Comossi per la proclamazione

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Predigt
Comossi per la proclamazione

unseres Heiligen Vaters
Pius XII.
an das Volk auf dem Petersplatz nach der Verkündigung des Glaubensdogmas von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel

1. November 1950

Quelle: Heilslehre der Kirche, Dokumente von Pius IX. bis Pius XII. Deutsche Ausgabe des französischen Originals von P. Cattin O.P. und H. Th. Conus O.P. besorgt von Anton Rohrbasser, Paulus Verlag Freiburg Schweiz 1953, S. 348-351; Imprimatur Friburgi Helv., die 22. maii 1953 L. Weber V. G.

Allgemeiner Hinweis: Die in der Kathpedia veröffentlichen Lehramtstexte dürfen nicht als offizielle Übersetzungen betrachtet werden, selbst wenn die Quellangaben dies vermuten ließen. Nur die Texte auf der Vatikanseite können als offiziell angesehen werden (Schreiben der Libreria Editrice Vaticana vom 21. Januar 2008).


Maria, die Mutter Jesu

Inhaltsverzeichnis

Einleitung: Dankeshymnus an Gottes Vorsehung

1 Ehrwürdige Brüder und geliebte Söhne und Töchter, die ihr hier in Unserer Gegenwart versammelt seid, und ihr alle, die ihr Uns in diesem heiligen Rom und in allen Ländern der katholischen Welt hört!

Ergriffen durch die Verkündigung des Glaubensdogmas von der Aufnahme der Allerseligsten Jungfrau Maria mit Leib und Seele in den Himmel, jubelnd in der gleichen Freude, die auch das Herz aller Gläubigen überströmt, deren innigster Wunsch erfüllt worden ist, empfinden Wir das unwiderstehliche Bedürfnis, mit euch zusammen einen Dankeshymnus an die gütige Vorsehung Gottes anzustimmen, die euch die Freude dieses Tages und Uns den Trost hat bereiten wollen, die Stirn der Mutter Jesu und unserer Mutter, Maria, mit dem funkelnden Diadem zu schmücken, das jeden ihrer außerordentlichen Vorzüge krönt.

Der Himmel öffnet sich über der Weltnot

2 Nach dem unerforschlichen Ratschluss Gottes öffnet sich über den Menschen dieser schwer geprüften und leiderfüllten, verirrten und enttäuschten, aber auch in heilsamer Weise vom Heimweh nach einem großen verlorenen Gut beunruhigten Generation ein leuchtendes Stück Himmel voll Glanz, Hoffnung und Seligkeit, wo Maria, die Königin und Mutter, neben der Sonne der Gerechtigkeit thront.

Jubel im Himmel und auf Erden

3 Sehnlichst erwartet seit. langer Zeit, ist dieser Tag endlich der Unsere, endlich der eure. Unsere Stimme, die mit dem Beistand des Heiligen Geistes das einzigartige -Privileg der himmlischen Mutter feierlich verkündet hat, ist eine Stimme der Jahrhunderte, ja Wir können sagen, eine Stimme der Ewigkeit. Und ein Ruf der Jahrhunderte ist euer Beifall, der heute aufsteigt aus dem weiten Raum dieses ehrwürdigen, schon immer dem Ruhme der Christenheit heiligen Platzes, dieses geistigen Zieles aller Völker, der jetzt zum Tempel und zum Altar eurer überströmenden Frömmigkeit geworden ist. Wie vom Pochen eurer Herzen und von der Erregung eurer Lippen erschüttert, erbeben selbst die Quadern dieser Patriarchalkirche, und zugleich mit ihr scheinen die unzähligen ehrwürdigen Heiligtümer, die in der ganzen Welt zur Ehre der in den Himmel aufgenommenen Jungfrau errichtet worden sind, in geheimnisvollem Erzittern zu jubilieren, Denkmaler eines einzigen Glaubens und irdische Sockel des himmlischen Glorienthrones der Königin des Weltalls.

Die Glaubensverkündigung: ein reicher Gnadenquell

4 An diesem Freudentag wird sich zweifellos aus dem offenstehenden Himmelsgewölbe samt dem Gewoge des Engeljubels, der sich mit dem der ganzen streitenden Kirche vereinigt, ein Strom von Gnade und Belehrung über die Seelen ergießen, der sie unwiderstehlich zu einer heiligen Wiedergeburt antreibt.

5 Daher erheben Wir von dieser Erde, in dieser unserer Zeit, aus der Mitte dieser unserer Generation die Augen vertrauensvoll zu diesem überaus erhabenen Geschöpf und rufen allen zu: Empor die Herzen!

Die glorreich in den Himmel aufgenommene Jungfrau

wird die Angstgehetzten trösten und stärken

6 Vielen unruhigen und geängstigten Seelen, dem traurigen Erbe einer verworrenen und aufgewühlten Zeit, die niedergedrückt, aber nicht in ihr Schicksal ergeben sind, die nicht mehr an die Güte des Lebens glauben und sozusagen nur gezwungenermaßen den Augenblick hinnehmen, eröffnet das demütige und einfache Mädchen von Nazareth, jetzt in der glorreichen Verklärung, eine höhere Sphäre und schenkt ihnen die Kraft zu erwägen, zu welcher Bestimmung und welchen Werken jene erhoben wurde, die, von Gott auserwählt, Mutter des fleischgewordenen Wortes zu sein, gehorsam den Befehl des Herrn entgegennahm.

wird die Leidgeprüften wirksam stützen

7 Und ihr, die ihr Unserem Herzen vor allem nahe steht, die ihr die peinigende Sorge Unserer Tage und Nächte, der beklemmende Gedanke aller Unserer Stunden seid, ihr, die Armen, Kranken, Flüchtlinge, Gefangenen, Verfolgten, Arbeitslosen und Obdachlosen, Leidgeprüfte jeder Art und jeden Landes, ihr, für die der irdische Aufenthalt nur Tränen und Entbehrungen zu haben scheint, trotz der großen Anstrengungen, die gemacht werden und gemacht werden müssen, um euch zu helfen: erhebt den Blick zu Jener empor, die vor euch die Pfade der Armut, der Verachtung, der Verbannung und des Schmerzes gewandelt ist, deren Seele selbst am Fuße des Kreuzes von einem Schwert durchbohrt wurde und die jetzt ihren Blick ungeblendet in das ewige Licht versenkt.

wird der Welt den Frieden vermitteln

8 Für diese Welt ohne Frieden, die von gegenseitigem Misstrauen, von Zerwürfnissen, Feindseligkeiten und Hass gefoltert wird, weil in ihr der Glaube geschwächt und der Geist der Liebe und Brüderlichkeit in Christus erloschen ist, flehen Wir mit tiefer Inbrunst darum, die Himmelfahrt Marie möge ein Zeichen sein für einen neuen Einzug der Liebe und des Lebens in die menschlichen Herzen.

Schluss: Wir alle sind Kinder derselben Mutter, Maria

9 Nie werden Wir erlahmen, daran zu erinnern, dass nichts der Tatsache und dem Bewusstsein übergeordnet werden darf, dass wir alle Söhne ein und derselben Mutter, Marias, sind, die im Himmel lebt als Band der Einheit im Mystischen Leibe' Christi, als neue Eva und neue Mutter der Lebendigen, die alle Menschen zur Wahrheit und zur Gnade ihres göttlichen Sohnes führen will.

Und nun, lasst uns niederknien und andächtig beten!

Unbefleckt empfangene Jungfrau, Mutter Gottes und der Menschen,

Gebet zu Maria, der mit Leib und Seele verklärten Jungfrau

10 1. Wir glauben mit unserer ganzen Glaubenskraft, dass du mit Leib und Seele glorreich in den Himmel aufgenommen bist, wo dir die Chöre der Engel und die Scharen der Seligen als ihrer Königin huldigen.

Wir vereinen uns mit ihnen im Lobpreis des Herrn, der dich über alle anderen reinen Geschöpfe erhob, und bringen dir in Verehrung und Liebe unsere Huldigung dar.

2. Wir wissen, dass dein Auge, das einst hienieden in zarter Mutterliebe auf der demütigen und leidenden Menschengestalt Jesu ruhte, nun im Himmel an der verklärten Menschheit der ungeschaffenen Weisheit sich satt schaut, und dass die Freude deiner Seele in der schleierlosen Schau des Dreieinigen Gottes dein Herz auf jubeln lässt in seligem Entzücken.

Und wir arme Sünder, deren Leib den Aufschwung der Seele hemmt, wir flehen dich an: Läutere unsere Sinne, dass wir schon hienieden lernen, Gott zu verkosten, nur Gott allein, im Liebreiz seiner Geschöpfe.

11 3. Wir vertrauen darauf, dass du voll Erbarmen herniederschaust auf unsere Nöte und unsere Ängste, auf unsere Kämpfe und unsere Schwächen; dass du unseren Freuden und unseren Siegen huldvoll zulächelst und die Stimme Jesu vernimmst, die dir, wie einst von seinem Lieblingsjünger, von einem jeden von uns sagt: Siehe da, dein Sohn !

Und wir, die wir dich als unsere Mutter anrufen, wir erwählen dich wie einst Johannes zur Führerin, Kraftspenderin und Trösterin unseres irdischen Daseins.

12 4. Wir glauben, dass deine Augen, die Tränen vergossen über die von Jesu Blut getränkte Erde, sich auch heute noch auf unsere Welt richten, die das Opfer der Kriege, Verfolgungen und Unterdrückungen der Gerechten und Schwachen geworden ist.

Und wir erhoffen im Dunkel dieses Tales der Tränen von deinem himmlischen Lichte und deinem milden Erbarmen Erleichterung in unseren Herzensnöten, in den Heimsuchungen der Kirche und unseres Vaterlandes.

13 5. Wir glauben endlich, dass du in der ewigen Herrlichkeit, mit der Sonne umkleidet und mit Sternen bekränzt, nach Christus die Freude und die Wonne aller Heiligen bist. Und wir Erdenpilger blicken in festem Glauben an die künftige Auferstehung auf dich, unser Leben, unsere Wonne und unsere Hoffnung; zieh uns in Liebe an dich und zeige uns dereinst nach diesem Elend Jesus, die gebenedeite Frucht deines Leibes, O gütige, O milde, O süße Jungfrau Maria!

Weblinks