Mesner

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Der Küster (von lat. custos „Hüter“, „Wächter“), auch Sakristan, im süddeutschen Raum Mesner, in Österreich Messner oder Mesmer (vom mittellateinischen mansionarius – Haushüter) – dessen Dienstwohnung die Küsterei bzw. Mesnerei ist – und in der Schweiz Sigrist (vom mittellateinischen Sacrista) oder Mesmer genannt, ist ein Beruf in der Kirche.

Geschichte

Das Alte Testament berichtet über die Gruppe der Leviten, die in Tempel und Synagoge als Helfer dienten. Im frühen Christentum übernahmen Diakone neben ihren karitativen Aufgaben auch das Amt, im Gottesdienst für die kirchliche Ordnung zu sorgen. Sie öffneten und schlossen die Pforten der Kirche (Ostiarier), bereiteten den Gottesdienst vor, unterwiesen die Katechumenen und stimmten die Psalmgesänge an. Zur Aufgabe eines Ostiariers zählte später auch das Läuten der Glocken. Die Weihe zum Ostiarier gehörte früher zu den sogenannten niederen Weihen, den Vorstufen zur Priesterweihe.

In kleineren Kirchen oder Dörfern gab es häufig eine Verbindung der Ämter des Küsters und des Kantors und Organisten. Häufig übten Küster hier auch die Tätigkeit des Dorflehrers aus. Früher mussten Küster auch zu den für den Gottesdienst und das Gebet festgelegten Zeiten (Angelus) die Kirchenglocken läuten. Im 17. bis 20. Jahrhundert betrieben die Küster in vielen ländlichen Gebieten auch die Küsterschule.

Berufsbild heute

Ein Küster bereitet Gottesdienste vor bzw. nach, leistet Dienste in der Liturgie und betreut die Sakristei. Zu den Aufgaben gehören u. a. das Öffnen und Schließen der Kirche, das Anzünden der Kerzen, Stecken der Liedtafeln, das Läuten der Glocken sowie die Vorbereitung der liturgischen Gefäße und Geräte sowie der liturgischen Bücher, die Sorge für den Kirchenschmuck und die liturgischen Gewänder, örtlich auch die Einteilung oder Betreuung der Ministranten.

Küster übernehmen auch oft Hausmeisterdienste für Kirche, Pfarrgemeindehaus, Pfarrhof und andere Einrichtungen, die zur Pfarrei gehören. Auch Kombinationen mit der Aufgabe des Organisten und des Chorleiters kommen vor, ebenfalls der Dienst an mehreren benachbarten Kirchen, um für hauptberuflich tätige Küster und Sakristane ein auskömmliches Einkommen zu erzielen. Der Beruf erfordert regelmäßig Präsenz zu außergewöhnlichen Zeiten, an Wochenenden und Feiertagen. Für eine hauptamtliche Anstellung ist eine vielseitige Ausbildung erforderlich, die liturgische, spirituelle und kirchenorganisatorische Themen genauso umfasst wie praktisch-handwerkliche Themen. Küster und Sakristane haben sich sowohl in der katholischen Kirche als auch in der evangelischen Kirche zu Berufsverbänden zusammengeschlossen.

Literatur

  • Arbeitsgemeinschaft der Sakristanenverbände des deutschen Sprachgebiets (Hrsg.): Der Sakristanendienst. Handbuch für die Praxis. Freiburg i. Br., Basel, Wien: Herder, 2005 (3. Aufl. 2008), ISBN 3-451-28313-1; 384 S.
  • Manfred Busch: Handbuch für Küster. (1986) ISBN 3-87502-171-1 (vergriffen)
  • Anneliese Hück: Nicht nur Glockenläuten! Handbuch für den Dienst in Sakristei und Kirchenraum. Matthias-Grünewald-Verlag 5. Aufl. 2008, ISBN 978-3-7867-1937-3; 200 S.
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