Reinhard Marx

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Erzbischof Reinhard Marx, München
Erzbischof Reinhard Marx, München
Wappen des Erzbischofs von München
Wappen des Bischofs von Trier
Wappen des Weihbischofs von Paderborn

Reinhard Marx (* 21. September 1953 in Geseke/Westfalen) ist Kardinal und Erzbischof von München und Freising und damit 73. Nachfolger des Hl. Korbinian. Am 12. März 2014 wurde er in Münster zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Reinhard Marx wuchs als Sohn eines Schlossermeisters in Geseke (Erzbistum Paderborn) auf und besuchte dort das Gymnasium Antoniaum das er 1972 mit dem Abitur abschloss. Anschließend studierte er Philosophie Theologie und in Paderborn, Paris, Münster und Bochum. Die Diakonenweihe empfing er am am 11. Februar 1978 und das Sakrament der Priesterweihe 1979 durch Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt in Paderborn.

In den Jahren 1979 bis 1981 wirkte er als Vikar in Bad Arolsen. 1981 bis 1986 fungierte er als Geistlicher Rektor des Sozialinstituts Kommende Dortmund des Erzbistums Paderborn und war Diözesanbeauftragter für die Betriebsseelsorge im Erzbistum Paderborn. Ein Aufbaustudium erfolgte 1981-1988 in Münster und Bochum. 1989 promovierte er bei dem Fundamentaltheologen Hermann Josef Pottmeyer zum Doktor der Theologie mit dem Titel der Dissertation: Titel der Dissertation „Ist Kirche anders?: Möglichkeiten und Grenzen einer soziologischen Betrachtungsweise“.

Als Professor lehrte er Christliche Gesellschaftslehre in Paderborn. Von 1989 - 1996 war er Direktor des Sozialinstituts Kommende in Dortmund. Im Jahre 1993 wurde er zum Päpstlichen Ehrenkaplan ernannt. Von 1996 bis zum Jahre 2002 hatte er den Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät in Paderborn inne.

Bischof

Papst Johannes Paul II. ernannte Reinhard Marx am 23. Juli 1996 zum Titularbischof von Pedena und Weihbischof in Paderborn. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet: Ubi spiritus domini ibi libertas (= "Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit"; 2. Kor 3,17). Die Bischofsweihe empfing er durch Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt im Hohen Dom zu Paderborn am 21. September 1996. 1997 wurde er zum Bischofsvikar für Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft ernannt und vier Jahre später in das Domkapitel berufen.

Am 20. Dezember 2001 erfolgte die Ernennung zum Bischof von Trier. Die Amtseinführung fand am 1. April 2002 statt. Marx ist bei kirchlichen Fragen konsequent und als Experte in Sozialfragen. In seinem Bistum Trier hatte er 2003 den Saarbrücker Theologieprofessor Gotthold Hasenhüttl suspendiert, nachdem dieser bei einem Kirchentag provozieren wollte und auch evangelischen Christen zum Empfang der Heiligsten Eucharistie aufrief. In seinem Bistum vertrat er ebenso konsequent einen Sparkus. Marx gilt auch als Musikfan und Fan von Johnny Cash.

Erzbischof und Kardinal

Am 30. November 2007 wurde er durch Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von München und Freising ernannt. Die Amtseinführung erfolgte am 2. Februar 2008. Im April 2008 wurde er Mitglied im Päpstlichen Rat für die Laien. Am 20. November 2010 wurde er im dritten ordentlichen Konsistorium Papst Benedikts XVI. zum Kardinalspriester kreiert. Er erhielt die neu erbaute und erstmals vergebene Titelkirche »San Corbiniano«, die er am 5. Juni 2011 in Besitz nahm.[1] Er ist seit am 11. Dezember 2011 in der Kongregation für das Katholische Bildungswesen und der Kongregation für die orientalischen Kirchen, seit 2014 fungiert er als Kardinal-Koordinator des kurialen Wirtschaftssekretariat.

Papst Franziskus berief Marx im April 2013 als ein Mitglied des Kardinalsrates, der den Papst bei der Leitung der Weltkirche beraten soll.

Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

Am 12. März 2014 wurde Marx bei der Frühjahrsvollversammlung in Münster zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz gewählt[2]. Innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz ist Marx Vorsitzender der Kommission für Gesellschaftliche und Soziale Fragen.

Besondere Aufgaben

  • 1999-2008: Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken.
  • 2001: Fördermitglied des Stiftungsvereins Wissen und Verantwortung zur Carl Friedrich von Weizsäcker Stiftung e.V.
  • 2001: Stellvertretender Vorsitzender der Kommission für weltkirchliche Fragen der Deutschen Bischofskonferenz.
  • 2002-2009: Mitglied des Stiftungsrats der Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung
  • 2002: Berufung in den Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden
  • 2004 Vorsitzender der Kommission für Gesellschaftliche und Soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz.
  • 2006 Delegierter der Deutschen Bischofskonferenz in der Kommission der Bischofskonferenzen der Euopäischen Gemeinschaft COMECE.
  • 2006 Großprior des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem- Deutsche Statthalterei
  • 2007: Senatsmitglied in der Deutschen Nationalstiftung
  • 2008: Berufung in Päpstlichen Rat für die Laien.
  • 2008: Ehrenmitglied der Gebirgsschützen-Kompanie "Gotzinger Trommel"
  • 22. Januar 2009: Verleihung der Ehrendoktorwürde der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar.
  • März 2009: Wahl zum Vizepräsidenten der COMECE (Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft).
  • Juni 2009: Kuratoriumsmitglied der Stiftung Wittenberg-Zentrum für Globale Ethik.
  • 2009: Mitglied des Beirats des Ordo Socialis - Wissenschaftliche Vereinigung zur Förderung der Christlichen Gesellschaftslehre e.V. im August
  • Als Nachfolger des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke wurde er am 1. Februar 2010 zum Großkanzler der Universität Eichstätt-Ingolstadt ernannt.[3]
  • 22. März 2012: Wahl zum Präsidenten der COMECE, März 2015 Wiederwahl bis 2018.[4]

Ehrungen

Kardinal Marx mit Papst Benedikt (2011)
  • 2002 Ernennung zum Geistlichen Prokurator der Sebastianus Schützenbruderschaft Geseke 1412 e.V.
  • 2003 Franz-Weißebach-Preis
  • 2007 Peter-Altmeier-Medaille
  • 2008 Ehrenbürger seiner Geburtsstadt Geseke
  • 2009 Ehrendoktorwürde der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar
  • 2009 Corine - Internationaler Buchpreis für Das Kapital. Ein Plädoyer für den Menschen
  • Stephanus-Preis (nachdem sein Buch „Das Kapital“ im Jahr 2009 auch in ungarischer Sprache erschien)[5]

Zitate

  • "Man muss uns die Freude am Glauben wieder ansehen."[1]
  • "Purer Kapitalismus ohne soziale Verantwortung: da bekäme der andere Trierer Marx ja noch recht und das fände ich schlimm." [2]
  • "Ich habe keine Angst, wenn es um die Zukunft der Priester geht." [3]
  • "Wir wollen nicht zu einer Gefühlsreligion werden, mit etwas esoterischem oder folkloristischem Klimbim. Ich will, dass der Glaube auch vor der Vernunft standhält." [4]
  • "Der alte Marx hat ja nicht nur Unrecht gehabt mit seiner Kritik am ungebremsten Kapitalismus." [5]
  • "In der Kirche lege man oft den Wert auf das was nach außen getan wird. Aber ohne das Fundament des Gebetes hänge alles andere in der Luft."[6]
  • "Wer den Zeitgeist heiratet, ist morgen schon Witwer." [7]
  • "Wir [die Kirche] sind keine Wurstfabrik, die ein neues Label druckt, Marketingunternehmen bestellt und sagt, jetzt wollen wir mal wieder." (Spiegel-Interview 2006)

Standpunkt

Reinhard Kardinal Marx hatte sich Ende Februar 2015 zuversichtlich gezeigt, dass die Weltbischofssynode 2015 eine gemeinsame Linie bezüglich der veränderten Lebenswirklichkeit von Familien und Paaren (wiederverheirateten Geschiedenen, Patchwork-Familien, gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften sowie der Sexualmoral) findet; Ziel seien «90 Prozent plus x», also eine größtmögliche Einigkeit.[6] Nach den Beratungen in der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz äußerte der Kardinal als deren Vorsitzender: „Wir können (in Deutschland) nicht warten, bis eine Synode sagt, wie wir hier Ehe- und Familienpastoral zu gestalten haben“. In Einzelfragen der Seelsorge könne "die Synode nicht im Detail vorschreiben, was wir in Deutschland zu tun haben“. Die Deutschen Bischöfe möchten daher nach der Synode ein eigenes Hirtenwort zu Ehe und Familie veröffentlichen.[7]

Kardinal Paul Josef Cordes kritisierte dieses Vorgehen; in der Debatte um Probleme der wiederverheirateten Geschiedenen „kann auch ein Kardinal“ [Marx] „nicht im Handstreich die Pastoral von der Lehre trennen“.[8]

Publikationen (Auswahl)

  • "Ihr seid der Brief Christi" : Priestersein im Zeugnis von Therese von Lisieux, Johannes XXIII. und Romano Guardini. Paderborn 1999.
  • "Christliche Sozialethik: Konturen - Prinzipien - Handlungsfelder", Paderborn 2002.
  • "Wir haben Christi Sinn": Heilige als Vorbilder priesterlicher Spiritualität. Paderborn 2002.
  • "Gerechtigkeit ist möglich: Zwischenrufe zur Lage des Sozialstaats." Freiburg 2004.
  • "Gerechtigkeit vor Gottes Angesicht. Worte, die weiterführen." Freiburg 2006.
  • "Das Kapital: Eine Streitschrift", Pattloch Verlag München 2008.
  • "Zur Sozialenzyklika Papst Benedikt XVI.", in: Stimmen der Zeit 10/09, S. 651-61.
  • glaube ! Kösel Verlag 2013 (96 Seiten)

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. Benedikt XVI. und Kardinal Marx in der ‚kleinen Hölle’ Kath.net am 19. März 2011
  2. Deutsche Welle, 12. März 2014: Kardinal Marx neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz
  3. „Marx wird Großkanzler der Uni Eichstätt“, Radio Vatikan, 1. Februar 2010
  4. Deutsche Bischofskonferenz, 20. März 2015
  5. Kardinal Marx erhält Stephanus-Preis Kath.net am 17. Mai 2011
  6. Marx, Bode und Koch fahren zur Synode nach Rom Kath.net am 24. Februar 2015
  7. DBK-Vorsitzender Marx: 'Wir sind keine Filialen von Rom' Kath.net am 26. Februar 2015
  8. Einspruch! Kath.net am 7. März 2015; Cordes zu Marx: Solche Aussagen passen eher an den Stammtisch Kath.net am 17. März 2015


Vorgänger
Hermann Josef Spital
† Bischof von Trier
2001 - 2007
Nachfolger
Stephan Ackermann
Vorgänger
Friedrich Wetter
‡ Erzbischof von München und Freising
seit 2008
Nachfolger
---
Vorgänger
Robert Zollitsch
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
Ab 2014
Nachfolger
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