Todsünde

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Eine Todsünde (lat. Peccatum mortiferum) ist ein bewusster und willentlich begangener schwerer Verstoß gegen das Gesetz Gottes. Diese macht zu toten Gliedern am Leibe Christi oder zu verdorrten Zweigen am göttlichen Weinstock.

Todsünden werden entsprechend ihrer objektiven Gewichtigkeit auch als schwere Sünden bezeichnet. Die Todsünde zerstört (im Unterschied zur lässlichen Sünde) die Liebe im Herzen des Menschen (die heiligmachende Gnade oder das göttliche Leben); in ihr wendet sich der Sünder von Gott als letztem Ziel des Menschen ab und zieht ihm, meist aus Stolz, ein minderes Gut vor (vgl. KKK 1855).

Da sich der Schwere Sünder von Gott und dem ewigen Leben getrennt hat, indem er seine Taufgnade verleugnete, steht es ihm nicht zu, in der Eucharistie durch Teilnahme an der Hl. Kommunion vorzutäuschen, er sei mit Gott, der Kirche und den Menschen ausgesöhnt. (Dies ist nicht mit der Exkommunikation zu verwechseln). Wer das Unglück hatte, ein Schwere Sünde zu begehen, sollte baldmöglichst beichten.

Die sogenannten Hauptsünden werden manchmal unzutreffend mit den Todsünden identifiziert, sind aber eigentlich Hauptlaster bzw. Wurzelsünden, da sie die Voraussetzung für andere Sünden schaffen, wobei diese dann sowohl schwer als auch lässlich sein können.

Inhaltsverzeichnis

Bedingungen für eine Todsünde

Damit eine Sünde zur Todsünde wird, müssen folgende drei Bedingungen alle zugleich erfüllt sein:

  • Wissen: Der Sünder muss sich der Falschheit seines Handels vollkommen bewusst sein. Schuldhafte Blindheit für die Tatsachen (ignorantia facti) befreit davon jedoch nicht.
  • Wollen: Die Sünde muss mit voller Absicht geschehen und bewusst, wobei der Sünder sich dabei im Klaren sein muss, dass er der Versuchung auch widerstehen könnte.
  • Wichtig: Die Sünde muss schwer sein: Es handelt sich um ein schwere Übertretung der göttlichen Ordnung.

Sogenannte läßliche Sünden sind dann gegeben, wenn ein oder mehrere Wesenselemente der Todsünde fehlen: z. B. eine Sünde in einer weniger wichtigen Angelegenheit oder zwar in einer schweren Sache, aber nicht mit ausreichendem Bewußtsein oder voller Freiheit. An für sich Schwere Sünden, werden manchmal durch Unkenntnis oder sinnverwirrender Leidenschaft zu lässlichen Sünden.

Der Begriff der Todsünde wäre unzulässig verharmlost, würde man nur in der bewussten Revolte gegen Gott eine solche sehen oder auch nur solche schweren Sünden, die zugleich in religionsfeindlicher Absicht begangen werden. Gar nicht so selten werden schwere Sünden aber tatsächlich begangen, um Gott mehr damit zu "strafen" als das Opfer. Hier liegen regelmäßig schwerste Sünden vor.

Was eine schwere Übertretung der göttlichen Ordnung ist, wird überdies durch die Zehn Gebote und die fünf Gebote der Kirche verdeutlicht. Eine willentliche Übertretung eines der Zehn Gebote in einer schweren Sache, kann also eindeutig als Todsünde bestimmt werden.

An anderer Stelle werden als schwere Sünden Glaubensabfall (Apostasie), Mord, Ehebruch, schwere Verleumdung, Verweigerung von Hilfe in Lebensgefahr usw. aufgeführt.

Das echte Gewissensurteil des Büßers darüber, ob eine Missetat oder ein Zustand schwer wiegt oder nicht, ist auch dann zu achten, wenn ein (unvermeidbarer) Irrtum vorliegt. Denn nur aufrichtig erkannte und bereute Sünden können Gegenstand eines ehrlichen Bekenntnisses in der Beichte sein. Eine bewusst manipulative Fehlzuordnung einer schweren Sünde zu den "lässlichen" (um sie dann in der Beichte zu verschweigen) ist nicht statthaft. Im Zweifel darf der Büßer den "lässlichen" Umstand zwar weglassen (da es in der Beichte nicht um ein möglichst exaktes Gesamt-Sittengemälde gehen kann), aber es ist sehr zu empfehlen, solche Probleme im Gewissensurteil offen zu benennen.

Welche Folgen haben Todsünden?

Todsünden ziehen den Verlust der göttlichen Gnade (heiligmachende Gnade) nach sich, damit den Ausschluss vom Reich Christi sowie den ewigen Tod (Todsünde) in der Hölle. Dieser geistliche Begriff des Todes besagt aber auch, dass, wer sich von Gott trennt, schon jetzt vor Gott "tot" ist (auch ohne Rücksicht auf das ewige Verdammungsurteil). Vorrangig muss diese Lage jetzt beseitigt werden: Das ist nur durch vollkommene Reue und Beichte (das Sakrament der Buße) und fortgesetzte Buße in Gebet und Tat abzuwenden. Die Todsünde zerbricht den Bund mit Gott und dadurch verdienen wir die ewige Strafe der Hölle. Durch die lässliche Sünde hingegen verdienen wir nur zeitliche Strafe, die wir hier auf Erden oder im Fegefeuer erdulden (abbüßen) müssen.

Die guten Handlungen eines Todsünders haben keinen bleibenden ewigen Wert vor Gott (ohne Satisfaktionsfähigkeit). Der Sünder verdient vor Gott nichts und er büßt nichts ab. Er hat nicht die Möglichkeit für andere vor Gott Gutes zu tun. Jedoch sind seinen guten Werke eine Tatbitte an Gott, um die Gnade der Bekehrung. Darum soll der Todsünder es nie unterlassen Gutes zu tun.

"Bekannt ist das Wort des hl. Hieronymus (In Isai 3, 8), das in der Folge die volle Zustimmung aller Gottesgelehrten fand: die Buße ist die zweite Rettungsplanke. Denn wie es beim Schiffbruch nur eine Möglichkeit gibt, sein Leben zu retten, dass man nämlich durch einen glücklichen Zufall irgend eine Planke des Wracks an sich zu bringen vermag, so ist einer nach Verlust der Taufunschuld ganz sicher verloren, wenn er sich nicht an die Rettungsplanke der Buße anklammert. [1]

Welche Sakramente befreien von der Todsünde?

Von der Todsünde können drei Sakramente befreien:

Die Taufe befreit in jedem Fall von der Todsünde, auch die Bluttaufe: das Martyrium;

ein getaufter Christ ist verpflichtet, alle seine Todsünden (soweit er sich erinnern kann) in der Beichte zu bekennen, da ansonsten die Beichte ungültig und die Absolution unwirksam ist. Ein Christ, der (momentan) keine Möglichkeit zur Beichte hat, erfährt Vergebung durch Gott, wenn er die vollkommene Reue (Liebesreue) erweckt, d.h. seine Sünden aus Liebe zu Gott bereut. Er muss den festen Vorsatz haben, sobald sich die Möglichkeit bietet, seine Todsünden in der Beichte zu bekennen;

sie vergibt die Sünden in Todesgefahr, auch wenn der Kranke keine Möglichkeit mehr zur Beichte hatte (z.B., wenn er bei der Ankunft des Priesters nicht mehr sprechen kann). Erholt sich der Kranke, muss er seine Todsünden dennoch so bald wie möglich in der Beichte bekennen.

Päpstliche Schreiben

Johannes Paul II.

Anmerkungen

  1. 1566 Catechismus Romanus, II. Teil: Fünftes Kapitel: Vom Bußsakrament."
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