Jungfrau Maria: Unterschied zwischen den Versionen

Aus kathPedia
Zur Navigation springenZur Suche springen
(link)
(Literatur)
Zeile 56: Zeile 56:
 
*[[Paul VI.]], Kongregation für den Gottesdienst, „[[Ordo concecrationis virginum]]“ Die neue liturgische Ordnung der Jungfrauenweihe vom 31.05.1970 ([[AAS]] LXII [1970) 650).
 
*[[Paul VI.]], Kongregation für den Gottesdienst, „[[Ordo concecrationis virginum]]“ Die neue liturgische Ordnung der Jungfrauenweihe vom 31.05.1970 ([[AAS]] LXII [1970) 650).
 
*[[Michael Gatterer]], Die makellose Jungfrau, Verlag Felzian Rauch Innsbruck (in deuschen Buchstaben; [[Imprimatur]] Nr. 4239 Apostolische Administratur Innsbruck am 28. Juli 1938).
 
*[[Michael Gatterer]], Die makellose Jungfrau, Verlag Felzian Rauch Innsbruck (in deuschen Buchstaben; [[Imprimatur]] Nr. 4239 Apostolische Administratur Innsbruck am 28. Juli 1938).
 
+
* Petrus Canisius,  Maria, die unvergleichliche Jungfrau und Gottesgebärerin, Übersetzt von Karl Telch, Warnsdorf, Opitz 1933 (275 Seiten).
  
 
[[Kategorie:Muttergottes]]
 
[[Kategorie:Muttergottes]]
 
[[Kategorie:Heilige]]
 
[[Kategorie:Heilige]]

Version vom 1. Juli 2008, 10:16 Uhr

Die heiligste Jungfrau Maria

Die Jungfrau Maria, lebte ihr ganzes Leben jungfräulich. Die Lateransynode des Jahres 649 unter Papst Martin I. hebt die drei Momente der Jungfräulichkeit Mariens hervor, wenn sie von der „heiligen, immer jungfräulichen und makellosen Maria“ lehrt, .sie habe ohne Samen vom Heiligen Geist empfangen, ohne Verletzung (ihrer Jungfräulichkeit) geboren, und ihre Jungfräulichkeit habe auch nach der Geburt unversehrt fortbestanden“ (D 256).

"Maria war Jungfrau vor, in und nach der Geburt" (Dogma).

Die Jungfräulichkeit Mariens schließt in sich die stete jungfräuliche Gesinnung (virginitas mentis), die Freiheit von ungeordneten Regungen des geschlechtlichen Begehrens (virginitas sensus), und die leibliche Unversehrtheit (virginitas corporis). Das kirchliche Dogma bezieht sich zunächst auf die leibliche Unversehrtheit.

A) Dogma der Jungfräulichkeit vor der Geburt

“Maria empfing ohne Mitwirkung eines Mannes vom Heiligen Geist

Der Glaube der Kirche an die jungfräuliche (aktive) Empfängnis Mariens ist in allen Glaubenssymbolen ausgesprochen. Das Symbolum Apostolicum bekennt: Der vom Heiligen Geist empfangen wurde. VgI. D 86, 256, 993.

Dass Maria bis zum Zeitpunkt ihrer aktiven Empfängnis jungfräulich lebte, bezeugt Lk 1, 26f: „Der Engel Gabriel wurde von Gott gesandt ... zu einer Jungfrau, ... und der Name der Jungfrau war Maria.“ Die jungfräuliche Empfängnis Mariens sagte schon im Alten Bund der Prophet Isaias in der berühmten Emmanuelweissagung Is 7, 14 voraus: "Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und sie wird seinen Namen Emmanuel (= Gott mit uns) nennen."

Das Judentum hat die Stelle noch nicht messianisch aufgefasst. Das Christentum hat sie von Anfang an auf den Messias bezogen, da es das Zeichen erfüllt sah. Vgl. Mt 1, 22 f. Der erhobene Vorwurf, die Septuaginta habe das hebräische Wort „ha 'alma“ unrichtig, die Jungfrau statt die junge Frau wiedergegeben, ist unberechtigt, da das Wort „ha 'alma“ im biblischen Sprachgebrauch ein unberührtes heiratsfähiges Mädchen bezeichnet. Vgl. Gn 24, 43 mit Gn 24,16; Ex 2,8; Ps 67, 26; Hll, 2 (M 1,3); 6,7 (M 6,8). Der Zusammenhang verlangt die Bedeutung „Jungfrau"; denn ein außerordentliches Zeichen liegt nur dann vor, wenn eine Jungfrau als Jungfrau empfängt und gebiert.

Die Erfüllung der isaianischen Weissagung berichten Mt 1, 18 ff und Lk 1, 26ff. Mt 1, 18: „Als Maria, seine Mutter, mit Joseph verlobt war, da fand sich, bevor sie zusammenkamen, dass sie empfangen hatte vom Heiligen Geist." Lk 1, 34: „Maria aber sprach zum Engel: Wie wird dies geschehen, da ich keinen Mann erkenne? 35. Und der Engel gab ihr zur Antwort: (Der) Heilige Geist wird auf dich herabkommen, und (die) Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten." Da Maria in rechtsgültiger Ehe mit Joseph lebte, war dieser der gesetzliche Vater Jesu. Lk 3, 23: „der Sohn Josephs, wie man glaubte.“ Vgl. Lk 2, 23. 48.

Die Väter bezeugen die jungfräuliche Empfängnis Mariens mit voller Einmütigkeit. Vgl. Ignatius von Antiochien, Smyrn. 1, 1: .wahrhaft geboren aus einer Jungfrau"; TralI. 9,1; Eph. 7,2; 18,2; 19,1. Die Väter verteidigen, von Justin angefangen, die messianische Deutung von Is 7, 14 und betonen, dass die Worte so zu verstehen sind, dass die Mutter des Emmanuel als Jungfrau empfangen und gebären werde.

Die Jungfrau MARIA

B) Dogma der Jungfräulichkeit in der Geburt

“Maria gebar ohne Verletzung ihrer jungfräulichen Unversehrtheit“
(Dogma auf Grund der allgemeinen Lehrverkündigung)

Das Dogma besagt, dass die körperliche Integrität Mariens beim Geburtsakt nicht verletzt wurde. Wie bei der Empfängnis, so blieb auch bei der Geburt ihre jungfräuliche Unversehrtheit erhalten. Die Art und Weise ihres Gebärens hatte darum den Charakter des Außerordentlichen an sich. Die nähere Bestimmung, worin die jungfräuliche Unversehrtheit in der Geburt nach der physiologischen Seite besteht, gehört nicht zum Glauben der Kirche. Nach den Aussagen des kirchlichen Lehramtes und nach den Zeugnissen der Tradition ist jedoch daran festzuhalten, dass die Jungfräulichkeit in der Geburt von der Jungfräulichkeit in der Empfängnis verschieden ist und als ein neues Moment zu ihr hinzukommt.

Die theologische Erklärung bringt die körperliche Unversehrtheit bei der Geburt in Zusammenhang mit der Freiheit von der ungeordneten Begierlichkeit. Diese hatte eine einzigartige Herrschaft der geistigen Kräfte über die körperlichen Organe und Vorgänge zur Folge. Daraus ergibt sich, dass sich Maria bei der Geburt Jesu vollkommen aktiv verhielt, wie es auch die Heilige Schrift andeutet (Lk 2,7). Auf diese Weise lässt sich das Fehlen körperlichen Schmerzes und vor allem das Fehlen sexueller Affekte erklären. Die körperliche Unversehrtheit ist das materielle Element der Jungfräulichkeit in der Geburt, während das Fehlen sexueller Affekte das formelle Element ist.

Is 7, 14 kündigt an, dass die Jungfrau (als Jungfrau) gebären werde. Auf die jungfräuliche Geburt des Herrn beziehen die Väter auch in typischem Sinne das Wort des Propheten Ezechiel von der verschlossenen Pforte (Ez 44,2; vgl. Ambrosius, Ep. 42, 6; Hieronymus, Ep. 49, 21), das Wort des Propheten Isaias von der schmerzlosen Geburt (Is 66, 7; vgl. Irenäus, Epid. 54; Johannes von Damaskus, De fide orth. IV 14) und das Wort des Hohenliedes vom verschlossenen Garten und vom versiegelten Quell (HI 4, 12; vgl. Hieronymus, Adv. Jov. I 31; Ep.49, 21).

Ignatius von Antiochien bezeichnet nicht bloß die Jungfräulichkeit Mariens, sondern auch ihr Gebären als ein „laut zu verkündendes Geheimnis“ (Eph.19, 1). Zur Veranschaulichung des Geheimnisses bedienen sich die Väter und Theologen verschiedener Analogien: des Hervorgehens Christi aus dem versiegelten Grab, des Hindurchgehens durch verschlossene Türen, des Hindurchgehens des Sonnenstrahles durch Glas, der Geburt des Logos aus dem Schoße des Vaters, des Hervorgehens des menschlichen Gedankens aus dem Menschengeist.

C) Dogma der Jungfräulichkeit nach der Geburt

“Maria lebte auch nach der Geburt Jesu jungfräulich“

Papst Siricius wies (392) die Lehre des Bonosus zurück (D 91). Das 5. allgemeine Konzil (553) wendet auf Maria den Ehrentitel „immerwährende Jungfrau" an (D 214, 218, 227). VgI. die Erklärungen der Lateransynode 649 und Pauls IV. (1555). D 256, 993. Auch die Liturgie feiert Maria als .immerwährende Jungfrau". VgI. das Gebet Communicantes im Messkanon.

Die Heilige Schrift bezeugt die Fortdauer der Jungfräulichkeit Mariens nach der Geburt nur indirekt. Die Tatsache, dass der sterbende Erlöser seine Mutter der Obhut des Jüngers Johannes anvertraute (Jo 19,26: „Frau, siehe da, dein Sohn"), setzt voraus, dass Maria außer Jesus keine anderen Kinder hatte (VgI. Origenes, In Ioan. I 4 (6),23).

Die traditionelle Auslegung zu Lk 1, 34: "Wie soll dies geschehen, da im keinen Mann erkenne?" folgert aus der Antwort Mariens, dass sie auf Grund besonderer göttlicher Erleuchtung den Vorsatz steter Jungfräulichkeit gefasst habe. Augustinus nimmt sogar ein förmliches Jungfräulichkeitsgelübde an. Unter den in der Heiligen Schrift mehrmals genannten "Brüdern Jesu“, die bezeichnenderweise niemals „Söhne Mariens“ genannt werden, sind nahe Verwandte Jesu zu verstehen (Vgl. Mt 13, 55 mit Mt 27,56, Jo 19,25 und Gal 1, 19).

Aus der Stelle Lk 2, 7: „und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn“ (vgl. Mt 1, 25 nach Vg), kann nicht gefolgert werden, dass Maria nach Jesus noch andere Kinder geboren habe, da im Judentum auch der einzige Sohn als „erstgeborener“ Sohn bezeichnet wurde. Der Titel „Erstgeborener“ schloss nämlich besondere Vorrechte und Pflichten in sich. Vgl. Hebr 1, 6, wo der eingeborene Sohn Gottes der „Erstgeborene“ Gottes genannt wird. Die Stellen Mt 1, 18: „bevor sie zusammenkamen“, und Mt 1,25: „er erkannte sie nicht, bis sie ihren Sohn gebar", besagen, dass bis zu einem bestimmten Zeitpunkt die Ehe nicht vollzogen wurde, keineswegs aber, dass sie hernach vollzogen wurde (VgI. Gn 8, 7; 2 Sm 6,23; Mt 28, 20).

Unter den Vätern treten als Verteidiger der Jungfräulichkeit Mariens nach der Geburt hervor: Origenes, Ambrosius, Hieronymus, Augustinus, Basilius und Johannes von Damaskus.

Luther, Zwingli und die altlutherische Theologie hielten entschieden an der immerwährenden Jungfräulichkeit Mariens fest (vgl. Articuli Smalcaldici P. I Art. 4: ex Maria, pura, sancta sempervirgine).

Literatur

  • Pius XII., Rundschreiben „Sacra virginitas“ über die heilige Jungfräulichkeit vom 25.03.1954 (AAS XLVI [1954] 161-191; DS 3911ss)
  • Paul VI., Kongregation für den Gottesdienst, „Ordo concecrationis virginum“ Die neue liturgische Ordnung der Jungfrauenweihe vom 31.05.1970 (AAS LXII [1970) 650).
  • Michael Gatterer, Die makellose Jungfrau, Verlag Felzian Rauch Innsbruck (in deuschen Buchstaben; Imprimatur Nr. 4239 Apostolische Administratur Innsbruck am 28. Juli 1938).
  • Petrus Canisius, Maria, die unvergleichliche Jungfrau und Gottesgebärerin, Übersetzt von Karl Telch, Warnsdorf, Opitz 1933 (275 Seiten).