Maria Laach am Jauerling

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Koordinaten: <geo>48 18 12 N 15 20 42 E</geo>

Die Wallfahrtskirche Maria Laach am Jauerling ist ein Wallfahrtsort in der Diözese St. Pölten und trägt den Namen "Unserer Lieben Frau sechs Finger"

Geschichte

1193 ist ein erster Hinweis in der Lebensbeschreibung des hl. Bischof Altmann im Stift Göttweig zu finden. Die erste Kapelle soll im 12. Jahrhundert gebaut worden sein. 1263 wird eine Kapelle erwähnt, die 1336 als Filialkirche von Weiten nachgewiesen werden kann.

1367 wird in einem Prozeßakt im Zusammenhang mit dem Melker Kreuz - der Marienaltar mit einer Darstellung eines Marienaltarbildes (Temperabild auf Holz Mitte des 15. Jhdt.) erwähnt, die die hl. Maria mit sechs Fingern (Zeigefinger und Daumen eine Rosenkranzkette in der rechten Hand und in der linken Hand das Jesuskind haltend darstellt, das wiederum von einer Person im Hintergrund eine rote Rose dem Jesuskind hinstreckt. Vermutlich auf Stephan Lochner oder Kölner Schule weist dieses Bild der Entstehung hin. Diese Darstellungsform soll auf die außergewöhnliche Natur der Gottesmutter Maria für ihre besondere Macht und fürsprechende Gewalt hinweisen. (Byzantinismus)

Als Weiten dem Kollegiatstift Vilshofen (Bayern) inkorporiert wurde, ging 1432 Maria Laach an das bayrische Kloster, das sich 1462 verpflichtete, in der Kirche einen Kaplan zu halten. 1476 stiftete ein gewisser Uttendorfer ein Benefizium für den Hochaltar.

Um 1500 enstand der zehneckige Taufstein, außerdem ist eine spätgotische Steinkanzel erhalten. Der Hochaltar ein Flügelaltar ein spätgotisches Schnitzwerk, wie es auch in Mauer und Zwettl ist, ist auch noch erhalten. (1480)

1574 baute ein dem katholischen Glauben abtrünniger Priester den alten Pfarrhof. Aus dieser Zeit stammt auch der ältere Teil der jetzigen Sakristei mit einem sehr schönen Sakramentshäuschen. Die Einladung: "Nehmt an das Wort Gottes, es rettet eure Seelen", ist in lateinischer Sprache und gotischer Schrift eingraviert.

Unter dem Patronat der Freiherren von Kuefstein erfährt die Kirche als Begräbnisstätte dieses Geschlechts eine neuerliche Blüte.

1634, als der neue Pfarrhof erbaut wurde, ziehen wieder katholische Priester in die Pfarrkirche ein.

Das Patroziniumsfest findet jährlich zu Mariä Heimsuchung am 2. Juli seit 1688 in dieser Wallfahrtskirche statt.

Literatur

  • Österreichische Kunsttopographie, Band I (1907) S. 271 ff
  • Reclams Kunstführer, Österreich Band I (Stuttgart 1961) S.273
  • Dehio: Niederösterreich, Wien 1953, S. 200f.
  • Eppel Franz: "Die Wachau" Salzburg 1964, S. 136 ff.
  • Prof. R. Feuchtmüller: "Maria Laach", 1959