Sankt Paul vor den Mauern

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Koordinaten: 41°51′31″ N 12°28′38″ E

Sankt Paul vor den Mauern
Sankt Paul vor den Mauern, Detailansicht

Die römische Kirche Sankt Paul vor den Mauern (San Paolo fuori le Mura) gehört zu den vier Patriarchalkirchen sowie zu den sieben römischen Pilgerkirchen und ist praktisch die wichtigste Paulus-Kirche der Welt. Die Kirche bzw. das Kirchengebiet gehört zu den extraterritorialen Gebieten des Vatikanstaates. Bekannt ist die Kirche auch wegen der berühmten Mosaikbilder mit den Portraits aller Päpste der Kirchengeschichte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Ketten des Hl. Paulus
Der Name der Basilika Sankt Paul vor den Mauern leitet sich einerseits vom Apostel Paulus und andererseits von Standort ab, da sich die Kirche außerhalb der antiken Stadtmauer befindet. An der Stelle soll der Heilige Paulus im Jahr 67 enthauptet worden sein. Anschließend wurde sein Leichnam dort beigesetzt. Unter dem Kaiser Konstantin entstand Jahrhunderte später eine Gedächtniskirche. Die Kaiser Valentinian II., Theodosius I. und Honorius ließen einige Jahrzehnte später, in den Jahren 386 bis 410, die kleine Kapelle durch ein mächtiges Kirchenschiff ersetzen. Es entstand eine Basilika, die bis zur Errichtung des heutigen Petersdoms im sechzehnten Jahrhundert die größte der Welt war. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche mit wunderschönen Mosaiken geschmückt.

Bereits unter Gregor I. befanden sich in der Nähe der Basilika ein Männer- (San Aristo) und ein Frauenkloster (San Stefano). Das im Gebäude befindliche Kloster wurde im Jahr 937 den Benediktinern anvertraut. Die Basilika ist gleichzeitig die Abteikirche der gleichnamigen Benediktinerabtei.

Es entstanden im Laufe der Jahre Kapellen, ein Kreuzgang und ein Campanile. 1750 wurde das ganze noch mit einem barocken Säulenportikus bereichert.

In der Nacht vom 15. auf 16. Juli 1823 passierte die Katastrophe und die Kirche brannte aufgrund von Unaufmerksamkeiten von Handwerkern fast vollständig ab. Unter Papst Leo XII. (1823 - 1829) wurde der Wiederaufbau begonnen. Luigi Poletti, einer der Architekten, ließ auch die vom Brand verschonten Bauteile völlig zuerstören. Viele wertvolle Fresken wie die von Pietro Cavallini gingen verloren.

Im Jahr 1840 wurde das Querhaus der neuen Kirche wieder eröffnet. 1854 war der gesamte Bau abgeschlossen. Das große Atrium vor der Kirche wurde allerdings erst später, zwischen den Jahren 1892 bis 1928, von Guglielmo Calderini erschaffen.

Die jetzige Kirche entspricht mit dem Grundriß (120 m lang, 60 m breit und 23 m hoch) de facto der ursprünglichen Kirche.

Kunst

Der Papstaltar
Deckenansicht

In der Kirche von St. Paul gibt es zahlreiche künstlerische Details. Bemerkenswerte sind unter anderem:

Mosaike an der Fassade: Dies wurden von Francesco Vespignani (1842-1899) und nach Entwürfen von Filippo Agricola und Nicola Consoni geschaffen.

Bronzeflügel des Hauptportals: Diese entstanden 1930 unter Antonio Maraine. In den Reliefs gibt es Szenen aus dem Leben der Apostel Paulus und Petrus.

80 monolithische Granitsäulen: Diese teilen das Innere der Kirche in fünf Schiffe.

Kassettendecke: Diese ist mit Stuck und Gold besetzt und hat auch mit lichtdurchlässige Alabasterscheiben versehene Fenster.

Fries mit den Papstmosaiken: Dies verläuft unter dem unter den Fenstern und beinhaltet Portraits aller Päpste der Kirchengeschichte.

Triumphbogen: Dieser schließt das Mittelschiff ab und ist eine Rekonstruktion des durch den Brand beschädigten Triumphbogens. Der Bogen hat 14 Meter hohe Granitsäulen, die aus dem 5. Jahrhundert stammten. In der Mitte des Mosaiks wird zwischen zwei anbetenden Engeln Christus dargestellt. Oben sind die vier Evangeliensymbole zu sehen. Außerdem befinden sich noch die 24 Ältesten aus der Offenbarung des Johannes und eine Darstellung der Apostel Petrus und Paulus dort.

Statuen von Petrus und Paulus: Vor dem Triumphbogen steht links der Heilige Petrus (Von Ignazio Jacometti geschaffen) und rechts der Heilige Paulus (Von Salvatore Revelli geschaffen)

Ziborium: Über den Papstaltar erhebt sich ein von vier Porphyrsäulen getragenes Ziborium (Von Arnolfo die Cambio geschaffen)

Osterleuchter: Rechts vom Altar befindet sich ein 5 Meter hoher Osterleuchter.

Mosaik hinter Papstalter: Hinter der beim Papstalter gelegenen Apsis befindet sich ein Mosaik, das den segnenden Christus zeigt mit den Heiligen Petrus und Andreas sowie Paulus und Lukas zeigt.

Cappella del Santissimo: Links von der Apsis steht auf dem Altar ein Kreuz aus dem 14. Jahrhundert.

Kreuzgang: Der Kreuzgang des Benediktinerklosters stammt aus dem 13. Jahrhunderts.

Sonstiges

  • Der ehemalige Abt des Klosters, Giovanni Franzoni, nahm auch am Zweiten Vatikanischen Konzil teil.
  • Die Abtei war bis März 2005 eine Territorialabtei, wurde aber unter dem Pontifikat von Johannes Paul II. in eine normale Abtei umgewandelt. Die Jurisdiktion des Abts von St. Paul beschränkt sich demnach nur noch auf das Kloster selbst (s. Motu Proprio).

Weblinks

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