Wettersegen

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Der Wettersegen ist ein liturgisches Gebet der Kirche um den Beistand Gottes zur Abwehr von Unwettern. Es ist Ausdruck der Sorge um das tägliche Brot.

Inhaltsverzeichnis

Zeitraum

Der Zeitraum im Frühling und Sommer, zu dem der Segen gespendet wird, ist regional verschieden. Als ein Anfangsdatum wird der 25. April angesehen, das Fest des Hl. Evangelisten Markus und früher Termin der "Markusprozession" ("Große Bittprozession", Litaniae maiores), oder das Fest des Wetterheiligen Georg (23. April), ein anderes geläufiges Datum war der 3. Mai, das bis 1961 bestehende Fest Kreuzauffindung. Endtermin ist das Fest Kreuzerhöhung (14. September).[1]

Der Wettersegen wird am Ende der heiligen Messe vom Priester gespendet, in der Regel an Sonntagen, örtlich auch täglich. In der ordentlichen Form des römischen Ritus wird er im Rahmen des Schlusssegens erteilt, in der außerordentlichen Form nach dem Schlussevangelium.

Der Zusammenhang mit dem Schlussevangelium ist seit 12. Jahrhundert bezeugt. Der Text (Joh 1,1–14 EU) war als „Segensperikope“ auch bei der Spendung von Sakramenten wie der Taufe oder den Sterbesakramenten beliebt. Zeitweise war es üblich, im Rahmen des Wettersegens die Anfänge aller vier Evangelien, in die vier Himmelsrichtungen gerichtet, zu sprechen.[2]

Form

Form und Ablauf des Segens können nach diözesanem Brauch variieren. Der Priester kann den Wettersegen mit der Hand im Rahmen des Schlussegens der heiligen Messe oder mit einer Kreuzreliquie erteilen. In einigen Gemeinden wird hierzu mit den Altarglocken - wie beim eucharistischen Segen - dreimal geläutet. Vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils war auch die Spendung als Sakramentaler Segen möglich.

Ordentliche Form des römischen Ritus

Der Wettersegen hat die Funktion des Schlusssegens der heiligen Messe. Er kann gesprochen oder gesungen werden. In der ordentlichen Form des römischen Ritus sind im Benediktionale heute drei Formen vorgesehen, die immer eine Oration und die Segensformel enthalten. Die Oration kann je nach Witterungsverhältnissen (um Regen - um gutes Wetter - bei Unwetter und Sturm) variieren. Der Oration kann ein kurzer Versikel oder ein Gott lobendes Wechselgebet vorangehen. Nach dem Segen erfolgt die übliche Entlassung am Ende der heiligen Messe: "Gehet hin in Frieden. Dank sei Gott, dem Herrn."

Die feierliche Segensformel (Zweite Form) lautet:

P.: Gott, der allmächtige Vater, segne Euch und schenke Euch gedeihliches Wetter; er halte Blitz, Hagel und jedes Unheil von Euch fern.

A.: Amen

P.: Er segne die Felder, die Gärten und den Wald und schenke Euch die Früchte der Erde

A.: Amen

P.: Er begleite Eure Arbeit, damit Ihr in Dankbarkeit und Freude gebrauchet, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des Menschen gewachsen ist.

A. : Amen

P.: Das gewähre Euch der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

A.: Amen

Außerordentlichen Form des römischen Ritus

In der außerordentlichen Form des römischen Ritus wird der Wettersegen im Anschluss an die heilige Messe, direkt nach dem Schlussevangelium, gespendet. Er wird eingeleitet durch einen kurzen Wortgottesdienst. Die Segensformel entspricht der Form, wie sie in der Eucharistiefeier dem Bischof vorbehalten ist.[3]

Versikel:

P.: A fulgure, grandine et tempestate. (Vor Blitz, Hagel und Unwetter).

A.: Libera nos, Domine Jesu Christe. (Erlöse uns, Herr Jesus Christus).

P.: Ostende nobis, Domine, misericordiam tuam. (Erzeige uns Deine Huld, o Herr).

A.: Et salutare tuum da nobis. (Und schenke uns Dein Heil).

Gruß und Oration:

P.: Domine, exaudi orationem meam. (Herr, erhöre mein Gebet).

A.: Et clamor meus ad te veniat. (Und laß mein Rufen zu Dir kommen).

P.: Dominus vobiscum. (Der Herr sei mit euch).

A.: Et cum spiritu tuo. (Und mit deinem Geiste).

P.: Oremus! Quaesumus, omnipotens Deus, ut, intercessione sanctae Dei Genitricis Mariae, sanctorum Angelorum, Patriarcharum, Prophetarum, Apostolorum, Mayrtyrum, Confessorum, Virginum, Viduarum, et omnium Sanctorum tuorum, continuum nobis praestes subsidium, tranquillam auram permittas, atque contra fulgura et tempestates de super nobis indignis tuam salutem effundas de caelis, et generi humano semper aemulas, dextera potentiae tuae, aeras conteras potestates. Per eundem Christum, Dominum nostrum.

A.: Amen.

(Lasset uns beten! Wir bitten Dich, allmächtiger Gott: Verleihe uns auf die Fürbitte der hl. Gottesmutter Maria, der hll. Engel, Patriarchen, Propheten, Apostel, Märtyrer, Bekenner, Jungfrauen, Witwen und aller Deiner Heiligen immer Deinen Schutz; gib, dass Ruhe sei in den Lüften; lass gegen Blitz und Ungewitter Dein Heil vom Himmel über uns Unwürdige herabströmen und mache mit Deiner starken Hand die dem Menschen stets feindlichen Mächte der Lüfte zunichte. Durch Ihn, Christus, unsern Herrn. Amen.)

Versikel und Segen:

P.: Sit nomen Domini benedictum. (Der Name des Herrn sei gepriesen.)

A.: Ex hoc nunc et usque in saeculum. (Von nun an bis in Ewigkeit.)

P.: Adjutorium nostrum in nomine Domini. (Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn.)

A.: Qui fecit caelum et terram. (Der Himmel und Erde erschaffen hat.)

P.: Benedictio Dei omnipotentis, Patris + et Filii et Spiritus Sancti, descendat super vos, locum istum et fructus terrae et maneat semper.

A.: Amen.

(Der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters + und des Sohnes und des heiligen Geistes komme herab auf euch, auf diesen Ort und auf die Früchte der Erde und verbleibe allezeit. Amen.)

Sofern der Wettersegen bei akuter Unwettergefahr gebetet wurde, wurden vor der Liturgiereform die Allerheiligenlitanei, Psalm 147, Versikel und fünf Orationen gebetet. Bei der vierten Oration machte der Priester das Kreuzzeichen gegen das drohende Unwetter.

Literatur

  • Liturgische Institute Salzburg - Trier - Zürich (Hrsg.): Benediktionale. Studienausgabe für die katholischen Bistümer des deutschen Sprachgebietes. Herder Verlag, Freiburg - Basel - Wien 1987, S. 59-63.

Anmerkungen

  1. Rupert Berger: Art. Wettersegen. In: LThK, 3. Aufl., Bd. 10, Sp. 1128.
  2. Josef Andreas Jungmann SJ: Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe. Zweiter Band, Herder Verlag, Wien - Freiburg - Basel, 1948, 5. Auflage 1962, S. 555, 560.
  3. Aus: "Schott - Das vollständige Römische Messbuch - lateinisch und deutsch", Ausgabe aus dem Jahr 1962, Seite [269]f.
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