Joseph Ludwig Colmar

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Josef Ludwig Colmar (*22. Juni 1760 in Straßburg † 15. Dezember 1818 in Mainz) war der erste Bischof des im Jahre 1802 säkularisierten Bistums Mainz.

Josef Ludwig Colmar empfing am 20. Dezember 1783 die heilige Priesterweihe und war Lehrer und Seelsorger in Straßburg. 1791 ist er Eidverweigerer und zeitweilig im Exil. Von 1799-1802 ist er französischer Domprediger in Straßburg. Auf Vorschlag von Jean Portalis wird er am 1. August 1802 von Napoleon zum Bischof des neu errichteten Bistums Mainz ernannt und am 24. August in Paris empfing er die Weihe. Am 3. Oktober nahm er das Bistum in Besitz und erhielt erst am 13. November 1802 die Ausstellung der päpstlichen Bestätigung. Colmar gab dem neu umschriebenen Bistum Ordnung und Strukturen, bewahrte 1803 und 1806 die Dome vom Mainz und Speyer vor dem Abbruch. 1805 gründete er des Mainzer Priesterseminars unter Bruno Liebermann neu. Er ist Mitgründer der neuscholastisch orientierten sogenannten ersten Mainzer Schule (Andreas Räß, Nikolaus Weis, Johannes von Geissel) mit erheblichen Einfluss auf den deutschen Katholizismus. Er holte 1807 das Institut der Englischen Fräulein (Maria Ward) und 1818 die Schulschwestern ins Bistum. Als Bischof hatte er ein starkes seelsorgliches, caritatives Engagement und erneuerte die Volksfrömmigkeit. Er lehnte 1818 die Berufung nach Speyer ab.

Literatur

  • G. May: Seelsorge an Mischehen in der Diözese Mainz unter Bischof Ludwig Colmar. Ein Beitrag zum Kirchenrecht und Staatskirchenrecht im Rheinland unter französischer Herrschaft, Amsterdam 1974
  • G. May: Das Recht des Gottesdienstes in der Diözzese Mainz zur Zeit von Bischof Josef Ludwig Colmar , 2 Bände, Amsterdam 1987.

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