Paulus von Tarsus

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Heiliger Paulus, Kirche St. Paul - Rom

Der Heilige Apostel Paulus war wohl der wichtigste Missionar der frühen Kirche. Wegen seiner Missionsreisen unter die Heiden des Mittelmeerraums wird er auch Völkerapostel genannt.

Patronat: katholische Presse, Theologen, Seelsorger, gegen Ohrenkrankheiten, Krämpfe, Angst

Gedenktag: 29. Juni gemeinsam mit dem Apostel Petrus.
Gründe für das gemeinsame Fest sind einerseits die Lebensgeschichten der beiden, die eng miteinander verbunden sind, andererseits das Datum der Übertragung der Gebeine am 29. Juni 258.


Biografie

Paulus Bekehrung

Paulus wurde in Tarsus geboren, als Sohn einer jüdischen Familie mit römischem Bürgerrecht, dass er ebenso besaß wie Silvanus (Silas), der später als Mitarbeiter und Sekretär für Paulus arbeiten sollte. Der jüdischer Name von Paulus war Saulus oder Sha'ul, sein Name als römischer Bürger Paulus. Nach dem Vorbild seines Vaters erlernte er den Beruf des Zeltstoffwebers.

Saulus war ein eifriger Pharisäer. Er gehörte dort der zu den Anhängern von Hillel und seinen Nachfolgern. Diese waren im Gegensatz zur strengen, buchstabenfixierten Gruppe von Schammais flexibler im Denken. Paulus nahm er an den Verfolgungen der ersten Christen teil, die er für gefährliche Häretiker hielt. Er war unter anderem am Märtyrertod des Hl. Stephanus beteiligt.

Seine Reise nach Damaskus sollte ebenfalls der Christenverfolgung dienen. Doch auf dem Weg erschien ihm plötzlich der auferstandene Christus:

Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich?
Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. (Apg, 9,3-5)

Paulus erblindete daraufhin. In Damaskus angekommen, ließ er sich von dem Christen Hananias (Ananias) taufen, woraufhin er sein Augenlicht zurückerlangte. Er wurde umgehend zu einem der aktivsten und einflussreichsten Verkünder Jesu Christi. Als christlicher Missionar und Apostel verwendete er seinen römischen Namen Paulus.

In den folgenden Jahrzehnten unternahm Paulus drei Missionsreisen und gründete zahlreiche Christengemeinden. Während dieser Zeit entstanden die beiden Briefe an die Thessalonicher, die beiden Korintherbriefe, der Galaterbrief und der Römerbrief. Schließlich wurde er in Caesarea gefangengenommen, sollte dann jedoch nach Rom überstellt werden. Während dieser Fahrt erlitten sie vor der Küste Maltas Schiffbruch. Nach seiner Ankunft in Rom verfasste Paulus den Philipperbrief, den Epheserbrief, den Kolosserbrief sowie den Brief an Philemon.

Da der Bericht der vom Evangelisten Lukas verfassten Apostelgeschichte mit der Gefangenschaft des Paulus in Rom endet, wissen wir von seinen letzten Jahren wenig. Es gibt Hinweise darauf, dass er möglicherweise noch eine vierte Missionsreise nach Spanien unternahm. In dieser wenig bekannten Zeit dürften die beiden Briefe an Timotheus sowie der Titusbrief entstanden sein (falls sie wirklich von Paulus stammen).

Paulus starb der Tradition nach zwischen 64 und 67 n. Chr. Demnach starb er als Märtyrer in der Nähe von Rom. Als römischer Bürger soll er nicht gekreuzigt, sondern geköpft worden sein - daher wird er oftmals mit einem Schwert dargestellt. Die Basilika San Paolo fuori le mura markiert seine Begräbnisstätte.

Nach alter Tradition erlitten Paulus und Petrus am gleichen Tag (wenn auch möglicherweise nicht im gleichen Jahr) den Märtyrertod.

Literatur

  • Zum dem paulinischen Ursprung der Paulusbriefe: Thomas Weißenborn, Apostel, Lehrer und Propheten. Leben und Briefe des Apostels Paulus. (Einleitung in das Neue Testament 2), Marburg 2004 ISBN 3-86122-710-X
  • Carsten Peter Thiede: Paulus. Schwert des Glaubens – Märtyrer Christi. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2004, 176 Seiten, ISBN 3-93648-439-2 - Rezension des Buches in der DT

Weblinks