Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen

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Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjährigen nennt sich eine Päpstliche Kommission des Heiligen Stuhls zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch.[1] Juristischer Sitz ist der Vatikanstaat, wo sich das Archiv der Kinderschutzkommission befindet.[2]

Papst Franziskus errichtete die Kommission am 22. März 2014. Damit nahm er ein Vorschlag des im Dezember 2013 im Vatikan tagenden Kardinalsrates für eine Kurienreform an. Es war dessen erste konkrete Frucht des Rates. Der Papst will damit deutlich machen, dass der Schutz von Minderjährigen zu den vordringlichen Aufgaben der Kirche gehört.

Inhaltsverzeichnis

Aufgabe - Statuten

Die Kommission soll vor allem sich um die Betreuung von Missbrauchsopfern kümmern, und für eine entsprechende Schulung kirchlicher Mitarbeiter sorgen. Außerdem sei ihre Aufgabe Modelle pastoraler Hilfe für Missbrauchsopfer zu entwickeln.

Das Gremium beratet den Papst in Fragen des Kinderschutzes und schlägt ihm diesbezüglich Maßnahmen und Initiativen vor, die Anwendung innerhalb der Weltkirche finden sollen. Die Kommission, die maximal 18 Mitglieder für je drei Jahre umfassen soll, habe die Form einer „unabhängigen Institution, die mit dem Heiligen Stuhl verbunden“ sei (Statuten).[3] Am 21. April 2015 traten die Statuten, die von Kardinal Pietro Parolin gebilligt wurden, in Kraft. Sie gelten zunächst für drei Jahre. Vorgesehen sind zwei Tagungen pro Jahr (OR 15. Mai 2015, S. 12).

Mitglieder

Papst Franziskus ernannte acht Mitglieder der Kommission, darunter fünf Laien, unter ihnen vier Frauen. Sie sollen Leitlinien (Statuten) zur Prävention erstellen, die Funktion und die Kompetenzen der Kommission festlegen.

  1. Kardinal Sean Patrick O'Malley OFMCap (von Boston USA; einer der acht des Kardinalsrates)
  2. Hans Zollner (aus Regensburg stammender Jesuit, Psychologe und Psychotherapeut leitet ein Komitee für Kinderschutz an der Päpstlichen Universität Gregoriana)
  3. Hanna Suchocka (frühere polnische Ministerpräsidentin)
  4. Humberto Miguel Yáñez (argentinische Jesuit)
  5. Marie Collins (Dublin, Irland und Missbrauchsopfer, Gründerin einer Opferschutzgruppe)
  6. Dr. Catherine Bonnet (Frankreich)
  7. Prof. Sheila Hollins (Großbritannien)
  8. Prof. Claudio Papale (Italien)

Marie Collins verließ im März 2017 die Kommission wegen „Widerstands einiger Kurienmitglieder“ gegen die Tätigkeit der Kommission und mangelnder Kooperationsbereitschaft. Papst Franziskus nahm den Rücktritt an. Auf Bitte des Kommissionsleiters, Kurienkardinal Seán Patrick O'Malley, wolle sie künftig extern mit der Einrichtung kooperieren. Seit Collins’ Austritt gehört ihr kein Missbrauchsopfer mehr an.[4]

2018 gehören der Kommission an[5][6]:

  • Kardinal Sean Patrick O'Malley OFMCap (Präsident)
  • Gabriel Dy-Liacco (philippinischer Kinder- und Jugendtherapeut)
  • Luis Manuel Ali Herrera (kolumbianische Priester, Psychologieprofessor in Bogota)
  • P. Hans Zollner SJ
  • Hanna Suchocka
  • Kayula Gertrude Lesa (Sambia, Fachfrau für Kinderschutz, Menschenhandel und Flüchtlingsrechte)
  • Hermenegild Makoro (Sekretärin der südafrikanischen Bischofskonferenz, Ordensschwester und Lehrerin)
  • Robert Oliver(USA)
  • Prof. Benyam Dawit Mezmur (Äthiopien, Leiter des Kinderrechts-Komitees der UN, ernannt 2018)
  • Sr. Arina Gonsalves RJM (Religieuses de Jésus-Marie, Schwestern Jesu und Mariens, Indien, ernannt 2018)
  • Neville Owen (Australien, Richter, Leiter des australischen Kinderschutz-Rates für Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung, ernannt 2018)
  • Sinalelea Fe’ao (Tonga, Pädagogin, ernannt 2018)
  • Prof. Myriam Wijlens (Niederlande, Kirchenrechtlerin an der Universität Erfurt, ernannt 2018)
  • Prof. Ernesto Caffo (Italien, Kinderpsychiater, ernannt 2018)
  • Sr. Jane Bertelsen FMDM (Vereinigtes Königreich, Vizepräsidentin der nationalen Kinderschutzkommission im Vereinigten Königreich,ernannt 2018)
  • Teresa Kettelkamp (USA, ernannt 2018)
  • Nelson Giovanelli Rosendo Dos Santos (Brasilien, Mitgründer der Drogenheilanstalt „Facenda da Esperanza“, ernannt 2018)

Arbeit der Kommission

Die eingerichtete Kinderschutzkommission hat sich am 6. und 7. Februar 2015 zum ersten Mal im Vatikan getroffen.[7] Es präsentierte in einem Abschlussdokument die Ergebnisse dieser ersten Sitzung. Es wurde eine Vorschlagsliste für die formale Struktur der Kommission vorbereitet und diese Papst Franziskus vorgelegt. Ein Gebetstag für Missbrauchsopfer sei in Planung - sowie eine Verbesserung der Rechenschaftspflicht in der Kirche.[8]

Päpstliches

Franziskus

Weblinks

Anmerkungen

  1. Papst bildet Kommission für Kinderschutz Radio Vatikan am 22. März 2014
  2. Vatikan: Statuten der Kinderschutzkommission veröffentlicht Radio Vatikan am 8. Mai 2015
  3. Vatikan: Statuten der Kinderschutzkommission veröffentlicht Radio Vatikan am 8. Mai 2015; Statutes of the Pontifical Commission for the Protection of minors, 08.05.2015
  4. Päpstliche Kommission ohne Missbrauchsopfer. Der Standard vom 2. März 2017
  5. press.vatican.va: Comunicato della Pontificia Commissione per la Tutela dei Minori, 17.02.2018
  6. Gudrun Sailer: Vatikan: Erfurter Kirchenrechtlerin berät Papst zum Thema Kinderschutz, vaticannews.va 17. Februar 2018
  7. Null Toleranz gegenüber Missbrauchs-Tätern Radio Vatikan am 7. Februar 2015
  8. Vatikan: Abschlussdokument der Kinderschutzkommission Radio Vatikan am 11. Februar 2015
  9. Die englische Fassung auf der Vatikanseite
  10. Die englische Fassung auf der Vatikanseite
  11. Die italienische Fassung auf der Vatikanseite
  12. Die englische Fassung auf der Vatikanseite
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