Orgelbau Klais (Bonn)

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Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co. KG
Adresse Kölnstraße 148, D 53111 Bonn
Telefon +49(0)228 / 98240-0
Fax +49(0)228 / 98240-30
Email post@klais.de
Homepage http://www.orgelbau-klais.com/m.php?art=151
Schwalbennestorgel im Kölner Dom (Orgelbau Klais 1998)

Die Johannes Klais Orgelbau GmbH & Co. KG mit Sitz in der Bundesstadt Bonn ist eine weltweit führende Orgelbauwerkstatt in Deutschland.

Das Unternehmen wurde 1882 von Johannes Klais (18521925) in Bonn gegründet. Heute wird das Familienunternehmen in vierter Generation von seinem Urenkel Philipp Klais (* 1967) geführt.[1]

Inhaltsverzeichnis

Firmengeschichte

Johannes Klais erlernte den Orgelbau im Elsaß, der Schweiz und Süddeutschland. Er ist der Firmengründer des Familenbetrieben. Als er 1882 seine Orgelbauwerkstatt gründete, war die Arbeit noch geprägt von der traditionellen mechanischen Orgelbauweise. Johannes Klais setzte neue Maßstäbe, als er noch vor der Jahrhundertwende Hochdruckstimmen mit zwei Labien in Verbindung mit pneumatischen Kegelladen konstruierte. Zusammen mit seinem Sohn Hans realisierte er 1906 die elektrische Orgeltraktur.

1925 übernahm Hans Klais die Führung der Werkstatt. Mit zahlreichen neuen Entwicklungen und Erfindungen machte er das Unternehmen international bekannt. Die Moderne erhielt Einzug in die Prospektgestaltung und ergonomische Spieltischformen wurden entwickelt.

Der Enkel, Hans Gerd Klais, leitete die Werkstatt 30 Jahre lang von 1965 bis 1995. Durch die Orgelbewegung, angestoßen durch Albert Schweitzer und Hans Henny Jahn, der Klais als Vorsitzender des Verbandes der Orgelbauer entscheidende Impulse gab, kehrt er zu den Quellen des Orgelbaues zurück, die mechanische Schleiflade. Um einem breiten Orgelliteraturspektrum Rechnung zu tragen, war, gemeinsam mit seinem neuen Chefkonstrukteur Dr. Hans-Wolfgang Theobald, sein Maßstab, die Synthese zwischen polyphoner und symphonischer Orgel zu finden. Nicht nur Orgelneubauten waren seine Profession, sondern auch mit der fachgerechten Restaurierung historischer barocker und romantischer Instrumente zeigte er Verantwortung gegenüber wertvollen Instrumenten, die häufig noch Anfang der 1980er Jahre gedankenlos abgerissen wurden.

Philipp Klais, der Urenkel des Gründers, wuchs inmitten der Werkstatt auf, absolvierte aber seine Lehrzeit, wie der Urgroßvater, zunächst im Elsaß, später in Deutschland und dann in Übersee. Wie seine Vorfahren, arbeitete er einige Jahre gemeinsam mit seinem Vater, bevor er 1995 die Leitung der Werkstatt übernahm. Gemeinsam mit einem engagierten Orgelbauer-Team setzt sich mit Phillipp Klais die vierte Generation weltweit für charaktervolle Instrumente mit hoher klanglicher und gestalterischer Ästhetik ein.

Die Familie Klais lebt und arbeitet unter dem Dach der Werkstatt. Permanent im Austausch mit ihren Mitarbeitern findet hier ein fortgesetzter Lernprozess statt. Das Ziel ist ein Erkenntnisgewinn und der Zweck ihres Tuns ist, dem Orgelbau schöpferische und zeitgemäße Impulse zu geben, die mit dem Tradierten in all seinen Erscheinungsformen korrespondieren: Der Orgelbauer arbeitet in seiner Zeit, aber seine Werke müssen sich der Geschichte stellen, Ihr höchstes Ziel: im Kirchenraum dient die Orgel der Begleitung und Erhöhung des Gottesdienstes.

Literatur

  • Hans Gerd Klais: Beiträge zur Geschichte und Ästhetik der Orgel: Aus Anlass der Einhundertjahrfeier Orgelbau Johannes Klais Bonn, 1882-1982, Band 1, Bonn 1983.
  • Architecture of Music. Inspired pipe organs in world class buildings. Hrsg. von Johannes Klais Orgelbau, Bonn o.J.
  • Ludger Stühlmeyer: Orgelbau in Hof. In: Musica sacra, 133. Jg. Heft 2, Kassel 2013, S. 104-105.
  • Diverse Beiträge zu Orgelbau Klais in: Acta Organologika. Publikationsreihe der Gesellschaft der Orgelfreunde.

Weblinks

Siehe auch:

Anmerkungen

  1. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
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