Avantgarde (Musik)

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Unter dem Begriff Avantgarde werden verschiedene kulturelle, künstlerische und politische Bewegungen subsumiert, die mit Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden sind und alle eine starke Orientierung an der Idee des Fortschritts haben.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Der Begriff Avantgarde stammt aus der französischen Militärsprache und bezeichnet die Vorhut eines Truppenteils. Sinngemäß ist mit dem Begriff Avantgarde die Vorreiterrolle gemeint, die eine Person oder Gruppe einnimmt, die neue, wegweisende Entwicklungen anstößt. Die Bezeichnung Avantgarde kann allgemein als eine kreative und innovative Bewegung verstanden werden.

Musik

Die Avantgarde in der Musik ist zunächst eine Stilrichtung der "Ernsten Musik" (E-Musik), die bereits mit dem Ausklang der Spätromantik am Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzt. Sie wurde anfangs unter dem Begriff "Neue Musik" zusammengefasst. Bezeichnend ist der Bruch mit traditionellen Hörgewohnheiten durch die Verwendung von Dissonanzen und die Hinwendung zur Atonalität.

Beispiele für die musikalische Avantgarde sind der Expressionismus (Max Reger), die Zwölftonmusik (Arnold Schönberg), die Serielle Musik (Olivier Messiaen) , die Aleatorik (John Cage), die Klangkomposition (Karlheinz Stockhausen), die Minimal Music (Steve Reich) und die aus aufgenommenen Klängen zusammengesetzte Musique concrète (Pierre Henry).

Seit den 1950er Jahren entstanden auch außerhalb des Bereichs der Ernsten Musik avantgardistische Formen. Hier sind Beispielsweise Stilrichtungen wie der "Free Jazz" und die "Neue Improvisationsmusik" (U-Musik) zu nennen.

Komponisten

Nachfolgend eine Auswahl von Komponisten der musikalischen Avantgarde des 20. Jahrhunderts:

Literatur

  • Theodor W. Adorno: Philosophie der neuen Musik. Gesammelte Schriften Band 12, Frankfurt Suhrkamp 1975, ISBN 3-518-57234-2.
  • Klaus von Beyme: Das Zeitalter der Avantgarden. Kunst und Gesellschaft 1905–1955, München: C. H. Beck 2005, ISBN 3-406-53507-0.
  • Pierre Boulez: Zu meiner III. Sonate. In: Wolfgang Steinecke (Hrsg.), Darmstädter Beiträge zur Neuen Musik Band 3., Mainz 1960.
Meine Werkzeuge