Welternährungstag

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Der Welternährungstag oder Welthungertag soll darauf aufmerksam machen, dass weltweit ungefähr 800 Millionen Menschen an Hunger und Unterernährung leiden.[1] Es wird geschätzt, dass täglich mehr als 25.000 Menschen an Unterernährung sterben (Youcat 2010, Nr. 448), ca. 18.000 davon sind Kinder unter 5 Jahren, jährlich fast 9 Millionen Tote. Der Welttag findet seit 1981 in der römisch-katholischen Kirche weltweit jährlich am 16. Oktober, dem Gedenktag der heiligen Hedwig von Andechs, statt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der I. Welternährungstag 1981 erinnert an den 36. Gründungstag der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the UN - FAO), welche am 16. Oktober 1945 im kanadischen Quebec gegründet wurde. Mitglieder der FAO waren im Jahre 2014 194 Staaten und die Europäische Union.[2]

Papst Johannes XXIII. wertschätzte im Mai 1961 das Mühen der FAO. Er sagte: "Es liegt Uns viel daran, offen zu bekunden, wie sehr Wir die Arbeit der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) begrüßen, die sich vor allem die Aufgabe stellt, die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu fördern, um den Landbau in den wirtschaftlich unterentwickelten Ländern zu modernisieren und jenen Völkern zu helfen, denen es an Nahrungsmitteln fehlt" (Mater et magistra 156). Mit besonderen Botschaften setzte Johannes XXIII. sich für die Kampagne gegen den Hunger in der Welt ein, so wie er 1960 das Weltflüchtlingsjahr durch Aufruf, Spenden und Sonderbriefmarken der Vatikanpost unterstützt hatte (Pontifikat Johannes' XXIII.).

Auch Papst Paul VI. hat die FAO im Kampf gegen den Hunger unterstützt und ermutigt. Er unterstreicht die Pflicht zur Solidarität, der hochentwickelten Länder, den aufstrebenden Völkern zu helfen (Populorum progressio 45-46).

Der Welternährungstag der Vereinten Nationen wurde 1979 von der FAO am 16. Oktober eingeführt. Seither findet er jedes Jahr in verschiedenen Ländern statt. Neben offiziellen Kongressen an diesem Tag, die sich mit den Themen Welthunger und Ernährungssicherung auseinandersetzen, nutzen oft auch Nichtregierungsorganisation den Welternährungstag, um auf das weltweite Hungerproblem aufmerksam zu machen.[3]

Nachdem Papst Johannes Paul II. den I. Welternährungstag 1981 in der römisch-katholischen Kirche eingeführt hatte, beschäftigte sich 1996 ein eigenes Schreiben Der Hunger in der Welt des Päpstlichen Rates Cor Unum mit der weltweiten Ernährung.

Auch Papst Benedikt´s XVI. ist die Nahrungsmittelknappheit und der Hunger in der Welt ein Anliegen, das er in der Enzyklika Caritas in veritate, Nr. 27 behandelt: "Der Hunger hängt weniger von einem materiellen Mangel ab, als vielmehr von einem Mangel an gesellschaftlichen Ressourcen, deren wichtigste institutioneller Natur ist. Das heißt, es fehlt eine Ordnung wirtschaftlicher Institutionen, die in der Lage sind, sowohl einen der richtigen Ernährung angemessenen regulären Zugang zu Wasser und Nahrungsmitteln zu garantieren, als auch die Engpässe zu bewältigen, die mit den Grundbedürfnissen und dem Notstand im Fall echter Nahrungsmittelkrisen verbunden sind – Krisen, die natürliche Ursachen haben können oder auch durch nationale und internationale politische Verantwortungslosigkeit hervorgerufen werden. Das Problem der Unsicherheit auf dem Gebiet der Ernährung muss in einer langfristigen Perspektive in Angriff genommen werden, indem man die strukturellen Ursachen, die sie hervorrufen, beseitigt und die landwirtschaftliche Entwicklung der ärmsten Länder fördert."

Papstbotschaften zum Welternährungstag

Weblinks

Anmerkungen

  1. so Schätzungen der Vereinten Nationen: Welternährungstag 2014: Hunger bleibt enorme Herausforderung – Kindernothilfe setzt auf Bildung und Selbsthilfe die www.kindernothilfe.de am 15. Oktober 2014
  2. Botschaft Johannes Pauls zum I. Welternährungstag 1981 in der Kirche; Der Welternährungstag bei www.crp-infotec.de
  3. Der Welternährungstag in der Wikipedia
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