Peter Hünermann

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Peter Hünermann (*8. März 1929), Gründungs- und Ehrenpräsident der Europäischen Gesellschaft für (kath.) Theologen, ist ein emeritierter Theologieprofessor in Tübingen und bekannt geworden als Mitherausgeber des Enchiridion Denzinger-Hünermann. Seine Lehre vom "doppelten Lehramt" (der Bischöfe einerseits, der Theologen andererseits, vgl. Donum veritatis) ist als untauglicher Versuch der anti-sakramentalen, hierarchiefeindlichen "Machtergreifung" im Namen der Wissenschaft von der Glaubenskongregation schon 1990 verurteilt worden.

Hünermann wendet sich immer noch gegen Joseph Ratzinger: Zitate:

  • Papst und Bischöfe sind weder inspiriert, noch empfangen sie Offenbarungen. Der verheißene Beistand des Geistes bewahrt sie nicht davor, auch in der Lehrverkündigung Dummheiten und Einseitigkeiten aufzusitzen (Hünermann, 1999).
  • Die bisher schärfste Kritik kam von Peter Hünermann, dem emeritierten Tübinger Dogmatiker. Die Glaubenskongregation, so empört sich Hünermann, habe »im Grunde immer noch die Struktur einer frühneuzeitlichen Zensurbehörde«. (....) Obendrein stellt er die Frage, ob die Notifikation [gegen Jon Sobrino] »auch das neue Modell für die Theologie-Politik Benedikts XVI.« sei. »Das wäre fatal.« (Vgl. DIE ZEIT, 10. Mai 2007.)
  • "Der renommierte Tübinger Theologe Peter Hünermann hat Papst Benedikt XVI. einen "skandalösen Amtsmissbrauch" vorgeworfen. Die Aufhebung der Exkommunikation von vier Traditionalisten-Bischöfen verstoße "in gravierender Weise gegen Glauben und Sitten", kritisiert Hünermann in der "Herder-Korrespondenz" (Märzausgabe 2009), im Katholisches Sonntagsblatt (22. Februar 2009) zweifelt er an der kirchenrechtlichen Gültigkeit. Denn die Bischöfe der Priesterbruderschaft St. Pius leugneten weiterhin Grundaussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). "Es stellt sich die Frage, ob ein Papst von einem gültig zustande gekommenen Konzil dispensieren kann, so dass dieses Konzil lediglich mit Aussparung wesentlicher Aussagen angenommen wird. Die Antwort ist ein glattes Nein", erklärte Hünermann. Der Papst habe das Vertrauen der Gläubigen "zutiefst erschüttert. Zugleich bringt er durch seine Entscheidung die Kirche in die Gefahr, Bischöfe und Priester zu haben (....), die sich nicht zu Glauben und Sitte der katholischen Kirche bekennen." Hünermann forderte den Vatikan auf, den Amtsmissbrauch einzugestehen und zu korrigieren. Nur dadurch könne der Papst seine öffentliche Handlungsfreiheit zurückgewinnen. "Die Kirche steht vor einem Scherbenhaufen ungeheuren Ausmaßes." (Vgl. ORF.at 20.02.2009.)

"Synodale Prozesse"

Hünermann verschweigt, dass diese Lehrverkündigung seitens der Deutschen Fakultäten seit ca. 1968, als sogar die Herder-Korrespondenz es aufgab, römische Dokumente noch abzudrucken, kaum noch zur Kenntnis genommen wird; allenfalls in Form von mediengerecht aufbereiteten "kritischen" Schlagzeilen bzw. tendenziöser Sekundärliteratur. Weltweit ist man jedoch für die Leistungsfähigkeit des nachkonziliaren Lehramts zunehmend dankbar.

Oder im Sprachcode der Fakultäten: In ökumenischer Absicht befürwortet Hünermann eine gemäßigte Relativierung von Dogma und Lehramt zugunsten dezentraler, synodaler Prozesse.

Hünermann hat mittels eines 5-bändigen Neukommentars des II. Vatikanum vergeblich versucht, dessen Umdeutung in ein "befreiendes Ereignis" (statt eines Aktes höchster Autorität) zu zementieren.

Über Hünermann:

  • Eine Theologie, die ihre Berechtigung nicht zuletzt über eine Hermeneutik der Rezeption und Kommunikabilität definiert, könnte darum bei fortschreitendem Relevanzverlust in der gesellschaftlichen und universitären Öffentlichkeit eine ganz eigentümliche Falsifikation erfahren. (Thomas Marschler, DT 14.10.2003.)

Werke (Auswahl)

  • Gott im Aufbruch. Die Provokation der lateinamerikanischen Theologie, hg. mit G.-D. Fischer, Freiburg - Basel - Wien 1974
  • Dogmatische Prinzipienlehre, Münster 2003.

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