Sündflut

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Sündflut (alt- und mittelhochdeutsch sinfluot = große Flut) ist die im biblischen Buch der Genesis Kapitel 6,5 bis Kapitel 9 erzählte Überflutung der Erde mit Wasser, durch die Gott in der Urzeit die Nachkommenschaft Kains und Sets ihrer Sünden und Laster wegen bestrafte und vertilgte. Nur Noah und seine Familie wurde dadurch gerettet, dass er auf göttlichen Befehl vor dem Eintritt der Flut ein Schiff (die Arche) erbaute in dem er sich mit den Seinigen und einem Paar jeder Tiergattung (sieben Paaren von den "reinen"Tieren) in Sicherheit brachte. Vierzig Tage und vierzig Nächte strömte der Regen der strafenden und sühnenden Sündflut. Von Beginn der Flut bis zum Tag, an dem Noah die Arche verließ, vergingen ein Jahr und elf Tage. Die Sündflut ist keine "Sage", sondern wirkliches Geschehen in der Frühzeit der Menschheit.[1] Die Sündflut war eine Züchtigung[2] und reinigende Strafe, die durch das Überhandnehmen von Sünde und Gewalt ausgelöst worden war.[3]

Die Bibelstellen

Gen 6: 5 Der Herr sah, dass auf der Erde die Schlechtigkeit des Menschen zunahm und dass alles Sinnen und Trachten seines Herzens immer nur böse war.6 Da reute es den Herrn[4], auf der Erde den Menschen gemacht zu haben, und es tat seinem Herzen weh.7 Der Herr sagte: Ich will den Menschen, den ich erschaffen habe, vom Erdboden vertilgen, mit ihm auch das Vieh, die Kriechtiere und die Vögel des Himmels, denn es reut mich, sie gemacht zu haben.8 Nur Noach fand Gnade in den Augen des Herrn. … 11 Die Erde aber war in Gottes Augen verdorben, sie war voller Gewalttat.12 Gott sah sich die Erde an: Sie war verdorben; denn alle Wesen aus Fleisch auf der Erde lebten verdorben.13 Da sprach Gott zu Noach: Ich sehe, das Ende aller Wesen aus Fleisch ist da; denn durch sie ist die Erde voller Gewalttat. Nun will ich sie zugleich mit der Erde verderben.14 Mach dir eine Arche. … 17 Ich will nämlich die Flut über die Erde bringen, um alle Wesen aus Fleisch unter dem Himmel, alles, was Lebensgeist in sich hat, zu verderben. Alles auf Erden soll verenden.18 Mit dir aber schließe ich meinen Bund. Geh in die Arche, du, deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne!19 Von allem, was lebt, von allen Wesen aus Fleisch, führe je zwei in die Arche, damit sie mit dir am Leben bleiben; je ein Männchen und ein Weibchen sollen es sein.20 Von allen Arten der Vögel, von allen Arten des Viehs, von allen Arten der Kriechtiere auf dem Erdboden sollen je zwei zu dir kommen, damit sie am Leben bleiben.21 Nimm dir von allem Eßbaren mit, und leg dir einen Vorrat an! Dir und ihnen soll es zur Nahrung dienen.22 Noach tat alles genau so, wie ihm Gott aufgetragen hatte.
Gen 7: 1 Darauf sprach der Herr zu Noach: Geh in die Arche, du und dein ganzes Haus, denn ich habe gesehen, daß du unter deinen Zeitgenossen vor mir gerecht bist.2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben Paare mit, und von allen unreinen Tieren je ein Paar,3 auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, um Nachwuchs auf der ganzen Erde am Leben zu erhalten.4 Denn noch sieben Tage dauert es, dann lasse ich es vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde regnen und tilge vom Erdboden alle Wesen, die ich gemacht habe.5 Noach tat alles, was ihm der Herr aufgetragen hatte.6 Noach war sechshundert Jahre alt, als die Flut über die Erde kam.7 Noach ging also mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne in die Arche, bevor das Wasser der Flut kam.8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und allem, was sich auf dem Erdboden regt,9 kamen immer zwei zu Noach in die Arche, Männchen und Weibchen, wie Gott dem Noach aufgetragen hatte.10 Als die sieben Tage vorbei waren, kam das Wasser der Flut über die Erde,11 im sechshundertsten Lebensjahr Noachs, am siebzehnten Tag des zweiten Monats. An diesem Tag brachen alle Quellen der gewaltigen Urflut auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich.12 Der Regen ergoß sich vierzig Tage und vierzig Nächte lang auf die Erde.13 Genau an jenem Tag waren Noach, die Söhne Noachs, Sem, Ham und Jafet, Noachs Frau und mit ihnen die drei Frauen seiner Söhne in die Arche gegangen,14 sie und alle Arten der Tiere, alle Arten des Viehs und alle Arten der Kriechtiere, die sich auf der Erde regen, und alle Arten der Vögel, des fliegenden Getiers.15 Sie waren zu Noach in die Arche gekommen, immer zwei von allen Wesen aus Fleisch, in denen Lebensgeist ist.16 Von allen Tieren waren Männchen und Weibchen gekommen, wie Gott ihm aufgetragen hatte. Dann schloß der Herr hinter ihm zu.17 Die Flut auf der Erde dauerte vierzig Tage. Das Wasser stieg und hob die Arche immer höher über die Erde.18 Das Wasser schwoll an und stieg immer mehr auf der Erde, die Arche aber trieb auf dem Wasser dahin.19 Das Wasser war auf der Erde gewaltig angeschwollen und bedeckte alle hohen Berge, die es unter dem ganzen Himmel gibt.20 Das Wasser war fünfzehn Ellen über die Berge hinaus angeschwollen und hatte sie zugedeckt.21 Da verendeten alle Wesen aus Fleisch, die sich auf der Erde geregt hatten, Vögel, Vieh und sonstige Tiere, alles, wovon die Erde gewimmelt hatte, und auch alle Menschen.22 Alles, was auf der Erde durch die Nase Lebensgeist atmete, kam um.23 Gott vertilgte also alle Wesen auf dem Erdboden, Menschen, Vieh, Kriechtiere und die Vögel des Himmels; sie alle wurden vom Erdboden vertilgt. Übrig blieb nur Noach und was mit ihm in der Arche war.24 Das Wasser aber schwoll hundertfünfzig Tage lang auf der Erde an.

→ Für Kinder wird das Ereignis im Katholischen Religionsbüchlein erzählt.
Anna Katharina Emmerich beschreibt die Sündflut !

Altes Testament und Neues Testament

Die Sündflut im Alten Bund versinnbildlicht die Taufe des Neuen Bundes (1 Petr 3, 20-21),[5] denn das Wasser brachte der Sünde den Untergang und heiligem Leben einen neuen Anfang.[6] Das Wasser der Sündflut war ein Vorbild des Taufwassers, indem sie reinigend über die Erde hinspülte, weil die Schlechtigkeit der Menschen auf Erden so groß geworden und all ihr Sinnen und Trachten auf Böses gerichtet war.[7] Der Taufstein ist gewöhnlich achteckig, denn sieben Menschen, mit Noah acht, gingen in die Arche; in sieben Tagen hat Gott die Welt geschaffen, am achten Tag hat er sie erlöst (so die Kirchenväter; KKK, 1166). Die Arche Noahs im Alten Bund ist ein Bild für die Kirche[8] d.h. des Herzens Jesu im Neuen Bund.[9] Wer sich nicht in der Arche Noahs befand (befindet), ist in den Tagen der Sündflut untergegangen (oder wird untergehen).[10] Das Blut Christi ist gleichsam eine sühnende Flut, die Gott der Sündenflut im Neuen Bund entgegensetzt. Es ist das Blut mit dem die Türpfosten des Herzens bestrichen sein sollen (vgl. Ex 12).

Gott gab das Versprechen: Ich will künftig nicht mehr alles Lebendige vernichten, wie ich es getan habe (Gen 8, 21). Dennoch wird Gott die sieben Posaunen aussenden, die in der Apokalypse des Johannes beschrieben werden (Offb 8-9): Es wird donnern und dröhnen, blitzen und zu beben, Hagel und Feuer die mit Blut vermischt sind, auf das Land fallen. Ein Drittel des Meeres wird zu Blut. Ein Drittel der Geschöpfe, die im Meer leben, kommt um. Ein Drittel des Wassers wird bitter, und viele Menschen sterben durch das Wasser, weil es bitter geworden war. Ein Drittel der Sonne, des Mondes und der Sterne werden ihrer Leuchtkraft verlieren. Es werden Tage kommen, in denen die Menschen den Tod suchen, aber nicht finden werden - sie werden sterben wollen, aber der Tod wird vor ihnen fliehen. Dies kann man nur aufgrund der Sündflut des Neuheidentums[11], das die ins Herz geschriebenen Zehn Gebote Gottes verwirft, verstanden werden, welches das Abbild Gottes in einer Kultur des Todes[12] mordet: sei es in der Abtreibung, der Euthanasie oder der Wirtschaft, [13] denn für das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder (Gen 9, 5f).[14] Gott führt aus, was er androht, wenn die Menschen nicht auf ihn hören wollen[15] und sich nicht von den Himmelschreienden Sünden bekehren.

Durchzug durch das Rote Meer

Anmerkungen

  1. Tharsicius Paffrath in: Lexikon für Theologie und Kirche, 1. Auflage, Band IX, Artikel: Sintflut, Sp. 590-592.
  2. 3. Generalversammlung der CELAM in Puebla 1979#Situation der Familie in Lateinamerika, Nr. 581.
  3. Johannes Paul II. Enzyklika Evangelium vitae (Wortlaut)#»Für das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft vom Menschen« (Gen 9, 5): das menschliche Leben ist heilig und unantastbar am 25. März 1995.
  4. vgl. Die Wahrheit der katholischen Religion#VIII. Die ganze Heilige Schrift ist unter Eingebung des Heiligen Geistes geschrieben, b)
  5. Katechismus der Katholischen Kirche I. Teil: Das Glaubensbekenntnis#III Die Mysterien des öffentlichen Lebens Jesu, 701; L´interpretation des textes#2. Der geistliche Sinn (sensus spiritualis).
  6. Missale Romanum, Osternacht 42: Segnung des Taufwassers; Nr. 1217.
  7. Catechismus Romanus II. Teil: Von den Sakramenten#Zweites Kapitel: Vom Sakrament der Taufe
  8. Bonifatius VIII. , Unam sanctam (Wortlaut), 18. November 1302
  9. Pius XII., Ansprachen an Neuvermählte Pius' XII.#Vom Segen des guten Buches 31. Juli 1940.
  10. vgl. Catechismus Romanus, I. Teil, Neunter Glaubensartikel , 11.14.
  11. Pius XII., Weltweihe Regina del santissimo rosario (Wortlaut) am 31. Oktober 1942.
  12. Johannes Paul II. Enzyklika Evangelium vitae (Wortlaut)#Konkrete moralische Imperative am 25. März 1995.
  13. PF, EG, Nr. 53 "Diese Wirtschaft tötet".
  14. Johannes Paul II. Enzyklika Evangelium vitae (Wortlaut)#»Für das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder« (Gen 9, 5): Achtung und Liebe für das Leben aller am 25. März 1995.
  15. Katholischer Katechismus der Bistümer Deutschlands 1955#5. Gott ist wahrhaftig und getreu, ewig und unwandelbar.
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