Viktor Josef Dammertz

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Bischof Viktor Josef Dammertz

Viktor Josef Dammertz OSB (Dr. jur. can.; * 8. Juni 1929 in Schaephuysen am Niederrhein, Nordrheinwestfalen; † 2. März 2020 in der Erzabtei St. Ottilien)[1] war Bischof der Diözese Augsburg.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Josef Dammertz besuchte als Kaufmannssohn von 1935 bis 1940 die Volksschule in Schaephuysen und von 1940 bis 1950 weiterführende Schulen – zunächst in Krefeld, dann kriegsbedingt in Neukirchen, Kreis Moers, und in Moers (Staatliches Gymnasium Adolfinum). Dort absolvierte er im März 1950 das Abitur. Dann studierte bis 1957 Philosophie und Katholische Theologie in Münster (Westfalen), Innsbruck und Rom (Sant’Anselmo). Im Jahr 1953 trat er in das Noviziat der Missionsbenediktiner der Erzabtei St. Ottilien ein, legte am 16. September 1954 die erste Profess ab, die Ewige am 16. September 1957 und erhielt den Ordensnamen Viktor. Die Diakonenweihe erhielt er in der Basilika San Francesco in Assisi am 22. Dez. 1956. In der Erzabtei St. Ottilien empfing er am 21. September 1957 durch Bischof Dr. Joseph Freundorfer das Sakrament der Priesterweihe. Von 1957 bis 1960 studierte er Kanonisches Recht am Kanonistischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München, das er mit einem Doktorat im abschloss. Von 1960 an war er Generalsekretär der Benediktinerkongregation von St. Ottilien. Von 1971 bis 1975 war Dammertz Mitglied der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland (»Würzburger Synode«). Dort arbeitete er in der Sachkommission VIII »Die Beteiligung des Gottesvolkes an der Sendung der Kirche« mit. Am 8. Januar 1975 wurde er zum Abt gewählt und am folgenden 2. Februar vom Augsburger Diözesanbischof Dr. Josef Stimpfle zum Abt der Erzabtei St. Ottilien geweiht; zwei Jahre später am 22. September wurde er Abtprimas der weltweiten Benediktinischen Konföderation. Er unternahm Besuchsreisen zu 750 Männer- und Frauenklöstern des Benediktinerordens in allen Erdteilen und bemühte sich insbesondere um die verstärkte Einbindung der benediktinischen Frauenklöster in die Benediktinischen Konföderation.[2]

Bischof

Dammertz zum Bischof des Bistums Augsburg am Weihnachtsabend 1992 ernannt. Seine Bischofsweihe erfolgte am 30. Januar 1993 durch den Erzbischof von München-Freising, Friedrich Kardinal Wetter. Mitkokonsekratoren waren der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Lajos Kada sowie sein Vorgänger als Bischof von Augsburg Erzbischof Josef Stimpfle. Sein bischöflicher Wahlspruch lautete: "Für Euch – Mit Euch". Ab 1994 war er Vorsitzender der Kommission Geistliche Berufe und kirchliche Dienste in der Deutschen Bischofskonferenz und arbeitete in der "Kommission Weltkirche" mit Außerdem war er Mitglied in der vatikanischen Kongregation für die Institute geweihten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen Lebens. Im November 1996 wurde Dammertz in den Päpstlichen Rat für die Interpretation von Gesetzestexten berufen.

An seinem 75. Geburtstag nahm Papst Johannes Paul II. das Emeritierungsgesuch von Dammertz an. Nach seiner Emeritierung lebte er erst im Kloster der Benediktinerinnen von Sankt Alban am Ammersee, zuletzt zurückgezogen in der oberbayerischen Erzabtei St. Ottilien.

Werke

  • Dissertation vom 6. Mai 1963: Das Verfassungsrecht der benediktinischen Mönchskongregationen in Geschichte und Gegenwart, München 1963 (276 Seiten); Kirchengeschichtliche Quellen und Studien Band 6 im EOS Verlag St. Ottilien 1963; ungarisch: Főmonostor Pannonhalma 2015 (320 Seiten).
  • Dammertz / Maur Standaert: / Filips de Cloedt: Benedictus : eine Kulturgeschichte des Abendlandes, Vorw. Unter d. Leitung von P. Batselier, Weber Verlag Genf 1980 (477 Seiten; ISBN 978-3-295-00238-6 Lw.).
  • Georg Schmuttermayr (Hrsg.): Der Bischof tritt sein Amt an: Viktor Josef Dammertz, Bischof von Augsburg ; Texte und Bilder Sankt Ulrich Verlag Augsbur 1993 (188 Seiten; ISBN 978-3-929246-04-9 Pp.).
  • Christus folgen: von Gottes Wort geführt Sankt Ulrich Verlag 1997 (424 Seiten; ISBN 978-3-929246-24-7).
  • Dammertz, Maur Standaert: Benedictus : eine Kulturgeschichte des Abendlandes, Belser Verlag Stuttgart-Zürich 1998 (477 Seiten; ISBN 978-3-7630-2351-6 Pp. ).
  • Filips de Cloedt / Viktor Josef Dammertz / Maur Standaert: Benedictus : Symbol abendländischer Kultur,(Lizenz des Verl. Belser, Stuttgart-Zürich), Wissenschafliche Buchgesellschaft Darmstadt 1997 (477 Seiten).
  • Franz Sedlmeier ; Thomas Hausmanninger (Hrsg.) unter Mitarb. von Dirk Kinet und Martin Mark: Inquire pacem: Beiträge zu einer Theologie des Friedens ; Festschrift für Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB zum 75. Geburtstag, Sankt Ulrich Verlag Augsburg 2004 (440 Seiten; ISBN 978-3-936484-43-4 Pp.)

Literatur

  • Festschrift "Inquire pacem!" für Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB, mit der Kolleginnen und Kollegen der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg zu seinem 75. Geburtstag gratulieren.[3]

Ehrungen

  • 1983: Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • Ritter der Ehrenlegion
  • Bayerischer Verdienstorden
  • 2004: Großes Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Weblinks


Vorgänger
Josef Stimpfle
† Bischof von Augsburg
1993-2004
Nachfolger
Walter Mixa

Anmerkungen

  1. Früherer Augsburger Bischof Dammertz gestorben Domradio am 2. März 2020
  2. Eintrag zu Viktor Josef Dammertz auf Orden online
  3. Informationsdienst Wissenschaft idw: „Festschrift für Bischof Dr. Viktor Josef Dammertz OSB“ am 22. Juni 2004
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