Sarah Salkaházi

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Sarah Salkaházi SSS (*11. Mai 1899 in Kassa, Ungarn; † 27. Dezember 1944) war Ordensfrau und Märtyrerin. Sie ist eine Selige. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 11. Mai. Sarah setzte sich heroisch für die Rechte von Frauen ein.

Biografie

Sarah Salkaházi wurde als Tochter von Hotelbesitzern geboren. Die selbstbewusste, stets heitere Lehrerin musste aus politischen Gründen ihren Dienst quittieren und eine Lehre als Buchbinderin beginnen. Erschüttert von der würdelosen Lage arbeitender Frauen fokussierte die Parteijournalistin in ihren Artikeln die Situation von Frauen in der Arbeitswelt.

Die starke Kettenraucherin gewöhnte sich die Untugend ab, trat 1929 den »Schwestern des Sozialen Dienstes« bei und legte 1933 die Profess ab. Inmitten der dunklen Realität der Menschen wollte sie eine »brennende Lampe« sein. Sie engagierte sich in der Caritas, betreute karitative Werke, gab Religionsstunden, publizierte die Zeitschrift» Die katholische Frau« und kämpfte für die Arbeiterinnen. Ihre Mitschwestern sahen mit Besorgnis das kraftraubende Pensum Sarahs und wollten die Echtheit ihrer Berufung prüfen. Sie ließen sie zunächst nicht die Profess erneuern; nach dieser harten Phase durfte sie dann doch an Pfingsten 1940 die ewigen Gelübde ablegen. Ihr weiteres Leben stand nun unter dem Motto: »Alleluia. Ecce ego, mitte mel - Hier bin ich, sende mich I« 

Ab 1941 wirkte sie als Nationaldirektorin der» Ungarisch-Katholischen Arbeiterinnenbewegung«, gründete Wohnheime und leitete ein solches in Budapest. Während der nationalsozialistischen Besetzung Ungarns und der Schreckensherrschaft der »Pfeilkreuzler« (ungarische Nazis) kam es 1944 zu großen Judenverfolgungen. Mutig versteckten sie und ihre Mitschwestern jüdische Bürger in ihren Häusern. Schwester Sarah rettete allein hundert Juden das Leben. Mit dem Wissen ihrer Oberen sprach sie das »Gebet der Aufopferung«, in dem sie sich als »Opfergabe der Gemeinschaft« zur Verfügung stellte, damit nicht ihr, dafür aber das Leben ihrer Mitschwestern verschont bliebe.

Am 27. Dezember 1944 wurde sie in ihrem Wohnheim verhaftet, ans Donauufer geführt und erschossen, gegenüber der Stelle, wo der Leichnam des heiligen Bischofs Gerhard in der Donau vor 900 Jahren versenkt wurde. Ihr nackter Leib wurde ebenfalls in die Donau geworfen. Während der nationalsozialistischen und kommunistischen Regierung Ungarns wurde keine ihrer Mitschwestern getötet.

Sarah Salkaházi wurde im Pontifikat Papst Benedikt XVI. am 17. September 2006 in Budapest, Ungarn seliggesprochen.

Quelle

Osservatore Romano 13. August 2010, verfasst von Stefan Wirth.

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