Ziteil

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Koordinaten: UNIQ7b155615213f0812-geo-00000000-QINU Ziteil (Gemeinde Salouf im Kanton Graubünden, Schweiz) ist der höchstgelegene Wallfahrtsort Europas. Die Wallfahrtskirche mit Pilgerhaus liegt auf einer Höhe von 2433 m ü. M.

Nach zwei Maria-Erscheinungen im Sommer 1580 wurde in Ziteil eine bescheidene Kapelle gebaut. Das Gotteshaus wurde 1849 umgebaut. 1959 erfolgte ein Neubau. In einem an die Wallfahrtskapelle angebauten Pilgerhaus steht Raum für 150 Pilger zur Verfügung.

Ziteil ist schön gelegen mit herrlicher Aussicht auf die Oberhalbsteiner Alpen (Bergüner Stöcke, Err- und Forbeschgruppe) sowie den Piz Bernina, der mit 4049 m ü. M. höchster Berg der Ostalpen ist.


Wallfahrtsgeschichte

Die Wallfahrten gehen zurück auf das Jahr 1580, weissgekleidete Frau von kleiner Statur, die ihr Gesicht mit einem weissen Schleier verhüllt hatte, einem 18jährigen Mädchen im Oberhalbstein erschien, das auf den Berg gegangen war, um Holz zu sammeln. Die Frau sagte zu dem Mädchen:

"Gehe hin und sage dem Volk im Land Oberhalbstein, es habe nun soviel gesündigt, dass nicht noch mehr ertragen werden könne. Wenn es sich nicht bessere, werde Gott es streng bestrafen, so dass er nicht nur die Feldfrüchte verdorren, sondern das Volk vom Jüngsten bis zum Ältesten sterben lassen werde. Ich kann bei meinem Sohn für dieses Volk nicht mehr Fürbitte einlegen."

Nachdem die Frau verschwunden war, wagte das Mädchen niemandem etwas davon zu erzählen, aber am folgenden Tag erschien ihm die gleiche Frau am selben Ort, wiederholte die Worte und fügte hinzu, es solle keine Angst haben und dem Volk sagen, es solle [Busse] tun und mit dem Kreuz Prozessionen halten und dann werde ihm Gott leicht die Sünden verzeihen. Das Mädchen solle diesmal nicht unterlassen, das Aufgetragene dem Volk mitzuteilen, sonst werde es selber bestraft werden.

Trotzdem wagte es das Mädchen nicht, jemandem etwas davon mitzuteilen und in der folgenden Nacht, als es neben der Mutter schlief, fing eine Stimme an, das Mädchen zu rufen. Als die Mutter zum zweiten Mal die Stimme hörte, fragte sie, wer rufe. Auf die Antwort, nicht sie werde gerufen, sondern ihre Tochter, weckte sie diese, und die Stimme wiederholte dasselbe wie die zwei früheren Male. Da fragte die Mutter ihre Tochter, was vorgefallen sei und ob die Frau schon früher mit ihr gesprochen habe. Die Mutter erzählte am folgenden Tag alles was sie von ihrer Tochter erfahren hatte einer anderen Frau, und diese erzählte es ihrem Mann. Da dieser dem Landvogt des Hochgerichtes Bericht, erstattete, nahm der Landvogt Mutter und Tochter ins Verhör und verordnete Prozessionen, an denen jedesmal über 3000 Personen teilnahmen.

Acht Tage darauf erschien die gleiche Frau einem 16jährigen Knaben in Ziteil: Er sah eine Frau im Gebet an einer kleinen Quelle knien. Als er aus Furcht zwei Männer zu Hilfe rufen wollte, rief die Frau den Knaben liebevoll zu sich und sagte ihm das gleiche wie zuvor schon dem Mädchen und fügte hinzu, sie habe nicht aufgehört, zu ihrem Sohn für das Volk zu beten. Aber es sei nötig, dass das Volk sich aufrichtig bekehre und mit den Prozessionen fortfahre, weil sie sonst nicht erhört werde. Vor sie wegging, sah er ihr gerötetes Knie, als ob sie zeigen wollte, man müsse sich beim Gebet abmühen. Nachdem er einige Schritte gegangen war, drehte er sich um, um die Frau zu sehen, doch sie war verschwunden. Als man anfing, Prozessionen zu halten, fingen alle verdorrten Feldfrüchte wieder zu grünen an und weckten Hoffnung auf eine sehr gute Ernte.

Diese Ereignisse sind niedergeschrieben in einem Bericht vom 6. Juli 1580, den der Landvogt des Hochgerichtes Oberhalbstein, Albert de Baselgia, zu Handen des apostolischen Nuntius, Giovanni Francesco, Bischof von Vercelli, erstellt hat und der sich im Vatikanischen Archiv befindet. Die Überlieferung berichtet, dass der Hirt Giatgen Dietegen de Marmels geheissen habe und dass zur Bekräftigung seiner Aussage an jenem Abend Ziteil im strahlenden Licht erglänzt sei.

Wallfahrtstage

Kirche und Pilgerhaus Ziteil sind geöffnet ab Samstagmittag und an Sonntagen der Sommermonate Juli, August und September - bis anfangs August auch bis Montagmittag. Viele Pilger kommen am Samstagabend nach Ziteil. Um 21.30 Uhr ist Abendandacht und dann ist Nachtruhe bis um 6 Uhr. Der Hauptgottesdienst ist am Morgen um 8 Uhr. Das Essen muss man selber mitbringen. Im Pilgerhaus werden jedoch Kaffee, Tee und Suppe serviert.

Der leichteste Aufstieg von Salouf über die Alp Muntér dauert zwischen dreieinhalb bis vier Stunden. Wer weniger gut zu Fuss ist, kann auch direkt von Muntér aus gehen. In diesem Fall beträgt der Aufstieg eineinhalb Stunden (ca. 500 Höhenmeter). Auskünfte erteilt das Pfarramt in Salouf.


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