Päpstliche Schreiben über liturgische Texte (Dokumentation)

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Über liturgische Texte (Dokumentation)

Inhaltsverzeichnis

in: Acta Apostolicae Sedis

10. August 1946: Über die Vollmacht der Herausgabe liturgischer Bücher":

Ritenkongregation: Dekret "Quanta sedulitate", "De facultate edendi libros liturgicos"; AAS 38 [1946] 371-372): Der Druck der lateinischen Texte "iuxta typicam" ist den "päpstlichen Verlegern" vorbehalten. Diese Normen sahen auch vor, dass die Verleger die notwendigen Übereinkünfte mit der Güterverwaltung des Heiligen Stuhls in Fragen der Verwaltung trafen.

Quanta sedulitate liturgicis libris edendis Sacra Rituum Congregatio semper advigilaverit, cum decreta identidem in hunc finem lata, tum reverentia quam sacris Voluminibus ab omnibus haberi voluit, luculenter commonstrant. Hinc reservatio tituli « Typographi Pontificii », quem paucis tantum et quidem probatis typographis decursu temporis concessit; hinc etiam Sacrorum Librorum revisio, quam ipsamet Congregatio accuratissime peragere solet.

Attamen iamdudum, varias ob causas, mos invaluit, ut quilibet typographus, accedente consensu atque approbatione proprii Ordinarii, libros liturgicos et praesertim Missale et Breviarium Romanum, haud semper ea qua decet forma et textus puritate, in lucem edat. Ut autem huic incommodo provideatur et decori, quo res ad .divinum cultum pertinentes nitere debent, consulatur, textusque sacri emendatissima exhibeatur lectio, Sanctissimus Dominus Noster Pius Papa XII haec quae sequuntur statuenda decrevit, sublata quavis concessione atque abusu in contrarium existente :

1) Uni dumtaxat Typographiae Vaticanae, ceteris exclusis, libros liturgicos typis excudendi ius esto. ...

2) Quilibet typographus, sive pontificio diplomate gaudet, sive non, toties a S. Rituum Congregatione licentiam obtinere debebit, quoties hos libros edere velit.

3) Administrationis Bonorum S. Sedis est pro publica horum librorum divulgatione singulis vicibus condiciones ferre.

4) Concordantia cum editione Vaticana ab Ordinario, iuxta can. 1390 Cod. Iuris Canonici, concedenda, ne subscribatur ab ipsis nisi post diligentem atque accuratam viri in re liturgica periti revisionem.

5) Ad huius decreti effectum, hi qui sequuntur liturgici accensentur libri :

Breviarium Romanum - Missale Romanum - Rituale Romanum - Pontificale Romanum - Martyrologium Romanum - Caeremoniale Episcoporum - Memoriale Rituum - Octavarium Romanum - Collectio Decretorum S. Rituum Congregationis.

Contrariis quibuscumque, etiam speciali mentione dignis, non obstantibus.

Romae, 10 Augusti 1946.

C. Card. SALOTTI, Ep. Praen., Praefectus.

23. November 1955: Ritenkongregation:

Erinnerung an das Dekret vom 10. August 1946.


in: Dokumente zur Erneuerung der Liturgie, Band 1:

16. Oktober 1964: Einheitliche Fassung liturgischer Texte:

Brief des J. Kardinal Lercaro, Vorsitzender des "Consilium", an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Gebiete mit gemeinsamer Sprache "über die Verwendung einer einheitlichen Fassung muttersprachlicher liturgischer Texte in den Sprachgebieten". Lateinischer Text: N 1 (1965) 194-196; EL 79 (1965) 421 f. Deutscher Text: DEL 1, S. 139-140.

298 Das "Consilium" legte bei der Bestätigung der Akten mehrerer Bischofsversammlungen, die sich auf die Liturgie bezogen, wiederholt Aufmerksamkeit auf die besonderen und manchmal ernsthafteren Schwierigkeiten, die aus der umfangreicheren Verwendung der Muttersprache in der Liturgie gemäß der Konstitution erwachsen.

Während nämlich die jahrhundertealte Einheit der liturgischen Sprache schwindet und neben der lateinischen Sprache andere Sprachen Verwendung zu finden beginnen, ist dafür Sorge zu tragen, dass nicht auch die geistliche und pastorale Wirkkraft der Liturgie in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn der Übergang zu den neuen Verhältnissen soll sich schrittweise und mit Klugheit vollziehen.

Aus diesem Grunde möchte das "Consilium" in dieser Angelegenheit seine Meinung zu der besonderen Frage der muttersprachlichen Fassungen in Gebieten mit derselben Sprache bekanntgeben. Das "Consilium" ist nämlich der Ansicht, dass in diesen Gebieten die Einheitlichkeit der Texte, für die in der Liturgie die Landessprache verwendet wird, gewahrt werden muss; mehrere Übersetzungen, Texte und Ausgaben für ein und dieselbe Sprache vor allem in den weiter verbreiteten wie z. B. Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch usw. erscheinen weniger günstig. Dadurch würde sicherlich sowohl das Gewicht des Textes selbst als auch die Würde der liturgischen Bücher beeinträchtigt.

Diesen Wunsch des "Consilium", hochwürdigster Herr, teile ich Ihnen zur Weitergabe an den hochwürdigsten Vorsitzenden der Liturgischen Kommission bei der Bischofsversammlung Ihrer Nation mit. Auf eine geeignete Weise möge durch eine kompetente Person mit den betroffenen Bischofsversammlungen Absprache getroffen werden, wie es lobenswerterweise in einigen Fällen schon geschehen ist.

Das "Consilium" wäre sehr dankbar, wenn Sie, hochwürdigster Herr, sobald wie möglich Nachricht über die Realisierung dieses Vorschlags freundlicherweise an den Sekretär dieses "Consilium" geben würden. Eventuell dabei aufgetretene Schwierigkeiten mögen benannt werden, damit gegebenenfalls Hilfe zu ihrer Lösung gewährt werden kann.

==26. September 1964: Heilige Ritenkongregation und dem Consilium: I. Instruktion Inter oecumenici zur ordnungsgemäßen Durchführung der Konstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie Sacrosanctum concilium: Muttersprachliche Übersetzungen liturgischer Texte (zu Art. 36 $3 der Konstitution)

40 Bei der Übersetzung liturgischer Texte in die Muttersprache gemäß Art. 36 § 3 ist es angezeigt, Folgendes zu beachten:

a) Die liturgischen Texte sollen aus dem lateinischen liturgischen Text in die Muttersprache übersetzt werden. Auch die Übersetzung der biblischen Perikopen muss dem lateinischen Text entsprechen. Es bleibt jedoch die Möglichkeit, diese Übersetzung, wenn es angebracht erscheint, nach dem Urtext oder einer anderen Übersetzung, die den Sinn deutlicher wiedergibt, zu überarbeiten.

b) Die Erarbeitung der Übersetzung liturgischer Texte soll mit Vorzug der Liturgischen Kommission übertragen werden, von der in Art. 44 der Konstitution und in Nr. 44 dieser Instruktion die Rede ist; dabei soll ihr nach Möglichkeit das Pastoralliturgische Institut behilflich sein. Besteht keine solche Kommission, so werde die Sorge für die Ausarbeitung der Übersetzung zwei oder drei Bischöfen anvertraut, die sich Mitarbeiter, auch Laien, auswählen sollen, die in der Bibel- und Liturgiewissenschaft, in den biblischen Sprachen und im Latein, in der Volkssprache und in der Musik bewandert sind; denn eine vollkommene muttersprachliche Übersetzung liturgischer Texte muss gleichzeitig vielen Ansprüchen gerecht werden.

c) Bei solchen Übersetzungen berate man sich gegebenenfalls mit den Nachbarbischöfen des gleichen Sprachraumes.

d) In Ländern mit mehreren Sprachen soll für jede Sprache eine Übersetzung geschaffen und von den Bischöfen, die es angeht, gesondert geprüft werden.

e) Die Bücher, aus denen der liturgische Text dem Volke in der Muttersprache vorgetragen wird, sollen würdig ausgestattet sein, damit schon hierdurch die Gläubigen zu größerer Ehrfurcht vor dem Worte Gottes und allem, was zum Gottesdienst gehört, angeregt werden.

41 Bei liturgischen Feiern, die irgendwo mit Beteiligung von anderssprachigen Gläubigen gehalten werden, besonders wenn es sich um Gruppen von Fremden, um eine Personalpfarrei oder ähnliches handelt, kann mit Zustimmung des Ortsordinarius die diesen Gläubigen bekannte Volkssprache verwendet werden gemäß den näheren Bestimmungen und in der Übersetzung, die von der kirchlichen Autorität, welche für jenes Sprachgebiet zuständig ist, rechtlich approbiert ist.

42 Neue Melodien für die vom Zelebranten und den Ministri in der Muttersprache zu singenden Stücke bedürfen der Approbation der für das Gebiet zuständigen kirchlichen Autorität.

43 Die vor der Veröffentlichung der Konstitution über die heilige Liturgie rechtsgültig approbierten partikularen liturgischen Bücher und die bis zu jenem Zeitpunkt erteilten Indulte, soweit sie der Konstitution nicht widersprechen, bleiben gültig, bis im Zusammenhang mit der teilweisen oder völligen Reform der Liturgie etwas anderes bestimmt wird.

25. September 1965 Brief von A. M. Kardinal Larraona, Präfekt der Ritenkongregation

Die Messe am Vorabend (vgl. Abendmesse)

Brief von A. M. Kardinal Larraona, Präfekt der Ritenkongregation, an P. Kardinal Ciriaci, Präfekt der Konzilskongregation, über die Regelungen bezüglich der Meßfeier, die äm Vorabend des Sonntags oder eines gebotenen Feiertages gehalten wird. Lateinischer Text: N 2 (1966) 74; vgl. Antwort auf die Frage Nr. 87: N 1 (1965) 307. Dokumente zur Erneuerung der Liturgie, Band 1, 243, Nr. 456.

Schon früher ist bei der Konzilskongregation die Vollmacht erbeten worden, den anvertrauten Gläubigen der Diözese zu gestatten, das Gebot zum Meßbesuch am Vorabend des Sonntags oder eines gebotenen Feiertages zu erfüllen. Viele Ortsordinarien haben jetzt von der Ritenkongregation erbeten, dass in diesen Vorabendmessen die liturgischen Texte vom folgenden Sonn- oder Feiertag verwendet werden. In Anerkennung der Berechtigung der Wünsche der Ordinarien und in dem Bestreben, das doppelte Genehmigungsverfahren einfacher zu gestalten, bittet die Ritenkongretaion Eure hochwürdigste Eminenz um folgendes; jedesmal wenn die Konzilskongregation den Ortsordinarien die Vollmacht einräumt, den Gläubigen der anvertrauten Diözese zu gestatten, das Gebot zum Meßbesuch am Vorabend des Sonntags oder eines gebotenen Feiertages zu erfüllen, möge sie in dem diesbezüglichen Reskript in solchen Fällen auf Anordnung dieser Kongregation erwähnen, daß die liturgischen Texte des folgenden Sonn- oder Feiertages zu verwenden sind; außerdem dürfen die Homilie und die Fürbitten im Sinne der Instruktion der Ritenkongregation vom 26.9.7964, Nr.53-56, nicht ausgelassen werden.

10. November 1965: Ansprache Papst Pauls VI. an die Übersetzer:

Ansprache Papst Pauls VI. "an den Kongress der Übersetzer liturgischer Texte". Lateinischer Text: AAS 57 (1965) 967-970; N 1 (1965) 378-381. Deutscher Text: DEL 1, S. 262-265. HlD 19 (1965) 151-153.

481 Euch allen, die ihr euch über Auftrag mit der Übersetzung liturgischer Texte in die Muttersprache befasst und nun in diesen Tagen in Rom zusammengekommen seid, um über die Dinge, welche zu eurem besonderen Aufgabenkreis gehören, gemeinsame Erörterungen und Untersuchungen anzustellen, entbieten Wir von Herzen Unseren Segensgruß. Nach Rom, zum Stuhl des heiligen Petrus, seid ihr zurückgekehrt, von wo aus das große Werk seinen Ausgang genommen hat, dem ihr mit allem Eifer obliegt, nämlich die Erneuerung der Heiligen Liturgie, besonders was die Teilnahme des Volkes anlangt. Zur Quelle seid ihr zurückgekehrt, um von da aus klare und heilbringende Wasser zu schöpfen.

Ja, Wir begrüßen das Vorhaben eines solchen Kongresses. Denn die Übersetzung jener Texte in die Muttersprache verlangt soviel Klugheit, ist von solcher Bedeutung und birgt so viele Schwierigkeiten, dass diese Aufgabe nur in gemeinsamer Beratung aller, die damit zu tun haben, zum Ziele führen und nicht der Auffassung irgend eines einzelnen überlassen bleiben kann. Hierdurch würde das Werk der Erwartung der Kirche und der Gläubigen vielleicht nicht entsprechen.

Wie schwierig dieses Unternehmen ist, hat der heilige Hieronymus, auf diesem Wissensgebiet zweifellos eine hervorragende Autorität, erfahren; er sagt nämlich: "Übersetze ich wörtlich, klingt es sinnwidrig; ändere ich, von der Notwendigkeit gedrängt, etwas am Satzgefüge und am Text, bietet es den Anschein, als sei ich der Aufgabe des Übersetzers nicht gerecht geworden" (Hieronymus, Interpret. Chrom. Euseb. Pamph., Praef.: PL 27,35).

482 Wie ihr alle sehr wohl wisst, gibt es in Wirklichkeit keineswegs so viele Liturgien als Sprachen, deren sich die Kirche in den heiligen Riten bedient, aber es bleibt immer ein und dieselbe Stimme der Kirche, welche die Mysterien begeht und die Sakramente verwaltet, mag sie auch in der Mannigfaltigkeit der Sprachen ihren Ausdruck finden.

Dadurch, dass diese besorgte Mutter durch das Magisterium des Zweiten Vatikanischen Konzils ihre Söhne zusammengerufen hat, damit diese, eingedenk ihrer Aufgabe am Leibe Christi, an den liturgischen Gebeten und Handlungen fleißig teilnehmen, und deshalb die an Alter, Frömmigkeit, Schönheit sowie durch den täglichen Gebrauch ehrwürdigen Texte in deren Muttersprache übersetzen ließ, wird die ganz große Aufgabe und überaus große Bürde derer offenbar, welche eben diese Texte übersetzen. Die Übersetzungen, welche vor der Promulgation der Konstitution über die Heilige Liturgie dort und da herausgegeben wurden, verfolgten den Zweck, dass die Gläubigen die in lateinischer Sprache gefeierten Riten verstehen sollten; sie waren nämlich Behelfe für das Volk, das die alte Sprache nicht verstand. Nun aber sind die Übersetzungen Teile der Riten selbst geworden, sie wurden die Stimme der Kirche (Auf die vorgelegten Fragen, "ob Volksmessbücher für die Gläubigen noch nützlich und zu verbreiten sind", werden in N 2 (1966) 3] f affirmative Antworten gegeben; vgl. auch N 8 (1972) 195-197)

483 Wenn auch die Volkssprache, die nun in der Heiligen Liturgie ihren Platz hat, der Fassungskraft aller, auch der Kinder und Nichtgebildeten, entsprechen muss, so sei sie, wie ihr wohl wisst, immer der höchsten Dinge würdig, welche durch sie bezeichnet werden. Sie unterscheide sich von der täglichen Umgangssprache, wie sie auf der Straße und am Marktplatz gesprochen wird. Vielmehr sei sie so, dass sie den Geist anspricht und die Herzen zur Gottesliebe entflammt. Auch ist es nicht ein und derselbe sprachliche Ausdruck, mit welchem die Übersetzer Stellen aus der Heiligen Schrift, Orationen und Hymnen wiedergeben müssen. Die sich also dieser Aufgabe unterziehen, müssen sowohl in der christlichen Latinität als auch in ihrer eigenen Muttersprache wohl bewandert sein. Die Übersetzer haben ferner auf die Musik Bedacht zu nehmen, und es sollten die Worte, welche gesungen werden, der Modulation, wie sie der Eigenart und der Natur eines jeden Volkes entspricht, soweit angepasst werden, dass die Herzen durch die Lieder leichter und inniger Gott anhangen.

Daher sollen mit lebendigem Verständnis und rastlosem Eifer alle Bestrebungen darauf gerichtet sein, dass die liturgische Gemeinschaft am reinen und den einzelnen Teilen entsprechenden sprachlichen Kleid ihre Freude hat und "im Innern den schönen Körper erkennen" kann (Vgl. Hieronymus, ebd., 36). Wenn auf die Schönheit und die reiche Fülle der römischen Sprache, in welcher durch die Jahrhunderte hindurch in der lateinischen Kirche Gott angefleht, ihm Lob und Dank dargebracht wurde, im Hinblick auf den pastorellen Nutzen teilweise verzichtet wurde, so soll durch euer weises und eifriges Bemühen aus den Übersetzungen liturgischer Texte ein nicht minderer Glanz der Rede und eine nicht minder strenge Schönheit der Sätze aufleuchten.

484 Bei dieser sich bietenden Gelegenheit fühlen Wir uns gedrängt, in väterlicher Liebe an alle, die es angeht, bzgl. einiger Dinge Ermahnungen auszusprechen, die sich nicht auf die Aufgabe des Übersetzens, sondern vielmehr auf die Vorgangsweise beziehen.

Vor allem, scheint es, ist die Bestimmung wieder ins Gedächtnis zu rufen, die von unserem geliebten Sohn Jakobus Kardinal Lercaro, dem verdienstvollen Präses des Consiliums für die Durchführung der Konstitution über die Heilige Liturgie, in seinem Namen mit Schreiben vom 16. Oktober 1964 herausgegeben wurde. Durch die genannte Bestimmung wurde kluge Vorsorge getroffen, dass, soweit es die Einführung der Volkssprache in die Liturgie betrifft, der Übergang zur neuen Lage der Dinge stufenweise und mit Klugheit erfolge und vor allem in Gebieten, in denen dieselbe Sprache gesprochen wird, die Gleichheit der Texte gewahrt und so eine Vielfalt von Übersetzungen, welche dem Ernst und der Würde jener widerspräche, vermieden werde.

485 Da die gesamte Heilige Liturgie der Leitung der Hierarchie obliegt (Vgl. Konstitution über die heilige Liturgie, Art. 22, § 1-2: AAS 56 (1964) 106), soll alles, handle es sich nun um Einzelpersonen oder Gemeinschaften, oder bei den einzelnen Völkern um besondere Institute, die sich mit der Pflege und der Erneuerung befassen, oder um Publikationen, welche denselben Gegenstand zum Thema haben, in allen Gebieten vollständig der Hierarchie unterstehen. Sache der zuständigen Autorität ist es, die Bande dieser engeren Beschränkung festzulegen und darüber zu bestimmen. Mit größtem Eifer ist danach zu trachten, dass auch in dieser Sache bei allen derselbe Wille, dasselbe Vorgehen - wie es denn auch ein Ziel ist, worauf man zustrebt - herrsche und dasselbe Leitbild der Vollkommenheit voranleuchte, das allen vorschwebt und zu dessen Erreichung so viele Bemühungen unternommen werden.

486 Es sei darauf verwiesen, dass die liturgischen Texte, die von der zuständigen Autorität approbiert und vom Heiligen Stuhl konfirmiert wurden, von ihrem Wesen her verlangen, gewissenhaft beachtet zu werden. Daher ist es niemandem gestattet, sie nach seinem eigenen Gutdünken zu ändern, zu kürzen, zu erweitern oder sie wegzulassen. Wenn sich nun die Kirche auf dem Gebiet der Liturgie als gütige und weitherzig entgegenkommende Mutter gezeigt hat, dass ihre Kinder an den heiligen Riten "tätig, bewusst und ehrfurchtsvoll" teilnehmen können, so hat das, was rechtskräftig bestimmt wurde, dennoch bereits kirchenrechtliche Autorität. Dem müssen alle aus Gewissenspflicht Gehorsam leisten; dies um so mehr, als es sich um Gesetze handelt, durch die die heiligste aller Handlungen geregelt wird.

487 Niemandem ist es erlaubt, zum Zweck eines Experimentes Neues in die Liturgie einzuführen. Dies würde dem göttlichen Kult und den Gläubigen schweren Schaden zufügen. Denn nach der Konstitution über die Heilige Liturgie (Vgl. Art. 40,2: ebd., 111) ist es einzig und allein Sache des Heiligen Stuhles, Experimente zu gestatten.

Dies wäre es, was Wir, verehrte Brüder und geliebte Söhne, euch sagen wollten, die ihr das Verständnis öffnet für die Kirche, die in ihren heiligen Riten jubelt, betet und lehrt. Wir wünschen, dass das so schwierige, aber überaus vorzügliche Werk, welches eurem Geist und eurem Fleiß anvertraut ist, zu Gottes Ehre und zum wahren Nutzen und innerem Wachstum des Gottesvolkes gereiche. Dazu verhelfe der Apostolische Segen, den Wir euch, die ihr hier zugegen seid, und allen euren Mitarbeitern gerne im Herrn erteilen.

23. Januar 1968: Einige Normen für die Übertragung des "Graduale Simplex" in die Volkssprache

Mitteilung des "Consiliums" an die Vorsitzenden der nationalen liturgischen Kommissionen hinsichtlich einiger Normen für die Übertragung des "Graduale Simplex" in die Volkssprache.

27. Januar 1966: Die Herausgabe liturgischer Bücher:

Dekret "Cum, nostra aetate" "über die Herausgabe liturgischer Bücher", "De editionibus librorum liturgicorum" (AAS 58 [1966] 169-171) unterzeichnet von A. M. Kardinal Larraona, Präfekt der Ritenkongregation, J. Kardinal Lercaro, Vorsitzender des "Consilium", und F. Antonelli, Sekretär der Ritenkongregation. Lateinischer Text: AAS 58 (1966) 169-171; N 2 (1966) 172-174; EL 80 (1966) 232 f; EV 11, 596-602. Deutscher Text: DEL 1, S. 313-315.

580 Da zur Zeit fast überall neue Ausgaben der liturgischen Bücher, besonders in der Muttersprache, erarbeitet werden, scheint es angebracht, die folgenden Normen aufzustellen, mit denen die geziemende Würde der liturgischen Bücher sichergestellt werden soll; gemäß alter kirchlicher Tradition sollen so für den Gottesdienst vollkommenere Werke des menschlichen Geistes dargeboten und damit die Gläubigen zur gebührenden Verehrung der heiligen Dinge angeregt werden.

581 1. Als "editio typica" wird die Ausgabe der liturgischen Bücher bezeichnet, die nur den lateinischen Text wiedergibt und aufgrund eines Dekretes der Ritenkongregation von der Vatikanischen Druckerei herausgegeben wird.

Die Ausgabe der liturgischen Bücher, in denen die muttersprachliche Übertragung entweder mit dem lateinischen Text oder allein enthalten ist und die als Schrift der Bischofskonferenz in einer Nation veröffentlicht wird, wird ebenfalls "editio typica" genannt. Das Dekret, durch das eine solche Ausgabe als "typica" erklärt wird, wird vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz oder auf dessen Anordnung vom Vorsitzenden der nationalen Liturgischen Kommission erlassen. In diesem Dekret soll die Konfirmation des Textes durch den Apostolischen Stuhl erwähnt werden.

582 2. Das Recht zur Anfertigung von Ausgaben "iuxta typicam":

a) die Anfertigung von Büchern, die nur den lateinischen Text wiedergeben, bleibt jenen Herausgebern vorbehalten, die im Besitz einer päpstlichen Genehmigung sind;

b) für die Herausgabe der Bücher, die zugleich den lateinischen und den muttersprachlichen oder nur den muttersprachlichen Text enthalten, kann dieses Recht von der Bischofskonferenz jeder Nation den von ihr ausgesuchten Herausgebern verliehen werden.

583 3. Es empfiehlt sich, dass in jeder Nation die Bischofskonferenz unter Berücksichtigung der Vorschriften des bürgerlichen Rechts und der in dem Land herrschenden Gepflogenheiten für die Herausgabe von Büchern bestimmt, welchen Herausgebern die Aufgabe übertragen wird, Bücher mit dem muttersprachlichen Text für den liturgischen Gebrauch herauszugeben.

584 4. Die für den liturgischen Gebrauch bestimmten Bücher sollen in Format, Ausschmückung und ihrem gesamten Druck so würdig und passend sein, wie es sich für liturgische Bücher geziemt.

585 5. Die Ausgaben des Messbuches und des Breviers, die für den liturgischen Gebrauch bestimmt sind und die muttersprachliche Übertragung enthalten, sollten nach der Norm Nr. 57 und 89 der Instruktion (Inder oecumenici) der Ritenkongregation vom 26.9.1964 auch den lateinischen Text wiedergeben.

Die gleiche Vorschrift gilt auch für entsprechende Ausgaben des Römischen Pontifikale.

586 6. Die muttersprachliche Übertragung soll nur in jenen Teilen zum lateinischen Text hinzugefügt werden, die aufgrund des Dekretes der Bischofskonferenz in der Muttersprache vorgetragen werden dürfen.

587 7. Kurze Hinweise, die vom Priester oder den Zuständigen gesprochen werden (vgl. Konstitution über die heilige Liturgie, Art. 35,3) und die manchmal passenderweise einigen Teilen der Riten vorangestellt sind, sollen deutlich vom liturgischen Text unterschieden werden.

588 8. Voraussetzung für den Beginn des Druckes der für den liturgischen Gebrauch bestimmten Bücher ist:

a) bei Büchern, die nur den lateinischen Text enthalten, muss eine Genehmigung der Ritenkongregation vorliegen und zugleich mit der Güterverwaltung des Heiligen Stuhls eine Vereinbarung über die Bedingungen zur öffentlichen Verbreitung dieser Bücher getroffen werden;

b) bei Büchern, die den lateinischen zusammen mit dem muttersprachlichen Text oder nur den muttersprachlichen Text enthalten, muss eine Genehmigung des Vorsitzenden der Bischofskonferenz vorliegen und zugleich mit ihm eine Vereinbarung über die Bedingungen für die öffentliche Verbreitung dieser Bücher getroffen werden, sowohl für den Teil, der für den lateinischen Text die Güterverwaltung des Heiligen Stuhls betrifft, als auch für den Teil, der für den muttersprachlichen Text die Bischofskonferenz selbst betrifft (Am 5.8.1966 schickte die Ritenkongregation einen Brief an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen und Liturgischer Kommissionen, in dem sie die von der Güterverwaltung des Heiligen Sfunls erlassenen Ausführungsbestimmungen zu Nr. 8 b bekannt gab).

589 9. Die Übereinstimmung mit der editio typica sowohl des lateinischen als auch des muttersprachlichen Textes, die nach CIC, can. 1390 vom Ortsordinarius festgestellt werden muss, kann nur nach einer sorgfältigen und ausführlichen Uberprüfung bescheinigt werden. (Die folgende Frage wurde vorgelegt: "Besteht noch weiterhin das Amt des von der zuständigen Autorität bestimmten ,Revisors' der liturgischen Bücher, der die Übereinstimmung der editio typica einer Übertragung in die Muttersprache mit der ursprünglichen Ausgabe, das heißt mit der lateinischen editio typica feststellen soll?" In N 9 (19'73) 154 wird fogendermaßen geantwortet: Affirmativ; die Übereinstimmung mit der lateinischen editio typica ist mit dem Namen des Revisors oder der Revisoren und dem Namen des Bischofs, der das "Imprimatur" erteilt, in der muttersprachlichen Ausgabe zu erwähnen)

590 10. Die Normen dieses Dekretes beziehen sich - abgesehen von den unter Nr. 5 genannten - auf die für den liturgischen Gebrauch bestimmten Ausgaben des Römischen Breviers, des Römischen Messbuchs, des Römischen Rituale, des Römischen Pontifikale, des Römischen Martyrologium und des Caeremoniale Episcoporum und ebenfalls auf die Bücher des Gregorianischen Gesangs; dies gilt sowohl für Gesamt- als auch für Teilausgaben.

591 11. Damit aber ein Zentrum besteht, bei dem eine Einsichtnahme in alle liturgischen Texte, die auf der ganzen Welt in Gebrauch sind, möglich ist, mögen die hochwürdigsten Vorsitzenden der Bischofskonferenzen:

a) dem "Consilium" die Namen der Herausgeber nennen, denen die Aufgabe der Veröffentlichung der liturgischen Ausgaben übertragen worden ist;

b) dafür sorgen, dass zwei Exemplare der liturgischen Ausgaben, die in ihrem Gebiet herausgegeben werden, an das Sekretariat des "Consilium" geschickt werden.

Die Übertragung des Römischen Kanons, S. 512-513:

10.8.1967 Mitteilung des Sekretärs des "Consilium" H. Bugnini an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen "über die volkssprachlichen Fassungen des Römischen Kanons". Die Mitteilung ist in sechs Sprachen verfasst und vom "Consilium" in französischer Sprache veröffentlicht worden. Französischer Text: N 3 (1967) 326 f; EV 11, 1270-1272. Deutscher Text: eÜ.

983 Unmittelbar nachdem der Heilige Stuhl dem Gebrauch der Volkssprache für den Messkanon zugestimmt hatte, hat das "Consilium" die Studiengruppen der gemischten Kommissionen und der nationalen Liturgischen Kommissionen zur Vorbereitung der notwendigen Übersetzungen eingeladen. Da es sich um den wichtigsten liturgischen Text handelt, der das Kernstück der Messe betrifft, erfordert die Übersetzungs- und Revisionsarbeit notwendigerweise einige Zeit.

Darüber hinaus ist .. es der Wunsch des Heiligen Stuhls, dass die verschiedenen Übersetzungen des Römischen Kanons untereinander sich entsprechen, um auf diese Weise zumindest für diesen so heiligen Text der eucharistischen Feier eine gewisse Übereinstimmung zu bewahren.

Damit einerseits die Arbeit sich in der nötigen Ruhe und in Übereinstimmung mit den bereits erlassenen Direktiven abspielt und andererseits der Klerus nicht zu lange auf die praktische Durchführung der überall gewünschten Erlaubnis warten muss, habe ich die Ehre, Euer Exzellenz aufgrund einer "allerhöchsten Entscheidung" von seiten Seiner Eminenz des Kardinals Giacomo Lercaro, dem Vorsitzenden des "Consilium", und mit Zustimmung der anderen kompetenten Organe des Heiligen Stuhls folgendes mitzuteilen:

984 1. Die sich in Vorbereitung befindende Fassung - eine einzige für mehrere Länder mit gleicher Sprache - soll getreu den Text des Römischen Kanons wiedergeben ohne Änderungen, Auslassungen und Hinzufügungen, die sie vom lateinischen Text unterscheiden würden.

985 2. Die Sprache soll die sein, die normalerweise in den liturgischen Texten gebraucht wird. Dabei sind zu antiquierte oder zu moderne Formen zu vermeiden.

986 3. Der Sprachstil soll rhythmisch geprägt sein, um das Sprechen und Singen zu erleichtern.

987 4. Damit ein ausreichender Zeitraum für die Revision und Approbation der von den Bischofskonferenzen vorbereiteten Fassungen bleibt, und da auch auf die notwendige Einheitlichkeit zwischen den verschiedenen Texten geachtet werden muss, können die Bischofskonferenzen, solange es keine offizielle Übersetzung gibt, "ad interim" eine der Übersetzungen, die sich mit Zustimmung der kirchlichen Autorität schon in Gebrauch befinden, approbieren und zulassen. Die zugelassene, wohlgemerkt provisorische Übersetzung soll für jede Nation einheitlich sein.

988 5. Es ist der Wunsch des Heiligen Vaters, dass die Messbücher, sowohl für die Werktage als auch für die Sonn- und Feiertage, in einer Gesamt- oder Teilausgabe immer den lateinischen Text neben der muttersprachlichen Fassung enthalten, entweder in zwei Spalten oder auf zusammengehörigen Seiten, und nicht etwa in Faszikeln oder getrennten Büchern, gemäß der Instruktion "Inter Oecumenici" vom 26.9. 1964, Nr. 57 und 98 und dem Dekret der Ritenkongregation über die Herausgabe der liturgischen Bücher vom 27. 1. 1966, Nr. 5.

In der Hoffnung, dass die äußerst schwierige Arbeit der Vorbereitung und der Revision der Übertragungen des ehrwürdigen Römischen Kanons zu einer vollkommeneren Darstellung des Textes im Hinblick auf ein besseres Verstehen und zum Vorteil für die Frömmigkeit der Gläubigen diene, verbleibe ich mit dem Ausdruck der Verehrung und Hochachtung.

15. September 1969: Zur Übertragung liturgischer Texte:

Erklärung der Kongregation für den Gottesdienst zu den muttersprachlichen Übertragungen neuer liturgischer Texte. Lateinischer Text: N 5 (1969) 333 f; EL 83 (1969) 500 f; EV III, 962-964. Deutscher Text: DEL 1, S. 848-850.

1963 Mehrere Liturgische Kommissionen, die mit der muttersprachlichen Übertragung liturgischer Texte beauftragt sind, haben bei dieser Kongregation angefragt, ob die Texte der erneuerten Riten, die gedruckt schon herausgegeben oder noch herauszugeben sind, unverändert wiedergegeben werden müssen oder ob sie bei den muttersprachlichen Übertragungen gekürzt werden können.

Die Antwort auf diese Frage ist, wenigstens hinsichtlich der Riten der Sakramente, eindeutig in der Konstitution über die heilige Liturgie, Art. 63 b, enthalten: "Bei der Schaffung ... [der] Ritualien oder besonderer Ritensammlungen sollen Unterweisungen, wie sie im Römischen Rituale den einzelnen Riten vorausgeschickt werden, nicht ausgelassen werden, mögen sie nun die Seelsorge oder die Rubriken betreffen oder eine besondere soziale Bedeutung haben."

Das gleiche gilt für die anderen Bücher: die offiziellen Ausgaben zum Gebrauch des Priesters oder des zuständigen Ministers müssen alles enthalten, was im offiziellen lateinischen Text steht; ausgenommen von dieser Regelung sind Broschüren und Blätter für den Gebrauch der Gläubigen. (a)

1964 Die Begründung dieser Norm besteht vor allem darin, dass die vermehrten spirituellen Reichtümer der gegenwärtigen liturgischen Erneuerung sich besonders finden:

1) in den pastoralen Anweisungen, die den Riten vorangestellt oder in sie eingefügt sind;

2) in der reichen Fülle der biblischen Texte, der Formulare und Gebete, die zur Auswahl angeboten werden.

Wenn sie ausgelassen werden, verfehlt die gesamte liturgische Erneuerung ihr Ziel, und in Kürze geschähe ein Rückfall auf jenen rituellen Formalismus, den die Konstitution des Konzils über die heilige Liturgie als erstes überwinden wollte.

1965 Welches sind nun die Vollmachten der Bischofskonferenzen? Einige sind schon an einzelnen Stellen genannt. Allgemein kann die Arbeit der Konferenzen folgendermaßen umschrieben werden:

1) die biblischen Reichtümer und die Gebetstexte der erneuerten Riten zu erhalten und zu vermehren. Daher können sie auch Formeln hinzufügen, die vielleicht dem Denken und der Mentalität des eigenen Volkes besser entsprechen. Zudem soll eine neue Formel durch ein besonderes, unterscheidendes Zeichen abgehoben werden, damit sie eindeutig als Eigenteil des Rituales dieser Nation erkennbar wird;

2) die Riten zu bestimmen, die von den Rubriken den Bischofskonferenzen zur Regelung anheimgestellt sind;

3) aufmerksam und wohlwollend zu erwägen, ob ein Ritus weniger den Bräuchen und dem Denken des Volkes entspricht; oder ob in den örtlichen Bräuchen oder Traditionen etwas enthalten ist, was geeignet ist, "zur Liturgie zugelassen zu werden", wenn es nur nicht mit heidnischem Aberglauben und Irrtümern verflochten ist und mit den Grundlagen des wahren und echten liturgischen Geistes übereinstimmt (vgl. Konstitution über die heilige Liturgie, Art. 37 und 40).

(a) Auf einige vorgelegte Fragen über die Wahrung der Unversehrtheit bei der Herausgabe der liturgischen Bücher wird in N 9 (1973) 153 f folgendermaßen geantwortet:

"Müssen auch die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch, die Allgemeine Einführung in das Stundenbuch und die Vorbemerkungen zu den einzelnen Riten gedruckt werden?"

Affirmativ, weil die Vorbemerkungen und die Einführungen zum Verständnis des Geistes der erneuerten Riten notwendig sind und ohne sie die Veränderungen, Hinzufügungen und die Änderungen im theologischen und praktischen Gehalt nicht zu verstehen sind.

"Müssen alle Rubriken übernommen werden?"

Affirmativ; alle und jede einzelne Rubrik muss übernommen werden; sie können zwar erweitert, nicht aber verkürzt werden. Denn die vollständigen Strukturen der liturgischen Handlung bleiben eine Hilfe.

"Müssen die zusätzlichen Gebets- und Bibeltexte übernommen werden?"

Affirmativ, denn sie gehören zu den wertvollen Reichtümern der liturgischen Erneuerung. Die Auswahl dieser Texte wird in den meisten Fällen dem Urteil des Zelebranten überlassen, der die Liturgie der liturgischen Versammlung, der er vorsteht, durch die Auswahl besser geeigneter Texte anpassen muss. Wenn sie aber nicht in dem Buch zu finden sind, wird die freie Wahl des Zelebranten eingeschränkt, und die Feier verarmt.

"Müssen Teile, die dem Urteil der Bischofskonferenzen überlassen sind, aufgenommen werden?"

Affirmativ. Alle, besonders die Priester, sollen wissen, was ihnen überantwortet wird und was in der Kompetenz der Bischofskonferenzen verbleibt. Auf diese Weise werden die Strukturen deutlicher, derer sich die Bischofskonferenzen bei ihren Entscheidungen und Vorschlägen bedienen.

"Müssen alle Dekrete der Kongregation für den Gottesdienst veröffentlicht werden, durch .. die die offizielle Ausgabe promulgiert oder eine muttersprachliche Übertragung bestätigt wird?"

Die Dekrete, durch die die offiziellen Ausgaben promulgiert werden, sind vollständig zu veröffentlichen. Die Dekrete, durch die die volkssprachlichen Übertragungen bestätigt werden, können entweder vollständig veröffentlicht werden, oder es kann in wenigen Worten erklärt werden, dass jene volkssprachliche Übertragung an jenem Tage bestätigt worden ist, mit Angabe der Protokollnummer des heiligen Dikasteriums.

6. Februar 1970: Einheitliche Fassung liturgischer Texte:

Neue Bestimmungen der Kongregation für den Gottesdienst bezüglich der einheitlichen Fassung muttersprachlicher liturgischer Texte. Lateinischer Text: N 6 (1970) 84 f; EV III, 1252-1254. Deutscher Text: DEL 1, S. 895-896.

2050 Bei der Bestätigung der Akten der Bischofskonferenzen, die sich auf die Muttersprache beziehen, hat der Apostolische Stuhl sorgfältig auf die Einheit liturgischer Texte innerhalb eines Sprachgebietes geachtet; deshalb hat er die Einrichtung "gemischter" Kommissionen verschiedener Bischofskonferenzen gefördert, damit eine einheitliche Fassung der muttersprachlichen liturgischen Texte erstellt wurde (vgl. Brief seiner Eminenz Kardinal Lercaro vom 16.10. 1964: N 1 [1965] 195; Ansprache Papst Pauls VI. an die Teilnehmer des Kongresses über die muttersprachlichen Übertragungen liturgischer Texte vom 10.11.1965: N 1 [1965] 380).

Was unter großer Mühe von den gemischten Kommissionen erstellt worden ist, zeigt die Vorteile und den Nutzen dieser Zusammenarbeit (vgl. Instruktion über die muttersprachlichen Fassungen der liturgischen Texte für den Gemeindegottesdienst vom 25.1. 1969, Nr. 41: N 5 [1969] 11). Dennoch können gewisse Schwierigkeiten bezüglich der von den gemischten Kommissionen erstellten Übertragungen, die den Bedürfnissen der verschiedenen Völker angepasst werden müssten, nicht verkannt werden; sie erwuchsen vor allem daraus, dass die oben angeführten Dokumente eine einzige muttersprachliche Fassung aller liturgischen Texte forderten.

2051 Daher hat mit Rücksicht auf die wiederholt vorgetragenen Bitten einiger Bischofskonferenzen der Papst bestimmt, dass die Einheitlichkeit nur zu wahren sei im Text der Messordnung und in den Teilen, die die unmittelbare Teilnahme des Volkes verlangen.

Diese neue Bestimmung ist direkt den Bischofskonferenzen der portugiesischen Sprache (12. 11. 1968, Prot. Nr. 2578/68) und der spanischen Sprache (5. 8. 1969, Prot. Nr. 905/69) mitgeteilt worden; den übrigen wurde sie in der Instruktion über die schrittweise Einführung der Apostolischen Konstitution "Missale Romanum" vom 20. 10. 1969, Nr. 4 (N 5 [1969] 420) vorgelegt.

Um die Beziehungen zwischen den gemischten Kommissionen und den Bischofskonferenzen zu klären und zu erleichtern, wird über das hinaus, was in der oben genannten "Instruktion über die muttersprachlichen Fassungen der liturgischen Texte für den Gemeindegottesdienst", Nr. 4, gesagt worden ist, folgendes endgültig bestimmt:

2052 1. Eine einzige Fassung soll bestehen:

a) für alle Teile der Liturgie, die die unmittelbare Beteiligung des Volkes verlangen, wie z. B. in Akklamationen, Antworten und Dialogen;

b) in der Messe für die Teile, die zur Messordnung gehören;

c) im Stundengebet für die Psalmen, Hymnen, Bitten und Fürbitten von Laudes und Vesper.

2053 2. Für die anderen liturgischen Texte wird eine einzige Fassung empfohlen; doch können die einzelnen Bischofskonferenzen, wo eine wirkliche Notwendigkeit besteht, entweder eine gemeinsame Fassung anpassen oder eine neue Fassung anfertigen.

2054 3. Die oben in Nr. 1 genannten Texte müssen von allen Bischofskonferenzen, die zu ihrem Gebrauch verpflichtet sind, approbiert werden, ehe diese Texte vom Apostolischen Stuhl bestätigt werden. Von dieser Approbation der Bischofskonferenzen wird diese Kongregation durch den Bericht des Vorsitzenden der gemischten Kommission informiert.

2055 Diese neue Ordnung vermindert nicht die Vorteilhaftigkeit und die Nützlichkeit der gemeinsamen Arbeit der gemischten Kommissionen. Im Gegenteil möchte sie die Abstimmung zwischen den Bischofskonferenzen über die in derselben Sprache erstellten liturgischen Texte erleichtern. Diese Kongregation wünscht es sehr, dass die Tätigkeit der gemischten Kommissionen mit reicher Frucht fortgeführt werde.

25. Februar 1970: Über die Herausgabe liturgischer Bücher:

Brief der Kongregation für den Gottesdienst an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen und Liturgischen Kommissionen über die Herausgabe liturgischer Bücher. Der Brief wurde in sechs Sprachen herausgegeben. Französischer Text: Enchiridion, 662 f. Deutscher Text: DEL 1, S. 897-898.

2056 Während diese Kongregation die Veröffentlichung der gemäß dem Willen des 2. Vatikanischen Konzils neu bearbeiteten liturgischen Bücher beendet und in allen Ländern intensive Arbeiten zur Übertragung dieser Texte in die Muttersprachen im Gange sind, möchte ich den Bischofskonferenzen einige Modalitäten zur Beachtung unterbreiten, die sich auf den Druck der liturgischen Bücher beziehen.

Vor der Veröffentlichung der muttersprachlichen Ausgaben war der Druck der lateinischen Texte "iuxta typicam" den "päpstlichen Verlegern" vorbehalten, und er unterlag den besonderen Normen, die von der Ritenkongregation in dem Dekret "De facultate edendi libros liturgicos" (" Über die Vollmacht der Herausgabe liturgischer Bücher") vom 10. August 1946 aufgestellt worden waren und an die dasselbe Dikasterium am 23. November 1955 erinnerte.

Diese Normen sahen auch vor, dass die Verleger die notwendigen Übereinkünfte mit der Güterverwaltung des Heiligen Stuhls in Fragen der Verwaltung trafen.

2057 Die neue Situation, die durch die Veröffentlichung zweisprachiger liturgischer Bücher entstanden ist, wird in dem Dekret der Ritenkongregation "De editionibus librorum liturgicorum" ("Die Herausgabe liturgischer Bücher") vom 27. Januar 1966 (AAS 58 [1966] 169-171) geregelt. Dort wird bestimmt, dass die Verleger, die von den Bischofskonferenzen mit der Veröffentlichung der liturgischen Bücher betraut sind, die Verwaltungsangelegenheiten mit der Güterverwaltung des Heiligen Stuhls bezüglich des lateinischen Textes und mit den Bischofskonferenzen bezüglich der muttersprachlichen Texte regeln müssen. Der prozentuale Anteil für den lateinischen Text war vom Heiligen Stuhl auf 1,50 % des gesamten Preises jedes Bandes festgelegt worden (Briefe der Güterverwaltung des Heiligen Stuhls vom 10. September 1966 und 8. Januar 1968).

Die Anwendung der oben genannten Verwaltungsbestimmungen hat einige Schwierigkeiten mit sich gebracht. Andererseits hat diese Kongregation von der Verpflichtung befreit, in den neuen Messbüchern den lateinischen Text neben dem muttersprachlichen Text zu veröffentlichen (10. November 1969: N 5 [1969] 442 f).

2058 Indessen erscheint es mir gerechtfertigt, auch die Anstrengungen des Heiligen Stuhls zur Verwirklichung der Liturgiereform in Betracht zu ziehen: Beratungen von Bischöfen und Experten, Studienzusammenkünfte und Vollversammlungen, vorbereitende Pläne und Studien und zuletzt die Herausgabe der liturgischen Bücher in lateinischer Sprache.

Es scheint mir gerechtfertigt, sich an den vom Heiligen Stuhl getragenen Kosten zu diesem Werk, das für die ganze Kirche gemeinsam von Interesse und von Nutzen ist, zu beteiligen. Wenn ich die neue Situation betrachte, die inneren Schwierigkeiten mehrerer Länder und die Last, die vom Heiligen Stuhl getragen wurde, erlaube ich mir, Ihre Bischofskonferenz zu befragen, wie das Problem in einer gleichzeitig für den Heiligen Stuhl als auch für die Bischofskonferenzen genehmen Weise gelöst werden kann.

In Erwartung Ihrer liebenswürdigen Antwort, für die ich dankbar wäre, wenn Sie sie mir bis zum 30. April 1970 zukommen ließen, möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihrer Exzellenz meine ehrfurchtsvolle Achtung zu entbieten.

15. Mai 1970: Über die Herausgabe liturgischer Bücher:

Erklärung der Kongregation für den Gottesdienst über die Herausgabe liturgischer Bücher. Lateinischer Text: N 6 (1970) 153. Deutscher Text: DEL 1, S. 915.

2081 Einige nationale Liturgische Kommissionen haben angefragt:

1. ob in den muttersprachlichen Ausgaben der Name des Autors oder der Autoren, die diese erarbeitet haben, vermerkt werden können, oder ob sie anonym bleiben sollen;

2. ob die Urheberrechte (Copyright) der einen oder anderen privaten Person oder dem Herausgeber übertragen werden können, oder ob es notwendig ist, dass sie in der Hand der Bischofskonferenz oder der nationalen Liturgischen Kommission verbleiben.

Nach reiflicher Überlegung und Anhörung von Sachverständigen mehrerer Länder erklärt die Kongregation für den Gottesdienst folgendes:

Zum ersten: alle muttersprachlichen Ausgaben jedes Dokuments oder liturgischen Textes sollen auf jeden Fall anonym sein, wie es auch für die Texte in lateinischer Sprache geschieht, die von Amts wegen unter dem Namen und der Autorität dieser Kongregation herausgegeben worden sind; der Name der Verfasser darf in den liturgischen Büchern, die vom Zelebranten oder den Ministri am Altar benutzt werden, nicht angegeben werden, weder im Text noch in der Einleitung;

Zum zweiten: die Urheberrechte aller Ausgaben müssen bei der Bischofskonferenz oder der nationalen Liturgischen Kommission verbleiben.

11. November 1971: Übergangsbestimmungen für den Gebrauch liturgischer Texte:

Übergangsbestimmungen ("ad interim") für die Feier der Messe und des Stundengebetes, vor allem mit Gesang, veröffentlicht von der Kongregation für den Gottesdienst (Am 3. 3. 1972 hat die Kongregation für den Gottesdienst diese Normen auf die besonderen Offizien des Gründonnerstags, des Karfreitags, des Karsamstags und der Osteroktav angewendet: vgl. N 8 (1972) 96-99). Lateinischer Text: N 7 (1971) 379-383; EV IV, 730-740; NaDo 31 (1972) 88-98. Deutscher Text: DEL 1, S. 1100-1104; NaDo 31 (1972) 89-99; HID 26 (1972) 36-39; SKZ 140 (1972) 256 f.

I. DAS STUNDENGEBET

2623 Nach dem Erscheinen des neuen Stundengebetes müssen noch die Bücher für die Feier des Stundengebetes in lateinischer Sprache mit Gesang herausgegeben werden. Die Gottesdienstkongregation arbeitet daran, doch wird die Fertigstellung noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Einige Gemeinschaften von Kanonikern und Religiosen, die das Stundengebet ganz oder teilweise gesungen in lateinischer Sprache zu feiern wünschen, haben angefragt, ob sie bei vorläufiger Weiterverwendung des Römischen Breviers und des Antiphonale sacrosanctae Romanae Ecclesiae pro diurnis Horis Pius' X. die erneuerte Struktur des Stundengebetes zugrunde legen könnten.

Die gleiche Anfrage wurde auch von solchen vorgelegt, die die volkssprachlichen Ausgaben des Stundengebetes erwarten oder die lateinischen Bücher nicht zur Verfügung haben können, sich aber auch nach der neuen Ordnung des Stundengebetes richten möchten, sei es für das gemeinsame Stundengebet oder auch für das Gebet des einzelnen.

Deshalb legt die Gottesdienstkongregation mit Zustimmung des Papstes die nachstehende Aufstellung vor. Sie kann zur Anpassung der Feier an das neue Stundengebet bis zum Erscheinen der neuen Bücher für das Stundengebet im Chor, in Gemeinschaft oder des einzelnen angewendet werden.

2624 Bei diesem Schema zur Anpassung des alten Breviers an das neue Stundengebet handelt es sich wohlgemerkt um einte vorläufige Regelung, die den besonderen Umständen des Übergangs Rechnung tragen möchte. Es handelt sich keineswegs um einen Ersatz des neuen Stundengebetes, das sobald wie möglich unverkürzt eingeführt werden soll, und zwar sowohl wegen seines geistlichen Reichtums, wegen der Änderungen in der neuen Ausgabe als auch wegen der eindeutigen und klaren Vorschrift der Kirche (vgl. Apostolische Konstitution Laudis canticum).

Die Reform hat sich ja nicht zum Ziel gesetzt, das Gebet zu verkürzen; ihre Absicht war vielmehr, das andächtige, aufmerksame und gesammelte Beten, mit Zeiten der Stille, mit feierlicher Teilnahme der Gemeinde, zu fördern und die Einhaltung der entsprechenden Gebetszeiten zu erleichtern.

Es wird sicher auch Gemeinschaften geben, in denen ohne Schwierigkeiten wenigstens ein Exemplar des neuen Buches zur Verfügung steht; in das Stundengebet ganz neu eingeführte Teile wie Lesungen, Orationen und Preces könnten dann von einem einzelnen den übrigen Teilnehmern vorgetragen werden.

Zum Invitatorium
2625 Das Invitatorium hat seinen Platz ganz am Anfang des täglichen Gebetes und steht daher entweder am Beginn der Lesehore oder am Beginn der Laudes, je nachdem womit die Liturgie des Tages beginnt. Das Invitatorium besteht aus dem Vers: Domine labia und dem Psalm mit seiner Antiphon.

Zur Lesehore
2626 V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja (außerhalb der österlichen Bußzeit). Wenn die Lesehore vor den Laudes gehalten wird, wird ihr das Invitatorium vorangestellt wie oben angegeben.

Morgenhymnus
Psalmodie: drei Psalmen mit ihren Antiphonen Einführungsvers zu den Lesungen ohne Vater unser Die Lesungen werden folgendermaßen gehalten:

a) Beim Offizium mit drei Nokturnen werden die drei Lesungen der ersten Nokturn zu einer einzigen biblischen, die drei Lesungen der zweiten Nokturn zu einer einzigen patristischen Lesung zusammengezogen.

Jeder Lesung folgt das Responsorium, das frei ausgewählt werden kann; die zweite Lesung hat auch dann ein Responsorium, wenn der Hymnus Te Deum verwendet wird.

b) Wenn ein Offizium nur eine Nokturn hat, wird nur eine biblische Lesung verwendet, wie oben angegeben und gegebenenfalls die hagiographische Lesung.

Der Hymnus Te Deum, der nur an den Sonntagen außerhalb der österlichen Bußzeit, an den Tagen innerhalb der Oster- und Weihnachtsoktav und an Hochfesten und Festen verwendet wird, kann mit dem Vers aeterna fac ... beendet werden. Tagesgebet
V. Benedicamus Domino. R. Deo gratias.

Zu den Laudes
2627 V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja.
Wenn die Laudes als erste Gebetsstunde des Tages gefeiert werden, entfällt dies. Stattdessen wird das Invitatorium verwendet.

Hymnus
Psalmodie: einer von den drei ersten Psalmen, Canticum und der letzte Psalm der Laudes mit ihren Antiphonen Capitulum ohne R. Deo gratias Responsorium breve der Prim oder der Terz unter Auslassung von V. und R. Benedictus mit seiner Antiphon
Als Preces werden einige Anrufungen oder Verse aus den Ferialpreces der Laudes genommen.
Vater unser. Tagesgebet ohne Oremus

Wenn ein Priester oder Diakon anwesend ist, segnet er die Gemeinde wie in der Messfeier und entlässt sie mit den Worten Ite in pace. R. Deo gratias.

In Abwesenheit eines Priesters oder Diakons oder beim Gebet eines einzelnen wird geschlossen mit den Worten: Dominus nos benedicat, et ab omni malo defendat, et ad vitam perducat aeternam. R. Amen.

Zur Mittleren Hore
2628 V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja. Hymnus, Psalmen und Kapitel der Terz, Sext oder Non, je nach dem Zeitpunkt der Feier. Das Responsorium breve entfällt, nur die folgenden V. und R. werden genommen.
Tagesgebet mit Oremus und kurzer Schlussformel
V. Benedicamus Domino. R. Deo gratias.

Zur Vesper
2629 V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja.
Hymnus
Psalmodie: drei von den fünf angegebenen Psalmen mit ihren Antiphonen An Sonntagen müssen die beiden Psalmen 109 Dixit Dominus und 113 In exitu (bis zum Vers non nobis, Domine ausschließlich) unter den drei ausgewählten sein.
Capitulum ohne R. Deo gratias
Responsorium breve der Sext oder der Non unter Auslassung von V. und R.
Magnificat mit seiner Antiphon
Fürbitten aus den Anrufungen des letzten Teils der Allerheiligenlitanei
Vater unser, Oration, Segen und Entlassung wie in den Laudes

Zur Komplet
2630 V. Deus in adjutorium. Gloria. Alleluja.
Eine Gewissenserforschung wird empfohlen; bei der Feier in Gemeinschaft kann sie in einen Bußakt nach den Vorlagen für die Messfeier eingefügt werden.
Hymnus: Te lucis
Psalmodie:
a) an Sonntagen und Hochfesten: der erste und dritte (oder nur der zweite) Psalm der Sonntagskomplet.
b) an den übrigen Tagen: einer der Psalmen der Komplet vom Tage. Jedoch kann man immer auch die Psalmen vom Sonntag gemäß Nr. 88 der Allgemeinen Einführung in das Stundengebet nehmen.
Capitulum, Responsorium breve unter Auslassung von V. und R.; Antiphon und Nunc dimittis; Oration mit Oremus und kurzer Schlussformel

Segen: Noctem quietam, wie zu Beginn der Komplet. Marianische Antiphon: zur Osterzeit Antiphon Regina coeli. Außerhalb der Osterzeit kann ausgewählt werden zwischen den Antiphonen Alma redemptoris mater, Ave regina caelorum, Salve regina oder Sub tuum praesidium oder anderen von den Bischofskonferenzen zugelassenen Texten.
Der Vers, die Oration und das Divinum auxilium entfallen.

II. DIE MESSFEIER

2631 Bis zur Veröffentlichung des im Druck befindlichen "Ordo cantus Missae" können diejenigen, die eine Messfeier mit gregorianischem Gesang halten möchten, das überlieferte Repertoire, wie es sich im Graduale Romanum Pius' X. findet, weiter benutzen.
Man beachte jedoch:
1. Bezüglich der letzten Sonntage im Jahreskreis: An Stelle der Gesänge, die für den 23. Sonntag nach Pfingsten angegeben sind, kann man die Gesänge jedes beliebigen Sonntags im Jahreskreis verwenden; das Proprium kann auch aus Gesängen verschiedener Sonntage derselben Zeit zusammengesetzt werden.
Das gleiche gilt für die Sonntage, die dem dritten Sonntag nach Epiphanie folgen.
2. Für Heiligenmessen können die Gesänge des Graduale Romanum oder besser geeignete Gesänge aus dem Commune Sanctorum verwendet werden.

25. Oktober 1973: Zur Übertragung liturgischer Texte:

Rundschreiben der Kongregation für den Gottesdienst an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen "über die Normen bei der Übersetzung und der Herausgabe der liturgischen Bücher in den modernen Sprachen", wegen der Vakanz der Stelle des Kardinalpräfekten der Kongregation "im besonderen Auftrag des Papstes" vom Staatssekretär J. Kardinal Willst und vom Sekretär der Ritenkongregation A. Bugnini unterzeichnet. Lateinischer Text: AAS 66 (1974) 98 f; N 10 (1974) 37 f; EV IV, 1700-1702. Deutscher Text: DEL 1, S. 1303-1305.

3110 Während auf der ganzen Erde die Liturgischen Kommissionen sich in lobenswertem Eifer mit den zu erarbeitenden Übertragungen der liturgischen Bücher beschäftigen, die in die modernen Sprachen übersetzt und veröffentlicht werden sollen, hat diese Kongregation für den Gottesdienst mehr und mehr die Normen entwickelt, anhand derer sie die bei ihr eingereichten Texte gemäß der Konstitution des 2. Vatikanischen Konzils über die heilige Liturgie (Art. 36 § 3) und der Instruktion "Inter Oecumenici" vom 26.9. 1964 (Nr. 40) "konfirmiert". Dies erleichtert die Arbeit und bewirkt, dass die liturgische Erneuerung schneller zur Ausführung gelangt.

Jetzt aber erscheint es mir angebracht, Ihnen die in dieser Sache zu beachtenden Richtlinien zur Kenntnis zu geben, die kürzlich erlassen worden sind:

3111 1. Der Papst behält sich die Vollmacht vor, alle volkssprachlichen Übersetzungen der sakramentalen Worte direkt zu approbieren. Die Übersetzung dieser Worte in die bedeutenden Sprachen unserer Zeit (Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Holländisch, Italienisch, Portugiesisch) wird von dieser Kongregation in Beratung mit den betroffenen Bischofskonferenzen erstellt.

3112 2. Die in die Volkssprachen übertragenen sakramentalen Worte müssen nicht nur in jeder Hinsicht die richtige theologische Lehre wiedergeben, sondern auch - soweit wie möglich - getreu mit dem lateinischen Text übereinstimmen, der mit größter Mühe und Sorge von den zuständigen Dikasterien erarbeitet worden ist.

3113 3. Für andere Sprachen als die unter Nr. 1 genannten müssen die zuständigen Liturgischen Kommissionen selber eine Übersetzung der sakramentalen Worte erarbeiten. Die Bischofskonferenzen sollen sie nach ihrer Approbation dieser Kongregation vorlegen und dabei ausführlich die Aussagekraft und Bedeutung der einzelnen Worte in einer allgemein bekannten Sprache (z. B. Englisch, Französisch, usw.) erklären.

Wenn nun die Worte, die zum Wesen der Sakramente gehören, nicht wörtlich übersetzt worden sind, sind die Gründe anzuführen, die ihr Abweichen vom lateinischen Text geraten erscheinen ließen.

3114 Diese Normen sollen die Approbation der Texte erleichtern, vor allem wenn es sich um Übersetzungen in solche Sprachen handelt, die mehreren Nationen und deshalb auch mehreren Bischofskonferenzen gemeinsam sind. Diese Kongregation wird vor der definitiven Approbation eines Textes dafür Sorge tragen, dass sie auf die angemessenste Weise sich mit den Konferenzen berät. Ziel ist, dass die in die Muttersprache übertragenen Worte den Bedürfnissen der Gläubigen entsprechen, für die sie bestimmt sind, sowohl hinsichtlich des Verständnisses der Worte und des Stils, als auch ihrer geistlichen Bedürfnisse.


in: Dokumente zur Erneuerung der Liturgie, Band 2:

25. Januar 1974: De approbatione textuum liturgicorum:

Erklärung "Instauratio liturgica" der Kongregation für die Glaubenslehre über die für die Erteilung der Approbation notwendige Sinngemäßheit der Übertragung der sakramentalen Worte, unterzeichnet von Franjo Kardinal Seper, Präfekt, und Jerome Hamer, Sekretär. Lateinischer Text: AAS 66 (1974) 661; N 10 (1974) 395; EV 5, 1704; EL 90 (1976) 498; AKathKR 143 (1974) 459. Deutscher Text: DEL 2, S. 32.

3218 Die durch das Zweite Vatikanische Konzil veranlasste liturgische Erneuerung hat gewisse Änderungen auch in den Worten, die zur Feier der Sakramente wesentlich sind, mit sich gebracht. Diese neuen Worte sollten - wie auch die übrigen - so in die Muttersprachen übertragen werden, dass der ursprüngliche Sinn entsprechend der Eigenart der Sprachen zum Ausdruck käme. Dabei haben sich einige Schwierigkeiten ergeben, die jetzt erkennbar werden, da diese Fassungen von den Bischofskonferenzen dem Apostolischen Stuhl zur Approbation vorgelegt werden. In diesem Zusammenhang erinnert die Kongregation für die Glaubenslehre nochmals daran, dass die Übersetzung der wesentlichen Worte in den Riten der Sakramente den eigentlichen Sinn des maßgebenden lateinischen Textes getreu wiedergeben muss. Mit Bezug darauf wird mitgeteilt:

Der Apostolische Stuhl prüft ordnungsgemäß die vorgelegte muttersprachliche Fassung der sakramentalen Worte; wenn er der Auffassung ist, dass der von der Kirche gemeinte Sinn in ihnen richtig zum Ausdruck kommt, approbiert und konfirmiert er sie; zugleich stellt er fest, dass der Sinn des muttersprachlichen Textes gemäß der Auffassung der Kirche, die durch den lateinischen Originaltext ausgedrückt wird, zu verstehen ist.

Papst Paul VI. hat in der Audienz für den Kardinalpräfekten am 25. Januar 1974 diese Erklärung approbiert.

12. September 1983: Änderungen, des neuen Codex Iuris Canonici:

Dekret der Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst (Sektion für den Gottesdienst) über die Änderungen, die in die liturgischen Bücher gemäß den Normen des neuen Codex Iuris Canonici einzuführen sind (Variationes in libros liturgicos introducendae), unterzeichnet von Josephus Kardinal Casoria, Präfekt, und Virgilio Noe, Sekretär. Dekret: Lateinischer Text: N 19 (1983) 540f. Deutscher Text: VApS 58, 6; DEL 2, S. 799-800.

4784 Nach der Veröffentlichung des Codex Iuris Canonici, mit dessen Hilfe die Kirche ihre Aufgabe entsprechend dem Geist und der Lehre des Zweiten Vatikanischen Konzils besser erfüllen kann, behalten die liturgischen Bücher ihre Geltung, wie can. 2 eben dieses Codex sagt. Wenn dennoch in den liturgischen Büchern Dinge zu finden sind, die den Canones des Codex zuwiderlaufen, so sind diese Dinge zu berichtigen.

Darum hat die Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst für die Erarbeitung einer Anzahl von Änderungen gesorgt, die in Neuausgaben liturgischer Bücher gemäß den Normen des neuen Codex Iuris Canonici einzuführen sind. Die Sektion für den Gottesdienst, die dafür verantwortlich ist, die heilige Liturgie für die ganze lateinische Kirche pastoral und rituell zu ordnen, hat diese Änderungen erarbeitet.

Darauf hat sie dieselbe Kongregation für die Sakramente und den Gottesdienst approbiert und angeordnet, dass sie veröffentlicht werden und dass alle, die es angeht, sie einhalten.

Alles Entgegenstehende ist hiermit aufgehoben.

(Änderungen: Lateinischer Text: N 19 (1983) 541-555. Deutscher Text: VApS 58, 7-44. Die Änderungen selber sind in diesem Band bei Nr. 3602 und 4081 eingearbeitet. Die Änderungen, die sich auf Dokumente von DEL 1 beziehen, werden in DEL 3, Anhang, nach laufender Randnummer aufgeführt)

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