Sacris solemniis

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Sacris solemniis sind die Anfangsworte eines Nocturnhymnus (Matutin) für Fronleichnam. Die sieben akzentuierenden Abschnitte, mit antiken vierstrophigen Versbau, wurden gedichtet von Thomas von Aquin. Sie wurden im Mittelalter auf über zehn Melodien gesungen, von denen die ältesten zwei Weisen zu Hrabanus' Sanctorum meritis (MMMA I 108 159) und eine zu dessen "Festum nunc celebre" (ebd. 512), intemational verbreitet waren, während die übrigen (vom 12. bis 17. Jahrhundert) örtlich beschränkt blieben.[1]

Der Text

Fronleichnamsprozession 2007.JPG
Latein[2] Deutsche Übersetzung[3]
Sacris solemniis iuncta sint gaudia,
et ex praecordiis sonent praeconia;
recedant vetera, nova sint omnia,
corda, voces, et opera.
Noctis recolitur cena novissima,
qua Christus creditur agnum et azyma
dedisse fratribus, iuxta legitima
priscis indulta patribus.
Post agnum typicum, expletis epulis,
Corpus Dominica datum discipulis,
sic totum omnibus, quod totum singulis,
eius fatemur manibus.
Dedit fragilibus corporis ferculum,
dedit et tristibus sanguinis poculum,
dicens: Accipite quod trado vasculum;
omnes ex eo bibite.
Sic sacrificium istud instituit,
cuius officium committi voluit
solis presbyteris, quibus sic congruit,
ut sumant, et dent ceteris.
Panis angelicus fit panis hominum;
dat pants caelicus figuris terminum;
O res mirabilis: manducat Dominum
pauper, servus et humilis.
Te, trina Deitas unaque, poscimus:
sic nos tu visita, sicut te colimus;
per tuas semitas duc nos quo tendimus,
ad lucem quam inhabitas.
1. Am heiligen Festtag wollen wir uns freuen,
aus tiefstem Herzen Lobeslieder singen;
das Alte weiche, neu soll alles werden,
der Sinn, das Lied und unser ganzes Tun.
2. Des letzten Mahles wollen wir gedenken,
da Christus seinen Jüngern, wie wir glauben,
das Lamm und auch das Brot zur Speise reichte,
so wie es im Gesetz der Väter stand.
3. Als nun das Lamm, das Vorbild, war genossen,
da reichte Gott der Herr mit eigenen Händen
sein Fleisch und Blut den Jüngern hin zur Speise,
er gab sich allen und auch jedem ganz.
4. Er bot den Schwachen seines Leibes Speise,
den Trauernden den Becher seines Blutes
und sprach: Nehmt hin den Kelch, den ich euch gebe!
Ihr sollt ihn trinken jetzt und immerdar.
5. So hat er dieses Sakrament begründet,
das nur die Priesterschaft verwalten sollte;
sie hat die Vollmacht, selbst es zu empfangen
und auszuspenden auch der Christenheit.
6. So wird das Engelsbrot zum Brot der Menschen,
das Himmelsbrot verdrängt des Vorbilds Zeichen.
O Wunder, das wir Menschen nie begreifen:
Der arme Knecht genießt den höchsten Herrn!
7. Dreieiniger Gott, erhöre unsre Bitten,
komm, such uns heim, so wie wir dich verehren,
führ uns auf deinem Pfad, den wir erstreben,
zum Lichte hin, in dem du ewig thronst! Amen.

Lauda Sion Salvatorem, Adoro te devote, Pange lingua, Verbum supernum prodiens

Weblinks

Anmerkungen

  1. Bruno Stäblein in: LThK, 2. Auflage, Band 9, Sp. 206, Sacris solemniis iuncta sint gaudia.
  2. aus: Ecclesia orans, Die Hymnen des Breviers in Urform und neuen deutschen Nachdichtungen von Dr. Hans Rosenberg Herder & Co. G.M.B.H. Verlagsbuchandlung 1923, Erste Abteilung, S. 150+152: Fronleichnam - Hymnus zur Matutin, Imprimatur Friburgi Brisgoviae, die 7 Iunii 1923 Dr. Mutz, Vic. Gen.
  3. aus: Kommunionspendung und Euchariestieverehrung außerhalb der Messe#IV. HYMNEN, Nr. 193.
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