Peter Hünermann

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'''Peter Hünermann''' (* [[8. März]] [[1929]]), Gründungs- und Ehrenpräsident der Europäischen Gesellschaft für (kath.) [[Theologe]]n,  ist ein emeritierter Theologieprofessor in Tübingen und bekannt geworden als Mitherausgeber des Enchiridion [[Denzinger-Hünermann]].  
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'''Peter Hünermann''' (* [[8. März]] [[1929]]), Gründungs- und Ehrenpräsident der Europäischen Gesellschaft für (kath.) [[Theologe]]n,  ist ein emeritierter Theologieprofessor in Tübingen und bekannt geworden als Mitherausgeber des [[Enchiridion symbolorum]].  
  
 
Seine Lehre vom "doppelten Lehramt" (der Bischöfe einerseits, der Theologen andererseits, vgl. [[Donum veritatis]]) ist als untauglicher Versuch der anti-[[sakrament]]alen, [[hierarchie]]feindlichen "Machtergreifung" im Namen der [[Wissenschaft]] von der [[Glaubenskongregation]] schon 1990 verurteilt worden.  
 
Seine Lehre vom "doppelten Lehramt" (der Bischöfe einerseits, der Theologen andererseits, vgl. [[Donum veritatis]]) ist als untauglicher Versuch der anti-[[sakrament]]alen, [[hierarchie]]feindlichen "Machtergreifung" im Namen der [[Wissenschaft]] von der [[Glaubenskongregation]] schon 1990 verurteilt worden.  
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Grundsätzlich bleibt jede Auswahl naturgemäß innerhalb eines gewissen Spielraums Ermessenssache und anfechtbar. Doch das Handbuch hat außer Fehler Einseitigkeiten bzw. Auslassungen.  
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Peter Hünermann besorgte die Neuausgabe des „[[Denzinger-Schönmetzer]] “. Grundsätzlich bleibt jede Auswahl naturgemäß innerhalb eines gewissen Spielraums Ermessenssache und anfechtbar. Doch das Handbuch hat außer Fehler Einseitigkeiten bzw. Auslassungen, auf welche Prof. Dr. [[Josef Spindelböck]] hinweist:
 
* Mit [[Lumen gentium]], [[Lumen gentium (Wortlaut)#II. Die Aufgabe der seligen Jungfrau in der Heilsökonomie|Nr. 55–58]] fehlt ein wichtiger mariologischer Text, der die Beziehung der [[Gottesmutter]] zum Erlösungswerk im Alten Testament und im Leben Jesu darstellt.
 
* Mit [[Lumen gentium]], [[Lumen gentium (Wortlaut)#II. Die Aufgabe der seligen Jungfrau in der Heilsökonomie|Nr. 55–58]] fehlt ein wichtiger mariologischer Text, der die Beziehung der [[Gottesmutter]] zum Erlösungswerk im Alten Testament und im Leben Jesu darstellt.
 
* Der theologisch bedeutsame Artikel über das [[Judentum]] ([[Nostra aetate]] [[Nostra aetate (Wortlaut)#Die jüdische Religion|4]]: [[DH]] 4198) ist nicht vollständig; seine Kürzung kann im interreligiösen Dialog als falsches Signal verstanden werden.
 
* Der theologisch bedeutsame Artikel über das [[Judentum]] ([[Nostra aetate]] [[Nostra aetate (Wortlaut)#Die jüdische Religion|4]]: [[DH]] 4198) ist nicht vollständig; seine Kürzung kann im interreligiösen Dialog als falsches Signal verstanden werden.
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* In der [[Instruktion]] [[Libertatis conscientia]] der [[Glaubenskongregation]] über die christliche [[Freiheit]] und die Befreiung ([[DH]] 4750–4776) fehlt [[Libertatis conscientia (Wortlaut)#Die Natur der Soziallehre der Kirche|Art. 79]], wo Bedingungen und Grenzen aktiven Widerstands dargelegt werden, was angesichts echter und vermeintlicher politischer „Befreiungsbewegungen“ von bleibender Bedeutung und Aktualität wäre.
 
* In der [[Instruktion]] [[Libertatis conscientia]] der [[Glaubenskongregation]] über die christliche [[Freiheit]] und die Befreiung ([[DH]] 4750–4776) fehlt [[Libertatis conscientia (Wortlaut)#Die Natur der Soziallehre der Kirche|Art. 79]], wo Bedingungen und Grenzen aktiven Widerstands dargelegt werden, was angesichts echter und vermeintlicher politischer „Befreiungsbewegungen“ von bleibender Bedeutung und Aktualität wäre.
 
* Auszüge aus der [[Reconciliatio et paenitentia]] fehlen.<ref> [http://www.stjosef.at/artikel/denzinger.htm Rezension zur 38. Auflage des "Denzinger"(-Hünermann)] von Dr. [[Josef Spindelböck]]</ref>
 
* Auszüge aus der [[Reconciliatio et paenitentia]] fehlen.<ref> [http://www.stjosef.at/artikel/denzinger.htm Rezension zur 38. Auflage des "Denzinger"(-Hünermann)] von Dr. [[Josef Spindelböck]]</ref>
* Das „[[Credo des Gottesvolkes]]“ fehlt in der von Hünermann besorgten Neuausgabe des „Denzinger-Schönmetzer “.<ref> aus: [[Manfred Hauke]]: ''Die eucharistische Anbetung: ihre theologische Begründung und pastorale Bedeutung'', [https://www.pro-missa-tridentina.org/upload/dv7/DV7_05-27_Hauke_Anbetung.pdf Vortrag beim Eucharistischen Kongress, Köln 8. Juni 2013].</ref>
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* Das „[[Credo des Gottesvolkes]]“ fehlt in der von Hünermann besorgten Neuausgabe des „Denzinger-Schönmetzer “ (Prof. Dr. [[Manfred Hauke]]).<ref> aus: [[Manfred Hauke]]: ''Die eucharistische Anbetung: ihre theologische Begründung und pastorale Bedeutung'', [https://www.pro-missa-tridentina.org/upload/dv7/DV7_05-27_Hauke_Anbetung.pdf Vortrag beim Eucharistischen Kongress, Köln 8. Juni 2013].</ref>
  
 
== Über Hünermann ==
 
== Über Hünermann ==

Aktuelle Version vom 19. Februar 2020, 20:11 Uhr

Peter Hünermann (* 8. März 1929), Gründungs- und Ehrenpräsident der Europäischen Gesellschaft für (kath.) Theologen, ist ein emeritierter Theologieprofessor in Tübingen und bekannt geworden als Mitherausgeber des Enchiridion symbolorum.

Seine Lehre vom "doppelten Lehramt" (der Bischöfe einerseits, der Theologen andererseits, vgl. Donum veritatis) ist als untauglicher Versuch der anti-sakramentalen, hierarchiefeindlichen "Machtergreifung" im Namen der Wissenschaft von der Glaubenskongregation schon 1990 verurteilt worden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Positionen

[Bearbeiten] Hünermann wendet sich gegen Joseph Ratzinger

  • Papst und Bischöfe sind weder inspiriert, noch empfangen sie Offenbarungen. Der verheißene Beistand des Geistes bewahrt sie nicht davor, auch in der Lehrverkündigung Dummheiten und Einseitigkeiten aufzusitzen (Hünermann, 1999).
  • Die Glaubenskongregation, habe »im Grunde immer noch die Struktur einer frühneuzeitlichen Zensurbehörde«. (....) Obendrein stellt er die Frage, ob die Notifikation [gegen Jon Sobrino] »auch das neue Modell für die Theologie-Politik Benedikts XVI.« sei. »Das wäre fatal.« (Vgl. DIE ZEIT, 10. Mai 2007.)
  • "Der renommierte Tübinger Theologe Peter Hünermann hat Papst Benedikt XVI. einen "skandalösen Amtsmissbrauch" vorgeworfen. Die Aufhebung der Exkommunikation von vier Traditionalisten-Bischöfen verstoße "in gravierender Weise gegen Glauben und Sitten", kritisiert Hünermann in der "Herder-Korrespondenz" (Märzausgabe 2009), im Katholisches Sonntagsblatt (22. Februar 2009) zweifelt er an der kirchenrechtlichen Gültigkeit. Denn die Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius leugneten weiterhin Grundaussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). "Es stellt sich die Frage, ob ein Papst von einem gültig zustande gekommenen Konzil dispensieren kann, so dass dieses Konzil lediglich mit Aussparung wesentlicher Aussagen angenommen wird. Die Antwort ist ein glattes Nein", erklärte Hünermann. Der Papst habe das Vertrauen der Gläubigen "zutiefst erschüttert. Zugleich bringt er durch seine Entscheidung die Kirche in die Gefahr, Bischöfe und Priester zu haben (....), die sich nicht zu Glauben und Sitte der katholischen Kirche bekennen." Hünermann forderte den Vatikan auf, den Amtsmissbrauch einzugestehen und zu korrigieren. Nur dadurch könne der Papst seine öffentliche Handlungsfreiheit zurückgewinnen. "Die Kirche steht vor einem Scherbenhaufen ungeheuren Ausmaßes." (Vgl. ORF.at 20.02.2009.)

[Bearbeiten] "Synodale Prozesse"

Hünermann verschweigt, dass diese Lehrverkündigung seitens der Deutschen Fakultäten seit ca. 1968, als sogar die Herder-Korrespondenz es aufgab, römische Dokumente noch abzudrucken, kaum noch zur Kenntnis genommen wird; allenfalls in Form von mediengerecht aufbereiteten "kritischen" Schlagzeilen bzw. tendenziöser Sekundärliteratur. Weltweit ist man jedoch für die Leistungsfähigkeit des nachkonziliaren Lehramts zunehmend dankbar.

Oder im Sprachcode der Fakultäten: In ökumenischer Absicht befürwortet Hünermann eine gemäßigte Relativierung von Dogma und Lehramt zugunsten dezentraler, synodaler Prozesse.

Hünermann hat mittels eines 5-bändigen Neukommentars des II. Vatikanum vergeblich versucht, dessen Umdeutung in ein "befreiendes Ereignis" (statt eines Aktes höchster Autorität) zu zementieren.

[Bearbeiten] Enchiridion Denzinger-Hünermann

Peter Hünermann besorgte die Neuausgabe des „Denzinger-Schönmetzer “. Grundsätzlich bleibt jede Auswahl naturgemäß innerhalb eines gewissen Spielraums Ermessenssache und anfechtbar. Doch das Handbuch hat außer Fehler Einseitigkeiten bzw. Auslassungen, auf welche Prof. Dr. Josef Spindelböck hinweist:

  • Mit Lumen gentium, Nr. 55–58 fehlt ein wichtiger mariologischer Text, der die Beziehung der Gottesmutter zum Erlösungswerk im Alten Testament und im Leben Jesu darstellt.
  • Der theologisch bedeutsame Artikel über das Judentum (Nostra aetate 4: DH 4198) ist nicht vollständig; seine Kürzung kann im interreligiösen Dialog als falsches Signal verstanden werden.
  • Das Fehlen des ersten Artikels von Dignitatis humanae (DH 4240–4245) überrascht; ist seine Kenntnis doch wesentlich für das Verständnis der ganzen Erklärung über die Religionsfreiheit! In diesem Abschnitt wird betont, dass die „einzige wahre Religion ... verwirklicht [ist] in der katholischen, apostolischen Kirche“ und dass das Konzil mit dieser Erklärung „die überlieferte katholische Lehre von der moralischen Pflicht der Menschen und Gesellschaften gegenüber der wahren Religion und der einzigen Kirche Christi unangetastet“ lassen will. Fallen diese klaren Sätze nicht doch unter „die wichtigen dogmatischen und moraltheologischen Aussagen“ der Dekrete und Erklärungen des letzten Konzils, die Prof. Hünermann in die Denzinger-Sammlung aufnehmen wollte (vgl. Einleitung, S. 6)? fragt Dr. Josef Spindelböck und derselbe weiter:
  • Ist die Nichtberücksichtigung des ganzen zweiten, eher pastoralen Hauptteils von Gaudium et spes (Art. 46–93) gerechtfertigt? Darin werden wichtige Einzelfragen für die „Kirche in der Welt von heute“ (wie Ehe und Familie, kultureller Fortschritt, Wirtschaftsleben, das Leben der politischen Gemeinschaft, die Förderung des Friedens und der Aufbau der Völkergemeinschaft) behandelt.
  • Die Nr. 12 und 13 der Enzyklika Humanae vitae (DH 4470–4479) fehlen. Jedoch gerade diese enthalten eine tiefere Begründung für die von Paul VI. verkündete Lehre der Kirche: In Nr. 12 wird die „von Gott bestimmte unlösbare Verknüpfung der beiden Sinngehalte: liebende Vereinigung und Fortpflanzung“ hervorgehoben und in Nr. 13 die Treue zum Schöpfungsplan Gottes hinsichtlich der Ordnung der menschlichen Sexualität begründet.
  • In der Instruktion Libertatis conscientia der Glaubenskongregation über die christliche Freiheit und die Befreiung (DH 4750–4776) fehlt Art. 79, wo Bedingungen und Grenzen aktiven Widerstands dargelegt werden, was angesichts echter und vermeintlicher politischer „Befreiungsbewegungen“ von bleibender Bedeutung und Aktualität wäre.
  • Auszüge aus der Reconciliatio et paenitentia fehlen.[1]
  • Das „Credo des Gottesvolkes“ fehlt in der von Hünermann besorgten Neuausgabe des „Denzinger-Schönmetzer “ (Prof. Dr. Manfred Hauke).[2]

[Bearbeiten] Über Hünermann

  • Eine Theologie, die ihre Berechtigung nicht zuletzt über eine Hermeneutik der Rezeption und Kommunikabilität definiert, könnte darum bei fortschreitendem Relevanzverlust in der gesellschaftlichen und universitären Öffentlichkeit eine ganz eigentümliche Falsifikation erfahren. (Thomas Marschler, DT 14.10.2003.)

[Bearbeiten] Werke (Auswahl)

  • Gott im Aufbruch. Die Provokation der lateinamerikanischen Theologie, hg. mit G.-D. Fischer, Freiburg - Basel - Wien 1974
  • Dogmatische Prinzipienlehre, Münster 2003.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Rezension zur 38. Auflage des "Denzinger"(-Hünermann) von Dr. Josef Spindelböck
  2. aus: Manfred Hauke: Die eucharistische Anbetung: ihre theologische Begründung und pastorale Bedeutung, Vortrag beim Eucharistischen Kongress, Köln 8. Juni 2013.
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