stehen, wobei der Diakon ihm das Schiffchen reichet[73] und der Bischof darüber ohne Begleitworte das Kreuzzeichen macht.[74]

Der Diakon übernimmt vom Akolythen das Rauchfass und reicht es dem Bischof.[75]

91. Vor und nach der Beräucherung wird eine tiefe Verneigung vor der zu beräuchernden Person oder Sache gemacht, aber nicht vor dem Altar und den Gaben für die Eucharistiefeier.[76]

92. Mit dreifachem Doppelzug werden beräuchert: das Allerheiligste, feierlich ausgestellte Kreuzreliquien und Bilder des Herrn, die Gaben für die Eucharistiefeier, das Altarkreuz, das Evangelienbuch, die Osterkerze, der Bischof und der zelebrierende Priester, von Amts wegen anwesende Vertreter der weltlichen Obrigkeit, der Chor und die Gemeinde, der Leib eines Verstorbenen.

Mit zweifachem Doppelzug werden beräuchert: Reliquien und Bilder von Heiligen, die zur öffentlichen Verehrung ausgestellt sind.

93. Der Altar wird in einfachen Zügen mit dem Rauchfass auf folgende Weise beräuchert:

a) wenn der Altar von der Wand getrennt ist, beräuchert der Bischof ihn im Umschreiten;

b) wenn der Altar nicht von der Wand getrennt ist, beräuchert ihn der Bischof, indem er zuerst die rechte, dann die linke Seite abschreitet.

Wenn das Kreuz über dem Altar oder bei ihm angebracht ist, wird es vor dem Altar beräuchert; andernfalls soll der Bischof es beim Vorbeigehen beräuchern.[77]

Die Gaben für die Eucharistiefeier werden vor Altar und Kreuz beräuchert.

94. Das Allerheiligste wird kniend beräuchert.

95. Zur öffentlichen Verehrung ausgestellte Reliquien und Bilder werden nach der Beräucherung des Altares beräuchert, in der Messfeier aber nur zu Beginn.

96. Der Bischof empfängt die Beräucherung stehend am Altar oder an der Kathedra, und zwar ohne Mitra, falls er sie nicht schon trägt.

Die Konzelebranten werden vom Diakon gemeinsam beräuchert. Zuletzt beräuchert der Diakon von einer passenden Stelle aus die Gemeinde. Kanoniker, die nicht konzelebrieren, oder der Konvent im Chor werden gemeinsam mit der Gemeinde beräuchert, sofern die Anordnung der Plätze es nicht anders empfiehlt.

Das gleiche gilt auch für die eventuell anwesenden Bischöfe.

97. Der Bischof, der bei der Messfeier den Vorsitz führt, aber nicht selbst zelebriert, wird nach dem Zelebranten oder den Konzelebranten beräuchert.

Wo der Brauch besteht, wird nach dem Bischof auch der oberste Vertreter des Staates beräuchert, wenn er von Amts wegen zum Gottesdienst gekommen ist.

98. Hinweise und Gebete, die von allen gehört werden sollen, möge der Bischof erst nach Beendigung der Beräucherung vortragen.

IV. Ordnung für den Friedensgruss

99. Nachdem der Diakon gesagt hat: "Gebt einander ein Zeichen des friedens ... ", gibt der Bischof zumindest den beiden ihm zunächst stehenden Konzelebranten und dann einem Diakon den Friedensgruss.

100. Inzwischen geben sich die Konzelebranten und Diakone und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, aber auch die eventuell anwesenden Bischöfe gegenseitig in gleicher Weise den Friedensgruss.

Wenn der Bischof den Vorsitz führt, ohne selbst zu zelebrieren, gibt er den Friedensgruss den ihm assistierenden Kanonikern, Priestern oder Diakonen.

101. Auch die anderen Gläubigen geben einander den Friedensgruss in der Form, die von der Bischofskonferenz festgelegt ist.

102. Wenn das Staatsoberhaupt von Amts wegen zum Gottesdienst gekommen ist, geht der Diakon oder einer der Konzelebranten zu ihm und gibt ihm den Friedensgruss nach der örtlichen Gewohnheit.

103. Wenn man sich gegenseitig den Friedensgruss gibt, kann man sprechen: "Der Friede sei mit dir", worauf geantwortet wird: "Und mit deinem Geiste". Man kann jedoch auch entsprechend der örtlichen Gewohnheit andere Worte verwenden.

V. Art und Weise, die Hände zu halten

Die erhobenen und ausgebreiteten Hände

104. In der Kirche richtet nach altem Brauch der Bischof oder der Priester Gebete an Gott, bei denen er steht und die Hände ein wenig erhebt und ausbreitet.

Diese Gebetshaltung findet sich schon im Alten Testament.[78] Sie wurde von den Christen im Gedenken an das Leiden des Herrn übernommen: "Wir erheben nicht nur die Hände, sondern breiten sie auch aus und ahmen so das Leiden des Herrn nach und bekennen betend Christus."[79]


Das Ausstrecken der Hände über Personen und Sachen

105. Der Bischof streckt die Hände aus: wenn er die Gemeinde feierlich segnet und so oft es bei der Feier der Sakramente und Sakramentalien gemäß den liturgischen Büchern erforderlich ist.

106. Der Bischof und die Konzelebranten strecken in der Messfeier bei der Wandlungsepiklese die Hände über die Gaben aus. Während der Bischof die Hostie oder den Kelch in den Händen hält, spricht er die Worte des Herrn. Die Konzelebranten, die diese Worte leise mitsprechen, können die rechte Hand (mit der Handfläche nach unten) dabei zum Brot und zum Kelch hin ausstrecken.[80]


Das Falten der Hände

107. Wenn der Bischof nicht den Stab trägt, soll er die Hände falten:[81] wenn er, mit den liturgischen Gewändern angetan, zum Gottesdienst einzieht, wenn er kniend betet, wenn er vom Altar zur Kathedra oder von der Kathedra zum Altar geht, und so oft es in den liturgischen Büchern vorgeschrieben ist.

Ebenso sollen die Konzelebranten und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, beim Gehen und Stehen die Hände falten, sofern sie nicht etwas zu tragen haben.


Die anderen Handgesten

108. Wenn der Bischof sich selber bekreuzigt oder wenn er den Segen erteilt,[82] soll er die linke Hand auf die Brust legen, sofern sie nichts zu tragen hat. Wenn er aber am Altar steht und die Gaben oder etwas anderes mit der rechten Hand segnet, legt er die linke Hand auf den Altar, wenn nichts anderes angegeben ist.

109. Wenn der Bischof, mit den liturgischen Gewändern bekleidet, sitzt und nicht den Stab hält, legt er die Handflächen auf die Knie.

VI. Gebrauch des Weihwassers

110. Alle, die eine Kirche betreten, tauchen, einem löblichen Brauch folgend, eine Hand in das Weihwasser im Becken und bekreuzigen sich zum Gedenken an die Taufe.

111. Wenn dem Bischof beim Betreten der Kirche Weihwasser gereicht werden soll, geschieht dies durch den ranghöchsten Priester. Dieser reicht das Aspergill dem Bischof, der sich selbst und seine Begleiter besprengt. Dann gibt der Bischof das Aspergill zurück.

112. Dies entfällt, wenn der Bischof mit den liturgischen Gewändern bekleidet in die Kirche einzieht und wenn das sonntägliche Taufgedächtnis an die Stelle des Allgemeinen Schuldbekenntnisses tritt.

113. Zur Besprengung mit dem Weihwasser in der Ostervigil und bei einer Kirchweihe sind Nr. 369 und 893 zu beachten.

114. Die Besprengung von Gegenständen, die gesegnet werden, erfolgt gemäß den Bestimmungen der liturgischen Bücher.

VII. Umgang mit den liturgischen Büchern und Vortragsweise der verschiedenen Texte

115. Die liturgischen Bücher sind sorgfältig und ehrfürchtig zu behandeln, da aus ihnen das Wort Gottes verkündet und das Gebet der Kirche vorgetragen werden. Deshalb ist besonders bei bischöflichen Gottesdiensten darauf zu achten, dass die offiziellen liturgischen Bücher in der neu esten Auflage, schön in der typographischen Gestaltung und im Einband, zur Hand sind.

116. Bei Texten, die mit vernehmlicher und erhobener Stimme vom Bischof oder jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, oder von allen vorzutragen sind, soll die Art des Vortrags der Art des Textes - je nachdem, ob es sich um eine Lesung, ein Gebet, eine Ansprache, eine Akklamation oder einen Gesang handelt -, aber auch der Form der Feier und dem Grad der Festlichkeit des Gottesdienstes entsprechen.

117. In den folgenden Rubriken und Bestimmungen können die Wörter "sprechen" und "vortragen" sowohl den gesungenen (kantillierten) als auch den gesprochenen Vollzug bezeichnen. Es sind die in den einzelnen liturgischen Büchern angegebenen Grundsätze[83] zu beachten sowie die an den entsprechenden Stellen genannten Bestimmungen.

118. Der Ausdruck "singen oder sprechen", der im folgenden gelegentlich verwendet wird, muss so verstanden werden, dass damit an sich der gesungene Vollzug gemeint ist, sofern nicht ein Grund vorliegt, der vom Singen abrät.

Anmerkungen

  1. Zweites Vatikanisches KonziL Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche "Christus Dominus", Art. 11; vgl. Zweites Vatikanisches KonziL Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 23.
  2. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 26.
  3. Ignatius von Antiochien, Ad Smyrnaeos 8,2: ed. Funk L 283.
  4. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gcntium", Art. 26.
  5. Vgl. ebd. Art. 26.
  6. Vgl. ebd. An. 26 und 28; Zweites Vatikanisches Konzil. Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 41.
  7. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil. Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 23.
  8. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 13.
  9. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 26 und 27: Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche "Christus Dominus", Art. 3.
  10. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche "Christus Dominus", Art. 2.
  11. Vgl. ebd. Art. 12.
  12. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 26; Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche "Christus Dominus", Art. 15.
  13. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 21.
  14. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 41.
  15. Weihegebet der Bischofsweihe im byzantinischen Ritus: Euchologion to mega, Rom 1873, 139 (Athen 1980, 181); Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 26.
  16. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche "Christus Dominus", Art. 15.
  17. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 26.
  18. Vgl. ebd. Art. 27; Zweites Vatikanisches Konzil. Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche "Christus Dominus", Art. 3.
  19. Zweites Vatikanisches Konzil. Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 27.
  20. Zweites Vatikanisches Konzil. Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 41.
  21. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil. Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 25.
  22. Zweites Vatikanisches Konzil. Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 35.
  23. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 26.
  24. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über die Vereinfachung der Pontifikalriten und Pontifikalinsignien "Pontificales ritus" vom 21. Juni 1968. Nr. 24: AAS 60 (1968) 410.
  25. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil. Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 28.
  26. Vgl. ebd. Art. 26.
  27. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 28.
  28. Vgl. Codex Canonum Ecclesiarum Orientalium, can. 701: AAS 82 (1990) 1204.
  29. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 28.
  30. Vgl. Apg 6. 3.
  31. Vgl. Joh 13, 35.
  32. Vgl. Mt 20, 28.
  33. Vgl. Lk 22, 27.
  34. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 71 und 127.
  35. Vgl. ebd. Nr. 71; Der liturgische Dienst des Diakons, Nr. 50.
  36. Vgl. Litterae Circulares an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen vom 15. März 1994: AAS 86 (1994) 541-542 und Notitiae 30 (1994) 346-348.
  37. Vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben "Ministeria quaedam" vom 15. August 1972, Nr. VI: AAS 64 (1972) 532.
  38. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 66.
  39. Vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben "Ministeria quaedam" vom 15. August 1972, Nr. V: AAS 64 (1972) 532: Pastorale Einführung in das Meßlektionar, Nr. 51-55; Allgemeine Einführung in das Stundenbuch, Nr. 259.
  40. Vgl. Pastorale Einführung in das Meßlektionar, Nr. 19-20, 56.
  41. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", An. 123.
  42. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 12, 19, 22, 63, 64, 272, 274. 275,313,324; Ordo Cantus Missae, Praenotanda; Allgemeine Einführung in das Stundenbuch, Nr. 268-284; Die Feier der Eingliederung in die Kirche, Allgemeine Vorbemerkungen, Nr. 33; Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe, Nr. 12,104; Die Feier der Buße, Pastorale Einführung, NT. 24, 36; Die Feier der Krankensakramente, Pastorale Einführung, Nr. 38d; Ordo Exsequiarum, Praenotanda, Nr. 12 (Die kirchliche Begräbnisfeier, Pastorale Einführung, Nr. 22); Ritenkongregation, Instruktion über die Musik in der Liturgie "Musicam sacram" vom 5. März 1967: AAS 59 (1967) 300-320; Kongregation für die Bischöfe, Directorium de pastorali ministerio Episcoporum. 1973, Nr. 90d. Zu den teilkirchlichen Dokumenten vgl. H. B. Meyer - R. Pacik (Hrsg.), Dokumente zur Kirchenmusik unter besonderer Berücksichtigung des deutschen Sprachgebietes, Regensburg 1981, und neuere Verlautbarungen.
  43. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über die Musik in der Liturgie "Musicam sacram" vom 5. März 1967, Nr. 66: AAS 59 (1967) 319.
  44. Paul VI., Apostolische Konstitution "Mirificus eventus" vom 7. Dezember 1965: AAS 57 (1965) 948-949.
  45. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 253-312: Pastorale Einführung in das Meßlektionar, Nr. 32-34; Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares, 2. Kap., Einführung, Nr. 3; 5. Kap., Nr. 6-11: Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe, Allgemeine Einführung, Nr. 9-11.
  46. Vgl. CIC ean. 436 § 3.
  47. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über die Vereinfachung der Pontifikalriten und Pontifikalinsignien "Pontificales ritus" vom 21. Juni 1968, Nr. 10-13: AAS 60 (1968) 408-409.
  48. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 262.
  49. Ebd. Nr. 262.
  50. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über Feier und Verehrung des Geheimnisses der Eucharistie "Eueharisticum mysterium" vom 25. Mai 1967, Nr. 53: AAS 59 (1967) 568; Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 276; Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe, Allgemeine Einführung, Nr. 9.
  51. Vgl. Pastorale Einführung in das Meßlektionar, Nr. 54.
  52. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 272; Pastorale Einführung in das Meßlektionar, Nr. 32-34.
  53. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwaehsener in die Kirehe, Allgemeine Vorbemerkungen, Nr. 25.
  54. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 34.
  55. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 21; Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 41.
  56. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über die Vereinfachung der Pontifikalriten und Pontifikalinsignien "Pontifieales ritus" vom 21. Juni 1968, Nr. 19: AAS 60 (1968) 410.
  57. Vgl. ebd. Nr. 18: AAS 60 (1968) 410.
  58. Vgl. ebd. Nr. 31: AAS 60 (1968] 411.
  59. Vgl. Notitiae 33 (1997) 280.
  60. Vgl. ebd. Nr. 20: AAS 60 (1968) 410.
  61. Vgl. Staatssekretariat, Instruktion über die Kleidung, Titel und Ehrenzeichen der Kardinäle, Bischöfe und Prälaten "Ut sive sollicite" vom 31. März 1969, Nr. 4: AAS 61 (1969) 335.
  62. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 298.
  63. Vgl. ebd. Nr. 299, 302. 303.
  64. Vgl. ebd. Nr. 300, 81b. 302.
  65. Vgl. ebd. Nr. 234.
  66. Vgl. ebd. Nr. 208 und 232.
  67. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 94,131. Gemäß römischer Gepflogenheit nehmen die Akolythen "die Leuehter mit der rechten Hand auf. so dass derjenige, der auf der rechten Seite geht, mit der linken Hand den Fuß des Leuchters, mit der rechten jedoch die Kugel in der Mitte umfaßt; derjenige, der auf der linken Seite geht, umfaßt mit der Rechten den Fuß des Leuchters und mit der Linken die Kugel in der Mitte" (Caeremoniale Episcoporum, ed. 1886,1. XI. 8).
  68. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 93-95, 131. Wenn der Rauchfaßträger mit in der Prozession geht, muss er nach römischem Braueh, "beide Hände gleichmäßig erhoben, das Rauchfass in der Rechten tragen; den Daumen steckt er in den größeren Ring, während er mit dem Mittelfinger derselben Hand den an einer Kette hängen den Deckel hebt und senkt: mit der linken Hand umfaßt er den Fuss des Weihrauchschiffchens, in dem der Löffel liegt" (Caeremoniale Episcoporum, ed. 1886, I, Xl, 7).
  69. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römisehe Messbuch, Nr. 131, 232.
  70. Vgl. Allgemeine Einführung in das Stundenbuch, Nr. 266b.
  71. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über die Vereinfachung der Pontifikalriten und Pontifikalinsignien "Pontificales ritus" vom 21. Juni 1968. Nr. 25: AAS 60 (1968) 411.
  72. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 235.
  73. Es können zwei Akolythen, die Rauchfass und Schiffchen tragen, vor den Bischof treten, oder auch ein Akolyth, der beides trägt, in der Linken das Rauchfass mit der brennenden Kohle, in der Rechten das Schiffehen mit Weihrauch und Löffel (vgl. Caeremoniale Episcoporum, ed. 1886, LXXIII, 1).
  74. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 236. Der Diakon nimmt von dem Akolythen das halb geöffnete Schiffchen entgegen, in dem der Löffel liegt, und reicht es dem Bischof. Der Bischof nimmt den Löffel und legt mit ihm dreimal Weihrauch in das Rauchfass ein. Danach gibt der Bischof den Löffel zurück und macht mit der rechten Hand ein Kreuzzeichen über dem Weihrauch im Rauchfass (vgl. Caeremoniale Episcoporum, ed. 1886, LXXIII, 1-2).
  75. Der Diakon "gibt dem Akolythen das Schiffchen zurück und nimmt von ihm das Rauchfass entgegen, das er dem Bischof reicht, indem er ihm das oberste Ende der Ketten in die linke Hand gibt, das Rauchfass in die rechte" (Caeremoniale Episeoporum, ed. 1886, l, IX, 1).
  76. Derjenige, der beräuchert, "hält mit der linken Hand die Ketten, an denen das Rauchfass hängt, am obersten Ende, mit der rechten Hand umfasst er die Ketten ein wenig über dem Rauchfass und hält es so, dass er es ohne Sehwierigkeiten vorwärts und rückwärts schwingen kann". "Er soll darauf achten, dass er sich dabei würdevoll und angemessen verhält; er soll während des Beräucherns weder den Körper noch den Kopf hin und her bewegen; die linke Hand, mit der er das oberste Ende der Ketten umfasst, soll er unbewegt vor der Brust halten, die rechte Hand und den Arm soll er locker mit dem Rauchfass bewegen" (Caeremoniale Episcoporum, ed. 1886, LXXIII, 4 et 8).
  77. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch. Nr. 236.
  78. Vgl. Ex 9, 29; Ps 28 (27), 2; 63 (62), 5; 134 (133), 2; Jes 1, 15.
  79. Tertullian, De oratione 14: CCL 1, 265; PL 1,1273.
  80. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 174a,c. 180a,c, 184a,c, 188a,c. Zur Wandlungsepiklese werden beide Hände mit den Handflächen nach unten über die Gaben ausgestreekt. Während der Herrenwone können die Konzelebranten die rechte Hand mit der Handfläche nach unten zum Brot und zum Kelch hin ausstrecken. Vgl. Die Feier der Eucharistie in Konzelebration, Nr. 27-28.
  81. Wenn gesagt wird, die Hände sind zu falten, so meint das: "Die Handfläehen sind vor der Brust aneinanderzulegen, indem der rechte Daumen in Form eines Kreuzes über den linken gelegt wird" (Caeremoniale Episcoporum, ed. 1886, l, XIX, 1).
  82. "Wenn er sich selbst bekreuzigt, wendet er die Handfläche der rechten Hand, deren Finger aneinandergelegt und ausgestreckt sind, sich zu und macht von der Stirn zur Brust und von der linken zur rechten Schulter ein Kreuzzeichen. Wenn er jedoch andere Personen oder eine Sache segnet, hält er die Hand so, dass der kleine Finger auf die Person oder Sache gerichtet ist, die gesegnet wird, und streckt zum Segen die ganze rechte Hand aus, deren Finger aneinandergelegt und ausgestreckt sind" (Missale Romanum, ed. 1962, Ritus servandus in celebratione Missae III, 5).
  83. Vgl. z. B. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 18-19; Allgemeine Einführung in das Stundenbuch, Nr. 267-284; Ritenkongregation, Instruktion über die Musik in der heiligen Liturgie "Musicam sacram" vom 5. März 1967, Nr. 5-12: AAS 59 (1967) 301-303; Kongregation für den Gottesdienst, Rundschreiben über die Eucharistischen Hochgebete "Eucharistiae participationem" vom 27. April 1973, Nr. 17: AAS 65 (1973) 346-347.

TEIL II: DIE MESSFEIER

1. Kapitel: DIE FEIERLICHE BISCHOFSMESSE DES DIÖZESANBISCHOFS

Einführung

119. Die Ortskirche wird auf eine vorzügliche Weise dann sichtbar, wenn der Bischof, insbesondere in seiner Kathedrale, als Hoherpriester seiner Herde, umgeben von seinem Presbyterium und den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, unter voller und tätiger Teilnahme des ganzen heiligen Gottesvolkes die Eucharistie feiert.

Diese sogenannte feierliche Bischofsmesse (missa stationalis) ist Ausdruck sowohl für die Einheit der Ortskirche als auch für die Vielfalt der liturgischen Dienste, die es neben dem Bischof gibt und die bei der Eucharistiefeier in Erscheinung treten.[1]

Aus diesem Grund sollen zu dieser Eucharistiefeier möglichst viele Gläubige eingeladen werden, Priester mit dem Bischof konzelebrieren und Diakone sowie Akolythen und Lektoren ihren Dienst ausüben.[2]

120. Diese Form soll die Messfeier vor allem an den höheren Festen des Kirchenjahres haben, wenn der Bischof den Chrisam weiht und am Gründonnerstag das Gedächtnis des Letzten Abendmahls hält.[3] ferner am Festtag des Gründers der Ortskirche oder des Diözesanpatrons, am Jahrestag der Bischofsweihe, bei großen Versammlungen der Christen einer Diözese und auch aus Anlass von Pastoralvisitationen.

121. Die feierliche Bischofsmesse soll gemäß den Richtlinien der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch mit Gesang gefeiert werden.[4]

122. Es sollten üblicherweise mindestens drei Diakone mitwirken, von denen einer das Evangelium verkündet und zwei dem Bischof assistieren. Sind noch mehr Diakone anwesend, so sollen sie die Dienste unter sich aufteilen; wenigstens einer soll sich um die tätige Teilnahme der Gemeinde kümmern. Wenn jedoch keine Diakone teilnehmen können, ist es angebracht, dass ihre Dienste von Priestern übernommen werden, die in ihren liturgischen Gewändern mit dem Bischof konzelebrieren, auch wenn sie aus seelsorglichen Gründen eine weitere Messfeier halten müssen.

123. Wenn das Domkapitel in der Kathedrale anwesend ist, ist es angebracht, dass alle Kanoniker in der feierlichen Bischofsmesse konzelebrieren;[5] andere Priester seien deshalb aber nicht ausgeschlossen.

Eventuell anwesende Bischöfe und Kanoniker, die nicht konzelebrieren, sollen Chorkleidung tragen.

124. Falls wegen besonderer Umstände eine Hore der Stundenliturgie nicht mit der feierlichen Bischofsmesse verbunden werden kann, das Domkapitel aber der Chorpflicht unterliegt, so soll es diese Hore zur entsprechenden Zeit im Chor feiern.[6]

125. Vorzubereiten sind:

a) An einer geeigneten Stelle im Kirchenschiff:

- Brot und Wein; gegebenenfalls in einem Krug aus edlem Material ausreichend Wein zur Kelchkommunion der Gemeinde;

- gegebenenfalls andere Gaben.

b) Im Alarraum:

- Messbuch;

- Lektionar;

- Texte für die Konzelebranten;

- Text der Fürbitten (des Allgemeinen Gebetes) für den Bischof und den Diakon;

- Gesangbücher;

- ein ausreichend großer Kelch bzw. mehrere für die Kelchkommunion der Gemeinde ausreichende Kelche;

- Wasser zur Mischung;

- (Palla);

- Korporalien;

- Purifikatorien;

- Schüssel, Kanne mit Wasser und Handtuch;

- Gefäß mit Wasser, das gesegnet werden soll, wenn es beim sonntäglichen Taufgedächtnis gebraucht wird.

c) In der Sakristei (im Secreta ri um) :

- Evangelienbuch;

- Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;

- Prozessionskreuz;

- sieben (oder wenigstens zwei) Leuchter mit brennenden Kerzen;

außerdem:

- für den Bischof: Schüssel, Kanne mit Wasser und Handtuch; Schultertuch, Albe, Zingulum, Stola, (Dalmatik,) Kasel, Brustkreuz (für einen Metropoliten: Pallium), Pileolus, Mitra, Ring und Stab;

- für die Konzelebranten: Schultertücher, Alben, Zingulen, Stolen, Kaseln;

- für die Diakone: Schultertücher, Alben, Zingulen, Stolen, Dalmatiken;

- für alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Schultertücher, Alben, Zingulen; oder Chorröcke, die über den Talaren zu tragen sind; oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

Die Farbe der liturgischen Gewänder soll dem Meßformular entsprechen, das gewählt wird; gegebenenfalls nehme man festliche Gewänder.[7]


Ankunft und Vorbereitung des Bischofs

126. Nachdem der Bischof begrüsst worden ist (vgl. Nr. 79), legt er in der Sakristei Cappa oder Mozzetta und gegebenenfalls auch das Rochett ab, wäscht die Hände und legt Schultertuch, Albe, Zingulum, Stola, (Dalmatik,) Kasel und Brustkreuz an. Dabei sind ihm die assistierenden Diakone und die Ministranten, die ihre liturgischen Gewänder bereits vor der Ankunft des Bischofs angelegt haben, behilflich.

Danach setzt ein Diakon oder der Zeremoniar (Sekretär oder jemand anderes) dem Bischof die Mitra auf. Einem Erzbischof wird jedoch vor der Mitra das Pallium angelegt.

Inzwischen bekleiden sich die Konzelebranten und die Diakone, die nicht dem Bischof assistieren, mit den liturgischen Gewändern.

127. Wenn alles vorbereitet ist, tritt der Rauchfassträger heran, ein Diakon hält das Schiffchen; der Bischof legt Weihrauch ein und segnet ihn mit dem Kreuzzeichen. Danach reicht ihm ein Ministrant den Stab. Ein Diakon nimmt das Evangelienbuch, das bei der Einzugsprozession in würdiger Weise geschlossen mitgetragen wird.


Eröffnung

128. Während des Gesangs zum Einzug zieht man in Prozession von der Sakristei durch die Kirche zum Altarraum. Dies geschieht nach folgender Ordnung:

- Rauchfassträger (und Träger des Schiffchens);

- Kreuzträger mit dem Prozessionskreuz, bei dem das Bild des Gekreuzigten nach vorne gerichtet ist, begleitet von sieben - oder wenigstens zwei - Akolythen, die Leuchter mit brennenden Kerzen tragen;

- Ministranten und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben;

- Diakone, Priester, Domkapitel und evtl. anwesende Bischöfe in Chorkleidung;

- der Diakon mit dem Evangelienbuch;

- gegebenenfalls die anderen Diakone in Dalmatik, je zwei und zwei;

- die Konzelebranten, je zwei und zwei;

- der Bischof mit Mitra und Stab, den er in der linken Hand trägt, während er mit der rechten segnet;

- hinter dem Bischof zwei Diakone, die ihm assistieren;

- schließlich die Ministranten für Buch, Mitra und Stab und der Zeremoniar (Sekretär).

Wenn die Prozession an der Sakramentskapelle vorbeizieht, wird nicht angehalten und keine Kniebeuge gemacht (vgl. Nr. 71).

129. Das Prozessionskreuz wird nach Möglichkeit in der Nähe des Altares aufgestellt, so dass es als Altarkreuz dient; andernfalls wird es beiseite gestellt. Die Leuchter werden neben den Altar, auf die Kredenz oder an einen anderen geeigneten Platz im Altarraum gestellt. Das Evangelienbuch wird auf den Altar gestellt oder gelegt.

130. Beim Betreten des Altarraums verehren alle, je zwei und zwei, den Altar durch eine tiefe Verneigung; wird das Allerheiligste im Altarraum aufbewahrt, so machen sie eine Kniebeuge. Die Diakone und die Konzelebranten treten an den Altar heran und küssen ihn. Danach begeben sich alle an ihre Plätze.

131. Ist der Bischof vor dem Altar angekommen, so gibt er den Stab einem Ministranten und verehrt, nachdem ihm die Mitra abgenommen wurde, zusammen mit den Diakonen und den anderen, die ihn begleiten, den Altar durch eine tiefe Verneigung. Danach tritt er an den Altar heran und küsst ihn gemeinsam mit den Diakonen.

Nun beräuchert er, nachdem nötigenfalls nochmals Weihrauch eingelegt wurde, Altar und Kreuz. Dabei begleiten ihn zwei Diakone.[8]

Nach der Beräucherung des Altares geht der Bischof, begleitet von seiner Assistenz, auf direktem Weg zur Kathedra. Zwei Diakone stehen nun rechts und links der Kathedra, damit sie dem Bischof zur Hand gehen können; sind keine Diakone anwesend, so üben zwei konzelebrierende Priester diesen Dienst aus.

132. Alle stehen und machen das Kreuzzeichen, während der Bischof zur Gemeinde gewandt spricht: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Danach begrüsst der Bischof die Gemeinde, indem er die Hände ausbreitet und spricht: "Der Friede sei mit euch" oder einen anderen im Messbuch vorgesehenen liturgischen Gruß verwendet. Nun kann der Bischof selbst, gegebenenfalls auch jemand anderes, die Gemeinde mit wenigen Worten in die Tagesmesse einführen.[9] Anschließend lädt der Bischof zum Allgemeinen Schuldbekenntnis ein, das er mit der Vergebungsbitte abschließt. Ein Ministrant hält, wenn es nötig ist, das Messbuch. Das Allgemeine Schuldbekenntnis kann bei der feierlichen Bischofsmesse entfallen.

133. Am Sonntag hält man sinnvollerweise anstelle des Allgemeinen Schuldbekenntnisses das sonntägliche Taufgedächtnis.[10]

Nach der Begrüßung lädt der Bischof, der der Gemeinde zugewandt an der Kathedra steht - vor sich ein Gefäß mit dem Wasser, das gesegnet werden soll -, die Gemeinde zum Gebet ein. Nach einer kurzen Stille spricht er das Segensgebet. Wo es üblich ist, bei der Segnung dem Wasser Salz beizumischen, segnet der Bischof auch dieses und streut es dann in das Wasser.

Der Diakon reicht dem Bischof das Aspergill. Der Bischof bezeichnet sich mit dem Weihwasser und besprengt dann die Konzelebranten, jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, den Klerus und die Gemeinde; gegebenenfalls geht er dabei, begleitet von den Diakonen, durch die Kirche. Währenddessen singt man den Gesang zur Besprengung mit Weihwasser.

Wenn der Bischof zur Kathedra zurückgekehrt und der Gesang beendet ist, spricht der Bischof stehend - mit gefalteten Händen - die abschließende Vergebungsbitte. Das Kyrie entfällt. Man singt, sofern vorgesehen, sofort den Gloria-Hymnus.

134. Nach der Begrüßung der Gemeinde oder nach dem Allgemeinen Schuldbekenntnis folgt das Kyrie, falls nicht das sonntägliche Taufgedächtnis vorangegangen ist. Hat das Kyrie die Form einer Litanei, so werden die Anrufungen vom Bischof selbst, von einem Diakon oder einem Kantor vorgetragen.

135. Der Gloria-Hymnus wird gesungen, wenn die Rubriken es vorsehen. Er kann vom Bischof, von einem Konzelebranten oder den Kantoren angestimmt werden. Während dieses Hymnus stehen alle, falls nicht der Chor eine längere Vertonung singt, zu der alle sitzen können.

136. Danach hält der Bischof die Hände gefaltet und singt oder spricht die Gebetseinladung "Lasset uns beten". Alle beten in Stille. Dann breitet er die Hände aus und singt oder spricht das Tagesgebet; ein Ministrant hält ihm dazu das Buch. Während er das Tagesgebet mit den Worten "Darum bitten wir ... " oder einer anderen vorgesehenen Formel abschließt, faltet er die Hände. Die Gemeinde bekräftigt das Gebet mit dem Ruf "Amen".

Danach setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Auch alle anderen setzen sich. Die Plätze für die Diakone und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, sollen im Altarraum so angeordnet sein, dass nicht der Anschein erweckt wird, als seien sie Priester.


Wortgottesdienst

137. Nach dem Tagesgebet geht der Lektor zum Ambo und trägt, während alle sitzen, die Erste Lesung vor, die alle anhören. Wo ein Ruf nach der Lesung üblich ist, wird am Ende der Lesung hinzugefügt: "Wort des lebendigen Gottes", worauf alle mit der Akklamation "Dank sei Gott" antworten.

138. Darauf kehrt der Lektor an den Platz zurück. Alle bedenken kurz in Stille das Gehörte. Dann singt der Kantor (Psalmist) vom Ambo aus den Psalm in einer der vorgesehenen Formen.[11]

139. Ein weiterer Lektor trägt vom Ambo aus die Zweite Lesung vor, während, wie bei der Ersten Lesung, alle sitzen und zuhören; danach wird eine kurze Stille gehalten.

140. Es folgt der Ruf vor dem Evangelium mit dem "Halleluja" bzw. in der österlichen Bußzeit mit einem anderen Kehrvers. Der Gesang soll jedoch - zur Begrüßung des Herrn - erst beginnen, wenn der Diakon das Evangelienbuch vom Altar nimmt, und die Evangelienprozession begleiten. Danach ist das Vorspiel zu bemessen.

Zunächst tritt der Rauchfassträger vor den Bischof; dieser legt, während der Diakon das Schiffchen hält, Weihrauch ein und segnet ihn.

Der Diakon, der das Evangelium verkünden soll, verneigt sich tief vor dem Bischof und erbittet mit leiser Stimme den Segen: "Ich bitte um den Segen." Der Bischof segnet ihn mit den Worten: "Der Herr sei in deinem Herzen ... " Der Diakon macht das Kreuzzeichen und spricht: "Amen".

Nun gibt der Bischof die Mitra ab. Alle erheben sich.

Der Diakon begibt sich zum Altar, wo sich der Rauchfassträger und die Akolythen mit den brennenden Kerzen eingefunden haben. Nach der Verneigung vor dem Altar nimmt der Diakon ehrfürchtig das Evangelienbuch vom Altar und zeigt es der Gemeinde.

Nun stimmt der Kantor das "Halleluja" bzw. den anderen Kehrvers an.

Während der Vers gesungen wird, trägt der Diakon das Evangelienbuch, ohne weitere Verehrung des Altares, in feierlicher Prozession zum Ambo; ihm voraus gehen der Rauchfassträger und die Akolythen mit den brennenden Kerzen.

Wird anstelle des Rufes vor dem Evangelium der Tractus gesungen, so beginnt er sofort nach der Ersten Lesung. Alle hören ihn sitzend an und erheben sich erst bei Beginn der Evangelienprozession.

141. Am Ambo grüsst der Diakon - mit gefalteten Händen - die Gemeinde. Bei den Worten "Aus dem (heiligen) Evangelium nach N." oder "Aus dem Evangelium Jesu Christi nach N." bezeichnet er das Evangelienbuch und sich selbst auf Stirn, Mund und Brust mit dem Kreuzzeichen; auch alle anderen machen das Kreuzzeichen auf Stirn, Mund und Brust. Der Bischof nimmt nun den Stab. Der Diakon beräuchert das Evangelienbuch und verkündet das Evangelium, während alle stehen und sich ihm zuwenden.

Nach der Verkündigung des Evangeliums bringt der Diakon das Evangelienbuch zum Bischof, der es küsst und leise spricht: "Herr, durch dein Evangelium nimm hinweg unsere Sünden", oder der Diakon selbst küsst das Evangelienbuch und spricht leise dieselben Worte. Schließlich kehren Diakon, Akolythen und Rauchfassträger an ihre Plätze zurück. Das Evangelienbuch wird zum Altar oder an einen anderen geeigneten Ort, notfalls zur Kredenz, gebracht.

142. Nun setzen sich alle. Der Bischof nimmt Mitra und Stab, falls er es nicht vorzieht, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Dazu nimmt er auf der Kathedra Platz oder begibt sich zum Ambo oder an eine andere geeignete Stelle, von der aus er von allen ohne Schwierigkeit gesehen und gehört wird. Nach der Homilie kann gegebenenfalls eine kurze Stille gehalten werden.

143. Wenn nach der Homilie nicht die Feier eines Sakraments, eine Weihe oder eine Segnung nach der Ordnung des Pontifikale oder des Rituale folgen soll, gibt der Bischof gegebenenfalls Mitra und Stab ab und erhebt sich; alle stehen. Wenn es die Rubriken vorsehen, wird das Glaubensbekenntnis gesungen oder gesprochen.

Zu den Worten "hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist ... " bzw. "empfangen durch den Heiligen Geist ... " verneigen sich alle; an Weihnachten und am Hochfest der Verkündigung des Herrn knien alle nieder.[12] Singt der Chor eine längere Vertonung, so können alle sitzen.

144. Nach dem Glaubensbekenntnis lädt der Bischof, an der Kathedra stehend, die Gemeinde zu den Fürbitten ein; dabei hält er die Hände gefaltet. Danach trägt ein Diakon, ein Kantor, ein Lektor oder jemand anderes von einer geeigneten Stelle aus die Gebetsanliegen vor; die Gemeinde übernimmt dabei den ihr zukommenden Teil. Zuletzt beschließt der Bischof die Fürbitten; dabei hält er die Hände gefaltet.


Eucharistiefeier

145. Nach den Fürbitten setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Die Konzelebranten und die Gemeinde setzen sich ebenfalls. Nun wird der Gesang zur Gabenbereitung gesungen, der wenigstens so lange andauert, bis die Gaben auf den Altar gestellt worden sind.

Von den Diakonen und den Akolythen oder den Ministranten werden Korporalien, Purifikatorien und Messbuch zum Altar gebracht.

Danach werden die Gaben herbeigebracht. Es empfiehlt sich, dass die Gläubigen ihre Teilnahme bekunden, indem sie Brot und Wein für die Eucharistiefeier herbeibringen, aber auch andere Gaben, die für die Bedürfnisse der Kirche und der Armen bestimmt sind. Die Gaben der Gläubigen werden von den Diakonen oder vom Bischof an einer geeigneten Stelle in Empfang genommen. Die nicht für die Eucharistie gebrauchten Gaben werden an einen geeigneten Ort gebracht, der zuvor vorbereitet wurde.

Das NiederstelIen der Gaben kann in zwei Formen geschehen.


Erste Form

146. Es liegt nahe, bis zur Kommunionspendung nur eine Hostienschale und einen Kelch zu verwenden. Die Schale mit Brot behält ein Ministrant in der Hand; der Krug mit Wein wird zur Kredenz gebracht. Der Diakon gießt ein wenig Wasser in den Krug und spricht leise: "Wie das Wasser ... "[13] Er gießt nun einen Teil des mit Wasser gemischten Weines in den Kelch. Der Bischof tritt an den Altar heran und gibt die Mitra ab. Er nimmt vom Diakon die Schale mit Brot entgegen und erhebt sie mit beiden Händen ein wenig über den Altar, während er leise das vorgesehene Begleitwort spricht. Danach stellt er die Schale mit dem Brot auf das Korporale. Anschließend reicht der Diakon dem Bischof den Kelch, den dieser mit beiden Händen ein wenig über den Altar erhebt, während er leise das vorgesehene Begleitwort spricht. Währenddessen stellt der Diakon den Krug auf das Korporale. Der Bischof stellt den Kelch auf das Korporale. (Der Diakon bedeckt den Kelch gegebenenfalls mit der Palla, die er später vor der Epiklese entfernt und nach dem Zeigen des Kelches wieder auf den Kelch legt.)


Zweite Form

147. Werden bereits zur Gabenbereitung mehrere Hostienschalen und Kelche verwendet, so werden die Schalen mit Brot von den Diakonen, die von Ministranten dabei unterstützt werden, zum Altar, der Krug mit Wein zur Kredenz gebracht. Der Diakon stellt die Hostienschalen bis auf jene, die später dem Bischof übergeben wird und die vorerst ein Ministrant in der Hand behält, auf den Altar. Dann gießt der Diakon an der Kredenz Wein und ein wenig Wasser in die Kelche und spricht leise:

"Wie das Wasser ... "[14] Die Kelche werden bis auf jenen, der später dem Bischof überreicht wird, zum Altar gebracht. Der Bischof tritt an den Altar heran und gibt die Mitra ab. Er nimmt vom Diakon die Schale mit Brot entgegen und erhebt sie mit beiden Händen ein wenig über den Altar, während er leise das vorgesehene Begleitwort spricht. Danach stellt er die Schale mit dem Brot auf das Korporale. Anschließend reicht der Diakon dem Bischof den Kelch, den dieser mit beiden Händen ein wenig über den Altar erhebt, während er leise das vorgesehene Begleitwort spricht. Danach stellt er den Kelch auf das Korporale. (Der Diakon bedeckt den Kelch gegebenenfalls mit der Palla, die er später vor der Epiklese entfernt und nach dem Zeigen des Kelches wieder auf den Kelch legt.)

148. Nun verneigt sich der Bischof vor dem Altar und spricht leise: "Herr, wir kommen zu dir mit reumütigem Herzen ... "

149. Darauf tritt der Rauchfassträger vor den Bischof, der Diakon hält das Schiffchen; der Bischof legt Weihrauch ein und segnet ihn; nun nimmt der Bischof das Rauchfass vom Diakon entgegen und beräuchert, begleitet von zwei Diakonen, die Gaben (vgl. Nr. 91-93) sowie den Altar und das Kreuz wie zu Beginn der Messfeier. Im Anschluß daran beräuchert der Diakon von der Seite des Altares aus den Bischof, dann die Konzelebranten, die dazu aufstehen, und schließlich die Gemeinde, die sich ebenfalls erhebt. Es ist darauf zu achten, dass die Gebetsaufforderung und das Gabengebet nicht vor Beendigung der Beräucherung vorgetragen werden.

150. Nach der Beräucherung des Bischofs, der an der Seite des Altares steht, treten die Akolythen oder die Ministranten mit Schüssel, Wasserkanne und Handtuch zur Händewaschung heran. Gegebenenfalls legt der Bischof dazu den Ring ab; der Bischof wäscht die Hände und spricht währenddessen leise: "Herr, wasche ab meine Schuld ... " Nachdem er die Hände abgetrocknet und den Ring wieder angesteckt hat, kehrt der Bischof zur Mitte des Altares zurück.

151. Der Bischof spricht, der Gemeinde zugewandt, eine der im Messbuch vorgesehenen Gebetseinladungen.

152. Dann breitet der Bischof die Hände aus und singt oder spricht das Gabengebet. Die Gemeinde beschließt das Gebet mit dem Ruf "Amen".

153. Nun gibt der Bischof den Pileolus ab. Die Konzelebranten treten zum Altar und stellen sich so auf, dass sie den Verlauf der Feier nicht behindern und die Gemeinde das Geschehen am Altar gut sehen kann.

Die Diakone stehen hinter den Konzelebranten, damit, wenn nötig, einer von ihnen beim Kelch oder beim Messbuch behilflich sein kann. Es soll jedoch niemand zwischen dem Bischof und den Konzelebranten oder den Konzelebranten und dem Altar stehen.

Ministranten mit brennenden Fackeln gehen nun gegebenenfalls an ihre Plätze und bleiben dort bis zum Ende des Hochgebetes.

154. Nun beginnt der Bischof mit der Präfation das Eucharistische Hochgebet; während er die Hände ausbreitet, singt oder spricht er: "Der Herr sei mit euch." Dann hebt er die Hände und fährt fort: "Erhebet die Herzen." Er fügt mit ausgebreiteten Händen hinzu: "Lasset uns danken dem Herrn, unserm Gott." Die Gemeinde gibt die entsprechenden Antworten. Der Bischof setzt die Präfation fort; zum Schluss der Präfation faltet er die Hände und singt gemeinsam mit allen anderen das "Heilig, heilig, heilig ... " Wenn der Chor in der gewohnten Weise ein vollständiges "Ordinarium Missae" singt, dann kann er ausnahmsweise das "Heilig, heilig, heilig ... " singen. "Sanctus" und "Benedictus" sollen nicht voneinander getrennt werden.[15]

155. Der Bischof setzt das Eucharistische Hochgebet fort gemäß Nr. 171-191 der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch und den Anweisungen in den einzelnen Hochgebetstexten. Die Teile, die von allen Konzelebranten mit ausgebreiteten Händen gemeinsam vorgetragen werden, sollen von den Konzelebranten leise gesprochen werden, damit die Stimme des Bischofs deutlich vernehmbar ist. Beim Eucharistischen Hochgebet I kann der Bischof nach den Worten "unserem Papst N." hinzufügen: "mit mir, deinem unwürdigen Diener". (Die entsprechenden Einfügungen bei den anderen Hochgebeten entfallen, da die Interzessionen üblicherweise von Konzelebranten vorgetragen werden.[16])

Ein Diakon oder ein Ministrant kann Weihrauch in das Rauchfass einlegen und Hostie und Kelch, wenn sie gezeigt werden, beräuchern.

Auf den Ruf des Diakons "Geheimnis des Glaubens" antwortet die Gemeinde mit der entsprechenden Akklamation.

156. Eigene Interzessionen, besonders anläßlich von Feiern der Sakramente, Weihen oder Segnungen, werden entsprechend der Struktur des jeweiligen Hochgebetstextes vorgetragen, indem man die im Messbuch oder in anderen liturgischen Büchern vorgeschlagenen Texte verwendet.[17]

157. Bei der Chrisam-Messe wird vor den Worten "Denn durch ihn erschaffst du immerfort ... " beim Eucharistischen Hochgebet I bzw. vor der Schlussdoxologie beim Eucharistischen Hochgebet II bzw. vor den Worten "Denn durch ihn schenkst du der Welt alle guten Gaben" im Eucharistischen Hochgebet III das Krankenöl gesegnet, wie es das Pontifikale vorsieht, falls die Segnung nicht aus pastoralen Gründen schon nach dem Wortgottesdienst vorgenommen wurde.

158. Die Schlussdoxologie des Eucharistischen Hochgebetes wird vom Bischof allein oder von allen Konzelebranten gemeinsam mit dem Bischof vorgetragen. Dabei steht der Diakon neben dem Bischof und hält den Kelch empor, während der Bischof die Hostienschale emporhält, bis die Gemeinde das Hochgebet mit dem Ruf "Amen" beschlossen hat.

159. Nach der Schlussdoxologie des Eucharistischen Hochgebetes faltet der Bischof die Hände und singt oder spricht die Einleitung zum Gebet des Herrn. Alle singen oder sprechen dann das Vaterunser; der Bischof breitet dazu die Hände aus.[18]

160. Den Embolismus "Erlöse uns, Herr ... " trägt der Bischof allein vor; er hält die Hände dabei ausgebreitet. Die konzelebrierenden Priester singen oder sprechen gemeinsam mit der Gemeinde die Schlussakklamation "Denn dein ist das Reich ... "

161. Der Bischof spricht die Einladung zum Friedensgebet, trägt es vor und ruft danach der Gemeinde den Friedensgruss zu: "Der Friede des Herrn sei allezeit mit euch." Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste." Ein Diakon kann die Gemeinde zum Friedensgruss einladen:

"Gebt einander ein Zeichen des Friedens ... " Der Bischof gibt zumindest den beiden ihm zunächst stehenden Konzelebranten und dann einem Diakon den Friedensgruss. Dann bezeigen alle einander in einem den örtlichen Gewohnheiten entsprechenden Zeichen Frieden und Verbundenheit (vgl. Nr. 99-103).

162. Die Brotbrechung erfolgt in zwei Formen, je nachdem wie die Gaben bei der Gabenbereitung auf dem Altar niedergestellt wurden.


Erste Form

Nach dem Friedensgruss bringen Diakone und Akolythen leere Hostienschalen und Kelche in ausreichender Anzahl zum Altar. Der Bischof beginnt die Brotbrechung; einige Konzelebranten führen sie - gemeinsam mit ihm - weiter; währenddessen wird das "Lamm Gottes ... " so oft gesungen, bis die Brotbrechung beendet ist. Das gebrochene eucharistische Brot wird auf die Hostienschalen verteilt. Der Bischof senkt ein Teilchen des eucharistischen Brotes in den Kelch und spricht leise: "Das Sakrament des Leibes und Blutes Christi ... " Konzelebranten verteilen den eucharistischen Wein auf die Kelche.


Zweite Form

Der Bischof beginnt die Brotbrechung, und einige Konzelebranten führen sie weiter; währenddessen wird das "Lamm Gottes ... " so oft gesungen, bis die Brotbrechung beendet ist. Der Bischof senkt ein Teilchen des eucharistischen Brotes in den Kelch und spricht leise: "Das Sakrament des Leibes und Blutes Christi ... "

163. Nachdem der Bischof leise das Vorbereitungsgebet auf die Kommunion gesprochen hat, macht er eine Kniebeuge und nimmt die Hostienschale. Die Konzelebranten bleiben an ihren Plätzen und nehmen dort aus der Hand des Bischofs ehrfürchtig den Leib Christi entgegen; sie halten den Leib Christi mit der rechten Hand und legen die linke darunter.

Dann nimmt der Bischof einen Teil des eucharistischen Brotes, hält ihn ein wenig über der Hostienschale empor und spricht zur Gemeinde gewandt: "Seht das Lamm Gottes ... " Gemeinsam mit den Konzelebranten und der Gemeinde spricht er: "Herr, ich bin nicht würdig ... "

Nachdem der Bischof und die Konzelebranten den Leib Christi empfangen haben, reicht der Bischof ihn den Diakonen, die am Altar Dienst tun. Dann empfängt der Bischof das Blut Christi.

Während der Bischof kommuniziert, beginnt man den Gesang zur Kommunion.

164. Nachdem der Bischof das Blut Christi empfangen hat, treten die Konzelebranten zum Altar und empfangen das Blut Christi. Jeder Konzelebrant reinigt nach dem Kommunionempfang mit einem Purifikatorium den Rand des Kelches.[19] Nach den Konzelebranten empfangen die Diakone das Blut Christi. Bischof, Konzelebranten, Diakone, gegebenenfalls Akolythen und Kommunionhelfer teilen jenen, die sich im Altarraum befinden, sowie der übrigen Gemeinde die Kommunion aus. Geschieht dies unter beiden Gestalten, so reicht der Bischof, nachdem er selbst aus dem Kelch getrunken hat, den assistierenden Diakonen sogleich das Blut Christi.

165. Nach der Kommunionausteilung wird das übriggebliebene eucharistische Brot zum Tabernakel gebracht; der eucharistische Wein, der übriggeblieben ist, wird von den Diakonen getrunken. Die leeren Hostienschalen und Kelche werden zur Kredenz gebracht und dort sogleich oder nach der Messfeier von den Diakonen purifiziert.

166. Ist der Bischof nach der Kommunion zur Kathedra zurückgekehrt, so nimmt er den Pileolus und wäscht gegebenenfalls die Hände. Alle setzen sich. Man kann eine längere Gebetsstille halten und/oder ein Danklied bzw. einen Psalm singen.

167. Der Bischof steht an der Kathedra und singt oder spricht die Gebetseinladung "Lasset uns beten"; nach einer kurzen Stille - falls eine solche nicht bereits vorher auf die Kommunion gefolgt war - breitet er die Hände aus und singt oder spricht das Schlussgebet, dem die Gemeinde mit "Amen" zustimmt. Ein Ministrant hält das Buch.


Abschluss

168. Auf das Schlussgebet folgen gegebenenfalls kurze Mitteilungen an die Gemeinde.

169. Der Bischof erhält die Mitra; dann breitet er die Hände aus und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch." Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste." Ein Diakon kann die Worte "Wir verneigen uns zum Segen" oder eine ähnliche Einladung sprechen. Der Bischof erteilt den Feierlichen Segen; die passenden Segenstexte entnimmt er dem Messbuch, dem Pontifikale oder dem Rituale. Während er die ersten Anrufungen des Feierlichen Schlusssegens oder das Segensgebet über das Volk vorträgt, streckt er die Hände über die Gemeinde aus; alle antworten: "Amen". Dann nimmt er den Stab[20] und beschließt den Feierlichen Schlusssegen bzw. das Segensgebet über das Volk, indem er dreimal zu den entsprechenden Worten über die Gemeinde das Kreuzzeichen macht.

Der Bischof kann den Segen auch mit den in Nr. 113 5-1136 vorgeschlagenen Worten erteilen.

Wenn jedoch, nach Maßgabe des Rechts, der Apostolische Segen erteilt wird, so wird dies anstelle des sonst üblichen Segens getan; er wird von einem Diakon angekündigt und mit dem eigenen Segenstext gespendet.[21]

170. Nach dem Segen entläßt ein Diakon die Gemeinde mit dem Ruf "Gehet hin in Frieden". Die Gemeinde antwortet: "Dank sei Gott, dem Herrn" (zum Entlassungsruf in der Osterzeit vgl. Nr. 373). Dann küsst der Bischof mit den ihm assistierenden Diakonen in der Regel den Altar. Die Konzelebranten und alle, die sich im Altarraum befinden, verehren den Altar und kehren in derselben Ordnung wie beim Einzug in Prozession in die Sakristei zurück.

In der Sakristei angekommen, verehren alle zusammen mit dem Bischof das Kreuz. Dann grüßen die Konzelebranten den Bischof, legen ihre liturgischen Gewänder ab und bringen sie sorgfältig an ihren Platz. Die Diakone purifizieren gegebenenfalls die leeren Hostienschalen und Kelche. Die Ministranten verneigen sich gemeinsam vor dem Bischof und bringen die bei der Messfeier gebrauchten liturgischen Geräte wieder an ihren Platz. Anschließend legen sie die liturgische Kleidung ab. Alle sollen dafür sorgen, dass Stille gehalten wird, und auf die geistliche Sammlung aller sowie auf die Heiligkeit des Gotteshauses bedacht sein.

2. Kapitel: ANDERE BISCHÖFLICHE MESSFEIERN

171. Auch wenn der Bischof mit einer kleineren Gemeinde und mit weniger Klerus die Messe feiert, soll alles so geordnet sein, dass der Bischof als der Hohepriester seiner Herde in Erscheinung tritt, der im Namen seiner ganzen Kirche handelt. Wenn er die Pfarreien und Gemeinschaften seiner Diözese besucht, ist es daher angebracht, dass die Priester der Pfarrei oder der Gemeinschaft mit ihm konzelebrieren.

172. Es soll ein Diakon teilnehmen, der die liturgischen Gewänder seines Standes trägt. Falls ein Diakon fehlt, verkündet ein Priester das Evangelium und ist am Altar behilflich; wenn dieser Priester nicht konzelebriert, trägt er Talar, Chorrock und Stola.

173. Es ist all das zu beachten, was in der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch zur Messfeier mit Gemeinde gesagt ist.[22]

Außerdem nimmt der Bischof, wenn er die liturgischen Gewänder anlegt, auch das Brustkreuz und in der Regel den Pileolus.

Mitra und Stab trägt er, wenn die Umstände das nahelegen.

Zu Beginn der Messfeier grüsst er die Gemeinde mit den Worten: "Der Friede sei mit euch" oder mit einem anderen im Messbuch vorgesehenen liturgischen Gruß.

Der Diakon, der das Evangelium vortragen soll, erbittet und empfängt vom Bischof den Segen. Wenn ein Priester das Evangelium vorträgt, kann er, auch wenn er konzelebriert, vom Bischof den Segen erbitten. Nach der Verkündigung des Evangeliums küsst der Diakon bzw. der Priester das Evangelienbuch selbst, oder er reicht es dem Bischof zum Kuss.

Vor der Präfation gibt der Bischof den Pileolus ab.

Beim Eucharistischen Hochgebet I kann der Bischof nach den Worten "unserem Papst N." hinzufügen: "mit mir, deinem unwürdigen Diener". Entsprechende Einfügungen sind in den anderen Hochgebetstexten möglich, wenn der Bischof selbst die Interzessionen vorträgt.

Am Ende der Messfeier erteilt der Bischof den Segen, wie es in Nr. 1135-1136 beschrieben ist.

174. Ein Bischof, der nicht der Ortsordinarius ist, kann bei der Messfeier die Kathedra benützen und den Stab tragen, sofern der Diözesanbischof zustimmt (vgl. Nr. 47 und 59),

3. Kapitel: DIE MESSE, DER DER BISCHOF VORSTEHT, OHNE DIE EUCHARISTIE ZU FEIERN

175. Da es nach Lehre und Tradition der Kirche Sache des Bischofs ist, in seinen Gemeinden der Eucharistie vorzustehen, ist es höchst angemessen, dass er selbst die Eucharistie feiert, wenn er an einer Messe teilnimmt.

Wenn er aber aus einem gerechten Grund an einer Messe teilnimmt, ohne selbst die Eucharistie zu feiern, so ziemt es sich, dass er, falls nicht ein anderer Bischof zelebriert, wenigstens dem Wortgottesdienst vorsteht und am Schluss der Gemeinde den Segen erteilt.[23] Dies gilt insbesondere für jene Messfeiern, in denen die Feier eines Sakraments oder einer Segnung gehalten wird.

In solchen Fällen ist zu beachten, was im folgenden beschrieben wird.

176. Der Bischof, der auf die in Nr. 79 beschriebene Weise begrüsst worden ist, zieht in der Sakristei oder an einem anderen geeigneten Ort über der Albe das Brustkreuz sowie Stola und Pluviale in der entsprechenden Farbe an; in der Regel trägt er Mitra und Stab. Ihm assistieren zwei Diakone, oder wenigstens einer, die die liturgischen Gewänder ihres Standes tragen. Sind keine Diakone anwesend, so assistieren dem Bischof Priester, die Pluviale tragen.

177. In der Prozession zum Altar geht der Bischof hinter (den Konzelebranten und) dem Zelebranten der Eucharistiefeier, begleitet von seinen Diakonen bzw. Priestern und den Ministranten, die ihm assistieren.

178. Ist man am Altar angekommen, so verehren (die Konzelebranten und) der Zelebrant den Altar durch eine tiefe Verneigung; wird das Allerheiligste im Altarraum aufbewahrt, so machen sie eine Kniebeuge; danach treten sie zum Altar, küssen ihn und begeben sich an die für sie vorgesehenen Plätze.

Der Bischof gibt Stab und Mitra ab und verehrt zusammen mit den Diakonen und den Ministranten den Altar durch eine tiefe Verneigung, falls nicht wegen des Allerheiligsten eine Kniebeuge vorgeschrieben ist. Danach tritt er zum Altar und küsst ihn.

Wenn Weihrauch verwendet wird, beräuchert der Bischof Altar und Kreuz auf die übliche Weise; dabei begleiten ihn zwei Diakone.

Anschließend geht er auf direktem Weg zur Kathedra, begleitet von seinen Diakonen, die rechts und links der Kathedra stehen, damit sie ihm behilflich sind.

179. Vom Beginn der Messfeier bis zum Ende des Wortgottesdienstes geschieht alles wie in der feierlichen Bischofsmesse (vgl. Nr. 128-144); wenn jedoch die Feier eines Sakraments oder einer Segnung stattfinden soll, sind bezüglich des Glaubensbekenntnisses und der Fürbitten die besonderen Bestimmungen zu beachten.

180. Nach Beendigung der Fürbitten oder nach Abschluss der gegebenenfalls vorgesehenen Feier eines Sakraments oder einer Segnung setzt sich der Bischof und nimmt die Mitra. Danach bereiten ein Diakon und die Ministranten in gewohnter Weise den Altar. Wenn die Gaben von den Gläubigen gebracht werden, nimmt sie der Zelebrant der Eucharistiefeier oder der Bischof entgegen. Der Zelebrant der Eucharistiefeier begibt sich, nachdem er eine tiefe Verneigung vor dem Bischof gemacht hat, zum Altar und beginnt den eucharistischen Teil der Messfeier nach der Ordnung für die Feier der Gemeindemesse.

181. Wenn Weihrauch verwendet wird, wird der Bischof nach dem Zelebranten beräuchert. Der Bischof legt die Mitra ab und erhebt sich zur Beräucherung, andernfalls nach der Einladung zum Gabengebet.

182. Während des Eucharistischen Hochgebetes steht der Bischof an der Kathedra.

183. Nach der Einladung des Diakons "Gebt einander ein Zeichen des Friedens ... " gibt der Bischof seinen Diakonen den Friedensgruss.

Wenn der Bischof kommuniziert, empfängt er nach dem Zelebranten am Altar den Leib und das Blut des Herrn.

184. Während der Kommunionausteilung an die Gemeinde kann der Bischof bis zum Beginn des Schlussgebetes sitzen. Er singt oder spricht an der Kathedra stehend das Schlussgebet. Nach dem Schlussgebet segnet der Bischof die Gemeinde, wie es in Nr. 1135-1136 beschrieben ist. Ein Diakon entläßt die Gemeinde (vgl. Nr. 170).

185. Zum Abschluss verehren der Bischof und der Zelebrant den Altar in der Regel mit einem Kuss. Nach der nötigen Reverenz ziehen alle in derselben Ordnung, in der sie eingezogen sind, wieder aus.

186. Wenn der Bischof nicht in der beschriebenen Weise der Messfeier vorsteht, nimmt er, bekleidet mit Mozzetta und Rochett, an der Messe teil; er sitzt jedoch nicht auf der Kathedra, sondern an einem anderen geeigneten Platz, der für ihn bereitet ist.

Anmerkungen

  1. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 41.
  2. Vgl. ebd. Art. 26-28.
  3. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 157-158a.
  4. Vgl. ebd. Nr. 12, 18. 19, 77, 313. Gegebenenfalls soll auch der Ordo Cantus Missae berücksichtigt werden; vgl. Missale Romanum, Ordo Cantus Missae, Praenotanda. Vgl. auch Ritenkongregation, Instruktion über die Musik in der heiligen Liturgie "Musicam sacram" vom 5. März 1967, Nr. 7,16.29-31: AAS 59 (1967) 302,305,308-309.
  5. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 157.
  6. Vgl. Allgemeine Einführung in das Stundengebet, NI. 31a und 93.
  7. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch. Nr. 310.
  8. Was die Art der Beräucherung des Altares betrifft, besonders wenn vielleicht Reliquien und Bilder zur Verehrung durch die Gläubigen ausgestellt sind, sind die Nr. 93 und 95 zu beachten.
  9. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 29.
  10. Vgl. Die Feier der heiligen Messe, Messbuch, Anhang I: Segnung und Ausspendung des Weihwassers.
  11. Vgl. Pastorale Einführung in das Messlektionar, Nr. 20.
  12. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch. Nr. 98.
  13. Vgl. ebd. Nr. 133.
  14. Vgl. ebd.
  15. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über die Musik in der Liturgie "Musicam sacram" vom 5. März 1967, Nr. 34: AAS 59 (1967) 309 f.
  16. Außer dem Diözesanbischof dürfen Koadjutoren, Weihbischöfe und andere, sofern sie Bischöfe sind, genannt werden. "Sind es deren mehrere, so wird ihrer - nach dem Namen des eigentlichen Ordinarius - ohne Nennung ihres Namens gemeinsam gedacht." Dekret der Kongregation für den Gottesdienst "über die Namensnennung des Bischofs im Eucharistischen Hochgebet" vom 9. Oktober 1972, Nr. II: AAS 64 (1972) 693.
  17. Besondere Interzessionen im Römischen Messbuch sind: 1. Im Eucharistischen Hochgebet I: a) Gedächtnis der Lebenden; für die Taufpaten, bei den Taufskrutinien (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern D und bei der Taufspendung (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern D. b) "Nimm gnädig an "; für die Taufbewerber (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern I); für die Neugetauften (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern I); für die neugeweihten Diakone, Priester und Bischöfe (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern II); für die Neuvermählten (Messbuch. Messen zu bestimmten Feiern IV); für die neugeweihten Jungfrauen (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern VI); für die Neuprofessen (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern VII); bei einer Kirchweihe (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern VIII). 2. In anderen Eucharistischen Hochgebeten : für die Verstorbenen, in den Hochgebeten II und III (Die Feier der Gemeindemesse); für die Neugetauften (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern I); für die neugeweihten Jungfrauen (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern VI); für die Neuprofessen (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern VII); bei einer Kirchweihe (Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern VIII).
  18. Die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 192. und Die Feier der Eucharistie in Konzelebration, Nr. 32, sehen nicht vor, dass die Konzelebranten zum Gebet des Herrn die Hände ausbreiten.
  19. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 201-206, wo auch die anderen Arten der Kommunionausteilung unter beiden Gestalten beschrieben sind.
  20. Vgl. Ritenkongregation. Instruktion über die Vereinfachung der Pontifikalriten und Pontifikalinsignien "Pontificales ritus" vom 21. Juni 1968. Nr. 36: AAS 60 (1968) 411.
  21. Zum Ritus und den Texten für den Apostolischen Segen vgl. Nr. 1137-1141.
  22. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch. Nr. 77-152.
  23. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über die Vereinfachung der Pontifikalriten und Pontifikalinsignien "Pontificales ritus" vom 21. Juni 1968, Nr. 24: AAS 60 (1968) 410.

TEIL III: STUNDENGEBET UND WORTGOTTESDIENSTE

DAS STUNDENGEBET

Einführung

187. Insofern der Bischof die Person Christi besonders deutlich und sichtbar vertritt und der Hohepriester seiner Herde ist, muss er der erste Beter unter allen Gliedern seiner Kirche sein. [1]

Daher ist es höchst angebracht, dass er, vor allem in seiner Kathedrale, so oft wie möglich mit seinem Presbyterium, den Diakonen und anderen, die dabei die besonderen liturgischen Dienste ausüben, unter voller und tätiger Teilnahme der Gemeinde das Stundengebet, insbesondere Laudes und Vesper, feiert.[2]

188. Es gehört sich, dass der Bischof an höheren Festen mit dem in der Kathedrale versammelten Klerus und der Gemeinde je nach den örtlichen Gegebenheiten die Erste Vesper, die Laudes oder die Zweite Vesper feiert; dabei soll der zeitgerechte Ansatz der jeweiligen Gebetsstunde gewahrt bleiben.

189. Ebenso ist es angebracht, dass der Bischof in seiner Kathedrale am Karfreitag und Karsamstag die Lesehore und die Laudes sowie zu Weihnachten in der Heiligen Nacht die Lesehore feiert.

190. Vor allem aber soll er der ihm anvertrauten Herde die Bedeutung des Stundengebetes durch sein Wort und sein eigenes Beispiel nahebringen und die gemeinschaftliche Feier des Stundengebetes in den Pfarrgemeinden, Ordensgemeinschaften und anderen Vereinigungen gemäß den Bestimmungen der Allgemeinen Einführung in das Stundengebet fördern.[3]

1. Kapitel: DIE FEIER DER VESPER AN BESONDEREN FESTTAGEN

191. Für die Ankunft des Bischofs in der Kirche gelten die unter Nr. 79 beschriebenen allgemeinen Bestimmungen.

192. Die assistierenden Diakone und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, bekleiden sich bereits vor der Ankunft des Bischofs mit ihren liturgischen Gewändern. Der Bischof legt in der Sakristei Cappa oder Mozzetta ab, gegebenenfalls auch das Rochett, und zieht Schultertuch, Albe, Zingulum, Brustkreuz, Stola und Pluviale an. Dann setzt ihm ein Diakon oder der Zeremoniar (Sekretär oder jemand anderes) die Mitra auf und reicht ihm den Stab.

Währenddessen können, römischem Brauch entsprechend, die Priester, insbesondere die Kanoniker, über dem Chorrock oder der Albe das Pluviale anlegen, die Diakone das Pluviale oder die Dalmatik.

193. Danach zieht man, begleitet von Orgelspiel oder Gesang, in folgender Ordnung in die Kirche:

- der Kreuzträger, begleitet von zwei Akolythen, die Leuchter mit brennenden Kerzen tragen;

- jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben;

- Kantoren;

- die Diakone, falls es mehrere sind, je zwei und zwei; die Priester, je zwei und zwei;

- es folgt der Bischof allein; er trägt die Mitra und hält in der linken Hand den Stab;

- ein wenig hinter dem Bischof gehen die beiden Diakone, die ihm assistieren; wenn es nötig ist, halten sie zu beiden Seiten das Pluviale des Bischofs;

- schließlich die Ministranten für Buch, Mitra und Stab und der Zeremoniar (Sekretär).

Wenn die Prozession an der Sakramentskapelle vorbeizieht, wird nicht angehalten und keine Kniebeuge gemacht (vgl. Nr. 71),

194. Das Prozessionskreuz wird nach Möglichkeit in der Nähe des Altares aufgestellt, so dass es als Altarkreuz dient; andernfalls wird es beiseite gestellt. Die Leuchter werden neben den Altar, auf die Kredenz oder an einen anderen geeigneten Platz im Altarraum gestellt.

195. Beim Betreten des Altarraumes verehren alle, je zwei und zwei, den Altar durch eine tiefe Verneigung; wird das Allerheiligste im Altarraum aufbewahrt, machen sie eine Kniebeuge. Dann begeben sie sich an ihre Plätze.

196. Ist der Bischof vor dem Altar angekommen, so gibt er den Stab einem Ministranten und verehrt, nachdem ihm die Mitra abgenommen wurde, zusammen mit den Diakonen und den anderen, die ihn begleiten, den Altar durch eine tiefe Verneigung. Danach geht er zur Kathedra. Dort singt er stehend den Versikel "O Gott, komm mir zu Hilfe". Dabei machen alle das Kreuzzeichen. Alle antworten danach: "Herr, eile, mir zu helfen", singen das "Ehre sei dem Vater ... " und, falls vorgesehen, das "Halleluja".

197. Der Hymnus wird von den Kantoren angestimmt und vom Chor oder der Gemeinde fortgeführt, je nachdem, wie die musikalische Form des Hymnus es erfordert.

198. Nach dem Hymnus setzt sich der Bischof und erhält die Mitra; alle anderen setzen sich ebenfalls. Ein Kantor stimmt die Antiphonen und die Psalmen an. Wenn es den örtlichen Gepflogenheiten entspricht, können zur Psalmodie alle stehen.

Werden Psalmorationen gebetet, so wird zunächst die Antiphon wiederholt; dann gibt der Bischof die Mitra ab, erhebt sich und spricht, während alle stehen, die Gebetseinladung "Lasset uns beten". Alle beten in Stille. Danach spricht der Bischof die zum Psalm oder zum Canticum gehörende Oration.

199. Nach der Psalmodie trägt ein Lektor vom Ambo aus die Kurzlesung oder auch eine längere Lesung vor. Alle sitzen und hören zu.

200. Gegebenenfalls kann der Bischof eine kurze Homilie halten, in der er die Lesung auslegt. Zur Homilie nimmt er entweder auf der Kathedra Platz oder begibt sich zum Ambo oder an eine andere geeignete Stelle, von der aus er von allen gut gesehen und gehört wird. Der Bischof kann zur Homilie die Mitra und gegebenenfalls auch den Stab nehmen, falls er es nicht vorzieht, ohne diese Insignien zu predigen.

201. Nach der Lesung oder der Homilie kann, wenn dies gut erscheint, eine kurze Stille gehalten werden.

202. Danach wird als Antwort auf das Wort Gottes das Responsorium breve oder ein anderer Antwortgesang gesungen.

203. Vor der Antiphon zum Canticum aus dem Evangelium erheben sich alle außer dem Bischof. Dieser legt Weihrauch in das Rauchfass ein. Während der Antiphon gibt der Bischof die Mitra ab und erhebt sich. Wenn die Kantoren oder der Chor das "Magnificat" anstimmen, bezeichnet er sich mit dem großen Kreuzzeichen. Auch alle anderen bezeichnen sich mit dem Kreuzzeichen. Der Bischof geht zum Altar und küsst ihn gemeinsam mit den Diakonen, die ihm assistieren.

204. Während das Canticum aus dem Evangelium feierlich gesungen wird, beräuchert der Bischof in der üblichen Weise Altar und Kreuz; danach werden auch der Bischof und die übrigen Teilnehmenden wie in der Messfeier beräuchert (vgl. Nr. 89, 93 und 96),

205. Nach dem "Magnificat" und der Wiederholung der Antiphon werden die Fürbitten gebetet. Der Bischof spricht die Gebetsaufforderung; ein Ministrant hält hierzu das Buch. Ein Diakon, ein Kantor, ein Lektor oder jemand anderes trägt von einem geeigneten Platz aus die Gebetsanliegen vor, auf die die Gemeinde antwortet.

Das Vaterunser wird von allen gesungen oder gesprochen (ohne "denn dein ist das Reich ... "), nachdem der Bischof, wenn es angebracht erscheint, eine Gebetseinladung vorausgeschickt hat.

Schließlich breitet der Bischof die Hände aus und singt oder spricht die abschließende Oration. Alle antworten mit "Amen".

206. Der Bischof erhält die Mitra und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch". Ein Diakon kann die Worte "Wir verneigen uns zum Segen" oder eine ähnliche Einladung sprechen. Der Bischof erteilt den Feierlichen Segen, wie es für die feierliche Bischofsmesse vorgesehen ist (vgl. Nr. 169); die passenden Segenstexte entnimmt er dem Messbuch.

Der Bischof kann den Segen auch mit den in Nr. 113 5-1136 vorgeschlagenen Worten erteilen.

207. Danach entläßt ein Diakon die Gemeinde mit dem Ruf "Gehet hin in Frieden"; die Gemeinde antwortet: "Dank sei Gott, dem Herrn."

Die Hore kann mit der Marianischen Antiphon schließen, der keine Oration folgt.

208. Schließlich geht der Bischof mit Mitra und Stab von der Kathedra vor den Altar und verehrt ihn, ohne ihn zu küssen; auch die Priester und alle, die sich im Altarraum befinden, verehren den Altar wie zu Beginn und kehren in derselben Ordnung wie beim Einzug in Prozession in die Sakristei zurück.

2. Kapitel: DIE FEIER DER VESPER IN EINFACHER FORM

209. Auch wenn der Bischof außerhalb höherer Festtage, mit einer kleineren Gemeinde und mit weniger Klerus oder in einer Pfarrkirche einer Vesper vorsteht, ist es angebracht, dass wenigstens einige Priester in Talar und Chorrock oder in Albe und Pluviale teilnehmen sowie zwei Diakone oder wenigstens einer, die Albe und Dalmatik tragen; der Bischof selbst trägt die liturgischen Gewänder, die in Nr. 192 angegeben sind, oder zumindest Stola und Pluviale über der Albe.

Alles geschieht - mit den nötigen Anpassungen -, wie es in Nr. 191-208 beschrieben ist.

210. Wenn jedoch der Bischof in einer Pfarrei oder in der Kirche einer kleineren Gemeinschaft an einer Vesper teilnimmt, kann er sie in Chorkleidung von seinem Sitz aus leiten (vgl. Nr. 63), Einige andere Teilnehmende assistieren ihm.

211. Wenn der Bischof an einer Vesper teilnimmt, der ein Priester vorsteht, erteilt der Bischof vor der Entlassung der Gemeinde den Segen.

3. Kapitel: DIE LAUDES

212. Die Laudes können nach der gleichen Ordnung wie die Vesper gefeiert werden. Es gelten jedoch folgende Ausnahmen:

213. Wenn das Invitatorium vorausgeht, eröffnet der Bischof die Laudes nicht mit dem Versikel "O Gott, komm mir zu Hilfe", sondern mit dem Versikel "Herr, öffne meine Lippen"; die Antwort auf diesen lautet:

"Damit mein Mund dein Lob verkünde." Während dieses Versikels bezeichnen alle den Mund mit dem Kreuzzeichen. Dann wird der Invitatoriums-Psalm strophenweise im Wechsel mit der Antiphon gesungen, wie es im Stundenbuch beschrieben ist; dabei stehen alle.

Nach dem Invitatoriums-Psalm und der Wiederholung der Antiphon wird der Hymnus gesungen. Die Feier der Laudes wird fortgesetzt, wie es bei der Feier der Vesper beschrieben ist.

4. Kapitel: DIE LESEHORE

214. Die Lesehore leitet der Bischof in Chorkleidung (vgl. Nr. 63) von der Kathedra aus. Er eröffnet die Feier gemäß den Rubriken mit dem Versikel "Herr, öffne meine Lippen" oder "O Gott, komm mir zu Hilfe". Hymnus, Antiphonen und Psalmen werden von einem Kantor angestimmt; die Lesungen werden von Lektoren vorgetragen. Am Ende singt oder spricht der Bischof die abschließende Oration und erteilt, falls die Gemeinde entlassen wird, den Segen, wie es in Nr. 1135-1136 beschrieben ist.

215. Wird die Lesehore erweitert und als Vigil gefeiert, so wird an einem Sonntag das Evangelium von der Auferstehung, an einem anderen Tag ein anderes Evangelium vom Diakon feierlich verkündet; der Diakon trägt Albe, Stola und Dalmatik. Vor der Verkündigung des Evangeliums erbittet er vom Bischof den Segen; er wird von zwei Akolythen mit brennenden Kerzen und vom Rauchfassträger mit dem Rauchfass begleitet; der Bischof legt zuvor Weihrauch in das Rauchfass ein und segnet ihn.

Gegebenenfalls hält der Bischof eine Homilie.

Nach dem Hymnus "Dich, Gott, loben wir ... " - falls dieser vorgesehen ist - singt oder spricht der Bischof die abschließende Oration und erteilt, wenn die Entlassung folgt, den Segen.

216. Sooft eine erweiterte Lesehore als Vigil unter Beteiligung der Gemeinde und in festlicher Form gefeiert wird, sollen der Bischof, die Priester und die Diakone die gleichen liturgischen Gewänder tragen wie bei der Vesper. Während der Psalmodie sitzt der Bischof auf der Kathedra; er trägt die Mitra; bei der Verkündigung des Evangeliums gibt er die Mitra ab, erhebt sich und nimmt den Stab; diesen hält er auch während des Hymnus "Dich, Gott, loben wir ... " Alles übrige geschieht, wie es in Nr. 214 beschrieben ist.

217. Zu Weihnachten in der Heiligen Nacht, am Karfreitag und am Karsamstag wird die Lesehore, soweit möglich, unter Beteiligung der Gemeinde in Anwesenheit und unter der Leitung des Bischofs gefeiert, wie es in Nr. 214-216 beschrieben ist.

5. Kapitel: TERZ, SEXT UND NON

218. Der Bischof kann in Chorkleidung (vgl. Nr. 63) der Feier von Terz, Sext und Non in seiner Kathedrale oder anderswo vorstehen. Er eröffnet die Feier mit dem Versikel "O Gott, komm mir zu Hilfe" und beschließt sie mit der Oration.

Zur Psalmodie können alle je nach örtlicher Gepflogenheit sitzen oder stehen. Nach der Psalmodie trägt der Lektor von einem geeigneten Platz aus stehend die Kurzlesung vor, bei der alle sitzen. Danach erheben sie sich. Es folgt der Versikel, den die Kantoren anstimmen und alle beantworten. Es wird kein Segen erteilt. Die Hore schließt mit dem Ruf "Singet Lob und Preis"; darauf antworten alle: "Dank sei Gott, dem Herrn."

6. Kapitel: DIE KOMPLET

219. Wenn der Bischof in einer Kirche die Komplet leitet, trägt er Chorkleidung (vgl. Nr. 63); einige Teilnehmende assistieren ihm. Er eröffnet die Hore mit dem Versikel "O Gott, komm mir zu Hilfe".

Wird eine Gewissenserforschung gehalten, so geschieht dies unter Schweigen oder im Rahmen des Allgemeinen Schuldbekenntnisses.

Zur Psalmodie können alle je nach örtlicher Gepflogenheit sitzen oder stehen. Nach der Psalmodie trägt der Lektor von einem geeigneten Platz aus stehend die Kurzlesung vor, bei der alle sitzen. Es folgt das Responsorium breve "Herr, auf dich vertraue ich ... " Dann wird die Antiphon des Canticums aus dem Evangelium "Nunc dimittis" gesungen oder gesprochen; dazu erheben sich alle. Zu Beginn des Canticums bezeichnen sich alle mit dem Kreuzzeichen.

Der Bischof singt oder spricht die abschließende Oration und segnet die Mitfeiernden mit den Worten: "Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende ... "

220. Die Hore schließt mit der Marianischen Antiphon, der keine Oration folgt.

DIE FEIER VON WORTGOTTESDIENSTEN

Einführung

221. "Die Kirche hat die Heiligen Schriften immer verehrt wie den Herrenleib selbst, weil sie, vor allem in der heiligen Liturgie, vom Tisch des Wortes Gottes wie des Leibes Christi ohne Unterlaß das Brot des Lebens nimmt und den Gläubigen reicht."[4] Ja, mehr noch: Jegliche liturgische Feier stützt sich auf das Wort Gottes und wird von ihm getragen.[5] Daher soll der Bischof bemüht sein, dass alle Gläubigen sich durch entsprechende geistliche Vorbereitung den inneren Sinn für das Hören und Bedenken des Christus-Mysteriums erwerben, wie es uns im Alten und Neuen Testament vor Augen geführt wird.

222. Die Feier von Wortgottesdiensten ist daher für das Leben der einzelnen wie auch der Gemeinschaft ein großer Gewinn. In ihnen werden der Geist und das geistliche Leben gestärkt, die Liebe zum Wort Gottes vertieft und gefestigt und die Feier der Eucharistie sowie der anderen Sakramente zu größerer Fruchtbarkeit entfaltet.

223. Daher ist es angebracht, dass insbesondere in der Kathedrale Wortgottesdienste unter Vorsitz des Bischofs vor allem an den Vorabenden der höheren Festtage, an einigen Werktagen im Advent und in der österlichen Bußzeit sowie an Sonntagen und Festtagen gefeiert werden.


Beschreibung der Feier

224. Für die Feier von selbständigen Wortgottesdiensten soll der Wortgottesdienst der Messfeier als Vorbild dienen.

225. Nachdem der Bischof, wie es in Nr. 79 beschrieben ist, begrüsst worden ist, legt er in der Sakristei oder an einem anderen geeigneten Ort über der Albe Brustkreuz, Stola und Pluviale in der entsprechenden liturgischen Farbe an; in der Regel trägt er Mitra und Stab. Ihm assistieren zwei Diakone, die die liturgischen Gewänder ihres Standes tragen. Sind keine Diakone anwesend, so assistieren dem Bischof zwei Priester, die über dem Talar den Chorrock tragen.

226. Nach der Eröffnung (Gesang, Begrüßung und Oration) werden eine oder mehrere Lesungen aus der Heiligen Schrift verkündet; dazwischen werden Psalmen oder andere Gesänge vorgetragen, oder es wird eine Zeit der Stille gehalten oder Instrumentalmusik gespielt. Die Lesungen sollen in einer Homilie für die Gläubigen ausgelegt und auf ihr Leben bezogen werden.

Nach der Homilie wird nach Möglichkeit Stille gehalten, um über das Wort Gottes nachzudenken. Danach sollen die Gläubigen einmütig und wie mit einer Stimme beten, indem sie durch litaneiartige Bitten oder auf andere geeignete Weise ihre Teilnahme zum Ausdruck bringen. Den Abschluss bildet immer das Gebet des Herrn.

Der Bischof, der der gottesdienstlichen Versammlung vorsteht, spricht die Schlussoration und segnet die Gemeinde, wie es in Nr. 113 5-1136 beschrieben ist.

Danach entläßt ein Diakon oder jemand anderes, der einen besonderen liturgischen Dienst ausübt, die Gemeinde mit dem Ruf "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."

Anmerkungen

  1. Vgl. Allgemeine Einführung in das Stundenbuch, Nr. 28.
  2. Vgl. ebd. Nr. 254.
  3. Vgl. ebd. Nr.1; 5-19; 20-27; 30-32.
  4. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die göttliche Offenbarung "Dei Verbum". Art. 21.
  5. Vgl. Pastorale Einführung in das Meßlektionar. Nr. 3.

TEIL IV: DIE FEIER DER MYSTERIEN DES HERRN IM LITURGISCHEN JAHR

EINFÜHRUNG

227. "Als liebende Mutter hält die Kirche es für ihre Aufgabe, das Heilswerk ihres göttlichen Bräutigams an bestimmten Tagen das Jahr hindurch in heiligem Gedenken zu feiern. In jeder Woche begeht sie an dem Tag, den sie Herrentag genannt hat, das Gedächtnis der Auferstehung des Herrn, und einmal im Jahr feiert sie diese Auferstehung zugleich mit dem seligen Leiden des Herrn an Ostern, ihrem höchsten Fest. Im Kreislauf des Jahres entfaltet sie das ganze Mysterium Christi von der Menschwerdung und Geburt bis zur Himmelfahrt, zum Pfingsttag und zur Erwartung der seligen Hoffnung und der Ankunft des Herrn.

Indem sie so die Mysterien der Erlösung feiert, erschließt sie die Reichtümer der Machterweise und der Verdienste ihres Herrn, so dass sie jederzeit gewissermaßen gegenwärtig gemacht werden und die Gläubigen mit ihnen in Berührung kommen und mit der Gnade des Heiles erfüllt werden.[1]


Der Sonntag

228. "Am ersten Tag jeder Woche, der Tag des Herrn oder Sonntag genannt wird, feiert die Kirche gemäß apostolischer Überlieferung, die auf den Auferstehungstag Christi selbst zurückgeht, das Pascha-Mysterium."[2]

Der Herrentag ist Kern und Fundament des Kirchenjahres. Von diesem Fundament aus entfaltet die Kirche das ganze Mysterium Christi. Aus diesem Grund können nur Hochfeste oder Herrenfeste, die im Generalkalender stehen, an die Stelle der Feier des Sonntags treten. Grundsätzlich kann keine Festfeier für ständig auf einen Sonntag gelegt werden. Es gelten jedoch folgende Ausnahmen: das Fest der Heiligen Familie, das Fest der Taufe des Herrn, das Hochfest der Heiligsten Dreifaltigkeit und das Hochfest Christkönig.

Die Sonntage des Advents, der österlichen Bußzeit und der Osterzeit haben den Vorrang vor allen Festen des Herrn und vor allen Hochfesten.[3]

229. Der Bischof soll dafür sorgen, dass man in seiner Diözese den Herrentag als den Ur-Feiertag der Frömmigkeit der Gläubigen eindringlich vor Augen stellt, auf dass er auch ein Tag der Freude und der Muße werde.[4]

Deshalb soll der Bischof darüber wachen, dass alle Bestimmungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und der erneuerten liturgischen Bücher hinsichtlich der besonderen Art der Sonntagsfeier treu und gewissenhaft beachtet werden. Dies gilt vor allem dann, wenn Sonntage, wie es geschieht, immer öfter für ein besonderes Anliegen bestimmt werden, beispielsweise für Frieden und Gerechtigkeit, für geistliche Berufungen, für die Evangelisierung der Völker. In solchen Fällen soll die liturgische Ordnung des Sonntags beibehalten werden; das jeweilige Thema kann jedoch bei den Gesängen, in den frei zu formulierenden Hinweisen, in der Homilie und in den Fürbitten berücksichtigt werden.

An den Sonntagen im Jahreskreis kann auch eine von den im Lektionar vorgeschlagenen Lesungen gewählt werden, die sich für die Verdeutlichung des jeweiligen Themas eignet. Wo aber an einem Sonntag im Jahreskreis eine besondere Feier mit einem bestimmten Thema gehalten wird, kann im Auftrag und mit Erlaubnis des Ortsordinarius ein Formular aus den "Messen für besondere Anliegen" gewählt werden, die im Messbuch stehen.

230. Änderungen, die sich in jüngster Zeit in den sozialen Verhältnissen ergaben, beeinflußten verschiedentlich die Erstellung der liturgischen Kalender. So wurden einige gebotene Feiertage in manchen Gegenden aufgehoben; von ihnen wurden drei, die als Herrenfeste im Generalkalender stehen, auf den folgenden Sonntag verlegt:

a) Erscheinung des Herrn auf den Sonntag zwischen dem 2. und 8. Januar;

b) Christi Himmelfahrt auf den 7. Sonntag der Osterzeit;

c) Fronleichnam auf den Sonntag nach dem Dreifaltigkeitssonntag . Hinsichtlich anderer Feste des Herrn, der seligen Jungfrau Maria und der Heiligen, die auf einen Wochentag fallen und nicht mehr gebotene Feiertage sind, soll der Bischof dafür sorgen, dass sie das christliche Volk weiterhin gerne feiert, so dass die Gläubigen auch während der Woche die Heilsgnaden häufig empfangen können.


Das liturgische Jahr

231. Die Feier des liturgischen Jahres ist reich an sakramentaler Kraft und Wirkung, weil es Christus selber ist, der in seinen Mysterien oder im Gedächtnis der Heiligen, vor allem seiner Mutter, den Weg seines unermeßlichen Erbarmens fortsetzt, so dass die Christgläubigen nicht nur der Mysterien der Erlösung gedenken und sie meditieren, sondern auch mit ihnen innerlich in Berührung kommen, an ihnen teilnehmen und aus ihnen leben.[5]

232. Der Bischof soll also darum bemüht sein, die Herzen der Gläubigen darauf hinzulenken, die Herrenfeste und die geheiligten Zeiten des liturgischen Jahres geistlich vertieft zu feiern. So wird, was in ihnen begangen und mit dem Mund bekannt wird, auch im Herzen geglaubt werden und so seinen Weg ins private und öffentliche Leben finden.[6]

233. Außer den liturgischen Feiern, die das Kirchenjahr prägen, gibt es in vielen Gebieten noch weitere christliche Andachtsformen. Unter diesen soll der Bischof entsprechend seinem Hirtenamt jene hochschätzen, die dazu beitragen, die echte Frömmigkeit und das Verstehen der Mysterien Christi zu fördern. Dabei sorge er aber dafür, "dass sie mit der heiligen Liturgie zusammenstimmen, gewissermaßen aus ihr herausfließen und das Volk zu ihr hinführen; denn sie steht von Natur aus weit über ihnen."[7]

1. Kapitel: ADVENTS- UND WEIHNACHTSZEIT

234. "Abgesehen von der sich über das Jahr hin erstreckenden Feier des österlichen Mysteriums, hat die Kirche kein ehrwürdigeres Fest als die Gedächtnisfeier der Geburt des Herrn und seines offenbarenden Erscheinens, die die Weihnachtszeit bildet."[8]

235. Diese Gedächtnisfeier wird vorbereitet durch die Adventszeit, die einen doppelten Charakter hat: Sie ist nämlich Vorbereitungszeit auf die weihnachtlichen Hochfeste, die dem Gedächtnis des ersten Kommens des Gottessohnes zu den Menschen gewidmet sind. Zugleich aber lenkt sie durch dieses Gedenken die Herzen hin zu der Erwartung der zweiten Ankunft Christi am Ende der Zeiten. Unter diesen beiden Gesichtspunkten ist die Adventszeit eine Zeit hingebender und freudiger Erwartung.[9]

236. Während der Adventszeit können die Orgel sowie andere Instrumente eingesetzt und der Altar mit Blumen geschmückt werden, allerdings nur in dem Maß, wie es dem Charakter dieser Zeit entspricht: die volle Freude über die Geburt des Herrn soll nicht vorweggenommen werden.

Am Sonntag Gaudete (3. Adventssonntag) kann als liturgische Farbe Rosa verwendet werden.[10]

237. Der Bischof soll dafür sorgen, dass das Hochfest der Geburt des Herrn, in dem das Mysterium der Menschwerdung gefeiert wird, würdig und im rechten christlichen Geist begangen wird; durch seine Menschwerdung nämlich hat das Wort Gottes an unserem Menschsein Anteil genommen, damit wir seiner Göttlichkeit teilhaftig werden.

238. Der Brauch, zu Weihnachten in der Heiligen Nacht eine Vigil zu feiern, soll nach den Gewohnheiten einer jeden Ortskirche bewahrt und weiter gefördert werden.[11]

Es ist daher sehr zu begrüßen, wenn in der Kathedrale - soweit dies möglich ist - der Bischof selbst der zur Vigil erweiterten Lesehore vorsteht, wie dies in Nr. 215-216 beschrieben ist.

Wenn Vigil und Messfeier unmittelbar aufeinanderfolgen, können Bischof und Priester die Meßgewänder tragen; nach dem Evangelium der Vigil oder, sofern die Lesehore nicht erweitert wird, nach dem auf die zweite Lesung folgenden Responsorium wird anstelle des Hymnus "Dich, Gott, loben wir" der Gloria - Hymnus gesungen; es schließt sich sogleich das Tagesgebet der Messfeier an, während die übrigen Teile der Eröffnung entfallen.

239. Nach ältester römischer Tradition kann am Hochfest der Geburt des Herrn die Messe dreimal gefeiert werden: in der Heiligen Nacht, am Morgen und am Tag; dabei soll der zeitgerechte Ansatz der jeweiligen Messe eingehalten werden.[12]

240. Das altehrwürdige Hochfest der Erscheinung des Herrn zählt zu den höchsten Feiern des Kirchenjahres; es feiert in dem von Maria geborenen Kind die Erscheinung dessen, der der Sohn Gottes, der Messias der Juden und das Licht der Völker ist.

Unabhängig davon, ob das Hochfest ein gebotener Feiertag ist oder auf den folgenden Sonntag verlegt wird, soll der Bischof dafür sorgen, dass dieses Hochfest in angemessener Weise gefeiert wird, d. h.:

- Sinnvollerweise brennen mehr Lichter als sonst.

- Wo es Brauch ist, geht im Anschluss an das gesungene Evangelium oder nach dem Schlussgebet vor der Entlassung ein Diakon, ein Kanoniker oder ein Kantor zum Ambo und verkündet von dort aus der Gemeinde die beweglichen Feste des folgenden Jahres.

- Wo es örtlicher Brauch und überlieferte Sitte ist, soll eine besondere Darbringung von Gaben bewahrt oder wiederbelebt werden.

- In den Hinweisen während der Messfeier und der Homilie soll der volle Sinngehalt dieses Hochfestes erläutert werden, der durch die "drei Wunder" geheiligt wird:[13] die Anbetung des Kindes durch die Weisen, die Taufe Christi und die Hochzeit zu Kana.

- Wo es üblich ist, feiert der Bischof an einem Tag um das Hochfest der Erscheinung des Herrn einen besonderen Gottesdienst mit den Sternsingern.

2. Kapitel: DAS FEST DER DARSTELLUNG DES HERRN

241. An diesem Tag gehen die Christgläubigen dem Herrn mit brennenden Kerzen entgegen und, vereint mit Simeon, der Christus als "das Licht, das die Heiden erleuchtet" (Lk 2,32), erkannt hat, erheben sie zu ihm ihre Stimme.

Die Gläubigen sollen angehalten werden, immer als Kinder des Lichtes zu leben; denn indem sie selber durch ihre Werke zu brennenden Leuchten werden, sollen sie allen Menschen das Licht Christi bringen.


Erste Form: Die Prozession

242. Die Gemeinde versammelt sich zur festgesetzten Zeit in einer Nebenkirche, bei einer Kapelle oder an einem anderen geeigneten Ort außerhalb jener Kirche, die das Ziel der Prozession ist. Die Gläubigen tragen Kerzen, die noch nicht entzündet sind, in den Händen.

243. Der Bischof zieht an einem geeigneten Ort die liturgischen Gewänder in weißer Farbe für die Messfeier an. Anstelle der Kasel kann er das Pluviale tragen, das er nach der Prozession ablegt. Er begibt sich mit Mitra und Stab, begleitet von jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und von etwa anwesenden Konzelebranten in Meßgewändern, an den Ort. an dem die Segnung der Kerzen stattfinden soll.

Während man die Kerzen anzündet. wird die Antiphon "Siehe, unser Herr erscheint ... " [AS 39] ("Ecce Dóminus noster ... " [AM 197]) oder ein anderer passender Gesang gesungen.[14]

244. Ist der Bischof am Ort der Kerzensegnung angekommen und der Gesang beendet. so gibt er Stab und Mitra ab und spricht zur Gemeinde gewandt: "Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen." Dann grüsst er die Gemeinde mit dem liturgischen Gruß "Der Friede sei mit euch" und führt sie in die Feier ein. Diese Einführung kann jedoch auch jemand anderes übernehmen.

245. Nach der Einführung segnet der Bischof die Kerzen. Er breitet die Hände aus und spricht das Segensgebet; ein Ministrant hält das Buch. Dann besprengt der Bischof die Kerzen mit Weihwasser, ohne dazu ein Begleitwort zu sprechen. Der Bischof erhält wieder die Mitra, legt für die Prozession Weihrauch ein und segnet ihn. Schließlich reicht der Diakon dem Bischof eine brennende Kerze, die er bei der Prozession trägt.

246. Nach der Aufforderung des Diakons "Laßt uns ziehen in Frieden, Christus, dem Herrn, entgegen" zieht die Prozession zur Kirche, wo die Messe gefeiert wird. Voran geht der Rauchfassträger mit dem Rauchfass, dann der Kreuzträger, begleitet von Akolythen mit brennenden Kerzen. Es folgen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, der Diakon mit dem Evangelienbuch, gegebenenfalls weitere Diakone, die Konzelebranten, der Stabträger, schließlich der Bischof mit Mitra, in der Hand die Kerze; ein wenig hinter dem Bischof gehen die beiden Diakone, die ihm assistieren; den Abschluss bilden die Ministranten für Buch und Mitra sowie die Gemeinde. Alle Teilnehmenden, ob sie einen besonderen liturgischen Dienst ausüben oder nicht, tragen brennende Kerzen.

Während der Prozession singt man die Antiphon "Ein Licht, das die Heiden erleuchtet ..." [AS 1286] ("Lumen ad revelatiónem gentium ... " [AM 803]) mit dem Canticum "Nun läßt du, Herr, deinen Knecht ... " [AS 729] ("Nunc dimittis .. ,") oder einen anderen passenden Gesang.

247. Beim Einzug in die Kirche singt man den Eröffnungsvers der Messfeier. Ist der Bischof vor dem Altar angekommen, so verehrt er ihn und beräuchert ihn gegebenenfalls. Dann geht er zur Kathedra; falls er zur Prozession das Pluviale getragen hat, legt er es ab und zieht die Kasel an. Nach dem Gloria-Hymnus trägt er das Tagesgebet vor. Danach wird die Messe in der üblichen Weise fortgesetzt.

Wenn es passender erscheint, ist auch folgende Form möglich:

Der Bischof gibt bei seiner Ankunft am Altar dem Diakon die Kerze, legt Mitra und Pluviale ab und zieht die Kasel an; dann verehrt er den Altar und beräuchert ihn. Anschließend begibt er sich zur Kathedra, wo er nach dem Gesang des Gloria-Hymnus das Tagesgebet vorträgt; die übrigen Teile der Eröffnung entfallen. Danach wird die Messe in der üblichen Weise fortgesetzt.[15]


Zweite Form: Feierlicher Einzug

248. Wo keine Prozession stattfinden kann, versammeln sich die Gläubigen in der Kirche. Sie halten Kerzen in den Händen. Der Bischof begibt sich in weißen liturgischen Gewändern mit jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und den etwa anwesenden Konzelebranten in Meßgewändern sowie mit Vertretern der Gemeinde an einen geeigneten Platz vor dem Portal oder innerhalb der Kirche; der Ort soll so gewählt sein, dass er wenigstens einem Großteil der Gemeinde die Mitfeier ermöglicht.

Sobald der Bischof an den für die Kerzensegnung vorgesehenen Ort gekommen ist, werden die Kerzen angezündet. Inzwischen singt man die Antiphon "Siehe, unser Herr erscheint ... " [AS 39] ("Ecce Dominus noster ... " [AM 197]) oder einen anderen passenden Gesang.

Die Messe wird fortgesetzt. wie es in Nr. 244-247 beschrieben ist.[16]

3. Kapitel: DIE FASTENZEIT (ÖSTERLICHE BUSSZEIT)

249. Die vierzigtägige Fastenzeit ist die Zeit der Gnade, in der die Gläubigen "den heiligen Berg des Pascha hinaufsteigen".

Die vierzigtägige Fastenzeit hat eine doppelte Aufgabe: Sie bereitet einerseits Katechumenen, andererseits Gläubige gemeinsam auf die Feier des Ostergeschehens vor. Die Katechumenen werden durch die Erwählung und die Skrutinien, aber auch durch die Katechese zum Empfang der Sakramente der Eingliederung in die Kirche hingeführt; die Gläubigen sollen in dieser Zeit mit größerem Eifer das Wort Gottes hören und sich für das Gebet Zeit nehmen; sie sollen sich durch Buße auf die Erneuerung des Taufversprechens vorbereiten.[17]

250. Für den Bischof sei es ein Herzensanliegen, die Unterweisung der Katechumenen zu fördern (Nr. 406); er soll die Feier der Einschreibung zu Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit leiten (Nr. 408-419) und nach Möglichkeit der Übergabe des Glaubensbekenntnisses und des Herrengebetes vorstehen (Nr. 420-424),

251. In der Katechese soll den Gläubigen gleichzeitig mit den sozialen Folgen der Sünde das eigentliche Wesen der Buße bewusstgemacht werden, die die Sünde als Beleidigung Gottes verabscheut; dabei ist die Rolle der Kirche im Bußgeschehen wohl zu beachten und das Gebet für die Sünder sehr zu betonen.

Die Buße der vierzigtägigen Fastenzeit sei nicht bloß eine innere und individuelle, sondern auch eine äußere und soziale Übung; sie sei ausgerichtet auf Werke der Barmherzigkeit zum Wohl der Brüder und Schwestern.[18]

Die Gläubigen sollen ermuntert werden, besonders eifrig und fruchtbringend an der Liturgie der österlichen Bußzeit teilzunehmen und Bußgottesdienste zu besuchen. Vor allem rufe man sie auf, gemäß kirchlichem Gebot und kirchlicher Tradition in dieser Zeit das Bußsakrament zu empfangen, damit sie mit reinem Herzen an der Freude über die Auferstehung des Herrn Anteil haben. Es ist sehr angebracht, in der österlichen Bußzeit das Bußsakrament in jener Form zu feiern, die im Rituale für die gemeinschaftliche Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung der einzelnen vorgesehen ist (vgl. Nr. 623-633),

252. In dieser Zeit soll der Altar nicht mit Blumen geschmückt sein; Musikinstrumente können gemäß römischem Brauch nur zur Begleitung des Gesanges eingesetzt werden.

Ausgenommen aber sind der Sonntag Laetare (4. Fastensonntag) sowie Hochfeste und Feste (vgl. Nr. 40).

Am Sonntag Laetare kann als liturgische Farbe Rosa verwendet werden.[19]

4. Kapitel: DER ASCHERMITTWOCH

253. Am Mittwoch vor dem ersten Fastensonntag beginnen die Christgläubigen mit der Aschenauflegung die Zeit der inneren Reinigung. In diesem Zeichen der Buße, das aus biblischer Überlieferung[20] hervorgegangen und in der Kirche bis heute bewahrt geblieben ist, wird die Haltung des sündigen Menschen zum Ausdruck gebracht, der seine Schuld vor dem Herrn nach außen bekennt und so den Willen zur inneren Umkehr bekundet, getragen von der Hoffnung, dass der Herr gütig und barmherzig ist, langmütig und reich an Erbarmen. Mit diesem Zeichen beginnt der Weg der Umkehr, der sein Ziel in der Feier des Bußsakramentes in den Tagen vor Ostern erreicht.

254. In der Messe am Aschermittwoch segnet der Bischof die Asche und teilt sie in der Kathedrale oder - unter Berücksichtigung der pastoralen Situation - in einer anderen geeigneten Kirche aus.

255. Der Bischof trägt die einfache Mitra und den Stab. Er zieht in der üblichen Form mit den Priestern, den Diakonen und den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, in die Kirche ein. Ist er am Altar angekommen, so verehrt und beräuchert er ihn. Dann begibt er sich zur Kathedra und begrüsst die Gemeinde. Darauf spricht er das Tagesgebet. Das Allgemeine Schuldbekenntnis und gegebenenfalls das Kyrie entfallen.

256. Nach Evangelium und Homilie gibt der Bischof die Mitra ab, erhebt sich, faltet die Hände und lädt die Gemeinde zum Gebet ein. Nach einer kurzen Gebetsstille segnet er die Asche, die ein Akolyth vor ihm hält; die Hände gefaltet, spricht er eines der im Messbuch vorgesehenen Segensgebete. Dann besprengt er, ohne Begleitworte, die Asche mit Weihwasser.

257. Nach der Segnung legt der, dem dies zukommt, ein Konzelebrant oder ein Diakon, dem Bischof, der sich verneigt, die Asche auf mit den Worten: "Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium" oder "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst."

258. Dann erhält der Bischof wieder die Mitra und gegebenenfalls das Gremiale; er sitzt auf der Kathedra oder steht vor ihr oder an einem anderen geeigneten Platz und legt den Konzelebranten, jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und der Gemeinde die Asche auf; dabei helfen ihm, wenn es notwendig ist, einige Konzelebranten oder Diakone.

Während der Austeilung der Asche wird Psalm 51 (50) "Gott, sei mir gnädig in deiner Huld ... " mit einer der vorgesehenen Antiphonen, z. B. "Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz ..... [AS 900] ("Dele, Dómine ... " [PM 136]), gesungen oder das Responsorium "Bekehre uns, vergib die Sünde .. ." [GL 160] ("Emendemus in melius .. ." [GT 66]) oder ein anderer passender Gesang.

259. Nach der Austeilung der Asche wäscht der Bischof die Hände; dann leitet er die Fürbitten und setzt die Messfeier in der üblichen Weise fort.

Es kann aber auch angebracht sein, die Aschenauflegung in einem selbständigen Wortgottesdienst zu vollziehen (vgl. Nr. 262). In diesem Fall folgt auf die Fürbitten das Vaterunser; dann wird der Gottesdienst mit dem Segen und der Entlassung beendet.

5. Kapitel: "STATIONSGOTTESDIENSTE" IN DER FASTENZEIT

260. Alle Bemühungen, die Fastenzeit in rechter Weise zu halten, zielen auch darauf ab, dass das Leben der Ortskirche deutlicher ins Licht gerückt und gefördert wird. Deshalb ist es auch sehr zu empfehlen, dass die Ortsgemeinden, wenigstens in den größeren Städten, entsprechend dem römischen Brauch, in geeigneter Form "Stationsgottesdienste" halten. Solche Feiern, die passenderweise der Diözesanbischof leitet, empfehlen sich an Sonntagen und besonders geeigneten Wochentagen; als Orte eignen sich die bedeutenden Kirchen und Heiligtümer einer Stadt, aber auch beliebte Wallfahrtsorte der Diözese. [21]

261. Wenn vor einer Messe, die bei solchen Versammlungen gefeiert wird, je nach Lage der Dinge eine Prozession stattfindet, sollen sich die Gläubigen in einer Nebenkirche versammeln oder an einem anderen geeigneten Platz außerhalb jener Kirche, die das Ziel der Prozession ist.

Der Bischof legt an einem geeigneten Ort die liturgischen Gewänder in violetter Farbe an. Anstelle der Kasel kann er auch das Pluviale tragen, das er nach Beendigung der Prozession ablegt; er trägt die einfache Mitra und den Stab. Mit jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und den etwa anwesenden Konzelebranten in Meßgewändern begibt er sich zum Versammlungsort; währenddessen wird ein passender Gesang gesungen.

Nach Beendigung des Gesangs gibt der Bischof Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde. Nach einer kurzen Einführung, die er selbst oder jemand anderes gibt. breitet der Bischof die Hände aus und spricht das Tagesgebet aus der Votivmesse "Vom Geheimnis des heiligen Kreuzes", das Tagesgebet "Um Nachlaß der Sünden", jenes "Für die Kirche", vor allem für die Ortskirche (Formular E: "Für das Bistum"), oder eines der Segensgebete über das Volk, die im Messbuch angegeben sind. Dann erhält er die Mitra und legt gegebenenfalls Weihrauch ein. Der Diakon lädt die Versammelten zur Prozession ein mit dem Ruf "Lasst uns ziehen in Frieden", und die Prozession zieht zur Kirche; währenddessen wird die Allerheiligen-Litanei gesungen. An passender Stelle können die Namen des Bistumspatrons oder des Gründers und der Heiligen der Ortskirche eingefügt werden. Sobald die Prozession in der Kirche angekommen ist, begeben sich alle Teilnehmenden an die für sie bestimmten Plätze. Ist der Bischof am Altar angekommen, so gibt er Stab und Mitra ab, verehrt den Altar und beräuchert ihn. Dann geht er zur Kathedra, legt das Pluviale ab, sofern er es bei der Prozession getragen hat und zieht die Kasel an; danach spricht er das Tagesgebet. Die übrigen Teile der Eröffnung, gegebenenfalls auch das Kyrie, entfallen.

Die Messfeier wird in der üblichen Weise fortgesetzt.

Der Bischof kann aber, wenn es günstiger erscheint, gleich nach seiner Ankunft am Altar das Pluviale ablegen und die Kasel anziehen und dann erst den Altar verehren.

262. Bei den "Stationsgottesdiensten" kann anstelle der Messfeier auch ein Wortgottesdienst in der in Nr. 224-226 vorgeschlagenen Weise oder in der Art eines Bußgottesdienstes gehalten werden, wie sie für die Fastenzeit im Rituale vorgeschlagen sind (vgl. Nr. 641-644).

6. Kapitel: DER PALMSONNTAG

263. Am Palmsonntag tritt die Kirche ein in das Mysterium der Kreuzigung, der Grabesruhe und der Auferstehung ihres Herrn, der mit seinem Einzug in Jerusalem seine Majestät ahnen lässt. Die Christen tragen Zweige als Zeichen des königlichen Triumphes, den Christus unter der Last des Kreuzes errungen hat. Im Wort des Apostels "Wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden" (Röm 8,17), leuchtet der Zusammenhang zwischen den beiden Aspekten des Pascha-Mysteriums in der Liturgie und der Katechese dieses Tages auf.


Erste Form: Die Prozession

264. Die Gemeinde versammelt sich zur festgesetzten Zeit in einer Nebenkirche oder an einem anderen geeigneten Ort außerhalb jener Kirche, die das Ziel der Prozession ist.

Die Gläubigen tragen Zweige in den Händen.[22]

265. Der Bischof zieht an einem geeigneten Ort die liturgischen Gewänder in roter Farbe für die Messfeier an. Anstelle der Kasel kann er das Pluviale tragen, das er nach der Prozession ablegt. Er begibt sich mit Mitra und Stab, begleitet von jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und von etwa anwesenden Konzelebranten in Meßgewändern, an den Ort, an dem die Segnung der Zweige stattfinden soll. Währenddessen singt man die Antiphon "Hosanna dem Sohne Davids" [GL 196] oder "Sei gegrüsst. Sohn Davids ..." [AS 282] (Hosanna filio David ..." [GT 137]) oder einen anderen passenden Gesang.

266. Nach Beendigung des Gesangs gibt der Bischof Stab und Mitra ab und spricht zur Gemeinde gewandt: “Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen." Dann grüsst er die Gemeinde mit dem liturgischen Gruß "Der Friede sei mit euch" und führt sie in die Feier ein. Diese Einführung kann jedoch auch jemand anderes übernehmen.

267. Nach der Einführung segnet der Bischof die Zweige. Die Hände gefaltet, spricht er das Segensgebet; ein Ministrant hält das Buch. Dann besprengt der Bischof die Zweige mit Weihwasser, ohne dazu ein Begleitwort zu sprechen.

268. Nach der Segnung der Zweige reicht ein Diakon oder ein Konzelebrant dem Bischof einen gesegneten Zweig.

269. Dann legt der Bischof Weihrauch ein, erteilt dem Diakon, der das Evangelium vortragen soll, den Segen und nimmt während des Evangeliums seinen Zweig wieder in die Hand. Wenn er eine Homilie hält, gibt er den Zweig ab und nimmt Mitra und Stab, wenn es ihm nicht anders besser erscheint.

270. Zu Beginn der Prozession kann der Bischof oder ein Diakon den im Messbuch vorgesehenen Text "Wie einst das Volk von Jerusalem ... " oder ähnliche Worte sprechen. Dann setzt sich die Prozession in Bewegung und zieht zur Kirche, in der die Messe gefeiert wird. Voran geht der Rauchfassträger mit dem Rauchfass, dann, begleitet von zwei Akolythen mit brennenden Kerzen, der Kreuzträger mit dem Kreuz, das nach örtlichem Brauch mit Zweigen geschmückt ist. Es folgen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, der Diakon mit dem Evangelienbuch, die Diakone mit dem Buch für die Leidensgeschichte, die Konzelebranten, der Stabträger, schließlich der Bischof mit Mitra, in der Hand den Zweig. Ein wenig hinter dem Bischof gehen die beiden Diakone, die ihm assistieren; den Abschluss bilden die Ministranten für Buch und Mitra sowie die Gemeinde. Alle Teilnehmenden, ob sie einen besonderen liturgischen Dienst ausüben oder nicht. tragen Zweige.

Während der Prozession singen Schola und Gemeinde die im Messbuch angegebenen oder andere passende Gesänge.

Beim Einzug in die Kirche singt man die Antiphon "Mit Palmen ... " [AS 286] oder "Mit den Engeln ... " [AS 2851 (Responsorium ,,Ingrediente Domino ... " [GT 143]) oder einen anderen Gesang, der auf den Einzug des Herrn Bezug nimmt.[23]

271. Der Bischof reicht bei seiner Ankunft am Altar dem Diakon den Zweig, gibt die Mitra ab, verehrt den Altar und beräuchert ihn. Dann begibt er sich zur Kathedra, wo er das Pluviale, sofern er es bei der Prozession getragen hat, ablegt und die Kasel anzieht. Danach spricht er als Abschluss der Prozession das Tagesgebet. Die übrigen Teile der Eröffnung, auch das Kyrie, entfallen.

Der Bischof kann aber, wenn es günstiger erscheint, gleich nach seiner Ankunft am Altar das Pluviale ablegen und die Kasel anziehen; anschließend verehrt er den Altar.


Zweite Form: Der feierliche Einzug

272. Wo keine Prozession außerhalb der Kirche möglich ist, kann die Segnung der Zweige in der Form des feierlichen Einzugs vollzogen werden.

Die Gläubigen versammeln sich mit Zweigen in den Händen vor dem Portal der Kirche oder innerhalb der Kirche. Der Bischof begibt sich mit jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und mit Vertretern der Gemeinde zu einem geeigneten Platz in der Kirche, der so gewählt sein soll, dass er wenigstens einem Großteil der Gemeinde die Mitfeier ermöglicht.

Während der Bischof zu dem vorgesehenen Platz zieht, singt man die Antiphon "Hosanna dem Sohne Davids" [GL 196] oder "Sei gegrüsst. Sohn Davids ... " [AS 282] [,Hosanna filio David ... " [GT 137]) oder einen anderen geeigneten Gesang. Alles Weitere geschieht, wie es in Nr. 266-271 beschrieben ist.[24]


Die Leidensgeschichte des Herrn

273. Beim Ruf vor dem Evangelium erheben sich alle. Zur Verkündigung der Leidensgeschichte werden weder Weihrauch noch Leuchter verwendet. Die Diakone (die Lektoren bzw. Passionssänger), die die Passion vortragen werden, erbitten den Segen; der Bischof erteilt ihn, wie es in Nr. 140 beschrieben ist. Dann gibt der Bischof die Mitra ab. Es folgt der Ruf vor der Passion, zu dem sich alle erheben, falls sie zur Leidensgeschichte stehen. In diesem Fall erhält der Bischof den Stab.

Nun wird die Leidensgeschichte verkündet. Die Begrüßung der Gemeinde und die Bezeichnung des Buches entfallen.

Die Verkündigung der Leidensgeschichte können bis zu der im Text angegebenen Stelle alle auch sitzend hören.

Nach der Verkündigung des Todes des Herrn knien alle nieder und beten in Stille. Die Verkündigung schließt mit den Worten: "Evangelium unseres Herrn Jesus Christus", sofern ein solcher Evangelienabschluß üblich ist; der Buchkuß entfällt.

Nach der Leidensgeschichte hält der Bischof eine kurze Homilie. Am Ende der Homilie kann gegebenenfalls eine kurze Stille gehalten werden.

Die Messe wird in der üblichen Weise fortgesetzt.

7. Kapitel: DIE CHRISAM-MESSE

274. Die Messe, in der der Chrisam und die anderen Öle geweiht werden, feiert der Bischof in Konzelebration mit seinem Presbyterium. Sie ist Ausdruck der Verbundenheit der Priester mit ihrem Bischof.[25]

Mit dem vom Bischof geweihten Chrisam werden die Neugetauften gesalbt und in der Firmung besiegelt; mit ihm werden die Hände der Priester, das Haupt des Bischofs, die Kirche, der Altar und gegebenenfalls die Glocken bei der Weihe gesalbt. Mit dem Katechumenenöl werden die Taufbewerber und Taufbewerberinnen auf den Empfang der Taufe vorbereitet; durch die Salbung mit Krankenöl schließlich werden die Kranken in ihrer Schwäche aufgerichtet.

Zu dieser Messe kommen die Priester zusammen und feiern sie in Konzelebration mit dem Bischof. Sie sind Zeugen und Mitwirkende ihres Bischofs bei der Bereitung des Chrisams; sie nehmen an dessen heiligem Amt, das Gottesvolk aufzuerbauen, zu heiligen und zu leiten, teil.[26] So wird die Einheit des Priesteramtes und des Opfers Christi, das in der Kirche fortdauert, eindringlich vor Augen geführt.

Der Bischof soll dafür sorgen, dass als Zeichen der Einheit des Presbyteriums Priester aus allen Regionen der Diözese konzelebrieren.[27]

Auch jene, die nicht konzelebrieren, können in dieser Chrisam-Messe die Kommunion unter beiden Gestalten empfangen.

275. Die Weihe des Chrisams, des Krankenöls und des Katechumenenöls durch den Bischof findet herkömmlich am Gründonnerstag innerhalb der dafür am Vormittag vorgesehenen Messfeier statt.

Ist es jedoch schwierig, dass Klerus und Volk an diesem Tag mit dem Bischof zusammenkommen können, so kann die Weihe auf einen anderen Tag der Karwoche vorverlegt werden. Dabei verwendet man immer das Formular der Chrisam-Messe.[28]

276. Wegen ihrer Zeichenhaftigkeit und ihrer pastoralen Bedeutung für das Leben der Diözese wird die Chrisam-Messe in der Form einer feierlichen Bischofsmesse in der Kathedrale oder, wenn pastorale Gründe es nahelegen, in einer anderen Kirche gefeiert.

277. Nach der Überlieferung der lateinischen Liturgie weiht der Bischof das Krankenöl unmittelbar vor dem Abschluss des Eucharistischen Hochgebets, das Katechumenenöl und den Chrisam nach der Kommunion.

Aus pastoralen Gründen können auch alle Öle nach dem Wortgottesdienst geweiht werden.[29]

278. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist, sind für die Weihe der Öle vorzubereiten:

a) An einer geeigneten Stelle im Kirchenschiff:

-die Gefäße mit den Ölen;

- die Duftstoffe für den Chrisam (falls der Bischof selbst die Mischung innerhalb der Feier vornehmen will);

- Brot und Wein für die Messfeier; sie werden zusammen mit den Ölen zur Gabenbereitung herbeigebracht.

b) Im Altarraum:

- Pontifikale;

- ein Tisch für die Ölgefäße; er soll so aufgestellt sein, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann;

- ein Sitz für den Bischof, wenn die Ölweihe vor dem Altar stattfindet und der Bischof selbst die Mischung des Öls mit den Duftstoffen innerhalb der Feier vornehmen will.[30]


Beschreibung der Feier

279. Die Vorbereitung des Bischofs, der Konzelebranten und aller anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, der Einzug in die Kirche, die Eröffnung und der Wortgottesdienst verlaufen nach der Ordnung, wie sie für eine feierliche Bischofsmesse vorgesehen ist.[31]

280. Zur Homilie nimmt der Bischof auf der Kathedra Platz, wenn nicht etwas anderes günstiger erscheint; er kann Mitra und Stab tragen. In der Homilie soll er, falls anschließend die Erneuerung der Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst erfolgt, seine Priester zur Treue in ihrem Amt ermutigen.

Nach der Homilie kann der Bischof, wo es üblich ist, die Erneuerung der Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst entgegennehmen; die Priester stehen dabei.[32]

281. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab und erhebt sich. Das Glaubensbekenntnis entfällt. Falls keine Bereitschaftserklärung zum priesterlichen Dienst stattfand, folgen die Fürbitten, in denen die Gemeinde u. a. zum Gebet für ihre Seelsorger eingeladen wird.

282. Dann erhält der Bischof die Mitra und nimmt auf der Kathedra Platz. Die Diakone (oder falls keine Diakone mitwirken, die Priester), die die Ölgefäße tragen sollen, und andere dazu Beauftragte sowie die Gläubigen, die Brot und Wein bringen sollen, begeben sich in Prozession zu der Stelle, an der die Ölgefäße und die Gaben für die Eucharistiefeier bereitstehen. Die Prozession kehrt in folgender Reihenfolge zum Altar zurück: Voran geht jener, der das Gefäß mit den Duftstoffen für den Chrisam trägt (falls der Bischof selbst die Mischung innerhalb der Feier vornehmen will), hinter ihm jene, die die Gefäße mit dem Öl für die Katechumenen tragen, danach diejenigen, die die Gefäße mit dem Öl für die Kranken tragen. Es folgen die Diakone (oder Priester), die die Gefäße mit dem Öl für die Bereitung des Chrisams tragen. Zum Schluss gehen die Gläubigen, die Brot und Wein für die Eucharistiefeier bringen.[33]

283. Die Prozession zieht durch die Kirche zum Altarraum. Währenddessen singt die Schola, wenn möglich unter Beteiligung der Gemeinde, den Hymnus "Herr und Heiland, höre gnädig .. ." [POH IV 121] (“O Redemptor sume cannen ..." [POH IV 214; GT 159]) oder einen anderen passenden Gesang anstelle des Gesangs zur Gabenbereitung.

284. Der Bischof nimmt die Gaben an der Kathedra oder an einem anderen passenden Ort entgegen. Einer der Diakone, die die Gefäße mit dem Öl für den Chrisam tragen, reicht sein Gefäß dem Bischof dar und ruft: "Das Öl für den heiligen Chrisam." Der Bischof nimmt die Gefäße mit dem Öl für den Chrisam entgegen und übergibt sie den assistierenden Diakonen, die sie auf den dafür vorbereiteten Tisch stellen. In gleicher Weise werden auch die Gefäße mit dem Öl für die Kranken und dem Öl für die Katechumenen überreicht.

Einer der Träger des Öls für die Kranken ruft: "Das Öl für die Kranken." Einer der Träger des Öls für die Katechumenen ruft: "Das Öl für die Katechumenen." Der Bischof nimmt die Gefäße entgegen und übergibt sie den assistierenden Diakonen, die sie auf den dafür vorbereiteten Tisch stellen.[34]

Die Messe wird in gewohnter Weise fortgesetzt, es sei denn, die Ölweihen finden unmittelbar nach dem Wortgottesdienst statt, wie dies in Nr. 291 beschrieben ist.

285. Am Schluss des Eucharistischen Hochgebetes, vor den Worten "Denn durch ihn erschaffst du immerfort ... " beim Hochgebet I, vor der Schlussdoxologie beim Hochgebet II bzw. vor den Worten "Denn durch ihn schenkst du der Welt alle guten Gaben" beim Hochgebet III bringen die Träger des Öls für die Kranken die Gefäße zum Altar und halten sie während des Segensgebetes. Der Bischof breitet die Hände aus und spricht das Segensgebet "Herr und Gott, du Vater allen Trostes .. ."

Nach dem Segensgebet werden die Gefäße mit dem Krankenöl wieder zu dem Tisch zurückgetragen. Die Messe wird bis zur Kommunion einschließlich fortgesetzt.[35]

286. Nach dem Schlussgebet der Messe werden die Gefäße mit dem Öl für die Katechumenen und dem Öl für den Chrisam von Diakonen auf einen Tisch in der Mitte des Altarraums gestellt.

287. Der Bischof und die Konzelebranten begeben sich zusammen mit den Diakonen und den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, zu dem Tisch, an dem der Bischof, der Gemeinde zugewandt, stehen bleibt. Rechts und links vom Bischof stehen die Konzelebranten in einem Halbkreis; die Diakone und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, stehen hinter dem Bischof.

288. Wenn alles vorbereitet ist, beginnt der Bischof - falls Katechumenenöl geweiht werden soll - mit der Weihe. Der Bischof steht ohne Mitra der Gemeinde zugewandt und spricht, die Hände ausgebreitet, das Segensgebet "Allmächtiger und starker Gott ... "[36]

289. Dann setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Er mischt die Duftstoffe in das Öl für den Chrisam (falls dies nicht schon vorher geschehen ist). Dabei werden keine Gebete gesprochen.

290. Der Bischof gibt die Mitra ab, erhebt sich und spricht die Gebetseinladung "Liebe Brüder und Schwestern, laßt uns beten zu Gott ... " Dann haucht er über das Öl für den Chrisam.

Danach breitet der Bischof die Hände aus und singt (oder spricht) eines der bei den Weihegebete. Von den Worten "Deshalb bitten wir dich, o Herr" an halten alle Konzelebranten bis zum Ende des Weihegebetes schweigend beide Hände zu den Chrisamgefäßen hin ausgestreckt.[37]

291. Wenn es pastorale Gründe nahelegen, alle Öle unmittelbar nach dem Wortgottesdienst zu weihen, geschieht dies folgendermaßen: Die Gefäße mit dem Öl für die Kranken, dem Öl für die Katechumenen und dem Öl für die Bereitung des Chrisams, die dem Bischof gereicht werden, werden von den Diakonen auf einen Tisch in der Mitte des Altarraums gestellt. Die Weihe selbst verläuft, wie in Nr. 283-284 und 287-290 beschrieben. Danach wird die Messe von der Gabenbereitung bis zum Schlussgebet in der üblichen Weise fortgesetzt.

292. Nach der Weihe des Chrisams oder, wenn diese nach dem Wortgottesdienst stattgefunden hat, nach dem Schlussgebet erteilt der Bischof in der gewohnten Form den Segen; danach legt er Weihrauch ein und segnet ihn. Wenn der Diakon die Gemeinde mit dem Ruf "Gehet hin in Frieden" entlassen hat, zieht man in Prozession aus der Kirche in die Sakristei.

293. Voran geht der Rauchfassträger mit dem Rauchfass; die Träger mit den geweihten Ölen folgen unmittelbar hinter dem Kreuz. Schola und Gemeinde singen weitere Verse des Hymnus "Herr und Heiland, höre gnädig ... " [POH IV 2121 (“O Redemptor sume carmen ... " [POH IV 214; GT 159]) oder einen anderen passenden Gesang.

294. In der Sakristei fordere der Bischof die Priester mit geeigneten Worten dazu auf, mit den heiligen Ölen achtsam umzugehen und sie sorgfältig aufzubewahren.[38]

8. Kapitel: DIE DREI ÖSTERLICHEN TAGE

295. "Das Werk der Erlösung der Menschen und der vollendeten Verherrlichung Gottes hat Christus, der Herr, vor allem vollzogen durch das Pascha-Mysterium, in dem er durch seinen Tod unseren Tod überwunden und in der Auferstehung das Leben wiederhergestellt hat. Darum sind die Drei Österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn Höhepunkt des ganzen Kirchenjahres. So gilt mit Recht: Was der Sonntag für die Woche bedeutet, ist Ostern für das ganze Jahr."[39]

Unangetastet bleiben soll das Pascha-Fasten am Freitag des Leidens und Todes unseres Herrn; es ist überall zu begehen und, wo es angebracht erscheint, auf den Samstag der Grabesruhe des Herrn auszudehnen, damit man so hochgestimmten und aufgeschlossenen Herzens zu den Freuden über die Auferstehung des Herrn gelange.[40]

296. In Anbetracht der besonderen Würde dieser Tage und der hohen geistlichen und pastoralen Bedeutung dieser Feiern für das Leben der Kirche ist es überaus angebracht, dass der Bischof in seiner Kathedrale der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag, der Feier vom Leiden und Sterben Christi am Karfreitag und der Feier der Osternacht vorsteht. Dies gilt vor allem, wenn in der Osternacht auch die Sakramente der Eingliederung in die Kirche gefeiert werden. Weiterhin ist es angemessen, dass der Bischof nach Möglichkeit mit dem Klerus und der Gemeinde die Lesehore und die Laudes am Karfreitag und Karsamstag sowie die Vesper am Ostertag feiert, besonders dort, wo die österliche Taufvesper gebräuchlich ist.

9. Kapitel: DIE ABENDMAHLSMESSE

Einführung

297. Mit dieser Messe, die in den Abendstunden des Gründonnerstags gefeiert wird, tritt die Kirche in die Feier der Drei Österlichen Tage ein; sie gedenkt jenes letzten Mahles, bei dem der Herr Jesus Christus in der Nacht, in der er verraten wurde, für die Seinen, die in der Welt waren und die er bis zur Vollendung liebte, seinen Leib und sein Blut unter den Gestalten von Brot und Wein Gott dem Vater darbrachte und den Aposteln als Speise und Trank reichte und ihnen und ihren Nachfolgern im Priestertum den Auftrag gab, dieses Opfer darzubringen.[41]

Daher wird in dieser Messfeier der Einsetzung der Eucharistie, des Gedächtnisses des Pascha des Herrn, gedacht, durch die das Opfer des Neuen Bundes unter uns in sakramentalen Zeichen vergegenwärtigt wird. In dieser Messfeier gedenkt die Kirche aber auch der Einsetzung des Priesteramtes, in dem sich die Sendung und das Opfer Christi in der Welt fortsetzen; schließlich wird auch der Zuwendung gedacht, mit der der Herr uns bis zum Tod geliebt hat. Der Bischof sorge dafür, all dieses den Gläubigen durch den Dienst der Verkündigung eindringlich vor Augen zu führen, so dass sie fähig werden, diese erhabenen Mysterien tiefer zu erfassen und in ihrem Leben und Handeln intensiver zu verwirklichen.

298. Selbst wenn der Bischof am Vormittag bereits die Chrisam-Messe gefeiert hat, soll es ihm am Herzen liegen, auch die Abendmahlsmesse in Gemeinschaft mit den Priestern, den Diakonen, den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und den übrigen Gläubigen zu feiern.

Auch Priester, die schon in der Chrisam-Messe konzelebriert haben, können in der Abendmahlsmesse konzelebrieren.[42]

Sinnvollerweise wird an diesem Abend allen Gläubigen die Möglichkeit zur Kelchkommunion gegeben.

299. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist, sind vorzubereiten:

a) An einer geeigneten Stelle im Kirchenschiff: - Brot (ausreichend auch für die Kommunion am Karfreitag) und Wein.

b) Im Altarraum:
- ein Schultervelum;
- ein zweites Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;
- Fackeln und Kerzen.

c) An der Stelle, wo die Fufiwaschung stattfindet:
- Sitze für jene, an denen die Fusswaschung vorgenommen werden soll;
- Schüssel und Kanne mit Wasser;
- Tücher zum Abtrocknen der Füße;
- eine Leinenschürze für den Bischof;
- das für die Händewaschung des Bischofs Erforderliche.

d) In der Kapelle, in der das Allerheiligste aufbewahrt wird:
- Tabernakel oder Behältnis zur Aufbewahrung des Allerheiligsten;
- Leuchter, Blumen und anderer geeigneter Schmuck.


Beschreibung der Feier

300. Die Vorbereitung, der Einzug in die Kirche und der Wortgottesdienst erfolgen, wie es bei der feierlichen Bischofsmesse vorgesehen ist.

Zum Gloria-Hymnus läuten die Glocken. Darauf schweigen sie bis zur Osternacht, falls nicht die Bischofskonferenz oder der Diözesanbischof andere Bestimmungen erlassen hat.43 [43]

Ebenso können nach römischem Brauch in dieser Zeit die Orgel und andere Musikinstrumente nur zur Begleitung des Gesangs verwendet werden.

301. Die Homilie handelt von den großen Mysterien, deren Gedächtnis in dieser Messe gefeiert wird, von der Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums sowie vom Gebot der Nächstenliebe. Nach der Homilie folgt, wo die seelsorglichen Verhältnisse es anraten, die Fusswaschung.

Akolythen oder Ministranten geleiten jene, an denen die Fusswaschung vorgenommen werden soll, zu den an geeigneter Stelle bereitgestellten Sitzen. Der Bischof legt Mitra und Kasel ab, nicht jedoch die Dalmatik, falls er sie trägt; er legt die Leinenschürze an. Dann geht er zu den einzelnen, gießt Wasser über die Füße und trocknet sie ab; die Diakone sind ihm dabei behilflich. Inzwischen singt man die im Messbuch vorgesehenen Antiphonen oder andere passende Gesänge.[44]

302. Nach der Fusswaschung kehrt der Bischof zur Kathedra zurück, wäscht die Hände und legt die Kasel wieder an. Das Glaubensbekenntnis entfällt. Es folgen sofort die Fürbitten.[45]

303. Zu Beginn der Eucharistiefeier können die Gläubigen in einer Prozession außer Brot und Wein für die Eucharistiefeier auch Gaben für die Armen herbeibringen. Währenddessen singt man den Gesang "Wo Güte und Liebe ... " [GL 645,3] ("Ubi caritas est vera ... " [GT 168]) oder einen anderen passenden Gesang.[46]

304. Von der Gabenbereitung bis zur Kommunion einschließlich verläuft alles, wie es für die feierliche Bischofsmesse vorgesehen ist; für das Hochgebet finden sich eigene Einschübe im Messbuch.[47]

305. Nach der Kommunion der Gemeinde bleibt das Gefäß mit dem eucharistischen Brot für die Kommunion am Karfreitag auf dem Altar stehen. Es folgt das Schlussgebet.[48]

306. Nach dem Schlussgebet - der Abschluss der Messfeier entfällt - legt der Bischof, vor dem Altar stehend, in beide Rauchfässer Weihrauch ein und segnet ihn; dann kniet er nieder und beräuchert das Allerheiligste. Danach legt er das Schultervelum an, tritt zum Altar und macht eine Kniebeuge; mit Hilfe eines Diakons ergreift er das Gefäß mit dem eucharistischen Brot; seine Hände sind dabei mit den Enden des Velums bedeckt.[49]

307. Das Allerheiligste wird in Prozession durch die Kirche zum Aufbewahrungsort getragen, der in einer Kapelle bereitet sein soll. Voran geht der Kreuzträger, begleitet von Akolythen mit brennenden Kerzen; es folgen die Ministranten, die Diakone, die Konzelebranten, der Stabträger, zwei Rauchfassträger mit Rauchfässern, schließlich der Bischof mit dem Allerheiligsten; ein wenig hinter ihm gehen die beiden Diakone, die ihm assistieren; den Abschluss bilden die Ministranten für Buch und Mitra. Alle tragen Kerzen; das Allerheiligste wird mit Fackeln begleitet.

Inzwischen singt man den Hymnus "Das Geheimnis laßt uns künden ... “ [GL 544] (“Pange lingua ... “ [GL 543]) ohne die beiden letzten Strophen oder, nach den örtlichen Gewohnheiten, einen anderen eucharistischen Gesang.[50]

308. Wenn die Prozession am Aufbewahrungsort angekommen ist, übergibt der Bischof das Gefäß mit dem eucharistischen Brot einem Diakon, der es auf den Altar oder in den Tabernakel stellt, dessen Tür jedoch geöffnet bleibt; der Bischof kniet nieder und beräuchert das Allerheiligste. Währenddessen wird "Gott ist nah ... “ [GL 544,5.6] ("Tanturn ergo ... “ [GL 543,5.6]) oder ein anderer passender Gesang gesungen. Danach stellt der Diakon das Allerheiligste in den Tabernakel, falls dies nicht schon vorher geschehen ist, und schließt die Tabernakeltür.[51]

309. Alle verharren eine Weile in stillem Gebet. Danach erheben sich alle, machen eine Kniebeuge und kehren in die Sakristei zurück. Der Bischof trägt Mitra und Stab.[52]

310. Zu gegebener Zeit wird der Altar abgedeckt. Die Kreuze werden, wenn möglich, aus der Kirche entfernt. Andernfalls sollen sie verhüllt werden, wenn sie nicht vorher bereits, gemäß den Bestimmungen der Bischofskonferenz, verhüllt wurden.[53]

311. "Den Gläubigen soll nahegelegt werden, entsprechend den jeweiligen örtlichen Verhältnissen eine nächtliche Anbetung vor dem Allerheiligsten zu halten. Nach Mitternacht soll diese Anbetung jedoch ohne jede Feierlichkeit geschehen."[54]

10. Kapitel: DIE FEIER VOM LEIDEN UND STERBEN CHRISTI

Einführung

312. An diesem Tag, an dem "Christus als unser Paschalamm geopfert worden ist” (vgl. 1 Kor 5,7), hat sich eindrucksvoll erfüllt, was schon längst in vorbildhafter Weise geheimnisvoll verheißen war: dass nämlich anstelle des angedeuteten Osterlammes das wahre trat und die mannigfachen und verschiedenen Opfer (des Alten Bundes) in einem ihre Erfüllung fanden.[55]

Denn "dieses Werk der Erlösung der Menschen und der vollendeten Verherrlichung Gottes, dessen Vorspiel die göttlichen Machterweise am Volk des Alten Bundes waren, hat Christus, der Herr, erfüllt, besonders durch das Pascha-Mysterium: sein seliges Leiden, seine Auferstehung von den Toten und seine glorreiche Himmelfahrt. In diesem Mysterium hat er durch sein Sterben unseren Tod vernichtet und durch sein Auferstehen das Leben neugeschaffen. Denn aus der Seite des am Kreuz entschlafenen Christus ist das wunderbare Geheimnis der ganzen Kirche hervorgegangen.”[56]

Im Blick auf das Kreuz ihres Herrn und Bräutigams gedenkt die Kirche ihres Ursprungs und ihrer Sendung; unter allen Völkern verbreitet sie die heilbringenden Wirkungen des Leidens Christi, die sie danksagend für dieses unaussprechliche Geschenk heute feiert.

313. Am Nachmittag, etwa gegen 15 Uhr - aus seelsorglichen Gründen auch später - findet die Gedächtnisfeier des Leidens und Sterbens des Herrn statt. Sie umfasst drei Teile: den Wortgottesdienst, die Kreuzverehrung und die Kommunionfeier.[57]

314. Der Altar ist vollkommen leer, ohne Kreuz, Leuchter und Tücher.[58]

315. Für die Feier des Leidens und Sterbens Christi sind vorzubereiten:

a) In der Sakristei:
- für den Bischof und die Diakone: die liturgischen Gewänder in roter Farbe wie für die Messfeier; der Bischof trägt die einfache Mitra, nicht aber Ring und Stab;
- für alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

b) An einer geeigneten Stelle:
- Kreuz (verhüllt, wenn die erste Form der Kreuzverehrung gewählt wird);
- zwei Leuchter.

c) Im Altarraum:
- Messbuch;
- Lektionare;
- Altartücher;
- Korporale;
- rote Stolen für die Priester und die Diakone, die die Kommunion empfangen.

d) An dem Ort, an dem das Allerheiligste aufbewahrt wird;
- ein Schultervelum in roter oder weißer Farbe für den Diakon;
- zwei Leuchter für die Akolythen.


Eröffnung

316. Der Bischof und die Diakone tragen rote Gewänder, wie sie für die Messfeier gebraucht werden. Sie ziehen schweigend zum Altar. Der Bischof legt die Mitra ab, verneigt sich vor dem Altar und wirft sich zusammen mit den Diakonen nieder (oder er kniet gegebenenfalls auf einer unbedeckten Kniebank) und verharrt eine Weile in stillem Gebet.

Alle anderen knien nieder und beten in Stille.[59]

317. Danach begibt sich der Bischof mit den Diakonen zur Kathedra, wendet sich zur Gemeinde und spricht, die Hände gefaltet, eines der folgenden Gebete: "Gedenke, Herr, der großen Taten” oder "Allmächtiger, ewiger Gott, durch das Leiden deines Sohnes …” Dann setzt er sich und erhält die Mitra.[60]


Wortgottesdienst

318. Alle setzen sich. Es wird die Erste Lesung aus dem Buch Jesaja mit ihrem Antwortpsalm vorgetragen. Es folgt die Zweite Lesung aus dem Brief an die Hebräer.[61]

319. Zur Verkündigung der Leidensgeschichte werden weder Weihrauch noch Leuchter verwendet. Die Diakone (die Lektoren bzw. Passionssängen, die die Leidensgeschichte vortragen werden, erbitten den Segen; der Bischof erteilt ihn, wie es in Nr. 140 beschrieben ist. Dann gibt der Bischof die Mitra ab. Es folgt der Ruf vor der Passion, zu dem sich alle erheben, falls sie zur Leidensgeschichte stehen.

Nun wird die Leidensgeschichte nach Johannes verkündet. Die Begrüßung der Gemeinde und die Kreuzzeichen entfallen.

Die Verkündigung der Leidensgeschichte können bis zu der im Text angegebenen Stelle alle auch sitzend hören.

Nach den Worten "... gab seinen Geist auf” knien alle nieder und beten in Stille. Die Verkündigung der Leidensgeschichte schließt, wo es üblich ist, mit den Worten: "Evangelium unseres Herrn Jesus Christusn. Der Buchkuß entfällt.

Nach der Leidensgeschichte hält der Bischof eine kurze Homilie. Am Ende der Homilie kann gegebenenfalls eine kurze Stille gehalten werden.[62]

320. Nach der Homilie leitet der Bischof die Großen Fürbitten. Er steht dazu ohne Mitra an der Kathedra oder, wenn es angebracht erscheint, am Altar und breitet die Hände aus. Wie im Messbuch vorgesehen, wählt er gegebenenfalls die besser geeigneten Bitten aus.

Die Gebetseinladung, in der die Anliegen der jeweiligen Oration zum Ausdruck kommen, sollen Diakone vom Ambo aus vortragen.

Die Gläubigen können während der gesamten Fürbitten stehen oder knien. Falls sie stehen, kann der Diakon jeweils nach der Gebetseinladung zum Niederknien und nach einer kurzen Gebetsstille zum Aufstehen auffordern.[63]


Kreuzverehrung

321. Nach den Großen Fürbitten wird das Kreuz gezeigt und verehrt; dies geschieht in einer der im Messbuch vorgeschlagenen Formen:

a) 1. Form: Ein verhülltes Kreuz wird enthüllt und gezeigt: Während ein Diakon, begleitet von zwei Akolythen mit brennenden Kerzen, das verhüllte Kreuz zum Altar trägt, geht der Bischof mit den ihm assistierenden Diakonen zum Altar. Dort nimmt er, ohne Mitra, das Kreuz entgegen und enthüllt es in drei aufeinander folgenden Schritten; er hebt es zur Verehrung durch die Gläubigen empor und singt jedesmal den Ruf zur Kreuzerhebung "Seht das Kreuz ...” [GL 204,2] ("Ecce lignum crucis ...” [GL 204,1]). Diesen Ruf kann gegebenenfalls auch ein Diakon oder die Schola vortragen. Alle antworten jedesmal : "Kommt, lasset uns anbetenn [GL 204, 2] ("Venite adoremusn [GL 204, 1]), knien nieder und verehren das Kreuz in einer kurzen Gebetsstille, während der Bischof stehen bleibt und das Kreuz emporhält. Darauf trägt ein Diakon, begleitet von zwei Akolythen mit brennenden Kerzen, das Kreuz zu den Stufen des Altarraumes oder an eine andere geeignete Stelle und legt es dort nieder oder übergibt es den Ministranten zum Halten. Die Leuchter werden rechts und links vom Kreuz niedergestellt.[64]

b) 2. Form: Ein unverhülltes Kreuz wird gezeigt: Während der Bischof ohne Mitra an der Kathedra steht, geht ein Diakon mit den Akolythen zum Eingang der Kirche, wo er das unverhüllte Kreuz entgegennimmt; die Akolythen nehmen Leuchter mit brennenden Kerzen. Dann ziehen sie in Prozession durch die Kirche zum Altarraum. Am Portal, in der Mitte der Kirche und an den Stufen zum Altarraum erhebt der Diakon das Kreuz und singt jedesmal den Ruf zur Kreuzverehrung "Seht das Kreuz ..." [GL 204, 2] ("Ecce lignum crucis ...” [GL204, 1]). Den Ruf kann gegebenenfalls auch die Schola vortragen. Alle antworten jedesmal: "Kommt, lasset uns anbetenn [GL 204,2] ("Venite adoremusn [GL 204,1]), knien nieder und verehren das Kreuz in einer kurzen Gebetsstille, während der Diakon stehen bleibt und das Kreuz emporhält. Darauf trägt ein Diakon, begleitet von zwei Akolythen mit brennenden Kerzen, das Kreuz zu den Stufen des Altarraumes oder an eine andere geeignete Stelle und legt es dort nieder oder übergibt es den Ministranten zum Halten. Die Leuchter werden rechts und links vom Kreuz niedergestellt.[65]

322. Nachdem der Bischof die Kasel und gegebenenfalls die Schuhe abgelegt hat, tritt er mit bloßem Haupt als erster zur Kreuzverehrung heran. Er kniet vor dem Kreuz nieder, küsst es und kehrt dann zur Kathedra zurück, wo er sich setzt. Nach dem Bischof kommen in Prozession der Klerus und die Gemeinde und verehren das Kreuz mit einer Kniebeuge und/oder einem anderen üblichen Zeichen, etwa mit einem Kuss.

Währenddessen singt man die Antiphon "Dein Kreuz, o Herr, verehren wir ...” [AS 319] ("Crucem tuam ... " [GT 175]), die Improperien oder andere passende Gesänge. Nach der Kreuzverehrung kehrt jeder an seinen Platz zurück und setzt sich.[66]

323. Es wird nur ein Kreuz zur Verehrung dargeboten. Wenn jedoch wegen der Größe der Gemeinde nicht alle einzeln zum Kreuz hinzutreten können, geht der Bischof, nachdem ein Teil des Klerus und der Gemeinde die Kreuzverehrung vollzogen hat, zum Altar, nimmt von einem Diakon das Kreuz entgegen, stellt sich mitten vor den Altar, hebt das Kreuz empor und lädt die Gläubigen ein, es in stillem Gebet zu verehren.[67]

Der Bischof kann das Kreuz auch, begleitet von den Diakonen und den Akolythen mit brennenden Kerzen, durch das Kirchenschiff tragen und an mehreren Stellen die Erhebung wiederholen, so dass alle Gläubigen das Kreuz aus der Nähe mit einer Verbeugung oder einer Kniebeuge verehren können.

Währenddessen singt man die Antiphon "Dein Kreuz, o Herr, verehren wir ... " [AS 319] ("Crucem tuam ... " [GT 175]), die Improperien oder andere passende Gesänge. Nach der Kreuzverehrung kehrt jeder an seinen Platz zurück und setzt sich.


Kommunion

324. Nach der Verehrung stellt ein Diakon das Kreuz an seinen Platz am Altar; der Bischof geht zur Kathedra zurück. Die brennenden Kerzen stehen neben dem Altar oder neben dem Kreuz. Auf dem Altar wird nun ein Tuch ausgebreitet, darauf wird das Korporale und das Messbuch gelegt.[68]

325. Danach legen Diakone Schultervelen um und bringen das Allerheiligste vom Aufbewahrungsort auf kurzem Weg zum Altar. Zwei Akolythen begleiten das Allerheiligste mit brennenden Kerzen und stellen diese neben oder auf den Altar.

Inzwischen erheben sich der Bischof und alle übrigen und stehen schweigend.[69]

326. Wenn die Diakone das Allerheiligste auf den Altar gestellt und die Gefäße geöffnet haben, tritt der Bischof mit den anderen Diakonen zum Altar und macht eine Kniebeuge. Es wird das Vaterunser mit seinem Embolismus gesprochen, danach folgt die Kommunionausteilung, wie es im Messbuch beschrieben ist.[70]

327. Wenn der Bischof bei der Feier anwesend ist, ohne sie jedoch selbst zu leiten, ist es angebracht, dass er wenigstens nach der Kreuzverehrung über dem Rochett Stola und Pluviale in roter Farbe anlegt und der Kommunionfeier vorsteht.

Wenn er auch die Kommunionfeier nicht leitet, soll er zum Kommunionempfang die Stola anlegen und am Altar nach dem Vorsteher selbst die Kommunion nehmen.

328. Nach der Kommunionausteilung legt ein Diakon das Schultervelum um und trägt das Gefäß mit dem restlichen eucharistischen Brot an einen dafür bereiteten Ort außerhalb der Kirche oder stellt es, wenn die Umstände es erfordern, in den Tabernakel. Die leeren Gefäße werden zur Kredenz gebracht und nach der Feier purifiziert.[71]

329. Nach einer kurzen Gebetsstille spricht der Bischof das Schlussgebet.[72]


Abschluß

330. Nach dem Schlussgebet wendet sich der Bischof der Gemeinde zu, breitet die Hände über sie aus und spricht zur Entlassung das Segensgebet über das Volk.[73]

331. Nach der Kniebeuge vor dem Kreuz nimmt der Bischof die Mitra. Wo es üblich ist, zieht der Bischof mit dem Klerus und jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, zum "Heiligen Grab”. Nach örtlichem Brauch kann dabei das Kreuz oder eine Statue mitgetragen werden. Das Allerheiligste darf jedoch nicht im "Heiligen Grab" ausgesetzt werden. Danach verlassen alle schweigend die Kirche.

Zu passender Zeit wird der Altar abgedeckt.[74]

11. Kapitel: DIE FEIER DER OSTERNACHT

Einführung

332. Die Osternacht ist nach ältester Überlieferung "eine Nacht des Wachens für den Herrn” (Ex 12,42). Die Vigil, die in dieser Nacht zum Gedächtnis an jene heilige Nacht gefeiert wird, in der der Herr auferstanden ist, nennt man "die Mutter aller heiligen Vigilien”.[75]

In dieser Nacht erwartet die Kirche wachend die Auferstehung des Herrn und feiert diese in den Sakramenten der Eingliederung.

333. Die ganze Feier findet in der Nacht statt, d.h., sie beginnt nicht vor Einbruch der Dunkelheit und endet nicht nach Anbruch des Tages.[76]

334. Da aber die Feier der Osternacht die höchste und vornehmste aller Feiern im liturgischen Jahr ist, gehört es sich, dass der Bischof selbst sie leitet.

335. Die Messfeier in der Osternacht gehört bereits zum Ostersonntag. Wer in der Nacht zelebriert oder konzelebriert, kann eine zweite Messfeier am Ostersonntag zelebrieren oder konzelebrieren.[77]

336. Außer dem, was für eine feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Für die Segnung des Feuers:

- Holzstoß (an einem Ort außerhalb der Kirche, wo sich die Gemeinde versammelt);
- Osterkerze;
- (fünfWeihrauchkörner bzw. Wachsnägel; ein Griffel;)
- Holzspan und Docht, um die Kerze am neuen Feuer zu entzünden;
- Licht, um dem Bischof beim Vortragen der Texte zu leuchten;
- Kerzen für die Gemeinde;
- eine Zange, mit der der Rauchfassträger glühende Kohlen aus dem neuen Feuer in das Rauchfass einlegt.

b) Für das Osterlob:
- neben dem Ambo: Leuchter für die Osterkerze;
- wenn der Leuchter nicht neben dem Ambo aufgestellt werden kann: neben der Osterkerze ein Lesepult für den Vortrag des Osterlobs.[78]

c) Für die Tauffeier:
- Gefäße mit Wasser für die Taufe, zur Besprengung der Gemeinde und für das Osterwasser; Aspergill;
- gegebenenfalls Schmuck für den Taufbrunnen;
- wenn die Sakramente der Eingliederung in die Kirche gefeiert werden: (Katechumenenöl), Chrisam, Taufkerze, weißes Taufgewand, Messbuch "Karwoche und Osteroktav" ;
- ein Sitz für den Bischof am Taufort, wenn dieser sich außerhalb des Altarraumes oder der Kirche befindet.

Das Licht in der Kirche ist gelöscht.

Segnung des Feuers und Bereitung der Osterkerze

337. Der Bischof, die Konzelebranten und die Diakone legen in der Sakristei oder an einem anderen geeigneten Ort zu Beginn der Osternachtfeier weiße liturgische Gewänder für die Messfeier an.[79]

Der Holzstoß wird entzündet.

338. Der Bischof trägt Mitra und Stab; er begibt sich zur Segnung des Feuers mit den Konzelebranten, dem Klerus und allen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, zu dem Ort, an dem sich die Gemeinde versammelt hat. Ein Akolyth oder jemand anderes trägt an der Spitze der Prozession die Osterkerze. Vortragekreuz und Leuchter werden nicht mitgetragen. Der Rauchfassträger trägt das Rauchfass, in das jedoch keine Kohlen eingelegt sind.

339. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab, wendet sich der Gemeinde zu und führt sie mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern ...” oder mit ähnlichen Worten kurz in den Sinn der Nachtfeier ein.[80]

340. Dann segnet der Bischof das Feuer; er breitet die Hände aus und spricht das Gebet "Allmächtiger, ewiger Gott, du hast durch Christus ...” Nach dem Gebet erhält er die Mitra und entzündet schweigend die Osterkerze am neuen Feuer; dabei hilft ihm ein Diakon. Der Rauchfassträger legt glühende Kohlen aus dem Osterfeuer in das Rauchfass. [81]

341. Wo es gebräuchlich ist, kann man durch bestimmte Symbole auf die Würde und Bedeutung der Osterkerze hinweisen. Nach der Segnung des neuen Feuers bringt ein Akolyth die Osterkerze vor den Bischof; der Bischof trägt die Mitra. Er zeichnet (mit einem Griffel) an der Osterkerze das Kreuz, darüber den griechischen Buchstaben Alpha, darunter den Buchstaben Omega, zwischen die Kreuzarme die Jahreszahl. Dabei spricht er: "Christus, gestern und heute ... " In das Kreuz kann der Bischof fünf Weihrauchkörner bzw. Wachsnägel in Kreuzesform einfügen. Dabei spricht er: "Durch seine heiligen Wunden ...” Schließlich entzündet er die Osterkerze an dem gesegneten Feuer und spricht dabei: "Christus ist glorreich auferstanden vom Tod ... “

Die genannten Zeichen und Worte können alle oder nur in Auswahl verwendet werden, je nach örtlichen und pastoralen Verhältnissen. Die Bischofskonferenzen können andere Formen festlegen.[82]


Prozession

342. Nachdem die Osterkerze entzündet ist, legt der Bischof Weihrauch ein; der Diakon nimmt die Osterkerze entgegen, hebt sie empor und ruft: "Christus, das Licht" (oder: "Lumen Christin). Alle antworten: "Dank sei Gott" (oder: "Deo grátias”). Der Bischof entzündet seine Kerze am Licht der Osterkerze.[83]

343. Dann formiert sich die Prozession zum Einzug in die Kirche. Der Rauchfassträger mit dem Rauchfass geht vor dem Diakon, der die Osterkerze trägt. Es folgen der Stabträger, der Bischof mit den Diakonen, die ihm assistieren, die Konzelebranten, der Klerus, alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und die Gemeinde; alle tragen in der Hand eine noch nicht entzündete Kerze.

Am Eingang der Kirche bleibt der Diakon stehen, hebt die Osterkerze empor und ruft wiederum: "Christus, das Licht.” Alle antworten: "Dank sei Gott.” Nun zünden alle ihre Kerzen an, indem sie einander das Licht reichen.

Vor dem Altar angekommen, wendet sich der Diakon der Gemeinde zu und ruft zum drittenmal : "Christus, das Licht.” Alle antworten: "Dank sei Gott.” Dann stellt der Diakon die Osterkerze auf den Leuchter in der Mitte des Altarraumes oder beim Ambo. Im Kirchenraum vorhandene Kerzen (z. B. Apostelleuchter) - mit Ausnahme der Altarkerzen - werden angezündet.[84]


Das Osterlob

344. Im Altarraum angekommen, geht der Bischof zur Kathedra, reicht dem Diakon seine Kerze und setzt sich; er trägt die Mitra; dann legt er Weihrauch ein und segnet ihn wie zum Evangelium in der Messfeier. Der Diakon geht zum Bischof und erbittet den Segen. Der Bischof spricht leise die Segensworte "Der Herr sei in deinem Herzen und auf deinen Lippen, damit du das Osterlob würdig verkündest. Im Namen des Vaters und des Sohnes + und des Heiligen Geistes.” Der Diakon antwortet: "Amen.”[85]

345. Während der Diakon zurückgeht, gibt der Bischof die Mitra ab und erhebt sich, um das Osterlob anzuhören; in der Hand hält er eine brennende Kerze.

Ebenso stehen alle übrigen und halten die brennenden Kerzen.

Nach der Beräucherung der Osterkerze und des Buches singt der Diakon das Osterlob am Ambo oder an einem Pult. Das Osterlob soll in jedem Fall gesungen werden. Deshalb kann es auch ein Priester oder ein Kantor vortragen;[86] auch diese erbitten den Segen.


Wortgottesdienst

346. Nach Beendigung des Osterlobes setzen sich alle. Der Bischof erhält die Mitra und führt vor Beginn der Lesungen die Gemeinde kurz in den Sinn des Wortgottesdienstes ein, sofern er nicht diese Aufgabe jemand anderem übertragen hat. Er kann dies auch mit der im Messbuch vorgeschlagenen Einführung tun: "Nachdem wir die Osternacht feierlich eröffnet haben ...”[87]

347. In dieser Nachtfeier werden neun Lesungen vorgetragen, sieben aus dem Alten Testament und zwei aus dem Neuen Testament (Epistel und Evangelium). Aus pastoralen Gründen kann die Zahl der alttestamentlichen Lesungen vermindert werden. Man beachte aber, dass die Lesung des Wortes Gottes einen wesentlichen Teil der Osternacht bildet. Es werden wenigstens drei Lesungen aus dem Alten Testament gelesen. Die Lesung vom Durchzug durch das Rote Meer (Ex 14) darf nie ausfallen.[88]

348. Während alle sich setzen, um zuzuhören, geht der Lektor zum Ambo und trägt die erste Lesung vor. Der Kantor geht zum Ambo und singt den Psalm, die Gemeinde antwortet mit dem Kehrvers. Der Bischof gibt die Mitra ab; alle erheben sich. Der Bischof spricht die Gebetseinladung "Lasset uns beten”. Alle beten in Stille. Der Bischof spricht die Oration, die zu der jeweiligen Lesung gehört. Das geschieht nach jeder Lesung aus dem Alten Testament.[89]

349. Nach der Oration zur letzten Lesung aus dem Alten Testament werden die Altarkerzen angezündet. Der Gloria-Hymnus wird feierlich angestimmt; alle Anwesenden stimmen ein. Wo es Brauch ist, läuten dazu die Glocken.[90]

350. Nach dem Gloria-Hymnus singt oder spricht der Bischof in gewohnter Weise das Tagesgebet "Gott, du hast diese Nacht hell gemacht ...”[91]

351. Darauf setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Alle setzen sich; der Lektor trägt vom Ambo aus die Epistel vor.[92]

352. Nach der Epistel geht, je nach örtlichem Brauch, ein Diakon oder ein Kantor zum Bischof und spricht: "Hochwürdiger Vater, ich verkünde dir eine große Freude. Das Halleluja.”

Nach dieser Ankündigung oder, wenn sie entfällt, unmittelbar nach der Epistel, erheben sich alle. Dann stimmt der Bischof, ohne Mitra, oder der Diakon bzw. ein Kantor (weil das "Hallelujan in jedem Fall gesungen werden soll) feierlich das "Halleluja” an. Das "Halleluja” wird dreimal gesungen, in jeweils erhöhter Tonlage; jedesmal wiederholt die Gemeinde den Ruf in der erhöhten Tonlage.

Darauf trägt der Kantor die vorgesehenen Verse aus Ps 118 (117) vor, auf die die Gemeinde mit "Halleluja” antwortet.[93]

353. Währenddessen setzt sich der Bischof, legt Weihrauch ein und erteilt in gewohnter Weise dem Diakon den Segen zur Verkündigung des Evangeliums. Zum Evangelium werden keine Leuchter getragen.[94]

354.Auf das Evangelium folgt die Homilie. Dann schließt sich die Tauffeier an.[95]


Tauffeier

355. Es ist besonders angebracht, dass der Bischof selbst in der Osternacht die Sakramente der Taufe und der Firmung feiert.[96]

356. Die Tauffeier findet am Taufbrunnen oder im Altarraum statt. Wo sich jedoch nach alter Tradition eine Taufkapelle außerhalb des Kirchenraumes befindet, zieht man zur Tauffeier dorthin.[97]

357. Zuerst werden die Täuflinge aufgerufen; sie werden von ihren Paten und Patinnen begleitet oder, wenn es sich um Kleinkinder handelt, von ihren Eltern, Paten oder Patinnen getragen.[98]

358. Wenn eine Prozession zur Taufkapelle oder zum Taufbrunnen stattfindet, so stellt man sich in folgender Ordnung auf: Voraus geht ein Akolyth oder jemand anderes mit der Osterkerze, ihm folgen die Täuflinge mit ihren Paten und Patinnen, dann die Diakone, die Konzelebranten und schließlich der Bischof mit Mitra und Stab. Während der Prozession wird die Litanei gesungen. Ist diese beendet, so gibt der Bischof Mitra und Stab ab und führt mit etwa folgenden Worten in die Feier ein: "Liebe Christen, in freudiger Erwartung ...”[99]

359. Findet jedoch die Tauffeier im Altarraum statt, so gibt der Bischof, ohne Stab und Mitra, zunächst folgende Einführung: "Liebe Christen, in freudiger Erwartung ... " Danach singen Kantoren die Litanei. Alle stehen (wegen der Osterzeit) und geben die Antworten.[100]

360. Nach der Litanei und der Einführung bleibt der Bischof, ohne Mitra, am Taufbecken stehen, breitet die Hände aus und segnet das Wasser mit dem Gebet "Allmächtiger, ewiger Gott, deine unsichtbare Macht ...” Bei den Worten "Durch deinen geliebten Sohn steige herab in dieses Wasser ..." senkt er die Osterkerze (einmal oder dreimal) in das Wasser ein, wie es im Messbuch beschrieben ist.[101]

361. Nach der Segnung des Wassers und der Akklamation der Gemeinde setzt sich der Bischof und erhält Mitra und Stab. Dann stellt er die Fragen nach der Absage gemäß dem Messbuch "Karwoche und Osteroktav” an die Erwachsenen[102] bzw. an die Eltern oder Paten der Kinder.[103]

362. Falls die Salbung mit Katechumenenöl bei den erwachsenen Katechumenen vorgenommen wird, soll sie innerhalb der Feier der unmittelbaren Vorbereitung stattfinden.[104]

363. Nachdem der Bischof den Namen eines jeden Täuflings vom Paten oder von der Patin erfahren hat, fragt er jeden einzelnen erwachsenen Täufling nach seinem Glauben, wie es im Messbuch "Karwoche und Osteroktav” vorgesehen ist.[105] Handelt es sich jedoch um Kleinkinder, so stellt der Bischof die drei Fragen nach dem Glauben an alle Eltern und Paten zugleich.[106]

364. Nach dem Bekenntnis des Glaubens gibt der Bischof den Stab ab, erhebt sich und tauft gemäß dem Messbuch "Karwoche und Osteroktav” die erwachsenen Täuflinge[107] und die Kinder,[108] wobei ihm gegebenenfalls die Priester und auch die Diakone helfen.

365. Danach nimmt der Bischof Platz. Kinder werden nach der Taufe von Priestern oder Diakonen mit Chrisam gesalbt, insbesondere wenn die Neugetauften sehr zahlreich sind. Zuvor spricht der Bischof über alle Neugetauften gemeinsam: "Der allmächtige Gott ... " Allen Neugetauften aber, den Erwachsenen wie den Kindern, wird das weiße Taufgewand übergeben; der Bischof spricht dazu: "N. und N., das weiße Gewand ... "[109] Danach reicht ein Akolyth dem Bischof oder einem Diakon die Osterkerze; der Bischof oder der Diakon spricht: "Ich bitte den Paten/die Patin ... “ Nun werden die Taufkerzen entzündet, während der Bischof spricht: "Sie sind Licht in Christus geworden …”[110] Für jedes Kind entzündet der Vater, der Pate oder die Patin die Taufkerze an der Osterkerze; dann kann der Effata-Ritus folgen.[111]

366. Die neugetauften Erwachsenen werden nun vom Bischof gefirmt, wie es im Messbuch "Karwoche und Osteroktav" vorgesehen ist.[112]

367. Nach der Taufe (und Firmung) kehrt man, falls sie nicht vor dem Altar gefeiert wurde, in Prozession zum Altarraum zurück; die Neugetauften oder die Paten, Patinnen und Eltern tragen die brennenden Kerzen. Während der Prozession singt man einen Taufgesang.


Erneuerung des Taufversprechens

368. Nach der Taufe (und gegebenenfalls Firmung) oder, falls eine solche nicht stattfand, nach der Segnung des Wassers nimmt der Bischof Mitra und Stab und wendet sich der Gemeinde zu. Alle stehen und erneuern, mit brennenden Kerzen in den Händen, auf die Aufforderung des Bischofs hin ihr Taufversprechen.[113]

369. Nach der Erneuerung des Taufversprechens geht der Bischof, mit Mitra, wenn irgend möglich, durch die Kirche und besprengt die Gemeinde mit dem gesegneten Wasser; gegebenenfalls helfen ihm die Priester. Währenddessen singen alle die Antiphon: "Vidi aquam ... " [GL 424,2] oder einen anderen Taufgesang.[114]

Inzwischen werden die Neugetauften zu ihrem Platz in der Gemeinde geführt.

Wenn die Segnung des Taufwassers nicht in der Taufkapelle erfolgt ist, tragen ein Diakon und die Akolythen jetzt das Gefäß mit Wasser zum Taufbrunnen. Dies kann auch nach Beendigung der Feier geschehen; es empfiehlt sich hierfür die Vesper am Abend des Ostersonntags.

Nach der Besprengung mit dem gesegneten Wasser geht der Bischof zur Kathedra. Das gemeinsame Sprechen des Glaubensbekenntnisses entfällt. Der Bischof leitet, ohne Mitra, das Allgemeine Gebet, an dem die Neugetauften zum erstenmal teilnehmen.[115]


Eucharistiefeier

370. Dann beginnt die Eucharistiefeier in Form einer feierlichen Bischofsmesse.

Es empfiehlt sich, dass Neugetaufte Brot und Wein zum Altar bringen[116] oder deren Eltern, Paten und Patinnen, wenn es sich bei den Neugetauften um Kleinkinder handelt.

Im Hochgebet wird für die Neugetauften und ihre Paten und Patinnen gebetet; hierfür sind im Messbuch für die einzelnen Hochgebetstexte eigene Einschübe vorgesehen.[117]

Vor der Anrede "Seht das Lamm Gottes ... " kann der Bischof die Neugetauften kurz auf den Wert dieses Mysteriums hinweisen, das Höhepunkt der christlichen Initiation und des ganzen christlichen Lebens ist.

Es ist angebracht, dass die Neugetauften die Kommunion unter beiden Gestalten empfangen, ebenso ihre Paten und Patinnen, ihre Eltern und Verwandten sowie die bei der Vorbereitung der Taufe Tätigen und die Gemeinde.

Es ist angemessen, dass der Bischof zum Schlusssegen der Messfeier den Feierlichen Schlusssegen für die Messe in der Osternacht verwendet, wie er im Messbuch angegeben ist.[118]

Dem Entlassungsruf "Gehet hin in Frieden" fügt der Diakon ein doppeltes "Halleluja" hinzu. Ebenso geschieht es bei der Antwort der Gläubigen.[119]

12. Kapitel: DIE OSTERZEIT

371. Die Zeit der fünfzig Tage vom Sonntag der Auferstehung bis Pfingstsonntag wird als ein einziger Festtag gefeiert, als "der große Tag des Herrn".[120]

In diesen Tagen vor allem wird das Halleluja gesungen.

Die örtliche Tradition, am Ostersonntag eine Taufvesper zu feiern, soll, wo sie gebräuchlich ist, erhalten bleiben; während dieser Vesper zieht man, Psalmen singend, in Prozession zum Taufbrunnen.

372. In dieser Zeit brennt bei allen größeren liturgischen Feiern die Osterkerze, vor allem in der Messfeier, in den Laudes und in der Vesper. Nach dem Pfingsttag soll die Osterkerze in der Taufkapelle einen würdigen Platz erhalten. An ihr sollen bei der Feier der Taufe die Kerzen der Neugetauften entzündet werden.[121]

Während der ganzen Osterzeit soll bei der Taufe nur das in der Osternacht gesegnete Taufwasser verwendet werden.[122]

373. Die ersten acht Tage der Osterzeit bilden die Osteroktav und werden wie Hochfeste des Herrn gefeiert. Zum Entlassungsruf der Messe wird dem "Gehet hin in Frieden" ein doppeltes "Halleluja" hinzugefügt; das gleiche gilt für das Stundengebet; in beiden Fällen lautet die Antwort: "Dank sei Gott, dem Herrn. Halleluja, Halleluja."[123]

Wenn der Entlassungsruf gesungen wird, kann das doppelte "Halleluja" während der ganzen Osterzeit in der Messfeier und im Stundengebet hinzugefügt werden.

374. Für die Neugetauften ist die Osterzeit, vor allem die erste Woche, die Zeit der "Mystagogie". In dieser Zeit erfasst die Gemeinde mit ihnen durch Betrachtung und Mitfeier der Eucharistie und durch Werke der Nächstenliebe immer tiefer das österliche Heilsereignis und überführt es mehr und mehr in das tägliche Leben. Ein hervorragender Ort der "Mystagogie" sind die Messfeiern an den Sonntagen der Osterzeit. Denn in ihnen finden die neuen Christen für sie besonders geeignete Lesungen, vor allem im Lesejahr A des Lektionars; diese sollen in der Homilie ausgelegt werden.124 [124]

375. Am vierzigsten Tag nach Ostern oder, wo er kein gebotener Feiertag ist, am Siebten Sonntag der Osterzeit, wird das Hochfest Christi Himmelfahrt gefeiert. Dieses Hochfest stellt Christus vor Augen, der vor den Blicken der Jünger zum Himmel emporgehoben wurde, zur Rechten Gottes sitzt, ausgestattet mit königlicher Macht den Menschen das Himmelreich bereitet und am Ende der Zeiten wiederkommen wird.

376. Die Wochentage nach Christi Himmelfahrt bis zum Samstag vor Pfingsten einschließlich bereiten auf die Herabkunft des Heiligen Geistes vor.

Die Osterzeit schließt mit dem Pfingstsonntag, an dem die Kirche das Geschenk des Heiligen Geistes an die Apostel feiert, ihren eigenen Ursprung und den Beginn ihrer Sendung zu allen Sprachen, Völkern und Nationen. An diesem Tag hält der Bischof üblicherweise die feierliche Messe und leitet das Stundengebet, insbesondere Laudes und Vesper.

13. Kapitel: DIE ZEIT IM JAHRESKREIS

377. Außer den Kirchenjahrzeiten, die eine besondere und eigene Prägung aufweisen, bleiben im Jahr noch 33 bzw. 34 Wochen, die nicht durch einen besonderen Gesichtspunkt des Christusgeheimnisses geprägt sind. In ihnen wird das Christusgeheimnis eher als Ganzes gefeiert, zumal an den Sonntagen. Dieser Teil des Jahres heißt "die Zeit im Jahreskreis".[125]

378. Die Zeit im Jahreskreis beginnt mit dem Montag nach dem Fest der Taufe des Herrn bzw. dem Montag, der dem Sonntag nach dem 6. Januar folgt. Sie dauert zunächst bis zum Dienstag vor dem Aschermittwoch einschließlich. Dann beginnt sie wieder mit dem Montag nach Pfingsten und endet vor der Ersten Vesper des Ersten Adventssonntags.[126]

379. Da der Herrentag als der Ur-Feiertag sowie als Kern und Fundament des ganzen liturgischen Jahres zu feiern ist,[127] soll der Bischof dafür Sorge tragen, dass an den Sonntagen im Jahreskreis die jeweilige liturgische Ordnung des Sonntags beibehalten wird, auch wenn der Tag von einem bestimmten Thema belegt ist; hierbei ist das unter Nr. 228-230 Gesagte zu beachten.

380. Aus pastoralen Gründen ist es erlaubt, an den Sonntagen im Jahreskreis Feiern zu halten, die auf die Wochentage fallen und bei den Gläubigen beliebt sind. Voraussetzung dafür ist, dass diese Feiern in der Rangordnung über dem Sonntag stehen. Es kann dann bei allen Messen mit größeren Teilnehmerzahlen die betreffende Feier zugrunde gelegt werden.[128]

14. Kapitel: DIE BITTAGE UND DIE QUATEMBERTAGE

381. An den Bitt- und Quatembertagen betet die Kirche für mannigfache menschliche Anliegen, besonders für die Früchte der Erde und für das menschliche Schaffen; auch eignen sich die Tage für öffentlichen Dank.[129]

382. Damit die Bitt- und Quatembertage den unterschiedlichen örtlichen und menschlichen Gegebenheiten auch tatsächlich entsprechen, sollen die Bischofskonferenzen Termine und Arten der Feier bestimmen.

Demnach sollen die zuständigen Autoritäten unter Berücksichtigung derjeweiligen Verhältnisse bestimmen, ob ein Tag oder mehrere und wie oft sie im Jahr gehalten werden.[130]

383. Es ist also angemessen, dass in jeder Diözese der Bischof, unter Berücksichtigung der Situation und der örtlichen Gewohnheiten, Wege suchen lässt, um die Feier der Bittage und der Quatembertage zu erhalten und sie dem Dienst der Nächstenliebe zu weihen. So soll die Frömmigkeit und Andacht des Volkes Gottes gefördert und das Verständnis für die Mysterien Christi gemehrt werden.

384. Als Formular für die Messfeier an solchen Tagen möge aus den Messen für besondere Anliegen jenes gewählt werden, das demjeweiligen Anliegen am besten entspricht.[131]

15. Kapitel: HOCHFEST DES LEIBES UND BLUTES CHRISTI

Einführung

385. Wenn auch das besondere Gedächtnis der Einsetzung der Eucharistie in der Abendmahlsmesse des Gründonnerstags gefeiert wird, wie Christus, der Herr, mit seinen Jüngern Mahl hielt und ihnen das Sakrament seines Leibes und Blutes zur Feier in der Kirche übergab, so wird doch in der Feier des Fronleichnamsfestes die Verehrung des heilbringenden Sakramentes der Frömmigkeit der Gläubigen nahegelegt, damit sie die Großtaten Gottes feiern, die durch dieses Sakrament bezeichnet und im österlichen Mysterium verwirklicht sind. So lernen sie, am eucharistischen Opfer teilzunehmen und inniger aus ihm zu leben, die Gegenwart Christi, des Herrn, in dem Sakrament selbst zu verehren und Gott für diese Gnadengaben Dank zu sagen.[132]

386. Als ein besonderes Feierelement dieses Hochfestes ist in der Frömmigkeit der Kirche die Prozession überliefert, in der das christliche Volk das Allerheiligste singend und betend feierlich durch die Straßen trägt und so öffentlich seinen Glauben und seine Verehrung gegenüber diesem Sakrament bekundet.

Wo die Umstände es erlauben und die Prozession ein deutliches Zeichen des gemeinsamen Glaubens und der Anbetung sein kann, soll die Prozession stattfinden und gefördert werden. In Großstädten können in bestimmten pastoralen Situationen mit Zustimmung des Ortsordinarius mehrere Prozessionen in den verschiedenen Stadtteilen angeordnet werden.

Es ist Sache des Ortsordinarius zu entscheiden, inwieweit solche Prozessionen den heutigen Verhältnissen entsprechen, wann und wo sie stattfinden und wie sie gestaltet werden sollen, damit sie mit Würde und ohne Beeinträchtigung der dem heiligen Sakrament geschuldeten Ehrfurcht gehalten werden können.

Wo jedoch keine Fronleichnamsprozession stattfinden kann, sollte sie durch einen öffentlichen Gottesdienst für die ganze Stadt oder für die jeweilige Region ersetzt werden; dieser könnte in der Kathedralkirche oder an anderen geeigneten Orten stattfinden.[133]


Eucharistische Prozession

387. "Der eucharistischen Prozession soll eine Messfeier vorausgehen, in der die Hostie für die Prozession konsekriert wird. Die Prozession kann jedoch auch nach einer öffentlichen längeren Anbetung, die nach der Messfeier gehalten wurde, erfolgen."[134]

388. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) An einer geeigneten Stelle im Kirchenschiff: - Hostie, die für die Prozession konsekriert werden soll (am besten auf einer eigenen Patene).

b) Im Alarraum:
- Monstranz;
- Schultervelum;
- ein zweites Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch.

b) An einer geeigneten Stelle:
- Pluviale in weißer bzw. festlicher Farbe (vgl. Nr. 390);
- Fackeln und Kerzen;
- (Baldachin) .

389. Nach der Kommunion der Gemeinde stellt der Diakon die Monstranz auf den Altar und setzt ehrfürchtig die konsekrierte Hostie ein. Danach macht der Bischof mit den ihm assistierenden Diakonen eine Kniebeuge und kehrt zur Kathedra zurück, wo er das Schlussgebet spricht.

390. Die Entlassung entfällt; es beginnt die Prozession. Der Bischof steht ihr vor; er trägt das Meßgewand oder ein weißes Pluviale. Folgt jedoch die Prozession nicht unmittelbar auf die Messe, so trägt er das Pluviale.[135]

Es ist angebracht, dass die Kanoniker und die Priester, die nicht konzelebriert haben, über Talar und Chorrock das Pluviale tragen.

391. Der Bischof legt Weihrauch ein, segnet ihn, kniet vor dem Altar nieder und beräuchert das Allerheiligste.

Dann legt er das Schultervelum an, tritt zum Altar, macht eine Kniebeuge und nimmt die Monstranz mit beiden Händen, die er mit dem Velum bedeckt; ein Diakon ist ihm behilflich.

Dann ordnet sich die Prozession: Voran geht ein Akolyth mit dem Kreuz, begleitet von den Akolythen oder Ministranten, die die Leuchter mit brennenden Kerzen tragen. Die Gemeinde schließt sich in der ortsüblichen Reihenfolge an.

Die Mitte der Prozession bildet die Gruppe um das Allerheiligste.

Voran gehen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, die Diakone, die bei der Messe Dienst getan haben, die Priester in Chorkleidung oder mit dem Pluviale bekleidet, die Konzelebranten, die Kanoniker, die evtl. anwesenden Bischöfe, der Stabträger des Bischofs, die beiden Rauchfassträger mit den Rauchfässern, schließlich der Bischof, der das Allerheiligste trägt, ein wenig dahinter die beiden Diakone, die ihm assistieren, dann die Ministranten für Buch und Mitra. Alle tragen Kerzen; das Allerheiligste wird mit Fackeln begleitet.

Ein Baldachin, unter dem der Bischof mit dem Allerheiligsten geht, soll entsprechend den örtlichen Gewohnheiten verwendet werden.

Wenn der Bischof nicht in der Lage ist, das Allerheiligste selbst zu tragen, geht er in der Prozession in liturgischen Gewändern mit bloßem Haupt, jedoch mit Stab, unmittelbar vor dem Priester, der das Allerheiligste trägt; der Bischof erteilt während der Prozession keinen Segen.

392. Die örtlichen Gewohnheiten sollen auch beim Schmuck der Plätze und Straßen berücksichtigt werden.

Auf dem Wege können - wenn es ortsüblich ist und pastorale Überlegungen dies nahelegen - Stationen vorgesehen werden, an denen der Eucharistische Segen erteilt wird. Die Gebete und Lieder sollen so ausgewählt werden, dass die Teilnehmenden darin ihren Glauben an Christus ausdrücken und ihn als ihren einzigen Herrn verehren können.[136]

393. Die Prozession soll ihren Weg von einer Kirche zu einer anderen nehmen. Wenn es aber die örtlichen Verhältnisse nahelegen, kann sie zu derselben Kirche zurückkehren, von der sie ausgegangen war.[137]

394. Am Ende der Prozession wird der sakramentale Segen erteilt, und zwar entweder in der Kirche, zu der die Prozession führte, oder an einem anderen geeigneten Ort.

Jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, die Diakone und die Priester gehen sogleich zu ihren Plätzen im Altarraum. Nachdem der Bischof an den Altar gekommen ist, nimmt der Diakon, der zur Rechten des Bischofs steht, von ihm die Monstranz entgegen und stellt sie auf den Altar. Dann macht der Bischof zusammen mit dem Diakon eine Kniebeuge, legt das Schultervelum ab und kniet vor dem Altar nieder.

Es werden die Strophen "Sakrament der Liebe Gottes ... Lob und Dank sei Gott dem Vater ... " [GL 542] (“Tantum ergo ... Genitóri Genitóque ... " [GL 541]) oder ein anderes eucharistisches Lied gesungen. Währenddessen legt der Bischof Weihrauch ein und segnet ihn; der Diakon reicht dem Bischof das Rauchfass; nach einer Verneigung beräuchert der Bischof kniend das Allerheiligste mit dreifachem Doppelzug. Nach einer erneuten Verneigung vor dem Allerheiligsten gibt der Bischof das Rauchfass dem Diakon. Ein Diakon oder der Bischof selbst singt den Versikel "Brot vom Himmel ... "

Danach erhebt sich der Bischof und spricht die Gebetseinladung "Lasset uns beten". Alle beten in Stille. Dann singt der Bischof die Oration "Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares ... " oder eine andere Oration aus dem Rituale. Gegebenenfalls kann ein Ministrant das Buch halten.

Nach der Oration legt der Bischof das Schultervelum an, geht zum Altar, macht eine Kniebeuge, nimmt mit Hilfe des Diakons zu seiner Rechten die Monstranz und hält sie in den vom Velum verhüllten Händen. Dann wendet er sich der Gemeinde zu und zeichnet schweigend mit der Monstranz dreimal das Kreuz über sie. Gegebenenfalls wird das Allerheiligste dabei beräuchert; es können auch die Altarglocken geläutet werden.

Nach dem Segen nimmt der Diakon die Monstranz aus den Händen des Bischofs entgegen und stellt sie auf den Altar. Bischof und Diakon machen eine Kniebeuge. Während der Bischof das Schultervelum ablegt und vor dem Altar knien bleibt, trägt der Diakon das Allerheiligste zurück zur Sakramentskapelle.

Gegebenenfalls kann währenddessen ein passender Gesang gesungen werden.

Dann kehrt man in der gewohnten Weise in die Sakristei zurück.

16. Kapitel: ALLERSEELEN

395. Die Kirche bringt das eucharistische Opfer und ihre Bitten für die Verstorbenen nicht nur bei der Begräbnisfeier und beim Jahresgedächtnis dar, sondern auch in der alljährlichen Feier des Gedächtnisses aller, die in Christus entschlafen sind; ihnen steht sie durch ihr inständiges Bitten vor Gott bei, damit sie zur Gemeinschaft der Heiligen im Himmel gelangen können. So kommt durch den wechselseitigen Beitrag aller Glieder Christi den Verstorbenen geistliche Hilfe zu, den Lebenden aber wird der Trost der Hoffnung geboten.[138] 139 [139]

396. Bei der Feier von Allerseelen hat der Bischof die Aufgabe, die Hoffnung auf das ewige Leben besonders zu stärken, ohne dabei die Mentalität und die Handlungsweise der Menschen in seiner Diözese im Hinblick auf die Verstorbenen zu ignorieren oder geringzuschätzen. Was immer er in familiären Überlieferungen oder örtlichen Gewohnheiten an Gutem und Wertvollem vorfindet, soll er gern befürworten. Was aber christlichem Geist zu widersprechen scheint, soll er zu verändern suchen, damit bei den Begräbnisfeiern der Christen der österliche Glaube hervortritt und der Geist des Evangeliums wahrhaft bezeugt wird. 139

397. An diesem Tag bleibt der Altar ohne Blumenschmuck; auch Orgel und andere Instrumente können nach römischem Brauch nur zur Begleitung der Gesänge erklingen.[140]

398. Es ist empfehlenswert, dass der Bischof an Allerseelen dort, wo sich die Gemeinde nach örtlichem Brauch an diesem Tag in der Kirche oder auf dem Friedhof versammelt, die Messe feiert und mit seiner Ortskirche an den üblichen Gebeten für die Verstorbenen teilhat.

399. Auf dem Friedhof oder in Kirchen, in denen Leiber von Verstorbenen ruhen, können die Gräber am Eingang der Begräbnisstätte oder am Grabmal der Bischöfe nach der Messe besprengt und beräuchert werden, wie es im folgenden beschrieben ist.

400. Nach dem Schlussgebet nimmt der Bischof die einfache Mitra; er selbst oder jemand anderes führt die Gemeinde kurz in den Sinn der Gräbersegnung ein.

401. Während man einen passenden Gesang singt,[141] geht der Bischof mit Mitra und Stab zu den Gräbern der Verstorbenen, gibt den Stab ab und besprengt und beräuchert die Gräber. Danach gibt er die Mitra ab und spricht eine von den Orationen, die im Benediktionale vorgeschlagen sind.[142] Die Entlassung erfolgt wie üblich.

402. Der Bischof kann die Gräbersegnung auch außerhalb der Messfeier vollziehen; dazu trägt er das Pluviale in violetter oder schwarzer Farbe und die einfache Mitra. In diesem Fall findet die Gräbersegnung nach einem selbständigen Wortgottesdienst statt, der in der im Benediktionale vorgesehenen Form gefeiert wird.[143]

403. Besprengung und Beräucherung der Gräber, wie sie in Nr. 399-402 beschrieben sind, können nicht erfolgen, wenn die Leiber der Toten nicht in den Gräbern liegen.

Anmerkungen

  1. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 102.
  2. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders. Nr. 4.
  3. Vgl. cbd. Nr. 5-6.
  4. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heiligc Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 106.
  5. Vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben Motu proprio "Mysterii paschalis" vom 14. Februar 1969: AAS 61 (1969) 23-224; vgl. auch Pius XII., Enzyklika "Mediator Dei" vom 20. November 1947: AAS 39 (1947) 580.
  6. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "sacrosanctum Concilium", Art. 108; vgl. auch Pius XII., Enzyklika "Mediator Dei" vom 20. November 1947: AAS 39 (1947) 577.
  7. Zweites Vatikanisches Konzil. Konstitution über die heilige Liturgie "sacrosanctum Concilium", Art. 13.
  8. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 32.
  9. Vgl. ebd. Nr. 32 und 39.
  10. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 308 f: Ritenkongregation, Instruktion über die Musik in der Liturgie "Musicam sacram" vom 5. März 1967, Nr. 66: AAS 59 (1967) 319.
  11. Vgl. Allgemeine Einführung in das Stundenbuch, Nr. 71.
  12. Vgl. Messbuch, 25. Dezember. Nach der Messe am Heiligen Abend.
  13. Vgl. Stundenbuch, 2. Vesper am Hochfest der Erscheinung des Herrn. Magnificat-Antiphon.
  14. Vgl. Messbuch, 2. Februar. Darstellung des Herrn.
  15. Vgl. Messbuch, 2. februar. Darstellung des Herrn.
  16. Vgl. ebd.
  17. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 109; Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 27.
  18. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 105, 109-110.
  19. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 308 f: Ritenkongregation, Instruktion über die Musik in der Liturgie "Musicam sacram" vom 5. März 1967, Nr. 66: AAS 59 (1967) 319.
  20. Vgl. 2 Sam 13, 19: Est 4, 1: 1 Makk 3,47: 4, 39: Ijob 42,6: Klgl 2. 10.
  21. Messbuch, Rubrik am Beginn der österlichen Bußzeit.
  22. Vgl. Messbuch, Palmsonntag, Nr. 2.
  23. Vgl. ebd. Nr. 10.
  24. Vgl. ebd. Nr. 12, 13, 14 und 15.
  25. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 157: Messbuch, Gründonnerstag, Einführung in die Chrisam-Messe.
  26. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil. Dekret über Dienst und Leben der Priester "Presbyterorum ordinis". Art. 2.
  27. Vgl. Messbuch, Gründonnerstag, Einführung in die Chrisam-Messe.
  28. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Öle, Nr. 9-10.
  29. Vgl. ebd. Nr. 11-12.
  30. Vgl. ebd. Nr. 14.
  31. Vgl. ebd. Nr. 16.
  32. Vgl. Messbuch, Gründonnerstag, Einführung in die Chrisam·Messe.
  33. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Öle, Nr. 18.
  34. Vgl. ebd. Nr. 20.
  35. Vgl. ebd. Nr. 22.
  36. Vgl. ebd. Nr. 23-24.
  37. Vgl. ebd. Nr. 25-27.
  38. Vgl. ebd. Nr. 30.
  39. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 18.
  40. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil. Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 110.
  41. Vgl. Conc. Trid., sess. XXII, 17 sept. 1562, Doctr. de ss. Missae sacrir., c. 1: Denzinger· Hünermann 1740.
  42. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 157, 158a.
  43. Vgl. Messbuch, Messe vom Letzten Abendmahl, Nr. 3.
  44. Vgl. ebd. Nr. 5-7.
  45. Vgl. ebd. Nr. 8.
  46. Vgl. ebd. Nr. 9.
  47. Vgl. ebd. Nr. 11.
  48. Vgl. ebd. Nr. 13.
  49. Vgl. ebd. Nr. 15.
  50. Vgl. ebd. Nr. 16.
  51. Vgl. ebd. Nr. 17.
  52. Vgl. ebd. Nr. 18.
  53. Vgl. ebd. Nr. 19.
  54. Ebd. Nr. 21.
  55. Vgl. Leo d. Gr., Sermo 58 De Passione Domini 1: PL 54,332 (BKV 55, 110).
  56. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium", Art. 5.
  57. Vgl. Messbuch, Karfreitag. Die Feier vom Leiden und Sterben Christi, Nr. 3.
  58. Ebd. Nr. 2.
  59. Vgl. ebd. Nr. 4.
  60. Vgl. ebd. Nr. 5.
  61. Vgl. ebd. Nr. 6-7.
  62. Vgl. ebd. Nr. 8-9.
  63. Vgl. ebd. Nr. 10-13.
  64. Vgl. ebd. Nr. 15-16.
  65. Vgl. ebd. Nr. 17.
  66. Vgl. ebd. Nr. 18.
  67. Vgl. ebd. Nr. 19.
  68. Vgl. ebd. Nr. 20-21.
  69. Vgl. ebd. Nr. 21.
  70. Vgl. ebd. Nr. 22-25.
  71. Vgl. ebd. Nr. 26.
  72. Vgl. ebd. Nr. 27.
  73. Vgl. ebd. Nr. 28.
  74. Vgl. ebd.
  75. Augustinus, Sermo 219: PL 38.1088.
  76. Vgl. Messbuch, Die Feier der Osternacht, Nr. 3.
  77. Vgl. ebd. Nr. 5.
  78. Vgl. ebd. Nr. 17.
  79. Vgl. ebd. Nr. 6.
  80. Vgl. ebd. Nr. 8.
  81. Vgl. ebd. Nr. 9.
  82. Vgl. ebd. Nr. 10-12.
  83. Vgl. ebd. Nr. 14.
  84. Vgl. ebd. Nr. 15.
  85. Vgl. ebd. Nr. 16.
  86. Vgl. ebd. Nr. 17-19. Wenn ein Kantor das Osterlob verkündet, entfallen die Worte "Darum bitte ich euch ... " bis zum Ende der Gebetscinladung, ebenso der Gruß: "Der Herr sei mit euch".
  87. Vgl. ebd. Nr. 22.
  88. Vgl. cbd. Nr. 20-21.
  89. Vgl. ebd. Nr. 23.
  90. Vgl. ebd. Nr. 31.
  91. Vgl. ebd. Nr. 32.
  92. Vgl. ebd. Nr. 33.
  93. Vgl. ebd. Nr. 34.
  94. Vgl. ebd. Nr. 35.
  95. Ebd. Nr. 36.
  96. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirchc. Vorbemerkungen. Nr. 44.
  97. Vgl. Messbuch. Die Feier der Osternacht. Nr. 37.
  98. Vgl. ebd.
  99. Vgl. ebd. Nr. 39,41 und 38.
  100. Vgl. ebd. Nr. 38-39.
  101. Vgl. ebd. Nr. 42-43.
  102. Vgl. Messbuch "Karwoche und Osteroktav", Osternacht, S. 151-152.
  103. Vgl. ebd. S. 159-160.
  104. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche, Nr. 218.
  105. Vgl. Messbuch "Karwoche und Osteroktav", Osternacht, S. 152-153.
  106. Vgl. ebd. S. 161.
  107. Vgl. ebd. S. 153-154.
  108. Vgl. ebd. S. 161-162.
  109. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche. Nr. 225; Die Feier der Kindertaufe, Nr. 30.
  110. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche. Nr. 226; Die Feier der Kindertaufe. Nr. 31.
  111. Vgl. Die Feier der Kindertaufe, Nr. 31-32.
  112. Vgl. Messbuch "Karwoche und Osteroktav". Osternacht, S. 157-159.
  113. Vgl. Messbuch. Die Feier der Osternacht. Nr. 46.
  114. Vgl. ebd. Nr. 47.
  115. Vgl. ebd. Nr. 48-49.
  116. Vgl. ebd. Nr. 51.
  117. Vgl. Messbuch, Messen zu bestimmten Feiern: Bei der Taufspendung; Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche. Nr. 233 und 391.
  118. Vgl. Messbuch. Feierlicher Schlusssegen in der Osternacht und am Ostersonntag.
  119. Vgl. Ebd., Die Feier der Osternacht. Nr. 56.
  120. Vgl. Athanasius. Epist. festal. 1: PG 26. 1366. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders. Nr. 22.
  121. Vgl. Messbuch. Pfingsten - Am Tag.
  122. Vgl. Die Feier der Kindertaufe. Vorbemerkungen, Nr. 49.
  123. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders: Messbuch, Ostersonntag.
  124. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche, Vorbemerkungen, Nr. 40.
  125. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 43.
  126. Vgl. ebd. Nr. 44.
  127. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil. Konstitution über die heilige Liturgie “Sacrosanctum Concilium". Art. 106; Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 4.
  128. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders. Nr. 58.
  129. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 45.
  130. Vgl. ebd. Nr. 46.
  131. Vgl. ebd. Nr. 47.
  132. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch. Nr. 3.
  133. Vgl. Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe. Nr. 101-102; vgl. Ritenkongregation. Instruktion “Eucharisticum Mysterium" vom 25. Mai 1967. Nr. 59: AAS 59 (1967) 107.
  134. Kommunionspendung und Eucharistieverehrung außerhalb der Messe, Nr. 103.
  135. Vgl. ebd. Nr. 105.
  136. Vgl. ebd. Nr. 104.
  137. Vgl. ebd. Nr. 107.
  138. Vgl. Ordo exsequiarum, Praenotanda, Nr. 1.
  139. Vgl. ebd. Nr. 2.
  140. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion “Musicam sacram" vom 5. März 1967, Nr. 66: AAS 59 (1967) 319.
  141. Vgl. Benediktionale, Nr. 11.
  142. Vgl. ebd.
  143. Vgl. ebd.

TEIL V: DIE ÜBRIGEN SAKRAMENTALEN FEIERN

1. Kapitel: DIE EINGLIEDERUNG IN DIE KIRCHE

Einführung

404. Der Bischof als der hauptsächliche Ausspender der Mysterien Gottes und Leiter des gesamten liturgischen Lebens in der ihm anvertrauten Kirche1 [1] leitet die Taufspendung, die Anteil am königlichen Priestertum Christi gewährt; er ist der erstberufene Firmspender[2] und leitet die ganze Eingliederung in die Kirche, die er entweder selbst oder durch seine Priester, Diakone und Katecheten vollzieht.

Dieses Hirtenamt hat die Überlieferung der Kirche immer als ihm so sehr eigen betrachtet, dass sie nicht zögerte, mit einem Wort des heiligen Ignatius von Antiochien zu sagen: "Es ist nicht erlaubt, ohne den Bischof zu taufen."[3]

So ziemt es sich ganz besonders für den Bischof, dass er sich wenigstens um die Eingliederung Erwachsener kümmert und deren wichtigste Feiern selbst leitet. Schließlich ist es sehr zu wünschen, dass der Bischof besonders in der Feier der Osternacht und womöglich bei seinen Pastoralbesuchen die Sakramente der Eingliederung der Erwachsenen und Kinder feiert. [4]

405. Die Sakramente der Eingliederung soll der Bischof, außer im Notfall, nicht in Kapellen oder Privathäusern spenden, sondern in der Kathedrale oder in Pfarrkirchen, damit die Gemeinschaft der Gläubigen teilnehmen kann.

I. Die Eingliederung Erwachsener in die Kirche

406. Es ist Aufgabe des Bischofs, die seelsorgliche Unterweisung derer, die sich um die Aufnahme in die Kirche bewerben, persönlich oder durch Beauftragte einzurichten, zu leiten und zu fördern sowie die Bewerber und Bewerberinnen zur Einschreibung und zu den Sakramenten zuzulassen. Es ist zu wünschen, dass er nach Möglichkeit selbst die Liturgie der österlichen Bußzeit und die Feier der Einschreibung leitet und die Sakramente der Eingliederung in der Osternacht feiert. Auch soll der Bischof entsprechend seiner seelsorglichen Verantwortung den Katecheten bzw. Katechetinnen, die für diese Aufgabe geeignet erscheinen und entsprechend vorbereitet sind, den Auftrag erteilen, die Gebete um Befreiung (kleine Exorzismen) in der Zeit zwischen der Feier der Annahme und der Einschreibung zu feiern.[5]

407. Dementsprechend ist es angebracht, dass sich der Bischof die Feier der Einschreibung, gegebenenfalls auch der Übergabe des Glaubensbekenntnisses und des Vaterunser sowie schließlich die Feier der Eingliederung selbst (von der Litanei an bis zum Abschluß) vorbehält. Bei diesen Feiern sollen ihm Priester und Diakone assistieren, wie es im folgenden beschrieben ist. Wenn der Bischof weitere Feiern selbst leitet, halte er sich an das Rituale.


Die Feier der Einschreibung

408. In der Feier der Einschreibung,[6] die zu Beginn der Fastenzeit stattfindet, legen die Paten und Patinnen sowie die Katecheten Zeugnis für die Bewerber und Bewerberinnen ab; diese bekräftigen ihren Wunsch, getauft zu werden. Im Namen der Kirche wird der Stand ihrer Vorbereitung vor der Gemeinde erfragt und festgelegt, ob sie die österlichen Sakramente empfangen dürfen.[7]

409. Es ist Aufgabe des Bischofs, unabhängig von seiner entfernteren oder näheren Beteiligung an der vorhergehenden Beratung über die Eignung der Bewerber und Bewerberinnen entweder in der Homilie oder im Verlauf der Feier die religiöse und kirchliche Bedeutung der Einschreibung darzulegen.

Er muss demnach vor den Versammelten die Entscheidung der Kirche bekanntgeben und nach Möglichkeit deren Urteil anhören. Er muss von den Bewerbern und Bewerberinnen die persönliche Willensäußerung erfragen und im Namen Christi und der Kirche die Annahme der Bewerber und Bewerberinnen vollziehen.[8]

410. Die Feier der Einschreibung soll der Bischof entsprechend den pastoralen Erfordernissen vorzüglich in der Kathedrale oder in einer anderen Kirche innerhalb der Messe des Ersten Fastensonntags mit den Meßtexten dieses Sonntags feiern,[9] wenn nicht ein anderer Zeitpunkt für günstiger gehalten wird.

Wenn die Feier der Einschreibung nicht am Ersten Fastensonntag stattfindet, beginnt man mit dem Wortgottesdienst. In diesem Fall können, falls die Tageslesungen nicht passen, diese gegen die Lesungen des Ersten Fastensonntags oder andere geeignete Lesungen ausgetauscht werden.[10]

Die Messe "Bei der Feier der Einschreibung" kann immer genommen werden, ausgenommen an den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind.[11] Die Farbe der liturgischen Gewänder ist Violett.

411. Die Vorbereitung des Bischofs, gegebenenfalls der Konzelebranten und aller anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, ihr Einzug in die Kirche, die Eröffnung und der Wortgottesdienst bis zum Evangelium einschließlich erfolgen in gewohnter Weise.

412. In der Homilie soll der Bischof, den Umständen entsprechend, neben den Bewerbern und Bewerberinnen auch die ganze Gemeinde berücksichtigen. In ihr soll er, ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes, allen das göttliche Mysterium erschließen, das das Wesen der Berufung der Kirche und deren liturgischer Feier ausmacht. Er soll die Gemeinde ermuntern, jenen, die sich auf die Eingliederung vorbereiten, ein gutes Beispiel zu geben und mit ihnen gemeinsam auf die Osterfeier zuzugehen.[12]

413. Nach der Homilie setzt sich der Bischof auf die Kathedra oder auf seinen Sitz; er nimmt die Mitra. Das Glaubensbekenntnis entfällt. Der Priester, der die Eingliederung der Bewerber und Bewerberinnen leitet, ein Diakon, ein Katechet oder jemand aus der Gemeinde stellt dem Bischof die Bewerber und Bewerberinnen mit den im Rituale vorgesehenen oder mit ähnlichen Worten vor.

414. Nach der Vorstellung bittet der Bischof, die Bewerber und Bewerberinnen einzeln mit Namen aufzurufen. Nach dem Aufruf tritt jeder bzw.jede mit dem Paten oder der Patin vor den Bischof.[13]

415. Nachdem die Bewerber und Bewerberinnen vorgetreten sind, erbittet der Bischof das Zeugnis der Paten und Patinnen und fragt die Bewerber und Bewerberinnen nach ihrer Bereitschaft, die Sakramente der Eingliederung zu empfangen. Schließlich lädt er die Bewerber und Bewerberinnen ein, ihren Namen zu nennen und sich einschreiben zu lassen.

416. Es folgt die Einschreibung der Namen. Währenddessen singt man Psalm 16 (15) oder einen anderen geeigneten Gesang.[14]

417. Nach der Einschreibung der Namen nimmt der Bischof den Stab. Er wendet sich an die Bewerber und Bewerberinnen und verkündet ihnen, dass sie dazu erwählt sind, in der kommenden Osternacht in die Kirche aufgenommen zu werden. Dann lädt er die Paten und Patinnen ein, ihre Hand auf die Schulter ihres Bewerbers oder ihrer Bewerberin zu legen. Es kann auch eine andere Geste, die ihre Verantwortung ausdrückt, gewählt werden.[15]

Dann legt der Bischof Stab und Mitra ab, erhebt sich und lädt zu den Fürbitten besonders für die Bewerber und Bewerberinnen ein. Ein Diakon trägt die Gebetsanliegen vor; der Bischof breitet die Hände über die Bewerber und Bewerberinnen aus und beschließt die Fürbitten.

418. Nach den Fürbitten entlässt der Bischof die Bewerber und Bewerberinnen und setzt die Eucharistiefeier mit der Gemeinde fort. Wenn die Bewerber und Bewerberinnen aus schwerwiegenden Gründen den Kirchenraum nicht verlassen können und zusammen mit der Gemeinde während der Eucharistiefeier anwesend sind, ist darauf zu achten, dass sie an ihr nicht auf die Weise der Getauften teilnehmen.

419. Wenn die Einschreibung außerhalb der Messe gefeiert wird, trägt der Bischof Albe, Brustkreuz, Stola und gegebenenfalls ein Pluviale in violetter Farbe, dazu die einfache Mitra und den Stab.

Dem Bischof sollen ein Diakon im liturgischen Gewand seines Standes und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, assistieren; sie tragen Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

Nach dem Einzug in die Kirche oder an einen anderen geeigneten Ort, wo die Feier stattfindet, beginnt man mit dem Wortgottesdienst. Dabei wählt man die Lesungen aus dem Meßlektionar oder andere geeignete Lesungen.

Dann geschieht alles so, wie es in Nr. 412-418 angegeben ist. Die Feier schließt mit einem geeigneten Gesang und der Entlassung aller zusammen mit den Bewerbern und Bewerberinnen.[16]


Die Feiern der" Übergaben"

420. Gegen Ende der Vorbereitung oder während derselben zu geeigneter Zeit übergibt die Kirche in den Feiern der Übergabe den Bewerbern und Bewerberinnen liebevoll jene Dokumente, die von alters her als Zusammenfassung des christlichen Glaubens und Betens gelten.

421. Es ist wünschenswert, dass die Übergaben im Beisein der Gemeinde nach dem Wortgottesdienst der Werktagsmesse geschehen; dabei werden die den einzelnen Übergaben entsprechenden Lesungen gewählt, wie sie im Meßlektionar vorgesehen sind.[17]

Wegen der Bedeutung der Übergaben ist es angemessen, dass möglichst der Bischof der Feier vorsteht, sofern sie nach der Einschreibung und nicht vorher gehalten wird.[18]

422. Die Farbe der liturgischen Gewänder ist Violett. Eröffnung und Wortgottesdienst bis zum Ruf vor dem Evangelium einschließlich werden in der gewohnten Weise gehalten.

Bei der Übergabe des Herrengebetes lädt der Diakon vor der Verkündigung des Evangeliums die Bewerber und Bewerberinnen ein, vor den Bischof hinzutreten. Wenn sie vor ihm stehen, legt der Bischof die Mitra ab und erhebt sich. Nach den Worten "Wir hören, wie der Herr seine Jünger zu beten gelehrt hat" oder einem ähnlichen Hinweis verkündet er mit den Worten des Matthäusevangeliums das Gebet des Herrn.[19]

Bei der Übergabe des Glaubensbekenntnisses wird das Evangelium in gewohnter Weise verkündet.

423. Es folgt die Homilie. Ausgehend von dem jeweiligen Text erklärt der Bischof Sinn und Bedeutung des Glaubensbekenntnisses oder des Herrengebetes. Dabei berücksichtigt er die vorausgegangene Glaubensunterweisung und die christliche Lebensführung.

Bei der Übergabe des Glaubensbekenntnisses lädt der Diakon nach der Homilie die Bewerber und Bewerberinnen ein, vor den Bischof hinzutreten. Wenn sie vor ihm stehen, legt der Bischof die Mitra ab und erhebt sich. Mit den Worten "Liebe Bewerber ..." oder mit ähnlichen Worten fordert er die Bewerber und Bewerberinnen auf, das Glaubensbekenntnis anzuhören und zu bewahren. Dann spricht er mit der ganzen Gemeinde das Glaubensbekenntnis.[20]

424. Danach steht der Bischof ohne Mitra und lädt die Gemeinde zum Gebet ein. Alle beten in Stille. Der Bischof breitet die Hände über die Bewerber und Bewerberinnen aus und spricht das im Rituale vorgesehene Bittgebet über sie.

Nach diesem Bittgebet entlässt der Bischof die Bewerber und Bewerberinnen und setzt die Eucharistiefeier mit der Gemeinde fort. Wenn die Bewerber und Bewerberinnen aus schwerwiegenden Gründen den Kirchenraum nicht verlassen können und zusammen mit der Gemeinde während der Eucharistiefeier anwesend sind, ist darauf zu achten, dass sie an ihr nicht auf die Weise der Getauften teilnehmen. Die Messe wird in der üblichen Weise fortgesetzt. Im Eucharistischen Hochgebet soll der Bewerber und Bewerberinnen sowie ihrer Paten und Patinnen gedacht werden.


Die Feier der Sakramente der Eingliederung

425. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Rituale;
b) Gefäß mit Wasser;
c) Gefäß mit Katechumenenöl, falls dieses verwendet wird;
d) Gefäß mit Chrisam;
e) Osterkerze;
f) Taufkerze bzw. Taufkerzen;
g) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten;
h) Schüssel und Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung;
i) ein Sitz für den Bischof am Taufort, wenn dieser sich außerhalb des Altarraumes oder der Kirche befindet.

426. Die Eingliederung Erwachsener in die Kirche geschieht gewöhnlich in der Osternacht. Dabei ist für die Feier der Sakramente zu beachten, was in Nr. 356-367 beschrieben ist.

Die Feier der Eingliederung soll immer den österlichen Charakter wahren, auch wenn sie außerhalb der Osternacht vollzogen wird.

An den Tagen, an denen Messen zu bestimmten Feiern erlaubt sind,[21] kann das Meßformular "Bei der Taufspendung" mit den vorgesehenen Lesungen genommen werden; die Farbe der liturgischen Gewänder ist Weiß.

Wenn jedoch nicht diese Messe genommen wird, kann man dennoch eine Lesung aus den Perikopen wählen, die im Meßlektionar für die Tauffeier vorgesehen sind.[22]

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[23] nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

427. Bei der Feier der Sakramente ist das für die Ostern acht in Nr. 356-367 Gesagte zu beachten. Die übrigen ausdeutenden Riten werden vom Priester vollzogen.

428. Das Glaubensbekenntnis entfällt, da es bereits vorausgegangen ist. Die Messe wird mit den Fürbitten in gewohnter Weise fortgesetzt.

Während des Gesangs zur Gabenbereitung sollen einige Neugetaufte Brot und Wein für die Eucharistiefeier zum Altar bringen.

Im Eucharistischen Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.

Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.


Die Zeit der Einübung und Vertiefung (Mystagogie)

429. Der Bischof möge sich um Kontakt zu den neuen Gliedern seiner Kirche bemühen. Daher sollte er, vor allem dann, wenn er selbst nicht der Feier der Eingliederung vorstehen konnte, wenigstens einmal im Jahr nach der Taufe, am besten an einem Sonntag der Osterzeit oder am Jahrestag der Taufe, mit ihnen zusammenkommen und gemeinsam mit ihnen die Eucharistie feiern. Dabei können sie unter beiden Gestalten kommunizieren.[24]


Die Kurzform der Eingliederung in Ausnahmefällen

430. Wenn der Bischof unter außergewöhnlichen Umständen die Feier der Eingliederung eines Erwachsenen in die Kirche in der Kurzform, d. h. in nur einer Stufe, feiern muss, werden alle Riten, die der Taufwasserweihe vorausgehen, von einem Priester vollzogen. Der Bischof selbst aber weiht das Taufwasser, stellt die Fragen zur Absage und zum Glaubensbekenntnis und spendet Taufe und Firmung. Dabei beachtet er, was zur Feier dieser Sakramente in der Ostern acht (Nr. 356-367) angegeben ist. Die übrigen ausdeutenden Riten werden von einem Priester vollzogen.[25]

II. Die Feier der Kindertaufe

431. Außer dem, was für einen feierlichen Bischofsgottesdienst nötig ist, sind für die Feier der Taufe vorzubereiten:

a) Rituale;
b) Gefäß mit Wasser;
c) Gefäß mit Katechumenenöl, falls dieses verwendet wird;
d) Gefäß mit Chrisam;
e) Osterkerze;
f) Taufkerzen;
g) Schüssel und Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung;
h) für den Bischof: Mitra und Stab.
i) ein Sitz für den Bischof am Taufort, wenn dieser sich außerhalb des Altarraumes oder der Kirche befindet.

432. Dem Bischof sollen wenigstens ein Priester, gewöhnlich der Pfarrer, sowie ein Diakon und andere, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, assistieren.

Der Priester empfängt die Kinder und vollzieht jene Riten, die dem Wortgottesdienst vorausgehen. Dann spricht er das Exorzismus-Gebet und nimmt die Salbung vor, die der Taufe vorausgeht. Nach der Taufe kommen ihm die Salbung mit dem Chrisam, die Überreichung des weißen Gewandes, die Übergabe der brennenden Kerze und der Effata-Ritus zu.


Die Feier der Taufe innerhalb der Messe

433. Der Bischof, die Priester, die gegebenenfalls mit ihm konzelebrieren, und die Diakone tragen die liturgischen Gewänder für die Messfeier; es werden weiße bzw. festliche Gewänder genommen. Falls die Kommunion unter beiden Gestalten gereicht werden soll, stelle man einen Kelch von ausreichender Größe bereit.

434. An den Tagen, an denen Messen zu bestimmten Feiern erlaubt sind,[26] kann das Meßformular "Bei der Taufspendung" mit den vorgesehenen Lesungen genommen werden.

Wenn jedoch nicht diese Messe genommen wird, kann man dennoch eine Lesung aus den Perikopen wählen, die im Meßlektionar für die Tauffeier vorgesehen sind.[27]

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[28] nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen. Der Feierliche Schlusssegen kann aus dem Rituale genommen werden.

435. Der Einzug des Bischofs mit den Priestern, Diakonen und den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, verläuft in gewohnter Weise. Im Altarraum angekommen, gibt der Bischof Stab und Mitra ab, verehrt den Altar und beräuchert ihn gegebenenfalls. Dann begibt er sich zur Kathedra und grüsst die Gemeinde; danach setzt er sich und erhält die Mitra.

436. Dann geht der Pfarrer oder ein anderer Priester mit den Ministranten zum Portal der Kirche, wo er die Tauffeier eröffnet, wie es im Rituale beschrieben ist.

437. Wenn alle ihren Platz in der Kirche eingenommen haben, legt der Bischof die Mitra ab und erhebt sich. Das Allgemeine Schuldbekenntnis und das Kyrie entfallen; es folgt sogleich der Gloria-Hymnus, wenn ihn die liturgische Ordnung vorsieht. Der Bischof trägt das Tagesgebet vor.

438. Danach folgt der Wortgottesdienst mit der Homilie des Bischofs. An dieser Stelle entfällt das Glaubensbekenntnis (vgl. Nr. 442),

439. Der Bischof leitet die Fürbitten ein; an deren Ende spricht ein Priester das Gebet um Befreiung vom Bösen (Exorzismus-Gebet) und vollzieht gegebenenfalls die Salbung mit Katechumenenöl, die der Taufe vorausgeht. Der Bischof steht an der Kathedra.

440. Danach erhält der Bischof Mitra und Stab. Es folgt die Prozession zum Taufbrunnen, wenn dieser außerhalb der Kirche oder außerhalb des Blickfeldes der Gemeinde liegt.

Wenn dagegen das Gefäß mit dem Taufwasser im Blickfeld der versammelten Gemeinde steht, begeben sich Bischof, Eltern, Paten und Patinnen mit den Kindern dorthin. Alle anderen bleiben an ihren Plätzen.

Wenn die Taufkapelle nicht allen Anwesenden Platz bietet, kann die Taufe an einer geeigneten Stelle in der Kirche gefeiert werden. Die Eltern sowie die Paten und Patinnen treten dann zum entsprechenden Zeitpunkt heran.

Unterdessen kann man Psalm 23 (22) oder einen anderen passenden Gesang singen.

Bei der Prozession zum Taufort gehen die Eltern sowie die Paten und Patinnen mit den Täuflingen hinter dem Bischof.

441. Am Taufort angekommen, führt der Bischof in diesen Teil der Feier ein. Er ruft der Gemeinde den wunderbaren Ratschluß Gottes ins Gedächtnis, der Seele und Leib des Menschen durch das Wasser heiligen wollte. Dann gibt der Bischof Stab und Mitra ab und spricht, dem Taufbrunnen zugewandt, Lobpreis und Anrufung Gottes über dem Wasser; dabei wählt er ein der Kirchenjahreszeit entsprechendes Segensgebet.[29]

442. Danach setzt sich der Bischof, erhält Mitra und Stab und fragt die Eltern, die Paten und Patinnen nach ihrer Bereitschaft, dem Bösen zu widersagen und ihren Glauben zu bekennen.[30] Dem Glaubensbekenntnis der Eltern, Paten und Patinnen stimmen Bischof und Gemeinde zu, indem sie das Apostolische Glaubensbekenntnis sprechen.

443. Nach den Fragen gibt er den Stab ab, erhebt sich und tauft die Kinder durch Eintauchen oder Übergießen. Bei einer größeren Anzahl von Täuflingen können Priester und Diakone gleichzeitig mit ihm Kinder taufen.[31]

444. Dann setzt sich der Bischof, während der Pfarrer oder ein anderer Priester die Salbung mit Chrisam vornimmt, das weiße Gewand überreicht, die brennende Kerze übergibt und gegebenenfalls den Effata-Ritus vollzieht. Die begleitenden Worte spricht der Bischof.[32]

445. Danach zieht man, sofern die Taufe nicht im Altarraum stattgefunden hat, in Prozession zum Altar. Die Eltern, die Paten und Patinnen mit den Neugetauften gehen hinter dem Bischof; die brennenden Kerzen der Neugetauften werden mitgetragen.[33]

446. Das Glaubensbekenntnis und die Fürbitten entfallen, da sie bereits vorausgegangen sind. Die Messfeier wird mit der Gabenbereitung in gewohnter Weise fortgesetzt. Während des Gesanges zur Gabenbereitung können einige Eltern, Paten und Patinnen der Neugetauften Brot und Wein für die Feier der Eucharistie zum Altar bringen.

Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.

Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.

447. Für den Schlusssegen wählt der Bischof sinnvollerweise einen Text aus dem Rituale.[34]

Die Mütter tragen jetzt wieder ihre Kinder auf dem Arm und treten zusammen mit den Vätern vor den Bischof. Dieser steht, mit Mitra, ihnen zugewandt und spricht: "Der Herr sei mit euch." Dann kann ein Diakon die Einladung zum Segen sprechen. Der Bischof streckt die Hände über die Gemeinde aus und spricht die Segensanrufungen. Dann nimmt er den Stab und beschließt den Schlusssegen, indem er zu den entsprechenden Worten über die Gemeinde dreimal das Kreuzzeichen macht.

Der Bischof kann den Segen auch mit den in Nr. 1135-1136 vorgeschlagenen Worten erteilen.

448. Dann entlässt der Diakon die Gemeinde mit dem Ruf "Gehet hin in Frieden"; die Gemeinde antwortet: "Dank sei Gott, dem Herrn."


Die Feier der Taufe außerhalb der Messe

449. Der Bischof trägt Albe, Brustkreuz, Stola und Pluviale; die Priester tragen den Chorrock über dem Talar oder Albe und Stola; der Diakon trägt die Dalmatik; die Farbe der liturgischen Gewänder ist Weiß.

450. Der Einzug in die Kirche verläuft in gewohnter Form; im Altarraum angekommen, verehrt der Bischof den Altar und geht zur Kathedra. Er grüsst die Gemeinde und setzt sich.

451. Die Kinder werden am Kirchenportal durch einen Priester empfangen, wie es im Rituale beschrieben ist.

452. Nachdem alle ihren Platz in der Kirche eingenommen haben, folgt der Wortgottesdienst mit der Homilie des Bischofs; alles Weitere wird vollzogen, wie es in Nr. 435-445 beschrieben ist.

453. Vor dem Altar legt der Bischof die Mitra ab und führt zum Gebet des Herrn hin; alle sprechen (oder singen) gemeinsam mit dem Bischof das Vaterunser.

454. Dann erhält der Bischof die Mitra und erteilt den Segen, wie es in Nr. 447 beschrieben ist. Die Feier wird mit dem "Magnificat" oder einem anderen passenden Gesang abgeschlossen.

III. Die Firmung

455. Der Bischof ist der ordentliche Spender der Firmung. Für gewöhnlich wird das Sakrament von ihm gespendet, weil so der Zusammenhang mit der ersten Geistausgießung am Pfingsttag besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Denn die Apostel selbst haben den Heiligen Geist, den sie empfangen hatten, durch Handauflegung den Gläubigen weitergegeben. Die Spendung durch den Bischof verdeutlicht die enge Verbindung der Gefirmten mit der Kirche und ihre Verpflichtung, den Menschen von Christus Zeugnis zu geben.[35]

456. Aus einem schwerwiegenden Grund - etwa wegen der großen Anzahl der Firmlinge - kann der Bischof auch Priester zur Spendung des Sakramentes heranziehen. Es empfiehlt sich, dazu einzuladen:

a) Priester, die in der Diözese ein besonderes Amt haben, wie z. B. Generalvikar, Bischofsvikare, Domkapitulare, Dekane oder auch Äbte und Pröpste;

b) den Pfarrer des Ortes, in dem die Firmung gespendet wird, oder den Pfarrer des Ortes, zu dem die Firmlinge gehören, oder Priester, die die Firmkatechese erteilt haben.[36]

457. Außer dem, was für einen feierlichen Bischofsgottesdienst nötig ist (vgl. Nr. 125), sind für die Feier der Firmung vorzubereiten:

a) die liturgischen Gewänder, je nachdem, ob die Firmung innerhalb oder außerhalb der Messe gefeiert wird (vgl. Nr. 458 und 473);

b) Sitze für die Priester, die mit dem Bischof firmen;

c) Gefäß oder Gefäße mit Chrisam;

d) "Die Feier der Firmung";

e) Schüssel und Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung nach der Salbung;

f) falls bei der Firmung innerhalb der Messe die Eucharistie unter beiden Gestalten gereicht wird: Kelche von ausreichender Größe.[37]

Die Feier findet in der Regel an der Kathedra statt. Ist es allerdings für die Mitfeier der Gläubigen erforderlich, dann soll der Sitz für den Bischof vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Platz aufgestellt werden.


Die Feier der Firmung innerhalb der Messe

458. Im allgemeinen soll der Bischof der Messfeier vorstehen. Die Priester, die mit ihm firmen, sollen mit ihm konzelebrieren. Dementsprechend tragen alle Meßgewänder.

Wenn die Eucharistie nicht vom Bischof gefeiert wird, soll er wenigstens dem Wortgottesdienst vorstehen und am Schluss der Messfeier den Segen erteilen, wie es in Nr. 175-185 beschrieben ist. In diesem Fall trägt der Bischof über der Albe das Brustkreuz sowie Stola und Pluviale in der entsprechenden Farbe; er trägt Mitra und Stab. Die Priester aber, die mit ihm firmen, tragen, wenn sie nicht konzelebrieren, den Chorrock über dem Talar oder Albe, Stola und gegebenenfalls das Pluviale.

459. An den Tagen, an denen Messen zu bestimmten Feiern erlaubt sind,[38] kann das Meßformular "Bei der Firmspendung" (in roter oder weißer Farbe) mit den vorgesehenen Lesungen genommen werden.

Wenn jedoch nicht diese Messe genommen wird, kann man dennoch eine Lesung aus den Perikopen wählen, die im Meßlektionar für die firmung vorgesehen sind.[39]

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[40] nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen. Der Feierliche Schlusssegen kann aus dem liturgischen Buch "Die Feier der Firmung" genommen werden.

460. Nach dem Einzug in die Kirche und der Begrüßung der Gemeinde können die Firmlinge dem Bischof vorgestellt werden, wie es in Nr. 461 beschrieben ist. Danach wird die Eröffnung wie üblich fortgesetzt. Der Wortgottesdienst wird bis zum Evangelium einschließlich in gewohnter Weise gehalten.

Die Vorstellung der Firmlinge kann auch nach dem Evangelium oder nach der Homilie erfolgen (vgl. Nr. 461).

461. Die Firmlinge werden auf folgende Weise dem Bischof vorgestellt:

Der Pfarrer (der Religionslehrer, die Religionslehrerin, ein Firmhelfer, eine Firmhelferin, ein Diakon, ein Pastoral- oder Gemeindereferent, eine Pastoral- oder Gemeindereferentin) stellt die Firmlinge dem Bischof je nach den örtlichen Verhältnissen vor. Wenn die Zahl der Firmlinge klein ist, werden sie namentlich aufgerufen. Sie treten einzeln vor den Bischof und nehmen dann im Altarraum auf bereitgestellten Sitzen Platz. Wenn es sich um Kinder handelt, werden diese von einem Paten oder einer Patin oder von Vater oder Mutter geführt. Wenn die Anzahl der Firmlinge groß ist, kann man auf den Namensaufruf der einzelnen verzichten; die Firmlinge und ihre Begleiter bleiben auf ihrem Platz. Vor dem Glaubensbekenntnis treten sie heraus und stellen sich vor dem Bischof auf. Ist jedoch der Chorraum zu eng, können die Firmlinge auch während des Glaubensbekenntnisses, ja sogar noch während der anschließenden Ausbreitung der Hände im Kirchenschiff bleiben und zur Chrisamsalbung einzeln oder in kleinen Gruppen vor den Bischof treten.[41]

462. In einer kurzen Homilie, die je nach Altersstufe der Firmlinge auch durch ein Gespräch ersetzt werden kann, legt der Bischof die Schriftlesungen aus und führt so die Firmlinge, ihre Eltern, Paten und Patinnen sowie die ganze Gemeinde zu einem tieferen Verständnis der Firmung. (Der Bischof kann gegebenenfalls die Modellansprache verwenden).[42]

463. Nach der Vorstellung bzw. nach der Homilie erhält der Bischof (die Mitra und) den Stab. Dann stellt er den Firmlingen, die vor ihm stehen, die Fragen zur Erneuerung des Taufbekenntnisses.[43] Der Bischof bestätigt dieses Bekenntnis als den Glauben der Kirche. Die Gemeinde kann dem Glaubensbekenntnis der Firmlinge durch eine Akklamation oder ein Glaubenslied zustimmen.

464. Danach gibt der Bischof Mitra und Stab ab und erhebt sich. Er wendet sich der Gemeinde zu und lädt sie - mit gefalteten Händen - zum Gebet ein: "Lasset uns beten ..." (Die Priester, die mit ihm die Firmung spenden, stehen neben ihm). Alle beten in Stille.[44]

Dann breitet der Bischof (und die Priester, die mit ihm die Firmung spenden) die Hände über die Firmlinge aus. Der Bischof spricht allein das Gebet "Allmächtiger Gott, Vater unseres Herrn Jesus Christus ..."[45]

465. Danach setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Ein Diakon bringt ihm das Gefäß (die Gefäße) mit dem Chrisam. Wirken bei der Firmung Priester mit, so bringt der Diakon, ein Ministrant dem Bischof alle Gefäße mit dem Chrisam; der Bischof überreicht sie jedem einzelnen Priester.

466. Dann kommen die Firmlinge einzeln zum Bischof (zu den Priestern); gegebenenfalls kann der Bischof, mit Mitra und Stab, (und die Priester) auch zu den einzelnen Firmlingen gehen.

Wer den Firmling zum Bischof geleitet hat, legt die rechte Hand auf die Schulter des Firmlings und nennt dessen Namen. Der Firmling kann auch selbst seinen Vornamen sagen.[46]

467. Der Bischof (Der Priester) taucht den rechten Daumen in den Chrisam und zeichnet damit auf die Stirn des Firmlings ein Kreuz. Dabei spricht er: "N., sei besiegelt ..." Der Gefirmte oder die Gefirmte antwortet: "Amen." Danach sagt der Bischof: "Der Friede sei mit dir"; der Gefirmte oder die Gefirmte kann antworten: "Und mit deinem Geiste." Während der Salbung kann die Gemeinde einen geeigneten Gesang singen.[47]

468. Nach der Salbung wäscht der Bischof (und die Priester) die Hände.

469. Dann leitet der Bischof, der ohne Mitra steht, die Fürbitten ein und beschließt sie.

470. Das Glaubensbekenntnis entfällt, da es bereits vorausgegangen ist. Die Messfeier wird in gewohnter Weise mit der Gabenbereitung fortgesetzt. Es ist sinnvoll, dass einige Neugefirmte während des Gesanges zur Gabenbereitung Brot und Wein für die Feier der Eucharistie zum Altar bringen.

Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.

Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.[48]

471. Zum Schlusssegen soll der Bischof den Feierlichen Schlusssegen oder das Segensgebet über das Volk aus dem liturgischen Buch "Die Feier der Firmung" verwenden.[49]

Die Neugefirmten stellen sich vor dem Bischof auf; der Bischof erhält die Mitra und erhebt sich. Er spricht: "Der Herr sei mit euch." Dann kann ein Diakon die Einladung zum Segen sprechen. Der Bischof breitet die Hände über die Gemeinde aus und trägt die Segensanrufung vor. Dann nimmt er den Stab, spricht: "Es segne euch ..." und macht über die Gemeinde dreimal das Kreuzzeichen.

Der Bischof kann den Segen auch mit den in Nr. 1135-1136 vorgeschlagenen Worten erteilen.

472. Der Diakon entlässt die Gemeinde mit dem Ruf "Gehet hin in Frieden". Alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."


Die Feier der Firmung außerhalb der Messe

473. Der Bischof trägt Albe und Brustkreuz sowie Stola und Pluviale in roter oder weißer Farbe; er erhält Mitra und Stab. Die Priester, die mit ihm firmen, tragen den Chorrock über dem Talar oder Albe und Stola und gegebenenfalls das Pluviale in roter oder weißer Farbe. Die Diakone tragen Albe und Stola, die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, Albe oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

474. Wenn sich die Firmlinge, die Eltern, Paten und Patinnen sowie die ganze Gemeinde versammelt haben, zieht der Bischof mit den Priestern, Diakonen und den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, durch die Kirche zum Altarraum. Während des Einzugs singt man einen passenden Gesang. Nach der Verehrung des Altares geht der Bischof zur Kathedra. Dort gibt er Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde. Anschließend spricht er eines der Tagesgebete aus dem Meßformular "Bei der Firmspendung" .

475. Der Wortgottesdienst, die Vorstellung der Firmlinge, die Homilie und alles andere werden vollzogen, wie es in Nr. 461-469 beschrieben ist.

476. Nach den Fürbitten, die der Bischof mit einer geeigneten Gebetseinladung einleiten kann, sprechen alle das Gebet des Herrn, das der Bischof mit dem Gebet "Allmächtiger Gott, du hast deinen Aposteln ..." abschließt.

477. Der Bischof erteilt den Schlusssegen in der in Nr. 471 beschriebenen Weise. Dann entlässt der Diakon die Gemeinde mit dem Ruf "Gehet hin in Frieden". Alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."

2. Kapitel: DAS WEIHESAKRAMENT

Einführung

478. "Um Gottes Volk zu weiden und immerfort zu mehren, hat Christus der Herr in seiner Kirche verschiedene Dienstämter eingesetzt, die auf das Wohl des ganzen Leibes ausgerichtet sind."[50]

Denn "Christus, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, hat durch seine Apostel deren Nachfolger, die Bischöfe, seiner eigenen Weihe und Sendung teilhaftig gemacht. Diese wiederum haben die Aufgabe ihres Dienstamtes in mehrfacher Abstufung verschiedenen Trägern in der Kirche rechtmäßig weitergegeben.

So wird das aus göttlicher Einsetzung kommende kirchliche Dienstamt in verschiedenen Ordnungen ausgeübt von jenen, die schon seit alters Bischöfe, Priester, Diakone heißen."[51]

Die Bischöfe sind, mit der Fülle des Weihesakramentes ausgezeichnet, Verwalter der Gnade des höchsten Priestertums und leiten die ihnen zugewiesenen Teilkirchen als Stellvertreter und Gesandte Christi zusammen mit ihrem Presbyterium.[52]

Die Presbyter "haben zwar nicht die höchste Stufe der priesterlichen Weihe und hängen in der Ausübung ihrer Gewalt von den Bischöfen ab; dennoch sind sie mit ihnen in der priesterlichen Würde verbunden und kraft des Weihesakramentes nach dem Bilde Christi, des höchsten und ewigen Priesters, zur Verkündigung der Frohbotschaft, zum Hirtendienst an den Gläubigen und zur Feier des Gottesdienstes geweiht und so wirkliche Priester des Neuen Bundes."[53]

"In der Hierarchie eine Stufe tiefer stehen die Diakone, welche die Handauflegung ,nicht zum Priestertum, sondern zur Dienstleistung empfangen'. Mit sakramentaler Gnade gestärkt, dienen sie dem Volke Gottes in der Diakonie der Liturgie, des Wortes und der Liebestätigkeit in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium."[54]

I. Einige allgemeine Bestimmungen zur Feier der Ordinationen

479. Die Weihe des Bischofs, der Priester und der Diakone - vor allem jedoch die Weihe des Bischofs - soll unter möglichst zahlreicher Beteiligung der Gläubigen an einem Sonntag oder Festtag, die Bischofsweihe vorzüglich an einem Apostelfest, gefeiert werden, wenn nicht pastorale Gründe einen anderen Tag nahelegen.[55] Ausgeschlossen sind die Drei Österlichen Tage, die übrigen Tage der Karwoche, der Aschermittwoch und Allerseelen.

480. Die Weihe findet innerhalb einer feierlichen Bischofsmesse statt, und zwar im allgemeinen in der Kathedrale. Wenn es jedoch pastorale Gründe nahelegen, kann sie auch in einer anderen Kirche oder Kapelle gefeiert werden.[56]

481. In der Regel findet die Weiheliturgie an der Kathedra statt. Ist es allerdings für die Mitfeier der Gläubigen erforderlich, kann sie auch vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Ort erfolgen.

Die Sitze für die Weihekandidaten sollen so aufgestellt werden, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann.

482. Außer an den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[57] und an Aposteifesten kann das Meßformular "Bei der Spendung der Weihen" genommen werden.

Die Lesungen werden aus den für diese Feier im Meßlektionar vorgesehenen gewählt.[58]

Für das Eucharistische Hochgebet sind im Messbuch entsprechende Einschübe vorgesehen.[59]

Wenn jedoch an anderen Tagen das Meßformular "Bei der Spendung der Weihen" nicht genommen wird, so kann dennoch eine der Lesungen gewählt werden, die im Meßlektionar für dieses Formular vorgesehen sind.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind, und - bei der Bischofsweihe - an Apostelfesten nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

II. Die Weihe des Bischofs

483. Es ist sehr angemessen, wenn der Bischof in der Kathedrale seines Bistums geweiht wird. In diesem Fall wird das Apostolische Ernennungsschreiben vorgelegt und verlesen, und der Neugeweihte nimmt auf der Kathedra Platz, wie es in Nr. 493 und 509 beschrieben ist.

484. Der Bischof, der der Ordinationsfeier als Hauptzelebrant vorsteht, lädt wenigstens zwei weitere Bischöfe zur Konzelebration ein; es ist höchst angemessen, dass alle anwesenden Bischöfe zusammen mit dem Hauptzelebranten an der Weihe des Erwählten teilnehmen.[60]

485. Es ist angebracht, dass alle Bischöfe, die an der Weihe teilnehmen, und die Priester, die dem Erwählten assistieren, zusammen mit dem Hauptzelebranten und dem Neugeweihten die Messe konzelebrieren.

Es ist darauf zu achten, dass der Unterschied zwischen Bischöfen und Priestern - auch durch die Anordnung der Plätze - gewahrt ist.

486. Dem Erwählten assistieren zwei Priester.[61]

487. Der Hauptzelebrant sowie die konzelebrierenden Bischöfe und Presbyter legen die Gewänder an, die sie zur Feier der Eucharistie tragen. Der Erwählte trägt die liturgischen Gewänder des Priesters, ferner die Dalmatik und das Brustkreuz.

Jene Bischöfe, die zwar bei der Ordination mitwirken, aber die Eucharistie nicht konzelebrieren, tragen Albe, Brustkreuz, Stola, gegebenenfalls Pluviale und Mitra oder aber Chorkleidung und Stola. Die dem Erwählten assistierenden Presbyter tragen für den Fall, dass sie die Eucharistie nicht konzelebrieren, das Pluviale über der Albe.

Die Farbe der liturgischen Gewänder soll dem Meßformular entsprechen, das gewählt wird; andernfalls nehme man weiße bzw. festliche Gewänder.[62]

488. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Pontifikale;
b) Textbücher mit dem Weihegebet für alle an der Ordination beteiligten Bischöfe;
c) gegebenenfalls ein Gremiale aus Leinen;
d) Gefäß mit Chrisam;
e) Schüssel und Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung;
f) Bischofsring, Mitra und Hirtenstab für den Erwählten, ferner das Pallium, falls es überreicht wird;[63]
g) Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion der Konzelebranten und der Gemeinde.

489. Vom Pallium abgesehen, bedürfen die Insignien keiner vorherigen Segnung, weil sie in der Ordinationsfeier selbst überreicht werden.[64]

490. Außer der Kathedra für den Hauptzelebranten sind Sitze für die bei der Ordination mitwirkenden Bischöfe, für den Erwählten und für die konzelebrierenden Presbyter in folgender Ordnung bereitzustellen:

a) Beim Wortgottesdienst ist die Kathedra der Platz des Hauptzelebranten; die anderen Bischöfe haben ihre Plätze rechts und links von der Kathedra; der Erwählte und die beiden ihm assistierenden Presbyter haben ihre Sitze an einer geeigneten Stelle im Altarraum.

b) In der Regel findet die Weiheliturgie an der Kathedra statt. Ist es allerdings für die Mitfeier der Gläubigen erforderlich, dann sollen die Sitze für den Hauptzelebranten und die anderen Bischöfe vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Platz aufgestellt werden.

Die Sitze für den Erwählten und die ihm assistierenden Presbyter sollen so aufgestellt werden, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann.[65]


Eröffnung

491. Nach Abschluß aller Vorbereitungen zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar.

Der Erwählte geht, assistiert von zwei Priestern, hinter den konzelebrierenden Priestern und vor den bei der Ordination mitwirkenden Bischöfen.[66]

492. Während des Einzugs singt man den Eröffnungsvers mit einem Psalm oder einen anderen passenden Gesang. Wegen der besonderen Festlichkeit der Feier kann das Allgemeine Schuldbekenntnis entfallen. Das Kyrie entfällt, da es in der Litanei enthalten ist.[67]

493. Wird der Bischof in seiner Diözese geweiht, so legt einer der Diakone oder der konzelebrierenden Priester nach der Begrüßung der Gemeinde dem Domkapitel das Apostolische Ernennungsschreiben vor. Der Kanzler der Diözese hält diesen Vorgang in den Akten fest.

In neuerrichteten Diözesen wird das Apostolische Ernennungsschreiben dem in der Kathedrale versammelten Klerus und der Gemeinde vorgelesen. Der älteste der anwesenden Priester hält den Vorgang in den Akten fest.[68]

494. Danach geleiten (der bisherige Bistumsadministrator und) die beiden assistierenden Priester den Erwählten vor den Hauptzelebranten, dem sie ihre Ehrerbietung bezeigen. (Der bisherige Bistumsadministrator oder) einer der beiden Priester bittet den Hauptzelebranten, den Erwählten zum Bischof zu weihen. Der Hauptzelebrant ordnet an, das Apostolische Ernennungsschreiben zu verlesen. Alle setzen sich, um es anzuhören, und bekunden zum Schluss ihre Zustimmung zur Erwählung des Bischofs mit "Dank sei Gott, dem Herrn" oder auf andere passende Weise. Wenn die liturgische Ordnung den Gloria-Hymnus vorsieht, kann eine eigene Zustimmung entfallen.[69]

Die Eröffnung schließt mit dem Tagesgebet.


Wortgottesdienst

495. Der Wortgottesdienst wird bis zum Evangelium einschließlich in gewohnter Weise gehalten.

496. Nach der Verkündigung des Evangeliums trägt der Diakon das Evangeliar zum Altar; dort bleibt es, bis es dem Erwählten über das Haupt gehalten wird.[70]

497. Der Hauptzelebrant und die anderen bei der Weihe mitwirkenden Bischöfe erhalten die Mitra und begeben sich, wo erforderlich, an die für die Weihe vorgesehenen Sitze.[71]

498. Alle setzen sich. Der Hauptzelebrant trägt Mitra und Stab, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zum Klerus und zur Gemeinde sowie zum Erwählten über Amt und Dienst des Bischofs. Er kann dies mit den im Pontifikale vorgeschlagenen oder mit eigenen Worten tun.[72]


Weihe

499. Nach der Homilie kann man den Hymnus "Komm, Heilger Geist, der Leben schafft ..." [GL 241] ("Veni, Creator Spiritus ..." [GL 240]) singen. Dabei stehen alle; der Hauptzelebrant gibt dazu Stab und Mitra ab. Man kann auch einen anderen passenden Gesang singen.[73]

Nach der Homilie bzw. nach dem Hymnus tritt der Erwählte vor den Hauptzelebranten, der ihn, wie es im Pontifikale beschrieben ist, nach seiner Bereitschaft fragt, das überlieferte Glaubensgut zu bewahren und das bischöfliche Amt zu übernehmen.[74]

500. Danach geben die Bischöfe die Mitra ab; alle erheben sich. Der Hauptzelebrant steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt (oder spricht) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott ..."

Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie." Der Hauptzelebrant und die an der Ordination mitwirkenden Bischöfe knien vor ihren Sitzen nieder. Der Erwählte liegt ausgestreckt auf dem Boden. Alle anderen knien.

An den Sonntagen und in der Osterzeit entfällt die Aufforderung "Beuget die Knie"; der Erwählte liegt ausgestreckt auf dem Boden, alle anderen aber stehen.

Die Vorsänger beginnen die Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen weiterer Heiliger eingefügt werden können, beispielsweise der Patrone des Bistums, der Kirche, des Landes und des Erwählten. Außer dem können weitere Fürbitten eingefügt werden; denn die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.[75]

501. Nach der Litanei steht der Hauptzelebrant der Gemeinde zugewandt; er breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Litaneischlußgebet "Erhöre uns, Herr ..." Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft nun der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich.[76]

502. Der Hauptzelebrant erhält die Mitra; er steht vor seinem Sitz. Der Erwählte tritt vor den Hauptzelebranten und kniet vor ihm nieder.

Der Hauptzelebrant legt dem Erwählten schweigend die Hände auf das Haupt. Dann treten nacheinander alle Bischöfe hinzu und legen dem Erwählten unter Schweigen die Hände auf.

Nach der Handauflegung bleiben die Bischöfe beiderseits des Hauptzelebranten bis zum Ende des Weihegebetes stehen, jedoch so, dass der Gemeinde nicht die Sicht verstellt wird.[77]

503. Der Hauptzelebrant nimmt von einem Diakon das Evangeliar entgegen und legt es geöffnet dem Erwählten auf das Haupt; zwei Diakone, die rechts und links vom Erwählten stehen, halten das Evangeliar bis zum Ende des Weihegebetes über dem Haupt des Erwählten.[78]

504. Danach legen der Hauptzelebrant und die Bischöfe, die bei der Weihe mitwirken, die Mitra ab. Der Hauptzelebrant breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Weihegebet "Wir preisen dich, Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus ..."

Alle bei der Weihe mitwirkenden Bischöfe singen (oder sprechen) mit leiser Stimme von den Worten "Gieße jetzt aus ..." bis zu den Worten "zum unaufhörlichen Lob deines Namens" das Weihegebet mit. Sie halten die Hände gefaltet.

Den weiteren Teil des Weihegebetes singt (oder spricht) der Hauptzelebrant allein. Am Schluss des Gebetes singen (oder sprechen) alle "Amen".[79]

505. Nach dem Weihegebet setzen sich alle. Der Hauptzelebrant und die anderen bei der Weihe mitwirkenden Bischöfe nehmen die Mitra. Ein Diakon nimmt das Evangeliar, das über dem Haupt des neugeweihten Bischofs gehalten wurde, und hält es, bis es dem neugeweihten Bischof übergeben wird.[80]

506. Der Hauptzelebrant nimmt gegebenenfalls das Gremiale und erhält von einem Diakon das Gefäß mit dem Chrisam. Er salbt das Haupt des neugeweihten Bischofs, der vor ihm kniet, und spricht dazu: "Gott hat dir Anteil gegeben am Hohenpriestertum Christi ..." Anschließend wäscht der Hauptzelebrant die Hände; gegebenenfalls legt er das Gremiale ab.[81]

507. Dann erhält der Hauptzelebrant vom Diakon das Evangeliar und überreicht es dem neugeweihten Bischof mit den Worten: "Empfange das Evangelium ..." Danach nimmt der Diakon das Evangeliar wieder und bringt es an seinen Platz zurück.[82]

508. Schließlich überreicht der Hauptzelebrant dem neugeweihten Bischof die bischöflichen Insignien. Zuerst steckt er ihm den Bischofsring an den Ringfinger der rechten Hand und spricht dazu: "Trag diesen Ring als Zeichen deiner Treue ..." Erhält der neugeweihte Bischof das Pallium, so legt es ihm der Hauptzelebrant, bevor er ihm die Mitra aufsetzt, über die Schultern; dazu spricht er: "Das Pallium hat auf dem Grab des heiligen Petrus gelegen ..." Dann setzt er ihm die Mitra auf mit den Worten: "Die Mitra sei ein Zeichen deines Amtes ..." Schließlich überreicht er dem neugeweihten Bischof den Hirtenstab und spricht dazu: ,,Ich übergebe dir diesen Stab als Zeichen des Hirtenamtes ..."[83]

509. Alle erheben sich. Wurde der Bischof in seiner Bischofskirche geweiht, so lädt ihn der Hauptzelebrant ein, auf der Kathedra Platz zu nehmen, und führt ihn dorthin. Der Hauptzelebrant nimmt dann zur Rechten des neugeweihten Bischofs Platz.

Wurde nicht der Ortsbischof geweiht, so lädt ihn der Hauptzelebrant ein, den ersten Platz unter den konzelebrierenden Bischöfen einzunehmen.[84]

510. Anschließend gibt der neugeweihte Bischof den Hirtenstab ab und erhebt sich. Der Hauptzelebrant und alle anwesenden Bischöfe umarmen ihn.

Währenddessen singt man Psalm 96 (95) mit der Antiphon "Geht in alle Welt ..." [GL 646,5] ("Euntes in mundum ..." [AM 483]) oder einen anderen passenden Gesang.[85]

Der Gesang wird fortgesetzt, bis alle den neugeweihten Bischof umarmt haben.

511. Es ist höchst angemessen, dass der Bischof, der innerhalb seiner eigenen Diözese geweiht wurde, die Konzelebration der Eucharistiefeier leitet. Findet jedoch die Ordination in einer anderen Diözese statt, dann soll der Hauptzelebrant der Ordination auch die Eucharistiefeier leiten; in diesem Fall wird dem neugeweihten Bischof der erste Platz unter den Konzelebranten eingeräumt.[86]

512. Falls die Ordnung es vorsieht, wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen). Die Fürbitten entfallen, da sie bereits in der Litanei enthalten waren.[87]


Eucharistiefeier und Abschluß

513. Die Eucharistiefeier folgt der Ordnung für die Konzelebration einer feierlichen Bischofsmesse. Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen. Diesen spricht einer der konzelebrierenden Bischöfe.[88]

Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.[89]

514. Nach dem Schlussgebet singt man den Hymnus "Dich, Gott, loben wir ..." [GL 706] ("Te Deum laudamus ..." [GT 838]) oder einen anderen passenden Gesang. Währenddessen erhält der neugeweihte Bischof Mitra und Stab und wird von zwei Bischöfen durch die Kirche geleitet; dabei segnet er die Gemeinde.[90]

515. Nach dem Hymnus kann der neugeweihte Bischof von der Kathedra aus oder, wenn er nicht der Ortsbischof ist, vom Ambo aus eine kurze Ansprache an die Gemeinde richten.[91]

516. Zum Abschluß erteilt der Bischof, der die Eucharistiefeier geleitet hat, den Segen. Er steht mit Mitra der Gemeinde zugewandt und singt (oder spricht) : "Der Herr sei mit euch". Danach kann einer der Diakone die Einladung zum Segen sprechen; der Bischof breitet die Hände über die Gemeinde aus und trägt die Segensanrufungen vor. Dann nimmt er den Stab und singt (oder spricht): "Es segne euch ..."; dazu macht er dreimal das Kreuzzeichen über die Gemeinde.

Der Text des Segens ändert sich, je nachdem ob ihn der neugeweihte Bischof oder der Hauptzelebrant der Ordination erteilt.[92]

517. Nach dem Segen und der Entlassung durch den Diakon kehrt man in gewohnter Weise in Prozession zur Sakristei zurück.[93]

III. Die Weihe der Priester

518. Alle Priester konzelebrieren in ihrer Weihemesse mit dem Bischof, Es ist sehr angebracht, dass der Bischof auch andere Priester zur Konzelebration einlädt; in diesem Fall wird den Neugeweihten der erste Platz unter den Konzelebranten eingeräumt.[94]

519. Die Weihekandidaten tragen Schultertuch, Albe, Zingulum und die Stola der Diakone. Für die einzelnen Kandidaten werden (Stolen und) Kaseln bereitgelegt.

Die Farbe der liturgischen Gewänder soll dem Meßformular entsprechen, das gewählt wird; andernfalls nehme man weiße bzw. festliche Gewänder.[95]

520. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Pontifikale;
b) Stolen für die Priester, die nicht konzelebrieren, aber den Weihekandidaten die Hände auflegen;
c) gegebenenfalls ein Gremiale;
d) Gefäß mit Chrisam;
e) Schüssel und Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung;
f) Sitz für den Bischof, wenn die Weihe nicht an der Kathedra stattfindet;
g) Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion der Konzelebranten und der Gemeinde.


Eröffnung

521. Nach Abschluß aller Vorbereitungen zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar.

Beim Einzug gehen die Weihekandidaten hinter den anderen Diakonen und vor den konzelebrierenden Priestern.

Während des Einzugs singt man den Eröffnungsvers mit einem Psalm oder einen anderen passenden Gesang. Wegen der besonderen Festlichkeit der Feier kann das Allgemeine Schuldbekenntnis entfallen. Das Kyrie entfällt, da es in der Litanei enthalten ist.

Der Bischof begrüsst die Gemeinde.[96]

522. Nach der Begrüßung der Gemeinde werden die Weihekandidaten von einem Diakon nacheinander mit Namen aufgerufen: "Ich bitte die Kandidaten für die Priesterweihe, vor den Bischof zu treten." Jeder einzelne antwortet: "Hier bin ich", tritt vor den Bischof und bezeigt ihm seine Ehrerbietung.[97]

523. Wenn sich alle vor dem Bischof aufgestellt haben, bittet ein vom Bischof beauftragter Priester um die Weihe, wie es im Pontifikale beschrieben ist. Der Bischof beschließt die Vorstellung und Erwählung mit den Worten: "Mit dem Beistand unseres Herrn ..." Alle bekunden ihre Zustimmung mit "Dank sei Gott, dem Herrn" oder auf eine andere passende Weise. Wenn die liturgische Ordnung den Gloria-Hymnus vorsieht, kann eine eigene Zustimmung entfallen.

Die Eröffnung schließt mit dem Tagesgebet.[98]


Wortgottesdienst

524. Der Wortgottesdienst wird bis zum Evangelium einschließlich in gewohnter Weise gehalten.[99]

525. Nach der Verkündigung des Evangeliums erhält der Bischof die Mitra und begibt sich, wo erforderlich, an den für die Weihe vorgesehenen Sitz.[100]

526. Alle setzen sich. Der Bischof trägt Mitra und Stab, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zur Gemeinde und zu den Weihekandidaten über Amt und Dienst des Priesters. Er kann dies mit den im Pontifikale vorgesehenen oder mit eigenen Worten tun.[101]


Weihe

527. Nach der Homilie kann man den Hymnus "Komm, Heilger Geist, der Leben schafft ..." [GL 241] (“Veni, Creator Spiritus ..." [GL 240]) singen. Dabei stehen alle; der Bischof legt dazu Stab und Mitra ab. Man kann auch einen anderen passenden Gesang singen.

Zum Versprechen der Weihekandidaten erhält der Bischof gegebenenfalls die Mitra; er kann das Versprechen auch sitzend entgegennehmen. Die Weihekandidaten (erheben sich und) treten vor den Bischof, der an sie gemeinsam die im Pontifikale vorgesehenen Fragen richtet.[102]

528. Gegebenenfalls setzt sich der Bischof danach. Die Weihekandidaten treten einzeln vor den Bischof, knien vor ihm nieder und legen ihre gefalteten Hände in die Hände des Bischofs.

Der Bischof nimmt von jedem einzelnen das Gehorsamsversprechen entgegen, wie es im Pontifikale vorgesehen ist. [103]

529. Der Bischof gibt die Mitra ab; alle erheben sich. Der Bischof steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt (oder spricht) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott ..."

Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie".

Der Bischof kniet vor seinem Sitz nieder; die Weihekandidaten liegen ausgestreckt auf dem Boden; alle anderen knien.

An Sonntagen und in der Osterzeit entfällt die Aufforderung "Beuget die Knie". Die Weihekandidaten liegen ausgestreckt auf dem Boden, alle anderen aber stehen.

Die Vorsänger beginnen die Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen weiterer Heiliger eingefügt werden können, beispielsweise der Patrone des Bistums, der Kirche, des Landes und der Weihekandidaten. Außer dem können weitere Fürbitten eingefügt werden; denn die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.[104]

530. Nach der Litanei steht der Bischof der Gemeinde zugewandt; er breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Litaneischlußgebet "Erhöre uns, Herr, unser Gott ..." Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich.[105]

531. Der Bischof erhält die Mitra; er steht vor seinem Sitz.

Einzeln treten die Weihekandidaten vor den Bischof und knien vor ihm nieder. Der Bischof legt jedem Weihekandidaten schweigend die Hände auf das Haupt.[106]

532. Nach der Handauflegung des Bischofs legen alle konzelebrierenden Priester und alle anderen Priester den einzelnen Weihekandidaten unter Schweigen die Hände auf. Die Priester, die nicht konzelebrieren, tragen über Talar und Chorrock oder über der Albe die Stola.[107] Nach der Handauflegung bleiben die Priester beiderseits des Bischofs bis zum Ende des Weihegebetes stehen, jedoch so, dass der Gemeinde nicht die Sicht verstellt wird.[108]

533. Der Bischof gibt die Mitra ab, breitet die Hände aus und singt (oder spricht), während die Weihekandidaten vor ihm knien, das Weihegebet "Wir preisen dich, Herr, heiliger Vater ..."[109]

534. Nach dem Weihegebet kehren die Priester an ihre Plätze zurück; alle setzen sich. Der Bischof erhält die Mitra. Die Neupriester erheben sich; einige Priester sind ihnen beim Anlegen der priesterlichen Stola behilflich und überreichen ihnen die Kasel.[110]

535. Während die Neupriester Stola und Kasel anlegen, kann man Psalm 110 (109) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang singen. Der Gesang wird fortgesetzt, bis alle Neugeweihten Stola und Kasel angelegt haben.[111]

536. Der Bischof nimmt gegebenenfalls das Gremiale und erhält von einem Diakon das Gefäß mit dem Chrisam. Er salbt die Handflächen jedes einzelnen Neupriesters, der vor ihm kniet, und spricht dazu: "Unser Herr Jesus Christus ..." Anschließend waschen der Bischof und - falls nötig - die Neupriester die Hände; gegebenenfalls legt er das Gremiale ab.[112]

537. Gläubige aus der Gemeinde bringen die Hostienschale mit dem Brot sowie den Kelch mit Wein, dem bereits Wasser beigemischt ist, für die Eucharistiefeier. Ein Diakon nimmt sie entgegen und gibt sie dem Bischof, der sie jedem einzelnen Neupriester, der vor ihm kniet, mit den Worten überreicht: "Empfange die Gaben des Volkes ..."[113]

538. Schließlich umarmt der Bischof jeden Neupriester mit den Worten: "Der Friede sei mit dir." Der Neupriester antwortet: "Und mit deinem Geiste."

In gleicher Weise umarmen alle oder wenigstens einige der anwesenden Priester die Neupriester, die nun mit ihnen im gemeinsamen Dienst stehen.

Währenddessen kann man das Responsorium "Jetzt seid ihr nicht mehr Knechte ..." [POH I 284] “Iam non dicam .. ." [POH I 286; LU 1847]) oder Psalm 100 (99) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang singen.[114] Der Gesang wird fortgesetzt, bis alle die Neupriester umarmt haben.

539. Falls die Ordnung es vorsieht, wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen). Die Fürbitten entfallen, da sie bereits in der Litanei enthalten waren.[115]


Eucharistiefeier und Abschluß

540. Die Eucharistie wird in Konzelebration gefeiert; die Bereitung des Kelches entfällt.[116]

541. Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen, der jedoch nicht von einem Neupriester gesprochen werden soll.[117]

542. Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.[118] Nach der Kommunion kann man einen Gesang zur Danksagung singen.

Anstelle des gewohnten Segens kann der Bischof den vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen aus dem Messbuch verwenden. Wo es üblich ist, können die Neupriester vor dem Schlusssegen des Bischofs gemeinsam den Primizsegen erteilen.

Der Abschluß geschieht in gewohnter Weise.[119]

IV. Die Weihe der Diakone

543. Die Weihekandidaten tragen Schultertuch, Albe und Zingulum. Für die einzelnen Kandidaten werden Stolen und Dalmatiken bereitgelegt.

Die Farbe der liturgischen Gewänder soll dem Meßformular entsprechen, das gewählt wird; andernfalls nehme man weiße bzw. festliche Gewänder.[120]

544. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Pontifikale;
b) Sitz für den Bischof, wenn die Weihe nicht an der Kathedra stattfindet;
c) Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion der Neugeweihten und der Gemeinde.[121]


Eröffnung

545. Nach Abschluß aller Vorbereitungen zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar.

Beim Einzug gehen die Weihekandidaten hinter jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und vor den Diakonen.

Während des Einzugs singt man den Eröffnungsvers mit einem Psalm oder einen anderen passenden Gesang. Wegen der besonderen Festlichkeit der Feier kann das Allgemeine Schuldbekenntnis entfallen. Das Kyrie entfällt, da es in der Litanei enthalten ist.

Der Bischof begrüsst die Gemeinde.[122]

546. Nach der Begrüßung der Gemeinde werden die Weihekandidaten von einem Diakon nacheinander mit Namen aufgerufen: “Ich bitte die Kandidaten für die Diakonenweihe, vor den Bischof zu treten." Jeder einzelne antwortet: "Hier bin ich", tritt vor den Bischof und bezeigt ihm seine Ehrerbietung.[123]

547. Wenn sich alle vor dem Bischof aufgestellt haben, bittet ein vom Bischof beauftragter Priester um die Weihe, wie es im Pontifikale beschrieben ist. Der Bischof beschließt die Vorstellung und Erwählung mit den Worten: "Mit dem Beistand unseres Herrn ..." Alle bekunden ihre Zustimmung mit "Dank sei Gott, dem Herrn" oder auf eine andere passende Weise. Wenn die liturgische Ordnung den Gloria-Hymnus vorsieht, kann eine eigene Zustimmung entfallen.

Die Eröffnung schließt mit dem Tagesgebet.[124]


Wortgottesdienst

548. Der Wortgottesdienst wird bis zum Evangelium einschließlich in gewohnter Weise gehalten.[125]

Nach der Verkündigung des Evangeliums trägt der Diakon das Evangeliar zum Altar; dort bleibt es, bis es den Neugeweihten übergeben wird.[126]

549. Der Bischof nimmt die Mitra und begibt sich, wo erforderlich, an den für die Weihe vorgesehenen Sitz.

550. Alle setzen sich. Der Bischof erhält Mitra und Stab, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zur Gemeinde und zu den Weihekandidaten über Amt und Dienst des Diakons. Dies kann er mit den im Pontifikale vorgesehenen oder mit eigenen Worten tun. Dabei soll er die je eigene Situation berücksichtigen, ob nämlich sowohl verheiratete als auch unverheiratete Kandidaten geweiht werden oder nur unverheiratete oder nur verheiratete Kandidaten.[127]


Weihe

551. Nach der Homilie kann man den Hymnus "Komm, Heilger Geist, der Leben schafft ..." [GL 241] (“Veni, Creator Spiritus ..." [GL 240]) singen. Dabei stehen alle; der Bischof legt dazu Stab und Mitra ab. Man kann auch einen anderen passenden Gesang singen.

Zum Versprechen der Weihekandidaten erhält der Bischof gegebenenfalls die Mitra; er kann das Versprechen auch sitzend entgegennehmen. Die Weihekandidaten (erheben sich und) treten vor den Bischof, der an sie gemeinsam die im Pontifikale vorgesehenen Fragen nach ihrer Bereitschaft zum diakonalen Dienst richtet. Die Frage nach der Bereitschaft, ehelos zu leben, stellt der Bischof auch an die Kandidaten, die einem Orden angehören. Die Frage entfällt, wenn nur verheiratete Kandidaten geweiht werden.[128]

552. Gegebenenfalls setzt sich der Bischof danach. Die Weihekandidaten treten einzeln vor den Bischof, knien vor ihm nieder und legen ihre gefalteten Hände in die Hände des Bischofs.

Der Bischof nimmt von jedem einzelnen das Gehorsamsversprechen entgegen, wie es im Pontifikale vorgesehen ist.[129]

553. Der Bischof gibt die Mitra ab; alle erheben sich. Der Bischof steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt (oder spricht) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott ..."

Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie."

Der Bischof kniet vor seinem Sitz nieder. Die Weihekandidaten liegen ausgestreckt auf dem Boden. Alle anderen knien.

An Sonntagen und in der Osterzeit entfällt die Aufforderung "Beuget die Knie." Die Weihekandidaten liegen ausgestreckt auf dem Boden, alle anderen aber stehen.

Die Vorsänger beginnen die Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen weiterer Heiliger eingefügt werden können, beispielsweise der Patrone des Bistums, der Kirche, des Landes und der Weihekandidaten. Außer dem können weitere Fürbitten eingefügt werden; denn die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.[130]

554. Nach der Litanei steht der Bischof der Gemeinde zugewandt; er breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Litaneischlußgebet "Herr und Gott, erhöre in Güte ..." Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich.[131]

555. Der Bischof erhält die Mitra; er steht vor seinem Sitz.

Einzeln treten die Weihekandidaten vor den Bischof und knien vor ihm nieder. Der Bischof legt jedem Weihekandidaten schweigend die Hände auf das Haupt.[132]

556. Der Bischof gibt die Mitra ab, breitet die Hände aus und singt (oder spricht), während die Weihekandidaten vor ihm knien, das Weihegebet "Wir preisen dich, Herr, allmächtiger Gott ..."[133]

557. Nach dem Weihegebet setzen sich alle. Der Bischof erhält die Mitra. Die neugeweihten Diakone erheben sich; einige Diakone oder andere, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, überreichen ihnen Stola und Dalmatik. Währenddessen kann man Psalm 84 (83) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang singen. Der Gesang wird fortgesetzt, bis alle Neugeweihten die Dalmatik angelegt haben.[134]

558. Bekleidet mit den diakonalen Gewändern treten die Neugeweihten einzeln vor den Bischof und knien vor ihm nieder. Der Bischof überreicht jedem neugeweihten Diakon das Evangeliar mit den Worten:

"Empfange das Evangelium Christi ..."[135]

559. Schließlich umarmt der Bischof jeden neugeweihten Diakon mit den Worten: "Der Friede sei mit dir." Der neugeweihte Diakon antwortet: "Und mit deinem Geiste."

In gleicher Weise umarmen alle oder wenigstens einige der anwesenden Diakone die neugeweihten Diakone, die nun mit ihnen im gemeinsamen Dienst stehen.

Währenddessen kann man Psalm 146 (145) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang singen. Der Gesang wird fortgesetzt, bis alle die neugeweihten Diakone umarmt haben.[136]

560. Falls die Ordnung es vorsieht, wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen). Die Fürbitten entfallen, da sie bereits in der Litanei enthalten waren. [137]


Eucharistiefeier und Abschluß

561. Die Eucharistie wird nach der Ordnung der Gemeindemesse gefeiert.

Einige der neugeweihten Diakone bringen die Gaben für die Feier der Eucharistie zum Bischof; wenigstens einer assistiert dem Bischof am Altar.

562. Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.[138]

563. Die neugeweihten Diakone empfangen die Eucharistie unter beiden Gestalten. Der Diakon, der dem Bischof assistiert, reicht den Kelch. Die Eucharistie kann auch der Gemeinde unter beiden Gestalten gereicht werden. Einige der Neugeweihten helfen dem Bischof bei der Kommunionspendung; ihre besondere Aufgabe ist es, den Kelch zu reichen.[139]

Nach der Kommunion kann man einen Gesang zur Danksagung singen.

Anstelle des gewohnten Segens kann der Bischof den vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen aus dem Messbuch verwenden.[140]

Der Abschluß geschieht in gewohnter Weise.

V. Die Weihe von Diakonen und Priestern in einer gemeinsamen Feier

564. Zur Vorbereitung der Feier ist zu beachten, was in Nr. 543-544 und Nr. 518-520 beschrieben ist.141 [141]


Eröffnung

565. Bei der Prozession zum Einzug gehen die Kandidaten für die Diakonenweihe vor dem Diakon, der das Evangeliar trägt, die Kandidaten für die Priesterweihe vor den konzelebrierenden Priestern.

Während des Einzugs singt man den Eröffnungsvers mit einem Psalm oder einen anderen passenden Gesang. Wegen der besonderen Festlichkeit der Feier kann das Allgemeine Schuldbekenntnis entfallen. Das Kyrie entfällt, da es in der Litanei enthalten ist.

Der Bischof begrüsst die Gemeinde.[142]

566. Nach der Begrüßung der Gemeinde werden die Kandidaten für die Diakonenweihe von einem Diakon aufgerufen, von einem vom Bischof beauftragten Priester vorgestellt und vom Bischof erwählt, wie es in Nr. 546-547 beschrieben ist; danach geschieht dasselbe mit den Kandidaten für die Priesterweihe (vgl. Nr. 522-523).

Die Eröffnung schließt mit dem Tagesgebet.[143]


Wortgottesdienst

567. Der Wortgottesdienst wird bis zum Evangelium einschließlich in gewohnter Weise gehalten.

Nach der Verkündigung des Evangeliums erhält der Bischof die Mitra und begibt sich, wo erforderlich, an den für die Weihe vorgesehenen Sitz.

568. Alle setzen sich. Der Bischof trägt Mitra und Stab, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zur Gemeinde und zu den Weihekandidaten über Amt und Dienst des Diakons und des Priesters. Er kann dies mit den im Pontifikale vorgesehenen oder mit eigenen Worten tun. Dabei soll er die je eigene Situation der Kandidaten für die Diakonenweihe berücksichtigen, ob nämlich sowohl verheiratete als auch unverheiratete Kandidaten geweiht werden oder nur unverheiratete oder nur verheiratete Kandidaten.[144]


Weihe

569. Nach der Homilie kann man den Hymnus "Komm, Heilger Geist, der Leben schafft ..." [GL 241] (“Veni, Creator Spiritus ..." [GL 240]) singen. Dabei stehen alle; der Bischof legt dazu Stab und Mitra ab. Man kann auch einen anderen passenden Gesang singen.

Zum Versprechen der Weihekandidaten erhält der Bischof gegebenenfalls die Mitra; er kann das Versprechen auch sitzend entgegennehmen. Die Kandidaten für die Diakonenweihe (erheben sich und) treten vor den Bischof, der an sie gemeinsam die im Pontifikale vorgesehenen Fragen nach ihrer Bereitschaft zum diakonalen Dienst richtet.[145]

570. Gegebenenfalls setzt sich der Bischof danach. Die Kandidaten für die Diakonenweihe treten einzeln vor den Bischof, knien vor ihm nieder und legen ihre gefalteten Hände in die Hände des Bischofs.

Der Bischof nimmt von jedem einzelnen das Gehorsamsversprechen entgegen, wie es im Pontifikale vorgesehen ist.[146]

571. Nach dem Gehorsamsversprechen treten die Kandidaten für die Diakonenweihe ein wenig zurück. Die Kandidaten für die Priesterweihe (erheben sich und) treten vor den Bischof, der an sie gemeinsam die im Pontifikale vorgesehenen Fragen nach ihrer Bereitschaft zum priesterlichen Dienst richtet.

Danach treten die Kandidaten für die Priesterweihe einzeln vor den Bischof, knien vor ihm nieder und legen ihre gefalteten Hände in die Hände des Bischofs.

Der Bischof nimmt von jedem einzelnen das Gehorsamsversprechen entgegen, wie es im Pontifikale vorgesehen ist.[147]

572. Der Bischof gibt die Mitra ab; alle erheben sich. Dann singt man die Litanei mit der Gebetseinladung und dem Litaneischlußgebet, wie es in Nr. 529-530 bzw. 553-554 beschrieben ist. Es werden die Texte verwendet, die im Pontifikale vorgesehen sind.[148]

Nach der Litanei kehren die Kandidaten für die Priesterweihe an ihre Plätze zurück; es erfolgt die Weihe der Diakone.[149]

573. Die Weihe der Diakone geschieht, wie es in Nr. 555-558 beschrieben ist. Die Umarmung der neugeweihten Diakone erfolgt jedoch erst nach der Weihe der Priester.

574. Nach der Diakonenweihe kehren die neugeweihten Diakone an ihre Plätze zurück. Die Kandidaten für die Priesterweihe treten vor den Bischof.

Alle erheben sich. Der Bischof legt die Mitra ab. Er steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt (oder spricht) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott ..." Alle beten in Stille.

575. Dann folgt die Weihe der Priester, wie sie in Nr. 531-537 beschrieben ist.

576. Schließlich umarmt der Bischof zuerst jeden Neupriester, dann jeden neugeweihten Diakon. In gleicher Weise umarmen alle oder wenigstens einige der anwesenden Priester die Neupriester, die nun mit ihnen im gemeinsamen Dienst stehen; ebenso umarmen alle oder wenigstens einige der anwesenden Diakone die neugeweihten Diakone.

Währenddessen kann man das Responsorium "Jetzt seid ihr nicht mehr Knechte ..." [POH I 284] “Iam non dicam .. ." [POH I 286; LU I 847]) oder Psalm 100 (99) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang singen.[150] Der Gesang wird fortgesetzt, bis alle die Neupriester bzw. die neugeweihten Diakone umarmt haben.

577. Falls die Ordnung es vorsieht, wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen). Die Fürbitten entfallen, da sie bereits in der Litanei enthalten waren.[151]


Eucharistiefeier und Abschluß

578. Die Eucharistie wird in Konzelebration gefeiert; die Bereitung des Kelches entfällt. Wenigstens einer der neugeweihten Diakone assistiert dem Bischof am Altar.[152]

579. Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.[153]

580. Die neugeweihten Diakone empfangen die Kommunion unter beiden Gestalten. Der Diakon, der dem Bischof assistiert, reicht den Kelch. Die Eucharistie kann auch der Gemeinde unter beiden Gestalten gereicht werden. Einige der Neupriester und der neugeweihten Diakone helfen dem Bischof bei der Kommunionspendung; die besondere Aufgabe der neugeweihten Diakone ist es, den Kelch zu reichen.

Nach der Kommunion kann man einen Gesang zur Danksagung singen.

Anstelle des gewohnten Segens kann der Bischof den vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen aus dem Messbuch verwenden.[154] Wo es üblich ist, können die Neupriester vor dem Schlusssegen des Bischofs gemeinsam den Primizsegen erteilen.

Der Abschluß geschieht in gewohnter Weise.

VI. Die Aufnahme unter die Kandidaten für das Weihesakrament

581. Die Aufnahme unter die Kandidaten für das Weihesakrament ist darauf ausgerichtet, dass der Bewerber für Diakonat und Presbyterat öffentlich seinen Entschluss kundtut, Gott und der Kirche durch die heiligen Weihen zu dienen. Indem die Kirche diesen Entschluss entgegennimmt, erwählt und beruft sie den Bewerber, sich auf den Empfang der Weihen vorzubereiten. So wird er unter die Kandidaten für das Weihesakrament aufgenommen.[155]

Für Mitglieder priesterlicher Ordensgemeinschaften und Gesellschaften, die bereits ihre Gelübde abgelegt haben und sich auf das Weihesakrament vorbereiten, ist diese Feier nicht vorgeschrieben.

582. Sind die notwendigen Voraussetzungen gegeben und die Bewerber sich über ihre Absicht ausreichend klargeworden, dann soll die Aufnahme unter die Kandidaten für das Weihesakrament gefeiert werden.

583. Der Vorsteher der Feier ist der Bischof oder in klerikalen Instituten der Höhere Obere, oder deren Beauftragter.[156]

584. Die Aufnahme kann an jedem Tag vorgenommen werden, mit Ausnahme der Drei Österlichen Tage, der übrigen Tage der Karwoche, des Aschermittwochs und von Allerseelen. Sie findet vorzugsweise in der Kirche oder Kapelle des Seminars bzw. der Ordensgemeinschaft statt, beispielsweise anläßlich einer Zusammenkunft von Priestern und Diakonen. Sie kann sowohl innerhalb einer Messfeier als auch innerhalb der Laudes, der Vesper oder eines Wortgottesdienstes erfolgen. Um ihrer Eigenständigkeit willen darf sie nie mit der Erteilung von Weihen oder mit der Beauftragung von Lektoren und Akolythen in ein und derselben Feier verbunden werden.[157]

585. Der Bischof wird von einem Diakon (oder Priester), der die Bewerber aufruft, und von den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, begleitet.

586. Wenn die Aufnahme innerhalb einer Messfeier erfolgt, trägt der Bischof die vorgesehenen liturgischen Gewänder sowie Mitra und Stab. Außerhalb einer Messfeier kann er entweder über der Albe Brustkreuz, Stola und Pluviale (in geeigneter Farbe) tragen oder über Rochett und Mozzetta nur Brustkreuz und Stola; in diesem Fall nimmt er Mitra und Stab nicht.

587. Erfolgt die Aufnahme innerhalb einer Messfeier, so kann das Formular "Um Priesterberufe" mit den Eigenlesungen für die Feier der Aufnahme[158] gewählt werden. Es werden weiße Gewänder getragen.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 2-9 aufgeführt sind, nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.[159]

Soweit es sich nicht um Tage handelt, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 2-4 aufgeführt sind, und nicht das Formular "Um Priesterberufe" genommen wird, kann man eine Lesung aus den Perikopen wählen, die im Lektionar für die Feier der Aufnahme vorgesehen sind.[160]

588. Werden die Bewerber innerhalb eines Wortgottesdienstes unter die Kandidaten aufgenommen, so kann dieser mit einem geeigneten Gesang und - nach dem liturgischen Gruß des Bischofs - mit dem Tagesgebet des genannten Meßformulars beginnen. Die Schriftlesungen werden aus den Perikopen gewählt, die im Meßlektionar für die Feier der Aufnahme vorgesehen sind.[161]

589. Werden die Bewerber innerhalb von Laudes oder Vesper unter die Kandidaten aufgenommen, so beginnt man damit nach der Kurzlesung, an deren Stelle auch eine längere Lesung treten kann, und ihrem Responsorium. Anstelle der Bitten bzw. der Fürbitten kann das im Pontifikale in Nr. 13 vorgeschlagene Fürbittgebet genommen werden.

590. Nach den Lesungen hält der Bischof die Homilie. Falls es ihm nicht anders besser erscheint, trägt er Mitra und Stab und sitzt auf der Kathedra. Ausgehend von den Lesungen spricht er über die Bedeutung der Aufnahme unter die Kandidaten für das Weihesakrament. Das kann er mit den im Pontifikale vorgesehenen oder mit eigenen Worten tun.[162]

591. Danach ruft ein Diakon (oder ein Priester) die Bewerber nacheinander mit Namen auf. Jeder einzelne antwortet: "Hier bin ich", tritt vor den Bischof und bezeigt ihm seine Ehrerbietung.[163]

592. Der Bischof stellt den Bewerbern die im Pontifikale vorgesehenen Fragen. Die Bewerber antworten gemeinsam: “Ich bin bereit." Abschließend spricht der Bischof: “Im Namen der Kirche ..." Alle antworten: "Amen."[164]

593. Alle erheben sich. Der Bischof gibt die Mitra ab. Falls die Aufnahme unter die Kandidaten innerhalb einer Messfeier erfolgt und die Ordnung es vorsieht, wird nun das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen). Danach lädt der Bischof die Gemeinde zum fürbittenden Gebet ein: "Lasst uns beten zu Gott ..." Ein Diakon oder ein Lektor trägt die Gebetsanliegen vor, auf die alle mit der entsprechenden Akklamation antworten. Danach trägt der Bischof die Oration "Höre unsere Bitten, Herr ..." oder "Herr, unser Gott, wir bitten dich ..." vor.[165]

594. Erfolgt die Aufnahme innerhalb einer Messfeier, so wird diese wie üblich fortgesetzt. Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.[166]

595. Erfolgt die Aufnahme innerhalb eines Wortgottesdienstes, so segnet der Bischof die versammelte Gemeinde; der Diakon entlässt sie mit den Worten: "Gehet hin in Frieden." Alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."[167]

596. Erfolgt die Aufnahme innerhalb von Laudes oder Vesper, so werden diese wie üblich fortgesetzt.[168]

597. "Die Kandidaten für den ständigen wie den nicht-ständigen Diakonat und den Presbyterat müssen die Beauftragungen zum Lektor und Akolythen erhalten (falls sie diese nicht bereits früher empfangen haben) und diese Dienste eine entsprechende Zeit lang ausüben, um sich besser für die künftigen Aufgaben am Wort Gottes und am Altar vorzubereiten."[169]

3. Kapitel: DIE FEIER DER TRAUUNG

Einführung

598. Eingedenk der Anwesenheit Christi, des Herrn, bei der Hochzeit in Kana soll es dem Bischof ein Herzensanliegen sein, von Zeit zu Zeit die Ehen, die seine Gläubigen, besonders die Armen, schließen, zu segnen.

Die Ehevorbereitung und die Feier der Trauung, die vor allem die künftigen Gatten selbst und ihre Familien betreffen, sind in pastoraler und liturgischer Hinsicht auch Sache des Bischofs.[170]

Damit aber deutlich wird, dass die Teilnahme des Bischofs kein Zugeständnis an das Ansehen von Personen[171] oder nur Zeichen größerer Feierlichkeit ist, soll der Bischof in der Regel der Feier der Trauung nicht in Privatkapellen oder Privathäusern vorstehen, sondern in seiner Kathedrale oder in einer Pfarrkirche. So tritt der ekklesiale Aspekt der sakramentalen Feier deutlich hervor, und die Ortsgemeinde kann teilnehmen.[172]

599. Außer dem, was für die Feier der Trauung, die von einem Priester geleitet wird, nötig ist, sind für den Bischof Mitra und Stab vorzubereiten.

600. Es ist angemessen, dass dem Bischof bei der Trauung wenigstens ein Priester, in der Regel der zuständige Pfarrer, und ein Diakon zusammen mit den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, assistieren.

I. Die Feier der Trauung innerhalb der Messfeier

601. Wenn der Bischof selbst der Messfeier vorsteht, trägt er die liturgischen Gewänder für die Feier der Eucharistie sowie Mitra und Stab. Falls ein Priester konzelebriert, legt auch er das Meßgewand an.

Wenn jedoch der Bischof die Messfeier leitet, ohne selbst zu zelebrieren, legt er über der Albe das Brustkreuz und die Stola sowie das Pluviale in weißer bzw. festlicher Farbe an; er trägt auch Mitra und Stab.

Der Diakon legt die diakonalen Gewänder an. Die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, tragen Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

Außer dem, was für die Messfeier nötig ist, sind vorzubereiten:
a) Rituale;
b) Weihwassergefäß mit Aspergill;
c) die Ringe für die Brautleute;
d) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter bei den Gestalten.

602. Der Pfarrer oder ein anderer Priester, bekleidet mit Talar und Chorrock oder Albe und Stola sowie dem Meßgewand, wenn er die Eucharistie konzelebriert, empfängt zusammen mit den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, zur festgesetzten Zeit Braut und Bräutigam am Portal der Kirche oder am Altar, begrüsst sie und führt sie an ihre Plätze.[173] Der Bischof kann das Brautpaar auch selbst am Portal der Kirche empfangen.

Nach dem Einzug des Brautpaares tritt der Bischof zum Altar und verehrt ihn; anschließend begibt er sich zu seinem Sitz. Währenddessen singt man den Eröffnungsgesang.

603. An den Tagen, an denen "Messen zu bestimmten Feiern" zulässig sind,[174] kann eines der drei Formulare "Bei der Trauung" aus dem Messbuch verwendet werden. Die Lesungen werden aus den Perikopen gewählt, die im Meßlektionar für die Feier der Trauung vorgesehen sind.[175] Es werden weiße bzw. festliche Gewänder genommen.

An Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[176] wird das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen genommen; den Feierlichen Trauungssegen und gegebenenfalls auch den Feierlichen Schlusssegen nimmt man aus dem Rituale.

Wenn in der Weihnachtszeit oder im Jahreskreis eine Trauung im Rahmen einer sonntäglichen Gemeindemesse gefeiert wird, so wird die Sonntagsmesse genommen.

Wird das Formular "Bei der Trauung" nicht genommen, so kann dennoch eine der Lesungen gewählt werden, die im Lektionar für die Feier der Trauung vorgesehen sind. Dies gilt jedoch nicht für Tage, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind.

604. Wenn die Trauung an einem Tag mit Bußcharakter gefeiert wird, vor allem in der österlichen Bußzeit, sollen die Brautleute darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie auf die besondere Eigenart dieses Tages Rücksicht nehmen.[177]

605. Eröffnung und Wortgottesdienst bis zum Evangelium einschließlich verlaufen in gewohnter Weise.

606. Nach dem Evangelium erhält der Bischof gegebenenfalls Mitra und Stab, falls es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Ausgehend von den Texten der Lesungen spricht er über die Würde der ehelichen Liebe, Wesen und Ziel der christlichen Ehe sowie ihre Gnadengaben und Verpflichtungen.[178]

607. Nach der Homilie wendet sich der Bischof - mit Mitra und Stab an die Brautleute. Er fragt sie nach der Freiheit ihres Entschlusses, nach der Bereitschaft zur Treue und nach dem Willen, Kinder anzunehmen und zu erziehen, sowie nach der Bereitschaft, Mitverantwortung in der Kirche und in der Welt zu übernehmen.[179]

608. Anschließend gibt er Stab und Mitra ab, segnet die Ringe und besprengt sie mit Weihwasser. Er erhält die Mitra, nimmt die Erklärung des Ehewillens entgegen und reicht den Brautleuten die Ringe, die sie gegenseitig anstecken.

Der Bischof legt die Stola um die ineinandergelegten Hände der Brautleute und bestätigt den Ehebund mit den vorgesehenen Worten.[180]

609. Danach erteilt der Bischof den Feierlichen Trauungssegen. Er faltet die Hände und singt oder spricht die Gebetseinladung. Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und singt oder spricht das Segensgebet in einer der vier vorgesehenen Formen.[181] Dem Feierlichen Trauungssegen können Gesang, Orgelspiel oder andere Instrumentalmusik folgen.

610. Wenn die Ordnung es vorsieht, wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen). Die Fürbitten werden in gewohnter Weise vorgetragen.

611. Die Brautleute können Brot und Wein zum Altar bringen. Es können auch Geldspenden und andere Gaben für die Armen und für die Kirche gebracht werden. Wenn Wein, Brot und Salz gesegnet und nach der Trauung oder beim anschließenden Festmahl den Teilnehmenden überreicht werden, können sie ebenfalls in der Gabenprozession herbeigebracht und an einem geeigneten Platz in der Nähe des Altars niedergestellt werden.

Im Eucharistischen Hochgebet (I, II und III) werden die Brautleute in den Interzessionen eigens genannt.

612. Den Brautleuten, ihren Eltern, den Trauzeugen und den Verwandten sowie der übrigen Gemeinde kann die Eucharistie unter beiden Gestalten gereicht werden.[182]

613. Je nach Diözesanbrauch werden vor dem Feierlichen Schlusssegen die Trauungsdokumente unterzeichnet. Danach kann der Bischof dem Brautpaar eine Trauungsurkunde überreichen.

Nach örtlichem Brauch können vor dem Abschluß der Feier Brot, Salz, Wein und Kerzen für die Hochzeitstafel gesegnet und den Neuvermählten überreicht werden.

Anstelle des gewohnten Segens kann der vorgesehene Feierliche Schlusssegen verwendet werden.[183]

Der Bischof erhält die Mitra, breitet die Hände aus und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch"; ein Diakon kann die Einladung zum Segen sprechen. Der Bischof breitet die Hände über die Gemeinde aus und singt oder spricht die Segensanrufungen. Dann nimmt er den Stab und singt oder spricht: "Das gewähre euch ..."; dabei macht er dreimal das Kreuzzeichen über die Gemeinde.

Der Bischof kann für den Segen einen der in Nr. 1135-1136 vorgeschlagenen Texte wählen.

II. Die Feier der Trauung innerhalb eines Wortgottesdienstes

614. Der Bischof trägt über der Albe das Brustkreuz sowie Stola und Pluviale. In der Regel trägt er Mitra und Stab. Der Priester trägt Talar und Chorrock oder Albe und Stola; der Diakon legt die Gewänder seines Standes an.

615. Der Einzug des Brautpaares und des Bischofs in die Kirche verläuft, wie es in Nr. 602 beschrieben ist; währenddessen singt man den Gesang zum Einzug.

616. Nach dem Gesang begrüsst der Bischof die Anwesenden und spricht eines der im Rituale vorgesehenen Gebete. Es schließt sich der Wortgottesdienst wie in der Messfeier an.

617. Die Befragung, die Segnung der Ringe, die Vermählung und die Bestätigung geschehen, wie es in Nr. 607-608 beschrieben ist.

618. Danach erteilt der Bischof den Feierlichen Trauungssegen. Er faltet die Hände und singt oder spricht die Gebetseinladung. Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und singt oder spricht das Segensgebet in einer der vier vorgesehenen Formen.

Es werden die Fürbitten gesprochen; die Conclusio entfällt. Danach folgt das Vaterunser.[184]

619. Es folgen Schlussgebet und Danklied.

Je nach Diözesanbrauch werden vor dem Feierlichen Schlusssegen die Trauungsdokumente unterzeichnet. Danach kann der Bischof dem Brautpaar eine Trauungsurkunde überreichen.

Nach örtlichem Brauch können vor dem Abschluß der Feier Brot, Salz, Wein und Kerzen für die Hochzeitstafel gesegnet und den Neuvermählten überreicht werden.[185]

620. Schließlich singt oder spricht der Bischof den Feierlichen Schlusssegen, wie es in Nr. 613 beschrieben ist. Der Diakon entlässt die Versammelten mit den Worten: "Gehet hin in Frieden." Alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."

III. Die gemeinsame Feier der kirchlichen Trauung

621. Bei der gemeinsamen Feier der kirchlichen Trauung richtet sich der Bischof nach der im Bereich der jeweiligen Bischofskonferenz geltenden Ordnung der kirchlichen Trauung für konfessionsverschiedene Paare unter Beteiligung der zur Trauung Berechtigten beider Konfessionen.[186]

4. Kapitel: DIE FEIER DER BUSSE

Einführung

622. Die Kirche feiert das Mysterium der Versöhnung, das Christus durch seinen Tod und seine Auferstehung vollendet hat. Sie vereinigt sich mit dem Leiden Christi durch ihre Geduld und wird in der Welt zum Zeichen der Umkehr zu Gott, insofern sie sich selbst durch Werke der Barmherzigkeit und der Liebe täglich mehr und mehr dem Evangelium Christi gemäß bekehrt. Das bringt die Kirche in ihrem Leben und in der Feier der Liturgie zum Ausdruck, wenn die Gläubigen sich als Sünder bekennen und um die Vergebung Gottes und der Brüder und Schwestern bitten, wie es in den Bußgottesdiensten, bei der Verkündigung des Wortes Gottes, im Gebet und durch die Bußelemente der Eucharistiefeier geschieht.

Im Bußsakrament aber "erhalten" die Gläubigen “für ihre Gott zugefügten Beleidigungen von seiner Barmherzigkeit Verzeihung und werden zugleich mit der Kirche versöhnt, die sie durch die Sünde verwundet haben und die zu ihrer Bekehrung durch Liebe, Beispiel und Gebet mitwirkt".[187]

Die Kirche übt den Dienst der sakramentalen Versöhnung durch die Bischöfe und Priester aus, welche die Gläubigen durch die Verkündigung des Wortes zur Umkehr rufen, die Vergebung der Sünden im Namen Christi und in der Kraft des Heiligen Geistes bezeugen und sie den Gläubigen gewähren.

Bei der Ausübung dieses Dienstes handeln die Priester in Gemeinschaft mit dem Bischof, der die Bußdisziplin regelt, und haben Anteil an dessen Amt und Vollmacht.[188]

Es ist daher sehr angemessen, dass der Bischof am Dienst der Versöhnung teilnimmt, vor allem bei der Feier in festlicher Form, besonders in der österlichen Bußzeit, bei Pastoralvisitationen und bei anderen entsprechenden Gelegenheiten im Leben des Volkes Gottes.

Daher werden hier zum einen liturgische Feiern beschrieben, die mit der sakramentalen Lossprechung beschlossen werden, zum anderen Feiern von Bußgottesdiensten.

I. Die gemeinschaftliche Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung der einzelnen

623. Der Bischof legt Albe, Brustkreuz, Stola und Pluviale in violetter Farbe bzw. in Bußfarbe an; er nimmt die einfache Mitra und den Stab.

Entsprechend der Anzahl der Gläubigen sollen sich auch andere Priester beteiligen; sie tragen über dem Talar den Chorrock oder Albe und Stola.

Dem Bischof assistiert ein Diakon, der die liturgischen Gewänder seines Standes trägt; die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, tragen Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

624. Ist die Gemeinde versammelt, so zieht der Bischof mit den Priestern, begleitet von den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, in die Kirche ein. Währenddessen kann ein passender Gesang angestimmt werden.[189]

625. Nachdem der Bischof am Altar angekommen ist und ihn verehrt hat, begibt er sich zur Kathedra; die Priester gehen zu den bereitgestellten Sitzen. Nach dem Gesang begrüsst der Bischof - stehend, ohne Mitra - die Gemeinde; dann weist er selbst oder jemand anderes die Gemeinde kurz auf den Sinn und die Bedeutung der Feier sowie auf deren Verlauf hin.[190]

626. Darauf lädt der Bischof die Versammelten zum Gebet ein. Alle beten in Stille. Dann fasst der Bischof das Gebet mit einer der im Rituale vorgeschlagenen Orationen zusammen.

627. Sodann beginnt der Wortgottesdienst. In ihm können je nach der entsprechenden Situation mehrere oder auch nur eine der Lesungen vorgetragen werden, die im Meßlektionar für die Feier der Buße vorgesehen sind.[191] Wenn nur eine Lesung vorgetragen wird, empfiehlt es sich, sie aus den Evangelien zu wählen. Nimmt man jedoch mehrere Lesungen, so soll, aus demselben Grund wie bei der Messfeier. zwischen den Lesungen ein Psalm oder ein anderer geeigneter Gesang gesungen bzw. Stille gehalten werden.[192]

628. Alle setzen sich. Es folgt die Homilie. Der Bischof trägt Mitra und Stab, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen. Ausgehend von den Lesungen führt er die Gläubigen zur Erforschung ihres Gewissens und zur Erneuerung ihres Lebens hin.

Nach der Homilie soll eine angemessene Zeit der Stille gehalten werden, damit die Gläubigen ihr Gewissen erforschen und wahre Reue über ihre Sünden erwecken können. Ein Priester, der Diakon oder jemand an deres kann sie unter Berücksichtigung ihrer Lebensverhältnisse und ihres Alters durch kurze Anregungen oder durch ein Wechselgebet dabei unterstützen.[193]

629. Nun beginnt die eigentliche Feier der Versöhnung. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab. Alle erheben sich. Außer an Sonntagen und in der Osterzeit fordert der Diakon mit den Worten "Beuget die Knie" oder mit anderen Worten dazu auf niederzuknien. Alle knien nieder oder verneigen sich und sprechen gemeinsam ein allgemeines Sündenbekenntnis, beispielsweise "Ich bekenne …” Gegebenenfalls erheben sich dann alle auf den Zuruf des Diakons hin und beten stehend ein Wechselgebet oder singen ein geeignetes Lied. Schließlich sprechen sie das Gebet des Herrn, das nie ausgelassen wird. Der Bischof schließt mit dem Gebet aus dem Rituale.[194]

630. Dann begeben sich der Bischof und die Priester zu den Beichtstühlen bzw. Beichtzimmern. Jene, die beichten wollen, gehen zu ihnen bekennen ihre Sünden und empfangen einzeln ihre Lossprechung nachdem sie eine entsprechende Genugtuung (Buße) auferlegt bekam men und sie angenommen haben.

Wenn der Bischof (bzw. der Priester) die Beichte gehört und, falls notwendig, dem Beichtenden einen angemessenen Zuspruch gegeben hat, erteilt er ihm die Lossprechung, indem er die Hände (oder wenigstens die Rechte) über ihn ausstreckt. Die weiteren Elemente aus der "Feier der Versöhnung für einzelne" entfallen.[195]

631. Wenn alle gebeichtet haben, kehrt der Bischof zur Kathedra zurück und bleibt dort ohne Mitra stehen; die Priester stehen rechts une links von ihm; alle anderen erheben sich. Der Bischof lädt zur Danksagung ein und ermahnt die Gläubigen zu guten Werken, durch welche die empfangene Gnade in ihrem Leben und im Leben der ganzen Gemeinde wirksam wird. Es empfiehlt sich, danach einen geeigneten Lob- und Dankgesang zu singen.[196]

632. Nach dem Gesang steht der Bischof - ohne Mitra - der Gemeinde zugewandt, breitet die Hände aus und spricht das Gebet "Allmächtiger und barmherziger Gott ..." oder ein anderes, im Rituale vorgesehenes Gebet.[197]

633. Schließlich erhält der Bischof die Mitra und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch"; dann kann ein Diakon die Einladung zum Segen sprechen. Der Bischof breitet die Hände über die Gemeinde aus und trägt die Segensanrufungen vor. Dann nimmt er den Stab und spricht: "Es segne euch ..."; dazu macht er dreimal das Kreuzzeichen über die Gemeinde.

Der Bischof kann für den Segen auch einen der in Nr. 1135-1136 vorgeschlagenen Texte wählen.

Danach entlässt der Diakon die Versammelten mit den Worten: "Der Herr hat eure Sünden vergeben ..." Alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."

II. Die gemeinschaftliche Feier der Versöhnung mit allgemeinem Bekenntnis und Generalabsolution

634. Bei der gemeinschaftlichen Feier der Versöhnung mit allgemeinem Bekenntnis und Generalabsolution in den vom Recht vorgesehenen Fällen geschieht alles in der für "Die gemeinschaftliche Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung der einzelnen" angegebenen Weise, jedoch mit folgenden Änderungen.[198]

635. In oder nach der Homilie soll der Bischof die Gläubigen, welche die Generalabsolution erhalten wollen, darauf hinweisen, dass sie sich entsprechend vorbereiten müssen: Sie sollen die begangenen Sünden bereuen und den Vorsatz fassen, nicht mehr zu sündigen sowie gegebenes Ärgernis und zugefügten Schaden wiedergutzumachen. Zugleich sollen sie sich vornehmen, zur gegebenen Zeit jene schweren Sünden einzeln zu beichten, die sie jetzt nicht in dieser Weise bekennen können. Außer dem soll allen ein Bußwerk vorgeschlagen werden, dem jeder nach eigenem Dafürhalten etwas hinzufügen kann.[199]

636. Dann lädt der Diakon jene, welche die Lossprechung empfangen wollen, dazu ein, diese durch ein Zeichen zu erbitten.[200]

637. Jene, welche die Lossprechung empfangen wollen, knien nieder oder verbeugen sich tief und sprechen ein allgemeines Sündenbekenntnis (z. B. "Ich bekenne ...").

638. Es folgt ein Wechselgebet oder ein geeigneter Gesang; den Schluss bildet immer das Gebet des Herrn (vgl. Nr. 629).

639. Dann erhält der Bischof die Mitra, wendet sich den Gläubigen zu und erteilt die Lossprechung.[201]

640. Anschließend lädt der Bischof alle zur Danksagung und zum Lobpreis der Barmherzigkeit Gottes ein. Nach einem geeigneten Gesang segnet er sogleich die Gemeinde. Ein Diakon entlässt die Gläubigen, wie es in Nr. 633 beschrieben ist.[202]

III. Bußgottesdienste ohne Bekenntnis und Lossprechung

641. Bußgottesdienste sind Feiern, bei denen sich das Volk Gottes versammelt, um das Wort Gottes zu hören, das zur Umkehr und zur Erneuerung des Lebens ruft und die Erlösung von der Sünde durch den Tod und die Auferstehung Christi verkündet. Sie haben eine besondere Bedeutung für die Vorbereitung der Gläubigen auf die Feier des Sakraments der Versöhnung.[203]

642. Der Bischof kann bei der Feier entweder die in Nr. 623 beschriebenen liturgischen Gewänder tragen oder nur Rochett, Mozzetta, Brustkreuz und Stola.

643. Die Feier kann bis zum Gebet des Herrn, das auf das allgemeine Sündenbekenntnis und das Wechselgebet folgt, gemäß der Ordnung verlaufen, wie sie für "Die gemeinschaftliche Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung der einzelnen" vorgesehen ist.

644. Das Bekenntnis der einzelnen entfällt. Der Bischof schließt mit einem geeigneten Gebet, beispielsweise "Allmächtiger und barmherziger Gott ..." Danach segnet er die Gemeinde, wie es in Nr. 633 beschrieben ist; ein Diakon entlässt die Gemeinde.[204]

5. Kapitel: DIE FEIER DER KRANKENSALBUNG

Einführung

645. Nach dem Bericht des Evangelisten Markus haben die Apostel von Christus ausgesandt, die Kranken mit Öl gesalbt.[205] Das ist nicht verwunderlich, "bezeichnet doch die Salbung mit Öl" in der biblischen und christlichen Überlieferung "die Barmherzigkeit Gottes, ein Heilmittel gegen die Krankheit und die Erleuchtung des Herzens".[206]

Die Bischöfe üben als Nachfolger der Apostel diesen Dienst durch ihre Priester aus, da sie, "durch andere Beschäftigungen beansprucht, nicht zu allen Kranken gehen können".[207] Die Priester verwenden nach der Tradition der lateinischen Kirche zur Salbung der Kranken ÖL das - von Notfällen abgesehen - vom Bischof gesegnet wird.

646. Wenn die Krankensalbung bei größeren Zusammenkünften von Gläubigen gefeiert wird, beispielsweise bei Wallfahrten oder anderen Versammlungen von Kranken einer Diözese, einer Stadt oder einer kirchlichen Vereinigung, soll der Bischof nach Möglichkeit selbst die Feier leiten. Dieser Fall wird im folgenden beschrieben.[208]

647. Damit die Feier seelsorglich wirksam wird, ist es notwendig, dass vorher eine angemessene pastorale Vorbereitung erfolgt, und zwar sowohl der Kranken, die die Salbung erbeten haben, als auch der übrigen Gläubigen, die, seien sie krank oder gesund, an der Feier teilnehmen.

Es ist ferner dafür zu sorgen, dass alle Anwesenden in vollem Maße an der Feier teilnehmen können. Dies kann besonders durch das gemeinsame Singen und Beten geschehen, das die Einmütigkeit fördert, die Verbundenheit mit den Kranken in ihrem Leid bekundet und die österliche Freude ausdrückt, von der die ganze Feier getragen ist.[209]

648. Wenn eine große Anzahl von Kranken die Krankensalbung empfangen möchte, kann der Bischof Priester beauftragen, ihm bei der Feier des Sakramentes zu helfen.

Wird die Krankensalbung innerhalb einer Messe gefeiert, so ist es angebracht, dass die Priester mit dem Bischof konzelebrieren.

Außer dem ist es angemessen, dass dem Bischof wenigstens ein Diakon und einige Ministranten assistieren.

I. Die Krankensalbung innerhalb der Messfeier

649. An den Tagen, an denen "Messen zu bestimmten Feiern" zulässig sind,[210] kann das Formular "Für Kranke" aus dem Messbuch genommen werden. Die Lesungen werden aus den Perikopen gewählt, die im Meßlektionar für die Feier der Krankensalbung vorgesehen sind.[211] Die Farbe der liturgischen Gewänder ist Weiß.

Darf das Formular "Für Kranke" nicht genommen werden, so kann dennoch eine der Lesungen gewählt werden, die im Meßlektionar für die Feier der Krankensalbung vorgesehen sind.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[212] nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

Für den Schlusssegen empfehlen sich die besonderen Texte, die im Rituale vorgeschlagen sind.[213]

650. Für die Feier der Krankensalbung sind vorzubereiten: a) Rituale;
b) Gefäß bzw. Gefäße mit dem Öl für die Kranken;
c) alles Nötige zur Händewaschung;
d) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten.

Der Bischof und die Priester tragen die liturgischen Gewänder für die Messfeier. Der Diakon trägt die liturgischen Gewänder seines Standes; die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, tragen Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

Wenn jedoch die Priester nicht mit dem Bischof konzelebrieren, tragen sie über dem Talar den Chorrock oder Albe und Stola.

651. Bevor der Bischof einzieht, werden die Kranken von den dazu Beauftragten empfangen und an ihre Plätze geleitet.

652. Eröffnung und Wortgottesdienst verlaufen in gewohnter Weise. Nach dem Evangelium nimmt der Bischof auf der Kathedra Platz, erhält Mitra und Stab, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Ausgehend von den Lesungen zeigt er den Sinn und die Bedeutung der Krankheit in der Heilsgeschichte und die besondere Gnadenwirkung des Sakramentes der Krankensalbung auf.[214]

653. Die Feier der Krankensalbung beginnt nach der Homilie; sie wird nach folgender Ordnung gefeiert:
- Anrufungen
- Handauflegung
- Lobpreis und Anrufung Gottes über dem Öl (Weihe des Krankenöls)
- Heilige Salbung
- Gebet nach der Salbung.

654. Nach der Homilie gibt der Bischof Stab und Mitra ab, erhebt sich und spricht die Einleitung zu den Anrufungen, wie sie im Rituale vorgesehen sind. Dann legen er und jeder der Priester, die mit ihm die Salbung vornehmen werden, schweigend den Kranken die Hände auf.[215]

655. Der Bischof kann in der jeweiligen Feier die Weihe des Öls für die Krankensalbung vornehmen. Das geschieht unmittelbar nach der Handauflegung durch das Weihegebet "Herr und Gott, du Vater allen Trostes ..."

Steht jedoch bereits geweihtes Öl zur Verfügung, spricht der Bischof den Lobpreis und die Anrufung Gottes über dem Öl "Sei gepriesen, Gott, allmächtiger Vater ..."[216]

656. Anschließend setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Der Diakon reicht ihm die Gefäße oder die Schalen mit dem geweihten Öl; der Bischof übergibt sie den Priestern, die mit ihm die Salbung vornehmen werden.

Danach begeben sich der Bischof und die Priester zu den einzelnen Kranken und salben sie auf der Stirn und auf den Händen; dabei sprechen sie jeweils die sakramentalen Worte: "Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr ..."[217]

657. Die sakramentalen Worte sollen wenigstens einmal für alle Teilnehmenden hörbar sein. Die Salbung kann von geeigneten Gesängen begleitet werden.

658. Nach der Salbung kehrt der Bischof zur Kathedra zurück, die Priester begeben sich an ihre Plätze; dann waschen sie die Hände.

659. Als Überleitung zum Gebet nach der Salbung können Kyrie-Rufe gesprochen werden. Danach steht der Bischof, ohne Mitra, der Gemeinde zugewandt, breitet die Hände aus und spricht das Gebet nach der Salbung; dafür wählt er eine aus den im Rituale vorgeschlagenen Orationen aus.[218]

660. Die Messe wird in gewohnter Weise mit der Gabenbereitung fortgesetzt. Den Kranken und den anderen Mitfeiernden kann die Eucharistie unter beiden Gestalten gereicht werden.

661. Die Feier schließt mit dem Segen. Anstelle des gewohnten Segenstextes kann der Bischof den Feierlichen Schlusssegen aus dem Rituale verwenden.[219] In diesem Fall erhält der Bischof die Mitra und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch". Dann kann ein Diakon die Einladung zum Segen sprechen. Der Bischof breitet die Hände über die Gemeinde aus und trägt die Segensanrufungen vor. Dann nimmt er den Stab und spricht: "Es segne euch ..."; dazu macht er dreimal das Kreuzzeichen über die Gemeinde.

Der Bischof kann auch einen der Segenstexte verwenden, die in Nr. 1135-1136 vorgesehen sind.

II. Die Krankensalbung außerhalb der Messfeier

662. Der Bischof trägt Albe, Brustkreuz, Stola und das Pluviale in weißer Farbe; er nimmt Mitra und Stab. Die Priester, die ihn begleiten, tragen über dem Talar den Chorrock oder Albe und Stola. Der Diakon trägt die liturgischen Gewänder seines Standes.

663. Bevor der Bischof einzieht, werden die Kranken von den dazu Beauftragten empfangen und an ihre Plätze geleitet.

664. Während des Einzugs kann man einen geeigneten Gesang singen. Der Bischof verehrt den Altar und begibt sich zur Kathedra. Nach dem Gesang begrüsst er die Kranken und die anderen Mitfeiernden in herzlicher Weise. Es folgt das Schuldbekenntnis.[220]

665. Es schließt sich ein Wortgottesdienst an, in dem Texte vorgetragen werden, die in Nr. 649 für die Feier innerhalb der Messe genannt sind.

666. Die Salbung erfolgt, wie es in Nr. 653-658 beschrieben ist. Nach der Salbung folgen gegebenenfalls die Fürbitten. Dann spricht der Bischof die Einladung zum Gebet des Herrn, das alle gemeinsam sprechen; es folgt (die Krankenkommunion und) das abschließende Gebet.

667. Der Bischof erteilt den Schlusssegen, wie es in Nr. 661 beschrieben ist. Dann entlässt der Diakon die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden." Alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn." Zum Abschluß der Feier singt man sinnvollerweise ein passendes Lied.

Anmerkungen

  1. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche "Christus Dominus". Nr. 15.
  2. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium". Nr. 26.
  3. An die Smyrnäer 8, 2: ed. Funk. I. S. 283.
  4. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche, Allgemeine Vorbemerkungen. Nr. 12.
  5. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche. Nr. 44.
  6. Vgl. ebd. Nr. 133-151.
  7. Vgl.ebd.Nr. 22-23. 133.
  8. Vgl. ebd. Nr. 138.
  9. Vgl. ebd. Nr. 140.
  10. Vgl. Meßlektionar. Bd. VII. S. 3-5.
  11. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 330; Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  12. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche. Nr. 142.
  13. Vgl. ebd. Nr. 143.
  14. Vgl. ebd. Nr. 144-146.
  15. Vgl. ebd. Nr. 147.
  16. Vgl. ebd. Nr. 141 und 150; vgl. auch Meßlektionar, Bd. VII. S. 6.
  17. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII. S. 7-16.
  18. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche, Nr. 181-182.
  19. Vgl. ebd. Nr. 191.
  20. Vgl. ebd. Nr. 186-192.
  21. Vgl. Anhang III.
  22. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII. S. 16-47, 507-509.
  23. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  24. Vgl. Die Feier der Eingliederung Erwachsener in die Kirche, Nr. 37-40. 235-239.
  25. Vgl. ebd. Nr. 240-273.
  26. Vgl. Anhang III.
  27. Vgl. Meßlektionar. Bd. VII, S. 48-69.
  28. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  29. Vgl. Die Feier der Kindertaufe. Nr. 21-23.
  30. Vgl. ebd. Nr. 24-26.
  31. Vgl. ebd. Nr. 28.
  32. Vgl. ebd. Nr. 29-32.
  33. Vgl. ebd. Nr. 33.
  34. Vgl. ebd. Nr. 36.
  35. Vgl. Die Feier der Firmung. Vorbemerkungen. Nr. 17.
  36. Vgl. ebd. Nr. 18.
  37. Vgl. ebd. S. 29. Vorbemerkung.
  38. Vgl. Anhang III.
  39. Vgl. Meßlektionac Bd. VII. S. 82-112.
  40. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  41. Vgl. Die Feier der Firmung, Nr. 3.
  42. Ebd. Anhang I.
  43. Vgl. Die Feier der Firmung, Nr. 5-6.
  44. Vgl. ebd. Nr. 8.
  45. Vgl. ebd. Nr. 9.
  46. Vgl. ebd. Nr. 14, 11.
  47. Vgl. ebd. Nr. 12, 13, 15.
  48. Vgl. ebd. Nr. 31-32.
  49. Ebd. Nr. 33.
  50. Zweites Vatikanisches Konzil. Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Nr. 18.
  51. Ebd. Art. 28.
  52. Vgl. ebd. Art. 26, 27; Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche "Christus Dominus", Art. I.
  53. Zweites Vatikanisches Konzil. Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 28.
  54. Ebd. Art. 29.
  55. Vgl. Pontifikale I. Die Weihe des Bischofs. der Priester und der Diakone: Bischofsweihe, Nr. 11; Priesterweihe. Nr. 9; Diakonenweihe, Nr. 12; Weihe von Diakonen und Priestern in einer Feier. Nr. 3.
  56. Vgl. ebd.: Bischofsweihe. Nr. 10; Priesterweihe, Nr. 8; Diakonenweihe. Nr. 10; Weihe von Diakonen und Priestern in einer Feier, Nr. 2.
  57. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  58. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII. S. 113-149.
  59. Vgl. Messbuch, Die Weihe des Bischofs, der Priester und der Diakone.
  60. Vgl. Pontifikale. Die Weihe des Bischofs. Nr. 5.
  61. Vgl. ebd. Nr. 6.
  62. Vgl. ebd. Nr. 19.
  63. Ebd. Nr. 17.
  64. Ebd.
  65. Ebd. Nr. 18.
  66. Vgl. ebd. Nr. 21.
  67. Ebd.
  68. Vgl. ebd. Nr. 22 f.
  69. Vgl. ebd. Nr. 22-24.
  70. Ebd. Nr. 27.
  71. Vgl. ebd. Nr. 28.
  72. Vgl. ebd. Nr. 29.
  73. Vgl. ebd. Nr. 30.
  74. Vgl. ebd. Nr. 31.
  75. Vgl. ebd. Nr. 32 f.
  76. Vgl. ebd. Nr. 34.
  77. Ebd. Nr. 35 f.
  78. Ebd. Nr. 37.
  79. Vgl. ebd. Nr. 38.
  80. Vgl. ebd. Nr. 39.
  81. Vgl. ebd. Nr. 40.
  82. Vgl. ebd. Nr. 41.
  83. Vgl. ebd. Nr. 42-45.
  84. Vgl. ebd. Nr. 46.
  85. Vgl. ebd. Nr. 47 f.
  86. Ebd. Nr. 16.
  87. Ebd. Nr. 49.
  88. Vgl. ebd. Nr. 50.
  89. Ebd. Nr. 51.
  90. Vgl. ebd. Nr. 52.
  91. Ebd. Nr. 53.
  92. Vgl. Messbuch, Bei eier Feier eier Bischofsweihe.
  93. Vgl. Pontifikale. Die Weihe des Bischofs, Nr. 55.
  94. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Priester, Nr. 14.
  95. Vgl. ebd. Nr. 17.
  96. Vgl. ebd. Nr. 19.
  97. Vgl. ebd. Nr. 20.
  98. Vgl. ebd. Nr. 21 f.
  99. Ebd. Nr. 23.
  100. Vgl. ebd. Nr. 24.
  101. Vgl. ebd. Nr. 25.
  102. Vgl. ebd. Nr. 26 f.
  103. Vgl. ebd. Nr. 28.
  104. Vgl. ebd. Nr. 29-30.
  105. Vgl. ebd. Nr. 31.
  106. Vgl. ebd. Nr. 32-33.
  107. Vgl. ebd. Nr. 33.
  108. Vgl. ebd.
  109. Vgl. ebd. Nr. 34.
  110. Vgl. ebd. Nr. 35.
  111. Vgl. ebd. Nr. 36.
  112. Vgl. ebd. Nr. 37.
  113. Vgl. ebd. Nr. 38.
  114. Vgl. ebd. Nr. 40.
  115. Ebd. Nr. 41.
  116. Ebd. Nr. 42.
  117. Vgl. ebd. Nr. 43.
  118. Ebd. Nr. 44.
  119. Vgl. ebd. Nr. 45-46.
  120. Vgl. Pontifikale. Die Weihe eier Diakone. Nr. 20.
  121. Vgl. ebd. Nr. 18.
  122. Vgl. ebd. Nr. 22.
  123. Vgl. ebd. Nr. 23.
  124. Vgl. ebd. Nr. 24-25.
  125. Ebd. Nr. 26.
  126. Ebd. Nr. 27-28.
  127. Vgl. ebd. Nr. 28-29.
  128. Vgl. ebd. Nr. 31.
  129. Vgl. ebd. Nr. 32.
  130. Vgl. ebd. Nr. 33 f.
  131. Vgl. ebd. Nr. 35.
  132. Vgl. ebd. Nr. 36 f.
  133. Vgl. ebd. Nr. 38.
  134. Vgl. ebd. Nr. 39 f.
  135. Vgl. ebd. Nr. 41.
  136. VgI. ebd. Nr. 42 f.
  137. Ebd. Nr. 44.
  138. Vgl. Messbuch, Bei der Diakonenweihe.
  139. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Diakone. Nr. 47 f.
  140. Vgl. Messbuch. Bei der Diakonenweihe.
  141. Vgl. Pontifikale. Die Weihe von Diakonen und Priestern in einer gemeinsamen Feier. Nr. 10-12.
  142. Vgl. ebd. Nr. 14.
  143. Vgl. ebd. Nr. 15-19.
  144. Vgl. ebd. Nr. 22.
  145. Vgl. ebd. Nr. 23 f.
  146. Vgl. ebd. Nr. 25.
  147. Vgl. ebd. Nr. 26 f.
  148. Vgl. ebd. Nr. 28-30.
  149. Vgl. ebd. Nr. 30.
  150. Vgl. ebd. Nr. 46.
  151. Ebd. Nr. 47.
  152. Vgl. ebd. Nr. 48.
  153. Vgl. Messbuch, Bei der Weihe von Diakonen und Priestern in einer gemeinsamen Feier.
  154. Vgl. ebd.
  155. Vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben “Ad pascendum" vom 15. August 1972: AAS 64 (1972) 538.
  156. Vgl. Pontifikale. Die Weihe des Bischofs, der Priester und der Diakone. Anhang: Die Aufnahme unter die Kanelidaten für das Weihesakrament. Nr. 1-2.
  157. Vgl. ebd. Nr. 3.
  158. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII. S. 150-162.
  159. Vgl. Pontifikale. Die Weihe des Bischofs, der Priester und der Diakone. Anhang: Die Aufnahme unter die Kandielaten für das Weihesakrament. Nr. 4.
  160. Vgl. ebd.
  161. Vgl. ebd. Nr. 5.
  162. Vgl. ebd. Nr. 9.
  163. Vgl. ebd. Nr. 10.
  164. Vgl. ebd. Nr. 11.
  165. Vgl. ebd. Nr. 12-15.
  166. Vgl. ebd. Nr. 16.
  167. Vgl. ebd.
  168. Vgl. ebd.
  169. Vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben "Ad pascendum" vom 15. August 1972 : AAS 64 (1972) 539.
  170. Vgl. Die Feier der Trauung. Praenotanda, Nr. 12.
  171. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie “Sacrosanctum Concilium". Art. 32; vgl. Die Feier der Trauung. Pastorale Einführung. Nr. 22.
  172. Vgl. Die Feier der Trauung, Praenotanda. Nr. 28.
  173. Vgl. Die Feier der Trauung. Kapitel I. Nr. 4-6.
  174. Vgl. Anhang III.
  175. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII. S. 271-318.
  176. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  177. Vgl. Die Feier der Trauung. Praenotanda, Nr. 32.
  178. Vgl. Die Feier der Trauung. Kapitel I. Nr. 10; vgl. ebd. Pastorale Einführung, Nr. 26.
  179. Vgl. Die Feier der Trauung. Kapitel I. Nr. 11-15.
  180. Vgl. ebd. Nr. 16-34.
  181. Vgl. ebd. Nr. 35-37; Form II-IV. S. 116-133.
  182. Vgl. Die Feier der Trauung, Kapitel I. Nr. 43.
  183. Vgl. ebd. 5. 139-144; Messbuch, 5. 980 f.
  184. Vgl. Die Feier eier Trauung. Kapitel 11, Nr. 35-40.
  185. Vgl. ebd. Nr. 41-43.
  186. Deutschland: Gemeinsame Feier der kirchlichen Trauung. Leipzig u.a. 1995; Österreich: Ordnung der kirchlichen Trauung konfessionsverschiedener Paare unter Mitwirkung der Pfarrer beider Kirchen. Salzburg 1979; Schweiz: Ökumenische Feier der Trauung. Freiburg/Schw.-Zürich 1993.
  187. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche “Lumen gentium". Art. 11; vgl. Die Feier der Buße. Pastorale Einführung, Nr. 4.
  188. Vgl. Die Feier der Buße, Pastorale Einführung. Nr. 9a; Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche “Lumen genlium". Art. 26.
  189. Vgl. Die Feier der Buße. Nr. 48.
  190. Vgl. ebd. Nr. 49.
  191. Vgl. Meßlektionar, Bd. VIII, S. 303-314.
  192. Vgl. Die Feier der Buße. Nr. 51.
  193. Vgl. ebd. Nr. 52-53.
  194. Vgl. ebd. Nr. 54.
  195. Vgl. ebd. Nr. 55; Pastorale Einführung, Nr. 19.
  196. Vgl. Die Feier der Buße, Nr. 56.
  197. Vgl. ebd. Nr. 57.
  198. Vgl. ebd. Nr. 60.
  199. Vgl. ebd.; vgl. eIe can. 962; 963.
  200. Vgl. Die Feier der Buße, Nr. 61.
  201. Vgl. ebd. Nr. 62.
  202. Vgl. ebd. Nr. 63.
  203. Vgl. ebd. Pastorale Einführung, Nr. 36.
  204. Vgl. ebd. Anhang IL Modelle für Bußgottesdienste.
  205. Vgl. Mk 6, 13.
  206. J. A. Cramer, Catenae Graecorum Patrum in Novum Testamentum, t. 1. Oxford 1838-1844, 324.
  207. Innozenz 1. Ep. 25,8: PL 20,560; Denzinger-Hüncrmann 216.
  208. Vgl. Die Feier der Krankensakramente, Kapitel II, Nr. 37.
  209. Vgl. ebd. Nr. 38.
  210. Vgl. Anhang III.
  211. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII. S. 198-260.
  212. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  213. Vgl. Die Feier der Krankensakramenle, Kapitel II, Nr. 33.
  214. Vgl. Die Feier der Krankensakramente. Anhang II: Die Krankensalbung innerhalb der Meßfeier, Nr. 1-4.
  215. Vgl. Die Feier der Krankensakramente, Kapitel II, Nr. 24-25.
  216. Vgl. ebd. Nr. 26-27.
  217. Vgl. ebd. Nr. 28.
  218. Vgl. ebd. Nr. 29.
  219. Vgl. ebd. Nr. 33.
  220. Vgl. ebd. Nr. 42-43.

TEIL VI: DIE SAKRAMENTALIEN

1. Kapitel: DIE WEIHE DES ABTES

Einführung

668. Der Abt, de rim Kloster die Stelle Christi vertritt, soll sich als Vater, Lehrmeister und Vorbild im christlichen und monastischen Leben erweisen. Deshalb darf der Abt nur lehren, bestimmen oder befehlen, was der Weisung des Herrn entspricht. Er mache alles Gute und Heilige mehr durch sein Leben als durch sein Reden sichtbar und sei sich bewusst, dass er mehr helfen als herrschen soll. Mit rechtem Maß und mit Ausdauer führe er die Gemeinschaft der Brüder in der Nachfolge Christi, damit die Mönche seines Klosters durch Gebet und Bereitschaft zum brüderlichen Dienst das Evangelium in ihrem Leben verwirklichen.[1]

669. Die Weihe des Abtes bzw. des Propstes eines Chorherrenstiftes ist in der Regel Sache des Ortsbischofs.[2] Auf diese Weise nimmt der Bischof teil an den bedeutendsten Ereignissen des klösterlichen Lebens. Wie die Klöster durch ihr BeispieL ihre Arbeit und ihr Gebet das Leben der Ortskirche mittragen, so sehe der Bischof in ihnen einen besonders wertvollen Teil seines Aufgabenbereiches, auch wenn er in die innere Führung des Klosters nicht eingreifen soll.

670. Mit Genehmigung des Ortsbischofs und aus hinreichendem Grund kann der Erwählte die Weihe auch von einem anderen Bischof oder einem Abt empfangen.[3]

671. Die Abtsweihe wird nur jenen Äbten bzw. Pröpsten erteilt, die nach erfolgter kanonischer Wahl ein Kloster leiten.

672. Es ist angemessen, dass der Erwählte die Abtsweihe in der Kirche des Klosters empfängt, an dessen Spitze er stehen wird.

673. Die Weihe des Abtes soll an einem Sonntag oder Festtag gefeiert werden, wenn nicht pastorale Gründe einen anderen Tag nahelegen.[4]

674. An den Tagen, an denen "Messen zu bestimmten Feiern" zulässig sind,[5] kann das Formular "Bei der Abts- und Äbtissinnenweihe " aus dem Messbuch genommen werden. Die Lesungen werden aus den für diese Feier vorgesehenen gewählt.[6] Man nimmt weiße bzw. festliche Gewänder.

Wird das Meßformular "Bei der Abts- und Äbtissinnenweihe" nicht genommen, so kann man eine der Lesungen wählen, die im Meßlektionar für diese Messe vorgesehen sind.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[7] nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

675. Dem Erwählten assistieren zwei Mönche (bzw. Chorherren) seines Konvents. Sind sie Priester und konzelebrieren sie die Messe, so legen sie die priesterlichen liturgischen Gewänder an; falls sie nicht konzelebrieren, tragen sie Chorkleidung oder den Chorrock über dem Habit.[8]

676. Es ist angemessen, dass die anwesenden Äbte, die Priestermönche und die anderen Priester mit dem Bischof und mit dem neugeweihten Abt die Messfeier konzelebrieren.[9]

677. Der Bischof und alle Konzelebranten legen die liturgischen Gewänder an, die sie zur Feier der Eucharistie tragen; der Bischof legt auch die Dalmatik an. Der Erwählte trägt die liturgischen Gewänder des Priesters, ferner das Brustkreuz (und die Dalmatik).

Der Diakon legt die liturgischen Gewänder seines Standes an; alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, tragen Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

678. Außer dem, was für die feierliche Bischofsmesse in Konzelebration nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Pontifikale; b) ein Exemplar der Ordensregel; c) Stab für den Erwählten; d) Ring und Mitra für den Erwählten, falls sie überreicht werden;[10] e) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten.

679. Ring, Stab und Mitra bedürfen keiner vorherigen Segnung, da sie in der Feier selbst überreicht werden.[11]

680. In der Regel findet die Weiheliturgie an der Kathedra statt. Ist es allerdings für die Mitfeier der Gemeinde erforderlich, dann soll der Sitz für den Bischof vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Platz bereitgestellt werden. Die Sitze für den Erwählten und die ihm assistierenden Mönche (bzw. Chorherren) sollen so aufgestellt werden, dass der Konvent und die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen können.[12]


Beschreibung der Feier

681. Nach Abschluß aller Vorbereitungen zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar: Jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, folgen der Diakon mit dem Evangeliar, die Konzelebranten, dann der Erwählte, assistiert von zwei Mönchen (bzw. Chorherren), und schließlich der Bischof mit Mitra und Stab, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren.

Während des Einzugs singt man den Eröffnungsvers mit einem Psalm oder einen anderen passenden Gesang. Wegen der besonderen Festlichkeit der Feier kann das Allgemeine Schuldbekenntnis entfallen. Das Kyrie entfällt, da es in der Litanei enthalten ist.

Der Bischof begrüsst die Gemeinde.

682. Nach der Begrüßung der Gemeinde geleiten die beiden assistierenden Mönche (bzw. Chorherren) den Erwählten vor den Bischof, dem sie ihre Ehrerbietung bezeigen. Einer der assistierenden Mönche (bzw. Chorherren) bittet mit folgenden oder ähnlichen Worten den Bischof um die Weihe: "Hochwürdiger Vater ..." Der Bischof fragt ihn: "Könnt ihr bezeugen ..." Der Mönch bzw. Chorherr antwortet: "Wir wissen es ..." Der Bischof spricht: "Dank sei Gott, dem Herrn." Der Erwählte und die beiden assistierenden Mönche (bzw. Chorherren) begeben sich an ihre Plätze.

Es folgen der Gloria-Hymnus, falls die Ordnung ihn vorsieht, und das Tagesgebet.[13]

683. Der Wortgottesdienst wird bis zum Evangelium einschließlich in gewohnter Weise gehalten. Nach der Verkündigung des Evangeliums erhält der Bischof die Mitra und begibt sich, wo erforderlich, an den für die Weihe vorgesehenen Sitz.

684. Der Bischof hält nun die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zum Konvent und zur Gemeinde, nicht zuletzt zum Erwählten über Amt und Dienst des Abtes.[14]

685. Nach der Homilie erhebt sich der Erwählte und tritt vor den Bischof, der die Fragen nach der Bereitschaft, das Amt des Abtes zu übernehmen, mit den Worten einleitet: "Von den Zeiten der heiligen Väter an ..." Der Erwählte antwortet auf die einzelnen Fragen mit "Ich bin bereit. "

Abschließend spricht der Bischof: "Dazu helfe dir der Herr mit seiner Gnade ..." Alle antworten: "Amen. "[15]

686. Der Bischof gibt die Mitra ab; alle erheben sich. Der Bischof steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt (oder spricht) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott, unserm Herrn ..."

Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie."

Alle knien nieder. Der Erwählte liegt ausgestreckt auf dem Boden.

An Sonntagen und in der Osterzeit entfällt die Aufforderung "Beuget die Knie". Der Erwählte liegt ausgestreckt auf dem Boden, alle anderen aber stehen.

Die Vorsänger beginnen die Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen weiterer Heiliger eingefügt werden können, die die jeweilige Ordensgemeinschaft besonders verehrt, sowie die Namen der Patrone der Kirche und des Erwählten, die Namen des Stifters, des Gründers usw. Außer dem können weitere Fürbitten eingefügt werden; denn die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.

Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich.[16]

687. Der Bischof steht ohne Mitra vor seinem Sitz.

Der Erwählte tritt vor den Bischof und kniet vor ihm nieder. Der Bischof breitet die Hände aus und singt (oder spricht) eines der im Pontifikale vorgesehenen Segensgebete.[17]

688. Nach dem Segensgebet setzen sich alle. Der Bischof erhält die Mitra. Dann überreicht der Bischof dem neugeweihten Abt, der vor ihm kniet, mit folgenden Worten die Ordensregel: "Empfange die Regel ..." Wenn dem neugeweihten Abt Ring und Mitra übergeben werden, geschieht dies auf folgende Weise: Der Bischof steckt dem neugeweihten Abt den Ring an den Ringfinger der rechten Hand und spricht dazu: "Trag diesen Ring .. ." Danach setzt er dem neugeweihten Abt schweigend die Mitra auf. Schließlich überreicht er ihm den Hirtenstab mit den Worten: “Ich übergebe dir diesen Stab ..."[18]

689. Anschließend gibt der neugeweihte Abt den Hirtenstab ab. Der Bischof, alle anwesenden Äbte, die Angehörigen seines Klosters und die Priester, die an der Feier teilnehmen, umarmen den neugeweihten Abt.

690. Die Messfeier wird in gewohnter Weise fortgesetzt. Falls die Ordnung es vorsieht, wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen), Die Fürbitten entfallen, da sie bereits in der Litanei enthalten waren.

691. In der Eucharistiefeier nimmt der neugeweihte Abt den ersten Platz unter den konzelebrierenden Priestern ein. Wenn er jedoch in der eigenen Kirche nicht von einem Bischof geweiht wurde, so kann der neugeweihte Abt der Eucharistiefeier vorstehen.

692. Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.

693. Nach dem Schlussgebet kann der neugeweihte Abt eine kurze Ansprache an die Gemeinde richten.

Zum Abschluß der Messfeier erteilt der Hauptzelebrant der Eucharistiefeier den Segen. Anstelle des gewohnten Textes kann er den vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen aus dem Messbuch verwenden.

694. Danach singt man den Hymnus "Dich, Gott, loben wir ..." [GL 706] ("Te Deum laudamus ..." [GT 838]) oder einen anderen passenden Gesang; währenddessen kehren alle in Prozession durch die Kirche zur Sakristei zurück und gehen in Frieden auseinander.

Hat der neugeweihte Abt Jurisdiktion über ein eigenes Gebiet, so singt man den Hymnus "Dich, Gott, loben wir ..." oder, nach örtlicher Gewohnheit, einen anderen passenden Gesang nach dem Schlussgebet. Währenddessen erhält der neugeweihte Abt Mitra und Stab und wird von den ihm assistierenden Mönchen (bzw. Chorherren) durch die Kirche geleitet; dabei segnet er die Gemeinde.

Nach dem Hymnus kann er von der Kathedra oder vom Ambo aus eine kurze Ansprache an die Gemeinde richten. Dann erteilt er den Segen. Die Feier schließt in gewohnter Weise.[19]

2. Kapitel: DIE WEIHE DER ÄBTISSIN

Einführung

695. Die Äbtissin, die von ihrer Klostergemeinschaft gewählt ist, soll sich als Vorbild christlichen und monastischen Lebens für die Ordensfrauen erweisen. Deshalb darf die Äbtissin nur lehren, bestimmen oder befehlen, was der Weisung des Herrn entspricht. Sie mache alles Gute und Heilige mehr durch ihr Leben als durch ihr Reden sichtbar und sei sich bewusst, dass sie mehr helfen als herrschen soll. Mit rechtem Maß und mit Ausdauer führe sie die Gemeinschaft der Schwestern in der Nachfolge Christi, damit die Ordensfrauen ihres Klosters durch Gebet und Bereitschaft zum geschwisterlichen Dienst das Evangelium in ihrem Leben verwirklichen.[20]

696. Die Weihe einer Äbtissin ist in der Regel Sache des Ortsbischofs. Mit dessen Genehmigung und aus hinreichendem Grund kann die Erwählte die Weihe auch von einem anderen Bischof oder einem Abt empfangen.[21]

697. Die Weihe einer Äbtissin soll an einem Sonntag oder Festtag gefeiert werden, wenn nicht pastorale Gründe einen anderen Tag nahelegen.[22]

698. An den Tagen, an denen "Messen zu bestimmten Feiern" zulässig sind,[23] kann das Formular "Bei der Abts- und Äbtissinnenweihe" aus dem Messbuch genommen werden. Die Lesungen werden aus den für diese Feier vorgesehenen gewählt.[24] Man nimmt weiße bzw. festliche Gewänder.

Wird das Meßformular "Bei der Abts- und Äbtissinnenweihe" nicht genommen, so kann man eine der Lesungen wählen, die im Meßlektionar für diese Messe vorgesehen sind.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[25] nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

699. Der Erwählten assistieren zwei Ordensfrauen ihres Konvents. Die Erwählte und die ihr assistierenden Ordensfrauen haben während der Feier ihren Platz im Altarraum, außerhalb der Klausur, so dass sie leicht zum Bischof hintreten und der Konvent sowie die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen können.

In der Regel findet die Weiheliturgie an der Kathedra statt. Ist es allerdings für die Mitfeier der Gemeinde erforderlich, dann soll der Sitz für den Bischof vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Platz aufgestellt werden.[26]

700. Es ist angemessen, dass die anwesenden Priester mit dem Bischof konzelebrieren. Es soll wenigstens ein Diakon anwesend sein, ebenso die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben.

701. Außer den liturgischen Gewändern, der Dalmatik für den Bischof und dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Pontifikale; b) ein Exemplar der Ordensregel; c) Ring und Stab, falls sie überreicht werden; diese Insignien bedürfen keiner vorherigen Segnung, weil sie in der Feier selbst überreicht werden; d) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten.[27]


Beschreibung der Feier

702. Nach Abschluß aller Vorbereitungen begibt sich der Bischof mit seiner Assistenz und dem Klerus zur Klausurtüre. Die Erwählte tritt mit den bei den ihr assistierenden Ordensfrauen heraus. Man zieht in Prozession durch die Kirche zum Altar: Jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, folgen der Diakon mit dem Evangeliar, die Konzelebranten, dann die Erwählte, assistiert von den beiden Ordensfrauen, und schließlich der Bischof, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren.

Während des Einzugs singt man den Eröffnungsvers mit einem Psalm oder einen anderen passenden Gesang. Wegen der besonderen Festlichkeit der Feier kann das Allgemeine Schuldbekenntnis entfallen. Das Kyrie entfällt, da es in der Litanei enthalten ist.

Der Bischof begrüsst die Gemeinde.[28]

703. Nach der Begrüßung der Gemeinde geleiten die beiden assistierenden Ordensfrauen die Erwählte vor den Bischof, dem sie ihre Ehrerbietung bezeigen. Eine der Ordensfrauen bittet mit folgenden oder ähnlichen Worten den Bischof um die Weihe: "Hochwürdiger Vater ..." Der Bischof fragt: "Könnt ihr bezeugen ..." Die Ordensfrau antwortet: "Wir wissen es ..." Der Bischof spricht: "Dank sei Gott, dem Herrn." Die Erwählte und die beiden assistierenden Ordensfrauen begeben sich an ihre Plätze. Es folgen der Gloria-Hymnus, falls die Ordnung ihn vorsieht, und das Tagesgebet.[29]

704. Der Wortgottesdienst wird bis zum Evangelium einschließlich in der gewohnten Weise gehalten. Nach der Verkündigung des Evangeliums erhält der Bischof die Mitra und begibt sich, wo erforderlich, an den für die Weihe vorgesehenen Sitz.[30]

705. Der Bischof hält nun die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zum Konvent und zur Gemeinde, nicht zuletzt zur Erwählten über Amt und Dienst der Äbtissin.[31]

706. Nach der Homilie erhebt sich die Erwählte und tritt vor den Bischof, der sie fragt: "Bevor ich dir die Weihe erteile, frage ich dich, liebe Schwester in Christus ..." Die Erwählte antwortet auf die einzelnen Fragen mit “Ich bin bereit". Abschließend spricht der Bischof: "Dazu helfe dir der Herr mit seiner Gnade ..." Alle antworten: "Amen."[32]

707. Der Bischof gibt die Mitra ab; alle erheben sich. Der Bischof steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt (oder spricht) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott, unserm Herrn ..."

Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie."

Alle knien nieder. Die Erwählte liegt, wo es Brauch ist, ausgestreckt auf dem Boden.

An Sonntagen und in der Osterzeit entfällt die Aufforderung "Beuget die Knie". Die Erwählte kniet nieder oder wirft sich, wo es Brauch ist, zu Boden, alle anderen aber stehen.

Die Vorsänger beginnen die Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen weiterer Heiliger eingefügt werden können, die die jeweilige Ordensgemeinschaft besonders verehrt, sowie die Namen der Patrone der Kirche und der Erwählten, die Namen der Stifterin, der Gründerin usw. Außer dem können weitere Fürbitten eingefügt werden; denn die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.

Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich.[33]

708. Der Bischof steht ohne Mitra vor seinem Sitz.

Die Erwählte tritt vor den Bischof und kniet nieder. Der Bischof breitet die Hände aus und singt (oder spricht) eines der im Pontifikale vorgesehenen Segensgebete.[34]

709. Nach dem Segensgebet setzen sich alle. Der Bischof erhält die Mitra. Dann überreicht der Bischof der neugeweihten Äbtissin, die vor ihm kniet, mit folgenden Worten die Ordensregel: "Empfange die Regel ..."[35]

710. Der Bischof steckt der neugeweihten Äbtissin den Ring an den Ringfinger der rechten Hand und spricht dazu: "Trag diesen Ring ..." Wenn der neugeweihten Äbtissin bereits bei ihrer Profeß oder bei der Jungfrauenweihe ein Ring überreicht wurde, entfällt die Überreichung des Ringes.

Dann überreicht der Bischof der neugeweihten Äbtissin mit folgenden Worten den Stab: "Ich übergebe dir diesen Stab ..."[36]

711. Alle erheben sich. Die neugeweihte Äbtissin verneigt sich vor dem Bischof und begibt sich mit den ihr assistierenden Ordensfrauen an ihren Platz.[37]

712. Die Meßfeier wird in gewohnter Weise fortgesetzt. Falls die Ordnung es vorsieht, wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen). Die Fürbitten entfallen.

713. Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.

714. Zum Abschluß erteilt der Bischof den Segen. Anstelle des gewohnten Textes kann er den vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen aus dem Messbuch verwenden.

715. Danach singt man gegebenenfalls den Hymnus "Dich, Gott, loben wir ..." [GL 706) ("Te Deum laudamus ..." [GT 838]) oder einen anderen passenden Gesang; währenddessen geleitet der Bischof die Äbtissin zur Klausurtüre. Hat der Ortsbischof die Weihe erteilt und hat er die unmittelbare Jurisdiktion über die Ordensfrauen, so geleitet er die Äbtissin zu ihrem Sitz im Chor und lässt sie dort Platz nehmen. Dieser Akt unterbleibt, wenn die Installierung der Äbtissin bereits unmittelbar nach der Wahl vorgenommen wurde.[38]

3. Kapitel: DIE JUNGFRAUENWEIHE

Einführung

716. Nach alter Überlieferung ist die gottgeweihte Jungfrau ein Zeichen, das auf die Liebe der Kirche zu Christus hinweist, und ein Bild für die endzeitliche himmlische Braut und für das künftige Leben.[39]

717. Zur Jungfrauenweihe können sowohl Ordensfrauen monastischer Gemeinschaften als auch Frauen, die in der Welt leben, zugelassen werden.[40]

718. Es empfiehlt sich, die Jungfrauenweihe an Tagen der Osteroktav, an Hochfesten - besonders an jenen, die eine Beziehung zum Geheimnis der Menschwerdung haben -, an Sonntagen und an den Festen der seligen Jungfrau Maria oder heiliger Jungfrauen oder von Heiligen, die für das Ordensleben eine hervorragende Bedeutung haben, zu feiern.[41]

719. An einem vereinbarten Tag, spätestens am Tag vor der Weihe, werden die Jungfrauen dem Bischof vorgestellt, damit er Gelegenheit hat, als Vater und Hirte der Diözese mit ihnen zu sprechen.[42]

720. Die Feier soll den Gläubigen auf geeignete Weise und rechtzeitig bekanntgegeben werden, vor allem, wenn damit die Wertschätzung des jungfräulichen Standes gehoben, der kirchliche Sinn und die Frömmigkeit des Volkes gefördert und eine zahlreiche Teilnahme der Gläubigen ermöglicht wird.[43]

721. Der Vorsteher der Jungfrauenweihe ist der Ortsbischof. In Übereinstimmung mit dem Ortsbischof kann auch ein anderer Bischof der Jungfrauenweihe vorstehen.[44]

722. An den Tagen, an denen "Messen zu bestimmten Feiern" zulässig sind,[45] kann das Formular "Bei der Jungfrauenweihe" aus dem Messbuch genommen werden. Die Lesungen werden aus den für diese Feier vorgesehenen gewählt.[46] Man nimmt weiße bzw. festliche Gewänder.

Wird das Meßformular "Bei der Jungfrauenweihe" nicht genommen, so kann man eine der Lesungen wählen, die im Meßlektionar für diese Messe vorgesehen sind.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[47] nimmt man das Meßformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

Der Feierliche Schlusssegen kann immer aus dem im Messbuch vorgesehenen Formular "Bei der Jungfrauenweihe" gewählt werden.

I. Die Jungfrauenweihe für Frauen, die in der Welt leben

723. Da die Jungfrauen, die in der Welt leben, durch die Entscheidung und die Autorität des Bischofs zur Jungfrauenweihe zugelassen werden und da sie meistens in der Diözese tätig sind, ist es angebracht, dass die Feier in der Kathedrale gehalten wird, wenn nicht Umstände oder Brauch einen anderen Ort empfehlen.[48]

724. Es geschieht alles, wie es bei der Jungfrauenweihe für Ordensfrauen monastischer Gemeinschaften beschrieben ist (Nr. 729-748), mit Ausnahme dessen, was im Pontifikale und im folgenden gesagt ist.

725. Es wird empfohlen, dass zwei Jungfrauen, die schon die Weihe empfangen haben, oder aber zwei Frauen aus der Gemeinde die Jungfrauen begleiten und mit ihnen zum Altar gehen.[49]

726. Für die Befragung der Jungfrauen und das Versprechen, sich Gott zu weihen, die ihren Platz nach der Homilie haben, ist im Pontifikale ein eigener Text vorgesehen.[50]

727. Nach der Litanei und dem Litaneischlussgebet treten die Jungfrauen einzeln vor den Bischof, knien nieder, legen ihre gefalteten Hände in die Hände des Bischofs und bringen den Entschluss, jungfräulieh zu leben, zum Ausdruck: "Angesichts des Volkes Gottes ..." Wenn diese Form nach den örtlichen Gewohnheiten weniger angemessen erscheint, kann das Versprechen auch durch ein anderes, von der Bischofskonferenz festgelegtes Zeichen erfolgen.[51]

728. Der Bischof gibt den Jungfrauen nicht unmittelbar nach der Überreichung der Insignien, sondern an der in der Messe üblichen Stelle ein Zeichen des Friedens.[52]

II. Die Jungfrauenweihe in Verbindung mit der ewigen Profeß der Ordensfrauen monastischer Gemeinschaften

729. Die Jungfrauenweihe für Ordensfrauen monastischer Gemeinschaften wird gewöhnlich in der Klosterkirche innerhalb einer Messfeier erteilt.[53]

Es ist angemessen, dass die Priester, die an der Feier teilnehmen, mit dem Bischof konzelebrieren. Ebenso ist es angebracht, dass dem Bischof wenigstens ein Diakon assistiert und dass andere, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, an der Feier teilnehmen, sie tragen Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

730. Außer den liturgischen Gewändern und dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Pontifikale; b) Schleier, Ringe oder andere Insignien, die nach den örtlichen Vorschriften oder den Gewohnheiten der Gemeinschaft den Jungfrauen bei ihrer Weihe und ihrer Ordensprofeß überreicht werden; c) Kerzen; d) gegebenenfalls an einem geeigneten Platz im Altarraum ein Sitz für die Oberin; e) ebenfalls im Altarraum die Sitze für die Jungfrauen; die Sitze sollen so aufgestellt werden, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann; f) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten.

In der Regel findet die Jungfrauenweihe am Sitz des Bischofs statt. Ist es allerdings für die Mitfeier der Gemeinde erforderlich, dann soll der Sitz für den Bischof vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Platz aufgestellt werden.[54]

731. Die Gemeinde versammelt sich. Nach Abschluß aller Vorbereitungen zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar. Jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, folgen die Jungfrauen in Begleitung ihrer Oberin und der Novizenmeisterin, der Diakon mit dem Evangeliar, die Konzelebranten und schließlich der Bischof, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren.[55]

732. Sind die Jungfrauen vor dem Altarraum angekommen, so begeben sie sich nach einer entsprechenden Ehrfurchtsbezeigung vor dem Altar zu den für sie im Kirchenschiff bestimmten Plätzen.

Während des Einzugs singt man den Gesang zur Eröffnung. Wegen der besonderen Festlichkeit der Feier kann das Allgemeine Schuldbekenntnis entfallen. Das Kyrie entfällt, da es in der Litanei enthalten ist.

Der Bischof begrüsst die Gemeinde.[56]

733. Nach der Begrüßung, bei der die Jungfrauen der Gemeinde vorgestellt werden können, singt man die Antiphon “Ihr klugen Jungfrauen ..." [POH II 156; AS 1213] (“Prudentes virgines ...” [POH II 156; AM 683; CV 11]) oder einen anderen passenden Gesang. Die Jungfrauen zünden ihre Kerzen an und gehen mit der Novizenmeisterin und einer anderen Ordensfrau bis vor den Altarraum.

Nach der Antiphon ruft der Bischof die Jungfrauen, indem er singt (oder spricht): "Kommt, ihr Töchter ...” [POH II 110; AS 1209] ("Venite filiae ..." [POH II 141; CV 12]). Die Jungfrauen antworten mit der Antiphon "Von nun an folgen wir dem Herrn ...” [POH II 110l ("Et nunc sequimur ...” [POH II 142]). Singend betreten die Jungfrauen den Altarraum und stellen sich so auf, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann. Dann stecken sie ihre Kerzen auf einen Leuchter oder übergeben sie den Ministranten, die sie ihnen am Ende der Messfeier zurückgeben. Darauf gehen sie zu den für sie bereitgestellten Sitzen.

Es folgen der Gloria-Hymnus, falls die Ordnung ihn vorsieht, und das Tagesgebet.[57]

734. Der Wortgottesdienst wird bis zum Evangelium einschließlich in gewohnter Weise gehalten. Nach der Verkündigung des Evangeliums erhält der Bischof Mitra und Stab und begibt sich, wo erforderlich, an den für die Weihe vorgesehenen Sitz.

735. Alle setzen sich. Der Bischof hält die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zur Gemeinde und zu den Jungfrauen über die Gabe und Aufgabe der Jungfräulichkeit und des Ordenslebens, deren Sinn die Heiligung der Erwählten und das Wohl der ganzen Kirche ist.[58]

736. Nach der Homilie erheben sich die Jungfrauen und treten vor den Bischof, der sie - wie es im Pontifikale vorgesehen ist - nach der Bereitschaft fragt, sich ganz an Gott zu binden und gemäß der Regel und den Satzungen ihrer Ordensfamilie nach vollkommener Gottes- und Nächstenliebe zu streben.[59]

737. Danach gibt der Bischof Stab und Mitra ab; alle erheben sich. Der Bischof steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt (oder spricht) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott, dem allmächtigen Vater ..."

Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie."

Der Bischof und alle anderen knien nieder. Der Brauch, dass die Jungfrauen ausgestreckt auf dem Boden liegen, kann beibehalten werden.

An Sonntagen und in der Osterzeit entfällt die Aufforderung des Diakons "Beuget die Knie". Mit Ausnahme der Jungfrauen, die ausgestreckt auf dem Boden liegen oder knien, stehen alle.

Die Vorsänger beginnen die Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen weiterer Heiliger eingefügt werden können, die das Volk oder die jeweilige Ordensgemeinschaft besonders verehrt. Außer dem können weitere Fürbitten eingefügt werden, denn die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.[60]

738. Nach der Litanei steht der Bischof der Gemeinde zugewandt; er breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Litaneischlussgebet "Herr, unser Gott, erhöre das Gebet der Kirche ..." Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich.[61]

739. Danach setzt sich der Bischof und erhält Mitra und Stab. Zwei Profeßschwestern begeben sich gemäß dem Ordensbrauch zum Sitz der Oberin und stehen ihr als Zeuginnen der Profeß zur Seite.

Die Jungfrauen treten einzeln vor die Oberin und lesen ihre Profeßurkunde vor. Es ist angemessen, dass sie die Urkunde eigenhändig geschrieben haben.

Dann tritt nach sinnvollem Brauch jede Jungfrau einzeln zum Altar und legt ihre Profeßurkunde darauf nieder. Sie unterschreibt die Urkunde auf dem Altar und geht an ihren Platz zurück.

Zum Abschluß der Profeß können die Neuprofessen stehend die Antiphon "Nimm mich auf, o Herr ..." [POH II 121] ("Suscipe me, Dómine ..." [POH II 145]) singen. Anstelle dieser Antiphon kann auch ein anderer Gesang gewählt werden, der den Sinn der Hingabe und der Freude zum Ausdruck bringt.[62]

740. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab und erhebt sich; die Neuprofessen knien nieder, alle anderen stehen. Der Bischof breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Weihegebet "Wir preisen dich, heiliger, starker, unsterblicher Gott ..."[63]

741. Nach dem Weihegebet setzen sich alle. Der Bischof erhält die Mitra. Die Neuprofessen erheben sich und treten mit der Novizenmeisterin und einer anderen Ordensfrau vor den Bischof hin, der zu allen gemeinsam spricht: "Tragt Schleier und Ring ..." Die Neuprofessen antworten gemeinsam: "Amen." Dann überreicht der Bischof jeder Jungfrau Ring und Schleier oder nur den Ring. Währenddessen singt man Psalm 45 (44) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.[64]

742. Wenn es angebracht erscheint, überreicht der Bischof den Neuprofessen das Stundenbuch mit den Worten: "Empfangt das Stundenbuch der Kirche ..." Die Neuprofessen antworten gemeinsam: "Amen."[65]

743. Hierauf kann - wenn möglich von den Neuprofessen gemeinsam - die Antiphon “Ich bin mit dem vermählt ..." [POH II 139] (“Ipsi sum desponsáta ..." [POH II 146]) oder ein anderer passender Gesang gesungen werden.[66]

744. Wo es Brauch ist oder angemessen erscheint, kann die endgültige Aufnahme der Jungfrauen, die ihre Profess abgelegt und sich Gott geweiht haben, durch passende Worte der Oberin oder durch ein Zeichen des Friedens ausgedrückt werden. In diesem Fall gibt der Bischof den neugeweihten Ordensfrauen den Friedensgruß. Danach können die Oberin und die anderen Ordensfrauen ihre schwesterliche Liebe ausdrücken, wie es in der betreffenden Ordensfamilie oder im Kloster gebräuchlich ist.

Währenddessen singt man Psalm 84 (83) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.[67]

745. Dann kehren die Neuprofessen an ihre Plätze im Altarraum zurück. Die Messfeier wird in gewohnter Weise fortgesetzt. Falls die Ordnung es vorsieht, wird das Glaubensbekenntnis gesprochen (oder gesungen). Die Fürbitten entfallen, da sie bereits in der Litanei enthalten waren.[68]

Während des Gesangs zur Gabenbereitung bringen die Neuprofessen Brot und Wein für die Feier der Eucharistie zum Altar.[69]

Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.[70]

Der Bischof gibt den Neuprofessen in angemessener Form ein Zeichen des Friedens, falls dies nicht schon bei der Profeß geschah.[71]

746. Nachdem der Bischof kommuniziert hat, treten die Neuprofessen zum Altar und empfangen die Eucharistie unter beiden Gestalten. Die Eucharistie kann auch den anderen Mitfeiernden unter beiden Gestalten gereicht werden.[72]

747. Nach dem Schlussgebet treten die Neuprofessen vor den Altar. Der Bischof erhält die Mitra und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch." Der Bischof erteilt den Segen. Anstelle des gewohnten Textes kann er den vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen aus dem Messbuch verwenden. Ein Diakon kann die Einladung zum Segen sprechen. Der Bischof breitet die Hände über die Jungfrauen aus und singt oder spricht die Segensanrufungen. Dann nimmt er den Stab und beschließt den Feierlichen Schlusssegen; dazu macht er dreimal das Kreuzzeichen über die Gemeinde.

Der Bischof kann den Segen auch mit den in Nr. 1135-1136 vorgeschlagenen Texten erteilen.

748. Nach dem Segen entlässt der Diakon die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden." Alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn." Die Neuprofessen nehmen, falls es so vorgesehen ist, ihre Kerzen. Zum Auszug singen Schola und Gemeinde einen geeigneten Hymnus oder einen Lobgesang. In derselben Ordnung wie zu Beginn der Messfeier werden die Neuprofessen in Prozession zur Klausurtür geleitet.[73]

4. Kapitel: DIE FEIER DER EWIGEN PROFESS IN MÄNNLICHEN ORDENSGEMEINSCHAFTEN

Einführung

749. "Die Kirche erhebt nicht nur den Ordensberuf durch ihre Bestätigung zur Würde eines kanonischen Standes, sondern macht ihn auch durch ihre liturgische Feier zu einem Gott geweihten Stand. Denn die Kirche selbst nimmt kraft der ihr von Gott übertragenen Autorität die Gelübde der Gelobenden entgegen, erbittet ihnen durch ihr öffentliches Gebet Hilfe und Gnade von Gott, empfiehlt sie Gott, erteilt ihnen eine geistliche Segnung und vereint ihre Hingabe mit dem eucharistischen Opfer."[74]

Mit Blick auf die ekklesiale Bedeutung tritt dies dann in Erscheinung, wenn der Bischof als Vater und Hirte auch der Ordensleute der ewigen Profeß beiwohnt, auch wenn die Ordensleute in der Leitung ihrer Gemeinschaften von seiner Verwaltung unabhängig sind. Die ewige Profess findet in angemessener Feierlichkeit und unter Teilnahme der Gläubigen innerhalb einer Messe statt.

750. In der Regel wird die Professfeier in der Kirche der Ordensgemeinschaft gehalten, der die Kandidaten angehören. Wenn es aber aus pastoralen Gründen angebracht erscheint - etwa weil man das Ansehen des Ordenslebens fördern oder die Teilnahme des Volkes zu seiner religiösen Förderung ermöglichen will -, kann die Feier auch in der Bischofskirche, in einer Pfarrkirche oder einer anderen bedeutenden Kirche gehalten werden. Dies empfiehlt sich, wenn zwei oder mehrere Ordensgemeinschaften die Ablegung der ewigen Profess in der gleichen Messe feiern wollen. Bei dieser gemeinsamen Feier sind die Ordensoberen der einzelnen Gemeinschaften anwesend und konzelebrieren, wenn sie Priester sind, mit dem Bischof und den anderen Priestern die Eucharistie. Dem Bischof assistiert wenigstens ein Diakon; auch andere, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, nehmen an der Feier teil. Die ewige Profess wird von jedem Kandidaten vor dem zuständigen Oberen abgelegt.[75]

751. Die Feier der ewigen Profess findet in der Regel an einem Sonntag, einem Herrenfest, einem Muttergottesfest oder dem Fest eines Ordensheiligen statt.[76]

752. An den Tagen, an denen "Messen zu bestimmten Feiern" zulässig sind,[77] kann das Formular "Bei der Ordensprofess" aus dem Messbuch genommen werden. Die Lesungen werden aus den für diese Feier vorgesehenen gewählt.[78] Man nimmt weiße bzw. festliche Gewänder.

Wird das Meßformular "Bei der Ordensprofess" nicht genommen, so kann man eine der Lesungen wählen, die im Meßlektionar für diese Feier vorgesehen sind.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[79] nimmt man das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

Der Feierliche Schlusssegen kann immer aus dem im Messbuch vorgesehenen Formular "Bei der Ordensprofess" gewählt werden.

753. Außer den liturgischen Gewändern und dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Rituale; b) Professzeichen, die aufgrund von Vorschrift oder Gewohnheit in der betreffenden Ordensgemeinschaft bei der ewigen Profess überreicht werden; c) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten; d) bei Laieninstituten an einem geeigneten Platz im Altarraum ein Sitz für den Oberen; e) ebenfalls im Altarraum Sitze für die Kandidaten; die Sitze sollen so aufgestellt werden, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann.

In der Regel wird die ewige Profess an der Kathedra, vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Platz abgelegt.[80]


Beschreibung der Feier

754. In gewohnter Weise zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar. An dieser Prozession nehmen nach Möglichkeit die Kandidaten, der verantwortliche Mitbruder für die zeitlichen Professen und in Laieninstituten der zuständige Obere teil. Sind sie im Altarraum angekommen, so begeben sie sich nach einer entsprechenden Ehrfurchtsbezeigung vor dem Altar zu den für sie bestimmten Plätzen.[81]

755. Eröffnung und Wortgottesdienst bis einschließlich Evangelium verlaufen in gewohnter Weise.

756. Nach dem Evangelium nimmt der Bischof mit Mitra und Stab auf der Kathedra Platz oder begibt sich zu dem für ihn bereitgestellten Sitz. Alle setzen sich, während die Kandidaten stehen bleiben. Dann folgt der Aufruf der Kandidaten oder die Bitte um Zulassung.

Der Diakon oder der verantwortliche Mitbruder ruft die Kandidaten mit Namen auf; jeder antwortet mit “Ich bin bereit" oder auf andere in der Ordensgemeinschaft übliche Weise. Dann fragt der Bischof die Kandidaten nach ihrem Begehren, wie es im Rituale vorgesehen ist.

Anstelle des Aufrufs kann auch die Bitte um Zulassung folgen. Einer der Kandidaten bittet im Namen aller mit den im Rituale vorgesehenen oder ähnlichen Worten um die Zulassung.

Abschließend antworten alle mit "Dank sei Gott" oder auf andere passende Weise.[82]

757. Dann setzen sich auch die Kandidaten. Der Bischof sitzt mit Mitra und Stab auf der Kathedra, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie, in der er die biblischen Lesungen auslegt und auf die Bedeutung der Ordensprofeß für das eigene Heil, das Heil der Kirche und der ganzen Menschheit hinweist.[83]

758. Nach der Homilie stehen die Kandidaten auf. Der Bischof fragt sie nach ihrer Bereitschaft, gemäß der Regel und den Konstitutionen der betreffenden Ordensgemeinschaft ihr Leben in den Dienst Gottes zu stellen und sich um die vollkommene Liebe zu bemühen. Dazu werden die Fragen aus dem Rituale oder aus dem Eigenrituale der Ordensgemeinschaft verwendet. Nach der Befragung bestätigt der Bischof den Wunsch der Kandidaten mit den Worten: "Gott selber vollende das gute Werk ..." oder mit anderen passenden Worten.[84]

759. Danach gibt der Bischof Mitra und Stab ab; alle erheben sich. Der Bischof steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt oder spricht die Gebetseinladung "Liebe Brüder und Schwestern! Gott hat diese unsere Brüder ..."

Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie."

Der Bischof und alle anderen Anwesenden knien nieder. Die Kandidaten werfen sich zu Boden oder knien nieder, je nach Brauch des Ortes oder der Gemeinschaft.

An Sonntagen und in der Osterzeit entfällt die Aufforderung des Diakons. Die Kandidaten liegen ausgestreckt auf dem Boden oder knien, alle anderen aber stehen.

Die Vorsänger beginnen die Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen von Heiligen eingefügt werden können, die in der Ordensgemeinschaft oder in dem betreffenden Land besonders verehrt werden. Außer dem können weitere Fürbitten eingefügt werden, denn die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.[85]

760. Nach der Litanei steht der Bischof der Gemeinde zugewandt; er breitet die Hände aus und singt oder spricht das Litaneischlussgebet "Herr, unser Gott, erhöre das Gebet deines Volkes ..." Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich.[86]

761. Der Bischof setzt sich und erhält Mitra und Stab. Wo es üblich ist, stellen sich zwei Professen der Gemeinschaft als offizielle Zeugen neben den Ordensoberen.

Die Kandidaten treten dann einzeln vor den Bischof, den Oberen und die Zeugen und verlesen die Professformel. Es ist angebracht, dass sie diese vorher mit eigener Hand geschrieben haben.

Es empfiehlt sich, dass jeder Neuprofesse die Professurkunde auf den Altar legt. Er kann sie auch dort unterschreiben. Dann geht er zu seinem Platz zurück.[87]

762. Dann können die Neuprofessen die Antiphon "Nimm mich auf, o Herr ..." [AS 1216] (“Suscipe me, Dómine ..." [RS 84, CV 41]) oder einen anderen passenden Gesang singen. Dazu stehen sie.[88]

763. Darauf knien die Neuprofessen nieder. Der Bischof gibt Mitra und Stab ab, erhebt sich, breitet die Hände aus und spricht über die Neuprofessen, die vor ihm knien, das feierliche Segensgebet.[89]

764. Nach dem Segensgebet über die Neuprofessen werden, wenn es in der betreffenden Ordengemeinschaft Brauch ist, bestimmte Professzeichen überreicht. Alle setzen sich; der Bischof erhält die Mitra. Die Neuprofessen erheben sich und treten einzeln vor den Bischof, der ihnen die Professzeichen schweigend oder mit den im Rituale vorgesehenen Worten übergibt. Währenddessen singt man die Antiphon "Selig, die in deinem Hause wohnen, Herr ..." [AS 1127] ("Beáti qui hábitant ..." [PM 191]) mit Psalm 84 (83) oder einen anderen passenden Gesang.[90]

765. Nach der Übergabe der Insignien oder nach dem Segensgebet kann noch einmal deutlich zum Ausdruck gebracht werden, dass die Neuprofessen endgültig in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Dies kann durch entsprechende Worte des Bischofs oder des Ordensoberen geschehen oder auch durch den in der Ordensfamilie üblichen Friedensgruss, mit dem der Bischof, der Ordensobere und die Mitglieder der Ordensgemeinschaft den Neuprofessen ihre brüderliche Liebe zeigen. Währenddessen singt man die Antiphon "Wie gut ist es und wie schön, wenn Brüder ..." [AS 1296] ("Ecce quam bonum ..." [AM 140]) mit Psalm 133 (132) oder einen anderen passenden Gesang.[91]

766. Dann gehen die Neuprofessen an ihre Plätze zurück, und die Eucharistiefeier wird fortgesetzt.

Das Glaubensbekenntnis entfällt, auch wenn es für die Tagesmesse vorgeschrieben ist. Ebenso entfallen die Fürbitten.

Es ist sinnvoll, dass die Neuprofessen während des Gesangs zur Gabenbereitung Brot und Wein für die Eucharistiefeier zum Altar bringen.[92]

Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.[93]

Wenn der Friedensgruss noch nicht gegeben wurde, gibt ihn der Bischof jedem Neuprofessen in der gewohnten Weise oder nach dem Brauch des Ortes oder der Gemeinschaft.[94]

767. Nach der Kommunion des Bischofs empfangen die Neuprofessen die Eucharistie unter beiden Gestalten. Nach ihnen kann auch den Mitbrüdern und den anderen Mitfeiernden die Eucharistie unter beiden Gestalten gereicht werden.[95]

768. Nach dem Schlussgebet treten die Neuprofessen vor den Altar. Der Bischof erhält die Mitra und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch." Dann kann ein Diakon die Einladung zum Segen sprechen. Der Bischof breitet die Hände über die Neuprofessen aus und trägt die Segensanrufungen vor. Dann nimmt er den Stab und spricht: "Und euch alle segne der dreieinige Gott ..."; dazu macht er dreimal das Kreuzzeichen über die Gemeinde.[96]

Der Bischof kann den Segen auch mit den in Nr. 1135-1136 vorgeschlagenen Texten erteilen.

769. Nach dem Segen des Bischofs entlässt der Diakon die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."

5. Kapitel: DIE FEIER DER EWIGEN PROFESS IN WEIBLICHEN ORDENSGEMEINSCHAFTEN

Einführung

770. Das gottgeweihte Leben im Ordensstand ist in der Kirche immer hoch in Ehren gehalten worden; daher hat sie die Ordensprofess schon seit den ersten Jahrhunderten mit liturgischen Feiern geschmückt.

Dies wird auch in unseren Zeiten fortgesetzt. Denn die Kirche nimmt die Gelübde der Kandidatinnen entgegen, erbittet ihnen durch ihr öffentliches Gebet Hilfe und Gnade von Gott, empfiehlt sie Gott, erteilt ihnen eine geistliche Segnung und vereint ihre Hingabe mit dem eucharistischen Opfer.[97]

Dieser Lebensausdruck der Kirche wird dann besonders deutlich, wenn der Bischof als Hoherpriester, von dem das Leben der Gläubigen in seiner Diözese gewissermaßen ausgeht und abhängt,[98] bei der ewigen Profess der Ordensfrauen, die in seiner Diözese leben, anwesend ist; die ewige Profess wird in einer feierlichen Messe abgelegt.

771. In der Regel wird die Profess in der Kirche der Ordensgemeinschaft gefeiert, der die Kandidatinnen angehören. Wenn es aber aus pastoralen Gründen angebracht erscheint - etwa weil man das Ansehen des Ordenslebens fördern oder die Teilnahme des Volkes zu seiner religiösen Förderung ermöglichen will -, kann die Feier auch in der Bischofskirche, in einer Pfarrkirche oder einer anderen bedeutenden Kirche gehalten werden: Das empfiehlt sich, wenn zwei oder mehrere Ordensgemeinschaften die Ablegung der ewigen Profess in der gleichen Messe feiern wollen. In diesem Fall steht der Bischof der Messfeier vor. Die ewige Profess wird aber vor der jeweils zuständigen Oberin abgelegt.[99]

772. Die Feier der ewigen Profess findet in der Regel an einem Sonntag, einem Herrenfest, einem Muttergottesfest oder dem Fest eines Ordensheiligen statt.[100]

773. An den Tagen, an denen "Messen zu bestimmten Feiern" zulässig sind,[101] kann das Formular "Bei der Ordensprofess" aus dem Messbuch genommen werden. Die Lesungen werden aus den für diese Feier vorgesehenen gewählt.[102] Man nimmt weiße bzw. festliche Gewänder.

Wird das Messformular "Bei der Ordensprofess" nicht genommen, so kann man eine der Lesungen wählen, die im Meßlektionar für diese Feier vorgesehen sind.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind,[103] nimmt man das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

Der Feierliche Schlusssegen kann immer aus dem im Messbuch vorgesehenen Formular "Bei der Ordensprofess" gewählt werden.

774. Außer den liturgischen Gewändern und dem, was für die feierliche Bischofsmesse nötig ist (vgl. Nr. 125), sind vorzubereiten:

a) Rituale; b) Professzeichen, die aufgrund von Vorschrift oder Gewohnheit in der betreffenden Ordensgemeinschaft bei der ewigen Profess überreicht werden; c) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten; d) an einem geeigneten Platz im Altarraum ein Sitz für die Oberin, die die Profess der Schwestern entgegennimmt; e) ebenfalls im Altarraum Sitze für die Kandidatinnen; die Sitze sollen so aufgestellt werden, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann.

In der Regel wird die ewige Profess am Sitz des Bischofs, vor dem Altar oder an einem anderen geeigneten Platz abgelegt.


Beschreibung der Feier

775. In gewohnter Weise zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar. An dieser Prozession nehmen nach Möglichkeit die Kandidatinnen, die Oberin und die verantwortliche Mitschwester für die zeitlichen Professen teil. Sind sie im Altarraum angekommen, so begeben sie sich nach einer entsprechenden Ehrfurchtsbezeigung vor dem Altar zu den für sie bestimmten Plätzen.[104]

776. Eröffnung und Wortgottesdienst bis einschließlich Evangelium verlaufen in gewohnter Weise.

777. Nach dem Evangelium nimmt der Bischof mit Mitra und Stab auf der Kathedra Platz oder begibt sich zu dem für ihn bereitgestellten Sitz. Alle setzen sich, während die Kandidatinnen stehen bleiben. Dann folgt der Aufruf der Kandidatinnen oder die Bitte um Zulassung.

Der Diakon oder die genannte verantwortliche Mitschwester ruft die Kandidatinnen mit Namen auf; sie antworten mit “Ich bin bereit" oder auf andere in der Ordensgemeinschaft übliche Weise. Danach fragt der Bischof die Kandidatinnen nach ihrem Begehren, wie es im Rituale vorgesehen ist.

Anstelle des Aufrufs kann auch die Bitte um Zulassung folgen. Eine der Kandidatinnen wendet sich an die Oberin und bittet im Namen aller mit den im Rituale vorgesehenen oder ähnlichen Worten um die Zulassung.

Abschließend antworten alle mit "Dank sei Gott" oder auf andere passende Weise.[105]

778. Dann setzen sich auch die Kandidatinnen. Der Bischof sitzt mit Mitra und Stab auf der Kathedra, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie, in der er die biblischen Lesungen auslegt und auf die Bedeutung der Ordensprofess für das eigene Heil, das Heil der Kirche und der ganzen Menschheit hinweist.[106]

779. Nach der Homilie stehen die Kandidatinnen auf. Der Bischof fragt sie nach ihrer Bereitschaft, gemäß der Regel und den Konstitutionen der betreffenden Ordensgemeinschaft ihr Leben in den Dienst Gottes zu stellen und sich um die vollkommene Liebe zu bemühen. Dazu werden die Fragen aus dem Rituale oder aus dem Eigenrituale der Ordensgemeinschaft verwendet. Nach der Befragung bestätigt der Bischof den Wunsch der Kandidatinnen mit den Worten: "Gott selber vollende das gute Werk ..." oder mit anderen passenden Worten.[107]

780. Danach gibt der Bischof Mitra und Stab ab; alle erheben sich. Der Bischof steht mit gefalteten Händen der Gemeinde zugewandt und singt oder spricht die Gebetseinladung "Liebe Brüder und Schwestern! Gott hat diese unsere Schwestern ..."

Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie."

Der Bischof und alle anderen Anwesenden knien nieder. Die Kandidatinnen werfen sich zu Boden oder knien nieder, je nach Brauch des Ortes oder der Gemeinschaft.

An Sonntagen und in der Osterzeit entfällt die Aufforderung des Diakons. Die Kandidatinnen liegen ausgestreckt auf dem Boden oder knien, alle anderen aber stehen.

Die Vorsänger beginnen die Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen von Heiligen eingefügt werden können, die in der Ordensgemeinschaft oder in dem betreffenden Land besonders verehrt werden. Außerdem können weitere Fürbitten eingefügt werden, denn die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.[108]

781. Nach der Litanei steht der Bischof der Gemeinde zugewandt; er breitet die Hände aus und singt oder spricht das Litaneischlussgebet "Herr, unser Gott, erhöre das Gebet deines Volkes ..." Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich.[109]

782. Der Bischof setzt sich und erhält Mitra und Stab. Wo es üblich ist. stellen sich zwei Professen der Gemeinschaft als offizielle Zeuginnen neben die Oberin.

Die Kandidatinnen treten dann einzeln vor die Oberin und verlesen die Professformel. Es ist angebracht, dass sie diese vorher mit eigener Hand geschrieben haben.

Es empfiehlt sich, dass die Neuprofesse die Professurkunde auf den Altar legt. Sie kann sie auch dort unterschreiben. Dann geht sie zu ihrem Platz zurück.[110]

783. Danach können die Neuprofessen die Antiphon "Nimm mich auf, o Herr ..." [AS 1219] (“Suscipe me, Dómine ..." [RS 84, CV 41]) oder einen anderen passenden Gesang singen, der den Gedanken der Hingabe und Freude ausdrückt. Dazu stehen sie.[111]

784. Dann knien die Neuprofessen nieder. Der Bischof gibt Mitra und Stab ab, erhebt sich, breitet die Hände aus und spricht über die Neuprofessen, die vor ihm knien, das feierliche Segensgebet.[112]

785. Nach dem Segensgebet über die Neuprofessen werden, wenn es in der betreffenden Ordensgemeinschaft Brauch ist, bestimmte Professzeichen überreicht. Der Bischof setzt sich und erhält die Mitra. Die Neuprofessen erheben sich und treten vor den Bischof, der jeder einzeln die Professzeichen schweigend oder mit den im Rituale vorgesehenen Worten übergibt. Wenn beispielsweise die Ringe zu übergeben sind, erheben sich die Neuprofessen und treten vor den Bischof, der jeder einzeln den Ring übergibt, während er den vorgesehenen Text spricht. Wenn die Zahl der Neuprofessen größer ist oder aus einem anderen vernünftigen Grund, kann der Bischof den Text zur Überreichung des Ringes nur einmal sprechen. Die Neuprofessen treten dann vor den Bischof, um den Ring in Empfang zu nehmen.

Inzwischen singt die Schola zusammen mit der Gemeinde die Antiphon “Ihm, dem die Engel dienen ..." [AS 1268] “Ipsi sum desponsáta ..." [POH II 146]) mit Psalm 45 (44) oder einen anderen passenden Gesang.[113]

786. Nach der Übergabe der Insignien oder nach dem Segensgebet kann, wo es Brauch ist oder angemessen erscheint, noch einmal deutlich zum Ausdruck gebracht werden, dass die Neuprofessen endgültig in die Gemeinschaft aufgenommen wurden. Dies kann durch entsprechende Worte des Bischofs oder der Oberin geschehen oder auch durch den in der Ordensfamilie üblichen Friedensgruß, mit dem der Bischof und nach ihm die Oberin sowie die Mitschwestern den Neuprofessen auf angemessene Weise ihre geschwisterliche Liebe zeigen.

Währenddessen singt man Psalm 84 (83) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.[114]

787. Schließlich kehren die Neuprofessen an ihre Plätze zurück, und die Eucharistiefeier wird fortgesetzt.

Das Glaubensbekenntnis entfällt, auch wenn es für die Tagesmesse vorgeschrieben ist. Ebenso entfallen die Fürbitten.

Es ist sinnvoll, dass die Neuprofessen während des Gesangs zur Gabenbereitung Brot und Wein für die Eucharistiefeier zum Altar bringen.[115]

Für das Eucharistische Hochgebet ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.[116]

Wenn der Friedensgruss noch nicht gegeben wurde, gibt ihn der Bischof jeder Neuprofesse in der gewohnten Weise oder nach dem Brauch des Ortes oder der Gemeinschaft.[117]

788. Nach der Kommunion des Bischofs treten die Neuprofessen an den Altar heran und empfangen die Eucharistie unter beiden Gestalten. Nach ihnen kann auch den Mitschwestern und den anderen Mitfeiernden die Eucharistie unter beiden Gestalten gereicht werden.[118]

789. Nach dem Schlussgebet treten die Neuprofessen vor den Altar. Der Bischof erhält die Mitra und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch." Dann kann ein Diakon die Einladung zum Segen sprechen. Der Bischof breitet die Hände über die Neuprofessen aus und trägt die Segensanrufungen vor. Dann nimmt er den Stab und spricht: "Und euch alle segne der dreieinige Gott ..."; dazu macht er dreimal das Kreuzzeichen über die Gemeinde.[119]

Der Bischof kann den Segen auch mit den in Nr. 113 5-1136 vorgeschlagenen Texten erteilen.

790. Nach dem Segen des Bischofs entlässt der Diakon die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."

6. Kapitel: DIE BEAUFTRAGUNG DER LEKTOREN UND DER AKOLYTHEN

Einführung

791. Die Dienste des Lektors und des Akolythen werden in der Lateinischen Kirche beibehalten; sie können Laien übertragen werden und sind nicht mehr den Kandidaten für das Weihesakrament vorbehalten.

Die Kandidaten für Diakonat und Presbyterat müssen die Beauftragung zum Lektoren- und Akolythendienst empfangen, falls sie diese nicht schon früher erhalten haben. Sie müssen diese Dienste eine entsprechende Zeit lang ausüben, um so besser für den künftigen Dienst am Wort Gottes und am Altar vorbereitet zu sein.[120]

792. Lektorendienst und Akolythendienst können demselben Kandidaten nicht übertragen werden, wenn nicht zwischen beiden Beauftragungen die Zeitabstände eingehalten werden, die vom Apostolischen Stuhl oder von den Bischofskonferenzen festgelegt worden sind.[121]

793. Die Dienste werden vom Bischof oder in priesterlichen Ordensgemeinschaften und Gesellschaften vom Höheren Oberen innerhalb einer Messfeier oder eines Wortgottesdienstes übertragen.[122]

794. Bei der Feier assistieren dem Bischof ein Diakon oder Priester, der die Kandidaten aufruft, sowie die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben.

Die Beauftragung findet an der Kathedra bzw. am Priestersitz statt, wenn es nicht wegen der Mitfeier der Gläubigen günstiger erscheint, einen Sitz für den Bischof vor dem Altar bereitzustellen.

Bei einer Messfeier trägt der Bischof die vorgesehenen liturgischen Gewänder sowie Mitra und Stab. Außerhalb einer Messfeier kann er entweder über der Albe Brustkreuz, Stola und Pluviale in geeigneter Farbe tragen oder über Chorrock und Mozzetta nur Brustkreuz und Stola; in diesem Fall nimmt er Mitra und Stab nicht.

I. Die Beauftragung der Lektoren

795. Der besondere Dienst des Lektors, zu dem er bestellt wird, besteht darin, in der liturgischen Versammlung das Wort Gottes vorzulesen. Deshalb kommt es ihm zu, in der heiligen Messe und bei anderen liturgischen Feiern die Lesungen aus der Heiligen Schrift - nicht aber das Evangelium - vorzutragen.[123]

Ihm wird darüber hinaus der besondere Dienst im Volk Gottes anvertraut, Kinder. Jugendliche und Erwachsene im Glauben zu unterweisen und sie zum würdigen Empfang der Sakramente zu führen.[124]

796. Für die Feier sind vorzubereiten:

a) bei einer Messfeier: alles, was für die Messe nötig ist; sonst die Gewänder, die in Nr. 805 genannt sind; b) Pontifikale; c) Heilige Schrift; d) Sitz für den Bischof; e) Sitze für die Kandidaten an einem geeigneten Platz im Altarraum; sie sollen so aufgestellt werden, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann; f) bei einer Messfeier: Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten.


Die Beautragung der Lektoren innerhalb einer Meßfeier

797. Man kann das Messformular "Für die Diener der Kirche" mit den Eigenlesungen für die Beauftragung der Lektoren[125] nehmen; man wählt weiße bzw. festliche Gewänder.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 2-9 aufgeführt sind, nimmt man das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

Wird das Messformular "Für die Diener der Kirche" nicht genommen, so kann man eine der Lesungen wählen, die im Meßlektionar für die Feier der Lektorenbeauftragung vorgesehen sind, wenn es sich nicht um einen Tag handelt, der im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 verzeichnet ist.[126]

798. Beim Einzug gehen die Kandidaten hinter jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, vor dem Diakon mit dem Evangeliar. Nach der Verehrung des Altars bleiben die Kandidaten - entsprechend den örtlichen Gegebenheiten - vor dem Altarraum stehen. Die anderen begeben sich an ihre Plätze im Altarraum.

Der Bischof begrüsst die Gemeinde.

799. Nach der Begrüßung werden die Kandidaten von einem Diakon nacheinander mit Namen aufgerufen: “Ich bitte die Kandidaten für den Lektorendienst ..." Jeder einzelne antwortet: "Hier bin ich", tritt vor den Bischof und bezeigt ihm seine Ehrerbietung; dann begibt er sich an seinen Platz.[127]

800. Nach dem Evangelium hält der Bischof die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zur Gemeinde und zu den Kandidaten über das Wort Gottes und den Lektorendienst. Am Ende der Homilie wendet er sich mit den Worten, die im Pontifikale vorgesehen sind, oder mit ähnlichen Worten unmittelbar an die Kandidaten.[128]

801. Falls der Bischof zur Homilie Mitra und Stab getragen hat, gibt er diese ab. Alle erheben sich. Die Kandidaten knien vor dem Bischof nieder. Der Bischof lädt die Gemeinde zum Gebet ein. Er hält die Hände gefaltet und spricht: "Lasst uns beten zu Gott, dem Vater ..." Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und spricht über die Kandidaten das Segensgebet "Gütiger Gott, du Ursprung des Lichtes ..."[129]

802. Nach dem Segensgebet setzen sich alle. Der Bischof erhält die Mitra. Die Lektoren erheben sich und treten einzeln vor den Bischof, der ihnen das Meßlektionar mit den Worten "Empfange das Buch der Heiligen Schrift ..." überreicht. Währenddessen kann man, wenn die Anzahl der Lektoren größer ist. Psalm 19 (18) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang singen.[130]

803. Die Messfeier wird in gewohnter Weise mit dem Glaubensbekenntnis, wenn es die Ordnung vorsieht, oder den Fürbitten fortgesetzt. In den Fürbitten wird in besonderer Weise für die neu beauftragten Lektoren gebetet.

804. Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden.


Die Beaufiragung der Lektoren innerhalb eines Wortgottesdienstes

805. Der Bischof kann über der Albe Brustkreuz, Stola und Pluviale in geeigneter Farbe tragen oder über Chorrock und Mozzetta nur Brustkreuz und Stola; in diesem Fall nimmt er Mitra und Stab nicht.

806. Zu Beginn der Feier kann man eine Antiphon oder einen anderen passenden Gesang singen. Nach der Begrüßung durch den Bischof werden die Kandidaten von einem Diakon nacheinander mit Namen aufgerufen: “Ich bitte die Kandidaten für den Lektorendienst, vor den Bischof zu treten." Jeder einzelne antwortet: "Hier bin ich", tritt vor den Bischof und bezeigt ihm seine Ehrerbietung; dann begibt er sich an seinen Platz.

Danach kann der Bischof das Tagesgebet aus dem Messformular "Für die Diener der Kirche" sprechen. Der Wortgottesdienst wird in der gleichen Weise wie bei der Messfeier gehalten; es ist angebracht. zwischen den Lesungen Gesänge einzufügen.

807. Die Beauftragung der Lektoren geschieht, wie es in Nr. 800-802 beschrieben ist.

808. Die Beauftragung schließt mit den Fürbitten und dem Vaterunser. Dann segnet der Bischof die Anwesenden in gewohnter Weise, wie es in Nr. 1135-1136 beschrieben ist. Ein Diakon entlässt die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."

II. Die Beauftragung der Akolythen

809. Der Akolyth ist beauftragt, dem Diakon zu helfen und dem Priester zu dienen. Seine Aufgabe ist es deshalb, für den Altardienst Sorge zu tragen und dem Diakon und Priester bei den liturgischen Feiern, vor allem bei der Messe, zur Seite zu stehen. Ferner hat er auch die Aufgabe, als außerordentlicher Spender die heilige Kommunion auszuteilen. Unter außerordentlichen Umständen kann der Akolyth auch beauftragt werden, das Sakrament der Eucharistie den Gläubigen zur Anbetung auszusetzen und wieder in den Tabernakel zurückzustellen, nicht aber, den Gläubigen den eucharistischen Segen zu erteilen.[131]

810. Die Beauftragung der Akolythen erfolgt immer innerhalb einer Messfeier.

811. Außer den liturgischen Gewändern sind für die Feier vorzubereiten:

a) alles, was für die Messfeier nötig ist; b) Pontifikale; c) Hostienschale mit Brot und Gefäß mit dem Wein für die Eucharistiefeier; d) Sitz für den Bischof; e) Sitze für die Kandidaten an einem geeigneten Platz im Altarraum; sie sollen so aufgestellt werden, dass die Gemeinde dem liturgischen Geschehen gut folgen kann; f) Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten.

812. Man kann das Messformular "Für die Diener der Kirche" mit den Eigenlesungen für die Beauftragung der Akolythen nehmen;[132] man wählt weiße bzw. festliche Gewänder.

An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 2-9 aufgeführt sind, nimmt man das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.

Wird das Messformular "Für die Diener der Kirche" nicht genommen, so kann man eine der Lesungen wählen, die im Lektionar für die Beauftragung der Akolythen vorgesehen sind, wenn es sich nicht um einen Tag handelt, der im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 verzeichnet ist.[133]

813. Beim Einzug gehen die Kandidaten hinter jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, vor dem Diakon mit dem Evangeliar. Nach der Verehrung des Altars bleiben die Kandidaten - entsprechend den örtlichen Gegebenheiten - vor dem Altarraum stehen. Die anderen begeben sich an ihre Plätze im Altarraum.

Der Bischof begrüsst die Gemeinde.

814. Nach der Begrüßung werden die Kandidaten von einem Diakon nacheinander mit Namen aufgerufen: “Ich bitte die Kandidaten für den Akolythendienst ..." Jeder einzelne antwortet: "Hier bin ich", tritt vor den Bischof und bezeigt ihm seine Ehrerbietung; dann begibt er sich an seinen Platz.[134]

815. Nach dem Evangelium hält der Bischof die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er zur Gemeinde und zu den Kandidaten über die Eucharistie und den Akolythendienst. Am Ende der Homilie wendet er sich mit den Worten, die im Pontifikale vorgesehen sind, oder mit ähnlichen Worten unmittelbar an die Kandidaten.[135]

816. Falls der Bischof zur Homilie Mitra und Stab getragen hat, gibt er diese ab. Alle erheben sich. Die Kandidaten knien vor dem Bischof nieder. Der Bischof lädt die Gemeinde zum Gebet ein. Er hält die Hände gefaltet und spricht: "Lasst uns beten zu Gott, dem allmächtigen Vater ..." Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und spricht über die Kandidaten das Segensgebet "Gütiger Gott, durch deinen Sohn hast du der Kirche ..."[136]

817. Nach dem Segensgebet setzen sich alle. Der Bischof erhält die Mitra. Die Akolythen erheben sich und treten einzeln vor den Bischof, der ihnen die Hostienschale mit dem Brot oder das Gefäß mit dem Wein (oder beides) mit den Worten "Empfange die Schale mit dem Brot ..." überreicht.[137] Währenddessen kann man, wenn die Anzahl der Akolythen größer ist, Psalm 23 (22) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang singen.

818. Danach wird die Messfeier in gewohnter Weise mit dem Glaubensbekenntnis, wenn es die Ordnung vorsieht, oder den Fürbitten fortgesetzt. In den Fürbitten wird in besonderer Weise für die neu beauftragten Akolythen gebetet.

819. Zur Gabenbereitung bringen die in dieser Feier beauftragten Akolythen Brot und Wein zum Altar.[138]

820. Die Eucharistie kann unter beiden Gestalten gereicht werden. Die in dieser Feier beauftragten Akolythen empfangen sie unmittelbar nach den Diakonen.

821. Der Bischof kann die in dieser Feier beauftragten Akolythen als außerordentliche Kommunionspender hinzuziehen.[139]

7. Kapitel: DIE KIRCHLICHE BEGRÄBNISFEIER UNTER LEITUNG DES BISCHOFS

Einführung

822. Es ist sehr angebracht, dass der Bischof als Verkündiger des Glaubens und Diener des Trostes nach Möglichkeit einer kirchlichen Begräbnisfeier vorsteht, zu der viele Gläubige zusammenkommen, besonders wenn es sich um einen verstorbenen Bischof oder Priester handelt.

823. Für die Feier des Begräbnisses sind vorzubereiten:

a) In der Sakristei oder an einem anderen geeigneten Ort: - liturgische Gewänder in der der Begräbnisfeier entsprechenden Farbe: - für den Bischof: Albe, Stola, Brustkreuz, Pluviale für Prozession und Wortgottesdienst, Kasel für die Messfeier, einfache Mitra und Stab; - für die Konzelebranten: Gewänder für die Messfeier; für die Diakone: Alben, Stolen, (Dalmatiken); - für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere rechtmäßig zugelassene liturgische Gewänder.

b) Im Haus des Verstorbenen: - Rituale; - Prozessionskreuz sowie Leuchter mit Kerzen; Weihwassergefäß mit Aspergill; - Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch.

c) Im Altarraum: - alles, was für eine Messfeier oder einen selbständigen Wortgottesdienst nötig ist.

d) An dem Ort, wo der Sarg aufgestellt wird: - Osterkerze; - alles, was zur Verabschiedung nötig ist, wenn es nicht in der Prozession vom Haus des Verstorbenen mitgetragen wird.

824. In der Begräbnisliturgie soll außer den Unterschieden, die auf dem liturgischen Amt oder der heiligen Weihe beruhen, und außer den Ehrungen, die aufgrund liturgischer Gesetze der weltlichen Autorität zukommen, weder in der liturgischen Ordnung noch im äußeren Aufwand ein Ansehen von Person oder Rang gelten. [140]

Sinnvollerweise ist der Brauch beizubehalten, den Toten so aufzubahren, wie es ihm in der liturgischen Versammlung zugekommen ist; so sollen Bischof, Priester und Diakon mit dem Angesicht zur Gemeinde aufgebahrt werden, ein Laie jedoch mit dem Angesicht zum Altar.

825. In der Begräbnisliturgie soll grundsätzlich vornehme Einfachheit gewahrt bleiben. Es ist sinnvoll, dass bei dem Sarg die brennende Osterkerze aufgestellt wird. Auf den Sarg wird das Evangeliar oder eine Bibel oder auch ein Kreuz gelegt. Wenn der Tote Bischof, Priester oder Diakon war, kann man nach örtlichem Brauch die Insignien seines Standes auf den Sarg legen.

Der Altar wird nicht mit Blumen geschmückt. Orgel und andere Instrumente können nach örtlichem Brauch verwendet werden.


Beschreibung der Feier

826. Besonders wenn es sich um das Begräbnis eines Bischofs handelt, ist unter Beachtung der örtlichen Bräuche und der äußeren Umstände die erste Form des Begräbnisses, die im Rituale vorgesehen ist, vorzuziehen; sie umfasst drei Stationen: im Haus des Verstorbenen bzw. am Ort der Aufbahrung, in der Kirche und auf dem Friedhof; dazwischen sind zwei Prozessionen vorgesehen. In diesem Fall steht der Bischof sinnvollerweise auch der Statio im Haus des Verstorbenen und der ersten Prozession vor.

Wenn der Bischof selbst nicht zum Trauerhaus bzw. zum Ort der Aufbahrung kommt und dennoch diese Statio gehalten wird, steht ein beauftragter Priester der Feier vor; der Bischof wartet an der Kathedra oder in der Sakristei.

827. Wenn der Bischof bei der Statio im Haus des Verstorbenen und bei der Prozession der Feier vorsteht, legt er an einem geeigneten Ort Albe, Brustkreuz, Stola und Pluviale in der entsprechenden Farbe an; er trägt die einfache Mitra und den Stab. Die Konzelebranten tragen bereits von Beginn der Feier an die für die Messfeier vorgeschriebenen Gewänder, wenn sie auch bei der Messe anwesend sein werden.

Die Diakone und alle, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, tragen die ihnen entsprechenden liturgischen Gewänder.

828. Im Trauerhaus begrüsst der Bischof in mitfühlender Art die Anwesenden und tröstet sie aus dem Glauben. Danach wird ein geeigneter Psalm (Ps 130 [129]) gesungen, gegebenenfalls in wechselchöriger Singweise. Danach gibt der Bischof Stab und Mitra ab und trägt eine entsprechende Oration aus dem Rituale vor, der Kyrie-Rufe vorausgehen können.[141]

829. Wenn der Verstorbene in einer Prozession in die Kirche überführt wird, gehen in der Regel an der Spitze der Rauchfassträger mit dem Rauchfass, in das bereits Weihrauch eingelegt wurde, danach der Kreuzträger zwischen zwei Akolythen mit brennenden Kerzen; das Corpus des Kreuzes ist zum Sarg hin gerichtet. Es folgen die Ministranten, die Diakone in Talar und Chorrock, die Priester in entsprechender Chorkleidung, dann die Konzelebranten und der Bischof mit Mitra und Stab, begleitet von zwei Diakonen, schließlich die Ministranten für Buch und Stab. Sie alle gehen dem Sarg voran.

Währenddessen können Psalmen oder andere geeignete Gesänge, die im Rituale vorgesehen sind, gesungen werden.[142]

830. Wenn die Statio im Haus des Verstorbenen bzw. am Ort der Aufbahrung nicht gehalten wird, vollzieht der Bischof oder ein Priester am Kirchenportal alles wie im Trauerhaus.

831. Zum Einzug in die Kirche und zum Beginn der Messfeier wird in der Regel nur ein Gesang vorgetragen, wie im Messbuch vorgesehen. Beim Einzug kann auch die Orgel spielen.[143]

832. Ist der Bischof vor dem Altar angekommen, gibt er Stab und Mitra ab, verehrt den Altar, beräuchert ihn gegebenenfalls und begibt sich zur Kathedra, wo er das Pluviale ablegt und die Kasel anlegt; der Bischof kann auch, falls es günstiger erscheint, wenn er vor dem Altar angekommen ist und bevor er ihn verehrt, das Pluviale ablegen und die Kasel anlegen.

Währenddessen wird der Sarg an einem geeigneten Ort vor dem Altar in der Richtung, die ihm nach Nr. 824 zukommt. aufgestellt.

833. Die Totenmesse beginnt mit dem Tagesgebet und wird in der für alle Messfeiern üblichen Ordnung gefeiert.

Im Eucharistischen Hochgebet (II und III) werden eigene Interzessionen eingefügt.

834. Nach dem Schlussgebet der Messfeier (auch wenn der Bischof nicht zelebriert hat) und ebenso nach dem selbständigen Wortgottesdienst vollzieht der Bischof die Verabschiedung. Dazu geht er, mit Meßgewand oder Pluviale bekleidet, mit Mitra und Stab zum Sarg und bleibt der Gemeinde zugewandt stehen; in seiner Nähe stehen Diakon und Ministranten mit Weihwasser und Weihrauch.[144]

Wenn sich die Grabstätte in der Kirche befindet, ist es sinnvoll, dass diese Feier am Grab vollzogen wird. Dann geht man in Prozession zum Grab; währenddessen singt man die im Rituale vorgesehenen Gesänge.[145]

835. An dieser Stelle können Gedenkworte gesprochen werden. Danach gibt der Bischof Stab und Mitra ab und spricht, in der Nähe des Sarges stehend, die Einladung "Lasst uns in Stille ..." oder eine andere, ähnlich lautende Einladung. Alle beten in Stille. Auf die Stille folgt ein geeigneter Gesang, z.B. das Responsorium "Subvenite, sancti Dei ..." [GT 878] oder ein anderes Responsorium aus dem Rituale. Nach den Anrufungen spricht der Bischof eine der vorgesehenen Orationen. Dann kann er den Sarg mit Weihwasser besprengen und ihn beräuchern. Abschließend spricht er: "Wir haben hier ..." Zum Auszug kann gesungen werden: "Zum Paradies ..." [GL 84] “In Paradisum ..." [GT 697]).[146]

836. Wenn der Leichnam von der Kirche zum Friedhof überführt wird, wartet der Bischof entweder an der Kathedra, bis der Leichnam aus der Kirche gebracht ist, oder er begibt sich unmittelbar in die Sakristei. Wenn der Bischof jedoch auch den Gang zum Friedhof begleitet, erfolgt diese Prozession in der gleichen Ordnung wie die erste Prozession; es können Psalmen und Antiphonen aus dem Rituale oder andere passende Gesänge gesungen werden.[147]

837. Am Grab angekommen, gibt der Bischof Stab und Mitra ab und leitet die Beisetzung mit einem persönlichen Wort ein. Er segnet gegebenenfalls das Grab. Hierauf spricht er eine Oration aus dem Rituale.[148]

838. Der Sarg wird entweder jetzt oder am Ende der Feier in das Grab gesenkt, je nach örtlichen Verhältnissen. Während der Leichnam in das Grab gesenkt wird, spricht der Bischof das Schriftwort “Ich bin die Auferstehung ..." (Joh 11,25) oder ein anderes Schriftwort. Dieses kann auch vom Kantor gesungen werden “Ich bin die Auferstehung ..." [GL 86]; "Ego sum resurrectio ..." [GT 697]). Nach Besprengung und Beräucherung wirft der Bischof Erde auf den Sarg und bezeichnet das Grab mit dem Kreuz in einer der vorgesehenen Formen.[149]

839. Es folgt ein Auferstehungslied oder das Glaubensbekenntnis oder eines der cantica aus dem Lukasevangelium. Dann lädt der Bischof zu den Fürbitten ein, die der Diakon vorträgt. Nach dem Gebet des Herrn folgt eine der im Rituale angegebenen Orationen. Vor dem abschließenden Vers "Herr, gib ihm (ihr) und allen Verstorbenen die ewige Ruhe ..." kann die Mutter des Herrn in einem Gebet oder Gesang angerufen werden.[150]

840. Wenn der Bischof selbst nicht die Eucharistie feiert, soll er dem Wortgottesdienst an der Kathedra vorstehen; dazu behält er das Pluviale an. Dasselbe geschieht, wenn die Eucharistiefeier entfällt und ein selbständiger Wortgottesdienst gefeiert wird, wie es im Rituale vorgesehen ist.

Wird die Begräbnisfeier, sei es für Kinder oder für Erwachsene, nach einer anderen im Rituale vorgesehenen Form begangen, so verhält sich der Bischof, mit den angebrachten Anpassungen, wie oben beschrieben.

8. Kapitel: DER BAUBEGINN DER KIRCHE (GRUNDSTEINLEGUNG)

Einführung

841. Wenn man mit dem Bau einer neuen Kirche beginnt, empfiehlt es sich, in einer liturgischen Feier den Segen Gottes für das Gelingen des Werkes zu erbitten. Dabei rufe man den Gläubigen in Erinnerung, dass sie selber die aus lebendigen Steinen erbaute Kirche und das wahre Gotteshaus sind;[151] der sichtbare Bau will ein Zeichen dafür sein.

Nach liturgischem Brauch besteht die Feier aus der Segnung des Bauplatzes der neuen Kirche sowie aus der Segnung und Einfügung des Grundsteins.

Wenn jedoch wegen eines besonderen künstlerischen oder baulichen Grundes keine Grundsteinlegung erfolgt, soll man trotzdem die Segnung des Bauplatzes der neuen Kirche vornehmen, um so die Arbeit unter den Segen Gottes zu stellen. [152]

842. Die Feier zum Baubeginn der Kirche und zur Grundsteinlegung kann an jedem Tag und zu jeder Tagesstunde stattfinden außer an den Drei Österlichen Tagen. Mit Vorzug wähle man jedoch einen Tag, an dem die Gläubigen zahlreich teilnehmen können.[153]

843. Die Feier fällt in die Zuständigkeit des Ortsbischofs. Ist er verhindert, der Feier selbst vorzustehen, soll er einen anderen Bischof oder Priester damit beauftragen, vornehmlich jenen, der ihn in der seelsorglichen Betreuung der Diözese bzw. der Gemeinde, für die das neue Gotteshaus erbaut wird, unterstützt.[154]

844. Die Gemeinde mache man rechtzeitig auf die Feier aufmerksam. Der Pfarrer oder die für die Seelsorge Zuständigen sollen die Gemeinde in deren Sinn einführen und in ihr Interesse und Hochschätzung für das Gotteshaus wecken, das für sie erbaut wird.[155]

Es empfiehlt sich auch, die Gläubigen zu freiwilligen Hilfeleistungen beim Kirchenbau einzuladen.

845. Man sorge dafür, dass der Platz, auf dem die Kirche erbaut werden soll, deutlich abgesteckt ist und dass man ihn bequem umschreiten kann.[156]

846. Dort, wo der Altar stehen wird, errichte man ein entsprechend großes hölzernes Kreuz.[157]

847. Für die Feier ist folgendes vorzubereiten:

a) Pontifikale; b) Lektionar; c) Sitz für den Bischof; d) gegebenenfalls der Grundstein sowie Zement und Werkzeug zum Einmauern des Steins in die Grundmauer; dazu bestelle man einen Maurer. Der Grundstein ist üblicherweise ein kantiger Eckstein; e) Weihwassergefäß mit Aspergill; f) Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch; g) Prozessionskreuz und Kerzen für die Ministranten.

Man sorge für entsprechende technische Vorrichtungen, damit die versammelte Gemeinde den Lesungen, Gebeten und Ansprachen gut folgen kann (Lautsprecher anlage).[158]

848. Für die Feier sind weiße bzw. festliche liturgische Gewänder vorzubereiten:

a) für den Bischof: Albe, Stola, Brustkreuz und Pluviale sowie Mitra und Stab. b) für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken; c) für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.[159]


Gang zum Bauplatz der Kirche

849. Die Eröffnung der Feier geschieht je nach den zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten in einer der beiden folgenden Formen.[160]


Erste Form: Prozession

850. Zur festgesetzten Zeit versammelt sich die Gemeinde an einem geeigneten Ort, von dem sie in Prozession zum vorgesehenen Bauplatz zieht.[161]

851.Der Bischof legt die liturgischen Gewänder an und erhält Mitra und Stab; gegebenenfalls trägt er Chorrock, Mozzetta, Brustkreuz und Stola (in diesem Fall ohne Mitra und Stab); er begibt sich mit jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, zu den Versammelten. Er gibt Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde mit den Worten: "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ..." oder mit anderen, möglichst der Heiligen Schrift entnommenen Worten. Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste."

Dann führt der Bischof, oder wer sonst dazu beauftragt ist, die Gläubigen kurz in die Feier ein und erklärt den Sinn der Grundsteinlegung.[162]

852. Nach der Einführung hält der Bischof die Hände gefaltet und spricht die Gebetseinladung "Lasset uns beten." Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und singt (oder spricht): "Allmächtiger Gott, du hast deine Kirche ..."[163]

853. Nach dem Gebet erhält der Bischof Mitra und Stab. Gegebenenfalls lädt der Diakon die Gläubigen ein: "Lasst uns ziehen in Frieden." Die Prozession setzt sich in der gewohnten Ordnung in Bewegung. Hinter den Rauchfassträgern und dem Kreuzträger, den zwei Ministranten mit brennenden Kerzen begleiten, gehen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben. Es folgt der Klerus, schließlich der Bischof, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren, zuletzt die Gemeinde. Unterwegs singt man Psalm 84 (83) mit seiner Antiphon ("Concupiscit anima mea ..." [ODE 135]) oder einen anderen passenden Gesang. Es folgt der Wortgottesdienst, wie er in Nr. 856-858 beschrieben ist.[164]


Zweite Form: Versammlung am Bauplatz der neuen Kirche

854. Falls keine Prozession stattfinden kann oder sie nicht angebracht erscheint, versammeln sich die Gläubigen am Bauplatz der neuen Kirche. Wenn die Gemeinde versammelt ist, singt man eine Akklamation oder einen anderen passenden Gesang. Inzwischen zieht der Bischof mit Mitra und Stab, bekleidet mit Albe, Brustkreuz, Stola und Pluviale oder gegebenenfalls mit Chorrock, Mozzetta, Brustkreuz und Stola (in diesem Fall ohne Mitra und Stab), zur Gemeinde. Er geht zu seinem Sitz, gibt Stab und Mitra ab und begrüsst die Gläubigen mit den Worten: "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ..." oder mit anderen, möglichst der Heiligen Schrift entnommenen Worten. Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste."

Dann führt der Bischof, oder wer sonst dazu beauftragt ist, die Gläubigen kurz in die Feier ein und erklärt den Sinn der Grundsteinlegung.[165]

855. Nach der Einführung hält der Bischof die Hände gefaltet und spricht die Gebetseinladung "Lasset uns beten." Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und singt (oder spricht): "Allmächtiger Gott, du hast deine Kirche ..."[166]


Wortgottesdienst

856. Dann setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Es werden eine oder mehrere passende Schriftlesungen vorgetragen. Zwischen den Lesungen singt man den Antwortpsalm oder einen anderen passenden Gesang bzw. den Ruf vor dem Evangelium. Die Lesungen werden aus den Perikopen gewählt, die im Meßlektionar für die Grundsteinlegung vorgesehen sind.[167]

857. Im Anschluss an das Evangelium hält der Bischof - mit Mitra und Stab an seinem Platz sitzend, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen - die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er über den Sinn der Feier. Es soll deutlich werden, dass Christus der Eckstein der Kirche ist und dass das Gebäude, das die Gläubigen als lebendige Kirche bauen wollen, zugleich Haus Gottes und Haus des Gottesvolkes sein wird.[168]

858. Nach der Homilie kann nach örtlicher Gewohnheit die Urkunde über die Grundsteinlegung und den Baubeginn der Kirche verlesen werden. Die Urkunde wird vom Bischof und von den am Bau Beteiligten unterschrieben und zugleich mit dem Grundstein in das Fundament eingemauert.[169]


Segnung des Bauplatzes der neuen Kirche

859. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab. Er erhebt sich und segnet den Bauplatz der neuen Kirche, indem er - mit gefalteten Händen - spricht: "Lasset uns beten." Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und spricht das Segensgebet "Heiliger Gott, deine Herrlichkeit erfüllt die ganze Schöpfung ..." Der Bischof erhält die Mitra. Er besprengt, begleitet von den Diakonen, den Bauplatz der neuen Kirche mit Weihwasser. Dazu steht er in der Mitte des Bauplatzes oder umschreitet die Fundamente. Danach kann er Weihrauch einlegen und den Bauplatz ebenso beräuchern. Währenddessen singt man Psalm 48 (47) mit seiner Antiphon ("Lapides pretiósi ..." [AM 698; ODE 135]) oder einen anderen passenden Gesang.[170]


Segnung und Einfügung des Grundsteines

860. Wenn eine Grundsteinlegung vorgesehen ist, findet sie nach der Segnung des Bauplatzes statt. Die Segnung und Einfügung des Grundsteins erfolgen nach der in Nr. 861-862 beschriebenen Ordnung. Andernfalls wird die Feier beschlossen, wie es in Nr. 863-864 beschrieben ist.[171]

861. Der Bischof geht mit den Diakonen, die ihm assistieren, zu dem Platz, wo die Grundsteinlegung erfolgen soll. Er legt die Mitra ab und segnet den Stein. Vor dem Segensgebet können Kantor, Schola oder Chor Lobpreisungen vortragen. Der Bischof lädt - mit gefalteten Händen - zum Gebet ein: "Lasset uns beten." Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und spricht das Segensgebet "Gott, heiliger Vater ..." Der Bischof kann den Grundstein mit Weihwasser besprengen und ihn beräuchern. Danach erhält er die Mitra.[172]

862. Der Bischof fügt den Grundstein in das Fundament ein. Dies kann schweigend geschehen; der Bischof kann aber auch, wenn es passend erscheint, die Worte “Im Glauben an Jesus Christus ..." oder ähnliche Worte dabei sprechen. Ein Maurer befestigt den Grundstein mit Mörtel. Währenddessen kann man eine geeignete Antiphon ("Bene fundáta est ..." [AM 698; ODE 136]) oder einen anderen passenden Gesang singen.[173]


Abschluß der Feier

863. Nach dem Gesang legt der Bischof die Mitra ab. Danach folgen die Fürbitten, entweder wie im Pontifikale vorgesehen oder mit ähnlichen Worten. Dann leitet der Bischof zum Gebet des Herrn über. Der Bischof beschließt das Gebet des Herrn mit der Oration "Wir preisen dich, Herr, heiliger Vater ..."[174]

864. Nach dem Gebet erhält der Bischof Mitra und Stab und erteilt den Segen, wie es in Nr. 1135-1136 vorgesehen ist. Ein Diakon entlässt die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."[175]

9. Kapitel: DIE WEIHE DER KIRCHE

Einführung

865. Seit alters wird "Kirche" auch das Gebäude genannt, in dem sich die christliche Gemeinde versammelt, um das Wort Gottes zu hören, gemeinsam zu beten, die Eucharistie und die anderen Sakramente zu feiern.

Wenn ein Kirchenbau ausschließlich und auf Dauer dazu bestimmt ist, dass das Volk Gottes sich darin versammelt, um den Gottesdienst zu feiern, wird er das Haus Gottes und soll gemäß altem christlichem Brauch in einer besonderen Feier dem Herrn geweiht werden. Wenn eine Kirche aber nicht geweiht wird, soll sie wenigstens nach der in Nr. 955-972 beschriebenen Ordnung gesegnet werden.[176] Bei der Weihe der Kirche soll alles, was zu ihrer Ausstattung gehört, wie beispielsweise Taufbrunnen, Kreuz, Bilder, Orgel, Glocken und Kreuzweg, in derselben Feier gesegnet werden, so dass keine neuerliche Segnung notwendig wird.

866. Jede Kirche, die geweiht werden soll, muss einen Titel haben. Titel der Kirche können sein: die Heiligste Dreifaltigkeit; unser Herr Jesus Christus mit Nennung eines seiner liturgisch gefeierten Mysterien oder seines Namens; der Heilige Geist; die selige Jungfrau Maria mit einem ihrer liturgischen Titel; die heiligen Engel; schließlich jeder und jede in das Römische Martyrologium oder in dessen approbierten Anhang aufgenommene Heilige, Selige jedoch nur mit Genehmigung des Apostolischen Stuhles.

Die Kirche soll nur einen einzigen Titel haben, außer es handelt sich um Heilige, die im Kalender gemeinsam aufgeführt werden.[177]

867. Den Brauch der römischen Liturgie, Reliquien von Märtyrern und anderen Heiligen unterhalb der Altarmensa beizusetzen, möge man soweit angebracht - beibehalten.[178] Jedoch ist dabei folgendes zu berücksichtigen:

a) Die Reliquien sollen so groß sein, dass man sie als Teile menschlicher Körper erkennt. Die Beisetzung zu kleiner Reliquien eines oder mehrerer Heiligen ist deshalb zu vermeiden.

b) Mit größter Sorgfalt ist auf die Echtheit der Reliquien zu achten. Es ist besser, einen Altar ohne Reliquien zu weihen, als zweifelhafte Reliquien beizusetzen.

c) Der Reliquienbehälter soll weder auf den Altar gestellt noch in die Altarmensa eingelassen, sondern unterhalb der Mensa an einer Stelle, die sich von der Form des Altares her dafür eignet, eingefügt werden.[179]

868. Für die Weihe der neuen Kirchen in der Diözese ist der Bischof zuständig, dem die Sorge für diese Ortskirche anvertraut ist.

Ist er verhindert, der Feier selbst vorzustehen, soll er diese Aufgabe einem anderen Bischof übertragen, vornehmlich jenem, der ihn in der seelsorglichen Betreuung der Gläubigen, für die die neue Kirche erbaut wurde, unterstützt, in Ausnahmefällen auch einem Priester, dem er eigens dazu einen Auftrag erteilt.[180]

869. Für die Weihe einer neuen Kirche wähle man einen Tag, an dem die Gläubigen zahlreich teilnehmen können, am besten einen Sonntag. Der Tag wird in der betreffenden Kirche als Hochfest begangen. Da die Kirchweihe die ganze Feier in all ihren Teilen prägt, kann die Weihe einer neuen Kirche nicht an Tagen stattfinden, deren besondere liturgische Gedächtnisfeier unter keinen Umständen unterbleiben darf: an den Drei Österlichen Tagen, an den übrigen Tagen der Karwoche, an Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Christi Himmelfahrt, am Pfingstsonntag, am Aschermittwoch und an Allerseelen.[181]

870. Die Messfeier hängt mit der Kirchweihe aufs engste zusammen. Deshalb werden bei einer Kirchweihe anstelle der Texte aus der Liturgie des betreffenden Tages für den Wortgottesdienst und für die Eucharistiefeier eigene Texte verwendet.

Es ist angemessen, dass die bei der Weihe assistierenden Priester, vor allem die Seelsorger der Pfarrei oder der Gemeinschaft, für die die Kirche erbaut wurde, gemeinsam mit dem Bischof die Eucharistie konzelebrieren.[182]

871. In der betreffenden Kirche wird das Stundengebet von der Kirchweihe gefeiert, das mit der Ersten Vesper beginnt. Wenn eine Beisetzung von Reliquien vorgesehen ist, wird sehr empfohlen, eine Vigil bei diesen Reliquien zu feiern; am besten geschieht dies in Form der Lesehore aus dem Proprium oder Commune der betreffenden Heiligen. Um die Teilnahme der Gläubigen zu fördern, können dabei unter Beachtung der Bestimmungen der Allgemeinen Einführung in das Stundengebet geeignete Anpassungen vorgenommen werden.[183]

872. Den Gläubigen ist eine bewusste, tätige und geistlichen Gewinn bringende Teilnahme an der Feier der Kirchweihe zu ermöglichen. Der Kirchenrektor wie auch andere, die in der Seelsorge erfahren sind, mögen ihnen den Kirchenraum und seine Einrichtung erläutern sowie den Sinn dieser Feier, ihre wichtigsten liturgischen Symbole und ihre geistliche, ekklesiale und missionarische Dimension erschließen.[184]

873. Dem Bischof und denen, die für die Kirchweihe verantwortlich sind, steht es zu:

a) die Form des Einzugs in die Kirche festzulegen (Nr. 880-892);

b) zu entscheiden, in welcher Weise die neue Kirche dem Bischof übergeben wird (Nr. 884, 889, 892);

c) zu entscheiden, ob die Salbung der Wände und das Entzünden der Kerzen auf den Apostelleuchtern bereits im Eröffnungsteil erfolgen soll;

d) darüber zu befinden, ob die Beisetzung von Heiligenreliquien angebracht ist; dabei ist das unter Nr. 867 Gesagte zu beachten.

Dem Rektor der zu weihenden Kirche obliegt die Aufgabe, zusammen mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Seelsorge Lesungen und Gesänge auszuwählen und pastorale Hilfen bereitzustellen, die eine fruchtbare Teilnahme der Gemeinde und einen würdigen Vollzug der Feier gewährleisten.[185]

874. Für die Weihe der Kirche ist folgendes vorzubereiten:

a) Am Ausgangspunkt der Prozession: - Pontifikale; - Prozessionskreuz und Kerzen; - Evangeliar; - wenn Heiligenreliquien in der Prozession mitgetragen werden, das unter Nr. 877a Genannte. - Man sorge, falls erforderlich, für entsprechende technische Vorrichtungen am Versammlungsort, damit die versammelte Gemeinde dem Geschehen gut folgen kann (Lautsprecheranlage).

b) In der Sakristei, im Altarraum oder im Kirchenraum, je nach den Erfordernissen: - ein kleiner Tisch, auf den das Evangeliar nach dem Einzug gelegt wird; - gegebenenfalls die Osterkerze, die aus dem bisherigen Kirchenraum der Gemeinde bzw. für diese Feier aus der Mutterpfarrei oder der Nachbargemeinde kommt; sie wird auf einem Leuchter beim Taufbrunnen bereitgestellt; ein weiterer Leuchter ist im Altarraum aufzustellen, falls der Taufbrunnen sich nicht in der Nähe des AItarraums befindet; ist in der Kirche kein Taufbrunnen vorhanden, so wird die Osterkerze auf dem Leuchter im Altarraum bereitgestellt; - Wasser im Taufbrunnen; ein Gefäß für das gesegnete Wasser und Aspergill; falls kein Taufbrunnen vorhanden ist, werden das Gefäß mit Wasser und das Aspergill im Altarraum bereitgestellt; - Messbuch; - Lektionar; - gegebenenfalls ein Gremiale; - Gefäße mit Chrisam; - Schüssel und Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung; - Weihrauchkörner und Wachsdochte zum Verbrennen auf dem Altar; gegebenenfalls Schalen zum Unterlegen; es ist ratsam, die Wachsdochte vor Beginn der Feier anzubrennen; - Geräte und Tücher für die Reinigung der Altarmensa; gegebenenfalls gewachste Leinentücher oder ein undurchlässiges Tuch in der Größe der Altarmensa; - Altartuch, Leuchter, Kerzen und Wachsdochte; - Altarkreuz, falls nicht im Altarraum bereits ein Kreuz angebracht ist oder das Prozessionskreuz in der Nähe des Altares aufgestellt wird; - gegebenenfalls Blumen; - Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten, Korporale, Purifikatorien; - Brot, Wein und Wasser für die Messfeier; - Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch; - Schultervelum, wenn der Tabernakel gesegnet werden soll; - Tabernakelschlüssel.[186]

875. Der alte Brauch, Kreuze aus Stein, Metall oder anderem geeigneten Material an den Wänden der Kirche anzubringen oder sie in die Wände einzumeißeln, soll nach Möglichkeit beibehalten werden. Entsprechend der Anzahl der Salbungen sind zwölf Kreuze vorzusehen und an den Wänden der Kirche in passender Form und hoch genug anzubringen. Unter oder über jedem Kreuz sehe man eine Halterung vor, an der ein kleiner Kerzenleuchter befestigt werden kann.[187]

876. Bei der Messfeier zur Weihe der Kirche werden weiße bzw. festliche liturgische Gewänder getragen. Es sind vorzubereiten: - für den Bischof: Albe, Stola, Dalmatik, Kasel, Brustkreuz, Mitra, Stab und Pallium, wenn es ihm zusteht; - für die Konzelebranten: liturgische Gewänder für die Konzelebration der Eucharistie; - für die Diakone: Alben, Stolen und Dalmatiken; - für alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.[188]

877. Sollen Reliquien von Heiligen unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden, ist folgendes vorzubereiten:

a) Am Ort der Statio: - der Schrein mit den Reliquien; beiderseits Kerzen und Blumen. Wenn der Einzug in einfacher Form erfolgt, können die Reliquien vor Beginn der Feier an einem geeigneten, festlich geschmückten Platz im Altarraum aufgestellt werden; - für die Diakone, die die Reliquien tragen werden: Alben, Stolen und Dalmatiken; wenn es sich um Märtyrerreliquien handelt, in roter, sonst in weißer Farbe. Werden die Reliquien von Priestern getragen, so werden anstelle der Dalmatiken Kaseln bereitgelegt.

Werden die Reliquien von anderen Mitwirkenden getragen, so legen diese Albe oder Talar und Chorrock oder entsprechende liturgische Gewänder an.

b) Im Altarraum: - ein kleiner Tisch, auf dem der Schrein mit den Reliquien während des ersten Teils der Feier steht. Der Tisch soll festlich geschmückt sein.

c) In der Sakristei: - das Nötige zum Verschließen des Reliquiengrabes.[189]

878. Über die Kirchweihe soll man eine Urkunde in zweifacher Ausfertigung ausstellen, die vom Bischof, vom Rektor der Kirche und von Vertretern der Gemeinde unterschrieben wird. Eine Ausfertigung soll im Bistumsarchiv, die andere im Archiv der neugeweihten Kirche aufbewahrt werden.

Wo Reliquien beigesetzt werden, soll man ein drittes Exemplar ausfertigen, das in passender Weise im Reliquienschrein eingeschlossen wird.

Die Urkunde soll das Datum der Kirchweihe sowie den Namen des Bischofs, der die Weihe vollzieht, den Titel der Kirche und gegebenenfalls die Namen der Märtyrer oder anderen Heiligen, deren Reliquien unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden, enthalten.

Außerdem soll man an einem passenden Ort in der Kirche eine Inschrift anbringen, die das Datum der Kirchweihe, den Titel der Kirche und den Namen des weihenden Bischofs erwähnt.[190]

879. Damit die Bedeutung und Würde der Ortskirche deutlicher hervortrete, ist der Weihetag der Bischofskirche alljährlich in der Kathedrale als Hochfest zu feiern, in den übrigen Kirchen des Bistums als Fest, und zwar am eigentlichen Weihetag. Ist die Feier an diesem Tag regelmäßig behindert, so wird als Gedächtnisfeier der nächstgelegene freie Tag bestimmt.[191]

Der Jahrestag der Kirchweihe wird in der betreffenden Kirche als Hochfest gefeiert.[192]


Einzug in die Kirche

880. Der Einzug in die Kirche geschieht je nach den zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten in einer der drei folgenden Formen.[193]


Erste Form: Prozession

881. Das Kirchenportal ist geschlossen. Die Gemeinde versammelt sich in einer Nachbarkirche oder an einern anderen geeigneten Ort. Von dort zieht man in Prozession zur Kirche. Die Reliquien der Märtyrer oder anderer Heiliger, die unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden sollen, sind an diesem Versammlungsort bereitgestellt.[194]

882. Der Bischof, die Konzelebranten, die Diakone und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, legen ihre liturgischen Gewänder an und begeben sich zur versammelten Gemeinde.

Dort gibt der Bischof Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde mit den Worten "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ..." oder mit anderen, möglichst der Heiligen Schrift entnommenen Worten. Alle antworten mit "Und mit deinem Geiste" oder auf andere geeignete Weise. Der Kirchenrektor bittet an der Spitze der Vertreter der Gemeinde den Bischof, die Kirche zu weihen. Anschließend führt der Bischof die Gemeinde mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Mit großer Freude sind wir zusammengekommen ..." oder mit ähnlichen Worten in die Feier ein.[195]

883. Nach dieser Einführung erhält der Bischof wieder Mitra und Stab. Gegebenenfalls lädt der Diakon die Gemeinde ein: "Lasst uns ziehen in Frieden." Die Prozession setzt sich zur neuen Kirche in Bewegung. Hinter dem Kreuzträger, den zwei Ministranten mit brennenden Kerzen begleiten, gehen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben. Daran schließen sich die Diakone bzw. Priester mit den Reliquien an; diese sollen festlich geschmückt sein und mit Kerzen begleitet werden. Es folgen der Diakon mit dem Evangeliar und gegebenenfalls weitere Diakone, dann die konzelebrierenden Priester, schließlich der Bischof, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren, die Ministranten für Buch, Mitra und Stab und zuletzt die Gemeinde. Vor dem Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar (Nr. 905) wird weder zur Prozession noch bei der Messfeier Weihrauch verwendet.[196]

Unterwegs singt man Psalm 122 (121) mit der Antiphon "Voll Freude ziehen wir zum Haus des Herrn" [AS 1125] ("In domum Dómini ..." [PM 288; ODE 136]) oder einen anderen passenden Gesang.[197]

884. An der Schwelle der Kirche hält die Prozession an. Der Bischof ersucht den Kirchenrektor, das Kirchenportal zu öffnen; der Bischof kann dies auch tun, indem er mit dem Stab an das Portal klopft und gegebenenfalls sagt: "So spricht der Herr: Ich bin die Tür ..." Wenn das Portal geöffnet ist, kann der Bischof mit seinem Stab ein Kreuz auf die Schwelle zeichnen und dazu sprechen: “Im Namen des Vaters ..."[198]

885. Dann lädt der Bischof die Gemeinde mit den Worten: "Zieht durch die Tore des Herrn ..." oder mit ähnlichen Worten zum Einzug in die Kirche ein. Darauf ziehen hinter dem Kreuzträger und dem Bischof alle in die Kirche ein. Beim Einzug der Prozession singt man Psalm 24 (23) mit der Antiphon "Hebt euch, ihr Tore ..." [GL 122,11 ("Elevámini ..." [LU 723; ODE 136]) oder einen anderen passenden Gesang.[199]

886. Ist der Zug im Altarraum angekommen, so begeben sich alle, ohne den Altar zu verehren, an ihre Plätze. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab. Die Reliquien werden an einem geeigneten Ort im Altarraum zwischen brennenden Kerzen aufgestellt. Das Evangeliar wird an einen würdigen Platz, jedoch nicht auf den Altar, gelegt. Dann wird das Wasser gesegnet, wie es in Nr. 893 beschrieben ist.[200]


Zweite Form: Feierlicher Einzug

887. Kann eine Prozession nicht stattfinden oder erscheint sie nicht angebracht, versammelt sich die Gemeinde am Portal der zu weihenden Kirche. Dort werden auch die Reliquien, die beim Einzug mitgetragen werden, ohne besondere Feierlichkeit bereitgestellt.

Der Bischof, die Konzelebranten, die Diakone und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, legen ihre liturgischen Gewänder an und begeben sich - von einem Platz außerhalb der zu weihenden Kirche - zum Kirchenportal, an dem sich die Gemeinde versammelt hat. Hinter dem Kreuzträger, den zwei Ministranten mit brennenden Kerzen begleiten, gehen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben. Daran schließen sich die Diakone bzw. Priester mit den Reliquien an; diese sollen festlich geschmückt sein und mit Kerzen begleitet werden. Es folgen der Diakon mit dem Evangeliar und gegebenenfalls weitere Diakone, dann die konzelebrierenden Priester und schließlich der Bischof, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren, und die Ministranten für Buch, Mitra und Stab. Vor dem Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar (Nr. 905) wird weder zum Einzug noch bei der Messfeier Weihrauch verwendet. Das Kirchenportal soll geschlossen sein. Wenn es nicht anders möglich ist, geht der Bischof mit seiner Assistenz aus der Kirche zur versammelten Gemeinde. Das Kirchenportal bleibt in diesem Fall offen.[201]

888. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde mit den Worten "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ..." oder mit anderen, möglichst der Heiligen Schrift entnommenen Worten. Alle antworten mit "Und mit deinem Geiste" oder auf andere geeignete Weise.

Der Kirchenrektor bittet an der Spitze der Vertreter der Gemeinde den Bischof, die Kirche zu weihen. Anschließend führt der Bischof die Gemeinde mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Mit großer Freude sind wir zusammengekommen ..." oder mit ähnlichen Worten in die Feier ein.[202]

889. Nach dieser Einführung erhält der Bischof wieder Mitra und Stab. Wenn die Umstände es zulassen, singt man Psalm 122 (121) mit der Antiphon "Voll Freude ziehen wir zum Haus des Herrn" [AS 1125] “In domum Dómini ..." [PM 288; ODE 136]) oder einen anderen passenden Gesang. Der Bischof ersucht den Kirchenrektor, das Kirchenportal zu öffnen; der Bischof kann dies auch tun, indem er mit dem Stab an das Portal klopft und gegebenenfalls sagt: "So spricht der Herr: Ich bin die Tür ..." Wenn das Portal geöffnet ist, kann der Bischof mit seinem Stab ein Kreuz auf die Schwelle zeichnen und dazu sprechen: “Im Namen des Vaters ..."[203]

890. Dann lädt der Bischof die Gemeinde mit den Worten "Zieht durch die Tore des Herrn ..." oder mit ähnlichen Worten zum Einzug in die Kirche ein. Darauf zieht man in Prozession ein, wie es in Nr. 885-886 beschrieben ist; alle begeben sich an ihre Plätze. Die Reliquien werden an einem geeigneten Ort im Altarraum zwischen brennenden Kerzen aufgestellt. Dann wird das Wasser gesegnet, wie es in Nr. 893 beschrieben ist.[204]


Dritte Form: Einfacher Einzug

891. Falls kein feierlicher Einzug gehalten werden kann, findet ein einfacher Einzug statt. Die Gemeinde versammelt sich (in der Kirche). Nach Abschluß aller Vorbereitungen zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar: Hinter dem Kreuzträger, den zwei Ministranten mit brennenden Kerzen begleiten, gehen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben. Es folgen der Diakon mit dem Evangeliar und gegebenenfalls weitere Diakone, dann die konzelebrierenden Priester und schließlich der Bischof, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren, und die Ministranten für Buch, Mitra und Stab. Vor dem Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar (Nr. 905) wird weder zum Einzug noch bei der Messfeier Weihrauch verwendet.

Wenn Reliquien unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden sollen, trägt man sie in der Einzugsprozession mit, entweder aus der Sakristei oder aus einer Kapelle, in der sie schon am Vorabend zur Verehrung aufgestellt waren. Die Diakone bzw. Priester, die die Reliquien tragen, gehen dann vor dem Diakon mit dem Evangeliar. Die Reliquien sollen festlich geschmückt sein und mit Kerzen begleitet werden. Man kann die Reliquien aber auch schon vor Beginn der Feier an einem geeigneten, festlich geschmückten Ort im Altarraum zwischen brennenden Kerzen aufstellen.

Während des Einzugs singt man den Introitus ("Deus in loco sancto suo ..." [GT 310; ODE 136]) oder Psalm 122 (121) mit der Antiphon "Voll Freude ziehen wir zum Haus des Herrn" [AS 11251 “In domum Dómini ..." [PM 288; ODE 136]) oder einen anderen passenden Gesang.[205]

892. Ist der Zug im Altarraum angekommen, so begeben sich alle, ohne den Altar zu verehren, an ihre Plätze. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab. Hat man Reliquien beim Einzug mitgetragen, so werden sie an einem geeigneten Ort im Altarraum zwischen brennenden Kerzen aufgestellt. Das Evangeliar wird an einen würdigen Platz, jedoch nicht auf den Altar, gelegt. Der Bischof begrüsst die Gemeinde mit den Worten "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ..." oder mit anderen, möglichst der Heiligen Schrift entnommenen Worten. Alle antworten mit "Und mit deinem Geiste" oder auf andere geeignete Weise.

Der Kirchenrektor bittet an der Spitze der Vertreter der Gemeinde den Bischof, die Kirche zu weihen. Anschließend führt der Bischof die Gemeinde mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Mit großer Freude sind wir zusammengekommen ..." oder mit ähnlichen Worten in die Feier ein.[206]


Segnung des Wassers und Erneuerung des Taufbekenntnisses

893. Nach dem Einzug segnet der Bischof das Wasser, das sich im Taufbrunnen befindet; dabei wird auch dieser gesegnet. Mit dem gesegneten Wasser wird die Gemeinde zur Tauferinnerung und zum Zeichen der Bußgesinnung besprengt; auch die Wände der neuen Kirche werden mit diesem Wasser besprengt. Der Bischof begibt sich zum Taufbrunnen. Ist in der Kirche kein Taufbrunnen vorhanden, so bringt ein Ministrant ein Gefäß mit Wasser zum Bischof, der an seinem Sitz steht. Der Bischof lädt alle mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Zu Beginn der feierlichen Weihe dieses Gotteshauses ..." oder mit ähnlichen Worten zum Gebet ein. Alle beten in Stille. Dann singt oder spricht der Bischof das Segens gebet "Allmächtiger, ewiger Gott, jedes Geschöpf kommt durch dich zum Licht ..."[207]

894. Der Bischof entzündet nun gegebenenfalls die Osterkerze und spricht: "Christus, du bist das Licht der Welt ..." Falls sich der Taufbrunnen nicht in unmittelbarer Nähe des Altarraums befindet, begibt sich der Bischof wieder zu seinem Sitz. Ihm voraus geht gegebenenfalls ein Diakon mit der Osterkerze, die er auf den vorbereiteten Leuchter im Altarraum stellt. Ein Ministrant nimmt Wasser, das aus dem Taufbrunnen geschöpft wurde, mit in den Altarraum. Es folgt die Erneuerung des Taufbekenntnisses. Falls kein Taufbrunnen gesegnet wird, entfällt die Erneuerung des Taufbekenntnisses.

Der Bischof führt zur Erneuerung des Taufbekenntnisses mit folgenden oder ähnlichen Worten ein: "Liebe Brüder und Schwestern! Durch das Sakrament der Taufe ..." Danach geht der Bischof, begleitet von den Diakonen, durch die Kirche und besprengt die Gemeinde und den Kirchenraum mit dem gesegneten Wasser. Währenddessen singt man die Antiphon "Vidi aquam ..." [GL 424, 21 oder in der österlichen Bußzeit den Introitus "Dum sanctificátus fúero ..." [GT 249; ODE 137] oder einen anderen passenden Gesang. Nun können gegebenenfalls bereits die Wände der Kirche (nicht der Altar) gesalbt werden. Im Anschluss daran können auch die Kerzen auf den Apostelleuchtern entzündet werden.[208]

895. Nach der Besprengung (und Salbung der Wände) kehrt der Bischof an seinen Sitz zurück. Wenn der Gesang beendet ist, hält der Bischof die Hände gefaltet und spricht: "Gott, der barmherzige Vater, erfülle mit seiner Gegenwart ..." Das Kyrie entfällt. Es folgen sofort der Gloria-Hymnus und das Tagesgebet.[209]


Wortgottesdienst

896. Die Verkündigung des Wortes Gottes wird folgendermaßen eingeleitet: Der Bischof geht zum Ambo und segnet ihn mit folgenden Worten: "Gott, unser Vater, in den Schriften des Alten und Neuen Bundes ...” Nun besprengt der Bischof den Ambo mit dem gesegneten Wasser. Danach reicht man ihm das Lektionar, das er dem Lektor übergibt.[210]

897. Die drei Lesungen werden in folgender Ordnung vorgetragen: Zuerst wird immer Nehemia 8, 1-4a.5-6.8-10 gelesen. Die Zweite Lesung und das Evangelium werden aus den Perikopen gewählt, die im Meßlektionar für die Kirchweihe vorgesehen sind. Nach der Zweiten Lesung wird dem Bischof das Evangeliar gereicht, das er mit folgenden Worten dem Diakon übergibt: "Christus ist in seinem Wort mitten unter uns ...” Der Diakon begibt sich zum Ambo. Währenddessen wird der Ruf vor dem Evangelium gesungen. Zum Evangelium werden Kerzen, aber kein Weihrauch verwendet.[211]

898. Im Anschluss an das Evangelium setzt sich der Bischof, nimmt Mitra und Stab, falls es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er über den Sinn der Kirchweihe.[212]

899. Nach der Homilie gibt der Bischof Stab und Mitra ab. Alle erheben sich und singen oder sprechen das Glaubensbekenntnis. Das Glaubensbekenntnis entfällt, wenn die Erneuerung des Taufbekenntnisses vorausgegangen ist. Die Fürbitten sind in der Litanei enthalten.[213]


Weihe

Litanei

900. Der Bischof singt (oder spricht mit folgenden oder ähnlichen Worten) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott, dem allmächtigen Vater ...”

Die Litanei wird im Wechsel zwischen Vorsängern und Gemeinde gesungen. Zur Litanei knien alle, außer an Sonntagen und in der Osterzeit. Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie."

In der Litanei werden an den entsprechenden Stellen die Namen der Patrone der Diözese, der Kirche und des Ortes sowie gegebenenfalls der Heiligen, deren Reliquien beigesetzt werden, genannt. Außerdem können weitere Fürbitten eingefügt werden.

Nach der Litanei steht der Bischof der Gemeinde zugewandt; er breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Litaneischlussgebet "Gott. unser Vater, auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria ...” Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich. Der Bischof erhält die Mitra. Es folgt die Beisetzung der Reliquien.

Wenn keine Reliquien von Heiligen beigesetzt werden, wird nun der Altar mit dem gesegneten Wasser besprengt (vgl. Nr. 902).[214]


Beisetzung der Reliquien

901. Wenn Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden sollen, kann der Bischof dies mit folgenden oder ähnlichen Worten einleiten: “In der Feier der Eucharistie wissen wir uns ...” Dann begibt er sich zum Altar. Der Kirchenrektor überreicht dem Bischof den Reliquienbehälter, den dieser in dem vorbereiteten Grab beisetzt. Währenddessen singt man Psalm 15 (14) mit der Antiphon "Sub altári Dei ...” [ODE 138] oder "Der Leib der Heiligen ...” [AS 1172] ("Córpora Sanctórum ...” [AM 648; ODE 139]) oder einen anderen passenden Gesang.

Inzwischen verschließt ein Maurer das Grab. Der Bischof kehrt zu seinem Sitz zurück.[215]


Besprengung des Altares

902. Der Bischof steht mit den Diakonen, von denen einer das Gefäß mit dem gesegneten Wasser trägt, am Altar und spricht: "So spricht Jesus Christus, der Herr ...” Danach umschreitet der Bischof den Altar und besprengt ihn mit dem gesegneten Wasser.[216]


Salbung des Altares und der Kirche

903. Nun kann der Bischof ein Gremiale anlegen; gegebenenfalls legt er zuvor die Kasel ab. Man bringt den Chrisam zum Altar.

Der Bischof erhält die Mitra. Er steht vor dem Altar und spricht: "Gott möge durch seine Kraft und seinen Geist ...” Der Bischof gießt nun den Chrisam in der Mitte und an den vier Ecken des Altares aus und salbt nach Möglichkeit damit den ganzen Altartisch. Dann salbt er die Wände der Kirche an den zwölf oder vier dafür vorgesehenen Stellen mit dem Chrisam in Kreuzesform.

Falls dem Bischof bei der Salbung der Wände konzelebrierende Priester helfen, überreicht er ihnen nach der Salbung des Altares die Gefäße mit dem Chrisam und nimmt zusammen mit ihnen die Salbung an den Wänden der Kirche vor. Der Bischof kann diese Aufgabe auch den Priestern allein übertragen. Auch in diesem Fall überreicht er den Priestern die Gefäße mit dem Chrisam erst nach der Salbung des Altares. Die Priester salben dann die Wände der Kirche an den zwölf vorgesehenen Stellen in Kreuzesform.

Während der Salbung kann man Psalm 84 (83) mit seiner Antiphon ("Ecce tabernáculum Dei ...” [ODE 142]; "Templum Dómini ...” [ODE 1421) oder einen anderen passenden Gesang singen.[217]

904. Nach der Salbung des Altares und der Wände kehrt der Bischof an seinen Sitz zurück, setzt sich und wäscht die Hände. Dann legt er das Gremiale ab und die Kasel wieder an. Auch die Priester waschen nach der Salbung die Hände.[218]


Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar

905. Es werden Wachsdochte (für gewöhnlich in der Mitte und an den vier Ecken) auf den Altar gelegt und Weihrauchkörner darübergeschüttet. Läßt das Material des Altares dies nicht zu, so können Schalen verwendet werden. Der Bischof entzündet (mit dem Licht der Osterkerze) die Wachsdochte und spricht: "Gott, wie Weihrauch steige unser Gebet zu dir empor ...”

Dann gibt der Bischof die Mitra ab und kniet vor dem Altar nieder. Die Gemeinde singt ein Heilig-Geist-Lied. Wird das "Veni, Sancte Spíritus et emítte cáelitus ...” (in der österlichen Bußzeit ohne Halleluja) gesungen, so kann es der Bischof selbst anstimmen.[219]


Weihegebet

906. Der Bischof steht, ohne Mitra, an seinem Sitz oder am Altar, breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Weihegebet "Allmächtiger, ewiger Gott, in freudigem Lobgesang ...”[220]


Festliches Anzünden der Lichter am Altar und in der Kirche

907. Nach dem Weihegebet wird die Altarmensa mit Tüchern gereinigt und, wenn nötig, mit einem Wachslinnen bedeckt. Dann wird das Altartuch aufgelegt; Kerzen sowie gegebenenfalls Altarkreuz und Blumen werden in geeigneter Weise aufgestellt.[221]

908. Danach tritt ein Diakon zum Bischof. Dieser erhebt sich, überreicht dem Diakon einen (an der Osterkerze) entzündeten Wachsdocht und spricht: "Christi Licht leuchte auf in seiner Kirche ...” Der Bischof setzt sich. Der Diakon geht zum Altar und entzündet die Kerzen für die Feier der Eucharistie. Jetzt wird die Kirche zum Zeichen der Freude festlich beleuchtet. Alle Kerzen in der Kirche und auf den Apostelleuchtern und alle Lampen werden entzündet. Dazu kann man das Canticum des Tobit (Tob 13, 10 abc.13.1S) mit einer der beidenAntiphonen "Dein Licht ist gekommen ...” [AS 1731 ("Venit lumen tuum ...” [AM 290; ODE 144]) oder (in der österlichen Bußzeit) "Jerusalem, Gottes heilige Stadt ...” [AS 1494] “Ierúsalem, cívitas Dei ...” [ODE 144]) singen oder einen anderen passenden Gesang zur Ehre Christi, der als das Licht der Welt verkündet wird.[222]


Eucharistiefeier

909. Die Diakone, Akolythen und Ministranten bereiten den Altar wie üblich. Währenddessen kann man das Offertorium "Dómine Deus, in simplicitáte ...” [GT 401] oder einen anderen passenden Gesang singen. Vertreter der Gemeinde bringen Brot und Wein für die Eucharistiefeier. Der Bischof geht zum Altar und küsst ihn, bevor er Brot und Wein entgegennimmt und die Messe in gewohnter Weise fortsetzt (vgl. Nr. 145). Der Bischof legt Weihrauch ein und beräuchert die Gaben und den Altar. Anschließend beräuchert der Diakon den Bischof, die Gemeinde und den Kirchenraum.[223]

910. Als Präfation ist immer die Eigenpräfation der Kirchweihe aus dem Messbuch zu verwenden.

Für das Eucharistische Hochgebet (I: "Nimm gnädig an ...”; III: "Erhöre, gütiger Vater ...”) ist im Messbuch ein besonderer Einschub vorgesehen.

Alles geschieht bis einschließlich der Kommunion wie üblich. Als Gesang zur Kommunion singt man Psalm 128 (127) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.[224]


Segnung des Tabernakels und Aufbewahrung des eucharistischen Brotes

A. In der Sakramentskapelle

911. Nach der Kommunion bringt man das Gefäß mit dem eucharistischen Brot zunächst auf den Altar zurück. Dann formiert sich eine Prozession. Der Kreuzträger geht voran. Ein Ministrant oder eine Ministrantin trägt das Gefäß mit gesegnetem Wasser. Von Kerzen, Weihrauch (und dem Licht der Osterkerze) begleitet, wird die Eucharistie vom Bischof zur Sakramentskapelle getragen. Zur Prozession singt man Psalm 147 (146) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.[225]

912. In der Sakramentskapelle angekommen, reicht der Bischof dem Diakon das Gefäß mit dem eucharistischen Brot. Dann spricht er: "So spricht Jesus Christus, unser Herr ...” Der Bischof besprengt den Tabernakel mit dem gesegneten Wasser. Der Diakon stellt das eucharistische Brot in den Tabernakel. Der Bischof legt Weihrauch ein und beräuchert das Allerheiligste. Nachdem alle in Stille gebetet haben, schließt der Diakon den Tabernakel. Mit einem (an der Osterkerze) entzündeten Docht wird das Ewige Licht entzündet, das in Zukunft beim Tabernakel brennen wird.[226]

913. Die Prozession kehrt auf kurzem Weg in den Altarraum zurück. Der Bischof geht an seinen Sitz. Dann singt (oder spricht) er das Schlussgebet.[227]


B. Im Altarraum

914. Nach der Kommunion bringt man das Gefäß mit dem eucharistischen Brot zunächst auf den Altar zurück. Der Bischof wendet sich dem Altar zu und spricht: "So spricht Jesus Christus, unser Herr ...” Der Bischof besprengt den Tabernakel mit dem gesegneten Wasser. Der Diakon stellt das eucharistische Brot in den Tabernakel. Der Bischof legt Weihrauch ein und beräuchert das Allerheiligste. Nachdem alle in Stille gebetet haben, schließt der Diakon den Tabernakel. Mit einem (an der Osterkerze) entzündeten Docht wird das Ewige Licht entzündet, das in Zukunft beim Tabernakel brennen wird.[228]

915. Der Bischof geht zu seinem Sitz und singt (oder spricht) das Schlussgebet.


Abschluß

916. Der Bischof erteilt den im Messbuch vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen.[229]

Ein Diakon entlässt die Gemeinde.

10. Kapitel: DIE WEIHE EINER KIRCHE, IN DER SCHON EUCHARISTIE GEFEIERT WURDE

917. Eine neue Kirche sollte unbedingt mit ihrer Weihe in Gebrauch genommen werden, damit die Kraft der Symbole und der Sinn der Kirchweihe sich voll entfalten und auswirken können. Deshalb sollte man es vermeiden, in einer neuen Kirche vor ihrer Weihe Eucharistie zu feiern.

Wenn jedoch eine Kirche geweiht werden soll, in der schon Eucharistie gefeiert wurde, geschieht dies nach der in Nr. 865-916 vorgeschlagenen Ordnung.

Bei diesen Kirchen unterscheidet man mit Recht solche, die erst kürzlich errichtet wurden und deren Weihe leichter begründet werden kann, und andere, die schon vor langer Zeit erbaut worden sind. Für die Weihe letzterer ist erforderlich:

- dass der Altar noch nicht geweiht ist; denn Gewohnheit und liturgisches Recht verbieten eine Kirchweihe ohne gleichzeitige Weihe des Altares; die Altarweihe ist nämlich der wichtigste Teil der ganzen Feier;

- dass an der Kirche etwas erneuert oder stark verändert wurde, entweder hinsichtlich des Baues (z. B. wenn die Kirche von Grund auf renoviert wurde) oder hinsichtlich ihrer rechtlichen Stellung (z. B. wenn sie zur Pfarrkirche erhoben wurde).

918. Die Nr. 865-879 gelten im allgemeinen auch für diese Feier, es sei denn, die Verhältnisse erfordern offensichtlich eine andere Regelung, oder es wird im folgenden ausdrücklich gesagt.

Die Unterschiede zwischen dieser und der im 9. Kapitel beschriebenen Feier sind vor allem folgende:

a) Die Öffnung des Kirchenportals (Nr. 884 bzw. 889) entfällt, da die Kirche den Gläubigen bereits offensteht. Deswegen erfolgt der Einzug in der einfachen Form (Nr. 891-892]. Wenn es sich jedoch um eine Kirche handelt, die lange geschlossen war und jetzt für den Gottesdienst neu zur Verfügung gestellt wird, ist es sinnvoll, das Kirchenportal feierlich zu öffnen.

b) Die Besprengung der Wände mit gesegnetem Wasser (Nr. 894) entfällt, da sie den Charakter der Reinigung hat.

c) Die besonderen Riten bei der ersten Verkündigung des Wortes Gottes (Nr. 896) entfallen; der Wortgottesdienst wird also in gewohnter Weise gehalten. Anstelle von Neh 8, 1-4a.5-6.8-10 wählt man eine passende Lesung aus dem Commune "Beim Jahresgedächtnis einer Kirchweihe". Wurde jedoch auch der Ort für die Verkündigung erneuert oder verändert, so bleiben die Sonderriten des Wortgottesdienstes. [230]

11. Kapitel: DIE WEIHE DES ALTARES

Einführung

919. "Der Altar, auf dem das Kreuzesopfer unter sakramentalen Zeichen gegenwärtig wird, ist auch der Tisch des Herrn, an dem das Volk Gottes in der gemeinsamen Messfeier Anteil hat. Er ist zugleich Mittelpunkt der Danksagung, die in der Eucharistiefeier zur Vollendung kommt."[231]

920. "Es empfiehlt sich, dass in jeder Kirche ein feststehender Altar vorhanden ist, an anderen Orten, die für die Feier des Gottesdienstes bestimmt sind, ein feststehender Altar oder ein Tragaltar."[232]

Nach altem kirchlichem Brauch und wegen ihrer symbolischen Bedeutung soll die Altarmensa eines feststehenden Altares aus Naturstein sein. Es kann auch, entsprechend der Entscheidung der Bischofskonferenzen, anderes passendes, würdiges und haltbares Material verwendet werden.[233]

921. Den Brauch, Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen unter der Altarmensa beizusetzen, möge man - soweit angebracht - beibehalten (vgl. Nr. 867).

922. An sich wird der Altar Gott allein geweiht, denn ihm allein wird das eucharistische Opfer dargebracht. Von daher ist der Brauch der Kirche zu verstehen, Gott auch die Altäre zu weihen, mit denen Heilige geehrt werden sollen. Das drückt der heilige Augustinus mit den Worten aus: "Keinem der Märtyrer, sondern dem Gott der Märtyrer errichten wir an den Gedenkstätten der Märtyrer Altäre."[234]

Dennoch kann der Brauch, Altäre zu Ehren der Märtyrer Gott zu weihen, wo es angebracht erscheint, beibehalten werden; man muss jedoch den Gläubigen deutlich erklären, dass der Altar allein Gott geweiht wird. In neuen Kirchen sollen daher keine Statuen oder Bilder von Heiligen auf den Altar gestellt werden. Ebenso stelle man Heiligenreliquien, wenn sie das Volk verehren soll, nicht auf die Altarmensa.[235]

923. Da der Altar vor allem durch die Feier der Eucharistie geheiligt wird, ist es selbstverständlich, dass auf einem zu weihenden Altar vor seiner Weihe keine Messe gefeiert werden darf. Die Weihemesse soll die erste Eucharistiefeier auf dem Altar sein.[236]

924. Für die Weihe neuer Altäre in der Diözese ist der Bischof zuständig, dem die Sorge für die Ortskirche anvertraut ist. Ist er verhindert, der Feier selbst vorzustehen, soll er diese Aufgabe einem anderen Bischof übertragen, vornehmlich jenem, der ihn in der seelsorglichen Betreuung der Gläubigen, für die der neue Altar errichtet wurde, unterstützt, in Ausnahmefällen auch einem Priester, dem er eigens dazu einen Auftrag erteilt.[237]

925. Für die Weihe eines neuen Altares wähle man einen Tag, an dem die Gläubigen zahlreich teilnehmen können, am besten einen Sonntag, wenn nicht pastorale Gründe einen anderen Tag nahelegen. Eine Altarweihe kann nicht stattfinden: an den Drei Österlichen Tagen, an den übrigen Tagen der Karwoche, am Aschermittwoch und an Allerseelen.[238]

926. Die Messfeier hängt mit der Altarweihe aufs engste zusammen. Man nimmt das Messformular "Bei einer Altarweihe", nicht jedoch an Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Christi Himmelfahrt, am Pfingstsonntag und an den Sonntagen der Adventszeit, der Fastenzeit und der Osterzeit. An diesen Tagen nimmt man außerdem Gabengebet und der Präfation, die zur Altarweihe gehören, das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen.[239]

927. Es ist angemessen, dass die bei der Weihe anwesenden Priester, vor allem die Seelsorger der Pfarrei oder der Gemeinschaft, für die der Altar errichtet wurde, gemeinsam mit dem Bischof die Eucharistie konzelebrieren.[240]

928. Dem Bischof und denen, die für die Altarweihe verantwortlich sind, steht es zu, darüber zu befinden, ob die Beisetzung von Heiligenreliquien angebracht ist; dabei sind das unter Nr. 867 Gesagte zu beachten und vor allem das geistliche Wohl der Gläubigen sowie der wohlverstandene Sinn der Liturgie zu berücksichtigen.[241]

929. Die Gläubigen sollen nicht nur rechtzeitig Kenntnis erhalten von der Weihe des neuen Altares, sondern sie sollen auch für eine tätige Teilnahme an der Feier vorbereitet werden.

Deshalb erkläre man ihnen die Bedeutung und den Verlauf der Feier.

So werden die Gläubigen zur rechten und gebührenden Hochschätzung des Altares geführt.[242]

Dem Rektor der Kirche, deren Altar geweiht werden soll, obliegt die Aufgabe, zusammen mit seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Seelsorge Lesungen und Gesänge auszuwählen und pastorale Hilfen bereitzustellen, die eine fruchtbare Teilnahme der Gemeinde und einen würdigen Vollzug der Feier gewährleisten. [243]

930. Für die Weihe des Altares ist folgendes vorzubereiten: a) In der Sakristei:
- Prozessionskreuz;
- Evangeliar.
b) In der Sakristei, im Altarraum oder im Kirchenraum,je nach den Eifordemissen:
- ein kleiner Tisch, auf den das Evangeliar nach dem Einzug gelegt wird;
- falls ein neuer Taufbrunnen errichtet wurde: Wasser im Taufbrunnen; ein Gefäß für das gesegnete Wasser und Aspergill; falls der Taufbrunnen nicht seiner Bestimmung übergeben werden muss, werden das Gefäß mit Wasser und das Aspergill im Altarraum bereitgestellt;
- Pontifikale;
- Messbuch;
- Lektionar;
- gegebenenfalls ein Gremiale;
- Gefäß mit Chrisam;
- Schüssel und Kanne mit Wasser, Handtücher und alles Nötige zur Händewaschung;
- Weihrauchkörner und Wachsdochte zum Verbrennen auf dem Altar; gegebenenfalls Schale zum Unterlegen; es ist ratsam, die Wachsdochte vor Beginn der Feier anzubrennen;
- Geräte und Tücher für die Reinigung der Altarmensa;
- gegebenenfalls gewachste Leinentücher oder ein undurchlässiges Tuch in der Größe der Altarmensa;
- Altartuch, Leuchter, Kerzen und Wachsdochte;
- Altarkreuz, falls nicht im Altarraum bereits ein Kreuz angebracht ist oder das Prozessionskreuz in der Nähe des Altares aufgestellt wird;
- gegebenenfalls Blumen;
- Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter bei den Gestalten, Korporale und Purifikatorien;
- Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;
- Brot, Wein und Wasser für die Messfeier;
- Tabernakelschlüssel.[244]

931. Der Bischof und alle Konzelebranten legen die liturgischen Gewänder an, die sie zur Feier der Eucharistie tragen. Der Bischof trägt Mitra und Stab sowie das Pallium, wenn es ihm zusteht. Die Farbe der liturgischen Gewänder soll dem Messformular entsprechen, das gewählt wird; andernfalls nehme man weiße bzw. festliche Gewänder. Die Diakone, die die Reliquien tragen, legen Albe, Stola und Dalmatik an; wenn es sich um Märtyrerreliquien handelt, in roter, sonst in weißer Farbe.

Werden die Reliquien von Priestern getragen, so legen sie anstelle der Dalmatik Kaseln an. Werden die Reliquien von anderen Mitwirkenden getragen, so legen diese Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder an.[245]

932. Sollen Reliquien von Heiligen unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden, ist folgendes vorzubereiten:

a) In der Sakristei oder in einer Kapelle:
- der Schrein mit den Reliquien; beiderseits Kerzen und Blumen. Je nach den Umständen können die Reliquien vor Beginn der Feier an einem geeigneten, festlich geschmückten Platz im Altarraum - mit Kerzen zu beiden Seiten - aufgestellt werden.

b) Im Altarraum:
- ein kleiner Tisch, auf dem der Schrein mit den Reliquien während des ersten Teils der Weihe steht. Der Tisch soll festlich geschmückt sein.

e) In der Sakristei:
- Mörtel zum Verschließen des Reliquiengrabes; es soll auch ein Maurer anwesend sein, der zu gegebener Zeit das Reliquiengrab verschließt.[246]

933. Über die Altarweihe soll man eine Urkunde in zweifacher Ausfertigung ausstellen, die vom Bischof, vom Rektor der Kirche und von den Vertretern der Gemeinde unterschrieben wird. Eine Ausfertigung soll im Bistumsarchiv, die andere im Archiv der Ortsgemeinde aufbewahrt werden.

Wo Reliquien beigesetzt werden, soll man ein drittes Exemplar ausfertigen, das in passender Weise im Reliquienschrein eingeschlossen wird.[247]

Die Urkunde soll das Datum der Altarweihe sowie den Namen des Bischofs, der die Weihe vollzieht, den Titel der Kirche und gegebenenfalls die Namen der Märtyrer oder anderen Heiligen, deren Reliquien unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden, enthalten.[248]


Einzug in die Kirche

934. Die Gemeinde versammelt sich. Nach Abschluß aller Vorbereitungen zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar: Hinter dem Kreuzträger, den zwei Ministranten mit brennenden Kerzen begleiten, gehen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben. Es folgen der Diakon mit dem Evangeliar und gegebenenfalls weitere Diakone, dann die konzelebrierenden Priester und schließlich der Bischof, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren, und die Ministranten für Buch, Mitra und Stab. Vor dem Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar (Nr. 948) wird weder zum Einzug noch bei der Messfeier Weihrauch verwendet.[249]

935. Wenn Reliquien unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden sollen, trägt man sie in der Einzugsprozession mit, entweder aus der Sakristei oder aus einer Kapelle, in der sie schon am Vorabend zur Verehrung aufgestellt waren. Die Diakone bzw. Priester, die die Reliquien tragen, gehen dann vor dem Diakon mit dem Evangeliar. Die Reliquien sollen festlich geschmückt sein und von Kerzen begleitet werden. Man kann die Reliquien aber auch schon vor Beginn der Feier an einem geeigneten, festlich geschmückten Ort im Altarraum zwischen brennenden Kerzen aufstellen.[250]

936. Während des Einzugs singt man den Introitus ("Protéctor noster, áspice ...” [GT 323; ODE 150]) oder Psalm 43 (42) mit seiner Antiphon “Introibo ...” [ODE 150]) oder einen anderen passenden Gesang.[251]

937. Ist der Zug im Altarraum angekommen, so begeben sich alle, ohne den Altar zu verehren, an ihre Plätze. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab. Hat man die Reliquien beim Einzug mitgetragen, so werden sie an einem geeigneten Ort im Altarraum zwischen brennenden Kerzen aufgestellt. Das Evangeliar wird an einen würdigen Ort, jedoch nicht auf den Altar, gelegt. Der Bischof begrüsst die Gemeinde mit den Worten "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ...” oder mit anderen, möglichst der Heiligen Schrift entnommenen Worten. Die Gemeinde antwortet mit "Und mit deinem Geiste" oder mit anderen passenden Worten.[252]


Segnung des Wassers (und Erneuerung des Taufbekenntnisses)

938. Nach dem Einzug segnet der Bischof das Wasser (und gegebenenfalls den Taufbrunnen). Mit dem gesegneten Wasser wird die Gemeinde zur Tauferinnerung und zum Zeichen der Bußgesinnung besprengt. Wenn ein neuer Taufbrunnen errichtet wurde, begibt sich der Bischof dorthin. Andernfalls bringt ein Ministrant ein Gefäß mit Wasser zum Bischof, der an seinem Sitz steht. Der Bischof lädt alle mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Zu Beginn der feierlichen Weihe dieses Altares ...” oder mit anderen ähnlichen Worten zum Gebet ein. Alle beten in Stille. Dann singt oder spricht der Bischof das Segensgebet "Allmächtiger, ewiger Gott, jedes Geschöpf ...”[253]

939. Falls der Bischof das Wasser am Taufbrunnen gesegnet hat und dieser sich nicht in der Nähe des Altarraumes befindet, begibt sich der Bischof nun wieder an seinen Sitz. Ein Ministrant nimmt Wasser mit, das aus dem Taufbrunnen geschöpft wurde.

Wenn ein neuer Taufbrunnen errichtet wurde, folgt die Erneuerung des Taufbekenntnisses. Der Bischof führt dazu mit folgenden oder ähnlichen Worten ein: "Liebe Brüder und Schwestern! Durch das Sakrament der Taufe ...”

Nach der Segnung des Wassers (und der Erneuerung des Taufbekenntnisses) geht der Bischof, begleitet von den Diakonen, durch die Kirche und besprengt die Gemeinde mit dem gesegneten Wasser. Währenddessen singt man die Antiphon "Vidi aquam ...” [GL 424,2] oder in der österlichen Bußzeit den Introitus "Dum sanctificátus fúero ...” [GT 249; ODE 137] oder einen anderen passenden Gesang.[254]

940. Nach der Besprengung kehrt der Bischof an seinen Sitz zurück. Wenn der Gesang beendet ist. steht der Bischof mit gefalteten Händen und spricht: "Gott, der barmherzige Vater ...”

Das Kyrie entfällt, da es in der Litanei enthalten ist. Es folgen sofort der Gloria-Hymnus, falls die Ordnung ihn vorsieht, und das Tagesgebet.[255]


Wortgottesdienst

941. Der Wortgottesdienst verläuft in gewohnter Weise.

Falls jedoch der Ambo erneuert oder verändert wurde, so wird die Verkündigung des Wortes Gottes folgendermaßen eingeleitet: Der Bischof geht zum Ambo und segnet ihn mit folgenden Worten: "Gott, unser Vater, in den Schriften des Alten und Neuen Bundes ...” Nun besprengt der Bischof den Ambo mit dem gesegneten Wasser. Danach reicht man ihm das Lektionar, das er dem Lektor übergibt.

Nach der Zweiten Lesung wird dem Bischof das Evangeliar gereicht, das er mit folgenden Worten dem Diakon übergibt: "Christus ist in seinem Wort mitten unter uns ...” Der Diakon begibt sich zum Ambo. Währenddessen wird der Ruf vor dem Evangelium gesungen. Zum Evangelium werden Kerzen, aber kein Weihrauch verwendet.[256]

942. Im Anschluss an das Evangelium setzt sich der Bischof, nimmt Mitra und Stab, falls es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen, und hält die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er über den Sinn der Altarweihe.[257]

943. Das Glaubensbekenntnis entfällt, wenn die Erneuerung des Taufbekenntnisses vorausgegangen ist. Die Fürbitten sind in der Litanei enthalten.[258]


Weihe

Litanei

944. Der Bischof singt (oder spricht mit folgenden oder ähnlichen Worten) die Gebetseinladung "Lasst uns beten zu Gott, dem allmächtigen Vater ...”

Die Litanei wird im Wechsel zwischen Vorsängern und Gemeinde gesungen. Zur Litanei knien alle, außer an Sonntagen und in der Osterzeit. Kniet man zur Litanei, so lädt der Diakon dazu ein: "Beuget die Knie."

In der Litanei werden an den entsprechenden Stellen die Namen der Patrone der Diözese, der Kirche und des Ortes sowie gegebenenfalls der Heiligen, deren Reliquien beigesetzt werden, genannt. Außerdem können weitere Fürbitten eingefügt werden.

Nach der Litanei steht der Bischof der Gemeinde zugewandt; er breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Litaneischlussgebet "Herr, unser Gott, auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria ...” Falls man zur Litanei gekniet hat, ruft der Diakon: "Erhebet euch"; alle erheben sich. Der Bischof erhält die Mitra. Es folgt die Beisetzung der Reliquien. Wenn keine Reliquien beigesetzt werden, wird nun der Altar mit dem gesegneten Wasser besprengt (vgl. Nr. 946).[259]


Beisetzung der Reliquien

945. Wenn Reliquien von Märtyrern oder anderen Heiligen unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden sollen, kann der Bischof dies mit folgenden oder ähnlichen Worten einleiten: "In der Feier der Eucharistie wissen wir uns in Christus verbunden ...” Dann begibt er sich zum Altar. Der Kirchenrektor überreicht dem Bischof den Reliquienbehälter, den dieser in dem vorbereiteten Grab beisetzt. Währenddessen singt man Psalm 15 (14) mit der Antiphon "Sub altári Dei ...” [ODE 138] oder "Der Leib der Heiligen ...” [AS 1172] (“Córpora Sanctórum ...” [AM 648)) oder einen anderen passenden Gesang.

Inzwischen verschließt ein Maurer das Grab. Der Bischof kehrt zu seinem Sitz zurück.[260]


Besprengung des Altares

946. Der Bischof steht mit den Diakonen, von denen einer das Gefäß mit dem gesegneten Wasser trägt, am Altar und spricht: "So spricht Jesus Christus, unser Herr ...” Danach um schreitet der Bischof den Altar und besprengt ihn mit dem gesegneten Wasser.[261]


Salbung des Altares

947. Nun kann der Bischof ein Gremiale anlegen; gegebenenfalls legt er zuvor die Kasel ab. Man bringt den Chrisam zum Altar.

Der Bischof erhält die Mitra. Er steht vor dem Altar und spricht: "Gott möge durch seine Kraft und seinen Geist ...” Der Bischof gießt nun den Chrisam in der Mitte und an den vier Ecken des Altares aus und salbt nach Möglichkeit damit den ganzen Altartisch.

Während der Salbung kann man Psalm 45 (44) mit seiner Antiphon ("Unxit te Deus ...” [PM 105; ODE 154]) singen; in der Osterzeit singt man Psalm 118 (117) mit der Antiphon "Der Stein, den die Bauleute verwarfen ...” [AS 595] ("Lápidem ...” [ODE 154]), Psalm 84 (83) mit einer geeigneten Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.

Nach der Salbung des Altares kehrt der Bischof an seinen Sitz zurück, setzt sich und wäscht die Hände. Dann legt er das Gremiale ab und die Kasel wieder an.[262]


Verbrennen von Weihrauch auf dem Altar

948. Es werden Wachsdochte (für gewöhnlich in der Mitte und an den vier Ecken) auf den Altar gelegt und Weihrauchkörner darübergeschüttet. Läßt das Material des Altares dies nicht zu, so können Schalen verwendet werden. Der Bischof entzündet (mit dem Licht der Osterkerze) die Wachsdochte und spricht: "Gott, wie Weihrauch steige unser Gebet zu dir empor ...”

Dann gibt der Bischof die Mitra ab und kniet vor dem Altar nieder. Die Gemeinde singt ein Heilig-Geist-Lied. Wird das "Veni, Sancte Spíritus" (in der österlichen Bußzeit ohne Halleluja) gesungen, so kann es der Bischof selbst anstimmen.[263]


Weihegebet

949. Der Bischof steht, ohne Mitra, an seinem Sitz oder am Altar, breitet die Hände aus und singt (oder spricht) das Weihegebet "Wir preisen dich, Herr, unser Gott ...”[264]


Festliches Anzünden der Lichter am Altar

950. Nach dem Weihegebet wird die Altarmensa mit Tüchern gereinigt und, wenn nötig, mit einem Wachslinnen bedeckt. Dann wird das Altartuch aufgelegt; Kerzen sowie gegebenenfalls Altarkreuz und Blumen werden in geeigneter Weise aufgestellt.[265]

Danach tritt ein Diakon zum Bischof. Dieser erhebt sich, überreicht dem Diakon einen (an der Osterkerze) entzündeten Wachsdocht und spricht: "Christi Licht leuchte auf dem Altar ...” Der Bischof setzt sich. Der Diakon geht zum Altar und entzündet die Kerzen für die Feier der Eucharistie.[266]

Jetzt wird der Altarraum zum Zeichen der Freude festlich beleuchtet.

Dazu singt man die Antiphon "Bei dir, o Herr ...” [AS 456] ("Apud te, Dómine ...” [ODE 154]) oder einen anderen passenden Gesang zur Ehre Christi, der als das Licht der Welt verkündet wird.[267]


Eucharistiefeier

951. Die Diakone, Akolythen und Ministranten bereiten den Altar wie üblich. Währenddessen kann man die Antiphon "Versöhne dich zuerst mit deinem Bruder ...” [AS 534] (“Si offers munus tuum ...” [AM 594; ODE 154]) oder das Offertorium "Sanctificávit Móyses ...” [GT 338; ODE 155] oder einen anderen passenden Gesang singen. Vertreter der Gemeinde bringen Brot und Wein für die Eucharistiefeier. Der Bischof geht zum Altar und küsst ihn, bevor er Brot und Wein entgegennimmt und die Messe in gewohnter Weise fortsetzt.[268] Der Bischof legt Weihrauch ein und beräuchert die Gaben und den Altar. Anschließend beräuchert der Diakon den Bischof und die Gemeinde.[269]

952. Das Gabengebet "Herr. unser Gott, dein Heiliger Geist ...” ist immer aus dem Messformular "Bei einer Altarweihe" zu nehmen. Als Präfation ist immer die Eigenpräfation der Altarweihe aus dem Messbuch zu verwenden, die ein Bestandteil der Altarweihe ist.[270]

Man nimmt den Hochgebetstext I oder III.


Segnung des Tabernakels und Aufbewahrung des eucharistischen Brotes

953. Falls der Tabernakel erstmals in Gebrauch genommen wird, so geschieht dies auf folgende Weise:


A. In der Sakramentskapelle

Nach der Kommunion bringt man das Gefäß mit dem eucharistischen Brot zunächst auf den Altar zurück. Dann formiert sich eine Prozession. Der Kreuzträger geht voran. Ein Ministrant trägt das Gefäß mit gesegnetem Wasser. Von Kerzen, Weihrauch (und dem Licht der Osterkerze) begleitet, wird die Eucharistie vom Bischof zur Sakramentskapelle getragen. Zur Prozession singt man Psalm 147 (146) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.[271]

In der Sakramentskapelle angekommen, reicht der Bischof dem Diakon das Gefäß mit dem eucharistischen Brot. Dann spricht er: "So spricht Jesus Christus, unser Herr ...” Der Bischof besprengt den Tabernakel mit dem gesegneten Wasser. Der Diakon stellt das eucharistische Brot in den Tabernakel. Der Bischof legt Weihrauch ein und beräuchert das Allerheiligste. Nachdem alle in Stille gebetet haben, schließt der Diakon den Tabernakel. Mit einem (an der Osterkerze) entzündeten Docht wird das Ewige Licht entzündet, das in Zukunft beim Tabernakel brennen wird.[272]

Die Prozession kehrt auf kurzem Weg in den Altarraum zurück. Der Bischof geht an seinen Sitz. Dann singt (oder spricht) er das Schlussgebet.[273]


B. Im Altarraum

Nach der Kommunion bringt man das Gefäß mit dem eucharistischen Brot zunächst auf den Altar zurück. Der Bischof wendet sich dem Altar zu und spricht: "So spricht Jesus Christus, unser Herr ...” Der Bischof besprengt den Tabernakel mit dem gesegneten Wasser. Der Diakon stellt das eucharistische Brot in den Tabernakel. Der Bischof legt Weihrauch ein und beräuchert das Allerheiligste. Nachdem alle in Stille gebetet haben, schließt der Diakon den Tabernakel. Mit einem (an der Osterkerze) entzündeten Docht wird das Ewige Licht entzündet, das in Zukunft beim Tabernakel brennen wird.[274]

Der Bischof geht zu seinem Sitz und singt (oder spricht) das Schlussgebet.


Abschluß

954. Der Bischof erteilt den im Messbuch vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen.

Ein Diakon entlässt die Gemeinde.[275]

12. Kapitel: DIE SEGNUNG EINER KIRCHE ODER EINER KAPELLE

Einführung

955. Es empfiehlt sich. Kirchen, die auf Dauer für die Feier der Liturgie bestimmt sind, nach der Ordnung der Kirchweihe zu weihen, da die Kirchweihe sich durch die besondere Symbolkraft ihrer Riten auszeichnet.

Wenn sie jedoch nicht geweiht werden, sollen sie wenigstens nach der im folgenden beschriebenen Ordnung gesegnet werden.

Nur Kapellen, Privatkapellen oder andere gottesdienstliche Räume, die vorübergehend oder zeitweise dem Gottesdienst dienen, sollen nach der im folgenden beschriebenen Ordnung gesegnet werden.[276] Wenn Kirchen, Kapellen, Privatkapellen oder andere gottesdienstliche Räume gesegnet werden sollen, soll auch die gesamte Ausstattung - Kreuz, Bilder, Orgel, Glocken und Kreuzweg - in derselben Feier gesegnet und aufgestellt werden, so dass es keiner weiteren Segensfeier bedarf.

956. Hinsichtlich der liturgischen Ausgestaltung und Ausstattung des Raumes, der Wahl des Titels und der pastoralen Vorbereitung der Gläubigen beachte man, mit den notwendigen Anpassungen, was in Nr. 865-872 und 878 über die Weihe der Kirche gesagt ist.[277]

957. Der Vorsteher der Segnung einer Kirche oder Kapelle ist der Ortsbischof oder ein von ihm beauftragter Priester. Die Segnung einer Kirche oder einer Kapelle kann an jedem beliebigen Tag stattfinden, außer an den Drei Österlichen Tagen. Mit Vorzug wähle man jedoch einen Tag, an dem die Gläubigen zahlreich teilnehmen können, am besten einen Sonntag, wenn nicht pastorale Gründe einen anderen Tag nahelegen.[278]

958. An den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 2-4 aufgeführt sind,[279] nimmt man das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen. An den übrigen Tagen kann man entweder die Tagesmesse oder die Messe vom Titel der Kirche oder der Kapelle feiern.

959. Der Altar soll bis zum Beginn der Eucharistiefeier unbedeckt bleiben, auch wenn er schon gesegnet oder geweiht ist.

Für die Segnung der Kirche oder der Kapelle ist außerdem vorzubereiten:
a) In der Sakrislei:
- Prozessionskreuz;
- Evangeliar.

b) In der Sakristei, im Altarraum oder im Kirchenraum, je nach den Eifordemissen:
- ein kleiner Tisch, auf den das Evangeliar nach dem Einzug gelegt wird;
- gegebenenfalls die Osterkerze, die auf einem Leuchter im Altarraum bereitgestellt wird;
- Gefäß mit Wasser und Aspergill;
- Pontifikale;
- Messbuch;
- Lektionar;
- Altartuch, Leuchter, Kerzen und Wachsdochte;
- Altarkreuz, falls nicht im Altarraum ein Kreuz angebracht ist oder das Prozessionskreuz in der Nähe des Altares aufgestellt wird;
- gegebenenfalls Blumen;
- Kelch bzw. Kelche von ausreichender Größe für die Kommunion unter beiden Gestalten, Korporalien und Purifikatorien;
- Brot, Wein und Wasser für die Messfeier;
- Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;
- Tabernakelschlüssel.

Falls ein Taufbrunnen vorhanden ist und gesegnet werden soll, ist außerdem vorzubereiten:
- Wasser im Taufbrunnen;
- Gefäß für das gesegnete Wasser und Aspergill.
- Wird die Osterkerze verwendet, so wird sie auf einem Leuchter beim Taufbrunnen bereitgestellt. Befindet sich der Taufbrunnen nicht in der Nähe des Altarraumes, so ist ein weiterer Leuchter im Altarraum vorzubereiten.[280]

960. Wenn zugleich mit der Segnung der Kirche eine Altarweihe stattfinden soll, bereite man alles vor, was in Nr. 930 aufgeführt ist. Falls Reliquien unterhalb der Altarmensa beigesetzt werden sollen, ist vorzubereiten, was in Nr. 932 vorgesehen ist.[281]

961. Für die Messfeier bei der Segnung einer Kirche wähle man weiße bzw. festliche liturgische Gewänder. Man lege bereit:

a) für den Bischof: Albe, Stola, KaseL Brustkreuz, Mitra und Stab;

b) für die Konzelebranten: liturgische Gewänder für die Konzelebration der Eucharistie;

c) für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken;

d) für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.[282]


Beschreibung der Feier

962. Die Gemeinde versammelt sich (in der Kirche). Nach Abschluß aller Vorbereitungen zieht man in Prozession durch die Kirche zum Altar: Hinter dem Kreuzträger, den zwei Ministranten mit brennenden Kerzen begleiten, gehen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben. Es folgen der Diakon mit dem Evangeliar, gegebenenfalls weitere Diakone, dann die konzelebrierenden Priester und schließlich der Bischof, etwas hinter ihm zwei Diakone, die ihm assistieren, und die Ministranten für Buch, Mitra und Stab. Vor der Beräucherung der Gaben wird weder zum Einzug noch bei der Messfeier Weihrauch verwendet. Während des Einzugs singt man den Eröffnungsgesang.

Ist der Zug im Altarraum angekommen, so begeben sich alle, ohne den Altar zu verehren, an ihre Plätze. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab. Das Evangeliar wird an einen würdigen Platz, jedoch nicht auf den Altar, gelegt.[283]

963. Nach dem Eröffnungsgesang begrüsst der Bischof die Gemeinde mit den Worten "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ...” oder mit anderen, möglichst der Heiligen Schrift entnommenen Worten. Die Gemeinde antwortet mit "Und mit deinem Geiste" oder mit anderen geeigneten Worten.[284]

964. Nun segnet der Bischof das Wasser. Mit dem gesegneten Wasser wird die Gemeinde zur Tauferinnerung und zum Zeichen der Bußgesinnung besprengt; auch die Wände der neuen Kirche oder Kapelle werden mit diesem Wasser besprengt. Ein Ministrant bringt ein Gefäß mit Wasser zum Bischof, der an seinem Sitz steht. Der Bischof lädt alle mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Zu Beginn der Segnung dieses Gotteshauses ...” oder mit ähnlichen Worten zum Gebet ein. Alle beten in Stille. Dann singt oder spricht der Bischof das Segensgebet "Allmächtiger, ewiger Gott, jedes Geschöpf ...”[285]

965. Der Bischof entzündet nun gegebenenfalls die Osterkerze und spricht: "Christus, du bist das Licht der Welt ...”

Danach geht der Bischof, begleitet von den Diakonen, durch die Kirche und besprengt die Gemeinde und den Kirchenraum mit dem gesegneten Wasser. Währenddessen singt man die Antiphon "Vidi aquam ...” [GL 424, 2] oder in der österlichen Bußzeit den Introitus "Dum sanctificátus fúero ...” [GT 249; ODE 137] oder einen anderen passenden Gesang.

Nach der Besprengung kehrt der Bischof an seinen Sitz zurück. Wenn der Gesang beendet ist hält der Bischof die Hände gefaltet und spricht: "Gott, der barmherzige Vater, erfülle mit seiner Gegenwart ...”

Falls ein Taufbrunnen vorhanden ist und gesegnet werden soll, so folgt man - mit entsprechenden Anpassungen - der Ordnung, die in Nr. 893-894 vorgesehen ist.[286]

966. Das Kyrie entfällt. Es folgen sofort der Gloria-Hymnus, falls die Ordnung ihn vorsieht, und, wenn das Messformular vom Tage genommen wird, das Tagesgebet. Wenn nicht das Messformular vom Tage genommen wird, singt (oder spricht) der Bischof - mit gefalteten Händen: "Lasset uns beten." Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und singt (oder spricht) : "Allmächtiger, ewiger Gott ...”[287]

967. Der Wortgottesdienst verläuft in gewohnter Weise. Falls jedoch der Ambo erstmals in Gebrauch genommen wird, so wird die Verkündigung des Wortes Gottes eingeleitet, wie es in Nr. 896 beschrieben ist.

Die Lesungen werden der Ordnung entsprechend (Nr. 958) entweder dem Lektionar für die Tagesmesse oder dem für die Kirchweihe entnommen.

Nach der zweiten Lesung wird dem Bischof das Evangeliar gereicht, das er mit folgenden Worten dem Diakon übergibt: "Christus ist in seinem Wort mitten unter uns ...” Der Diakon begibt sich zum Ambo. Währenddessen wird der Ruf vor dem Evangelium gesungen.

Zum Evangelium werden Kerzen, aber kein Weihrauch verwendet. Im Anschluss an das Evangelium hält der Bischof die Homilie. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er über den Sinn der Segnung der Kirche oder der Kapelle.

Es folgen das Glaubensbekenntnis, wenn die Ordnung es vorsieht, und die Fürbitten. Wenn die Erneuerung des Taufbekenntnisses vorausgegangen ist, entfällt das Glaubensbekenntnis; wenn der Altar geweiht und die Litanei gesungen wird, entfallen die Fürbitten.[288]

968. Der Bischof tritt ohne Mitra zu dem Altar, der gesegnet werden soll. Dabei singt man eine geeignete Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.

Nach dem Gesang spricht der Bischof die Gläubigen mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Wir sind heute mit großer Freude zusammengekommen ...” oder mit ähnlichen Worten an. Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und singt oder spricht das Segensgebet "Gepriesen bist du, Herr, unser Gott ...”

Nach dem Segensgebet besprengt der Bischof den Altar mit dem gesegneten Wasser.[289]

969. Falls der Altar geweiht werden soll, folgt nach dem Glaubensbekenntnis alles, wie es in Nr. 944-951 vorgesehen ist. Die Litanei tritt an die Stelle der Fürbitten.

Wenn aber der Altar weder gesegnet noch geweiht werden soll (weil z. B. in die neue Kirche ein bereits gesegneter oder geweihter Altar übertragen wurde), folgt nach den Fürbitten alles, wie es in Nr. 970 beschrieben ist.[290]

970. Danach setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Nun wird das Altartuch aufgelegt. Kerzen sowie gegebenenfalls Altarkreuz und Blumen werden in geeigneter Weise aufgestellt. Danach tritt ein Diakon zum Bischof. Dieser erhebt sich, überreicht dem Diakon einen (an der Osterkerze) entzündeten Wachsdocht und spricht: "Christi Licht leuchte auf diesem Altar ...” Der Bischof setzt sich. Der Diakon geht zum Altar und entzündet die Kerzen. Jetzt wird der Altarraum zum Zeichen der Freude festlich beleuchtet. Dazu kann man einen passenden Gesang zur Ehre Christi singen, der als das Licht der Welt verkündet wird.[291]

971. Die Diakone, Akolythen und Ministranten bereiten den Altar wie üblich. Währenddessen singt man die Antiphon "Versöhne dich zuerst mit deinem Bruder ...” [AS 534] ("Si offers munus tuum ...” [AM 594; ODE 154]) oder das Offertorium "Sanctificávit Móyses ...” [GT 338; ODE 155] oder einen anderen passenden Gesang. Vertreter der Gemeinde bringen Brot und Wein für die Eucharistiefeier. Der Bischof geht zum Altar und küsst ihn, bevor er Brot und Wein entgegennimmt und die Messe in gewohnter Weise fortsetzt. Der Bischof legt Weihrauch ein und beräuchert die Gaben und den Altar. Anschließend beräuchert der Diakon den Bischof, die Gemeinde und den Kirchenraum.[292]

Falls der Tabernakel erstmals in Gebrauch genommen wird, so geschieht dies, wie es in Nr. 911-915 beschrieben ist.[293]

972. Der Bischof erteilt den im Messbuch vorgesehenen Feierlichen Schlusssegen.

Ein Diakon entlässt die Gemeinde.[294]

13. Kapitel: DIE SEGNUNG DES ALTARES

Einführung

973. Ein "feststehender Altar" ist mit dem Boden verbunden und kann deshalb nicht wegbewegt werden; ein "Tragaltar" hingegen kann wegbewegt werden. Auch einem Tragaltar gebührt Ehrfurcht, weil er ausschließlich und auf Dauer für das eucharistische Opfer bestimmt ist. Es empfiehlt sich also, ihn vor der ersten Benutzung zu weihen oder wenigstens zu segnen.[295]

974. Ein Tragaltar kann aus jedem würdigen und haltbaren Material bestehen, das den Erfordernissen des Gottesdienstes nach den Bräuchen und Sitten der jeweiligen Gegend entspricht.[296]

975. Hinsichtlich der Aufstellung eines Tragaltares gelten mit entsprechenden Anpassungen die Richtlinien der liturgischen Bücher. Reliquien von Heiligen dürfen unterhalb der Mensa eines Tragaltares nicht beigesetzt werden.[297]

976. Vorsteher der Segnung eines Tragaltares ist der Ortsbischof oder der Rektor der Kirche. [298]

977. Die Segnung eines Tragaltares kann an jedem beliebigen Tag stattfinden, außer am Karfreitag und Karsamstag. Mit Vorzug wähle man jedoch einen Tag, an dem die Gläubigen zahlreich teilnehmen können, am besten einen Sonntag, wenn nicht pastorale Gründe einen anderen Tag nahelegen.[299]

978. Bei der Segnung eines Tragaltares nimmt man das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen. Die Farbe der liturgischen Gewänder soll dem Messformular entsprechen, das gewählt wird.[300]

979. Der Altar soll bis zum Beginn der Eucharistiefeier unbedeckt sein. Altartuch, Kerzen, gegebenenfalls Altarkreuz und Blumen sowie das, was sonst für die Zurüstung des Altares benötigt wird, stelle man an einem passenden Ort im Altarraum bereit.[301]


Beschreibung der Feier

980. Die Messe verläuft wie gewohnt. Nach den Fürbitten tritt der Bischof zu dem Altar, der gesegnet werden soll. Dabei singt man eine geeignete Antiphon ("Sicut novéllae olivárum ...” [ODE 148]) oder einen anderen passenden Gesang.[302]

981. Nach dem Gesang spricht der Bischof - ohne Mitra - die Gläubigen mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Wir sind heute mit großer Freude zusammengekommen ...” oder mit ähnlichen Worten an. Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und singt oder spricht das Segens gebet "Gepriesen bist du, Herr, unser Gott ...”[303]

Nach dem Segensgebet besprengt der Bischof den Altar mit dem gesegneten Wasser.[304]

982. Nun wird das Altartuch aufgelegt. Kerzen sowie gegebenenfalls Altarkreuz und Blumen werden in geeigneter Weise aufgestellt. Danach tritt ein Diakon zum Bischof. Dieser erhebt sich, überreicht dem Diakon einen (an der Osterkerze) entzündeten Wachsdocht und spricht: "Christi Licht leuchte auf diesem Altar ...” Der Bischof setzt sich. Der Diakon geht zum Altar und entzündet die Kerzen. Jetzt wird der Altarraum zum Zeichen der Freude festlich beleuchtet. Dazu kann man einen passenden Gesang zur Ehre Christi singen, der als das Licht der Welt verkündet wird.[305]

983. Die Diakone, Akolythen und Ministranten bereiten den Altar wie üblich. Währenddessen kann man die Antiphon "Versöhne dich zuerst mit deinem Bruder ...” [AS 534] ("Si offers munus tuum ...” [AM 594; ODE 154]) oder einen anderen passenden Gesang singen. Vertreter der Gemeinde bringen Brot und Wein für die Eucharistiefeier. Der Bischof geht zum Altar und küsst ihn, bevor er Brot und Wein entgegennimmt und die Messe in gewohnter Weise fortsetzt.[306]

984. Der Bischof legt Weihrauch ein und beräuchert die Gaben und den Altar. Anschließend beräuchert der Diakon den Bischof und die Gemeinde.[307]

14. Kapitel: DIE SEGNUNG VON HOSTIENSCHALE UND KELCH

Einführung[308]

985. Hostienschale und Kelch, in denen Brot und Wein bereitet, konsekriert und zum Empfang gereicht werden,[309] sind ausschließlich und auf Dauer für die Feier der Eucharistie bestimmt. Sie werden dadurch liturgische Gefäße.[310]

986. Die Absicht, diese Gefäße ausschließlich für die Feier des Herrenmahles zu bestimmen, wird der Gemeinde durch eine besondere Segnung kundgetan, die am besten innerhalb der Messfeier stattfindet.[311]

987. Die Segnung von Hostienschale und Kelch kann jeder Priester vornehmen. Die Gefäße müssen jedoch den Normen der Allgemeinen Einführung in das Römische Messbuch entsprechen.[312]

988. Wenn nur eine Hostienschale oder ein Kelch gesegnet werden sollen, sind die Texte entsprechend anzupassen.[313]


Beschreibung der Feier

989. Man nimmt das Messformular vom Tage mit den vorgesehenen Lesungen. Außer an den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-9 verzeichnet sind,[314] kann man auch eine oder zwei Lesungen wählen, die im Meßlektionar vorgeschlagen sind.[315]

990. Nach der Schriftlesung folgt die Homilie, in der der Bischof, ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes, über den Sinn der Segnung von Hostienschale und Kelch, die bei der Feier der Eucharistie verwendet werden, spricht.[316]

991. Nach den Fürbitten stellen jene, die Hostienschale und Kelch gestiftet haben, bzw. jene, die die Gemeinde vertreten, oder Ministranten die Gefäße auf den Altar. Der Bischof begibt sich mit den Diakonen, die ihm assistieren, zum Altar. Währenddessen singt man die Antiphon "Ich will den Kelch des Heils erheben ...” [AS 921] ("Cálicem salutáris ... Dómini" [PM 3131) oder einen anderen passenden Gesang.[317]

992. Nach dem Gesang spricht oder singt der Bischof: "Der Name des Herrn sei gepriesen"; alle antworten: "Von nun an bis in Ewigkeit". Es folgt die Gebetseinladung "Lasset uns beten." Alle beten in Stille. Dann singt oder spricht der Bischof das Segensgebet "Herr, unser Gott, mit Freude ...” oder ein anderes der im Benediktionale angegebenen Segensgebete.[318]

993. Die Ministranten breiten das Korporale auf dem Altar aus. Einige aus der Gemeinde bringen Brot und Wein für die Feier der Eucharistie herbei. Der Bischof nimmt die Gaben entgegen, die der Diakon in der üblichen Weise bereitet (Nr. 143-147]. Der Bischof bringt sie in den eben gesegneten Gefäßen in gewohnter Weise dar.

Dabei singt man Psalm 116 (115) mit der Antiphon "Den Kelch des Heils ...” [AS 652] ("Cálicem salutáris ... sacrificábo" [AM 544]) oder einen anderen passenden Gesang.[319]

994. Nach dem Gebet "Herr, wir kommen zu dir mit reumütigem Herzen ...” beräuchert der Bischof die Gaben und den Altar. Die Messfeier wird in der üblichen Weise fortgesetzt.[320]

995. Es ist angemessen, dass die Gläubigen bei der Feier das Blut Christi aus dem eben gesegneten Kelch empfangen.[321]

15. Kapitel: DIE SEGNUNG EINES NEUEN TAUFBRUNNENS

Einführung

996. Das Baptisterium, d. h. der Ort, an dem die Taufquelle sprudelt oder der Taufstein aufgestellt ist, bleibe für die Taufe reserviert und entspreche in jeder Hinsicht der Würde der Feier, in der Christen aus dem Wasser und dem Heiligen Geist wiedergeboren werden. Der Taufbrunnen kann sich in einer eigenen Kapelle innerhalb oder außerhalb der Kirche befinden oder im Kirchenraum selbst im Blickfeld der Gemeinde aufgestellt sein. In Zukunft muss er so errichtet werden, dass sich eine größere Zahl von Gläubigen um ihn versammeln kann.[322]

Der Taufbrunnen oder das Gefäß, in dem je nach den Umständen das Wasser für eine Feier im Altarraum vorbereitet wird, soll sauber und formschön sein.[323]

997. Vorsteher der Segnung ist gewöhnlich der Ortsbischof, der Pfarrer oder der Kirchenrektor.

998. Wenn die Segnung des Taufbrunnens mit einer Taufe verbunden ist, sei es in der Osternacht oder auch an einem anderen Tag, ist zu beachten, was in den Nummern 356-367, 427, 430 und 440-448 beschrieben ist. Anstelle des üblichen Gebetes zur Segnung des Wassers spricht der Bischof, dem Taufbrunnen zugewandt und mit ausgebreiteten Händen, das Gebet "Gott, Schöpfer der Welt ...” Nach der Segnung des Taufbrunnens folgt die Feier der Taufe wie üblich.[324]

999. Wenn die Segnung des Taufbrunnens nicht mit einer Tauffeier verbunden ist, kann sie an jedem beliebigen Tag stattfinden, außer am Aschermittwoch, in der Karwoche und an Allerseelen. Man wähle einen Tag, an dem die Gläubigen zahlreich teilnehmen können.[325]

1000. Für die Feier sollen vorbereitet werden:

a) Benediktionale;

b) Lektionar;

c) Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;

d) Gefäß für das Wasser aus dem gesegneten Taufbrunnen und Aspergill;

e) Osterkerze und ein Leuchter, so dass sie in der Mitte des Altarraums oder in der Nähe des Taufbrunnens aufgestellt werden kann;

f) Sitze für den Bischof und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben;

g) weiße bzw. festliche liturgische Gewänder:

-für den Bischof: Albe, Stola, Brustkreuz, Pluviale (oder Kasel, wenn eine Messe gefeiert wird), Mitra und Stab;
- für die Priester: liturgische Gewänder für die Messfeier;
- für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken; für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben:
- Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.


Eröffnung

1001. Wenn sich die Gemeinde versammelt hat, zieht man in Prozession von der Sakristei durch das Kirchenschiff zum Taufort. Hinter dem Rauchfassträger geht ein Akolyth oder jemand anderer mit der Osterkerze; es folgen die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, die Diakone, die Priester und der Bischof in ihren liturgischen Gewändern.[326]

1002. Während des Einzugs singt man Psalm 36 (35) mit der Antiphon "Ihr werdet Wasser schöpfen ...” [AS 47] ("Hauriétis aquas ...” [AM 213]) oder der Antiphon "Bei dir, o Herr ...” [AS 456] oder einen anderen passenden Gesang.[327]

1003. Ist die Prozession am Taufort angekommen, so begeben sich alle an die für sie bestimmten Plätze. Die Osterkerze wird auf den Leuchter in der Mitte des Altarraums oder beim Taufbrunnen gestellt. Nach dem Gesang zum Einzug gibt der Bischof Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde mit den Worten "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ...” oder mit anderen, möglichst der Heiligen Schrift entnommenen Worten. Die Gemeinde antwortet mit "Und mit deinem Geiste" oder mit anderen passenden Worten. Danach lädt der Bischof alle mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! Wir sind heute mit großer Freude zusammengekommen ...” oder mit ähnlichen Worten zum Gebet ein.[328]

1004. Nach diesen Worten hält der Bischof die Hände gefaltet und spricht: "Lasset uns beten." Alle beten in Stille. Dann breitet der Bischof die Hände aus und spricht das Gebet "Allmächtiger Gott, im Sakrament der Wiedergeburt ...”[329]


Wortgottesdienst

1005. Danach setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Man liest eine oder mehrere der Schriftlesungen, die das Meßlektionar vorsieht.[330] Eine Lesung soll immer aus dem Evangelium genommen werden. Zwischen den Lesungen wird ein passender Antwortpsalm, der Ruf vor dem Evangelium, ein passender Gesang oder eine Meditationsstille eingefügt.

1006. Nach der Verkündigung des Wortes Gottes hält der Bischof die Homilie. Ausgehend von den Lesungen spricht er zur Gemeinde über die Taufe und die Zeichenhaftigkeit des Taufbrunnens.[331]


Segnung des neuen Taufbrunnens

1007. Danach gibt der Bischof die Mitra ab und lädt die Gemeinde mit den Worten "Liebe Brüder und Schwestern! ...” oder mit ähnlichen Worten zum Gebet ein. Alle beten in Stille. Dann wendet sich der Bischof dem Taufbrunnen zu und spricht das Segensgebet "Gott, Schöpfer der Welt ...”[332]

1008. Während der Taufbrunnen nach dem Segensgebet beräuchert wird, singt man einen passenden Gesang, z. B. die Antiphon "Vox Dómini ...” [BN 496]. Danach steht der Bischof - mit Mitra - der Gemeinde zugewandt; er nimmt gegebenenfalls die Erneuerung des Taufbekenntnisses entgegen und besprengt die Gemeinde mit Wasser, das aus dem Taufbrunnen geschöpft wurde.[333]


Abschluß

1009. Es folgen die Fürbitten, wie sie in der Messfeier üblich sind oder wie sie im Benediktionale vorgeschlagen werden.

Der Bischof leitet mit den Worten "Eingedenk unserer Taufe ...” oder mit ähnlichen Worten zum Gebet des Herrn über, das alle gemeinsam sprechen.

Danach spricht der Bischof die Oration "Ewiger Gott. in den Fluten des Wassers ...”[334]

1010. Dann erteilt der Bischof in üblicher Weise den Segen. wie es in Nr. 1135-1136 vorgesehen ist. Ein Diakon entlässt die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antwortcn: "Dank sei Gott, dem Herrn."

1011. Wenn der Taufbrunnen innerhalb einer Messfeier gesegnet wird, nimmt man das Messformular vom Tage oder eine der vorgesehenen Votivmessen. Man kann eine Lesung wählen, die im Meßlektionar für die Feier der Eingliederung in die Kirche vorgesehen ist.

16. Kapitel: DIE SEGNUNG EINES KREUZES, DAS FÜR DIE ÖFFENTLICHE VEREHRUNG BESTIMMT IST

Einführung

1012. Unter den sakralen Bildern nimmt die Darstellung "des kostbaren und lebendigmachenden Kreuzes"[335] als Sinnbild des gesamten österlichen Mysteriums den ersten Platz ein. Kein Bild ist den Christen teurer, keines älter. Das Leiden Christi und sein Sieg über den Tod werden durch das heilige Kreuz vergegenwärtigt; zugleich wird, wie die heiligen Väter lehren, auch die glorreiche Wiederkunft Christi verkündet.

1013. Die Segnung eines neuen Kreuzes kann an jedem beliebigen Tag stattfinden, außer an den Drei Österlichen Tagen, am Aschermittwoch und an Allerseelen. Mit Vorzug wähle man jedoch einen Tag, an dem die Gläubigen möglichst zahlreich teilnehmen können. Die Gläubigen sollen auf die Mitfeier vorbereitet werden.[336]

1014. Die in diesem Kapitel beschriebene Ordnung gilt nur für die beiden folgenden Fälle:

a) wenn ein Kreuz gesegnet werden soll, das außerhalb einer Kirche an einem öffentlichen Platz errichtet wurde;

b) wenn jenes zentrale Kreuz gesegnet werden soll, das im Kirchenraum, in dem sich die Gemeinde versammelt, einen hervorragenden Platz einnimmt; in diesem Fall beginnt die Segnung, wie es in Nr. 1021 beschrieben ist.

1015. Für die Feier sind vorzubereiten:

a) Benediktionale;

b) Lektionar;

c) Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;

d) Weihwassergefäß mit Aspergill;

e) Leuchter für die Akolythen.

Für die Feier wähle man rote bzw. festliche liturgische Gewänder. Man lege bereit:

- für den Bischof: Albe, Stola, Brustkreuz, Pluviale, Mitra und Stab; - für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken; - für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.


Beschreibung der Feier

1016. Wo es möglich ist, soll sich die Gemeinde in Prozession von der Kirche oder einem anderen geeigneten Ort zu dem Platz begeben, wo das neue Kreuz errichtet wurde. Wenn keine Prozession stattfinden kann oder es nicht angemessen erscheint, versammelt sich die Gemeinde an dem Ort, wo das neue Kreuz errichtet wurde.[337] Wenn sich die Gemeinde versammelt hat, begibt sich der Bischof, bekleidet mit Albe, Stola, Brustkreuz und Pluviale, mit Mitra und Stab zusammen mit den anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, zu dem Versammlungsort der Gemeinde. Dort gibt er Stab und Mitra ab und begrüsst die Gläubigen mit den Worten: "Im Namen des Vaters ... Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, der für uns am Kreuz gestorben ist ...” oder mit einem ähnlichen Gruß. Alle antworten mit "Und mit deinem Geiste" oder auf andere passende Weise.

1017. Danach führt der Bischof die Gemeinde kurz in die Feier ein und erläutert den Sinn der Segnung.

Im Anschluss an die Einführung können Kyrie-Rufe gesungen werden. Danach lädt der Bischof zum Gebet ein: "Lasset uns beten." Alle beten in Stille. Der Bischofbreitet die Hände aus und spricht das Gebet "Herr, unser Gott, dein Sohn hat uns durch sein Sterben ...”[338]

1018. Nach dem Gebet erhält der Bischof Mitra und Stab; gegebenenfalls lädt der Diakon ein: "Lasst uns ziehen in Frieden." Dann zieht man in Prozession zu dem Ort, an dem das Kreuz aufgestellt wurde. Während der Prozession singt man Psalm 98 (97) mit der Antiphon "Wir müssen uns rühmen ...” [AS 1449] (“Nos autem gloriári ...” [AM 1041]) oder einen anderen passenden Gesang.[339]

Findet jedoch keine Prozession statt, so folgt unmittelbar nach dem Gebet der Wortgottesdienst.

1019. Nach der Oration erhält der Bischof die Mitra und setzt sich. Für die Verkündigung des Wortes Gottes werden eine oder mehrere Lesungen aus der Heiligen Schrift gewählt; dazwischen singt man den passenden Antwortpsalm oder einen anderen passenden Gesang. Die Texte werden aus den Lesungen gewählt, die das Meßlektionar für das Formular "Vom Geheimnis des heiligen Kreuzes"[340] oder das Benediktionale[341] vorsehen.

1020. Danach hält der Bischof die Homilie, in der er ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes über das Kreuz Christi spricht.

1021. Nach der Homilie wendet sich der Bischof - ohne Mitra - dem Kreuz zu und spricht das im Benediktionale vorgesehene Segensgebet. Danach legt er Weihrauch ein.

Während alle die Antiphon "Dein Kreuz, o Herr ...” [AS 319] (“Crucem tuam .. ," [GT 175]) oder die Antiphon "Heiliges Kreuz ...” [AS 1457] ("Per signum Crucis ...” [AM 1041]) oder einen anderen passenden Gesang singen, besprengt und beräuchert der Bischof das Kreuz.[342]

1022. Wenn es die Gegebenheiten zulassen, verehren der Bischof, die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und die Gemeinde das neue Kreuz: Nacheinander geht man in Prozession zu dem Kreuz und verehrt es durch eine Kniebeuge, einen Kuss oder ein anderes Zeichen der Verehrung, je nach den örtlichen Gewohnheiten.

Wenn wegen der Größe der Gemeinde oder aus anderen wichtigen Gründen nicht alle einzeln zum Kreuz hinzutreten können, lädt der Bischof mit kurzen Worten die Gemeinde zur Kreuzverehrung ein; dann verehren es alle durch einen Augenblick der Stille oder durch eine geeignete Akklamation bzw. ein geeignetes Lied.[343]

1023. Nach der Kreuzverehrung folgen die Fürbitten, wie sie in der Messfeier üblich sind oder wie sie im Benediktionale vorgeschlagen werden. Die Fürbitten werden mit dem Vaterunser, das alle gemeinsam singen oder sprechen, abgeschlossen.

Danach erhält der Bischof Mitra und Stab und segnet die Gläubigen in gewohnter Weise oder wie es im Benediktionale vorgesehen ist. Der Diakon entlässt die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn." Gegebenenfalls singt man einen Gesang zur Verehrung des Kreuzes.[344]

17. Kapitel: DIE GLOCKENWEIHE

Einführung

1024. Die Glocken spielen im Leben der Gemeinde eine wichtige Rolle. In erster Linie dienen die Glocken dazu, den Beginn des Gottesdienstes anzuzeigen und die Gemeinde zusammenzurufen. Sie fordern auch zu privatem Beten auf (Angelus- Läuten). Sie erklingen an den wichtigsten Lebensstationen der Christen, wie etwa Taufe, Hochzeit, Tod. Sie künden Freude und steigern die Festlichkeit, machen Not und Katastrophen bekannt. Durch die Weihe (Besprengung mit Weihwasser, Beräucherung mit Weihrauch, eventuell Salbung mit Chrisam und entsprechende Gebete) werden die Glocken feierlich für den Gottesdienst bestimmt.

In der lateinischen Kirche soll der ehrwürdige Brauch beibehalten werden, die Glocken zu segnen, bevor sie im Kirchturm angebracht werden.

Vorsteher der Segnung ist gewöhnlich der Ortsbischof, der Pfarrer oder der Kirchenrektor.[345]

Entsprechend den örtlichen und sachlichen Gegebcnheiten werden die Glocken in einem Wortgottesdienst gesegnet.

1025. Die Scgnung der Glocke kann anjedem beliebigen Tag stattfinden, außer an den Drei Österlichen Tagen, den übrigen Tagen der Karwoche, am Aschermittwoch und an Allerseelen. Mit Vorzug wähle man jedoch einen Tag, an dem die Gläubigen möglichst zahlreich teilnehmen können, am besten einen Sonntag.[346]

1026. Es ist angebracht, die Glocke zur Segnung so aufzustellen oder aufzuhängen. dass man sie Ieicht umschreiten und anschlagen kann. Für die Feier sind vorzubereiten:

a) Benediktionale;

b) Lektionar;

c) Weihwassergefäß mit Aspergill;

d) Prozessionskreuz und Leuchter;

e) Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;

f) gegebenenfalls Gefäß mit Chrisam;

g) Hammer zum Anschlagen der Glocke.

Für die Feier wähle man weiße bzw. festliche liturgische Gewänder. Man lege bereit:
- für den Bischof: Albe, Stola. Brustkreuz. Pluviale. Mitra und Stab;
- für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken;
- für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.


Beschreibung der Feier

1027. Wenn sich die Gemeinde versammelt hat, begibt sich der Bischof mit Mitra und Stab zu seinem Sitz oder zu dem Platz, an dem die Glocke aufgestellt ist. Die Prozession wird vom Kreuzträger, begleitet von zwei Ministranten mit brennenden Kerzen, angeführt; es folgen die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, die Diakone, die Priester und schließlich der Bischof. Während der Prozession singt man einen passenden Gesang,

1028. Nach dem Gesang gibt der Bischof Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde mit den Worten: “Im Namen des Vaters Gnade und Friede ...”; danach führt er die Gläubigen mit kurzen Worten in den Sinn der Feier ein. Nach der Einführung können Kyrie-Rufe folgen. Die Eröffnung schließt mit dem Gebet "Allmächtiger Gott, du sammelst dir aus vielen Menschen …"[347]

1029. Im Anschluss daran erhält der Bischof die Mitra und setzt sich. Es folgt der Wortgottesdienst. Man liest eine oder mehrere von den Schriftlesungen, die im Benediktionale vorgesehen sind; dazwischen singt man Psalm 150 als Antwortpsalm oder einen anderen passenden Gesang.[348]

1030. Nach der Verkündigung des Wortes Gottes hält der Bischof die Homilie. Ausgehend von den Lesungen spricht er zur Gemeinde über den Sinn und den Gebrauch der Glocken in der Tradition und im Leben der Kirche.[349]

1031. Nach der Homilie wendet sich der Bischof - ohne Mitra und Stab - den Glocken zu und singt oder spricht nach den einleitenden Anrufungen das Segensgebet "Herr des Himmels und der Erde ...” Danach umschreitet er jede Glocke, besprengt sie mit gesegnetem Wasser und beräuchert sie. Anschließend können die Glocken an vier Stellen mit Chrisam gesalbt werden. Währenddessen singt man Psalm 149 mit der Antiphon "Singet dem Herrn ein neues Lied ...” [GL 526,2] ("Cantáte Dómino ...” [AM 202]) oder einen anderen passenden Gesang. Wenn es angebracht erscheint, schlagen nun der Bischof und andere Gläubige die gesegneten Glocken zum Zeichen der Freude an. Die Gemeinde antwortet darauf mit einem Loblied.[350]

1032. Nach dem Gesang folgen die Fürbitten, wie sie in der Messfeier üblich sind oder wie sie im Benediktionale vorgeschlagen werden. [351] Die Fürbitten werden mit dem Vaterunser, das alle gemeinsam singen oder sprechen, abgeschlossen.

Danach erhält der Bischof Mitra und Stab und segnet die Gläubigen in gewohnter Weise oder wie im Benediktionale vorgesehen. Der Diakon entlässt die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn."[352]

1033. Wenn die Glocke innerhalb einer Messfeier gesegnet wird,[353] ist folgendes zu beachten:

a) man nimmt das Messformular vom Tag;

b) außer an Sonntagen, Hochfesten und Festen können entweder die für den Tag vorgesehenen Lesungen genommen werden, oder man wählt sie aus den im Benediktionale für die Glockensegnung vorgeschlagenen Lesungen;

c) die Segnung der Glocken findet nach der Homilie statt, wie es in Nr. 1031 beschrieben ist.

18. Kapitel: DIE ORGELWEIHE

Einführung

1034. "Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden; denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben."[354]

Die Orgel spielt in der Liturgie eine wichtige Rolle. Sie begleitet und führt den Gemeindegesang und unterstützt das Singen all jener, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben. Solistisches Orgelspiel dient der Vertiefung der Feier und ihrer Verkündigung, es steigert eine angemessene Festlichkeit, vor allem an den herausragenden Tagen des liturgischen Jahres und an den wichtigen Lebensstationen der Christen, welche diese mit der Kirche feiern. Durch die Weihe (Segensgebet, Besprengung mit Weihwasser und Beräucherung mit Weihrauch) wird die Orgel feierlich für den Gottesdienst und für das geistliche Konzert bestimmt.

Bei der Weihe der Orgel soll bewusst werden, dass der Mensch berufen ist, Gott zu loben. Der Zusammenklang der Pfeifen ist Ausdruck für die Einheit der Kirche in Vielfalt.

In der lateinischen Kirche soll der ehrwürdige Brauch beibehalten werden, die Orgel zu segnen, bevor sie in den Dienst der Liturgie genommen wird.

Vorsteher der Segnung ist gewöhnlich der Ortsbischof, der Pfarrer oder der Kirchenrektor.

Entsprechend den örtlichen und sachlichen Gegebenheiten wird die Orgel in einem selbständigen Wortgottesdienst gesegnet. Die Segnung erfolgt nach Wortverkündigung und Homilie. Bis dahin schweigt die Orgel.

1035. Die Segnung der Orgel kann an jedem beliebigen Tag stattfinden, außer an den Drei Österlichen Tagen, den übrigen Tagen der Karwoche, am Aschermittwoch und an Allerseelen. Der festliche Charakter dieses Gottesdienstes legt es jedoch nahe, eine Orgelweihe außerhalb der Advents- und Fastenzeit anzusetzen. Mit Vorzug wähle man einen Tag, an dem die Gläubigen möglichst zahlreich teilnehmen können, am besten den Vorabend eines Sonntags.

1036. Für die Feier sind vorzubereiten:

a) Benediktionale;

b) Lektionar;

c) Kantorale;

d) Weihwassergefäß mit Aspergill;

e) Prozessionskreuz und Leuchter;

f) Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch.

Für die Feier wähle man weiße bzw. festliche liturgische Gewänder. Man lege bereit:
- für den Bischof: Albe, Stola, Brustkreuz, Pluviale, Mitra und Stab;
- für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken;
- für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.


Beschreibung der Feier

1037. Wenn sich die Gemeinde versammert hat, begibt sich der Bischof mit Mitra und Stab zu seinem Sitz. Die Prozession wird vom Kreuzträger, begleitet von zwei Ministranten mit brennenden Kerzen, angeführt; es folgen die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, die Diakone, die Priester und schließlich der Bischof. Während der Prozession singt man einen passenden Gesang, jedoch ohne Begleitung durch die zu weihende Orgel, oder es erklingt andere Instrumentalmusik.

1038. Nach dem Gesang oder nach der Instrumentalmusik gibt der Bischof Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde mit den Worten: “Im Namen des Vaters ... Die Gnade unseres Herrn ...” Danach führt er die Gemeinde mit kurzen Worten in den Sinn der Feier ein. Im Rahmen der Einführung kann auch die Vertretung der Gemeinde oder der für den Orgelb au Verantwortlichen dem Bischof und der Versammlung einen Bericht über das vollendete Werk erstatten. Nach der Einführung können Kyrie-Rufe folgen. Die Eröffnung schließt mit dem Gebet "Herr, unser Gott, nimm in dieser festlichen Stunde ...”[355]

1039. Im Anschluss daran erhält der Bischof Mitra und Stab und setzt sich. Es folgt der Wortgottesdienst. Man liest eine oder mehrere von den Schriftlesungen, die im Benediktionale vorgesehen sind; dazwischen singt man Psalm 117 (116) als Antwortpsalm oder einen anderen passenden Gesang.[356]

1040. Nach der Verkündigung des Wortes Gottes hält der Bischof die Homilie. Ausgehend von den Lesungen spricht er zur Gemeinde über den Sinn von Gesang und Musik im Gottesdienst sowie über die Bedeutung der Orgel im Leben der Gemeinde.

1041. Wenn möglich, geht nun der Bischof zur Orgel. Dabei wird Psalm 150 oder ein anderes Loblied gesungen. Bei der Orgel oder an seinem Sitz gibt der Bischof Stab und Mitra ab. Nach der gesungenen Lobpreisung wendet er sich der Orgel zu und singt oder spricht nach der einleitenden Anrufung das Segensgebet "Großer Gott, du willst ...” Danach legt er Weihrauch ein, besprengt die Orgel mit Weihwasser und beräuchert sie. Steht der Bischof vor der Orgel, so begibt er sich nun an seinen Platz. Dazu erhält er Mitra und Stab. An seinem Sitz angekommen, gibt er den Stab ab und setzt sich.

1042. Es folgt das erste Spiel der Orgel. Dazu wähle man ein festliches Orgelwerk, das in angemessener Länge zur ganzen Feier steht, oder ein besonders ausgestaltetes Lied.

1043. Nach dem ersten Spiel gibt der Bischof die Mitra ab und leitet die Fürbitten ein, wie sie im Benediktionale vorgeschlagen sind. Die Fürbitten werden mit dem Vaterunser, das alle gemeinsam singen oder sprechen, und der Oration "Gott, du Geber alles Guten …" abgeschlossen.

1044. Es wird der Hymnus "Dich, Gott, loben wir ...” [GL 706] ("Te Deum laudamus ...” [GT 838]) gesungen; gegebenenfalls stimmt der Bischof den Hymnus an.

1045. Danach erhält der Bischof Mitra und Stab und segnet die Gemeinde in gewohnter Weise. Der Diakon entlässt die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn." Die Orgelweihe wird mit einem Orgelspiel abgeschlossen, an dessen Ende der Auszug in gewohnter Weise erfolgt.

Auf die liturgische Feier kann ein Konzert folgen, mit dem die Orgel der Gemeinde vorgestellt wird.

1046. Wenn die Orgelweihe innerhalb einer Messfeier stattfindet,[357] ist folgendes zu beachten:

a) Man wählt das Messformular vom Tag.

b) Außer an Sonntagen, Hochfesten und Festen können entweder die für den Tag vorgesehenen Lesungen genommen werden, oder man wählt sie aus den im Benediktionale für die Orgelweihe vorgeschlagenen Lesungen.

c) Die Weihe der Orgel findet nach der Homilie statt, wie es in Nr. 1041-1042 beschrieben ist. Bis dahin schweigt die Orgel.

1047. Wenn die Orgel innerhalb einer Vesper geweiht wird, ist folgendes zu beachten:

a) Man nimmt die Vesper vom Tag.

b) Anstelle der Kurzlesung und des Responsorium breve wählt man eine der im Benediktionale vorgesehenen Lesungen mit dem Antwortpsalm 117 (116),

c) Die Weihe der Orgel findet nach der Homilie statt, wie es in Nr. 1041-1042 beschrieben ist. Bis dahin schweigt die Orgel.

d) Auf Orgelweihe und erstes Spiel folgen der Gesang des Magnificat, Fürbitten, Vaterunser und der Abschluß in gewohnter Weise.

19. Kapitel: DIE KRÖNUNG EINES MARIENBILDES=

Einführung

1048. Marienbilder werden in einer besonderen Weise dadurch verehrt, dass das Haupt der Gottesmutter und gegebenenfalls auch das Haupt ihres Sohnes mit einer königlichen Krone geschmückt wird. Mit dieser Feier bekennen die Gläubigen, dass die selige Jungfrau Maria, die mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden ist, mit Recht als Königin gilt und angerufen wird: Ist sie doch die Mutter und Gefährtin Christi, des Königs des Alls, der durch sein kostbares Blut das Erbe für alle Völker erworben hat.

1049. Dem Diözesanbischof steht es zu, gemeinsam mit der Ortsgemeinde zu entscheiden, ob die Krönung eines Marienbildes angebracht ist. Man achte jedoch darauf. dass nur Bilder gekrönt werden, die von den Gläubigen so vertrauensvoll verehrt werden, dass sie eine gewisse Berühmtheit besitzen und der Ort der Verehrung in einem gewissen Sinn ein Zentrum echter liturgischer Frömmigkeit und christlichen Glaubenseifers darstellt.

Es ist angebracht, die Gläubigen, die die Krönung eines Marienbildes wünschen, über deren Sinn zu unterrichten, damit sie die Feier tiefer verstehen und sie richtig deuten sowie mit geistlichem Gewinn an ihr teilnehmen können.[358]

1050. Das Diadem oder die Krone, womit das Bild geschmückt wird, soll aus einem Material gefertigt sein, das die einzigartige Würde der seligen Jungfrau zum Ausdruck bringen kann. Ein übergroßer und verschwenderischer Aufwand an Edelsteinen und Schmuckstücken soll jedoch vermieden werden, da dies der Schlichtheit des christlichen Gottesdienstes nicht zuträglich oder den Gläubigen am Ort wegen ihrer ärmlichen Lebensumstände ein Grund zum Ärgernis wäre.[359]

1051. Es ist angemessen, dass der Ortsbischof die Feier leitet. Ist das nicht möglich, soll er diese Aufgabe einem anderen Bischof übertragen oder einem Priester, der in seinem Auftrag und als sein Helfer Seelsorger der Gläubigen ist, in deren Kirche das Marienbild verehrt wird.

Wird das Bild im Auftrag des Papstes gekrönt, so gelten die Anweisungen des Apostolischen Breve.[360]

1052. Die Feier der Krönung findet passenderweise an einem Hochfest oder Fest der seligen Jungfrau Maria statt oder an einem anderen Festtag; Hochfeste des Herrn oder Tage, die Bußcharakter haben, kommen jedoch nicht in Betracht.

Je nach den Umständen findet die Krönung des Marienbildes innerhalb einer Messfeier oder innerhalb einer Vesper oder aber im Rahmen eines selbständigen Wortgottesdienstes statt.[361]

1053. Außerdem, was für den jeweiligen Gottesdienst nötig ist, sind vorzubereiten:

a) "Die Feier der Krönung eines Marienbildes";

b) Lektionar;

c) an einem geeigneten Ort die Krone oder die Kronen;

d) Weihwassergefäß mit Aspergill;

e) Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch.

Für die Feier wähle man weiße bzw. festliche liturgische Gewänder, es sei denn, das Messformular verlangt eine andere Farbe.

Für eine Messfeier lege man bereit:
- für den Bischof: Albe, Stola, KaseL Brustkreuz, Mitra und Stab;
- für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken;
- für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.[362]

I. Die Krönung eines Marienbildes innerhalb einer Messfeier

1054. Wenn die Rubriken es gestatten, wird passenderweise das Messformular "Maria Königin" (22. August) genommen oder ein Messformular, das dem Titel des zu krönenden Marienbildes entspricht.[363]

1055. Die Messfeier wird wie üblich gehalten. Nach dem Evangelium hält der Bischof die Homilie, in der er ausgehend von den biblischen Lesungen die Stellung Marias im Geheimnis der Kirche als Mutter und als Königin erläutert.[364]


Dank und Anrufung

1056. Nach der Homilie bringen Ministranten dem Bischof die Kronen (bzw. die Krone), mit denen die Bilder Christi und seiner Mutter gekrönt werden. Der Bischof gibt die Mitra ab, steht auf und betet an seinem Sitz: "Gepriesen bist du, Herr ...” Wenn nur das Bild der seligen Jungfrau Maria zu krönen ist, sind in diesem Gebet - wie im Text vermerkt die Worte "ihr Bild" abzuändern in "das Bild der Mutter deines Sohnes".[365]


Krönung

1057. Nach dem Gebet besprengt der Bischof die Kronen (die Krone) mit gesegnetem Wasser und krönt das Bild der seligen Jungfrau Maria; begleitende Worte sind dazu nicht vorgesehen. Sind Maria und das Jesuskind dargestellt, so wird zunächst das Bild des Sohnes gekrönt und dann das der Mutter.

Nach der Krönung singt man die Antiphon "Erhabene Königin der Welt ...” [AS 1431] ("Regina mundi digníssima ...” [CI 33]) oder einen anderen passenden Gesang_

Auf den Gesang folgen die Fürbitten in der im liturgischen Buch "Die Feier der Krönung eines Marienbildes" angegebenen Form oder in anderer passender Weise.

Der Bischof beräuchert nach den Gaben, dem Altar und dem Kreuz auch das Bild der seligen Jungfrau Maria.[366]

1058. Die Messe wird in gewohnter Weise fortgesetzt. Nach der Messe wird die Marianische Antiphon "Sei gegrüsst, o Königin " [GL 571] ("Salve, Regína ...” [GL 570]) oder "Maria, Himmelskönigin " [GL 579] ("Ave Regína caelórum ...” [AM 179]) oder in der Osterzeit “O Himmelskönigin ...” [GL 575] (“Regina caeli ...” [GL 574]) gesungen oder ein anderer passender Gesang zum Lob Marias.[367]

II. Die Krönung eines Marienbildes in Verbindung mit einer Vesper

1059. Wenn es die Rubriken gestatten, wird passenderweise die Vesper von "Maria Königin" (22. August) gefeiert oder eine Vesper, die dem Titel des zu krönenden Bildes entspricht.

1060. Die Vesper wird wie üblich eröffnet. Nach dem Eröffnungsruf, vor dem Hymnus kann sich der Bischof an die Gläubigen wenden, um sie mit einem kurzen Wort in die Feier einzuführen und ihnen deren Sinn zu erschließen. Danach werden der Hymnus sowie die Psalmen und das Canticum mit den entsprechenden Antiphonen gesungen.

Auf die Psalmodie folgt passenderweise eine längere Lesung. Sie wird aus jenen Perikopen gewählt, die im Meßlektionar für Marienmessen vorgesehen sind. Anschließend hält der Bischof die Homilie.[368]

1061. Nach der Homilie sollen nach Möglichkeit alle in einer Zeit der Stille das Wort Gottes überdenken. Dann wird das Responsorium "Die Jungfrau Maria stieg heute ...” [AS 1424] oder ein anderer passender Gesang gesungen.[369]

1062. Nach dem Gesang gibt der Bischof die Mitra ab; alle stehen auf. Der Bischof spricht an seinem Sitz das Segensgebet über die Krone bzw. die Kronen: "Gepriesen bist du, Herr ...” und besprengt sie mit gesegnetem Wasser.[370] Dann geht der Bischof zu dem Bild der seligen Jungfrau Maria und krönt es; begleitende Worte sind dazu nicht vorgesehen.[371]

1063. Nach der Krönung wird das Magnificat mit einer der im liturgischen Buch "Die Feier der Krönung eines Marienbildes" vorgesehenen Antiphonen gesungen. Während das Magnificat gesungen wird, beräuchert der Bischof zuerst den Altar und das Kreuz, dann das Bild der seligen Jungfrau Maria.[372]

1064. Auf das Magnificat folgen die Fürbitten in der im liturgischen Buch "Die Feier der Krönung eines Marienbildes" angegebenen Form. Nach dem Gebet des Herrn spricht der Bischof, wenn nicht das Tagesoffizium eine andere Oration vorschreibt, die Oration "Gott, du hast die Mutter deines Sohnes ...” Danach segnet der Bischof die Gemeinde in der üblichen Weise, und der Diakon entlässt sie mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn." Zum Schluss kann eine Marianische Antiphon oder ein anderer passender Gesang zum Lob Marias gesungen werden.[373]


III. Die Krönung eines Marienbildes innerhalb eines Wortgottesdienstes

1065. Der Bischof bekleidet sich in der Sakristei oder an einem anderen geeigneten Ort mit Chorrock oder Albe. Darüber trägt er das Brustkreuz sowie Stola und Pluviale von weißer oder festlicher Farbe. Er erhält Mitra und Stab. Dann folgt der Einzug in die Kirche in gewohnter Weise. Währenddessen wird Psalm 45 (44) mit seiner Antiphon ("Astitit Regína ...” [CI 34]) oder ein anderer passender Gesang gesungen. Am Altar angekommen, legt der Bischof Stab und Mitra ab, verehrt den Altar und geht an seinen Sitz. Nach dem Gesang begrüsst er die Anwesenden mit den Worten: "Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus ...” oder mit einem anderen Gruß.[374]

1066. Dann spricht der Bischof mit den im liturgischen Buch "Die Feier der Krönung eines Marienbildes" vorgesehenen oder mit ähnlichen Worten kurz zu den Gläubigen, um sie in die Feier einzuführen und ihnen deren Sinn zu erschließen. Nach dieser Einführung lädt der Bischof zum Gebet ein. Alle beten in Stille. Der Bischof spricht die Eröffnungsoration "Gott, du hast die Mutter deines Sohnes …"[375]

1067. Nach dem Gebet setzen sich alle; der Bischof erhält die Mitra. Der Wortgottesdienst verläuft in gewohnter Weise. Die Lesungen werden aus den Perikopen gewählt, die im Meßlektionar für die Marienmessen vorgesehen sind; es eignen sich vor allem die Perikopen für "Maria Königin" (22. August). Eine Lesung soll immer aus dem Evangelium genommen werden. Zwischen den Lesungen wird ein passender Antwortpsalm gesungen oder eine Meditationsstille eingefügt.[376]

1068. Nach den Lesungen hält der Bischof eine Homilie. Alles Weitere geschieht, wie es in Nr. 1056-1057 beschrieben ist.

Anschließend wird die im liturgischen Buch "Die Feier der Krönung eines Marienbildes" vorgesehene oder eine andere Litanei gesungen.

Nach der Litanei erhält der Bischof Mitra und Stab und segnet die Gemeinde. Der Diakon entlässt sie.

Zum Schluss wird eine der liturgischen Zeit entsprechende Marianische Antiphon oder ein anderer passender Gesang zum Lobpreis Marias gesungen.[377]

20. Kapitel: DIE SEGNUNG EINES FRIEDHOFS

Einführung

1069. Da der Friedhof für die Christen ein heiliger Ort ist, sollen sie darum bemüht sein, dass von der kirchlichen oder von der politischen Gemeinde in katholischen Gegenden neu angelegte Friedhöfe feierlich gesegnet werden. Auch soll auf dem Friedhof das Kreuz als Zeichen der Hoffnung und der Auferstehung für alle Menschen aufgerichtet werden.

Denn die Christen "unterscheiden sich nicht durch Land, Sprache oder Sitten von den übrigen Menschen",[378] die ihr Leben in Freundschaft verbringen wollen: Sie beten beim himmlischen Vater für alle Verstorbenen und bitten für jene, "die im Frieden Christi heimgegangen sind und für alle Verstorbenen, um deren Glauben niemand weiß als Gott".[379]

Aus diesem Grund bestatten die Christen nicht nur die Leiber derer, die der christliche Glaube zu ihren Brüdern und Schwestern gemacht hat, sondern die Leiber aller, die die gemeinsame Menschennatur verbindet: Alle nämlich hat Christus am Kreuz erlöst, für alle hat er sein Blut vergossen.

1070. Die Segnung eines Friedhofs kann an jedem beliebigen Tag stattfinden, außer am Aschermittwoch oder in der Karwoche. Mit Vorzug wähle man jedoch einen Tag, an dem die Gläubigen zahlreich teilnehmen können, am besten einen Sonntag als den wöchentlichen Gedächtnistag der Auferstehung des Herrn, der den österlichen Sinn des christlichen Todes besser zum Ausdruck bringt.[380]

1071. Die Segnung wird nach Möglichkeit vom Ortsbischof vollzogen. Ist er verhindert, der Feier selbst vorzustehen, soll er die Aufgabe einem anderen Bischof oder Priester übertragen, vornehmlich jenem, der ihn in der seelsorglichen Betreuung der Diözese oder der Gläubigen, die den Friedhof anlegen, unterstützt (z. B. Kirchenrektor oder Pfarrer, in dessen Gebiet der Friedhof liegt).[381] Über die Segnung des Friedhofs soll eine Urkunde in zweifacher Ausfertigung ausgestellt werden; eine Ausfertigung soll im Bistumsarchiv, die zweite im Friedhofsarchiv aufbewahrt werden. Die diesbezüglichen Anweisungen in Nr. 878 sind den Gegebenheiten anzupassen.

1072. Für die Feier sind vorzubereiten:

a) Benediktionale;

b) Lektionar;

c) Osterkerze für die Prozession von der Kirche zum Friedhof;

d) Weihwassergefäß mit Aspergill;

e) Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;

f) wenn der Altar der Friedhofskapelle geweiht oder gesegnet werden soll: alles, was für die Weihe oder Segnung des Altares nötig ist; Altarschmuck;

g) wenn nach der Segnung am Friedhof eine Messe stattfinden soll: alles, was für die Messfeier nötig ist.

Für die Feier wähle man liturgische Gewänder in geeigneter Farbe. Man lege bereit:
- für den Bischof: Albe, Stola, Brustkreuz, gegebenenfalls Pluviale, KaseL Mitra und Stab;
- für die Konzelebranten: liturgische Gewänder für die Messfeier;
- für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken;
- für alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.


Zug zum Friedhof

1073. Wo es möglich ist, versammelt sich die Gemeinde in der Kirche oder an einem anderen geeigneten Ort und zieht von dort in Prozession zum Friedhof, der gesegnet werden soll. Wenn keine Prozession stattfinden kann oder sie nicht angemessen erscheint, versammelt sich die Gemeinde beim Eingang des Friedhofs. Der Bischof legt Albe, Stola und Pluviale (oder, wenn auf dem Friedhof eine Messfeier vorgesehen ist und die Umstände es zulassen, die Kasel) an und erhält Mitra und Stab; dann begibt er sich mit jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, zu der versammelten Gemeinde.

Die Feier wird mit Gesang oder Musik eröffnet. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab und spricht: “Im Namen des Vaters … Der Vater des Erbarmens ...” Die Gemeinde antwortet: "Und mit deinem Geiste."[382]

1074. Danach führt der Bischof die Gemeinde in die Feier ein. Nach der Einführung lädt er zum Gebet ein, dem Kyrie-Rufe vorausgehen können.[383]

1075. Nach dem Gebet lädt der Diakon gegebenenfalls ein: "Lasst uns ziehen in Frieden." Die Prozession formiert sich: An der Spitze der Prozession wird die brennende Osterkerze getragen; es folgen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und der Bischof mit Mitra und Stab, schließlich die Gemeinde. Während der Prozession zum Friedhofskreuz kann Psalm 118 (117) mit der Antiphon "Meine Zuflucht bist du ...” [AS 739] ("Pórtio mea Dómine ...” [PM 339]) gesungen werden. Wenn keine Prozession stattfinden kann, erhält der Bischof nach dem Gebet Mitra und Stab und betritt mit jenen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, und der Gemeinde den Friedhof: währenddessen singt man einen passenden Gesang.[384]


Lesung

1076. Die Prozession begibt sich zu dem Ort, an dem das Friedhofskreuz errichtet wurde; dort oder, wenn es an dieser Stelle nicht möglich ist, in der Friedhofskapelle oder an einem anderen geeigneten Ort wird das Wort Gottes vorgetragen.

1077. Es werden ein oder mehrere Texte aus der Heiligen Schrift gelesen. Wenn eine Eucharistiefeier folgt, werden mindestens zwei von den Schriftlesungen gelesen, die das Meßlektionar für Messen für Verstorbene vorsieht. Eine Lesung soll immer aus dem Evangelium genommen werden. Zwischen den Lesungen wird ein passender Antwortpsalm eingefügt.[385]

1078. Nach der Verkündigung des Wortes Gottes hält der Bischof eine Homilie. Ausgehend von den biblischen Lesungen spricht er über den österlichen Sinn des christlichen Sterbens.[386]


Segnung des Kreuzes und des Friedhofs

1079. Vor dem Segensgebet kann die Allerheiligenlitanei, die Litanei vom Leiden Jesu oder die folgende Lobpreisung gesungen oder gesprochen werden: "Herr, unser Gott, unsere Toten ...”[387]

Der Bischof steht ohne Mitra vor dem Kreuz, das in der Mitte des Friedhofs errichtet ist. und segnet das Friedhofskreuz und den Friedhof. Dabei spricht er das Segensgebet "Gott der Hoffnung und des Trostes ...” Danach legt er Weihrauch ein und beräuchert das Friedhofskreuz. Anschließend besprengt er den Friedhof und die Gemeinde mit Weihwasser. Zur Besprengung kann der Bischof entweder in der Mitte des Friedhofs stehen oder den Friedhof durchschreiten. Unterdessen kann Psalm 51 (50) mit der Antiphon "Dem Herrn will ich jubeln …" [AS 1252] ("Exsultábunt Dómino ...” [GT 688]) gesungen werden.[388]


Eucharistiefeier bzw. Fürbitten

1080. Wenn im Anschluss an die Friedhofssegnung die Eucharistie für die Verstorbenen gefeiert werden soll, legt der Bischof gegebenenfalls die Kasel an und begibt sich zum Altar, der auf dem Friedhof bereitet ist. Der Bischof verehrt mit seiner Begleitung den Altar und küsst ihn.

Der Diakon und Ministranten bringen den Kelch mit Korporale und Purifikatorien sowie das Messbuch zum Altar; danach bringen sie Brot, Wein und Wasser herbei. Die Eucharistiefeier wird in gewohnter Weise fortgesetzt.[389]

1081. Soll jedoch der Altar in der Friedhofskapelle geweiht oder gesegnet werden, so ist alles zu beachten, was zur Altarweihe (Nr. 944 ff.) oder Altarsegnung (Nr. 980 ff.) gesagt wurde.[390]

1082. Folgt jedoch keine Eucharistiefeier, so werden nach der Besprengung des Friedhofs die Fürbitten aus dem Benediktionale gesprochen. Die Fürbitten werden mit dem Vaterunser, das von allen gemeinsam gesungen oder gesprochen wird, und dem Gebet des Bischofs abgeschlossen. Danach erhält der Bischof Mitra und Stab und segnet die Gemeinde. Dann entlässt der Diakon die Gemeinde mit den Worten: "Gehet hin in Frieden"; alle antworten: "Dank sei Gott, dem Herrn." Die Feier schließt mit einem Auferstehungslied oder mit Musik.[391]


Die Segnung eines gemeinsamen Friedhofs für mehrere christliche Konfessionen

1083. Wo von der staatlichen Gemeinde oder der christlichen Gemeinschaft - von nichtkatholischen und katholischen Christen - ein Friedhof errichtet wird, der vor allem zur Bestattung von Toten der christlichen Kirchen dienen wird, ist es angebracht, den Friedhof in einer ökumenischen Feier zu segnen, die unter Mitwirkung aller daran Beteiligten vorbereitet wird. Die Feier ist jedoch, soweit sie die Katholiken betrifft, vom Ortsbischof zu ordnen.[392]


Die Teilnahme von Katholiken an der Einweihung eines öffentlichen Friedhofs mit rein profanem oder nichtchristlichem Charakter

1084. Wenn Katholiken zu einer Friedhofseinweihung mit nichtchristlichem oder profanem Charakter eingeladen werden, lehnt die Kirche es nicht ab, an der Feier teilzunehmen oder auch für alle Verstorbenen zu beten. Es ist jedoch Sache des Ortsbischofs, die Anwesenheit der Katholiken zu regeln.

Der katholische Priester und die Gläubigen wählen, wenn sich die Gelegenheit bietet, Lesungen aus der Heiligen Schrift, Psalmen und Gebete aus, die deutlich die Lehre der Kirche über den Tod und das Ziel des Menschen zum Ausdruck bringen, dessen Natur sich zu dem lebendigen und wahren Gott hinneigt.[393]

21. Kapitel: DIE ÖFFENTLICHE BUSSE, WENN EINE KIRCHE GESCHÄNDET WURDE

1085. Verbrechen, die in einer Kirche begangen werden, betreffen und verletzen in gewisser Weise die gesamte Gemeinschaft der an Christus glaubenden Brüder und Schwestern, deren Zeichen und Abbild das geheiligte Gebäude ist.

Vergehen und Verbrechen dieser Art sind jene, durch die die heiligen Mysterien, besonders die eucharistischen Gestalten, geschändet werden und die Kirche verächtlich gemacht wird, sowie solche, die die Würde des Menschen und der menschlichen Gesellschaft schwerwiegend verletzen.

Eine Kirche wird geschändet durch dort geschehene, schwer verletzende, mit Ärgernis für die Gläubigen verbundene Handlungen, die nach dem Urteil des Ortsordinarius so schwer und der Heiligkeit des Ortes entgegen sind, dass es nicht mehr erlaubt ist, in ihr Gottesdienst zu halten, bis die Schändung durch einen Bußritus behoben ist.[394]

1086. Die Schändung einer Kirche ist möglichst bald durch einen Bußritus zu beheben; bis jedoch der Ritus vollzogen ist, dürfen weder die Eucharistie noch andere Sakramente und die übrigen Gottesdienste in ihr gefeiert werden. Es ist höchst angemessen, die Gläubigen durch die Verkündigung des Wortes Gottes und durch Andachtsübungen auf den Bußritus einzustimmen, ja sie durch die Feier des Bußsakramentes innerlich zu erneuern.

Als Zeichen der Buße wird der Altar abgedeckt; es werden alle Zeichen der Freude und Festlichkeit entfernt: brennende Lichter, Blumen und dergleichen.

1087. Es ist Sache des Diözesanbischofs, dem Bußritus vorzustehen, um zu verdeutlichen, dass nicht nur diejeweilige Ortsgemeinde, sondern die ganze Ortskirche an dem Ritus teilhat und zu Umkehr und Buße bereit ist.

Je nach den Gegebenheiten entscheidet der Bischof zusammen mit demjeweiligen Kirchenrektor der Ortsgemeinde, ob eine Eucharistiefeier oder ein Wortgottesdienst stattfinden soll.

1088. Der Bußritus kann an jedem beliebigen Tag gefeiert werden, außer an den Drei Österlichen Tagen, den Sonntagen und an Hochfesten. Es steht jedoch nichts dagegen, vielmehr ist es angebracht, damit den Gläubigen kein geistlicher Schaden entsteht, den Bußritus am Vorabend des Sonntags oder eines Hochfestes zu feiern.

1089. Für die Feier des Bußritus sind vorzubereiten:

a) Rituale;

b) Lektionar;

c) Gefäß für das Wasser, das gesegnet werden soll, und Aspergill;

d) Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;

e) Prozessionskreuz und Kerzen;

f) Altartuch, Kerzen und alles andere, was für den Altarschmuck nötig ist;

g) ist eine Messfeier vorgesehen: alles, was für die Messe nötig ist.

Für den Bußritus werden liturgische Gewänder in violetter Farbe verwendet, wenn nicht das Messformular liturgische Gewänder in einer anderen Farbe fordert.

Es sind vorzubereiten:
- für den Bischof: Albe, Stola, Brustkreuz, Pluviale oder KaseL Mitra und Stab;
- für die Konzelebranten: liturgische Gewänder für die Messfeier;
- für die Diakone: Alben, Stolen und gegebenenfalls Dalmatiken;
- für die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

I. Der Bußritus in Verbindung mit einer Messfeier

1090. Zur Behebung der Schändung einer Kirche wird bevorzugt die liturgische Ordnung verwendet, in der der Bußritus in geeigneter Weise mit der Eucharistiefeier verbunden wird. Wie nämlich eine neue Kirche vor allem anderen durch die Feier der Eucharistie geweiht wird, so ist es richtig, dass eine geschändete Kirche durch eben diese Feier in ihrer Würde wiederhergestellt wird.

1091. Aus Gründen der Gemeinschaft, in der die Priester dem Bischof bei der Feier des Bußritus zur Seite stehen, ist es sehr angebracht, dass der Bischof mit den anwesenden Priestern die Messe konzelebriert, vor allem mit jenen, die für die Seelsorge im Gebiet der geschändeten Kirche zuständig sind.

1092. Die Eigentexte, die für die Messfeier verwendet werden, sind im Rituale an der entsprechenden Stelle angegeben. Es kann jedoch auch ein Messformular verwendet werden, das zur Behebung der Kirchenschändung besser geeignet erscheint, beispielsweise die Messe "Von der heiligen Eucharistie", wenn das Allerheiligste geschändet wurde, oder die Messe "Um Eintracht", wenn es im Kirchengebäude selbst zu schwerwiegenden Auseinandersetzungen unter Gemeindemitgliedern gekommen ist.


Einzug in die Kirche

1093. Die Versammlung der Gemeinde und der Einzug geschehen, je nach zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten, in einer der beiden beschriebenen Formen.


Erste Form: Prozession

1094. Zur festgesetzten Stunde versammelt sich die Gemeinde in einer Nachbarkirche oder an einem anderen geeigneten Ort, von wo die Prozession zu der geschändeten Kirche, in der der Bußritus vollzogen werden soll, ihren Anfang nimmt; voraus geht der Kreuzträger. Der Bischof mit Mitra und Stab, die Konzelebranten, der Diakon und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, begeben sich, bekleidet mit den entsprechenden liturgischen Gewändern, zu dem Ort, an dem sich die Gemeinde versammelt hat. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde.

1095. Anschließend führt der Bischof die Gemeinde in den Sinn der Feier ein; danach lädt er zum Gebet ein und trägt nach einer kurzen Gebetsstille die vorgesehene Oration vor.

1096. Danach ruft der Diakon gegebenenfalls: "Lasst uns ziehen in Frieden"; dann zieht die Prozession in folgender Ordnung zu der Kirche, in der der Bußritus vollzogen werden soll: Hinter dem Kreuzträger und den zwei Ministranten mit brennenden Kerzen gehen jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben. Es folgen die Konzelebranten, der Bischof mit Mitra und Stab, begleitet von Diakonen, und schließlich die Gemeinde.

Während der Prozession singt man in der Regel die Allerheiligen – Litanei, in der an den entsprechenden Stellen die Namen der Patrone des Ortes und der Kirche, die entsühnt werden soll, eingefügt werden. Vor der Anrufung "Jesus, du Sohn des lebendigen Gottes" wird eine Fürbitte eingefügt, die mit dem Anlass der Feier im Zusammenhang steht; außerdem können weitere Fürbitten eingefügt werden.

1097. Nach dem Einzug in die Kirche geht der Bischof, ohne den Altar zu verehren, zu seinem Sitz; die Konzelebranten, die Diakone und jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, begeben sich an ihre Plätze im Altarraum. Der Bischof gibt Stab und Mitra ab. Er segnet das Wasser und besprengt die Gemeinde sowie Altar und Kirchenwände, wie es in Nr. 1100-1101 beschrieben ist.


Zweite Form: Einzug

1098. Kann eine Prozession nicht stattfinden oder erscheint sie nicht angebracht, so versammelt sich die Gemeinde in der Kirche. Der Bischof mit Mitra und Stab, die Konzelebranten, die Diakone und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, ziehen, bekleidet mit den entsprechenden liturgischen Gewändern, hinter dem Kreuzträger und den zwei Ministranten mit brennenden Kerzen durch das Kirchenschiff zum Altarraum. Währenddessen singt man Psalm 130 (129) mit seiner Antiphon oder einen anderen passenden Gesang.

1099. Ist der Zug im Altarraum angekommen, so begeben sich jene, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, die Diakone und die Konzelebranten an ihre Plätze. Der Bischof geht, ohne den Altar zu verehren, zu seinem Sitz, gibt Stab und Mitra ab und begrüsst die Gemeinde.


Segnung des Wassers und Besprengung

1100. Nach dem Einzug segnet der Bischof das Wasser, mit dem er die Gemeinde zur Tauferinnerung und als Zeichen der Bußgesinnung besprengen sowie Altar und Wände der geschändeten Kirche abwaschen wird. Ministranten bringen ein Gefäß mit Wasser zum Bischof, der vor seinem Sitz steht. Der Bischof lädt alle zum Gebet ein; nach einer kurzen Gebetsstille spricht er das Segensgebet.

1101. Nach dem Segensgebet über dem Wasser besprengt der Bischof, begleitet von Diakonen, mit dem gesegneten Wasser den Altar, die Gemeinde und die Kirchenwände; dazu kann er durch den Kirchenraum schreiten. Währenddessen singt man Psalm 51 (50) mit der Antiphon "Aspérge me ...” [GL 424,1].

1102. Nach der Besprengung kehrt der Bischof an seinen Sitz zurück. Danach spricht er - mit gefalteten Händen - die Gebetseinladung; nach einer kurzen Gebetsstille breitet er die Hände aus und trägt das Tagesgebet vor.


Wortgottesdienst

1103. Im Wortgottesdienst werden die Lesungen, der Antwortpsalm und der Ruf vor dem Evangelium aus den Texten gewählt, die im Meßlektionar für Messen "Um Nachlass der Sünden"[395] vorgesehen sind, wenn nicht die Umstände andere Lesungen geeigneter erscheinen lassen. Im Anschluss an das Evangelium hält der Bischof die Homilie; dazu kann er sich setzen und Mitra und Stab nehmen, wenn es ihm nicht besser erscheint, ohne diese Insignien zu predigen. Ausgehend von den Lesungen des Wortgottesdienstes spricht er über die wiederhergestellte Würde des Kirchengebäudes und die zu fördernde Heiligkeit der Ortskirche.

1104. Wenn zu Beginn der Feier die Allerheiligenlitanei gesungen wurde, entfallen die Fürbitten. Wenn dagegen die Fürbitten vorgesehen sind, sollen sie so vollzogen werden, dass der Gedanke der Umkehr und Verzeihung eindringlich mit den gewohnten Intentionen verbunden wird; hierbei beachte man die Beispiele, die im Rituale vorgeschlagen werden.


Eucharisliefeier

1105. Nach den Fürbitten setzt sich der Bischof und erhält die Mitra. Ein Diakon und die Ministranten bedecken den Altar mit dem Altartuch und schmücken ihn gegebenenfalls mit Blumen; sie stellen die Leuchter mit Kerzen, die für die Feier der Eucharistie gebraucht werden, und gegebenenfalls das Kreuz an einer geeigneten Stelle auf.

Dann bringen ein Diakon und die Ministranten Korporale, Purifikatorien und Messbuch zum Altar.

Nachdem der Altar bereitet ist, bringen einige aus der Gemeinde Brot und Wein für die Feier der Eucharistie herbei. Der Bischof nimmt die Gaben an seinem Sitz entgegen. Während des Herbeibringens der Gaben kann ein passender Gesang gesungen werden.

Wenn alles bereitet ist, gibt der Bischof die Mitra ab, geht zum Altar und küsst ihn. Die Messfeier wird in gewohnter Weise fortgesetzt. Nach dem Gebet "Herr, wir kommen zu dir mit reumütigem Herzen ...” werden die Gaben und der Altar beräuchert.

Es folgt das Gabengebet.

1106. Wo die eucharistischen Gestalten in schwerwiegender Weise geschändet wurden, entfällt der Entlassungsteil, und es folgen nach Möglichkeit die Aussetzung und der eucharistische Segen, wie es in Nr. 1120-1129 beschrieben ist.

Falls aber der Bischof den Schlusssegen in der üblichen Form erteilt, kann er einen der Texte für den Feierlichen Schlusssegen wählen; nach dem Schlusssegen entlässt der Diakon die Gemeinde.

II. Der Bußritus in Verbindung mit einem Wortgottesdienst

1107. Wenn jedoch nur die Feier eines Wortgottesdienstes vorgesehen ist, geschieht alles, wie es in Nr. 1094-1104 beschrieben ist. Danach wird der barmherzige Gott mit dem im Rituale vorgesehenen oder einem anderen geeigneten Bußgebet angerufen. Dann bedecken Ministranten oder andere Mitfeiernde den Altar mit dem Altartuch und schmücken ihn gegebenenfalls mit Blumen, während der Kirchenraum festlich erleuchtet wird. Der Bischof begibt sich zum Altar, küsst ihn als Zeichen der Verehrung und beräuchert ihn. Nach der Beräucherung lädt der Bischof, am Altar stehend, mit einem geeigneten Hinweis zum Gebet des Herrn ein, das alle gemeinsam singen. Gleich darauf spricht der Bischof die entsprechende Oration aus dem Rituale. Er erteilt der Gemeinde in gewohnter Weise den Segen; es folgt die Entlassung.

22. Kapitel: DIE PROZESSIONEN

1108. Die Katholische Kirche hat aus der uralten Überlieferung der heiligen Väter die Gewohnheit übernommen, öffentliche religiöse Prozessionen, d. h. feierliche Bittgänge, zu veranstalten, in denen die Gemeinde unter der Leitung des Klerus mit Gebeten und Gesängen geordnet von einem heiligen Ort zu einem anderen heiligen Ort zieht; sie sollen die Frömmigkeit der Gläubigen anregen, an die Heilstaten Gottes erinnern und ihm Dank sagen oder Gott um seine Hilfe anflehen. Darum müssen sie mit gebührender Andacht gefeiert werden; sie hängen nämlich mit den großen göttlichen Mysterien zusammen, und die Teilnehmenden erhalten von Gott die heilbringenden Früchte der christlichen Frömmigkeit. Es ist Aufgabe der Seelsorger, die Gemeinde rechtzeitig auf die Prozessionen hinzuweisen und deren Sinn zu erklären.

1109. Es gibt regelmäßige Prozessionen, d.h. Prozessionen, die an bestimmten Tagen des Kirchenjahres nach den Bestimmungen der liturgischen Bücher oder den Gewohnheiten der Kirche stattfinden, und außerordentliche Prozessionen, d. h. solche, die aus einem öffentlichen Anlass für bestimmte Tage angeordnet werden.

1110. Unter den regelmäßig stattfindenden Prozessionen stehen an erster Stelle die Prozessionen am Fest der Darstellung des Herrn, am Palmsonntag und in der Osternacht, bei denen der Heilstaten des Herrn gedacht wird; ferner die Prozession mit dem Allerheiligsten nach der Messe am Hochfest des Leibes und Blutes Christi.

1111. Außerordentliche Prozessionen werden von der Bischofskonferenz angeordnet. wie beispielsweise an Bittagen, oder vom Ortsordinarius, beispielsweise Prozessionen für ein öffentliches Anliegen oder Prozessionen mit heiligen Reliquien oder Bildern, oder aus anderen Gründen.

1112. Prozessionen mit dem Allerheiligsten folgen immer auf die Messfeier, weil in dieser die Hostie für die nachfolgende Prozession konsekriert werden muss. Andere Prozessionen gehen in der Regel der Messfeier voraus, wenn nicht der Ortsordinarius aus schwerwiegenden Gründen eine andere Entscheidung trifft.

1113. Vor allem wenn Prozessionen durch öffentliche Straßen ziehen, sollen sie so geordnet sein, dass sie der Auferbauung aller dienen. Sie sollen auch dem Empfinden der Menschen sowie der lokalen Situation angepaßt werden.

1114. Bei der Aufstellung für die Prozessionen ist die Ordnung einzuhalten, die in diesem Buch (vgl. Nr. 79) und in den anderen entsprechenden liturgischen Büchern beschrieben ist. An der Spitze der Prozession wird in jedem Fall das Kreuz getragen, begleitet von Ministranten mit brennenden Kerzen; ihm geht, wenn Weihrauch verwendet wird, der Rauchfassträger mit dem Rauchfass voran. Bei Prozessionen mit dem Allerheiligsten geht der Rauchfassträger unmittelbar vor dem Allerheiligsten.

1115. Wenn der Bischof an Prozessionen mit dem Allerheiligsten, mit Kreuzreliquien, Reliquien, Heiligenbildern oder ähnlichem teilnimmt, ist es in jedem Fall angebracht, dass er das Pluviale anlegt und so der Prozession vorsteht und das Allerheiligste oder das Heilturn trägt.

Wenn jedoch der Bischof, bekleidet mit Chorkleidung oder Pluviale, das Allerheiligste oder das Heiltum nicht trägt, geht er immer vor demjenigen, der es trägt.

Nehmen weitere Bischöfe an der Prozession teil, so gehen sie, mit Chorkleidung oder Pluviale bekleidet, dem Bischof voran, so dass die Ranghöchsten dem Allerheiligsten oder dem Heiltum am nächsten sind.

Hinter dem Allerheiligsten oder dem Heiltum gehen gegebenenfalls die Vertreter und Vertreterinnen des Staates und anderer öffentlicher Institutionen.

1116. Mit Ausnahme der Prozessionen mit dem Allerheiligsten und mit Kreuzreliquien trägt der Bischof, wenn er mit liturgischen Gewändern bekleidet ist, die Mitra und, sofern er nichts anderes in Händen hält (z. B. Kerze, Palmzweig), auch den Stab. Wenn der Bischof den Stab nicht selbst trägt; wird dieser von einem Ministranten dem Bischof vorausgetragen.

23. Kapitel: AUSSETZUNG UND EUCHARISTISCHER SEGEN

Einführung

1117. Die Aussetzung der heiligen Eucharistie führt die Gläubigen zum lebendigen Bewusstsein von der wunderbaren Gegenwart Christi und lädt sie ein, sich mit ihm geistlich zu vereinigen. Diese Vereinigung erlangt in der sakramentalen Kommunion ihren Höhepunkt. Daher ist darauf zu achten, dass bei solchen Aussetzungen die Verehrung des heiligen Sakramentes in ihrer Beziehung zur Messe deutlich wird.[396]

1118. Vor dem Allerheiligsten, das zur Anbetung ausgesetzt ist, macht man eine einfache Kniebeuge.[397]

1119. Für die Aussetzung des Allerheiligsten in der Monstranz sind vorzubereiten:

a) Auf dem Altar oder in der Nähe des Altares, wie es diejeweilige Situation erfordert:
- Monstranz und gegebenenfalls Korporale;
- vier oder sechs Kerzen;
- gegebenenfalls Blumen;
- Rituale;
- Schultervelum;
- an geeigneter Stelle Sitze und Kniebänke für den Bischof und die anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben.

b) In der Sakristei:
- Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;
- weiße bzw. festliche liturgische Gewänder:
- für den Bischof: Albe, Brustkreuz, Stola, Pluviale, Mitra und Stab;
- für die Priester: Alben, Stolen, Pluviale;
- für die Diakone: Alben, Stolen, gegebenenfalls Dalmatiken;
- für alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

I. Längere Aussetzung

Die Aussetzung

1120. Wird die eucharistische Anbetung feierlich und über längere Zeit gehalten, so wird die Hostie in einer unmittelbar vorausgehenden Messfeier konsekriert und nach der Kommunion in der Monstranz auf den Altar niedergestellt. Die Messfeier endet mit dem Schlussgebet; die Entlassung entfällt. Bevor der Bischof die Kirche verlässt, beräuchert er das Allerheiligste, wie es in Nr. 1124 beschrieben ist.[398]

1121. Findet die Aussetzung außerhalb der Messfeier statt und führt der Bischof den Vorsitz, so wird er empfangen, wie es in Nr. 79 beschrieben ist; er legt in der Sakristei oder an einem anderen geeigneten Ort das Brustkreuz über der Albe sowie Stola und Pluviale in der entsprechenden Farbe an und nimmt in der Regel Mitra und Stab. Ihm assistieren zwei Diakone, oder wenigstens einer, in den ihrem Stand entsprechenden liturgischen Gewändern. Wenn keine Diakone anwesend sind, assistieren dem Bischof Priester, bekleidet mit dem Pluviale.

1122. Wenn er vor dem Altar angekommen ist, gibt der Bischof Stab und Mitra ab, verehrt zusammen mit den Diakonen, die ihm assistieren, den Altar oder macht eine Kniebeuge, wenn das Allerheiligste im Altarraum aufbewahrt wird; dann kniet er vor dem Altar nieder.

1123. Sogleich bringt ein Diakon das Allerheiligste vom Ort der Aufbewahrung; er trägt dazu das Schultervelum. Ministranten begleiten ihn mit brennenden Kerzen. Er stellt das Allerheiligste in der Monstranz auf den Altar, der mit dem Altartuch und gegebenenfalls mit dem Korporale bedeckt ist.[399] Danach macht er eine Kniebeuge und kehrt an die Seite des Bischofs zurück.

Wenn jedoch das Allerheiligste auf dem für die Aussetzung vorgesehenen Altar aufbewahrt wird, tritt der Diakon an den Altar heran, öffnet den Tabernakel, macht eine Kniebeuge und stellt das Allerheiligste in der Monstranz auf den Altar.

1124. Der Bischof erhebt sich. Der Rauchfassträger tritt hinzu; der Bischof legt Weihrauch in das Rauchfass ein und segnet ihn; der Diakon hält das Schiffchen. Dann kniet der Bischof nieder, nimmt das Rauchfass vom Diakon entgegen, verneigt sich zusammen mit den Diakonen, die ihm assistieren, und beräuchert das Allerheiligste. Nach einer weiteren Verneigung vor dem Allerheiligsten übergibt er das Rauchfass dem Diakon.

1125. Wenn die Anbetung für längere Zeit vorgesehen ist, kann sich der Bischof jetzt zurückziehen.[400] Wenn er aber bleibt, kann er sich zur Kathedra oder an einen anderen geeigneten Platz im Altarraum begeben.


Die Anbetung

1126. Die Anbetung ist so zu gestalten, dass die Gläubigen durch Gebete, Gesänge und das Hören der Lesungen ihre volle Aufmerksamkeit auf Christus, den Herrn, richten können.

Zur Anregung persönlichen Betens können Texte aus der Heiligen Schrift verkündet und in einer Homilie ausgelegt werden; es können auch kurze Gebetsanregungen folgen, die einem vertieften Eindringen in das eucharistische Mysterium dienen. Auch ist es sinnvoll, wenn die Gläubigen durch Gesang auf das Wort Gottes antworten. Zu geeigneter Zeit sollte Stille eintreten.

Wenn das Allerheiligste über längere Zeit auf dem Altar ausgesetzt ist, kann auch ein Teil des Stundengebetes gefeiert werden, vor allem die Haupthoren. Im Stundengebet nämlich finden Lob und Danksagung, die Gott in der Eucharistiefeier dargebracht werden, ihre Fortsetzung durch den ganzen Tag, und die Bitten der Kirche werden an Christus und durch ihn an den Vater im Namen der ganzen Welt gerichtet.[401]


Der Segen

1127. Gegen Ende der Anbetung begibt sich der Bischof zum Altar.[402] Wenn er jedoch erst jetzt an der Anbetung teilnimmt, ist das in Nr. 1122 Beschriebene zu beachten. Vor dem Altar gibt er Stab und Mitra ab.

1128. Der Bischof macht zusammen mit den Diakonen eine Kniebeuge und kniet vor dem Altar nieder.

Es werden die Strophen "Sakrament der Liebe Gottes ... Lob und Dank sei Gott dem Vater ...” [GL 542] ("Tantum ergo ... Genitóri Genitóque ...” [GL 541]) oder ein anderes eucharistisches Lied gesungen. Währenddessen legt der Bischof Weihrauch ein, segnet ihn und beräuchert kniend das Allerheiligste. Ein Diakon oder der Bischof selbst singt den Versikel "Brot vom Himmel ...”

Danach erhebt sich der Bischof und singt die Gebetseinladung "Lasset uns beten". Alle beten in Stille. Dann singt der Bischof die Oration "Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares ...” oder eine andere Oration aus dem Rituale.

1129. Nach der Oration legt der Bischof das Schultervelum an, geht zum Altar, macht eine Kniebeuge, nimmt mit Hilfe des Diakons zu seiner Rechten die Monstranz und hält sie in den vom Velum bedeckten Händen. Dann wendet er sich der Gemeinde zu und zeichnet schweigend dreimal das Kreuz über sie.[403] Gegebenenfalls wird das Allerheiligste dabei beräuchert; es können auch die Altarglocken geläutet werden.

Nach dem Segen nimmt der Diakon die Monstranz aus den Händen des Bischofs entgegen und stellt sie auf den Altar. Bischof und Diakon machen eine Kniebeuge. Während der Bischof das Schultervelum ablegt und vor dem Altar knien bleibt, trägt der Diakon das Allerheiligste ehrfürchtig in die Sakramentskapelle, wo er es in den Tabernakel reponiert, macht eine Kniebeuge und schließt den Tabernakel.

Gegebenenfalls kann währenddessen ein passender Gesang gesungen werden.[404]

Dann kehrt man in der gewohnten Weise in die Sakristei zurück.

II. Kurze Aussetzung

1130. Bei einer kurzen Aussetzung im Ziborium, der der Bischof vorsteht, sind vorzubereiten:
- wenigstens zwei Kerzen;
- gegebenenfalls Rauchfass und Schiffchen mit Weihrauch;
- für den Bischof: Albe, Brustkreuz, Stola, Pluviale;
- für Diakon oder Priester: Albe, Stola;
- für alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben: Alben oder andere zugelassene liturgische Gewänder.

Wenn der Bischof am Altar angekommen ist, macht er eine entsprechende Ehrfurchtsbezeigung und kniet vor dem Altar nieder. Der Diakon oder Priester setzt das Allerheiligste aus.

Wenn Weihrauch verwendet wird, ist zu beachten, was in Nr. 1124 und 1128 gesagt wurde.

Zum Abschluß der Anbetung singt man die Strophen "Sakrament der Liebe Gottes ... Lob und Dank sei Gott dem Vater ...” [GL 542] ("Tantum ergo ... Genitóri Genitóque ...” [GL 541]) oder ein anderes eucharistisches Lied. Währenddessen legt der Bischof gegebenenfalls Weihrauch ein, segnet ihn und beräuchert kniend das Allerheiligste. Ein Diakon oder der Bischof selbst singt den Versikel "Brot vom Himmel ...”

Danach erhebt sich der Bischof und singt die Gebetseinladung "Lasset uns beten". Alle beten in Stille. Dann singt der Bischof die Oration "Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares ...” oder eine andere Oration aus dem Rituale.

Nach der Oration legt der Bischof das Schultervelum an, geht zum Altar, macht eine Kniebeuge, nimmt mit Hilfe des Diakons das Ziborium und hält es in den vom Velum bedeckten Händen. Dann wendet er sich der Gemeinde zu und zeichnet schweigend dreimal das Kreuz über sie. Danach stellt er das Ziborium auf den Altar, macht eine Kniebeuge und legt das Schultervelum ab; dann kniet er vor dem Altar nieder, bis der Diakon oder Priester das Allerheiligste in den Tabernakel reponiert.

Nach der Verehrung des Altares kehren alle in die Sakristei zurück.

24. Kapitel: SEGNUNGEN DURCH DEN BISCHOF

1131. Der Dienst des Segnens beruht auf einem besonderen Vollzug des Priesteramtes Christi. Je nach der den einzelnen im Gottesvolk eigenen Stellung und Aufgabe wird dieser Dienst ausgeübt. Daher ist es angebracht, dass der Bischof vor allem jenen Feiern vorsteht, die sich auf die ganze Gemeinschaft der Diözese beziehen; deshalb kann er sich manche Feiern vorbehalten; unbeschadet dessen kann er jedoch auch einen Priester beauftragen, sie in seinem Namen zu leiten.

Der Bischof wird auch für eine entsprechende Unterweisung des Volkes Gottes über den rechten Sinn der Riten und Gebete sorgen, die die Kirche bei den Benediktionen verwendet, damit sich nichts in die Feiern einschleicht, was von Aberglauben und von Leichtgläubigkeit geprägt ist und der Reinheit des Glaubens schadet.[405]

1132. Die Grundform einer Segnung besteht aus zwei Hauptteilen. Der erste ist die Verkündigung des Wortes Gottes, der zweite der Lobpreis der Güte Gottes und die Bitte um seine Hilfe. Im Rahmen dieser Struktur und der Ordnung dieser Hauptteile werden jedoch in verschiedenen Feiern zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten angeboten, damit der oberste Grundsatz von der bewussten, tätigen und den Verhältnissen angepaßten Teilnahme der Gläubigen gefördert wird. Damit das Heil verkündet, der Glauben weitergegeben, Gott gepriesen und das Gebet der Kirche gepflegt werden, ist sorgfältig darauf zu achten, dass die Segnung mit einer gottesdienstlichen Feier verbunden ist, selbst wenn etwas lediglich mit dem Kreuzzeichen zu segnen ist.[406]

1. Der gewöhnliche Segen

1133. Am Ende der feierlichen Bischofsmesse segnet der Bischof die Gemeinde, wie es in Nr. 169 beschrieben ist.

1134. In anderen Messfeiern und Gottesdiensten (z. B. Vesper oder Laudes, am Ende einer nichteucharistischen Prozession usw.) oder auch außerhalb von Gottesdiensten kann der Bischof den Segen in einer der folgenden Formeln erteilen.


Erste Form

1135. Der Bischof erhält gegebenenfalls die Mitra, breitet die Hände aus und grüsst die Gemeinde mit den Worten: "Der Herr sei mit euch." Alle antworten: "Und mit deinem Geiste." Dann breitet der Bischof die Hände über die Gläubigen aus und fährt fort: "Der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus." Alle antworten: "Amen."

Dann nimmt der Bischof gegebenenfalls den Stab und spricht: "Es segne euch der allmächtige Gott" und fügt hinzu, indem er dreimal das Kreuzzeichen über die Gemeinde macht: "der Vater + und der Sohn + und der Heilige + Geist." Alle antworten: "Amen."


Zweite Form

1136. Nachdem der Bischof die Gemeinde gegrüsst hat, wie es in Nr. 1135 beschrieben ist, spricht er: "Der Name des Herrn sei gepriesen." Alle antworten: "Von nun an bis in Ewigkeit." Dann fügt der Bischof hinzu: "Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn." Alle antworten: "Der Himmel und Erde erschaffen hat." Dann nimmt der Bischof gegebenenfalls den Stab und spricht: "Es segne euch der allmächtige Gott ...” (vgl. Nr. 1135).

2. Der Apostolische Segen

1137. Den Apostolischen Segen mit vollkommenem Ablaß kann der Bischof in seiner Diözese dreimal im Jahr an den von ihm bestimmten hohen Feiertagen erteilen, auch wenn er der Messe vorsteht, ohne selbst die Eucharistie zu feiern (vgl. Nr. 175-186).

Andere Prälaten, die vom Recht den Diözesanbischöfen gleichgestellt sind, können, auch wenn sie nicht die Bischofsweihe erhalten haben, vom Zeitpunkt der Übernahme ihrer pastoralen Aufgabe an den Päpstlichen Segen mit demselben Ablaß in ihren Gebieten dreimal im Jahr an den von ihnen bestimmten hohen Feiertagen erteilen.[407]

Dieser Segen wird am Ende der Messfeier anstelle des üblichen Segens gespendet.[408] Auch ist das Allgemeine Schuldbekenntnis zu Beginn der Messe auf ihn ausgerichtet.

1138. In den einführenden Worten zum Allgemeinen Schuldbekenntnis weist der Bischof die Gläubigen darauf hin, dass er am Ende der Messfeier den Segen mit vollkommenem Ablaß spenden wird, und lädt sie ein, ihre Sünden zu bereuen und sich vorzubereiten, um an diesem Ablaß Anteil zu erhalten. Anstelle des Textes, mit dem das Allgemeine Schuldbekenntnis üblicherweise schließt, wird der folgende verwendet:[409]

Bischof:

Auf die Fürbitte der seligen Jungfrau Maria, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen und um ihrer Verdienste willen gewähre euch der allmächtige und barmherzige Gott wahre und fruchtbare Umkehr, ein allzeit bußfertiges Herz, Besserung des Lebens und Ausdauer in guten Werken. Er lasse euch die Sünden nach und führe euch zum ewigen Leben.

Alle: Amen.

1139. Bei den Fürbitten soll das Gebetsanliegen für die Kirche nicht übergangen und eine eigene Bitte für den Papst eingefügt werden.

1140. Nach dem Schlussgebet erhält der Bischof die Mitra. Der Diakon kündigt den Segen mit folgenden oder ähnlichen Worten an:

Diakon:

Unser (Erz-lBischof N., durch Gottes Gnade und nach dem Willen des Apostolischen Stuhles (Erz-)Bischof der Kirche von N., erteilt jetzt im Namen des Papstes allen Anwesenden, die zur Umkehr bereit sind und das Bußsakrament und die heilige Kommunion empfangen haben, den Segen mit vollkommenem Ablaß.

Bittet Gott für unseren Papst N., für unseren (Erz-)Bischof N. und die ganze Kirche, und trachtet danach, in voller Einheit mit ihr ein heiliges Leben zu führen.

1141. Dann breitet der Bischof stehend, mit Mitra, die Hände aus und grüsst die Gläubigen mit den Worten: "Der Herr sei mit euch." Alle antworten: "Und mit deinem Geiste." Der Diakon aber kann mit folgenden oder ähnlichen Worten die Einladung sprechen: "Wir knien nieder zum Segen." Der Bischof breitet die Hände über die Gläubigen aus und singt oder spricht den feierlichen Segen aus dem Messbuch. Dann nimmt er den Stab und beschließt den Segen mit den Worten:

Bischof:

Auf die Fürbitte der heiligen Apostel Petrus und Paulus segne euch der allmächtige Gott, der Vater + und der Sohn + und der Heilige + Geist.

Alle: Amen.

Während er die letzten Worte spricht, macht er dreimal das Kreuzzeichen über die Gläubigen.

3. Andere Segnungen

1142. Wenn eine Segnung in Gemeinschaft und unter großer Beteiligung der Gläubigen vom Bischof zu halten ist, folgt man der liturgischen Ordnung, die im Rituale oder in einem anderen liturgischen Buch für die einzelnen Segnungen vorgesehen ist. Der Bischof trägt über Albe, Brustkreuz und Stola das Pluviale in der entsprechenden Farbe und verwendet Mitra und Stab.

1143. Dem Bischof assistiert für gewöhnlich ein Diakon, der Albe, Stola und gegebenenfalls Dalmatik trägt, oder ein Priester, bekleidet mit Albe und Stola oder mit Talar und Chorrock sowie Stola, oder andere, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, mit entsprechenden liturgischen Gewändern.

Der Bischof behält sich gewöhnlich bei der Feier folgende Teile vor: die Begrüßung, eine kurze Homilie, in der er sowohl die biblischen Lesungen als auch die Bedeutung der Segnung erklärt, das Segens gebet, das er stehend ohne Mitra spricht, die Einleitung und den Abschluß der Fürbitten, wenn solche sinnvollerweise angefügt werden, und, vor der Entlassung, den Segen über die Gläubigen, den er in der gewohnten Weise erteilt.

Anmerkungen

  1. Vgl. Regula S. Benedicti, Kap. 2 und 64.
  2. Vgl. Pontifikale. Die Weihe des Abtes, Nr. 2.
  3. Vgl. ebd.
  4. Vgl. ebd. Nr. 1.
  5. Vgl. Anhang III.
  6. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII, 5.319-326.
  7. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  8. Vgl. Pontifikale. Die Weihe des Abtes, Nr. 4 und 11.
  9. Vgl. ebd. Nr. 6.
  10. Vgl. ebd. Nr. 8.
  11. Vgl. ebd.
  12. Vgl. ebd. Nr. 10.
  13. Vgl. ebd. Nr. 14-16.
  14. Vgl. ebd. Nr. 17-19.
  15. Vgl. ebd. Nr. 20.
  16. Vgl. ebd. Nr. 21-22.
  17. Vgl. ebd. Nr. 23.
  18. Vgl. ebd. Nr. 24-27.
  19. Vgl. ebd. Nr. 34.
  20. Vgl. Regula S. Benedicti, Kap. 2 und 64.
  21. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Äbtissin, Nr. 2.
  22. Vgl. ebd. Nr. 1.
  23. Vgl. Anhang III.
  24. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII, S. 319-326.
  25. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  26. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Äbtissin, Nr. 4, 7.
  27. Vgl. ebd. Nr. 6.
  28. Vgl. ebd. Nr. 10.
  29. Vgl. ebd. Nr. 11-13.
  30. Vgl. ebd. Nr. 14-15.
  31. Vgl. ebd. Nr. 16.
  32. Vgl. ebd. Nr. 17.
  33. Vgl. ebd. Nr. 18-19.
  34. Vgl. ebd. Nr. 20.
  35. Vgl. ebd. Nr. 21.
  36. Vgl. ebd. Nr. 22-23.
  37. Vgl. ebd. Nr. 23.
  38. Vgl. ebd. Nr. 29.
  39. Vgl. Pontifikale. Die Jungfrauenweihe, Allgemeine Einführung, Nr. 1.
  40. Ebd. Nr. 3.
  41. Vgl. Pontifikale. Die Jungfrauenweihe, Kap. 1: Die Jungfrauenweihe für Frauen, die in der Welt leben, Nr. 1; Kap. 2: Die Jungfrauenweihe in Verbindung mit der ewigen Profeß der Ordensfrauen monastischer Gemeinschaften, Nr. 1.
  42. Ebd. Kap. L Nr. 2; Kap. 2, Nr. 2.
  43. Ebd. Kap. 1, Nr. 4.
  44. Vgl. Pontifikale. Die Jungfrauenweihe, Allgemeine Einführung, Nr. 6.
  45. Vgl. Anhang III.
  46. Vgl. Meßlektionar. Bd. VII, S. 327-365.
  47. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders. Nr. 59.
  48. Vgl. Pontifikale. Die Jungfrauenweihe, Kap. 1, Nr. 3.
  49. Vgl. ebd. Nr. 9.
  50. Vgl. ebd. Nr. 18.
  51. Vgl. ebd. Nr. 22-23.
  52. Vgl. ebd. Nr. 34.
  53. Vgl. Pontifikale. Die Jungfrauenweihe, Kap. 2, Nr. 3.
  54. Vgl. ebd. Nr. 6 und 8.
  55. Vgl. ebd. Nr. 10.
  56. Vgl. ebd. Nr. 11.
  57. Vgl. ebd. Nr. 12-15.
  58. Vgl. ebd. Nr. 18.
  59. Vgl. ebd. Nr. 19.
  60. Vgl. ebd. Nr. 20-21.
  61. Vgl. ebd. Nr. 22.
  62. Vgl. ebd. Nr. 23-24.
  63. Vgl. ebd. Nr. 25.
  64. Vgl. ebd. Nr. 26-28.
  65. Vgl. ebd. Nr. 29.
  66. Vgl. ebd. Nr. 30.
  67. Vgl. ebd. Nr. 32.
  68. Vgl. ebd. Nr. 32-33.
  69. Vgl. ebd. Nr. 34.
  70. Vgl. ebd. Nr. 35.
  71. Vgl. ebd. Nr. 36.
  72. Vgl. ebd. Nr. 37.
  73. Vgl. ebd. Nr. 39-40.
  74. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 45.
  75. Vgl. Die Feier der Ordensprofess, I. Teil, Kap. 3: Feier der ewigen Profess innerhalb der Messe, Nr. 44-46.
  76. Vgl. ebd. Nr. 40; vgl. CIC can. 657 § 3.
  77. Vgl. Anhang III.
  78. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII, S. 327-365.
  79. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  80. Vgl. Die Feier der Ordensprofess, I. Teil, Kap. 3: Feier der ewigen Profess innerhalb der Messe, Nr. 50, 48.
  81. Vgl. ebd. Nr. 51.
  82. Vgl. ebd. Nr. 48, 53-55.
  83. Vgl. ebd. Nr. 56.
  84. Vgl. ebd. Nr. 57-59.
  85. Vgl. ebd. Nr. 60-62.
  86. Vgl. ebd. Nr. 63.
  87. Vgl. ebd. Nr. 64-65.
  88. Vgl. ebd. Nr. 66.
  89. Vgl. ebd. Nr. 67.
  90. Vgl. ebd. Nr. 68.
  91. Vgl. ebd. Nr. 70.
  92. Vgl. ebd. Nr. 71-72.
  93. Vgl. ebd. Nr. 73.
  94. Vgl. ebd. Nr. 74.
  95. Vgl. ebd. Nr. 75.
  96. Vgl. ebd. Nr. 76-77.
  97. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 45.
  98. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum eoncilium", Art. 41.
  99. Vgl. Die Feier der Ordensprofess, II. Teil. Ordnung der Profess in weiblichen Ordensgemeinschaften, Kap. 3: Feier der ewigen Profess innerhalb der Messe, Nr. 50-51.
  100. Vgl. ebd. Nr. 43; vgl. CIC can. 657 § 3.
  101. Vgl. Anhang III.
  102. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII, S. 327-365.
  103. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  104. Vgl. Die Feier der Ordensprofess, II. Teil, Kap. 3, Nr. 55-56.
  105. Vgl. ebd. Nr. 58-60.
  106. Vgl. ebd. Nr. 61.
  107. Vgl. ebd. Nr. 62-64.
  108. Vgl. ebd. Nr. 65-67.
  109. Vgl. ebd. Nr. 68.
  110. Vgl. ebd. Nr. 69-70.
  111. Vgl. ebd. Nr. 71.
  112. Vgl. ebd. Nr. 72.
  113. Vgl. ebd. Nr. 73-76.
  114. Vgl. ebd. Nr. 77.
  115. Vgl. ebd. Nr. 79.
  116. Vgl. ebd. Nr. 80.
  117. Vgl. ebd. Nr. 81.
  118. Vgl. Rituale Romanum, Ordo professionis religiosae. eap. 3: Ritus professionis perpetuae intra Missam peragendus, Nr. 82; vgl. Die Feier der Ordensprofess. Kap. 3: Feier der ewigen Profess innerhalb der Messe, Nr. 82.
  119. Vgl. ebd. Nr. 83-84, 160.
  120. Vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben "Ministeria quaedam" vom 15. August 1972, Nr. III, IV, XI: AAS 64 (1972) 531-533.
  121. Vgl. ebd. Nr. X.
  122. Vgl. ebd. Nr. IX.
  123. Vgl. ebd. Nr. V.
  124. Vgl. Pontifikale. Die Beauftragung der Lektoren, Nr. 8.
  125. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII, 5.163-174.
  126. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  127. Vgl. Pontifikale. Die Beauftragung der Lektoren. Nr. 7.
  128. Vgl. ebd. Nr. 8.
  129. Vgl. ebd. Nr. 9.
  130. Vgl. ebd. Nr. 10.
  131. Vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben "Ministeria quaedam" vom 15. August 1972. Nr. VI: AAS 64 (1972) 532-533.
  132. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII, S. 175-197.
  133. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  134. Vgl. Pontifikale. Die Beauftragung der Akolythen, Nr. 7.
  135. Vgl. ebd. Nr. 8.
  136. Vgl. ebd. Nr. 9.
  137. Vgl. ebd. Nr. 10.
  138. Vgl. ebd. Nr. 11.
  139. Vgl. ebd. Nr. 13.
  140. Vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosanctum eoncilium", Art. 32; Die kirchliche Begräbnisfeier, Pastorale Einführung, Nr. 33.
  141. Vgl. Die kirchliche Begräbnisfeier. Nr. 2-6. S. 35-41.
  142. Vgl. Die kirchliche Begräbnisfeier, Pastorale Einführung. Nr. 29.
  143. Vgl. ebd. Nr. 22.
  144. Vgl. Die kirchliche Begräbnisfeier, Nr. 12-23, S. 42-45.
  145. Vgl. ebd. Nr. 16, S. 42; Nr. 24, S. 45.
  146. Vgl. ebd. Nr. 17-23, S. 43-45.
  147. Vgl. ebd. Nr. 24, S. 45.
  148. Vgl. ebd. Nr. 26-34, S. 65-68.
  149. Vgl. ebd. Nr. 27-33, S. 66-68.
  150. Vgl. ebd. Nr. 35-39, S. 60-70.
  151. Vgl. 1 Kor 3,9; Zweites Vatikanisches Konzil, Dogmatische Konstitution über die Kirche "Lumen gentium", Art. 6.
  152. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 1. Kapitel: Der Baubeginn der Kirche (Grundsteinlegung). Nr. 1.
  153. Vgl. ebd. Nr. 2.
  154. Vgl. ebd. Nr. 3.
  155. Ebd. Nr. 4.
  156. Ebd. Nr. 5.
  157. Ebd. Nr. 6.
  158. Vgl. ebd. Nr. 7.
  159. Vgl. ebd. Nr. 8.
  160. Ebd. Nr. 10.
  161. Ebd. Nr. 11.
  162. Vgl. ebd. Nr. 12-13.
  163. Vgl. ebd. Nr. 14.
  164. Vgl. ebd. Nr. 15.
  165. Vgl. ebd. Nr. 16-17.
  166. Vgl. ebd. Nr. 18.
  167. Vgl. ebd. Nr. 19; vgl. Meßlektionar. Bd. VII. S. 528-529.
  168. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 1. Kapitel: Der Baubeginn der Kirche (Grundsteinlegung). Nr. 20.
  169. Vgl. ebd. Nr. 21.
  170. Vgl. ebd. Nr. 22-23.
  171. Vgl. ebd. Nr. 24.
  172. Vgl. ebd. Nr. 25.
  173. Vgl. ebd. Nr. 26-27.
  174. Vgl. ebd. Nr. 28.
  175. Vgl. ebd. Nr. 29.
  176. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 2. Kapitel: Die Weihe der Kirche. Nr. 1-2.
  177. Ebd. Nr. 4.
  178. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch. Nr. 266.
  179. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 2. Kapitel: Die Weihe der Kirche, Nr. 5.
  180. Vgl. ebd. Nr. 6.
  181. Ebd. Nr. 7.
  182. Vgl. ebd. Nr. 8-9.
  183. Vgl. ebd. Nr. 10.
  184. Ebd. Nr. 21.
  185. Ebd. Nr. 20.
  186. Vgl. ebd. Nr. 23.
  187. Ebd. Nr. 22.
  188. Vgl. ebd. Nr. 25.
  189. Vgl. ebd. Nr. 24-25.
  190. Ebd. Nr. 26.
  191. Ebd. Nr. 27. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders. Nr. 59.
  192. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 2. Kapitel: Die Weihe der Kirche. Nr. 28. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders. Nr. 59.
  193. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 2. Kapitel: Die Weihe der Kirche. Nr. 30.
  194. Ebd. Nr. 31.
  195. Vgl. ebd. Nr. 32.
  196. Vgl. ebd. Nr. 33.
  197. Vgl. ebd. Nr. 34.
  198. Vgl. ebd. Nr. 35.
  199. Vgl. ebd. Nr. 36.
  200. Vgl. ebd. Nr. 37.
  201. Vgl. ebd. Nr. 38-39.
  202. Vgl. ebd. Nr. 40.
  203. Vgl. ebd. Nr. 41-43.
  204. Vgl. ebd. Nr. 43-44.
  205. Vgl. ebd. Nr. 45-47.
  206. Vgl. ebd. Nr. 48.
  207. Vgl. ebd. Nr. 49.
  208. Vgl. ebd. Nr. 52.
  209. Vgl. ebd. Nr. 52-53.
  210. Vgl. ebd. Nr. 54.
  211. Vgl. ebd. Nr. 55-56.
  212. Vgl. ebd. Nr. 57.
  213. Vgl. ebd. Nr. 58.
  214. Vgl. ebd. Nr. 59. 63.
  215. Vgl. ebd. Nr. 62.
  216. Vgl. ebd. Nr. 63.
  217. Vgl. ebd. Nr. 64-65.
  218. Vgl. ebd. Nr. 66.
  219. Vgl. ebd. Nr. 67-68.
  220. Vgl. ebd. Nr. 69.
  221. Vgl. ebd. Nr. 70.
  222. Vgl. ebd. Nr. 71-72.
  223. Vgl. ebd. Nr. 73-74.
  224. Vgl. ebd. Nr. 75-77.
  225. Vgl. ebd. Nr. 78.
  226. Vgl. ebd. Nr. 79.
  227. Vgl. ebd. Nr. 80.
  228. Vgl. ebd. Nr. 81.
  229. Messbuch. Die Weihe einer Kirche.
  230. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 4. Kapitel: Die Weihe einer Kirche, in der schon Eucharistie gefeiert wurde. Nr. 1-2.
  231. Allgemeine Einführung in das Römische Mef:lbuch. Nr. 259.
  232. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 5. Kapitel: Die Weihe des Altares, Nr. 6.
  233. Vgl. ebd. Nr. 9.
  234. Contra Faustum 20, 21: PL 42.384.
  235. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 5. Kapitel: Die Weihe des Altares. Nr. 10.
  236. Vgl. ebd. Nr. 13.
  237. Ebd. Nr. 12.
  238. Ebd. Nr. 14.
  239. Ebd. Nr. 15.
  240. Vgl. ebd. Nr. 16.
  241. Vgl. ebd. Nr. 26.
  242. Vgl. ebd. Nr. 27.
  243. Ebd. Nr. 26.
  244. Vgl. ebd. Nr. 28.
  245. Ebd. Nr. 30.
  246. Vgl. ebd. Nr. 29.
  247. Vgl. ebd. Nr. 31.
  248. Vgl. ebd.
  249. Vgl. ebd. Nr. 33.
  250. Ebd. Nr. 34.
  251. Vgl. ebd. Nr. 35.
  252. Vgl. ebd. Nr. 36.
  253. Vgl. ebd. Nr. 37.
  254. Vgl. ebd. Nr. 40.
  255. Vgl. ebd. Nr. 40-41.
  256. Vgl. ebd. Nr. 42-44.
  257. Vgl. ebd. Nr. 45.
  258. Vgl. ebd. Nr. 46.
  259. Vgl. ebd. Nr. 47-49.
  260. Vgl. ebd. Nr. 50.
  261. Vgl. ebd. Nr. 51.
  262. Vgl. ebd. Nr. 52-54.
  263. Vgl. ebd. Nr. 55-56.
  264. Vgl. ebd. Nr. 57.
  265. Vgl. ebd. Nr. 58.
  266. Vgl. ebd. Nr. 59.
  267. Vgl. ebd. Nr. 60.
  268. Vgl. ebd. Nr. 61.
  269. Vgl. ebd. Nr. 62.
  270. Vgl. ebd. Nr. 63-64.
  271. Vgl. ebd. Nr. 67.
  272. Vgl. ebd. Nr. 68.
  273. Vgl. ebd. Nr. 69.
  274. Vgl. ebd. Nr. 70.
  275. Vgl. ebd. Nr. 71-72.
  276. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 3. Kapitel: Die Segnung einer Kirche oder einer Kapelle, Nr. 1.
  277. Vgl. ebd. Nr. 2.
  278. Vgl. ebd. Nr. 2-3.
  279. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  280. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 3. Kapitel: Die Segnung einer Kirche oder einer Kapelle, Nr. 5-6.
  281. Vgl. ebd. Nr. 7.
  282. Vgl. ebd. Nr. 8.
  283. Vgl. ebd. Nr. 10.
  284. Vgl. ebd. Nr. 11.
  285. Vgl. ebd. Nr. 12.
  286. Vgl. ebd. Nr. 14.
  287. Vgl. ebd. Nr. 15-16.
  288. Vgl. ebd. Nr. 17-21.
  289. Vgl. ebd. Nr. 22-24.
  290. Vgl. ebd. Nr. 21.
  291. Vgl. ebd. Nr. 25-27.
  292. Vgl. ebd. Nr. 28-29.
  293. Vgl. ebd. Nr. 30-34.
  294. Vgl. ebd. Nr. 35-36.
  295. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 6. Kapitel: Die Segnung des Altares. Nr. 1; vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch, Nr. 261, 265.
  296. Allgemeine Einführung in das Römische Meßbuch. Nr. 264.
  297. Vgl. Pontifikale. Die Weihe der Kirche und des Altares. 6. Kapitel: Die Segnung des Altares, Nr. 3.
  298. Ebd. Nr. 4.
  299. Vgl. ebd. Nr. 5.
  300. Vgl. ebd. Nr. 6.
  301. Ebd. Nr. 7.
  302. Vgl. ebd. Nr. 9.
  303. Vgl. ebd. Nr. 10.
  304. Ebd. Nr. 11.
  305. Ebd. Nr. 12-14.
  306. Vgl. ebd. Nr. 15.
  307. Ebd. Nr. 16.
  308. Vgl. Pontificale Romanum, Ordo dedicationis ecclesiae et altaris, caput VII: Ordo benedictionis calicis et patenae; vgl. Benediktionale, Nr. 33: Weihe von Hostienschale und Kelch.
  309. Vgl. Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, Nr. 289.
  310. Pontificale Romanum, Ordo dedicationis ecclesiae et altaris, caput VII: Ordo benedictionis calicis et patenae, Nr. 1.
  311. Ebd. Nr. 2; vgl. Benediktionale, Nr. 33, S. 171.
  312. Pontificale Romanum, Ordo dedicationis ecclesiae et altaris, caput VII: Ordo benedictionis calicis et patenae, Nr. 3.
  313. Vgl. ebd. Nr. 4.
  314. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  315. Vgl. Meßlektionar, Bd. VII, S. 386-389.
  316. Vgl. Pontificale Romanum. Ordo dedicationis ecclesiae et altaris, caput VII: Ordo benedictionis calicis et patenae, Nr. 9.
  317. Vgl. ebd. Nr. 10.
  318. Vgl. Benediktionale, Nr. 33, S. 172-173.
  319. Vgl. Pontificale Romanum, Ordo dedicationis ecclesiae et altaris, caput VII: Ordo benedictionis calicis et patenae. Nr. 12.
  320. Vgl. ebd. Nr. 13.
  321. Vgl. ebd. Nr. 14.
  322. Rituale Romanum. Ordo Baptismi parvulorum, De initiatione christiana. Praenotanda generalia, Nr. 25; vgl. Die Feier der Kindertaufe. Allgemeine Einführung, Nr. 44.
  323. Rituale Romanum. Ordo Baptismi parvulorum, De initiatione christiana. Praenotanda generalia. Nr. 19; vgl. Die Feier der Kindertaufe. Allgemeine Einführung, Nr. 53.
  324. Messbuch. Die Feier der Osternacht. Taufwasserweihe; Die Feier der Kindertaufe. Nr. 23 A; Die Eingliederung Erwachsener in die Kirche, Nr. 215 A.
  325. Vgl. Rituale Romanum. De benedictionibus. caput XXV: Ordo benedictionis novi fontis baptismalis. Praenotanda. Nr. 840.
  326. Vgl. ebd. Nr. 844. 861.
  327. Vgl. ebd. Nr. 862.
  328. Vgl. ebd. Nr. 863-864.
  329. Vgl. ebd. Nr. 865.
  330. Vgl. Meßlektionar. Bd. VII, S. 16-69.
  331. Vgl. Rituale Romanum. De benedictionibus, caput XXV: Ordo benedictionis novi fontis baptismalis, Nr. 867.
  332. Vgl. ebd. Nr. 868-869.
  333. Vgl. ebd. Nr. 870--872.
  334. Vgl. ebd. Nr. 874.
  335. Zweites Konzil von Nicäa. 7. Sitzung: Mansi XIII. 378: Denzinger-Hünermann 601.
  336. Vgl. Rituale Romanum, De benedictionibus. caput XXVIII: Ordo benedictionis novae Crucis publicae venerationi exhibendae. Praenotanda, Nr. 964.
  337. Vgl. Benediktionale. Nr. 28: Feierliche Kreuzweihe. S. 148.
  338. Vgl. ebd.
  339. Vgl. Rituale Romanum, De benedictionibus. caput XXVIII: Ordo benedictionis novae Crucis publicae venerationi exhibendae, Nr. 971; vgl. Benediktionale. Nr. 28: Feierliche Kreuzweihe, S. 150-151.
  340. Vgl. Meßlektionar. Bd. VIII. S. 355-391.
  341. Vgl. Benediktionale. Nr. 28: Feierliche Kreuzweihe, S. 149.
  342. Vgl. Benediktionale, Nr. 28: Feierliche Kreuzweihe, S. 151.
  343. Vgl. ebd. S. 151-152; vgl. Rituale Romanum, De benedictionibus, capul XXVIII: Ordo benedictionis novae Crucis publicae venerationi exhibendae, Nr. 980.
  344. Vgl. Benediktionale. Nr. 28: Feierliche Kreuzweihe. S. 152-153.
  345. Vgl. Benediktionale. Nr. 31: Glockenweihe. 5.160-161: vgl. Rituale Romanum. De benedictionibus. caput XXX: Ordo benedictionis campanae, Nr. 1036.
  346. Vgl. Rituale Romanum. De benedictionibus. caput XXX: Ordo benedictionis campanae. Nr. 1035.
  347. Vgl. Benediktionalc. Nr. 31: Glockenweihe. S. 161.
  348. Vgl. ebd. S. 162-163.
  349. Vgl. ebd. S. 163.
  350. Vgl. ebd. S. 163-164.
  351. Vgl. ebd. S. 165.
  352. Vgl. ebd.
  353. Vgl. Rituale Romanum, De benedictionibus, caput XXX: Ordo benedictionis campanae, Nr. 1035 und 1051.
  354. Zweites Vatikanisches Konzil, Konstitution über die heilige Liturgie "Sacrosancturn Concilium", Art. 120.
  355. Vgl. Benediktionale. Nr. 32: Die Orgelweihe, S. 166.
  356. Vgl. ebd. S. 167-168.
  357. Vgl. ebd. S. 166.
  358. Vgl. Die Feier der Krönung eines Marienbildes, Nr. 6.
  359. Vgl. ebd. Nr. 7.
  360. Vgl. ebd. Nr. 8.
  361. Vgl. ebd. Nr. 9-10.
  362. Vgl. ebd. Nr. 11-12.
  363. Vgl. ebd. Nr. 13.
  364. Vgl. ebd. Nr. 14.
  365. Vgl. ebd. Nr. 15.
  366. Vgl. ebd. Nr. 16-19.
  367. Vgl. ebd. Nr. 20.
  368. Vgl. ebd. Nr. 21-25.
  369. Vgl. ebd. Nr. 26.
  370. Vgl. ebd. Nr. 27.
  371. Vgl. ebd. Nr. 28.
  372. Vgl. ebd. Nr. 29.
  373. Vgl. ebd. Nr. 30-31.
  374. Vgl. ebd. Nr. 32-33.
  375. Vgl. ebd. Nr. 34-35.
  376. Vgl. ebd. Nr. 36.
  377. Vgl. ebd. Nr. 37.
  378. Epistola ad Diognetum 5: ed. Funk I, 397.
  379. Vgl. Messbuch, Viertes Hochgebet.
  380. Vgl. Benediktionale, Nr. 37, 5.185.
  381. Vgl. Rituale Romanum, De benedictionibus. caput XXXV: Ordo ad coemeterium benedicendum, Nr. 1116.
  382. Vgl. Benediktionale, Nr. 37, S. 186.
  383. Vgl. ebd.
  384. Vgl. ebd.
  385. Vgl. ebd. S. 186-187; vgl. Meßlektionar, Bd. VII, S. 399-488.
  386. Vgl. Rituale Romanum, De benedictionibus, caput XXXV: Ordo ad coemeterium benedicendum, Nr. 1128; vgl. Benediktionale, Nr, 37, S. 187.
  387. Vgl. Benediktionale. Nr. 37, S. 187-188.
  388. Vgl. ebd. S. 188.
  389. Vgl. Rituale Romanum. De benedictionibus, caput XXXV: Ordo ad coemeteriurn benedicendum, Nr. 1131.
  390. Vgl. ebd. Nr. 1132.
  391. Vgl. Benediktionale, Nr. 37, 5.189-190.
  392. Vgl. Rituale Romanum, De benedictionibus, caput XXXV: Ordo ad coemeterium benedicendum, Nr. 1118.
  393. Vgl. ebd. Nr. 1119.
  394. Vgl. Rituale Romanum, De supplicationibus. Der Ritus, der hier beschrieben wird, muss nicht nur für eine Kirche, sondern auch für die übrigen heiligen Orte, die geschändet wurden, beachtet werden: Vgl. CIC can. 1205-1213.
  395. Vgl. Meßlektionar, Bd. VIII, S. 303-314.
  396. Vgl. Kommunionspendung und Eucharisticverehrung außerhalb der Messe, Nr. 82.
  397. Vgl. ebd. Nr. 85.
  398. Vgl. ebd. Nr. 94.
  399. Vgl. ebd. Nr. 93.
  400. Vgl. ebd.
  401. Vgl. ebd. Nr. 95-96.
  402. Vgl. ebd. Nr. 97.
  403. Vgl. ebd. Nr. 99.
  404. Vgl. ebd. Nr. 100.
  405. Vgl. Rituale Romanum. De benedictionibus. Praenotanda generalia. Nr. 18-19.
  406. Vgl. ebd. Nr. 20-24, 27.
  407. Vgl. Handbuch der Ablässe. Normen und Gewährungen, Nr. 10 § 2.
  408. Vgl. Ritenkongregation, Instruktion über die Vereinfachung der Pontifikalriten und Pontifikalinsignien "Pontificale ritus" vom 21. Juni 1968, Nr. 33-36: AAS 60 (1968) 406-412.
  409. Die Congregatio pro Cultu Divino hat am 7.2. 1989 mit Prot. 1543/88 die Texte für den Apostolischen Segen konfirmiert.

TEIL VII: BESONDERE TAGE IM LEBEN EINES BISCHOFS

1. Kapitel: DIE ERWÄHLUNG DES BISCHOFS

1144. Sobald die Ortskirche über die nach dem Kirchenrecht vollzogene Ernennung des neuen Diözesanbischofs offiziell Kenntnis erhalten hat, lädt der Diözesanadministrator zu einer liturgischen Feier in die Kathedrale ein, um Gott zu danken und für den Erwählten zu beten.

1145. Der Erwählte selbst hat möglichst bald folgendes zu tun:

a) Wenn er sich zur Zeit seiner Erwählung in Rom aufhält, begibt er sich zum Papst, sonst sendet er ihm ein Schreiben, um ihn seiner Gemeinschaft und seines Gehorsams zu versichern und ihm seine Kirche anzuempfehlen;

b) er hat das Glaubensbekenntnis abzulegen und den Treueid gegenüber dem Apostolischen Stuhl zu leisten; dies tut er, wenn er sich in Rom aufhält, vor dem dazu beauftragten Kardinal, sonst vor dem Beauftragten des Apostolischen Stuhls;[1]

c) er hat den Metropoliten oder - bei dessen Verhinderung - den dienstältesten Bischof der Kirchenprovinz aufzusuchen, um von ihm Näheres über die Beschaffenheit seiner Diözese zu erfahren und gegebenenfalls mit ihm bezüglich des Tages seiner Bischofsweihe übereinzukommen;

d) er muss die Ämter ablegen, die er vorher innehatte, um sich in Gebet und Meditation auf seine neue Aufgabe vorzubereiten;

e) er ist gehalten, das Pallium, wenn es ihm zusteht, vom Papst zu erbitten.[2]

1146. Innerhalb der Zeit, die rechtlich dafür festgesetzt ist, muss er die Bischofsweihe empfangen und in kanonischer Form von seiner Diözese Besitz ergreifen, wie es in Nr. 1148-1155 beschrieben ist.

1147. Gemäß den liturgischen Vorschriften ist es dem Erwählten erst ab dem Zeitpunkt seiner Weihe erlaubt, die bischöflichen Gewänder und Insignien zu tragen.

2. Kapitel: DIE WEIHE DES BISCHOFS

1148. Wenn der Erwählte nicht rechtmäßig daran gehindert ist, muss er innerhalb von drei Monaten nach Erhalt des Apostolischen Schreibens die Bischofsweihe empfangen, und zwar bevor er von seinem Amt Besitz ergreift.[3]

1149. Die Bischofsweihe findet innerhalb einer feierlichen Messe statt, gemäß der Ordnung und den Bestimmungen des Pontifikale (vgl. Nr. 483-517).

1150. Der Bischof soll in der Kathedrale seiner Diözese geweiht werden. In diesem Fall ergreift er im Rahmen der Bischofsweihe von seiner Diözese Besitz; in dieser Feier wird das Apostolische Ernennungsschreiben vorgelegt und verlesen, und der neugeweihte Bischof nimmt auf seiner Kathedra Platz, wie es in Nr. 493 f. und 509 beschrieben ist.

1151. Nach dem von alters her überlieferten Brauch lädt der Bischof, der der Ordinationsfeier als Hauptzelebrant vorsteht, wenigstens zwei weitere Bischöfe zur Konzelebration ein. Es ist höchst angemessen, dass alle anwesenden Bischöfe den Erwählten ordinieren, indem sie ihm die Hände auflegen, den vorgesehenen Abschnitt des Weihegebetes gemeinsam vortragen und ihn mit dem brüderlichen Kuss begrüßen. So wird bei jeder Bischofsweihe der kollegiale Charakter des Ordo der Bischöfe zeichenhaft verdeutlicht.[4]

1152. In der Regel ordiniert der Metropolit den Suffraganbischof; der Ortsbischof seinerseits ordiniert den Auxiliarbischof, wenn nicht im päpstlichen Ernennungsschreiben etwas anderes vorgesehen ist.

3. Kapitel: DIE BESITZERGREIFUNG DER DIÖZESE

1153. Wenn der in das Amt des Diözesanbischofs Berufene nicht rechtmäßig daran gehindert ist, muss er in kanonischer Form von seiner Diözese Besitz ergreifen, und zwar, wenn er noch nicht zum Bischof geweiht worden ist, innerhalb von vier Monaten nach Empfang des Apostolischen Schreibens, wenn er bereits geweiht ist, innerhalb von zwei Monaten nach dessen Empfang.[5]

1154. Wenn der Bischof in seiner Diözese geweiht wird, ergreift er im Rahmen der Ordinationsfeier von seiner Diözese Besitz, indem das Apostolische Ernennungsschreiben vorgelegt und verlesen wird und er nach seiner Weihe auf der Kathedra Platz nimmt, wie es in Nr. 493 und 509 beschrieben ist.

1155. Kommt der Bischof jedoch aus einer anderen Diözese oder empfängt er die Weihe nicht in seiner Kathedrale, so ergreift er innerhalb der vom Kirchenrecht festgesetzten Fristen in der Nr. 1156-1159 beschriebenen Form von seiner Diözese Besitz.

In diesen Fällen kann der Bischof, wenn es die Umstände erfordern, auch durch einen Vertreter von seiner Diözese Besitz ergreifen. Es ist aber vorzuziehen, wenn der Bischof dies in eigener Person tut.[6]

4. Kapitel: DER EMPFANG DES BISCHOFS IN SEINER KATHEDRALE

1156. Wenn der Bischof aus einer anderen Diözese kommt oder nicht in seiner Kathedrale geweiht wurde, wird er im Rahmen einer feierlichen Bischofsmesse empfangen, sobald er in seiner Diözese ankommt. Dazu werden alle Gläubigen der Diözese eingeladen.

1157. Der Bischof wird am Portal der Kathedrale vom höchsten Würdenträger des Domkapitels oder, wenn es kein Domkapitel gibt, vom Kirchenrektor, der mit dem Pluviale bekleidet ist, empfangen. Dieser reicht ihm - wo es üblich ist - zunächst das Kreuz zum Kuss, dann das Aspergill mit dem der Bischof sich selbst und die Anwesenden besprengt. Danach führt man ihn, wenn es angebracht erscheint, zur Sakramentskapelle; dort kniet er kurze Zeit zur Anbetung nieder; schließlich begleitet man den Bischof zur Sakristei, wo er und die Konzelebranten sowie die Diakone und alle anderen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, die liturgischen Gewänder für die Messe anlegen, die in Form einer feierlichen Bischofsmesse gefeiert wird. Es ist aber auch möglich, bereits in liturgischen Gewändern in die Kathedrale einzuziehen.

1158. Nachdem der Bischof nach der Verehrung des Altares an der Kathedra angekommen ist und - nach Beendigung des Gesangs zum Einzug - die Gemeinde begrüsst hat, setzt er sich und erhält die Mitra. Ein Diakon oder ein Konzelebrant zeigt dem Konsultorenkollegium das Apostolische Schreiben in Gegenwart des Kanzlers der Kurie, der diesen Vorgang in den Akten festhält. Dann wird das Schreiben vom Ambo aus verlesen. Alle setzen sich, um es anzuhören, und bekunden zum Schluss ihre Zustimmung mit "Dank sei Gott, dem Herrn" oder auf eine andere passende Weise. Bei neu errichteten Diözesen wird das Apostolische Schreiben dem in der Kathedrale versammelten Klerus und der Gemeinde vorgelesen. Der älteste der anwesenden Priester hält den Vorgang in den Akten fest.

Erhält der neugeweihte Bischof das Pallium, so wird es ihm anschließend überreicht, wie es in Nr. 1164-1170 beschrieben ist.

Danach wird der Bischof, den Gepflogenheiten entsprechend, vom höchsten Würdenträger des Domkapitels oder, wenn es kein Domkapitel gibt, vom Kirchenrektor begrüsst.

Dann können sich, je nach örtlichem Brauch, das Domkapitel, wenigstens ein Teil des Klerus und einige Gläubige aus der Gemeinde zum Bischof begeben, um ihn ihres Gehorsams und ihrer Ehrfurcht zu versichern. Wo es üblich ist, können ihn auch Vertreter des Staates begrüßen.

Das Allgemeine Schuldbekenntnis und gegebenenfalls das Kyrie entfallen. Der Bischof gibt die Mitra ab und steht auf. Er kann den Gloria-Hymnus anstimmen, wenn ihn die liturgische Ordnung vorsieht.

1159. Nach der Verkündigung des Evangeliums wendet sich der Bischof zum ersten Mal in der Homilie an seine Diözese,

Die Messfeier wird in gewohnter Weise fortgesetzt.

1160. Falls der Metropolit den Bischof in seine Kathedrale geleitet, stellt er selbst den neuen Bischof am Portal der Kathedrale dem höchsten Würdenträger des Domkapitels vor und führt die Prozession zum Einzug an. An der Kathedra begrüsst er die Gemeinde und fordert dazu auf, das Apostolische Schreiben vorzuzeigen und es zu verlesen. Nach dem Verlesen des Schreibens und der Akklamation der Gemeinde lädt der Metropolit den Bischof ein, auf der Kathedra Platz zu nehmen. Danach steht der Bischof auf; er kann den Gloria-Hymnus anstimmen, wenn ihn die liturgische Ordnung vorsieht.

1161. Wenn der Bischof aus wichtigem Grund durch einen Vertreter von seiner Diözese Besitz ergriffen hat, wird der Empfang wie in Nr. 1157-1158 vollzogen; das Apostolische Schreiben wird jedoch nicht vorgezeigt und verlesen.

1162. Vom Tag der Besitzergreifung an wird der Name des Bischofs von allen Priestern, die in seiner Diözese die Messe feiern, im Eucharistischen Hochgebet und gegebenenfalls im Stundengebet genannt, auch in exemten Kirchen und Kapellen.

1163. Ein Auxiliarbischof oder ein Bischofskoadjutor, der nicht in der Kathedrale der Diözese geweiht worden ist, wird sinnvollerweise vom Diözesanbischof der Diözese im Rahmen eines Gottesdienstes vorgestellt.

5. Kapitel: DIE ÜBERREICHUNG DES PALLIUMS

1164. Die Überreichung des Palliums geschieht, soweit es möglich ist, bei der Bischofsweihe unmittelbar nach der Überreichung des Bischofsrings und bevor der neue Bischof die Mitra erhält. Der Hauptzelebrant legt das Pallium dem neugeweihten Bischof über die Schultern und spricht dabei: "Das Pallium hat auf dem Grab des heiligen Petrus gelegen ...” (vgl. Nr. 1169).

Wo dies nicht geschehen kann, wird die Überreichung des Palliums sinnvollerweise mit dem Empfang des Bischofs in seiner Kathedrale verbunden. Das Pallium wird entweder während der Eucharistiefeier in der Kathedrale oder in einer anderen, geeigneteren Kirche der Diözese von einem Bischof überreicht, dem diese Aufgabe vom Apostolischen Stuhl übertragen wurde. Die Form der Überreichung ist im folgenden beschrieben.

1165. Die Messe wird in Form eines festlichen Bischofsgottesdienstes gefeiert. Das Pallium wird von einem Diakon bei der Prozession zum Einzug mitgetragen und auf einer eigenen Kredenz niedergelegt.

1166. An einem geeigneten Platz im Altarraum wird ein würdiger Sitz für den Bischof bereitgestellt, dem vom Apostolischen Stuhl die Aufgabe übertragen wurde, das Pallium zu überreichen.

Bis zur Überreichung des Palliums steht er der Feier vor.

1167. Nach dem Gesang zum Einzug begrüsst der Bischof, der die Aufgabe hat, das Pallium zu überreichen, in gewohnter Weise die Gemeinde und erklärt kurz den Sinn des Geschehens. Wenn die Überreichung des Palliums mit dem Empfang des Bischofs in seiner Kathedrale verbunden ist, geht ein Diakon zum Ambo und verliest das Apostolische Schreiben. Alle setzen sich, um es anzuhören, und bekunden ihre Zustimmung mit "Dank sei Gott, dem Herrn" oder auf andere passende Weise.

1168. Nach dem Verlesen des Apostolischen Schreibens oder, wenn die Überreichung des Palliums nicht mit dem Empfang des Bischofs in seiner Kathedrale verbunden ist, nach den Einführungsworten des Hauptzelebranten begibt sich der Erwählte zu dem Bischof, der die Aufgabe hat, das Pallium zu überreichen; dieser sitzt an seinem Platz und trägt die Mitra. Der Erwählte kniet vor ihm nieder und legt nach der vom Apostolischen Stuhl gebilligten Form das Glaubensbekenntnis und den Treueid ab.

1169. Danach nimmt der Bischof das Pallium von einem Diakon entgegen und legt es dem neuernannten Erzbischof mit folgenden Worten über die Schultern:

Das Pallium hat auf dem Grab des heiligen Petrus gelegen. Ich überreiche es dir im Namen des Bischofs von Rom, Papst N. Trage es im Gebiet deiner Kirchenprovinz zum Zeichen deiner Stellung als Metropolit. Auch sei es dir ein Zeichen der Einheit: Ausdruck der Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl, Band der Liebe im Bischofskollegium und Ansporn zu unerschrockener Führung des Amtes.

1170. Das Allgemeine Schuldbekenntnis und gegebenenfalls das Kyrie entfallen. Der Erzbischof, der das Pallium empfangen hat, kann den Gloria-Hymnus anstimmen, wenn die liturgische Ordnung ihn vorsieht. Danach wird die Messe in gewohnter Weise fortgesetzt.

6. Kapitel: DIE FEIER BESTIMMTER JAHRESTAGE

1171. In jedem Jahr wird in der Kathedrale sowie in den anderen Kirchen und in den kirchlichen Gemeinschaften der Diözese der Jahrestag der Bischofsweihe mit der Messe "Für den Bischof” gefeiert, jedoch nicht an den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-6 aufgeführt sind.[7]

An diesem Tag ist es sehr angebracht, dass der Diözesanbischof der feierlichen Bischofsmesse in der Kathedrale vorsteht.

1172. Nach ehrwürdiger Überlieferung wird in jedem Jahr auch des Todestages des letzten Bischofs, wenn dieser nicht auf einen anderen Bischofsstuhl versetzt worden war, mit einer Messfeier in der Kathedrale gedacht, der der Ortsbischof vorsteht. Die Gläubigen, besonders die Priester sollen ermahnt werden, dass sie ihrer Vorsteher gedenken, die ihnen das Wort Gottes verkündet haben.[8]

7. Kapitel: DIE VERSETZUNG DES BISCHOFS ODER SEIN AMTSVERZICHT

1173. Der Bischof, der auf einen anderen Bischofsstuhl berufen ist oder dessen Rücktrittsgesuch vom Papst angenommen wurde, ruft seine Diözesanen zu einem Gottesdienst zusammen, um sich von ihnen zu verabschieden und mit ihnen für die in der Zeit seines bischöflichen Dienstes von Gott empfangenen Wohltaten zu danken,

8. Kapitel: DER TOD UND DAS BEGRÄBNIS DES BISCHOFS

1174. Wenn der Bischof unter Schwäche und Krankheit leidet, soll er beispielhaft für seine Diözese das Bußsakrament und die Eucharistie empfangen, wenn er schwer erkrankt ist, auch die Krankensalbung.

1175. Wenn er sich in unmittelbarer Todesgefahr befindet, soll er die Wegzehrung erbitten und sie empfangen, wie es im Rituale vorgesehen ist.[9]

1176. Dem Presbyterium und insbesondere dem Konsultorenkollegium oder dem Domkapitel der Kathedrale sei es ein Herzensanliegen, dem Bischof im Todeskampf geistlichen Beistand zu leisten, indem sie dafür sorgen, dass die Gebete in der Sterbestunde[10] bei ihm gesprochen werden und die Gläubigen in der ganzen Diözese für ihn beten.

1177. Nach dem Verscheiden des Bischofs werden die im Rituale vorgesehenen Gebete gesprochen.[11] Danach werden dem Verstorbenen die liturgischen Gewänder in violetter Farbe und die Insignien für die feierliche Bischofsmesse angelegt, auch das Pallium, wenn es ihm zusteht; der Stab wird ihm jedoch nicht beigegeben. Wenn ein Bischof, der zuvor andere Bischofsstühle innehatte, mehrere Pallien empfangen hatte, werden diese in den Sarg des Toten gelegt, wenn nicht der Bischof zu Lebzeiten etwas anderes bestimmt hat. Bis der Leichnam des Bischofs zum Begräbnis in die Kathedrale überführt wird, wird er an einem geeigneten Ort aufgebahrt, wo die Gläubigen ihn aufsuchen und für den verstorbenen Bischof beten können. Am Ort der Aufbahrung oder in der Kathedrale wird eine Vigil oder das Stundengebet für die Verstorbenen gefeiert.

1178. An einem geeigneten Tag und zu geeigneter Stunde werden der Klerus und die anderen Gläubigen der Diözese zum Begräbnis des Bischofs in die Kathedrale zusammengerufen. Dem Begräbnis steht der Vorsitzende der regionalen Bischofskonferenz oder der Metropolit vor. Die anderen Bischöfe und die Priester der Diözese konzelebrieren mit ihm.

1179. Das Begräbnis wird so gefeiert, wie es in Nr. 822-839 beschrieben ist.

1180. Dem Begräbnis steht der Hauptzelebrant allein vor.

1181. Der Leichnam des verstorbenen Diözesanbischofs wird in einer Kirche, in der Regel in der Kathedrale seiner Diözese, bestattet. Der Bischof, der von seinem Amt zurückgetreten ist, wird in der Kathedrale seines letzten Bischofssitzes bestattet, wenn er selbst nicht etwas anderes verfügt hat.

1182. Alle Gemeinden und Gemeinschaften der Diözese beten für den verstorbenen Bischof, indem sie die Messe oder das Stundengebet für den Verstorbenen feiern oder auf andere geeignete Weise seiner gedenken.

9. Kapitel: DIE VAKANZ DES BISCHÖFLICHEN STUHLS

1183. Bei Vakanz des bischöflichen Stuhls werden der Klerus und die anderen Gläubigen der Diözese vom Diözesanadministrator zu inständigem Gebet eingeladen, damit ein Hirte erwählt werde, der um die Anliegen der Kirche besorgt ist. In allen Kirchen der Diözese wird wenigstens einmal die Messe "Zur Wahl eines Bischofs" gefeiert, jedoch nicht an den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind.[12]

Anmerkungen

  1. Vgl. CIC can. 380 und can. 833, 30.
  2. Vgl. CIC can. 437 § 1.
  3. Vgl. CIC can. 379.
  4. Vgl. Pontifikale. Die Weihe des Bischofs, der Priester und der Diakone. 1. Kapitel: Die Weihe des Bischofs, Nr. 5.
  5. Vgl. CIC can. 382 § 2.
  6. Vgl. CIC can. 382 § 3 und 4.
  7. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  8. Vgl. Hebr 13,7.
  9. Vgl. Die Feier der Krankensakramente. Kapitel III: Wegzehrung. Die Kommunion in der Sterbestunde.
  10. Vgl. ebd. Kapitel VI: Die Begleitung Sterbender, Nr. 7-13.
  11. Vgl. ebd. Nr. 14-15.
  12. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders. Nr. 59.

TEIL VIII: GOTTESDIENSTE IN VERBINDUNG MIT FEIERLICHEN VOLLZÜGEN DES BISCHÖFLICHEN LEITUNGSDIENSTES

1. Kapitel: PLENARKONZILIEN ODER PROVINZIALKONZILIEN DIÖZESANSYNODE

1184. Nach alter kirchlicher Überlieferung sind diözesane Konzilien oder Synoden mit gottesdienstlichen Feiern verbunden, wie sie beispielsweise in der Apostelgeschichte (15,6-29) erwähnt sind. Die Leitung der Kirche ist nämlich niemals nur als ein Verwaltungsakt zu verstehen; wenn die Versammlungen, angetrieben durch den Heiligen Geist, im Namen und zum Lob und Ruhm Gottes zusammentreten, bringen sie vielmehr die Einheit des Leibes Christi zum Ausdruck, die am stärksten in der Liturgie aufstrahlt. Wer nämlich gemeinsam die Sorge trägt, muss auch gemeinsam beten.

1185. Am Beginn der Versammlung steht die Messfeier, zu der die Gläubigen eingeladen werden. Wenn es angebracht ist, konzelebrieren alle Mitglieder des Konzils oder der Synode diese Messfeier mit dem Vorsitzenden; wer nicht konzelebriert, kann die Eucharistie unter beiden Gestalten empfangen. Man wählt die Messe "Bei einem Konzil oder einer Synode", die sich im Messbuch bei den Messen für besondere Anliegen findet; die Farbe der liturgischen Gewänder ist Rot. Dieses Messformular wird jedoch nicht genommen an den Tagen, die im "Verzeichnis der liturgischen Tage nach ihrer Rangordnung" unter Nr. 1-4 aufgeführt sind.[1]

1186. Wenn vor der Messfeier, je nach den Gegebenheiten, eine Prozession zum Versammlungsort stattfindet, singt man eine Antiphon ("Exaudi nos …" [PR III 59]) oder einen anderen passenden Gesang. Danach begrüsst der Vorsitzende die Gemeinde; er selbst oder jemand anderes gibt eine kurze Einführung; dann trägt der Vorsitzende eine der Orationen vor, die im Messbuch für Einkehrtage und Pastoralkonferenzen oder für die heilige Kirche, besonders für das Bistum, vorgesehen sind. Danach wird Weihrauch eingelegt, und der Diakon lädt gegebenenfalls ein: "Lasst uns ziehen in Frieden." Die Prozession, in der das Evangeliar feierlich von einem Diakon getragen wird, formiert sich und zieht zur Kirche; währenddessen singt man die Allerheiligenlitanei, bei der vor der letzten Anrufung die Bitte eingefügt wird: "Stehe dieser Versammlung deiner Kirche bei, und schenke ihr deinen Segen." An den entsprechenden Stellen können die Namen der Patrone und Gründer der Diözese sowie der Heiligen der Ortskirche eingefügt werden. Ist die Prozession in der Kirche angekommen, so verehren alle den Altar durch eine tiefe Verneigung. Danach treten die Konzelebranten an den Altar heran, küssen ihn und begeben sich an ihre Plätze. Der Vorsitzende verehrt den Altar durch eine tiefe Verneigung, küsst ihn, beräuchert ihn und geht zur Kathedra. Dort trägt er das Tagesgebet vor; alle anderen Elemente der Eröffnung entfallen.

1187. Findet keine Prozession statt, so beginnt die Messfeier in der für die feierliche Bischofsmesse vorgesehenen Weise. Nach dem Evangelium wird das Evangeliar offen auf ein geeignetes Pult in der Mitte des Altarraumes gelegt.

1188. Nach der Homilie des Vorsitzenden wird immer das Glaubensbekenntnis gesprochen oder gesungen; es folgt der Eid der Mitglieder und des Vorsitzenden des Konzils oder der Synode.

Nach dem Schlussgebet erteilt der Vorsitzende den Segen; der Diakon entlässt die Gemeinde.

Wenn die Gemeinde den Gottesdienstraum verlassen hat, stimmt der Vorsitzende die Oration "Adsumus"[2] an, in die alle anderen einstimmen.

Hier sind wir, Herr, Heiliger Geist.
Hier sind wir, mit Sünden beladen,
doch in deinem Namen eigens versammelt. Komm in unsere Mitte,
sei unter uns,
ergieße dich in unsere Herzen!

Lehre uns, was wir tun sollen,
weise uns, wohin wir gehen sollen, zeige uns, was wir bewirken müssen,
damit wir durch deine Hilfe dir in allem wohlgefallen.
Gib du allein uns unsere Entscheidungen ein und bewirke sie,
denn wir nennen dich allein mit dem Vater und dem Sohn
den herrlichen Gott.

Du liebst die Wahrheit über alles.
Lass nicht zu, dass wir durcheinanderbringen,
was du geordnet hast.
Unwissenheit möge uns nicht irreleiten,
Beifall der Menschen uns nicht verführen,
Bestechlichkeit und falsche Rücksichten
uns nicht verderben.

Deine Gnade allein möge uns binden an dich.
In dir lass uns eins sein
und in nichts abweichen von dem, was wahr ist.

In deinem Namen sind wir versammelt.
Laß uns, von der Liebe geleitet,
so in allem die Gerechtigkeit wahren,
dass unser Denken und Reden hier in nichts von dir abweiche
und wir in der kommenden Welt
für das rechte Tun ewigen Lohn empfangen. Amen.

Es kann auch ein anderes geeignetes Gebet gesprochen werden.

1189. Während der Dauer des Konzils oder der Synode ist es angemessen, zu Beginn eines jeden Versammlungstages die Messe, die entsprechende Hore des Stundengebetes oder auch einen selbständigen Wortgottesdienst zu feiern.

Wenn die Messe gefeiert werden soll, wird das Evangeliar feierlich beim Einzug der Konzelebranten mitgetragen und auf den Altar gestellt, wie es bei der feierlichen Bischofsmesse üblich ist. Nach dem Evangelium wird das Evangeliar offen auf ein geeignetes Pult in der Mitte des AItarraumes gelegt.

Wenn eine Hore des Stundengebetes gefeiert wird, wird im Anschluss daran das Evangeliar feierlich von einem Diakon herbeigebracht, begleitet von Akolythen mit brennenden Kerzen; der Diakon verkündet wie in der Messfeier eine geeignete Evangelienperikope und legt nach der Verkündigung des Evangeliums das offene Evangeliar auf ein geeignetes Pult.

Wenn ein Wortgottesdienst gefeiert wird, geschieht alles, wie es in Nr. 224-226 beschrieben ist; es ist zu beachten, was über die Verehrung des Evangeliars gesagt ist.

1190. Am Schluss der letzten Sitzung wird der Hymnus "Dich, Gott, loben wir ...” [GL 706] ("Te deum laudamus ...” [GT 838]) gesungen; die Sitzung schließt mit dem Segen des Vorsitzenden und der Entlassung. Wenn eine Messe gefeiert wird, wird der Hymnus "Dich, Gott, loben wir ...” vor dem Schlussgebet gesungen. Nach der Entlassung können gegebenenfalls die sogenannten "Laudes regiae" [CS 263] ("Christus gestern ...” [GL 563]) bzw. "Laudes carolinae" gesungen werden.

1191. Was über Konzilien oder Diözesansynoden, die feierlichere Versammlungen darstellen, gesagt ist, gilt auch in angepaßter Form für die häufiger stattfindenden Versammlungen, die zur ordnungsgemäßen Leitung der Kirche zusammengerufen werden, wie beispielsweise Sitzungen der Bischofskonferenz, des Priesterrates oder ähnliches.

2. Kapitel: DIE PASTORALVISITATION

1192. Bei der Visitation der Pfarreien und örtlichen Gemeinschaften seiner Diözese soll der Bischof nicht den Anschein erwecken, als erfülle er lediglich eine lästige Verwaltungsaufgabe; vielmehr sollen die Gläubigen ihn als Verkünder des Evangeliums, als Lehrer, Hirten und Hohenpriester seiner Herde erleben.

1193. Damit die Visitation durch den Bischof erfolgreich ist, soll sie möglichst an solchen Tagen stattfinden, an denen die Gläubigen zahlreich zusammenkommen können; die Gemeinden sollen außerdem zu gegebener Zeit von ihren Seelsorgern in geeigneter Weise über die bevorstehende Visitation unterrichtet werden. Für die Visitation soll genügend Zeit vorgesehen sein, damit der Bischof das geistliche Wirken der Priester und Laien sowie deren karitative Tätigkeiten kennenlernen, bestärken und fördern sowie zu einmütigem Handeln anregen und besonders den liturgischen Feiern vorstehen kann.

1194. Bekleidet mit den in Nr. 63 beschriebenen Gewändern, wird der Bischof gemäß den örtlichen Gepflogenheiten und den jeweiligen Umständen empfangen. Wenn es günstig erscheint, wird er vom Klerus und der Gemeinde am Portal der Kirche oder in der Kirche selbst empfangen und begrüsst. Wo es jedoch möglich ist und angemessen erscheint, wird er mit festlichem Gesang zur Kirche geleitet. Die schlichte Feierlichkeit beim Empfang des Bischofs soll ein Zeichen der Liebe und Ehrfurcht der gläubigen Gemeinde für den guten Hirten sein.

1195. Am Eingang der Kirche wird der Bischof vom Pfarrer, der ein Pluviale trägt, empfangen; dieser reicht ihm - wo es üblich ist - das Kreuz zum Kuss, danach das Aspergill, mit dem der Bischof sich und die Anwesenden besprengt. Dann geht der Bischof nach einem kurzen stillen Gebet vor dem Allerheiligsten zum Altarraum; der Pfarrer steht vor dem Altar und lädt die Gemeinde zum Gebet für den Bischof ein. Alle beten in Stille; dann spricht er das Gebet "Gott, du Hirt von Ewigkeit her ...” oder "Gott, du Hirt und Lenker aller ...”, wie es sich im Messbuch findet.[3]

Danach begrüsst der Bischof die Gemeinde und erörtert, was in der Zeit der Visitation geschehen wird. Schließlich spricht er das Tagesgebet aus der Messe vom Kirchen- oder Pfarrpatron und segnet die Gemeinde; danach entlässt sie der Pfarrer.

1196. Folgt aber eine Messfeier, so legt der Bischof, unmittelbar nach dem Gebet für den Bischof, an seinem Sitz die entsprechenden liturgischen Gewänder an. Es ist aber auch möglich, bereits in den liturgischen Gewändern in die Kirche einzuziehen. Die Priester der Pfarrei, die in der Seelsorge tätig sind oder im Pfarrgebiet wohnen, konzelebrieren mit ihm, und die Gemeinde nimmt tätig an der Feier teil. Besonders ist darauf in den entlegenen Gebieten der Diözese zu achten, in denen die Einwohner nur selten oder niemals an einer feierlichen Bischofsmesse in ihrer Gemeinde teilnehmen können.

1197. Damit der Bischof vor der Gemeinde deutlich als der erstberufene Ausspender der Mysterien Gottes erscheint sowie als der Leiter und Wächter des gesamten liturgischen Lebens in der ihm anvertrauten Ortskirche, ist es wünschenswert, dass er während der Pastoralvisitation nicht nur das Sakrament der Firmung, sondern auch andere Sakramente feiert, besonders wenn er Kranke besucht.

1198. Wenn die Visitation längere Zeit dauert, soll in der Kirche auch die eine oder andere Hore aus dem Stundengebet oder ein selbständiger Wortgottesdienst mit einer Homilie des Bischofs gefeiert werden; dabei wird sowohl für die ganze Kirche als auch für die Diözese gebetet.

1199. Der Bischof kann gegebenenfalls mit der Gemeinde den Friedhof besuchen; dort wird er für die verstorbenen Gemeindemitglieder beten; dabei ist zu beachten, was über die Besprengung der Gräber in Nr. 399-402 gesagt ist.

3. Kapitel: DIE AMTSEINFÜHRUNG EINES NEUEN PFARRERS

1200. Bevor der Pfarrer in seine Pfarrei eingeführt wird oder bei der Amtsübernahme selbst, legt er nach Maßgabe des Rechts vor dem Ortsordinarius oder vor dessen Vertreter das Glaubensbekenntnis ab.

1201. Die Amtseinführung des neuen Pfarrers geschieht durch den Bischof oder durch seinen Vertreter zu einem geeigneten Zeitpunkt, zu dem die Gemeinde eingeladen wird, gemäß den örtlichen Gepflogenheiten oder entsprechend der nachfolgenden Ordnung (Nr. 1205-1213).

1202. Es ist angebracht, dass die Amtseinführung in einer Messfeier erfolgt; entsprechend der liturgischen Ordnung wählt man die Messe vom Tag, die Votivmesse vom Titel der Kirche oder vom Heiligen Geist. Der Bischof steht der Messfeier vor; der neue Pfarrer und andere Priester aus der Pfarrei oder dem Dekanat konzelebrieren.

1203. Wenn der Bischof aus einem gewichtigen Grund zwar der Messe vorsteht, ohne selbst die Eucharistie zu feiern, ist es angemessen, dass er wenigstens den Wortgottesdienst leitet und die Gemeinde zum Abschluss der Messfeier segnet, wie es in Nr. 175-185 beschrieben ist.

1204. Eventuell vorhandene örtliche Gepflogenheiten sollen gewahrt bleiben. Gegebenenfalls kann die beschriebene liturgische Ordnung ganz oder auch teilweise verwendet werden.

1205. Wo es die Umstände zulassen, können der Bischof und der neue Pfarrer an der Grenze der Pfarrei empfangen und in Prozession zum Kirchenportal geleitet werden. Dort stellt der Bischof den neuen Pfarrer kurz vor und übergibt ihm die Kirchenschlüssel. Die Vorstellung kann auch zu Beginn der Messfeier nach der Begrüßung erfolgen, vor allem, wenn zu Beginn der Messe nach der Begrüßung des Bischofs das Ernennungsschreiben verlesen wird und der Pfarrer nach Maßgabe des Rechts das Amtsversprechen leistet.

1206. Das Evangelium wird sinnvollerweise vom Pfarrer selbst verkündet, der zuvor zum Bischof geht, von ihm das Evangeliar erhält und den Segen erbittet.

1207. In seiner Homilie spricht der Bischof zur Gemeinde über die Aufgaben eines Pfarrers und erklärt die Bedeutung der liturgischen Vollzüge, die ihren Platz unmittelbar nach der Homilie haben.

1208. Es ist sinnvoll, dass der neue Pfarrer nach der Homilie das Versprechen, das er bei seiner Weihe gegeben hat, erneuert. Der Bischof fragt ihn mit folgenden Worten:

Bischof: Lieber Bruder,
vor der Gemeinde, die deiner Fürsorge anvertraut ist,
sollst du das Versprechen,
das du bei deiner Weihe gegeben hast, erneuern.
Bist du bereit,
deine Aufgabe als zuverlässiger Mitarbeiter des Bischofs auszuüben
und so unter der Führung des Heiligen Geistes
die Gemeinde des Herrn umsichtig zu leiten?

Neuer Pfarrer: Ich bin bereit.

Bischof: Bist du bereit,
in der Verkündigung des Evangeliums
und in der Darlegung des katholischen Glaubens
den Dienst am Wort Gottes treu und gewissenhaft zu erfüllen?

Neuer Pfarrer: Ich bin bereit.

Bischof: Bist du bereit,
die Mysterien Christi,
besonders die Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung,
gemäß der kirchlichen Überlieferung
zum Lobe Gottes und zum Heil seines Volkes in gläubiger Ehrfurcht zu feiern?

Neuer Pfarrer: Ich bin bereit.

Bischof: Bist du bereit,
zusammen mit dem Bischof im Gebet, das uns aufgetragen ist,
Gottes Erbarmen für die dir anvertraute Gemeinde zu erflehen?

Neuer Pfarrer: Ich bin bereit.

Bischof: Bist du bereit,
den Armen und Kranken beizustehen
und den Heimatlosen und Notleidenden zu helfen?

Neuer Pfarrer: Ich bin bereit.

Bischof: Christus, unser Hoherpriester,
hat sich um unseretwillen dem Vater dargebracht.
Bist du bereit,
dich Christus, dem Herrn, von Tag zu Tag enger zu verbinden
und so zum Heil der Menschen für Gott zu leben?

Neuer Pfarrer: Mit Gottes Hilfe bin ich bereit.

Bischof: Erneuerst du dein Versprechen
mir und meinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam zu erweisen?

Neuer Pfarrer: Ich verspreche es.

Bischof: Gott selbst vollende das gute Werk
das er in dir begonnen hat.

1209. Danach kann sich gegebenenfalls eine Prozession mit Rauchfassträger, Kreuzträger, Ministranten mit Kerzen und allen, die einen besonderen liturgischen Dienst ausüben, formieren, in der der Bischof den neuen Pfarrer durch die Kirche zu den liturgischen Orten führt, an denen er seinen Heiligungsdienst vollziehen wird: Vorstehersitz, Sakramentskapelle, Taufort und Ort für die Feier der Versöhnung, in der Reihenfolge, wie die Prozession sie erreicht.

Je nach den Gegebenheiten kann all dies auch zu Beginn der Messfeier geschehen.

1210. Beim Allgemeinen Gebet wird eine besondere Bitte für den Bischof und für den neuen Pfarrer vorgetragen.

1211. Der neue Pfarrer kann einigen Gemeindemitgliedern, die die Pfarrei repräsentieren, den Friedensgruß geben.

1212. Nach dem Schlussgebet wird der Pfarrer vom Bischof eingeladen, sich mit einer kurzen Ansprache an die Gemeinde zu wenden.

1213. Es ist sinnvoll, wenn der Pfarrer zusammen mit dem Bischof und der Gemeinde den Friedhof aufsucht, wo für die verstorbenen Gläubigen gebetet wird; dabei ist zu beachten, was über die Besprengung der Gräber in Nr. 399-402 gesagt ist.

Anmerkungen

  1. Vgl. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders, Nr. 59.
  2. Lateinischer Text: Acta Synodalia I/L 159.
  3. VgI. Messbuch, Messen für besondere Anliegen, 3. Für den Bischof A.

ANHANG

Anhang I: DIE KLEIDUNG DER KARDINÄLE, BISCHÖFE UND PRÄLATEN[1]

I. Die Kleidung der Bischöfe

Die Chorkleidung

1214. Der Bischof trägt mit Ausnahme des Karfreitags immer den Ring als Zeichen der Treue und der Verbundenheit mit der Kirche, seiner Braut.

Die Chorkleidung des Bischofs sowohl innerhalb als auch außerhalb seiner Diözese besteht aus einem violetten Talar, einem violetten, seidenen Zingulum, dessen herabhängende Enden mit seidenen Fransen verziert sind (Jedoch nicht mit Quasten), einem Rochett aus Leinen oder einem ähnlichen Stoff und einer violetten Mozzetta (allerdings ohne die kleine Kapuze), dem Brustkreuz, das über der Mozzetta an einer grünen, mit Goldfäden durchwirkten Schnur befestigt ist, dem Pileolus, ebenfalls in violetter Farbe, und einem gleichfarbigen Birett mit Quaste. Es können auch violette Strümpfe verwendet werden.

1215. Die violette Cappa magna ohne Hermelin darf nur in der eigenen Diözese und an höchsten Festen verwendet werden.

1216. Es sollen schwarze Schuhe ohne Schnallen getragen werden. 1217. Die beschriebene Kleidung trägt der Bischof bei seiner Ankunft, wenn er bei Feiern mit der Gemeinde eine Kirche besucht, oder wenn er die Kirche verlässt, wenn er bei liturgischen Feiern anwesend ist, ohne ihnen vorzustehen, oder bei anderen im Zeremoniale vorgesehenen Anlässen.


Die Kleidung bei festlichen Anlässen außerhalb liturgischer Feiern

1218. Die Kleidung des Bischofs bei festlichen Anlässen außerhalb liturgischer Feiern ist: der schwarze Talar mit Besätzen, mit Säumen, Nähten, Knopflöchern und Knöpfen aus rubinfarbener Seide, jedoch ohne die Umschläge an den Ärmeln; über diesem Talar kann der Schulterkragen mit Besätzen getragen werden; das Zingulum aus violetter Seide mit seidenen Fransen zum Schmuck der beiden Enden; das Brustkreuz an einer Kette; der Pileolus und das Kollar in violetter Farbe.

Der Gebrauch der violetten Strümpfe ist freigestellt.

Der Hut aus schwarzem Glanzfilz kann nach Belieben mit Band und Quasten in grüner Farbe geziert werden.

Der Gebrauch des Ferraiolo aus violetter Seide ist feierlicheren Anlässen vorbehalten.

Über dieser Kleidung kann auch ein schwarzer Ferraiolo mit einem Schulterkragen getragen werden.


Die alltägliche Kleidung

1219. Die gewöhnliche, alltägliche Kleidung des Bischofs kann der schwarze Talar ohne violette Besätze sein. Bischöfe aus Orden und Kongregationen können ihr Ordensgewand tragen. Zum schwarzen Talar werden schwarze Strümpfe getragen; Kollar, Pileolus und Zingulum in violetter Farbe können getragen werden. Das Brustkreuz wird von einer Kette gehalten. Der Ring wird mit Ausnahme des Karfreitags immer getragen.

II. Die Kleidung der Kardinäle

1220. Alles, was über die Kleidung der Bischöfe gesagt ist, gilt auch für die Kardinäle; dabei ist folgendes zu beachten:

a) was an Kleidung und Zierat für die Bischöfe in violetter Farbe vorgesehen ist, hat bei der Kleidung der Kardinäle rote Farbe;

b) Zingulum, Pileolus und Ferraiolo sind aus roter Moiré-Seide;

c) die Schnur zum Tragen des Brustkreuzes sowie Band und Quasten des Hutes sind aus roter und goldener Farbe;

d) das Birett aus roter Moiré-Seide kann nur bei der Chorkleidung, nicht aber als alltägliche Kopfbedeckung verwendet werden.

III. Die Kleidung der anderen Prälaten

1221. Prälaten ohne Bischofsweihe, die vom Recht den Diözesanbischöfen gleichgestellt sind, können die gleiche Kleidung wie die Bischöfe tragen.

1222. Die Prälaten ohne bischöfliche Weihe, die als Vorsteher der römischen Kurialbehörden amtieren, die Auditores der Sacra Romana Rota, der Promotor Generalis iustitiae und der Defensor Vinculi beim Obersten Tribunal der Apostolischen Signatur, die wirklichen Apostolischen Protonotare und die Kleriker der Apostolischen Kammer tragen:

a) als Chorkleidung den violetten Talar mit violettem seidenem, mit Fransen geschmücktem Zingulum, das Rochett, die violette ManteIletta und das schwarze Birett mit rubinfarbener Quaste;

b) bei festlichen Anlässen außerhalb liturgischer Feiern den schwarzen Talar mit Besätzen und dem anderen Zierat in Rubinfarbe, allerdings ohne Schulterkragen, das violette Zingulum wie oben, den violetten Ferraiolo (der aber nicht unbedingt verwendet werden muss). Die Strümpfe sind schwarz; es werden Schuhe ohne Schnallen getragen.

1223. Die Apostolischen Protonotare ehrenhalber und die Ehrenprälaten Seiner Heiligkeit tragen:

a) als Chorkleidung den violetten Talar mit violettem seidenem, mit Fransen geschmücktem Zingulum, das nicht gekräuselte Superpelliz und das schwarze Birett mit schwarzer Quaste;

b) bei festlichen Anlässen außerhalb liturgischer Feiern den schwarzen Talar mit Besätzen und dem anderen Zierat in Rubinfarbe, allerdings ohne Schulterkragen, das violette Zingulum wie oben. Den violetten Schulterumhang tragen, wenn auch nicht verpflichtend, die Apostolischen Protonotare ehrenhalber, nicht aber die Ehrenprälaten.

1224. Die Kapläne Seiner Heiligkeit tragen sowohl als Chorkleidung als auch bei festlichen Anlässen außerhalb liturgischer Feiern den schwarzen Talar mit Besatz und dem anderen Zierat sowie das seidene Zingulum in violetter Farbe. Als Chorkleidung tragen sie über dem Talar den Chorrock.

IV. Die Kleidung der Kanoniker

1225. Bei liturgischen Feiern tragen die Kanoniker, die keine Bischöfe sind, als Chorkleidung über dem Talar, der ihnen zukommt, nur den Chorrock und die schwarze oder graue Mozzetta mit violetten Besätzen, sofern dem nicht die Statuten des Domkapitels entgegenstehen; die Benefiziaten tragen nur den Chorrock und die schwarze oder graue Mozzetta.

Außerhalb der liturgischen Feiern tragen sie die Kleidung, die ihnen in ihrem Stand zukommt.

Anhang II: VERZEICHNIS DER LITURGISCHEN TAGE NACH IHRER RANGORDNUNG[2]

I.

1. Die Drei Österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn.

2. Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Himmelfahrt und Pfingsten.

Sonntage des Advents, der Fastenzeit (österlichen Bußzeit) und der Osterzeit. Aschermittwoch. Karwochentage von Montag bis Gründonnerstag einschließlich. Tage in der Osteroktav.

3. Hochfeste des Herrn, der seligen Jungfrau Maria und jener Heiligen, die im Generalkalender verzeichnet sind. Allerseelen.

4. Die Eigen-Hochfeste:

a) Hochfest des Hauptpatrons eines Ortes oder einer Stadt.

b) Hochfest der Weihe - oder des Jahrestages der Weihe - der betreffenden Kirche.

c) Hochfest des Titels der betreffenden Kirche.

d) Hochfest des Titels oder Stifters oder Hauptpatrons eines Ordens oder einer Genossenschaft.


II.

5. Die Herrenfeste, die im Generalkalender verzeichnet sind.

6. Die Sonntage der Weihnachtszeit und die Sonntage im Jahreskreis.

7. Die Feste der seligen Jungfrau Maria und der Heiligen des Generalkalenders.

8. Die Eigenfeste :

a) Das Fest des Hauptpatrons des Bistums.

b) Das Fest des Jahrestages der Kirchweihe der Kathedrale.

c) Das Fest des Hauptpatrons der Region, der Provinz, der Nation oder eines noch umfassenderen Gebietes.

d) Das Fest des Titels, Stifters, Hauptpatrons eines Ordens, einer Genossenschaft und Ordensprovinz vorbehaltlich der Bestimmungen von Nr. 4.

e) Andere Eigenfeste einer Kirche.

f) Andere Feste, die im Kalender eines einzelnen Bistums, eines Ordens und einer Genossenschaft verzeichnet sind.

9. Die Wochentage des Advents vom 17. bis 24. Dezember einschließlich.

Die Tage in der Weihnachtsoktav.

Die Wochentage der Fastenzeit (österlichen Bußzeitl.


III.

10. Die gebotenen Gedenktage des Generalkalenders.

11. Die gebotenen Eigengedenktage :

a) Der Gedenktag des zweiten Patrons des Ortes, des Bistums, der Region und einer Ordensprovinz.

b) Andere gebotene Gedenktage im Eigenkalender eines Bistums, eines Ordens oder einer Genossenschaft.

12. Nichtgebotene Gedenktage, die jedoch auch entsprechend den Angaben in den Allgemeinen Einführungen in die Messe und das Stundenbuch an den in Nr. 9 genannten Tagen gehalten werden können.

In gleicher Weise können gebotene Gedenktage, die hin und wieder auf einen Wochentag der Fastenzeit fallen, wie nichtgebotene Gedenktage behandelt werden.

13. Die Wochentage des Advents bis zum 16. Dezember einschließlich.

Die Wochentage der Weihnachtszeit vom 2. Januar bis zum Samstag nach Erscheinung.

Die Wochentage der Osterzeit vom Montag nach der Osteroktav bis einschließlich Samstag vor Pfingsten.

Die Wochentage im Jahreskreis.

Anhang III: VERZEICHNIS DER MESSEN ZU BESTIMMTEN FEIERN, DER MESSEN FÜR BESONDERE ANLIEGEN UND DER VOTIVMESSEN

Siglen

VI = Messen zu bestimmten Feiern (AEM 330); Messen für besondere Anliegen und Votivmessen, sofern eine besondere Notwendigkeit oder pastorale Situation besteht, im Auftrag oder mit Erlaubnis des Ortsordinarius (AEM 332).

V 2 = Messen für besondere Anliegen und Votivmessen, sofern eine echte Notwendigkeit oder die pastorale Situation es erfordert, nach Entscheidung durch den Kirchenrektor oder den Priester, der die Messe feiert (AEM 333).

V 3 = Messen für besondere Anliegen und Votivmessen bei entsprechender Verehrung der Gläubigen nach Entscheidung des Priesters, der die Messe feiert (AEM 329b und c).

Dl = Begräbnismessen (AEM 336).

D 2 = Messen nach Eintreffen der Todesnachricht, bei der Beisetzung des Verstorbenen und am ersten Jahrestag (AEM 337).

D3 = Sogenannte "tägliche Totenmessen" (AEM 337). Wenn Dl und D2 nicht erlaubt sind, ist selbstverständlich auch D3 untersagt.

+ = erlaubt

= nicht erlaubt

1. Kirchlich gebotene Hochfeste Vl- Dl-

2. Sonntage des Advents, der österlichen Bußzeit und der Osterzeit Vl- Dl-

3. Die Drei Österlichen Tage und Gründonnerstag Vl- Dl-

4. Kirchlich nichtgebotene Hochfeste, Allerseelen Vl- Dl+

5. Aschermittwoch, Montag, Dienstag und Mittwoch der Karwoche Vl- Dl+

6. Osteroktav Vl- Dl+

7. Sonntage der Weihnachtszeit und “Im Jahreskreis" Vl+ V2- Dl+ D2-

8. Feste Vl+ V2- Dl+ D2-

9. Die Wochentage im Advent vom 17. bis zum 24. Dezember Vl+ V2- Dl+ D2+

10. Weihnachtsoktav Vl+ V2- Dl+ D2+

11. Wochentage der österlichen Bußzeit Vl+ V2- Dl+ D2+

12. Gebotene Gedenktage Vl+ V2+ Dl+ D2+

13. Wochentage im Advent bis zum 16. Dezember Vl+ V2+ Dl+ D2+

14. Wochentage der Weihnachtszeit ab dem 2. Januar Vl+ V2+ Dl+ D2+

15. Wochentage der Osterzeit Vl+ V2+ Dl+ D2+

16. Wochentage "Im Jahreskreis" Vl+ V2+V3+ Dl+ D2+ D3+

Anmerkungen

  1. Vgl. Instruktion des Staatssekrelariates vom 31. Mai 1969: AAS 61 (1969) 334-340; Rundschreiben der Kongregation für den Klerus vom 30. Oktober 1970: AAS 63 (1971) 314-315.
  2. Messbuch. Grundordnung des Kirchenjahres und des neuen Römischen Generalkalenders. Nr. 59.