Regina del santissimo rosario (Wortlaut)

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Maria, die Mutter Jesu
Weltweihe
Regina del santissimo rosario

von Papst
Pius XII.
in der Radioansprache an das portugiesische Volk an das Unbefleckte Herz Mariens.
31. Oktober 1942

(Offizieller italienischer Text: AAS 34 [1942] 345-346)

(Quelle: Heilslehre der Kirche, Dokumente von Pius IX. bis Pius XII. Deutsche Ausgabe des französischen Originals von P. Cattin O.P. und H. Th. Conus O.P. besorgt von Anton Rohrbasser, Paulus Verlag Freiburg/Schweiz 1953, S. 326-327; Imprimatur Friburgi Helv., die 22. maii 1953 L. Weber V. G.; auch in: Rudolf Graber: Die marianischen Weltrundschreiben der Päpste in den letzten hundert Jahren, Echter Verlag Würzburg 1954, S. 155-157 (Zweite erweiterte und überarbeitete Auflage; Mit kirchlicher Druckerlaubnis)

Allgemeiner Hinweis: Was bei der Lektüre von Wortlautartikeln der Lehramtstexte zu beachten ist


Inhaltsverzeichnis

Hintergrund

Am 1. Dezember 1940 schrieb Lúcia dos Santos an Papst Pius XII., er könne noch viel Unheil des gegenwärtigen Krieges verhindern, wenn er den Wunsch der Mutter Gottes die Weihe an ihr Unbeflecktes Herz vollzöge.[1] Am 31. Oktober 1942 vollzog er die Weltweihe in dieser Radioansprache (Er nennt sie später seine wichtigste Entscheidung). Ab diesem Tag vollzieht sich schlagartig - beginnend mit El Alamein am 3. November - auf allen Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs die Wende, die zum Sieg der Alliierten und zur Niederringung der nationalsozialistischen Macht führt.[2]

Radioansprache

Rosenkranzkönigin, Du Hilfe der Christen, Zuflucht der Menschheit und Siegerin in allen Schlachten Gottes! Flehend werfen wir uns vor Deinem Throne nieder. Wir sind sicher, Barmherzigkeit und Gnade und wirksame Hilfe im gegenwärtigen Unheil zu erlangen. Wir maßen uns nicht an, dies auf Grund unserer Verdienste zu erwarten, sondern hoffen es einzig von der unermesslichen Güte Deines mütterlichen Herzens.

Dir, Deinem unbefleckten Herzen, vertrauen wir uns in dieser schicksalsschweren Stunde der Menschheitsgeschichte an; Dir weihen wir uns in Vereinigung mit der heiligen Kirche, dem mystischen Leibe Deines Jesus, der in so vielen Seiner Glieder leidet und blutet und so vielfach gemartert wird; Dir weihen wir uns mit der ganzen Welt, die, von wilder Zwietracht zerfleischt, im Brande des Hasses lodert, ein Opfer ihrer eigenen Bosheit.

Lass Dich bewegen durch den Anblick von so viel materiellen und sittlichem Elend, von so viel Schmerz und Angst von Vätern und Müttern, Gatten, Geschwistern und unschuldigen Kindern, so vieler Leben, die in der Blüte der Jahre gebrochen sind, so viele Leiber, die in diesem entsetzlichen Blutbad zerrissen wurden, so vieler gequälter und leidender Seelen, so vieler, die in Gefahr sind, auf ewig verloren zu gehen!

O Mutter der Barmherzigkeit, erlange uns von Gott den Frieden! Erlange uns vor allem jene Gnaden, die in einem Augenblick die Menschenherzen umzuwandeln vermögen, jene Gnaden, die den Frieden vorbereiten, ihn herbeiführen und sichern. Bitte für uns, Königin des Friedens, und gib der Welt, die vom Kriege heimgesucht ist, den Frieden, nachdem die Völker seufzen, den Frieden in der Wahrheit, in der Gerechtigkeit und Liebe Christi. Gib der Welt den Frieden der Waffen und den Frieden der Seelen, damit sich in der Ruhe und Ordnung das Gottesreich ausbreite!

Gewähre Deinen Schutz auch den Ungläubigen und allen, die im Schatten des Todes wohnen; gewähre ihnen den Frieden und lass ihnen die Sonne der Wahrheit aufgehen, auf dass sie mit uns vereint vor dem einzigen Erlöser der Welt beten können; Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind! [3]

Gib den Frieden auch jenen Völkern, die sich durch Irrtum oder Zwietracht getrennt haben, und vornehmlich denen, die eine einzigartige Verehrung für Dich hegen, bei denen es kein Haus gab, in dem nicht Deine ehrwürdige Ikone in Ehren stand[4]; führe sie zum einzigen Schafstall Christi, zum einzigen und wahren Hirten zurück!

Vermittle Frieden und volle Freiheit der heiligen Kirche Gottes; gebiete der immer weiter um sich greifenden Sintflut des Neuheidentums Einhalt; entfalte bei den Gläubigen die Liebe zur Reinheit, christlicher Lebensführung und apostolischem Eifer, damit das Volk derer, die Gott dienen, an Verdienst und Zahl wachse!

Einst wurde die Kirche und das ganze Menschengeschlecht dem Herzen Deines Jesus geweiht, damit es, in dem allein alle Hoffnung ruht, für sie Zeichen und Unterpfand des Sieges und der Rettung sei[5]; so weihen auch wir uns in gleicher Weise für immer Dir, Deinem unbeflecktem Herzen, Du unsere Mutter und Königin der Welt: auf dass Deine Liebe und Dein Schutz den Triumph des Gottesreiches beschleunige, und alle Völker, im Frieden miteinander und mit Gott, Dich selig preisen und von einem Ende der Erde zum andern dem Herzen Jesu, in dem allein sie die Wahrheit, das Leben und den Frieden finden können, mit Dir das ewige Magnifikat der Ehre, Liebe und Dankbarkeit anstimmen.

Anmerkungen

  1. Pater Werenfried und die Friedensbotschaft von Fatima am 7. Mai 2017, 20 Uhr, Ref.: Karin Maria Fenbert, Geschäftsführerin des Hilfswerkes KIRCHE IN NOT.
  2. [http://www.kath-info.de/heilsstrategie.html Die Kirche vor den Herausforderungen der Zeit; von P. Engelbert Recktenwald.
  3. Lk 2,14 EU
  4. heute wird sie vielleicht verborgen gehalten und für bessere Tage bewahrt.
  5. Vgl. Leo XIII. Rundschreiben Annum sacrum, 25. Mai 1899), ASS XXXI (1899) 646-651.

Weblinks

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