Verkündigung

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Der heilige Antonius von Padua (Abtei Strahov, Prag)

Verkündigung (Martyria, "Zeugnis") ist ein kirchlicher Grundvollzug, neben der Liturgie und der Diakonie. Ihr Ziel ist die Ausbreitung des Evangeliums, des geoffenbarten Wortes Gottes und seiner Heilstaten, vor allem des Pascha-Mysteriums, an alle Menschen. Dadurch wird das Reich Gottes auferbaut und die Welt ihrer Vollendung in der Parusie entgegengeführt.

Im Zentrum des Wirkens Jesu stand die Botschaft Jesu, der den Anbruch des Reiches Gottes verkündete:

„Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: ‚Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.‘“

Mk 1,14-15 EU

Jesus sandte seine Jünger aus mit dem Auftrag, das Evangelium zu verkünden und alle Menschen zu seinen Jüngern zu machen. Seitdem sind alle Christen durch Taufe und Firmung gerufen, das Vermächtnis Jesu "von Generation zu Generation weiterzugeben, indem sie den Glauben verkünden, ihn in brüderlicher Gemeinschaft leben und in der Liturgie und im Gebet feiern (Apg 2,42 EU)".[1]

Patron der Verkündigung ist der Kirchenlehrer Antonius von Padua, der Doctor evangelicus. vgl. auch Johannes Chrysostomos ("Goldmund") und Petrus Chrysologus ("der mit den goldenen Worten").

Inhaltsverzeichnis

Arten

Man unterscheidet Tat- und Wort-Verkündigung.[2] Ihre Glaubwürdigkeit erhält die Verkündigung gerade durch die Einheit von Tat und Wort. Heute wird sie durch die Ausweitung des Spektrums von ‘verkündigen’ in größerem Zusammenhang gesehen. Verkündigung geschieht nicht nur durch das Wort, sondern daneben treten ”bezeugendes Tun und publizistische Mittel wie Buch und Presse, Bild und Ton.”

Gestalten der Wort-Verkündigung

Unter ihnen steht obenan die Predigt. In ihr erfüllt sich voll das Wesen der Verkündigung: sie ist nicht private Zusage an den Einzelnen, sondern hat verbindlichen Öffentlichkeitscharakter. Da sie auszurichtende Botschaft ist, ist ihre Formalursache qualifizierte Vollmacht. Der in ihr das Wort Gottes Sprechende, ist der erhöhte Kyrios selbst (2 Kor 5,20 EU; Hebr 12,25 EU; SC, Nr. 33). Als Lobpreis Gottes ist die Verkündigung Kultakt und deshalb auf die Eucharistiefeier, die höchste Tat-Verkündigung (1 Kor 11,26 EU), innerlich hingeordnet.

Die Theologie ist als Wissenschaft nicht Verkündigung. Sie geht nicht unmittelbar auf das Heil, sondern auf die Wahrheit der Verkündigung: die Verkündigung entlässt die in ihr enthaltene Lehre in die reflektierte Objektivität; das geschieht zu ihrer eigenen Klärung, Sicherung und Überwachung, aber auch zwecks Kirchenbildung im gemeinsamen Bekenntnis. Die theologische Arbeit darum ist nicht ein Sonderunternehmen, sondern treibt, weil sie Heilswissen und Glaubenswahrheit ist, wesenhaft in weitere Verkündigung. Die Theologie ist das Gewissen der Predigt, die Predigt ist das Gewissen der Theologie.

Die Katechese ist als Lehre gleichfalls legitim und sinnvoll. Damit wird nicht geleugnet, dass sie mehr als Unterricht zu sein hat. Sie ist "Möglichkeit für Verkündigung" ("Religionsunterricht als Verkündigung überfordert" [J. Goldbrunner]); sie kann zum Heilsvorgang des lebendigen Glaubens und der christlichen Lebensgestaltung werden.

Eine weitere Form ist (im abgeschwächten Sinn) das seelsorgliche und überhaupt religiöse Gespräch. Das laikale Wort, zum Unterschied von der Predigt (eines Klerikers), ist nicht ein "Forthallen", sondern "ein Widerhall des Wortes Gottes" (Scheeben). Wohl ist jedes Glaubenswort, nicht bloß das durch die Missio canonica besonders legitimiert, ein vor dem anderen ermächtigtes Wort (Thomas von Aquin, S. th. III q. 72 a. 5 ad 2), aber es ist nicht wie die Predigt oder eine lehramtliche Äußerung ein den anderen verpflichtendes Wort. Der Laie hat Autorität zum Wort, nicht Autorität im Wort (außer den Eltern gegenüber ihren Kindern). Das religiöse Gespräch ist schon immer glaubensverbreitend und glaubensstärkend. Es ist heute angesichts des Prestige- und Öffentlichkeitsschwundes der amtlichen Verkündigung zum besonderen soziologischen angepassten und eminent wichtigen Wortgeschehen geworden. Es wird mehr ein (partnerischer) Dialog als ein (autoritäres) Verkündigen sein. Immer aber hat das Gespräch seinen Rückhalt und seine Quelle im amtlichen Kerygma.

Weitere Gestalten, in denen sich Verkündigung mehr oder weniger realisiert, sind die Äußerungen des Lehramtes, die Briefseelsorge, die Bibelstunde, der religiöse Zuspruch, Vorträge über das Christliche oder der gemeinsame Gesang (Eph 5,19f EU; Kol 3,16 EU).[3]

Wirkungen der Wortverkündigung

Das Wort der Verkündigung kommt gleichermaßen von außen an die Person heran, dringt aber bei entsprechender Disposition (Hören, Se-hen...) bis zur Wesensmitte durch und trifft den Personenkern.

Das Wort trägt, verstärkt durch den wirksamen Dienst des Verkünders, eine Kraft, genauso wie der Same lebenerzeugende Kraft innehat. Die Wirkung dieser Kraft tritt aber erst zutage, wenn das Wort empfangen oder gehört worden ist. Sobald das ‘'Sakrament der Wortverkündigung empfangen worden ist, wirkt es im Lebensvollzug, es verändert die eigene Lebensgeschichte, es wird ein ”neuer Mensch” gezeugt durch das Wort und gleichsam geboren.

In Anlehnung an die Frage des Nikodemus in Joh 3,3.5 EU: "Wie kann ein alter Mann neu geboren werden?" können wir von Geistgeburt sprechen, die sich tagtäglich im Medium des Wortes ereignet. Sie mündet in ein Leben nach dem Willen Gottes. Der Petrusbrief weist auf die Wirklichkeit derer hin, die durch das Wort Gottes für Christus neu geboren sind: "Ihr seid neu geboren, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen: Aus Gottes Wort, das lebt und bleibt. (...)Dieses Wort ist das Evangelium, das euch verkündet worden ist."

Das Wort ist der Same. Wenn es ins Herz des Menschen durch das Hören aufgenommen wird, wirkt es und bringt Früchte.(Vgl. Mt 13,18-23 EU). Es schenkt neue ”Energie”, Kraft aus Gnade. Unverdient und unerwartet schenkt die Wortverkündigung als übernatürliche Gabe von Gott neues Leben.

Das Sakrament der Wortverkündigung hat transformative Kraft. Das Verhalten im Sinne Jesu ist ein Zeichen der Lebendigkeit, die das Wort schenkt.

Das Wort Gottes teilt Gott selbst gnadenhaft mit. Daher ist es nicht überbietbar, auch nicht durch ein anderes Sakrament, das es zeichenhaft zu entfalten und in der Communio der Gläubigen zu feiern hilft.

Indem es sinnenhaft begegnet - als Gotteswort im Menschenwort, als gelebtes Zeugnis ist es bereits verleiblicht. Jeder Christ ist durch die Taufe zur ausdrücklichen Spendung des ‘Sakramentes des Wortes’ befähigt und verpflichtet.

Da das Wort der Verkündigung die Wirklichkeit, die es bezeichnet, enthält - Gottes lebendige Selbstmitteilung in Jesus Christus, - ist es aus sich selbst wahr, und wirkt so-mit kraft seines Vollzugs, der Wortverkündigung. Das ‘Sakrament der Wortverkündigung’ ist unabhängig von der Heiligkeit des Verkünders wirksam, insofern es das Wort und die Heilswahrheiten der Schrift unverfälscht vermittelt. Die Kirchenväter haben ihren Gemeindemitgliedern diese Tatsache sehr früh und eindeutig vermittelt. Besonders durch die Auslegung des Gleichnis vom Sämann, der das Wort gleichsam als Same aussät.

Päpstliches

Paul VI.

Franziskus

Anmerkungen

  1. Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 3.
  2. Victor Schurr in: Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Auflage, Artikel Verkündigung, Band 10, Sp. 712.
  3. Victor Schurr in: Lexikon für Theologie und Kirche, 2. Auflage, Artikel Verkündigung, Band 10, Sp. 712-713.
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