Sebaldus von Nürnberg

Aus Kathpedia
Wechseln zu: Navigation, Suche
Qsicon Ueberarbeiten.png ACHTUNG: Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Eine inhaltliche Begründung befindet sich gegebenenfalls auf der Diskussionsseite. Wenn du Lust hast, verbessere den Artikel und entferne anschließend diesen Baustein.

Sebaldus (* 8. Jahrhundert?) war ein Einsiedler unbekannter Herkunft, dem Wundertaten zugeschrieben wurden. Am 26. März 1425 wurde er durch Papst Martin V. heiliggesprochen. Er wird als Stadtpatron von Nürnberg verehrt.

Althochdeutsch: "der kühne Sieger". Die latinisierte Form ist Sebaldus.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Sebalds Leben liegt im Dunkeln. Seine Historizität gilt als wahrscheinlich. Er soll als Eremit im 8. Jahrhundert im Reichswald bei Nürnberg gelebt haben, ist jedenfalls vor 1072 gestorben. Er war möglicherweise Geistlicher und ein begeisterter Vertreter der religiösen Erneuerungsbewegung. Weitere Einzelheiten wie Krankenheilungen müssen als legendarisch angesehen werden. Seine Verehrung setzte im 11. Jahrhundert ein.[1]

Viten

Die ersten Viten entstanden um 1070. Eine Vita aus dem Kloster Weißenburg im Elsaß nennt nur seinen Namen. Die Annalen von Augsburg vermelden für das Jahr 1070: „In Nürnberg wurde der heilige Sebald erstmals durch Wundertaten berühmt.“ Die Vita aus der Abtei Hersfeld, welche durch den Mönch Lambert verfasst wurde, ist zwar etwas umfangreicher, enthält aber auch keine persönlichen Angaben; dort ist zu lesen: „Hell leuchtend und hoch gefeiert war zu dieser Zeit in Franken das Andenken an den heiligen Sebald in Nürnberg und den heiligen Heimrad (Heimerad) in Hasungen. Von vielem zusammenströmenden Volk wurden sie Tag für Tag wegen der Hilfe aufgesucht, die durch göttliche Fügung dort den Kranken oftmals zuteil wurde.“

Weritere Angaben sind sehr widersprüchlich: Eine in Latein um 1340 verfasste „Biografie“ „Omnia quae gesta sunt“ besagt, dass Sebald in der Zeit Kaiser Heinrichs III. (1017-1056) in Frankreich lebte und Gefährte von Willibald und Wunibald gewesen sei, welche allerdings im 8. Jahrhundert lebten.

Der Antrag zu seinem Kanonisationsverfahren – 1375 - beginnt mit: „Zu den Zeiten, als Leo und Konstantinus Kaiser des römischen Reiches, Pipin und Karl das Königreich in Frankreich regierten...“ Dies deutet eher auf ein Leben im 8. Jahrhundert hin.

Legenden

Als dänischer Königssohn soll er im 8. Jahrhundert in Paris studiert und und dort eine französische Prinzessin geehelicht haben. Noch in der Hochzeitsnacht floh Sebald. Er ließ sich für 15 Jahre in einem Wald nieder. Danach begann er mit seinem Schüler Dionysius eine Fahrt nach Rom. Er wirkte in Italien, und seinen letzten Lebensabschnitt soll er im Waldgebiet um Nürnberg verbracht haben.

Weitere Legenden:

  • Er überquerte dabei auf seinem Mantel segelnd, wie später, einen reißenden Fluss, die Donau.
  • Er half einem armen Bauern bei der Suche nach seinen verloren gegangenen Ochsen, indem er seine Finger wie Lampen leuchten ließ.
  • Auf der Rückkehr von einer Pilgerfahrt habe er durch eine wunderbare Brotspeisung, die ihm ein Engel darreichte, Willibald und Wunibald gerettet und sie aus einem Weinfass getränkt, das sich auf wundersame Weise immer wieder füllte.
  • Rettung eines lästernder Ketzers aus einem Erdspalt, in dem dieser versank.
  • Einen Mann, der ihm gegen das Verbot der Heiden einen Fisch brachte und deshalb von den Heiden geblendet wurde, heilte er.
  • Ein Feuer entzündete er mit einem brennenden Eiszapfen, was einen geizigen Wagner von seiner Habsucht befreit habe.
  • Blinde wurden sehend.
  • Sündern wurde vergeben.
  • Nach seinem Tod hielt ein von Ochsen gezogenes Gespann mit seinem Sarg dort an, wo Sebald bestattet werden wollte. Dies war die Stelle der Kirche St. Peter und Paul in Poppenreuth.
  • Sebaldus benutzte seine Skeletthand, um einem lästernden Soldaten eine ordentliche Maulschelle zu verpassen.

Verehrung

Sebalds Verehrung ist seit 1072 urkundlich belegt. Der Erzgießer Peter Vischer schuf zwischen 1508 und 1519 das heute noch bestehende Hochgrab in Bronze in der Nürnberger St.-Sebald-Kirche, die 1525 evangelisch wurde. In gewissen Zeitabständen wird der Sarg von beiden Konfessionen geöffnet.

Kanonisation, Patronat und Verehrung

Papst Martin V. sprach nach zähen Verhandlungen und auf Drängen des Nürnberger Patriziats Sebald am 26. März 1425 heilig.

Attribute

Stab, Rosenkranz, Muschel

Patronate

  • Patron von Nürnberg

Sebald ist Patron folgender "Stichwörter"

  • Berufe
vonSeefahrern, damit er die tobenden Winde besänftige
  • Geographie
Nürnberg
  • Menschen
  • Sebaldus' Kopf brachte man zu erkrankten schwangeren Frauen,
  • angerufen von Pilgern zum Schutz vor gefährlichen Räuberbanden
  • Natur
gegen Kälte
  • Tiere

des Viehs

Gedenktag/e

Gedenktag katholisch: 19. August

  • Fest in der Stadt Nürnberg
  • gebotener Gedenktag im übrigen Bistum Bamberg
  • nicht gebotener Gedenktag im Bistum Eichstätt

Bauernnregeln

Regnet es an St. Sebald / naht die teure Zeit sehr bald

Orte, die mit Sebald in Verbindung stehen

Orte mit Reliquien des Heiligen

Reliquien von Sebald wurden im 14. Jahrhundert an das Kloster Andechs, an das Kloster Kitzingen überwiesen. 1361 wurden Reliquien Kaiser Karl IV. geschenkt.

Wallfahrts- bzw Verehrungsgebiete-und Orte

  • Nürnberg, Kirche St. Sebald
  • Bamberg
  • Dänemark, nach 1517
  • Egling (Wallfahrtskirche)
  • Elsaß
  • Heiligenstein bei Gaflenz (Wallfahrtskirche)
  • Italien
  • Österreich
  • Passau
  • Regensburg
  • Schlesien
  • SchwäbischGmünd
  • Venedig
  • Wien (Stephansdom)

Eine hohe Verehrung wurde Sebald 1512/1513 zuteil, als er unter die Vorfahren und Verwandten des deutschen Kaisers, die Hausheiligen der Habsburger Dynastie, aufgenommen wurde.

Literatur

  • Ökumenisches Heiligenlexikon
  • Svetozar Sprusansky, Der heilige Sebald, seine Kirche und seine Stadt. Ausstellung des Landeskirchlichen Archivs: Der Heilige Sebald, Seine Kirche und Seine Stadt im Stadtmuseum Nürnberg, 24. August - 28. Oktober 1979, Nürnberg 1979 (Evang.-Luth. Kirchengemeinde Nürnberg-St. Sebald), Seite 7ff.

Anmerkungen

  1. Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 9, Sp. 358 (Wilhelm Störmer, Art. "Sebald")
Meine Werkzeuge