Progressismus

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Pyramide der Neognosis

Progressismus oder Fortschrittsglauben ist eine ideologische Haltung, die die ständige Veränderung der Lage als Lösung jeglicher Probleme anstrebt.

Innerhalb der kirchlichen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts ist der Progressismus als Gegenbegriff zum Traditionalismus geprägt worden. Der Progressismus war also nicht das Gegenteil von Konservati(vi)smus, Sowohl Traditionalismus wie Progressismus lehnen das Zweite Vatikanische Konzil als verbindliche Autorität ab (Vgl. Kurt Koch, Radio Vatikan 5. März 2009). Der Progressismus möchte steten Wandel (oft "Reform" genannt).

Dietrich von Hildebrand schreibt 1968: Die Propheten von morgen sind schnell überholt. Die Progressisten von gestern sind die "Reaktionäre" von heute. Es steht außer Zweifel, dass die heutigen "Fortschrittlichen" ein ähnliches Schicksal ereilen wird.

Der so genannte Progressismus stellte, mangels doktrinärer Durchdringung, an sich keine Häresie ("neue Lehre") dar, sondern war eine (in Resten noch praktizierte) eher emotionale, vom Lebensumfeld geprägte Vermengung einer ganzen Reihe von philosophischen, psychologischen und anderen "wissenschaftlichen" Fehlurteilen. Die konsequente Anwendung der Theoreme des Progressismus im Bereich der Dogmatik würde aber unweigerlich zur Häresie führen. Die Anhänger des Progressismus glaubten in den 1960-er und 1970-er Jahren (etwa bis zur "Ölkrise" und dem Aufkommen der massiv fortschrittsskeptischen ökologischen Bewegung) zumeist ernsthaft, auf der "richtigen" Seite der Geschichte zu stehen und nur noch "so" an Jesus glauben zu können. Er kann daher jedenfalls nicht ohne nähere Einzelfallprüfung als Neo-Modernismus im Sinne des Modernismusstreits klassifiziert werden, es ergeben sich aber zwangsläufig personelle Überschneidungen.

Die in dieser Epoche maßgeblich geprägten Theologen versuchen in der kirchlichen Binnenkommunikation häufig auch heute noch, diese angelernten Positionen noch zu verteidigen, zum Teil mit gehässigen und aggressiven Mitteln (z.B. Petition "Vaticanum II" 2009).

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