Paul vom Kreuz

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Hl. Paul vom Kreuz

Paolo Francesco Danei, in der Religion: Paul vom Kreuz, wurde als ältestes von 16 Kindern einer verarmten Adelsfamilie am 3. Januar 1694 zu Ovada (Piemont) geboren und starb am 18. Oktober 1775 in Rom) ist der Gründer der Kongregation vom Leiden Jesu Christi, der Passionisten.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Er sollte das Geschäft seines Vaters übernehmen, aber zum Kaufmann fühlte er sich nicht berufen, obwohl er seinen Eltern half, solange sie ihn brauchten. Sein Onkel, ein Priester, suchte ihm eine vermögende Braut aus; aber er gab dem Mädchen zu verstehen, dass er nicht heiraten wollte. Eine reiche Familie aus dem Bekanntenkreis wollte den fähigen jungen Mann zum Erben ihres ganzen Besitzes machen; er schlug das Angebot aus, weil ihm an solchem Reichtum nicht viel lag. Er hatte sich für Christus entschieden. Er glaubte, sein Leben für Christus im „Kreuzzug“ gegen die Türken einsetzten zu müssen. Gott aber führte ihn andere Wege: Er gründete einen neuen Orden.

1720 verließ er sein Elternhaus und wurde Einsiedler. Er änderte seinen bürgerlichen Namen und nannte sich fortan Paolo della Croce (Paul vom Kreuz). In Einsamkeit und im Gebet schrieb er die Ordensregel für die Passionisten nieder. Als er sie 1721 dem Papst in Rom persönlich zur Bestätigung vorlegen wollte, wurde er schon von der Palastwache zurückgewiesen, weil sie ihn für einen Herumtreiber hielt und ihn unter die Spitzbuben einreihte.

1727 wurde er in Rom zusammen mit seinem Bruder Johannes Baptist zum Priester geweiht. 1737 gründete er in Mittelitalien auf dem Monte Argentario das erste Kloster der Passionisten. 1741 bestätigte Papst Benedikt XIV. die Ordensregel. 1771 gründete Paul die Passionistinnen.

Der predigende Einsiedler

Wo sich heute Touristen tummeln, nahe beim Lagunenstrand von Orbetello in der Toscana, steht die Wiege des Passionistenordens. Von ihm sagte Papst Benedikt IV., als er die gemilderte Ordensregel anerkannte:

«Der Orden, der als erster hätte gestiftet werden müssen, wurde als letzter gegründet.» Bis zur Errichtung des 1. Klosters auf dem Monte Argentario lebte Paul v. Kreuz teils als Eremit, teils als Wanderprediger. Er unterrichtete das Volk, predigte Busse und erzählte vom Leiden Christi und gilt als erfolgreichster Prediger seines Jahrhunderts. Seine Kongregation besitzt in der Schweiz keine Niederlassung und ist hierzulande kaum bekannt.

Papst Klemens XIV. wies den Passionisten 1773 das nahe beim Kolosseum gelegene Kloster St. Johannes und Paul zu. Hier starb Paul v. Kreuz 81 jährig beim Lesen der Leidensgeschichte nach Johannes. Sein Leib ruht in der Basilika und das Sterbezimmer im Generalhaus der Passionisten ist heute noch im Original zu besichtigen.

Bei seinem Tod am 18.10.1775 zählte seine Kongregation bereits 200 Mitglieder in 12 Häusern und ist heute in über 200 Häusern weltweit tätig, v.a. in N-Amerika.

Zwischen Kartäusern und Jesuiten

Symbol der Passio- nisten

Mit 19 Jahren erlebte Paul seine «Bekehrung». Von der Erbschaft seines geistlichen Vaters nahm er nur dessen Brevier an. Er wollte nur für GOTT in völliger Armut leben. Vom Verlangen für den Glauben zu sterben, meldete er sich 1715 für einen Feldzug der Republik Venedig gegen die Türken. In einer Vision wurde ihm seine Lebensaufgabe gezeigt: die Grün­dung des «Ordens vom Leiden Christi“. Er wollte eine Gemeinschaft gründen, die das beschauliche Leben eines kartäusers oder Trappisten mit dem tätigen der Jesuiten oder Lazaristen verbindet. Noch als Laie schrieb er nach 40 Tagen Fasten in der Einsamkeit die strenge Ordensregel auf:

«Ich fing an, diese HI. Regel zu schreiben am 2. Dez. 1720 und war zu Ende am 7. desselben Monats. Als ich am Schreiben war, ging es so schnell voran, als wenn jemand von einem Lehrstuhl diktiert hätte. Ich fühlte die Worte mir aus dem Herzen kommen... Durch das andächtige Betrachten der Passion des göttlichen Heilandes werden die Herzen der Menschen am wirksamsten von der Sünde gelöst und am leichtesten zur christlichen Vollkommenheit geführt.»

Symbol der Passionisten. Die Tracht besteht aus schwarzwollendem Habit mit Passionistensympol und Ledergürtel und Rosenkranz

Scala Sancta

Die Hauptaufgabe der Passionisten liegt in der Förderung der Andacht zum Leiden Christi durch Volksmissionen und geistliche Übungen. (Pauls Exerzitien-Tagebuch von 1720 ist nebst über 2000 Briefen mit Fragen der Seelenführung erhalten).

Die Scala Sancta (H. Treppe) führt zur Sancta Sanctorum (=allerheiligste Kapelle), die Privatkapelle der Päpste bei der ältesten Papstkirche, der Basilika St. Johannes im Lateran. Die hl. Kaiserin Helena ließ sie im Jahr 326 nach Rom bringen. Einzelne Blutstropfen auf den 28 Stufen erinnern an den gegeißelten und mit Dornen gekrönten Jesus, der über diese Treppe zu Pontius Pilatus geführt worden ist. Passionisten-Patres betreuen diese Stätte und kommen damit ihrem 4. Ordensgelübde nach, die Andacht zum Leiden Christi zu fördern. Man darf die mit Holz verkleidete Marmortreppe nur hinauf knien und soll sich dabei betend in die Passion Christi vertiefen. Damit ist ein vollkommener Ablass verbunden.

Verehrung

  • Seligsprechung am 1. Oktober 1852
  • Heiligsprechung am 29. Juni 1867
  • Gedenktag: 19. Oktober (vor 197O: 28. April)

Literatur

Weblinks

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