Phänomenologie

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Phänomenologie (von griech. phainomenon, Erscheinung, logos, vernünftige Rede, Lehre) ist.

1) ist die Lehre von den Erscheinungen

2) und die philosophische Lehre von der Entstehung und Form der Erscheinungen im Bewusstsein.

Der Begriff geht auf J.H. Lambert (1764) zurück.

Inhaltsverzeichnis

moderne Phänomenologie

Der Begründer der modernen Phänomenologie als philosophische Schule ist Edmund Husserl (seit den "Logischen Untersuchungen" (1901) so genannt).

Die phänomenologische Methode klammert jede Vormeinung und Vorentscheidung über den Erkenntnisgrad aus, auch darüber, ob er und die Welt im ganzen unabhängig von meinem Bewusstsein wirklich seien (Epoché als erster Schritt der phänomenologischen Reduktion), um „zu den Sachen selbst“, wie sie sich im Bewusstsein zeigen, vorzudringen.

Dieser ersten Freilegung folgt die eidetische Reduktion, die das in veränderlichen Erscheinungen sich identisch durchhaltende Wesen als das eigentliche Phänomen im phänomenologischen Sinn sich zeigen lassen und erfahren will (Wesensschau), oder anders erklärt, das im Bewusstsein Gegebene soll unter Ausklammerung der Frage nach seiner Realität rein in seiner Wesenheit zur Anschauung gebracht werden, dadurch sollen die ihm innewohnenden Zusammenhänge einsichtig gemacht werden.

Die Phänomenologie beschreibt die intentionalen Akte, in denen die Bewusstseinsinhalte gegeben sind (Intentionalität), sowie die in den Akten gegebenen gegenständlichen Gehalte. Diese Wendung zum Objektiven hat besonders auf Logik, Ethik, Ästhetik und die Onthologie erneuernd eingewirkt, in dem sie den Psychologismus überwand. Die Phänomenologie wurde dadurch zu einem der wirkungsmächtigsten philosophischen Neuansätze im 20. Jahrhundert.

Husserl selbst und einige seiner Anhänger entwickelten die Phänomenologie in Richtung auf eine Transzendentalphilosophie des reinen Bewusstseins weiter. Viele seiner Schüler, wie etwa Dietrich von Hildebrand, Edith Stein oder Adolf Reinach machten diese Entwickung allerdings nicht mit.

Bewertung

Die Phänomenologie gründet letztlich auf der Erkenntnistheorie des René Descartes. Dieses protestantische Denken wurde von Emmanuel Kant weiter entwickelt und gelangte über Edmund Husserl in die Katholische Kirche.

Die moderne Phänomenologie, ist ein Werkzeug und neigt zur Objektiviät. Sie hat zur grundlegenden Ausbildung der Priester weder nach der Tradition, noch nach den Forderungen des Zweiten Vatikanischen Konzils Bedeutung.

Papst Johannes Paul II bezeichnete die Phänomenologie als "einen Denkstil, der eine intellektuelle Beziehung zur Wirklichkeit herstellt, von der man ja die wesentlichen und konstitutiven Züge erfassen will, ohne dabei Vorurteilen und Vereinfachungen zu verfallen". [1]

Quellen

Anmerkungen

  1. Artikel über eine Audienz für eine Delegation des Weltinstitutes für Phänomenologie 2003 auf kath.net
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