Paula Frassinetti

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Paula Frassinetti

Paula Frassinetti (* 3. März 1809 in Genua; † 11. Juni 1882 in Rom) war Gründerin der "Schwestern der hl. Dorothea". Ihr liturgischer Gedenktag ist der 11. Juni.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Paula Frassinetti kam im Stadtviertel Portoria von Gemua als drittes von zehn Kindern zur Welt. Davon hatten fünf überlebt. Ihr Vater Giovanni Battista besaß einen Stoffladen. Die Mutter hieß Angela, geb. Viale. Die Eltern weihten Paula im Genueser Marienheiligtum der seligsten Jungfrau Maria. Paula half ihrer Mutter nähen und strickten. Beim Tod ihrer Mutter war Paula – das einzige Mädchen neben den vier Brüdern – neun Jahre alt. Die vier Jungen wurden alle Priester. Im Alter von neun Jahren übernahm die Halbwaisin die Versorgung des Vaters und der Brüder. Paula wollte Ordensfrau werden, was ihr der Vater verweigerte. Als ihr Bruder Giuseppe Kurat von San Pietro di Quinto al Mare wurde, bittet er 1831 den Vater darum, ihm Paula zur Unterstützung zu schicken.

Ordensgründerin

Paula nahm sich immer mehr der Erziehung der weiblichen Jugend an und rief dazu anno 1834 die Ordenskongregation der Schwestern der hl. Dorothea ins Leben. Sie hatten kein Geld. Viele, darunter auch Paula, hatten dazu eine schwache Konstitution und – Paula ausgenommen – keinerlei Bildung genossen. Don Luca Passi – der Gründer des Frommen Werks der heiligen Dorothea und des heiligen Raphael, dessen Ziel die Erziehung junger Männer und Frauen war – bezog 1835 auch Paula mit ein, und so legten die Schwestern außer den Gelübden der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams auch das Gelübde ab, das Fromme Werk der heiligen Dorothea zu unterstützen. Nach dem Wiederaufblühen des Frommen Werks brach Paula 1841 nach St. Onofrio am Janiculus in Rom auf. 1842 gründete sie in Santa Maria Maggiore ihre erste Schule, später folgten weitere in anderen Gemeinden sowie in Macerata. Sie konnte auf die Unterstützung Gregors XVI. zählen, ebenso auf jene Pius´ IX.. Sie übernimmt die Leitung des Mädcheninternat bei Sant’Onofrio auf dem Gianicolo. Noch zu Lebzeiten Paulas entstanden Häuser der Schwestern der hl. Dorothea in ganz Italien, dann in Portugal und in Brasilien. 1990 zählt diese Schwestern-Kongregation mehr als 2000 Mitglieder in rund 90 Häusern.

1876 erlitt Paula einen Schlaganfall. Sie erholte sich davon langsam. Ihr Lieblingsspruch war: »Volunta di Dio - paradiso mio!« (»Der Wille Gottes ist mein Paradies!«). Mit einer totalen Selbstbeherrschung verstand Paula es, die überschäumende Fülle ihrer feurigen Natur mit den Erfordernissen der Gelassenheit und Sanftmut zu verschmelzen, wobei sie in äußerster Schlichtheit alles menschliche Planen und Schaffen ganz und gar nach dem heiligsten Willen Gottes ausrichtete und sich selbst als ganz bescheidenes Werkzeug in der Hand Gottes betrachtete: »Alles, wie Gott will«, mit diesen Worten auf den Lippen starb Paula Frassinetti am 11. Juni 1882 im Kloster St. Onofrio am Janiculus in Rom. In der Kapelle des Klosters wird auch ihr heiliger Leib verehrt und die »Erinnerungen« (»Memorie«) und Briefe der Heiligen aufbewahrt.

Selig- und Heiligsprechung

Paula Frassinetti wurde am 8. Juni 1930 durch Papst Pius XI. selig- und am 11. März 1984 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen. Bei der Heiligsprechungsfeier charakterisierte er ihre »Erinnerungen« (»Memorie«) und ihre Briefe folgendermaßen:

»Paula Frassinetti ist eine wahrhaft herrliche Frucht der in der Kirche ständig wirksamen Erlösung. Man hat gesagt: Um festzustellen, ob ein Werk wirklich christlich ist, müsse man zusehen, ob es das Siegel des erlösenden Kreuzes an sich trägt. Nun, das Kreuz Christi warf weithin seinen Schatten - oder besser sein Licht - über das ganze Leben und Werk dieser Heiligen. Sie war überzeugt, dass einer, der den Weg der Vervollkommnung einschlagen will, nicht auf das Kreuz, die Abtötung, die Demütigung und das Leiden verzichten kann, die den Christen dem göttlichen Vorbild, dem Gekreuzigten, ähnlich machen. In ihrer glühenden Aufopferung für das Heil aller Seelen meinte die hl. Paula, dass das, was einer zu leiden vermöge, nichts sei im Vergleich mit dem Leiden Christi. Sie schreckte nicht nur vor dem Kreuz nicht zurück, es war für sie vielmehr die Triebkraft, die sie bewegte, die geheime Quelle, aus der sie ihre unermüdliche Aktivität und ihren unbeugsamen Mut und ihre Stärke schöpfte. Sie pries das Jahr, das mit irgendeinem Kreuz begann, und empfand jede Erleichterung gewissermaßen als Bestrafung: >Ach, jede Strafe<, so sagte sie, >aber man nehme mir nur nicht das Kreuz!<

Der hl. Paula Frassinetti fehlte es nicht an inneren Qualen, an Verfolgungen, Verleumdungen, Schmähungen, Beleidigungen, Bosheiten und Angriffen. Alles aber wußte sie mit christlichem Starkmut zu ertragen in der Überzeugung, dass so, wie die Erde den befruchtenden Regen braucht, auch ihr heranwachsendes Institut von ihren Tränen begossen werden musste.

Die innere Kraft, die sie bewog, die >Torheit< des Kreuzes ganz zu leben, ist bei dieser Heiligen in ihrer frommen Verehrung des göttlichen Herzens Jesu zu suchen. Mit ihrer wahrhaft apostolischen Sensibilität begriff die Heilige, dass niemand ein echtes Apostolat ausüben könne, wenn er nicht in seinem Herzen die Wundmale Christi eingeprägt habe und wenn in ihm nicht jene unsagbare Verflechtung von Liebe und Schmerz wirksam ist, die im Herzen Jesu Gestalt annahm. Sie wollte daher, dass in ihrem Institut die Herz-Jesu-Verehrung in der Ordensregel verankert sei. Der Regel entsprechend sollten die Schwestern am Vortag des Herz-Jesu-Festes fasten, an jedem ersten Freitag des Monats sollten sich die Schwestern mit ihren Schülerinnen zur Anbetung vor dem heiligsten Sakrament einfinden. Im Jahr 1872 weihte die Heilige ihr ganzes Institut in besonderer Weise dem Herzen Jesu.

Das innere Feuer der hl. Paula Frassinetti musste bei ihr in ein intensives apostolisches Wirken münden, wobei ihr besonderes Interesse der christlichen Erziehung verwahrloster Kinder und Jugendlicher galt. Zu diesem Zweck hatte sie ja das Institut der Schwestern der hl. Dorothea gegründet.

Die Botschaft, die dem einfachen, aber tief frommen Leben der hl. Paula entspringt, das ganz von Reinheit und Armut, aber auch von glühendem Einsatz für jene jungen Mädchen beseelt war, die von der Gesellschaft benachteiligt wurden - diese Botschaft ist ein Hinweis auf die wahren Werte der Frau, ein Hinweis auf den Ausdruck der zartesten fraulichen Gaben, Hinweis auf die Bestätigung der Identität und Würde der Frau, die die Kirche stets geschützt und unterstützt hat zur sittlichen Förderung der Gesellschaft und des nahenden Reiches Christi. Diese Botschaft ist zuletzt auch eine Aufforderung, die Erlösung dadurch in die Tat umzusetzen, dass man der Frau hilft, sich ihrer selbst und ihres Platzes bewusst zu werden, den sie in der christlichen Gemeinschaft und in der bürgerlichen Gesellschaft einnimmt. Die Frauen sollen sich ja - ihren Voraussetzungen entsprechend - auf die Übernahme ihrer Verantwortlichkeiten und auf die Erfüllung ihrer Aufgabe vorbereiten. In diesem Sinn sollen die verdienstvollen Schwestern der hl. Dorothea, dazu angetrieben durch die Heiligsprechung ihrer Gründerin, auch weiter den Geist und den Eifer dieser Heiligen in alle Kontinente tragen, wo sich ihre Häuser befinden ... « 

Literatur

Weblinks

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