Römische Kurie

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Wappen des gegenwärtigen Papstes

Römische Kurie (Curia Romana) bedeutet die Gesamtheit der Dikasterien (Ämter) und Einrichtungen, die dem Papst bei der Ausübung seines obersten Hirtenamtes behilflich sind, das Instrument durch das der Papst die Angelegenheiten der Gesamtkirche behandelt. Sie nimmt die ihr übertragenen Aufgaben im Namen des Papstes und in seiner Autorität wahr (can. 360 CIC; vgl. auch: Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Christus dominus Nr. 9)

Der Begriff "Römische Kurie" bezeichnet sowohl den Papst als auch die Dienststellen.

Die Römische Kurie umfasst:

  • das Staatssekretariat (früher Päpstliches Sekretariat)
  • Kongregationen
  • Päpstliche Räte
  • Päpstliche Kommissionen
  • Päpstliche Gerichtshöfe
  • Räte und Ämter

Amtssprache ist bis heute offiziell Latein. An der Römischen Kurie gibt es aber ein Übersetzungsbüro (ital., engl., frz., span., port., dt., poln. u.a.), das allen Behörden zur Verfügung steht.

Die drei wichtigsten Kardinäle, welche den Papst in der operativen Leitung der Kirche unterstützen sind

Die Anwaltschaft des Heiligen Stuhls vertritt den Heiligen Stuhl und die Dikasterien der Römischen Kurie vor kirchlichen und weltlichen Gerichten.

Siehe auch: Päpstliches Haus

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Ansätze für eine Kurie bestehen schon im 4. Jh. Der Papst wurde zu dieser Zeit von der Versammlung aller römischen Priester (dem Presbyterium) und den Synoden unterstützt.

Zwischen dem 11. und 16. Jh. wird diese Organsiation durch Konsistorien abgelöst. Dies sind bis zu dreimal wöchentlich tagende Vollversammlungen der in Rom anwesenden Kardinäle unter Vorsitz des Papstes.

Im Jahr 1542 errichtete Papst Paul III. die Inquisition als erste regelmässig tagende Kardinalskommission. Weitere Kommissionen mit fest umrissenen Aufgabenbereichen folgten. Aus deren regelmäßigen Treffen (Kongregationen) entwickelten sich bald feste Verwaltungsstrukturen, in denen kontinuierlich arbeitende Kleriker die Kardinäle ersetzten.

Papst Sixtus V. schuf am 21.1.1588 mit der Konstitution "Immensae Aeterni Dei" die römische Kurie als eine Zusammenfassung ständiger Behörden. Er gliederte die bestehenden Behörden und richtete 15 feste Kardinals-Kongregationen ein. In den folgenden Jahrhunderten änderten sich Form, Zuständigkeit und Anzahl der Kongregationen immer wieder.

Im Jahr 1908 führte Papst Pius X. und 1967 führte Papst Paul VI. je eine umfassende Kurienreform durch, welche in etwa den heutigen Aufbau der Kurie vorgab.

Papst Johannes Paul II. gab der Kurie 1988 mit der Apostolischen Konstitution "Pastor Bonus" ihre heutige Struktur.

Dikasterien

Die Dikasterien sind die Behörden der Römischen Kurie. Sie umfassen das Staatssekretariat, neun Kongregationen, neun Päpstliche Räte und drei Gerichtshöfe, die Apostolische Kammer, die Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls und die Präfektur für wirtschaftliche Angelegenheiten des Apostolischen Stuhls (APSA). Diese 25 Einrichtungen sind juristisch untereinander gleichgestellt.


Staatsekretariat

Das Staatssekretariat [1] ist die oberste Kurienbehörde. An ihrer Spitze steht der Kardinalstaatssekretär. Der Kardinalstaatssekretär wird vom Papst ernannt und nimmt die zweithöchste Position in der katholischen Hierarchie ein.

Das Staatssekretariat ist heute in zwei Sektionen gegliedert:

  • 1. Sektion: für die innerkirchlichen Aufgaben
  • 2. Sektion: für die Beziehungen mit den Staaten

Die geschichtlichen Wurzeln des Staatssekretariates gehen auf die Secretaria Apostolica zurück, welche im 15. Jahrhundert gegründet wurde, um den Bischof von Rom bei der Ausübung seiner Arbeit zu unterstützen. Unter anderem erledigte die Secretaria Apostolica die diplomatische Korrespondenz des Apostolischen Stuhls.


Kongregationen

Die Kongregationen sind kollegial verfasste Verwaltungsorgane, deren Mitglieder Kardinäle und Bischöfe sind. Ihre Kompetenzen sind in der apostolischen Konstitution "Pastor Bonus" vom 28.6. 1988 festgelegt und erstrecken sich grundsätzlich auf die ganze Kirche, sofern er nicht auf bestimmte Bereiche beschränkt sind (Ostkirchen, Lateinische Kirche, bestimmte Gebiete).

Jede Kongregation wird von einem Kardinalpräfekten geleitet. Ihm steht ein Sekretär im Rang eines Erzbischofs zur Seite. Der Präfekt, der Sekretär sowie der stellvertretende Sekretär werden vom Papst für fünf Jahre ernannt. Er ernennt auch die übrigen Mitglieder. Die Mitgliedschaft erlischt mit der Sedisvakanz oder bei Kardinälen mit Vollendung des 80. Lebensjahres und bei (Erz-)Bischöfen mit Vollendung des 75. Lebensjahres. Jeder Kongregation steht ein Beraterkreis zur Verfügung (Kanonisten, Theologen, Fachleute).

Derzeit gibt es neun Kongregationen:

dieser Kongregation sind zugeordnet:
dieser Kongregation ist zugeordnet:
dieser Kongregation sind zugeordnet:

Päpstliche Räte

Die Päpstlichen Räte, welche seit dem Zweiten Vatikanischen Konzils bestehen, sind vor allem Kontaktgremien, Organe des Dialogs und des Studiums.

Es gibt momentan elf Päpstliche Räte:

Päpstliche Gerichtshöfe


Räte und Ämter

Weitere Einrichtungen der Römischen Kurie

Neben den eigentlichen Dikasterien bestehen noch folgende Einrichtungen:


Päpstliche Kommissionen


Sonstige Kommissionen und Komitees

Einrichtungen, die mit dem Heiligen Stuhl verbunden sind

Es bestehen Einrichtungen, die, obwohl sie nicht im eigentlichen Sinn zur Römischen Kurie gehören, dem Papst selbst, der Kurie und der Gesamtkirche notwendige oder nützliche Dienste leisten und in irgendeiner Weise mit dem Apostolischen Stuhl verbunden sind.


Besondere Einrichtungen

Weitere Einrichtungen


Vikariat von Rom


Päpstliche Delegationen


Sonstiges

Päpstliche Schreiben bzw. Geschichte der Römischen Kurie

Paul III.

  • 21. Juli 1542 Konstitution „Licet ab initio“ die „Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis" Die Kongregation für die Glaubenslehre wird errichtet, um die Kirche vor Irrlehren zu schützen. Sie ist die älteste der neun Kongregationen der römischen Kurie.

Pius IV.

  • 2. August 1564 Apostolische Konstitution „Alias nos“ Die Konzilskongregation (S. Congregatio Cardinalium Concilii Tridentini interpretum) wird eingesetzt, um für die rechtmäßige Interpretation und die praktische Einhaltung der vom Konzil von Trient verfügten Normen zu sorgen.

Pius V.

  • 1571 (bis 1917) Indexkongregationserrichtung zur Beurteilung von Schriften.

Sixtus V.

  • 21. Mai 1586 Die Kongregation für die Institute des gottgeweihten Lebens unter dem Namen „S. Congregatio super consultationibus regularium“ wird gegründet, wird 1601 mit der Congregatio pro consultationibus episcoporum et aliorum praelatorum vereinigt.
  • 22. Januar 1588 Die Konstitution „Immensa aeterni dei“ gestaltet die römische Kurie neuzeitlich. Er gründet die Konsistoraialkongregation (il nome di Congregazione per l'erezione delle Chiese e le Provviste concistoriali, cambiato poi in quello di S. Congregazione Concistoriale). Er bestätigt die Kongregation für die Institute des gottgeweihten Lebens. Er setzt die „Heilige Ritenkongregation” ein, die die Aufgabe wahrnehmen sollte, Normen für die Ausübung des Gottesdienstes aufzustellen und die Heiligsprechungsprozesse durchzuführen.

Clemens VIII.

  • 1603 Gründung der Akademie für päpstliche Wissenschaften.

Gregor XV.

  • 22. Juni 1622 Bulle zur Errichtung der "Congregation de propaganda fide" welche für die Verbreitung des katholischen Glaubens unter den Heiden und Akatholiken und zur Leitung des gesamten katholischen Missionswesens zuständig ist.

Pius X.

  • 20. Januar 1904 Konstitution „Commissum nobis“ über die Papstwahl.
  • 25. Dezember 1904 Apostolische Konstitution „Vacante sede apostolica“ – Konklaveordnung (Pii X Pontificis Maximi Acta III [1908], 239-288).
  • 21. Februar 1905 Motu proprio „Inter multiplices“ Pontifikalinsignien (ASS XXXVII [1904/05] 491-512).
  • 29. Juni 1908 (Kurienreform) Apostolische Konstitution (ab) Sapienti consilio AAS XXII [1930] 425-440).
  • 8. Dezember 1910 Motu proprio In romanae curiae [56]

Pius XI.

  • 6. Februar 1930 Motu proprio Già da qualche Eine historische Sektion wird bei der Ritenkongregation errichtet.
  • 15. August 1934 Apostolischen Konstitution „Ad incrementum“ Pontifikalinsignien (AAS XXVI [1934] 497-521).
  • 25. März 1935 Konstitution „Quae divinitus nobis“ (zumindest über die Pönitentiarie); (AAS XXVII [1935] 97-113).

Pius XII.

  • 4. November 1941 Motu proprio „Cum nobis“ über die Errichtung des Päpstlichen Werkes für Priesterberufe bei der Kongregation für die Seminarien und Universitäten und ihr unterstellt.
  • 8. Dezember 1945 Apostolische Konstitution „Vacantis apostolicae sedis“ (AAS XXXVIII [1946], 65-99).
  • Seit 23. 10.1951 unterhält die Religiosenkongregation die Praktische Schule für Theologie und Ordensrecht.
  • 1954 Das Sekretariat für die Unterstützung der Klausurschwestern, dessen Präsident der Sekretär der Kongregation für die Institute des gottgeweihten Lebens und des apostolischen Lebens ist, wurde von Papst Pius XII. geschaffen und soll die Situation der Klausurklöster prüfen und ihnen wirtschaftliche Unterstützung leisten, wo besondere Notwendigkeit besteht.

Johannes XXIII.

Paul VI.

Johannes Paul II.

Benedikt XVI.

Weblinks